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Gaffer bei Verkehrsunfällen

Verfasst: Mo 13. Nov 2017, 12:01
von Moses
Gaffer bei Unfällen etc. werden immer mehr zum Problem. Statt zu helfen wird gegafft, statt die Privatsphäre der Opfer zu respektieren wird gefilmt, fotografiert und im Internet gepostet.

Jetzt ist nach einem Unfall auf der A3 einem Feuerwehrmann der Kragen geplatzt und er hat seinen Löschschlauch gegen gaffende Lkw-Fahrer eingesetzt - in den Sozialen Medien wurde er gefeiert, der Polizei gefiel das - verständlicherweise - nicht so sehr.

Ich selbst bin nicht schlüssig, einerseits sage ich "toll, endlich einer der handfest zupackt" andererseits kann das auch nicht die endgültig richtige Lösung sein.

Wie steht das Forum allgemein zum Problem-Feld Gaffer - und speziell zu diesem Fall?

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/bayern/unfal ... -1.3747032

Re: Gaffer bei Verkehrsunfällen

Verfasst: Mo 13. Nov 2017, 12:13
von Liegestuhl
Ich war 4 Jahre hauptberuflich beim Rettungsdienst und ich glaube, dass dieses Thema medial hochgeputscht wird, weil es die Gemüter erregt und entsprechende Aufmerksamkeit bringt. Man fühlt sich als "Empörer" mit vielen Leuten auf der richtigen Seite und kann sein moralisches Koordinatensystem justieren.

Ja, es kann ein Problem sein, aber nicht in der Stärke, wie es in den Medien dargestellt wird.

Re: Gaffer bei Verkehrsunfällen

Verfasst: Mo 13. Nov 2017, 12:14
von relativ
Moses hat geschrieben:(13 Nov 2017, 12:01)

Gaffer bei Unfällen etc. werden immer mehr zum Problem. Statt zu helfen wird gegafft, statt die Privatsphäre der Opfer zu respektieren wird gefilmt, fotografiert und im Internet gepostet.

Jetzt ist nach einem Unfall auf der A3 einem Feuerwehrmann der Kragen geplatzt und er hat seinen Löschschlauch gegen gaffende Lkw-Fahrer eingesetzt - in den Sozialen Medien wurde er gefeiert, der Polizei gefiel das - verständlicherweise - nicht so sehr.

Ich selbst bin nicht schlüssig, einerseits sage ich "toll, endlich einer der handfest zupackt" andererseits kann das auch nicht die endgültig richtige Lösung sein.

Wie steht das Forum allgemein zum Problem-Feld Gaffer - und speziell zu diesem Fall?

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/bayern/unfal ... -1.3747032

Gaffer sind ein richtiges Ärgerniss und heutzutage m.M. teilweise auch als Kriminell zu betrachten. Dann nämlich, wenn dadurch aktiv die Maßnahmen zur Rettung behindert werden, oder aus Sensationsgeilheit und Aufmerksamkeitserhaschen in den sozialen Medien, die Opfer nochmals zu Opfern werden.
Füher ohne die Sozial Media Kacke, waren diese Leute hauptsächlich ärgernisse für den nachfolgenden , oder gegenüberliegenden Verkehr, heute würde ich sogar extra ein Polizisten an der Unfallstelle abstellen, der die Gaffer notiert und dann präsentiert der Staat ihnen eine saftiges Bußgeld. Wenn dies nicht ausreicht, würde ich sogar bis zu Fahrverboten beziehungsweise Idiotentest gehen.

Re: Gaffer bei Verkehrsunfällen

Verfasst: Mo 13. Nov 2017, 12:15
von relativ
Liegestuhl hat geschrieben:(13 Nov 2017, 12:13)

Ich war 4 Jahre hauptberuflich beim Rettungsdienst und ich glaube, dass dieses Thema medial hochgeputscht wird, weil es die Gemüter erregt und entsprechende Aufmerksamkeit bringt. Man fühlt sich als "Empörer" mit vielen Leuten auf der richtigen Seite und kann sein moralisches Koordinatensystem justieren.

Ja, es kann ein Problem sein, aber nicht in der Stärke, wie es in den Medien dargestellt wird.

Es kommt dabei doch nicht auf die Häufigkeit an, sondern daß es bei fast jedem größeren Unfall solche Leute gibt.

Re: Gaffer bei Verkehrsunfällen

Verfasst: Mo 13. Nov 2017, 12:27
von Liegestuhl
relativ hat geschrieben:(13 Nov 2017, 12:15)

Es kommt dabei doch nicht auf die Häufigkeit an, sondern daß es bei fast jedem größeren Unfall solche Leute gibt.


Die Sache mit dem Gegenverkehr habe ich schon immer für ein Verwechseln von Ursache und Wirkung gehalten. Man kann immer nur so schnell fahren wie der Vordermann und Staus bilden sich bei hohem Verkehrsaufkommen auch aus geringeren Anlässen als einem Verkehrunfall auf der Gegenseite. Wenn man nun langsam an einer Unfallstelle vorbeikommt, guckt man selbstverständlich. Das ist völlig menschlich. Jetzt wird argumentiert, die Leute fahren so langsam (oder verringern die Geschwindigkeit), weil sie gucken wollen. Meiner Meinung nach schauen sie aber hin, weil sie so langsam an der Unfallstelle vorbeifahren.

