"Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

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think twice
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon think twice » Do 23. Nov 2017, 18:08

Dark Angel hat geschrieben:(23 Nov 2017, 17:56)

ich habe nichts von "bewahrenswerten Leistungen der deutschen Wehrmacht" geschrieben, sondern "Traditionspflege bedeutet auch Bekenntnis zur (gemeinsamen) Geschichte und zu dieser Geschichte gehören auch die Traditionen der Deutschen Wehrmacht (im Guten und im Schlechten)"

und weiter habe ich geschrieben:
du scheinst nicht zu begreifen, dass Traditionspflege kein "suhlen in Althergebrachtem" ist, sondern aktive Auseinandersetzung mit Geschichte, aktive Aufarbeitung von Geschichte sowie kritisches Hinterfragen.
Bei Traditionspflege geht es auch um Ursachen, Hintergründe und Entwicklung(en).

.

Pflegen bedeutet, etwas gut zu behandeln, es nicht zu vernachlaessigen, damit es Bestand hat. Dann pfleg mal schön die Leistungen der deutschen Wehrmacht...im Guten wie im Schlechten.
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Uffhausen » Do 23. Nov 2017, 18:28

think twice hat geschrieben:(23 Nov 2017, 18:01)

Jeder Mensch hat Anpassungsschwierigkeiten, wenn er sich in einer anderen Kultur zurecht finden muss. Oder würdest du dich in Japan sofort zu Hause fühlen?
Und allein den Unterschied machen zu wollen zwischen demokratischen Deutschen und religiösen Muslimen, zeigt, woher der Wind weht. Als ob das Eine das Andere ausschließt.

Es geht mir nicht um die Anpassungsschwierigkeiten (die sind nur logisch), sondern ich hatte Gruppenidentitäten hinterfragt.

Und Unterschiede mache ich, weil sie tatsächlich existieren - und nicht nur für uns Deutsche, sondern auch die Flüchtlinge: Schließlich haben sich zahlreich nach Deutschland aufgemacht. Wenn es keine Unterschiede gäbe, hätte sich bspw. die syrischen Flüchtlinge ja auch in der benachbarten Türkei niederlassen können. Wäre für sie integrativ betrachtet schon vorteilhafter gewesen. Aber nein, es musste Deutschland sein (und muss es für viele noch immer; selbige die bspw. in Griechenland oder der Türkei an der Weiterreise gehindert werden, oder vom deutschen Staat bereits bspw. zurück nach Afghanistan abgeschoben wurden). Der oder die Gründe sind erstmal ganz egal, der Unterschied zählt.

Stell dir vor, es gibt sogar deutsche, religiöse, demokratische Muslime.

Ach was, nein! :eek: :rolleyes: :rolleyes: :rolleyes:
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Dark Angel » Do 23. Nov 2017, 18:34

think twice hat geschrieben:(23 Nov 2017, 18:08)

Pflegen bedeutet, etwas gut zu behandeln, es nicht zu vernachlaessigen, damit es Bestand hat. Dann pfleg mal schön die Leistungen der deutschen Wehrmacht...im Guten wie im Schlechten.

Ja - für ganz einfach gestrickte Geister, die die vielfache Bedeutung von Synomymen nicht kennen, beschränkt sich von "pflegen" einzig auf diese beiden Aspekte.

Die anderen wissen, dass "pflegen" auch "sich zur Regel machen", "beschäftigen", "studieren" bedeutet und letzterer Begriff bedeutet nunmal "aktive Auseinadersetzung" bzw "kritisches Hinterfragen" bedeutet.
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Selina » Do 23. Nov 2017, 19:43

Dark Angel hat geschrieben:(23 Nov 2017, 17:56)

Unterlass bitte die Unterstellungen - ich habe nichts von "bewahrenswerten Leistungen der deutschen Wehrmacht" geschrieben, sondern "Traditionspflege bedeutet auch Bekenntnis zur (gemeinsamen) Geschichte und zu dieser Geschichte gehören auch die Traditionen der Deutschen Wehrmacht (im Guten und im Schlechten)"

und weiter habe ich geschrieben:
du scheinst nicht zu begreifen, dass Traditionspflege kein "suhlen in Althergebrachtem" ist, sondern aktive Auseinandersetzung mit Geschichte, aktive Aufarbeitung von Geschichte sowie kritisches Hinterfragen.
Bei Traditionspflege geht es auch um Ursachen, Hintergründe und Entwicklung(en).


