Linkes Gedankengut

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krone
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Re: Linkes Gedankengut

Beitragvon krone » So 14. Jan 2018, 17:34

Rote_Galaxie hat geschrieben:(14 Jan 2018, 17:18)

Mal ein Beispiel. 12 Diktatoren bilden die Regierung 11 sind für die Diktatur und ein einziger von den 12 ist für Demokratie.
Wer ist jetzt die Mehrheit?

Kein Wunder daß du die Diktatur verdeitigst ,die genossen haben bis heute nicht kapiert was Diktatur ist , das sie Diktatur waren und sind.
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Re: Linkes Gedankengut

Beitragvon Alexyessin » So 14. Jan 2018, 17:41

Rote_Galaxie hat geschrieben:(14 Jan 2018, 17:34)

Richtig aber der Sinn ist der Gleiche.


Nein, nicht mal der Sinn ist der Gleiche.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
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Re: Linkes Gedankengut

Beitragvon Rote_Galaxie » So 14. Jan 2018, 17:44

Alexyessin hat geschrieben:(14 Jan 2018, 17:41)

Nein, nicht mal der Sinn ist der Gleiche.


Sehe ich anders.
Und wer kontrolliert die Kontrolle?
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Re: Linkes Gedankengut

Beitragvon Alexyessin » So 14. Jan 2018, 17:53

Rote_Galaxie hat geschrieben:(14 Jan 2018, 17:44)

Sehe ich anders.


Ändert nichts daran, das deine Aussage von vorne herein falsch war.
Aber, du wirst auch hier wie in deinem Thread im Forum 1 dich gegen jegliche sachliche Kritik verwehren.
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Re: Linkes Gedankengut

Beitragvon Rote_Galaxie » So 14. Jan 2018, 18:12

Alexyessin hat geschrieben:(14 Jan 2018, 17:53)

Ändert nichts daran, das deine Aussage von vorne herein falsch war.
Aber, du wirst auch hier wie in deinem Thread im Forum 1 dich gegen jegliche sachliche Kritik verwehren.


Sachliche Kritik? Du behauptest einfach dass es falsch ist und begründest es nichtmal.
Noch besser, du akzeptierst nichtmal andere Sichtweisen.
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Re: Linkes Gedankengut

Beitragvon Alexyessin » So 14. Jan 2018, 20:16

Rote_Galaxie hat geschrieben:(14 Jan 2018, 18:12)

Sachliche Kritik? Du behauptest einfach dass es falsch ist und begründest es nichtmal.


Sicher habe ich die begründet. Ich begründe meine Aussagen. Das du hier ein paar Begriffe vermischt in eine Nicht aufgehenden Gleichung gesetzt hast habe ich dir bereit geschrieben. Dann kommst du mit Wiki welche nicht deine Gleichung belegt und meinst dann, das das dann so ungefähr stimmt.
Nein, nicht mal so ungefähr. Du hast in deinem Kommunismusthread schon die Sachen nicht sauber trennen können oder wollen. Willst du nochmal die Geschichte mit der Anarchie und dem Staatsaufbau beim Sozialismus durchgehen?
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Re: Linkes Gedankengut

Beitragvon Rote_Galaxie » So 14. Jan 2018, 20:19

Alexyessin hat geschrieben:(14 Jan 2018, 20:16)

Sicher habe ich die begründet. Ich begründe meine Aussagen. Das du hier ein paar Begriffe vermischt in eine Nicht aufgehenden Gleichung gesetzt hast habe ich dir bereit geschrieben. Dann kommst du mit Wiki welche nicht deine Gleichung belegt und meinst dann, das das dann so ungefähr stimmt.
Nein, nicht mal so ungefähr. Du hast in deinem Kommunismusthread schon die Sachen nicht sauber trennen können oder wollen. Willst du nochmal die Geschichte mit der Anarchie und dem Staatsaufbau beim Sozialismus durchgehen?


Es ist logisch wenn man den Sozialismus analysiert dass die drei Grundströmungen dem Marxismus, Anarchismus und der Sozialdemokratie entsprechen.
Was ist daran falsch? Für dich ist Anarchie Chaos schon klar.
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Re: Linkes Gedankengut

Beitragvon Alexyessin » So 14. Jan 2018, 20:22

Rote_Galaxie hat geschrieben:(14 Jan 2018, 20:19)

Es ist logisch wenn man den Sozialismus analysiert dass die drei Grundströmungen dem Marxismus, Anarchismus und der Sozialdemokratie entsprechen.
Was ist daran falsch? Für dich ist Anarchie Chaos schon klar.