Natürlich gibt es Exzesse, die zu verurteilen sind. Bilder von Opfern im Internet sind natürlich ein No-Go. Aber auch hier gibt es ein soziales Regulativ. Ich habe auf Facebook noch nie solche Bilder gesehen und ich könnte mir vorstellen, dass es einen Shitstorm gibt, wenn jemand aus meinem Umfeld solche Bilder veröffentlicht.

Re: Gaffer bei Verkehrsunfällen

Verfasst: Mo 13. Nov 2017, 12:31
von relativ
Liegestuhl hat geschrieben:(13 Nov 2017, 12:27)

Die Sache mit dem Gegenverkehr habe ich schon immer für ein Verwechseln von Ursache und Wirkung gehalten. Man kann immer nur so schnell fahren wie der Vordermann und Staus bilden sich bei hohem Verkehrsaufkommen auch aus geringeren Anlässen als einem Verkehrunfall auf der Gegenseite. Wenn man nun langsam an einer Unfallstelle vorbeikommt, guckt man selbstverständlich. Das ist völlig menschlich. Jetzt wird argumentiert, die Leute fahren so langsam (oder verringern die Geschwindigkeit), weil sie gucken wollen. Meiner Meinung nach schauen sie aber hin, weil sie so langsam an der Unfallstelle vorbeifahren.

Natürlich gibt es Exzesse, die zu verurteilen sind. Bilder von Opfern im Internet sind natürlich ein No-Go. Aber auch hier gibt es ein soziales Regulativ. Ich habe auf Facebook noch nie solche Bilder gesehen und ich könnte mir vorstellen, dass es einen Shitstorm gibt, wenn jemand aus meinem Umfeld solche Bilder veröffentlicht.

Ja klar schaut man kurz hin, aber es ist schon ein Unterschied, ob ich dann noch langsamer fahre um noch länger gaffen zu können, oder ich dabei sogar noch mein Handy zum Fotos machen, oder zum Filmen raushole.
Das kann man m.M. ziemlich eindeutig erkennen.

Re: Gaffer bei Verkehrsunfällen

Verfasst: Mo 13. Nov 2017, 12:36
von Moses
Liegestuhl hat geschrieben:(13 Nov 2017, 12:27)

Die Sache mit dem Gegenverkehr habe ich schon immer für ein Verwechseln von Ursache und Wirkung gehalten. Man kann immer nur so schnell fahren wie der Vordermann und Staus bilden sich bei hohem Verkehrsaufkommen auch aus geringeren Anlässen als einem Verkehrunfall auf der Gegenseite. Wenn man nun langsam an einer Unfallstelle vorbeikommt, guckt man selbstverständlich. Das ist völlig menschlich. Jetzt wird argumentiert, die Leute fahren so langsam (oder verringern die Geschwindigkeit), weil sie gucken wollen. Meiner Meinung nach schauen sie aber hin, weil sie so langsam an der Unfallstelle vorbeifahren.

Natürlich gibt es Exzesse, die zu verurteilen sind. Bilder von Opfern im Internet sind natürlich ein No-Go. Aber auch hier gibt es ein soziales Regulativ. Ich habe auf Facebook noch nie solche Bilder gesehen und ich könnte mir vorstellen, dass es einen Shitstorm gibt, wenn jemand aus meinem Umfeld solche Bilder veröffentlicht.


Ich kann aus der Erinnerung einen Fall nennen, da hat die Familie aus den sozialen Netzwerken erfahren, dass ihr Kind bei einem Unfall ums Leben kam und das noch bevor sie offiziell durch die Polizei informiert wurden . . . Gott lob eine Ausnahme, aber jede dieser Ausnahmen ist eine zu viel.

Auch die Berichte, dass jetzt extra Sichtschutzwände zur Wahrung der Privatsphäre mitgeführt und aufgestellt werden hat mich irritiert, da wir Hilfs- und Rettungspersonal "missbraucht" nur um den Gaffern die Grenzen zu zeigen - das kanns doch wohl nicht sein!

Re: Gaffer bei Verkehrsunfällen

Verfasst: Mo 13. Nov 2017, 12:37
von Cat with a whip
Moses hat geschrieben:(13 Nov 2017, 12:01)

Wie steht das Forum allgemein zum Problem-Feld Gaffer - und speziell zu diesem Fall?

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/bayern/unfal ... -1.3747032


Für mich sind Leute wie Sie die so einen Fall hochpushen auf der gleichen Stufe wie die Gaffer.