Wo du da etwas von "bewahrenswert" heraus lesen kannst, ist mir ein Rätsel.
Wie wäre es übrigens, wenn du mal inhaltlich auf etwas eingehen könntes, was geschrieben wurde.
Ich zitiere und verlinke nochmal:

"Arnd Uhle hat in seiner bedeutenden Münchner Habilitationsschrift Freiheitlicher Verfassungsstaat und kulturelle Identität
(2006) die folgende und überzeu-gende Definition gegeben: „Unter kultureller Identität wird die Gesamtheit der kulturell geprägten Werte samt der daraus resultierenden Weltsichten und Denkweisen sowie der ebenfalls kulturell geprägten Verhaltens- und Lebensweisen verstanden, die das Eigenbild einer Kulturgemeinschaft – namentlich einer Nation – prägen. Die so verstandene kulturelle Identität wird sowohl durch Elemente der Zugehörigkeit zu einem (übergeordneten) Kulturkreis als auch durch Elemente der Zugehörigkeit zu der individuellen Kultur der betreffenden Gemeinschaft bestimmt.“ In diesem Sinne stellt die kulturelle Identität, wie Uhle gleichfalls zutreffend dargelegt hat, „zunächst und grundsätzlich ein vor- und außerrechtliches Faktum dar, das indessen auch für Gestalt und Bestand des freiheitlichen Verfassungsstaates von Bedeutung ist, der diese kulturelle Identität vorfindet und typischerweise an sie anknüpft. Diese Relevanz der kulturellen Identität für den freiheitlichen Verfassungsstaat läßt sich sowohl aus verfassungstheoretischer wie auch aus verfassungsrechtlicher Perspektive erfassen und belegen.“
Quelle


Wäre nett, wenn du dich mal inhaltlich mit dem Text auseinandersetzen und entsprechend antworten würdest.
Du wolltest Meinungen diskutieren und wenn man diskutieren will, muss man sich mit Inhalten beschäftigen.
Kann doch eigentlich nicht so schwer sein.


Erstens: "die Traditionen der Deutschen Wehrmacht (im Guten und im Schlechten)", schreibst du. Welche Traditionen der Wehrmacht sind die schlechten, welche die guten?

Zweitens: Das ist ok so, wenn es dieser Arnd Uhle so sieht. Für mich ist "kulturelle Identität" ein demagogischer Begriff. Hab ich in mehreren Quellen und mehreren eigenen Beiträgen belegt. Da kommen wir - wie in fast allen Fragen - nicht unter einen Hut, tut mir leid.
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Selina » Do 23. Nov 2017, 19:54

Das Beiwort "bewahrenswert" verwendet man sprachlich-stilistisch oft im Zusammenhang mit Pflege von Traditionen. Da muss man sich jetzt keine großen Gedanken machen. Ist eine rein semantische Geschichte. Interessanter ist die Bemerkung "im Guten und im Schlechten" in Bezug auf die Wehrmacht. Da hätte ich schon gerne nochmal eine Erklärung, DA. Dass es bei Traditionspflege "auch um Ursachen, Hintergründe und Entwicklung(en)" geht, wie du schreibst, ist eine Selbstverständlichkeit.
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Julian » Do 23. Nov 2017, 20:12

think twice hat geschrieben:(23 Nov 2017, 18:01)

Jeder Mensch hat Anpassungsschwierigkeiten, wenn er sich in einer anderen Kultur zurecht finden muss. Oder würdest du dich in Japan sofort zu Hause fühlen?


Aha, eine japanische Kultur gibt es also. Ist Deutschland eigentlich das einzige Land ohne eigene Kultur?
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Dark Angel » Do 23. Nov 2017, 20:29

Selina hat geschrieben:(23 Nov 2017, 19:43)

Erstens: "die Traditionen der Deutschen Wehrmacht (im Guten und im Schlechten)", schreibst du. Welche Traditionen der Wehrmacht sind die schlechten, welche die guten?

