"Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

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Uffhausen
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Uffhausen » Sa 25. Nov 2017, 17:59

Selina hat geschrieben:(25 Nov 2017, 12:41)

Das scheint mir der Kern der ganzen Diskussion zu sein. Zuerst einmal ist jeder Mensch, ob er nun Sauerkraut isst oder Bulgur, ob er Gartenzwerge sammelt oder bunte Gebetsfähnchen aufhängt, ob er arschkurze Röckchen trägt oder längere Tschadors, ab er schwul ist oder hetero, Atheist oder Christ, Buddhist oder Muslim... er ist Mensch. Auch wenn es schwer fällt, es zu sehen, aber sogar hinter der brüllenden Maske eines völlig enthemmten Pegidisten steckt irgendwo... ein Mensch. Bei Leuten, die andere bestialisch foltern, bin ich mir dann nicht mehr ganz so sicher...

...und eben hierin besteht das Problem beim Menschsein - wie ich schon erwähnte, wir Bewerten (alles und jeden), das liegt wohl in unserer Natur. Und nicht erst bei "großen Dingen" wie bspw. bestialische Folter, sondern auch schon bei kleinen, vergleichsweise vollkommen unbedeutenden Sachen wie bspw. Musikgeschmack, Essensgewohnheiten, Lebensstil usw.

Vor einem halben Jahr hat sich das junge Ehepaar eine Etage über mir getrennt - wenn ich zu ihr ginge und sagte, "dein Mann ist auch nur ein Mensch..." würde sie mir wohl wütend entgegenschmettern, dass "er sie betrogen hat und deshalb für sie gestorben sei".

Sage z. B. mal Links- oder Rechtsgerichteten, dass ihr jeweiliges konträres Gegenüber "auch nur ein Mensch sei", würden sie das bestimmt nicht verneinen, aber zu einem rießengroßen ABER ansetzen... ist es nicht so, @Selina? ;)

Ich persönlich will mich da auch nicht ausschließen - für mich gibt es auch Menschen, die ein absolutes No-Go für mich darstellen, aus diesen oder jenen Gründen.

Jetzt ist halt die Frage: Wenn mensch Mensch bewertet, ist das menschenfeindlich? :?:
Zuletzt geändert von Uffhausen am Sa 25. Nov 2017, 18:09, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon krone » Sa 25. Nov 2017, 18:02

Umetarek hat geschrieben:(25 Nov 2017, 15:53)

Das fängt ja bei Mann und Frau an. Ist mir bis heute nicht klar, warum es da getrennte Toiletten braucht.


Die Klofrau hätte es früher auch nicht gedacht, aber es stimmt wirklich: „Männer sind viel sauberer als Frauen.“ Helene Kück muss es wissen, denn sie putzt seit 30 Jahren Toiletten. Jetzt gerade auf dem Weihnachtsmarkt neben dem Kölner Dom. Die Erfahrung hat gezeigt: „Von 100 Männern nehmen 99 die Bürste. Von 100 Frauen höchstens 10.“

https://www.welt.de/regionales/nrw/article134903539/Maenner-sind-viel-sauberer-als-Frauen.html
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Billie Holiday » Sa 25. Nov 2017, 18:55

Umetarek hat geschrieben:(25 Nov 2017, 15:53)

Das fängt ja bei Mann und Frau an. Ist mir bis heute nicht klar, warum es da getrennte Toiletten braucht.


Ich finde das gut. :thumbup:
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Selina
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Selina » Sa 25. Nov 2017, 19:34

Unité 1 hat geschrieben:(25 Nov 2017, 17:17)

Doch, auch folternde Sadisten sind Menschen - deren bestialische Neigung ist (leider) eine menschliche, wenn auch glücklicherweise seltene. Bei all berechtigtem und nachvollziehbarem Abscheu sollte das nicht vergessen werden.


Ja klar, logisch. Das war auch eher als Sarkasmus zu verstehen, was ich dazu sagte.
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Selina » Sa 25. Nov 2017, 20:10

Uffhausen hat geschrieben:(25 Nov 2017, 17:59)

...und eben hierin besteht das Problem beim Menschsein - wie ich schon erwähnte, wir Bewerten (alles und jeden), das liegt wohl in unserer Natur. Und nicht erst bei "großen Dingen" wie bspw. bestialische Folter, sondern auch schon bei kleinen, vergleichsweise vollkommen unbedeutenden Sachen wie bspw. Musikgeschmack, Essensgewohnheiten, Lebensstil usw.