Weil es keine drei Grundströmungen sind. Mach dich erstmal schlau.
Und Anarchie ist für mich "Der nicht Vorhandensein von Herrschaft", das bedeutet nämlich dieses Wort im attischen Griechisch.
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Re: Linkes Gedankengut

Beitragvon Rote_Galaxie » So 14. Jan 2018, 20:24

Alexyessin hat geschrieben:(14 Jan 2018, 20:22)

Weil es keine drei Grundströmungen sind. Mach dich erstmal schlau.
Und Anarchie ist für mich "Der nicht Vorhandensein von Herrschaft", das bedeutet nämlich dieses Wort im attischen Griechisch.


Ok, wenn ich falsch liege dann müsstest du ja darlegen können welche Grundströmungen dem Sozialismus entsprechen.
Da bin ich mal gespannt.
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Re: Linkes Gedankengut

Beitragvon Alexyessin » So 14. Jan 2018, 20:29

Rote_Galaxie hat geschrieben:(14 Jan 2018, 20:24)

Ok, wenn ich falsch liege dann müsstest du ja darlegen können welche Grundströmungen dem Sozialismus entsprechen.
Da bin ich mal gespannt.


Da der Sozialismus nicht genau definiert ist - was dir beim Lesen des Wiki Artikels sicherlich aufgefallen ist - kannst du auch keine Grundströmungen festlegen.

Die Sozialdemokratie hat sich aus dem Marxismus heraus entwickelt - Evolution statt Revolution. Wenn, dann kannst du die Pyramide weg vom Marxismus bauen, der sich bereits in den Frühzeiten aufgespalten hat.
Und überhaupt keine Strömung ist diese Anarchie - denn die stösst immer wieder an die Frage der Demokratie. Aber das hatten wir schon, da kommen jetzt wieder zigtausend Ausflüchte.
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Re: Linkes Gedankengut

Beitragvon Rote_Galaxie » So 14. Jan 2018, 20:36

Alexyessin hat geschrieben:(14 Jan 2018, 20:29)

Da der Sozialismus nicht genau definiert ist - was dir beim Lesen des Wiki Artikels sicherlich aufgefallen ist - kannst du auch keine Grundströmungen festlegen.

Die Sozialdemokratie hat sich aus dem Marxismus heraus entwickelt - Evolution statt Revolution. Wenn, dann kannst du die Pyramide weg vom Marxismus bauen, der sich bereits in den Frühzeiten aufgespalten hat.
Und überhaupt keine Strömung ist diese Anarchie - denn die stösst immer wieder an die Frage der Demokratie. Aber das hatten wir schon, da kommen jetzt wieder zigtausend Ausflüchte.


In dem Wikipedia Artikel wird klar zwischen Sozialdemokratie, Marxismus (Kommunismus) und Anarchismus differenziert.
Mir drängt sich da der Verdacht auf dass du gewisse Ziele verfolgst um die Einheit dieser Strömungen zu verhindern.
Und der Anarchismus nach Kropotkin ist einer Versöhnung mit der Demokratie nicht abgeneigt.
Demokratie ist die Herrschaft der Mehrheit nach anarchistischem Verständnis ist dies Unrecht weil die Minderheit gezwungen wird sich der Mehrheit anzupassen,
eine Aufgabe der Individualität. Trotzdem fördern Anarchisten die Demokratie weil sie sie als Zwischenetappe ansehen.
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Re: Linkes Gedankengut

Beitragvon Alexyessin » Mo 15. Jan 2018, 10:30

Rote_Galaxie hat geschrieben:(14 Jan 2018, 20:36)

In dem Wikipedia Artikel wird klar zwischen Sozialdemokratie, Marxismus (Kommunismus) und Anarchismus differenziert.
Mir drängt sich da der Verdacht auf dass du gewisse Ziele verfolgst um die Einheit dieser Strömungen zu verhindern.
Und der Anarchismus nach Kropotkin ist einer Versöhnung mit der Demokratie nicht abgeneigt.
Demokratie ist die Herrschaft der Mehrheit nach anarchistischem Verständnis ist dies Unrecht weil die Minderheit gezwungen wird sich der Mehrheit anzupassen,
eine Aufgabe der Individualität. Trotzdem fördern Anarchisten die Demokratie weil sie sie als Zwischenetappe ansehen.


Wieder die Frage, die du nie beantwortest:
Was machst du mit denen, die sich demokratisch gegen irgendeine Idee des Anarchismus aussprechen?
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Re: Linkes Gedankengut

Beitragvon Ammianus » Mo 15. Jan 2018, 11:05

Rote_Galaxie hat geschrieben:(14 Jan 2018, 17:03)

Da irrst du dich, die Diktatur des Proletariats ist in Wahrheit demokratisch weil das Proletariat die Mehrheit der Bevölkerung darstellt.