Zunächst mal: Keine Armee kommt ohne Traditionspflege aus. Dabei geht es im Wesentlichen um so genannte "soldatische Tugenden", deren Ursprung teilweise bis zum "Ehrenkodex des Ritteradels" zurück reicht - die da wären Mut, Gerechtigkeitssinn, ehrenvolles Verhalten gegenüber dem besiegten Feind und Gehorsam.
Man mag diese "Tugenden" bewerten wie man will, dennoch bilden sie die Grundlage jedes Militärs und einige finden sich in modifizierter Form in der Genfer Konvention wieder.
Gehorsam als besondere "Tugend" mag in der heutigen Zeit (in einer Demokratie) widersinnig und unnatürlich klingen, ist es aber nicht. Beim Militär herrscht Befehlsstruktur bzw Befehlshierarchie und über Befehle wird nicht diskutiert, die werden ausgeführt - einzige Ausnahme sind Befehle die gegen die Menschlichkeit/grundlegende Menschenrechte verstoßen, die dürfen nicht nur, die müssen verweigert werden.
Wie aus - erst vor wenigen Jahren freigegebenen - Archivmaterial des britischen Geheimdienst, welcher rund um die Uhr Gespräche von kriegsgefangenen hohen Offizieren abhörte, hervor geht, gab es viele Offziere, die die Weisungen die sie erhielten entweder gar nicht ausführten oder in stark modifizierter Form, weil sie diese mit ihrer Offziersehre unvereinbar hielten. Dies galt i.d.R nur für Offziere, die aus traditionellen Offiziersfamilien stammten. So genannte "Emporkömmlinge", deren militärische Karriere durch die Machtübernahme der Nazis beschleunigten bzw überhaupt erst begannen, kannten derartige Skrupel nicht. Weiter wäre da noch, die nicht geringe Anzahl von Offzieren, die an der Vorbereitung, Organisation und der Durchführung der "Operation Walküre" beteiligt waren.

Die ganze Geschichte (um die Wehrmacht) ist kompliziert und komplex und es ist eine schmale - sehr schmale - Gratwanderung zwischen differenzieren ohne zu relativieren und pauschalisieren.

Ich hoffe, es ist mir einigermaßen gelungen, klar zu machen, was ich meine, ohne dass du gleich wieder mit irgendwelchen Unterstellungen anfängst.

Selina hat geschrieben:(23 Nov 2017, 19:43)Zweitens: Das ist ok so, wenn es dieser Arnd Uhle so sieht. Für mich ist "kulturelle Identität" ein demagogischer Begriff. Hab ich in mehreren Quellen und mehreren eigenen Beiträgen belegt. Da kommen wir - wie in fast allen Fragen - nicht unter einen Hut, tut mir leid.

Tja - du wolltest Meinungen/Ansichten diskutieren. Die Quellen, die du gebracht hast - nunja, das ist zum einen Wikipedia, das sich auf recht einseitige Quellen bezieht und einige Medienberichte, die in das gleiche Horn tuten und deren Sichtweisen doch sehr, sehr stark ideologisch gefärbt und wertend sind. Bei einer Habilitationsschrift bzw den Bezug darauf ist hingegen Wertneutralität und Objektivität voraus setzen. Hin und wieder sollte man auch seine Meinung reflektieren können. Wozu du allerdings nicht bereit zu sein scheinst.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Sextus Ironicus » Do 23. Nov 2017, 20:30

Julian hat geschrieben:(23 Nov 2017, 20:12)

Aha, eine japanische Kultur gibt es also. Ist Deutschland eigentlich das einzige Land ohne eigene Kultur?


Für einige ist sie der der absolute negative Mittelpunkt ihrer Identität.
… habe ich mich sorgsam bemüht, menschliche Tätigkeiten nicht zu verlachen, nicht zu beklagen und auch nicht zu verdammen, sondern zu begreifen. (Spinoza)
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon think twice » Do 23. Nov 2017, 21:03

Dark Angel hat geschrieben:(23 Nov 2017, 18:34)

Ja - für ganz einfach gestrickte Geister, die die vielfache Bedeutung von Synomymen nicht kennen, beschränkt sich von "pflegen" einzig auf diese beiden Aspekte.

Die anderen wissen, dass "pflegen" auch "sich zur Regel machen", "beschäftigen", "studieren" bedeutet und letzterer Begriff bedeutet nunmal "aktive Auseinadersetzung" bzw "kritisches Hinterfragen" bedeutet.

Der Duden ist wahrscheinlich auch ein einfacher Geist:

"sich sorgend um jemanden [der krank, gebrechlich ist] bemühen, um ihn in einen möglichst guten [gesundheitlichen] Zustand zu bringen oder darin zu erhalten
zur Erhaltung eines guten Zustands mit den erforderlichen Maßnahmen behandeln
sich um die Förderung oder [Aufrecht]erhaltung von etwas Geistigem [durch dessen Betreiben, Ausübung] bemühen, sich dafür einsetzen
die Gewohnheit haben, etwas Bestimmtes zu tun; gewöhnlich, üblicherweise etwas Bestimmtes tun"

Wie gesagt: Pflegte du mal schön die Leistungen der deutschen Wehrmacht. :eek:
Zuletzt geändert von think twice am Do 23. Nov 2017, 21:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon think twice » Do 23. Nov 2017, 21:05

Julian hat geschrieben:(23 Nov 2017, 20:12)

Aha, eine japanische Kultur gibt es also. Ist Deutschland eigentlich das einzige Land ohne eigene Kultur?