Vor einem halben Jahr hat sich das junge Ehepaar eine Etage über mir getrennt - wenn ich zu ihr ginge und sagte, "dein Mann ist auch nur ein Mensch..." würde sie mir wohl wütend entgegenschmettern, dass "er sie betrogen hat und deshalb für sie gestorben sei".

Sage z. B. mal Links- oder Rechtsgerichteten, dass ihr jeweiliges konträres Gegenüber "auch nur ein Mensch sei", würden sie das bestimmt nicht verneinen, aber zu einem rießengroßen ABER ansetzen... ist es nicht so, @Selina? ;)

Ich persönlich will mich da auch nicht ausschließen - für mich gibt es auch Menschen, die ein absolutes No-Go für mich darstellen, aus diesen oder jenen Gründen.

Jetzt ist halt die Frage: Wenn mensch Mensch bewertet, ist das menschenfeindlich? :?:


Für mich ist es einfach nur menschenfeindlich, wenn sich die einen über die anderen erheben und sagen "seht her, unsere Kultur ist die wahre, die gute, die einzigartige und ihr habt ja noch nicht mal eine Renaissance gehabt und könnt überhaupt nicht mitreden" oder sowas in der Art. Das ist alles überheblicher Mist. Ohne Augenhöhe und Respekt vor dem Anderen geht gar nichts; das Kritisieren anderer Kulturen von oben herab bringt nur Verdruss und neue Aversionen.
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Laertes » Sa 25. Nov 2017, 21:44

Selina hat geschrieben:(25 Nov 2017, 20:10)

Für mich ist es einfach nur menschenfeindlich, wenn sich die einen über die anderen erheben und sagen "seht her, unsere Kultur ist die wahre, die gute, die einzigartige und ihr habt ja noch nicht mal eine Renaissance gehabt und könnt überhaupt nicht mitreden" oder sowas in der Art. Das ist alles überheblicher Mist. Ohne Augenhöhe und Respekt vor dem Anderen geht gar nichts; das Kritisieren anderer Kulturen von oben herab bringt nur Verdruss und neue Aversionen.

Wäre Fakten über andere Länder oder Kulturkreise zu berichten bzw zu vergleichen auch schon menschenfeindlich? Ich denke z. B. an Anzahl der vollstreckten Todesurteile, Anzahl der Nobelpreise, Anzahl der eingereichten und bewilligten Patente, Anzahl der gesperrten Internetseiten, Anzahl und Größe der staatlichen Zensurbehörden, Anzahl der Genitalbeschneidungen an Frauen, Anzahl der Akademikerinnen, Anzahl der wegen ihrer eigenen Vergewaltigung zu Strafen verurteilten Frauen,...
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Bielefeld09 » Sa 25. Nov 2017, 21:51

James T. Kirk hat geschrieben:(25 Nov 2017, 21:36)

Selina ist also ein großer Fan von Auspeitschungen und Steinigungen in Saudi-Arabien.

Warum?
Weil du es unterstellst?
Unterstell ich dir als Fan von irgendwas,
den Großgeist von irgendwem,
das abtrennen von Extremitäten?
Vielleicht klärt sich deine kulturelle Identität nochmal.
Und lass andere in Ruhe.
Du hast ein Problem!
Auch wenn es mal falsch rüberkommt, es ist nie persönlich gemeint. Sorry :( :(
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Sextus Ironicus » Sa 25. Nov 2017, 21:59

Uffhausen hat geschrieben:(25 Nov 2017, 17:59)


Jetzt ist halt die Frage: Wenn mensch Mensch bewertet, ist das menschenfeindlich? :?:


Wo ist das die "Frage"?