Für die DDR konnte ich jetzt keine konkreten Zahlen finden. Tatsache aber ist, dass weder im Zarenreich 1917 noch in China die Arbeiterklasse eine Mehrheit bildete. Dies waren in beiden Staatsgebieten die Bauern - und die brachten dann auch die größten Opfer. Sie wurden enteignet, verbannt, versklavt, ermordet, verhungerten elendiglich zu Millionen.

Nach der damals gängigen und auch heute noch bei linksextremistischen Gruppen angesagten marxistisch-leninistischen Theorie:

Diktatur der Proletariats, das Proletariat wird angeführt von der Vorhut der Arbeiterklasse, der Partei. In dieser herrsch demokratischer Zentralismus. Das bedeutet: Alle leitenden Gremien werden von Unten gewählt. Das Unten befolgt dann die Weisungen der Gewählten.
Und eine der Weisungen ist dann, wer zu wählen ist. Das Ergebnis sind ausnahmslos dann Diktaturen einiger Funktionäre. Entweder absolut blutig wie bei Stalin, Mao und Pol Pot oder mehr so fade dahingammelnd wie seit dem Ende des Stalinismus im Ostblock.

Zusammengefasst:

Diktatur des Proletariats ist immer eine Lüge. Sie ist die Diktatur der skupellosesten Parteiführer.
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Re: Linkes Gedankengut

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 15. Jan 2018, 11:52

Ammianus hat geschrieben:(15 Jan 2018, 11:05)

Für die DDR konnte ich jetzt keine konkreten Zahlen finden. Tatsache aber ist, dass weder im Zarenreich 1917 noch in China die Arbeiterklasse eine Mehrheit bildete. Dies waren in beiden Staatsgebieten die Bauern - und die brachten dann auch die größten Opfer. Sie wurden enteignet, verbannt, versklavt, ermordet, verhungerten elendiglich zu Millionen.

Nach der damals gängigen und auch heute noch bei linksextremistischen Gruppen angesagten marxistisch-leninistischen Theorie:

Diktatur der Proletariats, das Proletariat wird angeführt von der Vorhut der Arbeiterklasse, der Partei. In dieser herrsch demokratischer Zentralismus. Das bedeutet: Alle leitenden Gremien werden von Unten gewählt. Das Unten befolgt dann die Weisungen der Gewählten.
Und eine der Weisungen ist dann, wer zu wählen ist. Das Ergebnis sind ausnahmslos dann Diktaturen einiger Funktionäre. Entweder absolut blutig wie bei Stalin, Mao und Pol Pot oder mehr so fade dahingammelnd wie seit dem Ende des Stalinismus im Ostblock.

Zusammengefasst:

Diktatur des Proletariats ist immer eine Lüge. Sie ist die Diktatur der skupellosesten Parteiführer.



Völlig richtig. Bereits Mitte der 60er Jahre begann in der DDR die stillschweigend aber realiter vollzogene Verabschiedung von diesem klassenbezogenen "Arbeiter"/"Proletarier"-Ideal. Irgendwann waren auch Offizierskinder Arbeiterkinder und kamen in den Vorzug von Studienplatz-Kontingenten. Gegen Ende der DDR waren schließlich auch nach vorsichtigen Kriterien maximal zehn Prozent der Studenten tatsächlich Arbeiterkinder. Gleichzeitig wurde dieses Paradigma von der Diktatur des Proletariats formal bis zum Ende der DDR aufrechterhalten. Das ist bzw. war aber nur eine der für jedermann völlig offensichtlichen Widersprüchlichkeiten des Systems, an denen man die Begrenztheit der Lebensdauer jederzeit hätte ablesen können.

Der Wendepunkt in dieser Hinsicht war zweifellos der Machtantritt Erich Honeckers und der VIII. Parteitag der SED 1971. Das was dort als "Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik" verbrämt wurde, lief unter anderem auch auf das Ende dieser Arbeiterkindbevorzugung unter Ulbricht hinaus. "Arbeiterkind" war zum einen nun eher "Funktionärskind" und zum anderen wurde die für die ehrgeizigen Wirtschaftsprogramme benötigte technische Intelligenz zum Proletariat geadelt. Die ganzen letzten 20 Jahre der DDR waren von diesem WIderspruch zwischen dem (vergeblichen) Eintritt in einen kapitalistischen Wettbewerb und der formalen Aufrechterhaltung der Führungsinanspruchnahme eine bestimmten sozialen Klasse (die es so allerdings gar nicht mehr gab) gekennzeichnet.
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Re: Linkes Gedankengut

Beitragvon Ein Terraner » Mo 15. Jan 2018, 12:02

Die DDR scheiterte alleine schon daran das sie ihre Grenze Dicht gemacht hat und auf alles geschossen hat was rein oder raus wollte, eine durch und durch solide Basis für eine neue aufblühende Gesellschaft.
Licht und Dunkel