Re: Gaffer bei Verkehrsunfällen

Verfasst: Mo 13. Nov 2017, 12:43
von Olympus
Liegestuhl hat geschrieben:(13 Nov 2017, 12:27)

Die Sache mit dem Gegenverkehr habe ich schon immer für ein Verwechseln von Ursache und Wirkung gehalten. Man kann immer nur so schnell fahren wie der Vordermann und Staus bilden sich bei hohem Verkehrsaufkommen auch aus geringeren Anlässen als einem Verkehrunfall auf der Gegenseite. Wenn man nun langsam an einer Unfallstelle vorbeikommt, guckt man selbstverständlich. Das ist völlig menschlich. Jetzt wird argumentiert, die Leute fahren so langsam (oder verringern die Geschwindigkeit), weil sie gucken wollen. Meiner Meinung nach schauen sie aber hin, weil sie so langsam an der Unfallstelle vorbeifahren.

Natürlich gibt es Exzesse, die zu verurteilen sind. Bilder von Opfern im Internet sind natürlich ein No-Go. Aber auch hier gibt es ein soziales Regulativ. Ich habe auf Facebook noch nie solche Bilder gesehen und ich könnte mir vorstellen, dass es einen Shitstorm gibt, wenn jemand aus meinem Umfeld solche Bilder veröffentlicht.

Es gibt Leute die hauen extra in die Bremsen um zu gaffen. Das ist so.
Ich war sehr viel auf Autobahnen unterwegs. Anfanfs dachte ich auch das müsse andere Ursachen haben. Jedoch staute es sich nur bis zur Unfallstelle auf der Gegenfahrbahn und prompt danach löste sich alles wie von Geisterhand wieder auf.
Auf der Fahrbahn weder Teile des Unfalls, keine Baustelle. Nichts, es gibt keinen Grund mit Schrittgeschwindigkeit zu fahren.
Auch ist es kein aufbauschen wenn Asoziale das Smartphone zücken und trotz Polizeimahnung munter weiter filmen um Abends in der Kneipe den Helden spielen zu können.
2 km weiter hinten dürfen die nachfolgenden wegen so was eine Vollbremsung reinhauen und nicht selten verpennt einer das Stauende oder es kommt so abrupt, das ein Bremsen gar nicht mehr möglich ist.

Es gibt keinen Grund dies zu relativieren, nur weil man einer von diesen ist, der auch automatisch die Bremse reinhaut um zu gaffen. :p

Re: Gaffer bei Verkehrsunfällen

Verfasst: Mo 13. Nov 2017, 12:59
von relativ
Cat with a whip hat geschrieben:(13 Nov 2017, 12:37)

Für mich sind Leute wie Sie die so einen Fall hochpushen auf der gleichen Stufe wie die Gaffer.

Das Problem der Gaffer ist doch nicht neu, was wird denn da jetzt künstlich hochgepusht? Ausserdem hat dieses Thema, durch die sozialen Medien, natürlich nochmal an Heftigkeit gewonnen.

Re: Gaffer bei Verkehrsunfällen

Verfasst: Mo 13. Nov 2017, 13:47
von Quatschki
Eigentlich gehören an jede Autobahnauffahrt Großplakate von Unfallopfern mit der Aufschrift "Autobahnfahren kann tödlich sein!"

Re: Gaffer bei Verkehrsunfällen

Verfasst: Mo 13. Nov 2017, 13:52
von Sole.survivor@web.de
Find ich nicht gut wenn Leute glotzen. Langsamer fahren (maßvoll) finde ich aber gut. Oft sieht man erstmal nur Blaulicht von weitem und kann noch nicht zuordnen, auf welcher Seite das ist.

Re: Gaffer bei Verkehrsunfällen

Verfasst: Mo 13. Nov 2017, 13:53
von Merkel_Unser
Fände es gut, wenn bei Sperrungen oder Richtungssperrungen auf Autobahnen ein Polizist den Gegenverkehr beobachtet und offensichtliche Gaffer aufschreibt. Das heisst jeden, der mit Smartphone oder Kamera Bilder machen will aufschreiben und ein saftiges Bußgeld zukommen lassen.

Re: Gaffer bei Verkehrsunfällen

Verfasst: Mo 13. Nov 2017, 13:55
von pikant
Merkel_Unser hat geschrieben:(13 Nov 2017, 13:53)

Fände es gut, wenn bei Sperrungen oder Richtungssperrungen auf Autobahnen ein Polizist den Gegenverkehr beobachtet und offensichtliche Gaffer aufschreibt. Das heisst jeden, der mit Smartphone oder Kamera Bilder machen will aufschreiben und ein saftiges Bußgeld zukommen lassen.


sehr konstruktiver Vorschlag!

Re: Gaffer bei Verkehrsunfällen

Verfasst: Mo 13. Nov 2017, 19:18
von Teeernte
....am Unfall vorbeigekommen .....3 Tote

Glaub ich nicht -

Heee hab ich auf Handy....

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100 Eu gehen heute an unseren Volksjournalisten für das BESTE BLÖÖÖÖÖD Foto....

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Wir sind eben selbst Schuld.... - heeeee lass mich den/DIE Toten auch mal sehen...... hast Du den Fuß dahinten gesehen ?

Jeder der GLOTZT sollte in seiner schlimmsten Stunde auch ausgestellt und verfilmt werden !!

Gesehen wie hoch das Blut spritzt ??