Wenn die Guten die Schlechten schlecht bewerten, ist das die Chance für die Schlechten, gut zu werden. Was wäre daran menschenfeindlich?
… habe ich mich sorgsam bemüht, menschliche Tätigkeiten nicht zu verlachen, nicht zu beklagen und auch nicht zu verdammen, sondern zu begreifen. (Spinoza)
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Uffhausen » So 26. Nov 2017, 00:01

Selina hat geschrieben:(25 Nov 2017, 20:10)

Für mich ist es einfach nur menschenfeindlich, wenn sich die einen über die anderen erheben und sagen "seht her, unsere Kultur ist die wahre, die gute, die einzigartige und ihr habt ja noch nicht mal eine Renaissance gehabt und könnt überhaupt nicht mitreden" oder sowas in der Art. Das ist alles überheblicher Mist. Ohne Augenhöhe und Respekt vor dem Anderen geht gar nichts; das Kritisieren anderer Kulturen von oben herab bringt nur Verdruss und neue Aversionen.

Hinsichtlich Kritisierung von fremden Kulturen gebe ich dir recht - weil das eben ein ganz riesiger Brocken ist, über den man sich zu erheben versucht - jede/r, die/der eine ähnliche Aussage macht, wie du sie beschrieben hast, sollte mal andersherum denken und sich fragen, ob sie/er es gerne hätte, wenn andere Kulturen sich derart über unsere Kultur erheben und bspw. behaupten würden, alle Deutschen seien alle Nazis (und warum? Nur weil sie sich auf einen Knackpunkt unserer Geschichte fixieren und uns demnach darauf reduzieren). Das ist nämlich exakt dasselbe.
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Uffhausen » So 26. Nov 2017, 00:03

Sextus Ironicus hat geschrieben:(25 Nov 2017, 21:59)

Wo ist das die "Frage"?

Wenn die Guten die Schlechten schlecht bewerten, ist das die Chance für die Schlechten, gut zu werden. Was wäre daran menschenfeindlich?


Was/wer ist gut - was/wer ist schlecht? :?:
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Zunder » So 26. Nov 2017, 01:34

Gibt es eigentlich irgendeine Kultur, die sich nicht anderen Kulturen überlegen fühlt?
Das Eigene für besser zu halten als das Andere, dürfte vermutlich der Normalzustand sein.
Die Frage ist, was man daraus macht.
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Billie Holiday » So 26. Nov 2017, 02:38

Zunder hat geschrieben:(26 Nov 2017, 01:34)

Gibt es eigentlich irgendeine Kultur, die sich nicht anderen Kulturen überlegen fühlt?
Das Eigene für besser zu halten als das Andere, dürfte vermutlich der Normalzustand sein.
Die Frage ist, was man daraus macht.


Ich halte „meine“ Kultur, also die, in der ich aufgewachsen bin und sozialisiert wurde, nicht für besser als andere, nur halt anders. Andere Kulturen sind mir fremd, und nicht jeden Aspekt anderer Kulturen halte ich für mich für wünschenswert. Ich fühle mich nicht überlegen, ich sehe nur Unterschiede, es gibt halt Dinge, die mir auf ewig fremd bleiben werden und das muß erlaubt sein.
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Adam Smith » So 26. Nov 2017, 06:12

Zunder hat geschrieben:(26 Nov 2017, 01:34)

Gibt es eigentlich irgendeine Kultur, die sich nicht anderen Kulturen überlegen fühlt?
Das Eigene für besser zu halten als das Andere, dürfte vermutlich der Normalzustand sein.
Die Frage ist, was man daraus macht.


Das ist der Normalzustand.
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Sextus Ironicus » So 26. Nov 2017, 10:04

Uffhausen hat geschrieben:(26 Nov 2017, 00:03)

Was/wer ist gut - was/wer ist schlecht? :?:


Ist doch auch ganz einfach: Wer die Macht hat, Recht zu haben oder zu bestimmen, wer am Diskurs teilnehmen darf. Sonst wäre der moralisch-denunziatorische, also inhaltsnegierende Dauerbeschuss, den man im Großen wie im Kleinen allenthalben beobachten kann, doch völlig sinnfrei. Die Schlechten werden bekehrt oder vernichtet - das hat mit Inhalt nichts zu tun. :D Hätte ich wahrscheinlich gleich setzen sollen ;)
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Sextus Ironicus » So 26. Nov 2017, 10:10

Billie Holiday hat geschrieben:(26 Nov 2017, 02:38)

Ich halte „meine“ Kultur, also die, in der ich aufgewachsen bin und sozialisiert wurde, nicht für besser als andere, nur halt anders. Andere Kulturen sind mir fremd, und nicht jeden Aspekt anderer Kulturen halte ich für mich für wünschenswert. Ich fühle mich nicht überlegen, ich sehe nur Unterschiede, es gibt halt Dinge, die mir auf ewig fremd bleiben werden und das muß erlaubt sein.