Artikel 13, Save the Internet Petition: https://www.change.org/p/stoppt-die-zen ... loadfilter
Was ist Artikel 13? https://www.youtube.com/watch?v=1DKk69J5pb4
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Re: Linkes Gedankengut

Beitragvon Ammianus » Mo 15. Jan 2018, 12:40

schokoschendrezki hat geschrieben:(15 Jan 2018, 11:52)

Völlig richtig. Bereits Mitte der 60er Jahre begann in der DDR die stillschweigend aber realiter vollzogene Verabschiedung von diesem klassenbezogenen "Arbeiter"/"Proletarier"-Ideal. Irgendwann waren auch Offizierskinder Arbeiterkinder und kamen in den Vorzug von Studienplatz-Kontingenten. Gegen Ende der DDR waren schließlich auch nach vorsichtigen Kriterien maximal zehn Prozent der Studenten tatsächlich Arbeiterkinder. Gleichzeitig wurde dieses Paradigma von der Diktatur des Proletariats formal bis zum Ende der DDR aufrechterhalten. Das ist bzw. war aber nur eine der für jedermann völlig offensichtlichen Widersprüchlichkeiten des Systems, an denen man die Begrenztheit der Lebensdauer jederzeit hätte ablesen können.

Der Wendepunkt in dieser Hinsicht war zweifellos der Machtantritt Erich Honeckers und der VIII. Parteitag der SED 1971. Das was dort als "Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik" verbrämt wurde, lief unter anderem auch auf das Ende dieser Arbeiterkindbevorzugung unter Ulbricht hinaus. "Arbeiterkind" war zum einen nun eher "Funktionärskind" und zum anderen wurde die für die ehrgeizigen Wirtschaftsprogramme benötigte technische Intelligenz zum Proletariat geadelt. Die ganzen letzten 20 Jahre der DDR waren von diesem WIderspruch zwischen dem (vergeblichen) Eintritt in einen kapitalistischen Wettbewerb und der formalen Aufrechterhaltung der Führungsinanspruchnahme eine bestimmten sozialen Klasse (die es so allerdings gar nicht mehr gab) gekennzeichnet.


Das war ja auch ein aus dem System heraus entstehendes Problem. Sie bevorzugten Arbeiterkinder. Die studierten und stiegen auf, als Funktionäre, Offiziere, Leitungskräfte in Wirtschaft und Gesellschaft, als Wissenschaftler und Künstler. Sie wurden zu der Schicht, die das Ganze mehr oder weniger trug. Und deren Kinder jetzt wieder diskriminieren? Wie überall auf der Welt geschah es auch hier, dass die Privilegierten ihren Nachwuchs privilegierten.
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Re: Linkes Gedankengut

Beitragvon Ammianus » Mo 15. Jan 2018, 12:43

Ein Terraner hat geschrieben:(15 Jan 2018, 12:02)

Die DDR scheiterte alleine schon daran das sie ihre Grenze Dicht gemacht hat und auf alles geschossen hat was rein oder raus wollte, eine durch und durch solide Basis für eine neue aufblühende Gesellschaft.


"Riesenknast mit Grünanlage." sagt, so weit ich mich erinnere, eine Romanfigur Rainer Kunzes in "Vor den Vätern sterben die Söhne".
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Re: Linkes Gedankengut

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 15. Jan 2018, 13:33

Ammianus hat geschrieben:(15 Jan 2018, 12:43)

"Riesenknast mit Grünanlage." sagt, so weit ich mich erinnere, eine Romanfigur Rainer Kunzes in "Vor den Vätern sterben die Söhne".


Interessanterweise ist Reiner Kunze das Musterbeispiel für die Arbeiterkinderförderung der Ulbricht-Zeit. Genützt hat es dem Arbeiter- und Bauernstaat aber herzlich wenig in seinem Fall.

Der Erzählband "Vor den Vätern sterben die Söhne" ist allerdings von Thomas Brasch.
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Re: Linkes Gedankengut

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 15. Jan 2018, 13:45

Auf wen wurde denn an der DDR-Grenze geschossen, weil er REIN wollte?
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
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Re: Linkes Gedankengut

Beitragvon Ein Terraner » Mo 15. Jan 2018, 13:53

Tom Bombadil hat geschrieben:(15 Jan 2018, 13:45)

Auf wen wurde denn an der DDR-Grenze geschossen, weil er REIN wollte?


Den Selbstschuss Anlagen dürfte es herzlich egal gewesen sein von welcher Seite man kam. ;) Aber spontan fällt mir wirklich kein Beispiel ein wo jemand wegen illegaler Einreise erschossen wurde, ob das überhaupt jemand versucht hat?
Licht und Dunkel

Artikel 13, Save the Internet Petition: https://www.change.org/p/stoppt-die-zen ... loadfilter
Was ist Artikel 13? https://www.youtube.com/watch?v=1DKk69J5pb4

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