Ich gehöre nicht zu denen, die Deutschland eine eigene Kultur absprechen.
Im Gegenteil: ich habe die deutsche Kultur etwa 250 Menschen aus aller Welt näher gebracht.
Sei nie zu den Bescheidenen überheblich und zu den Überheblichen bescheiden.
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Julian » Do 23. Nov 2017, 22:04

think twice hat geschrieben:(23 Nov 2017, 21:05)

Ich gehöre nicht zu denen, die Deutschland eine eigene Kultur absprechen.
Im Gegenteil: ich habe die deutsche Kultur etwa 250 Menschen aus aller Welt näher gebracht.


Na, immerhin. Meinen Respekt.
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Sextus Ironicus » Do 23. Nov 2017, 22:27

think twice hat geschrieben:(23 Nov 2017, 21:03)

Der Duden ist wahrscheinlich auch ein einfacher Geist:

"sich sorgend um jemanden [der krank, gebrechlich ist] bemühen, um ihn in einen möglichst guten [gesundheitlichen] Zustand zu bringen oder darin zu erhalten
zur Erhaltung eines guten Zustands mit den erforderlichen Maßnahmen behandeln
sich um die Förderung oder [Aufrecht]erhaltung von etwas Geistigem [durch dessen Betreiben, Ausübung] bemühen, sich dafür einsetzen
die Gewohnheit haben, etwas Bestimmtes zu tun; gewöhnlich, üblicherweise etwas Bestimmtes tun"

Wie gesagt: Pflegte du mal schön die Leistungen der deutschen Wehrmacht. :eek:


Im Zweifelsfall lieber auch mal da schauen:

http://woerterbuchnetz.de/cgi-bin/WBNetz/wbgui_py?sigle=DWB&mode=Vernetzung&lemid=GP04052#XGP04052


Und immer schön scrollen ;)
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon think twice » Do 23. Nov 2017, 22:58

Sextus Ironicus hat geschrieben:(23 Nov 2017, 22:27)

Im Zweifelsfall lieber auch mal da schauen:

http://woerterbuchnetz.de/cgi-bin/WBNetz/wbgui_py?sigle=DWB&mode=Vernetzung&lemid=GP04052#XGP04052


Und immer schön scrollen ;)

Ah, du bist auch Archäologe und hast ein Wörterbuch von anno knips ausgebuddelt. Spannend. :D
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Hyde » Fr 24. Nov 2017, 01:29

Julian hat geschrieben:(23 Nov 2017, 20:12)

Aha, eine japanische Kultur gibt es also. Ist Deutschland eigentlich das einzige Land ohne eigene Kultur?


Die Behauptung, dass Japan eine andere Kultur als Deutschland hat, steht nicht im Widerspruch zu der Behauptung, dass Deutschland und Japan keine spezifisch eigenen Kulturen hätten.
Deutschland ist Teil der europäischen Kultur, Japan Teil der ostasiatischen Kultur.

Wobei es in Japan vielleicht noch etwas größere kulturelle Unterschiede im Vergleich zum Rest Ostasiens gibt, was wohl an der Insellage und der speziellen Entwicklung Japans seit Ende des 19. Jhds liegt - während es zwischen Deutschland, Belgien und Frankreich nun wirklich keine nennenswerten kulturellen Unterschiede gibt, ergo es auch keine spezifisch deutsche und keine spezifisch belgische Kultur gibt, sondern lediglich eine (west-)europäische Kultur.
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon think twice » Fr 24. Nov 2017, 07:42

Hyde hat geschrieben:(24 Nov 2017, 01:29)

während es zwischen Deutschland, Belgien und Frankreich nun wirklich keine nennenswerten kulturellen Unterschiede gibt, ergo es auch keine spezifisch deutsche und keine spezifisch belgische Kultur gibt, sondern lediglich eine (west-)europäische Kultur.

Kultur unterscheidet sich nicht nur im Grossen , sondern mehr an kleinen, alltäglichen, banalen Dingen des Alltags.
Typisch deutsch ist z.B., dass man beim Verlassen eines Zimmers das Licht ausmacht und die Tür schließt. Das gibt es sonst nirgends. :)
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Billie Holiday » Fr 24. Nov 2017, 07:54

think twice hat geschrieben:(24 Nov 2017, 07:42)

Kultur unterscheidet sich nicht nur im Grossen , sondern mehr an kleinen, alltäglichen, banalen Dingen des Alltags.
Typisch deutsch ist z.B., dass man beim Verlassen eines Zimmers das Licht ausmacht und die Tür schließt. Das gibt es sonst nirgends. :)


:?: ist das so? Weltweit läßt man das Licht an und die Tür offen? Das wußte ich nicht.