Bis auf den letzten Nebensatz sehe ich das auch so. "Muß erlaubt sein" klingt allerdings so, als gäbe es eine erlaubnisberechtigte Instanz. Ich würde eher sagen: "... und wenn das einem nicht passt, >hau ich ihm auf den Kopf<."
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Bleibtreu » So 26. Nov 2017, 10:18

Ueberlegenheit ist mir das falsche Wort. Fuer mich gibt es Gesellschaften und damit Kulturen, die klar negativ + Menschen verachtend konnotiert sind.

Aus der Vergangenheit

Die stalinistische Gesellschaft mit ihren Verbrechen
Die nationalsozialistische

In der Gegenwart

Die chinesische
Die iranische
Die der GolfStaaten
Das KastenSystem in Indien etc pp

In diesen Gesellschaften wurde und wird eine Kultur des Grauens gelebt. Was nicht bedeutet, dass jeder dort lebende Mensch zu 100% dahinter steht. Selbstverstaendlich lehne ich diese kulturellen Auspraegungen und damit diese Gesellschaften ab, wenn ich noch alle Latten am Zaun habe und fuer die MenschenRechte stehe.

In Europa, Kanada und anderen westlichen Laendern lebt es sich deutlich besser und freier; auch wenn nicht alles perfekt ist. War das NazenReich gleichwertig mit der heutigen BundesRepublik? Oder ist die heutige BundesRepublik oder Frankreich oder UK gleichwertig mit den GolfStaaten oder China? Sieht das hier ernsthaft jemand so, vor lauter GleichwertigskeitsBesoffenheit? :|

Sollte beschissen nicht schlicht als das benannt werden was es ist - naemlich beschissen?!

Laertes hat geschrieben:(25 Nov 2017, 21:44)

Wäre Fakten über andere Länder oder Kulturkreise zu berichten bzw zu vergleichen auch schon menschenfeindlich? Ich denke z. B. an Anzahl der vollstreckten Todesurteile, Anzahl der Nobelpreise, Anzahl der eingereichten und bewilligten Patente, Anzahl der gesperrten Internetseiten, Anzahl und Größe der staatlichen Zensurbehörden, Anzahl der Genitalbeschneidungen an Frauen, Anzahl der Akademikerinnen, Anzahl der wegen ihrer eigenen Vergewaltigung zu Strafen verurteilten Frauen,...

Du trifft es gut - so sieht es aus. :thumbup:
Zuletzt geändert von Bleibtreu am So 26. Nov 2017, 10:33, insgesamt 1-mal geändert.
•Wer fuer alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein.
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Billie Holiday » So 26. Nov 2017, 10:32

Sextus Ironicus hat geschrieben:(26 Nov 2017, 10:10)

Bis auf den letzten Nebensatz sehe ich das auch so. "Muß erlaubt sein" klingt allerdings so, als gäbe es eine erlaubnisberechtigte Instanz. Ich würde eher sagen: "... und wenn das einem nicht passt, >hau ich ihm auf den Kopf<."


Ich wollte es nur freundlicher formulieren. Auf den Kopf haue ich niemandem, lasse mir nur keine Akzeptanz und Begeisterung für mir fremde Kulturen von anderen aufdiktieren. Was ich selbst als positiv und bereichernd empfinde, akzeptiere ich und freue mich über die Impulse.... was ich selbst nicht als positiv empfinde, toleriere ich höchstens, weil ich es muß. :)
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Billie Holiday » So 26. Nov 2017, 10:41

Bleibtreu hat geschrieben:(26 Nov 2017, 10:18)

Ueberlegenheit ist mir das falsche Wort. Fuer mich gibt es Gesellschaften und damit Kulturen, die klar negativ + Menschen verachtend konnotiert sind.

