Abschied vom Mythos RAF

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Sextus Ironicus
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Abschied vom Mythos RAF

Beitragvon Sextus Ironicus » Di 28. Nov 2017, 10:41

Einige Zeitungen melden heute, dass sich eine der Beteiligten an der Ermordung von Hanns Martin Schleyer nun beim Sohn entschuldigt und gleichzeitig auch Namen von weiteren Beteiligten genannt habe. Damit löst sich der selbst geschaffene Mythos endgültig auf und vermutlich wird der Druck auf andere zur Entmystifizierung ebenfalls wachsen.

http://www.sueddeutsche.de/politik/deutscher-herbst-raf-terroristin-bittet-schleyers-sohn-um-verzeihung-1.3768969
… habe ich mich sorgsam bemüht, menschliche Tätigkeiten nicht zu verlachen, nicht zu beklagen und auch nicht zu verdammen, sondern zu begreifen. (Spinoza)
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yogi61
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Re: Abschied vom Mythos RAF

Beitragvon yogi61 » Di 28. Nov 2017, 10:55

Sextus Ironicus hat geschrieben:(28 Nov 2017, 10:41)

Einige Zeitungen melden heute, dass sich eine der Beteiligten an der Ermordung von Hanns Martin Schleyer nun beim Sohn entschuldigt und gleichzeitig auch Namen von weiteren Beteiligten genannt habe. Damit löst sich der selbst geschaffene Mythos endgültig auf und vermutlich wird der Druck auf andere zur Entmystifizierung ebenfalls wachsen.

http://www.sueddeutsche.de/politik/deutscher-herbst-raf-terroristin-bittet-schleyers-sohn-um-verzeihung-1.3768969


Wie soll das gehen? Silke Maier-Witt weiss mit Sicherheit nicht wer Schleyer erschossen hat. Sie spielte in der Zeit in der Führungsriege keine Rolle.
Die Wahrscheinlichkeit, dass es Rolf Heißler oder Stefan Wiesnieswki waren, ist relativ hoch auch wenn Peter-Jürgen Boock und sein Aussagen relativ zwielicht sind. Vielleicht war es auch Rolf Clemens Wagner, aber herausbekommen wird man das wahrscheinlich nie, denn dazu waren die damaligen Gerichtsprozesse gegen die Beteiligten und auch gegen Christian Klar unter dem öffentlich Druck viel zu schlampig geführt. Es ging damals um die Verurteilungen und dabei ist die Aufklärung auf der Strecke geblieben, das gilt auch für das Attentat auf Buback. Nichts ist geklärt, gar nichts.
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Re: Abschied vom Mythos RAF

Beitragvon Sextus Ironicus » Di 28. Nov 2017, 11:13

yogi61 hat geschrieben:(28 Nov 2017, 10:55)

Wie soll das gehen? Silke Maier-Witt weiss mit Sicherheit nicht wer Schleyer erschossen hat. Sie spielte in der Zeit in der Führungsriege keine Rolle.
Die Wahrscheinlichkeit, dass es Rolf Heißler oder Stefan Wiesnieswki waren, ist relativ hoch auch wenn Peter-Jürgen Boock und sein Aussagen relativ zwielicht sind. Vielleicht war es auch Rolf Klemens Wagner, aber herausbekommen wird man das wahrscheinlich nie, denn dazu waren die damaligen Gerichtsprozesse gegen die Beteiligten und auch gegen Christian Klar unter dem öffentlich Druck viel zu schlampig geführt. Es ging damals um die Verurteilungen und dabei ist die Aufklärung auf der Strecke geblieben, das gilt auch für das Attentat auf Buback. Nichts ist geklärt, gar nichts.


Das muss nicht bleiben. In dem Augenblick, in dem von Seite der selbst ernannten Krieger das Schweigen gebrochen wird, würden auch die Prozess- und Verfahrensfehler sichtbar.
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Re: Abschied vom Mythos RAF

Beitragvon yogi61 » Di 28. Nov 2017, 11:26

Sextus Ironicus hat geschrieben:(28 Nov 2017, 11:13)

Das muss nicht bleiben. In dem Augenblick, in dem von Seite der selbst ernannten Krieger das Schweigen gebrochen wird, würden auch die Prozess- und Verfahrensfehler sichtbar.


Zwei der drei von mir genannten könnten Auskunft geben, Wagner ist tot. Wahrscheinlich auch Christian Klar und Ulrike Mohnhaupt, aber warum sollten sie? Sie haben alle lebenslange Freiheitsstrafen verbüßt. Wie hoch die Bereitschaft ist bei der Aufklärung mitzuhelfen verdeutlicht der Satz aus Wagners Interview von 2007.

Manche Ergebnisse unserer Überlegungen bleiben auch aus heutiger Sicht richtig. Wie die Entscheidung, Hanns Martin Schleyer zu entführen
Da das auch die anderen Beteiligten bis heute so sehen, wird es da wohl auch keine Klarheit geben.
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