Unbenötigtes Licht auszuschalten finde ich jetzt nicht soooo schlecht. Spießige Angewohnheiten können auch einen Vorteil haben....-wenn ich in einem Raum die Heizung anhabe, lasse ich die Wörme nicht durch eine offene Tür entfleuchen.
Aber ob das meine kulturelle, deutsche Identität ist, oder ob ich nur erkannt habe, wie man im Kleinen Energie sparen kann? :?:
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Antonius » Fr 24. Nov 2017, 10:18

Ich möchte nochmals auf "kulturelle Identität" der Exmuslime hinweisen. In Deutschland sind sie ein Verein des öffentliche Rechts e.V.

http://exmuslime.com/

Der Wissenschaftler Schmidt-Salomon hat die Bewegung der Ex-Muslime als "eine der wichtigsten politischen Bewegungen weltweit" bezeichnet
und sie nicht nur als eine Avantgarde zur Verteidigung der offenen Gesellschaft gegenüber dem politischen Islam,
sondern zugleich auch als das wirksamste Gegengift gegen die ‚Internationale der Nationalisten‘ hier im Westen dargestellt.

https://www.giordano-bruno-stiftung.de/ ... ex-muslime

Die Filmemacherin Ricarda Hinz hat die Doku „10 Jahre Ex-Muslime – Die Geschichte einer internationalen Menschenrechtsbewegung“ im Auftrag der Giordano-Bruno-Stiftung produziert.
Der Film wurde am 17. November 2017 auf dem „Internationalen Festakt zum 10-jährigen Bestehen des Zentralrats der Ex-Muslime“ in Köln uraufgeführt.
Zuletzt geändert von Antonius am Fr 24. Nov 2017, 10:36, insgesamt 2-mal geändert.
SAPERE AUDE - Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Antonius » Fr 24. Nov 2017, 10:22

Billie Holiday hat geschrieben:(24 Nov 2017, 07:54)

:?: ist das so? Weltweit läßt man das Licht an und die Tür offen? Das wußte ich nicht.

Unbenötigtes Licht auszuschalten finde ich jetzt nicht soooo schlecht. Spießige Angewohnheiten können auch einen Vorteil haben....-wenn ich in einem Raum die Heizung anhabe, lasse ich die Wörme nicht durch eine offene Tür entfleuchen.
Aber ob das meine kulturelle, deutsche Identität ist, oder ob ich nur erkannt habe, wie man im Kleinen Energie sparen kann? :?:

Ich kann mich dieser "spießigen Angewohnheit" nur anschließen. Sie gehört aus meiner Sicht auch zur kulturellen Identität dieses Landes. :)
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Billie Holiday » Fr 24. Nov 2017, 10:58

Antonius hat geschrieben:(24 Nov 2017, 10:22)

Ich kann mich dieser "spießigen Angewohnheit" nur anschließen. Sie gehört aus meiner Sicht auch zur kulturellen Identität dieses Landes. :)


Eifrig Müll zu trennen, der aber wieder zusammengeschüttet wird, ist auch so eine typisch deutsche Eigenschaft. Man erkennt schon den Sinn hinterm Recycling.
Nachdem ich gehört habe, dass unser Recyclinghof Biomüll und Restmüll zusammenkippt, sehe ich das mit dem Trennen nicht mehr so streng. Ich werfe Bunt- und Weißglas zusammen, wenn ein Container voll ist. Wird eh wieder gemischt. :x
Das bedeutet aber nicht, dass ich gern wie in anderen Ländern allen Müll im Straßengraben haben will.


Obrigkeitsgehorsam gehört meiner Meinung nach auch zur deutschen Kultur.
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Sextus Ironicus » Fr 24. Nov 2017, 11:37

think twice hat geschrieben:(23 Nov 2017, 22:58)

Ah, du bist auch Archäologe und hast ein Wörterbuch von anno knips ausgebuddelt. Spannend. :D



https://www.youtube.com/watch?v=jVfkYZmXHAg

:D
… habe ich mich sorgsam bemüht, menschliche Tätigkeiten nicht zu verlachen, nicht zu beklagen und auch nicht zu verdammen, sondern zu begreifen. (Spinoza)

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