Aus der Vergangenheit

Die stalinistische Gesellschaft mit ihren Verbrechen
Die nationalsozialistische

In der Gegenwart

Die chinesische
Die iranische
Die der GolfStaaten
Das KastenSystem in Indien etc pp

In diesen Gesellschaften wurde und wird eine Kultur des Grauens gelebt. Was nicht bedeutet, dass jeder dort lebende Mensch zu 100% dahinter steht. Selbstverstaendlich lehne ich diese kulturellen Auspraegungen und damit diese Gesellschaften ab, wenn ich noch alle Latten am Zaun habe und fuer die MenschenRechte stehe.

In Europa, Kanada und anderen westlichen Laendern lebt es sich deutlich besser und freier; auch wenn nicht alles perfekt ist. War das NazenReich gleichwertig mit der heutigen BundesRepublik? Oder ist die heutige BundesRepublik oder Frankreich oder UK gleichwertig mit den GolfStaaten oder China? Sieht das hier ernsthaft jemand so, vor lauter GleichwertigskeitsBesoffenheit? :|

Sollte beschissen nicht schlicht als das benannt werden was es ist - naemlich beschissen?!


Aber damit grenzt Du doch aus. :(

Nein, ich sehe es auch so. :) Ich fühle mich anderen nicht überlegen, bin nur glücklich und dankbar für mein Leben in einem demokratischen Land, wo ich als Mensch und Frau alle Freiheiten habe.

Dass alle Menschen auf dem Erdball gleichwertig sind, ist so selbstverständlich, dass man darüber nicht lange reden muß. Ich vermute, Gleichwertigkeitsbesoffene unterstellen, dass das in Abrede gestellt werden soll, und das ist Blödsinn.
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Occham » So 26. Nov 2017, 11:01

Zunder hat geschrieben:(26 Nov 2017, 01:34)

Gibt es eigentlich irgendeine Kultur, die sich nicht anderen Kulturen überlegen fühlt?
Das Eigene für besser zu halten als das Andere, dürfte vermutlich der Normalzustand sein.
Die Frage ist, was man daraus macht.

Es gibt Kulturen die sind zueinander nicht unbedingt kompatibel, aber was will man da machen? Welcher Seite soll man recht geben?

Gar nichts kann man machen, abwarten und Tee trinken
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Bleibtreu » So 26. Nov 2017, 11:06

Billie Holiday hat geschrieben:(26 Nov 2017, 10:41)

Aber damit grenzt Du doch aus. :(

Nein, ich sehe es auch so. :) Ich fühle mich anderen nicht überlegen, bin nur glücklich und dankbar für mein Leben in einem demokratischen Land, wo ich als Mensch und Frau alle Freiheiten habe.

Nicht ausgrenzen, ich grenze mich ab. Natuerlich grenze ich mich ab, wenn ich mich von einer kranken Scheisse wie FrauenBeschneidung, TodesStrafe fuer "EheBrecherinnen" und HomoSexuelle, Amputationen fuer DiebStahl oder wie in China sogar die TodesStrafe oder dem KastenSystem klar und deutlich distanziere und sie als das benenne was sie sind: Menschen verachtender Dreck.

Dass alle Menschen auf dem Erdball gleichwertig sind, ist so selbstverständlich, dass man darüber nicht lange reden muß. Ich vermute, Gleichwertigkeitsbesoffene unterstellen, dass das in Abrede gestellt werden soll, und das ist Blödsinn.

Es gibt Dinge, die schlicht schlecht sind. Kindern wird schon beigebracht gut von schlecht zu unterscheiden, um ein soziales Miteinander zu ermoeglichen. Das geht natuerlich nur, wenn man benennt was negativ und was positiv ist, also klar den Unterschied herausstellt. Wenn ein Kind seinem Geschwisterchen das HolzSpielzeug auf den Kopf haut, werden alle Eltern die nicht komplett meschugge sind ihrem Kind klar machen, dass das eine verdammte miese Nummer ist. Oder sollen sich die Eltern hinstellen und sagen: Ach ja, das ist halt menschlich und das will ich jetzt mal nicht negativ bewerten?! :|
Zuletzt geändert von Bleibtreu am So 26. Nov 2017, 11:10, insgesamt 2-mal geändert.
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