Deutschland hat künftig 83 Millionen Einwohner

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immernoch_ratlos
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Re: Deutschland hat künftig 83 Millionen Einwohner

Beitragvon immernoch_ratlos » Mo 22. Jan 2018, 12:05

Sehr guter Einwand Quatschki ! Dieser Teil einer Bevölkerung ist weitgehend von Reproduktion ausgeschlossen. Also ein Teil, der nach seinem Ableben das Gebiet "dauerhaft verlässt" und einen Rückgang - inzwischen einen begrüßenswerten und friedlichen - Rückgang möglich macht.

Nicht alle sehen das so. Die Bevölkerungen, welche ein weiter über 2,1 Geburten pro Frau hinausgehenden jährlichen Zuwachs haben, bestehen aus einer deutlich jüngeren Struktur. Dort wird auf Grund der Verhältnisse keine vergleichbarer "Altenüberhang" messbar. Für das weitere Anwachsen einer Bevölkerung ist ausschließlich die Anzahl der "reproduktionsfähigen" Frauen, die aus unterschiedlichen Gründen, wenig bis keinen Einfluss auf ihre Kinderzahl haben. Eine im "Erfolg" völlig ungesunder Verhältnisse von Kultur, Religion und gravierender Mangel an Bildung. Da gewöhnlich in diesen Staaten auch das Alter mit der sie ihre erste Schwangerschaft - "erdulden" - müssen, durch die genannten Gründe vergleichsweise sehr nahe am Zeitpunkt stattfindet, wo überhaupt eine "erfolgreiche" Schwangerschaft stattfinden kann, verlängert sich dadurch die Möglichkeit der Reproduktion auf breitester Basis. Näheres dazu lässt sich sicher finden.

Hier liegt der entscheidende Unterschied zu entwickelten und zugleich liberal eingestellten Staatswesen. Dort kann jemand nur deswegen überhaupt ein vergleichsweise hohes Alter erreichen, weil es der soziologischen UND ökonomischen Verhältnisse ermöglichen. Gleichzeitig "besetzt / besitzt / benutzt / beeinflusst" dieser Bevölkerungsanteil, der selbst nicht mehr an der weiteren Reproduktion teilnimmt, die dazu notwendigen Ressourcen. Bis auf wenige Ausnahmen wirkt sich das Verhalten der Vorgängergeneration auf seine Nachfolger aus. Das befremdliche "Ideal", eine Frau wäre nur dann "nützlich", wenn sie sich massenhaft reproduziert ist bei uns wohl inzwischen überwunden. Die Frage, wie lange werden sich niedrigere als für den Erhalt notwendige (2,1) Geburten pro Frau fortsetzen, was allmählich zu einer Rückgang führt, ist dabei entscheidend. Ab einer niedrigeren Gesamtbevölkerung, welche die vorhandenen Ressourcen auch geringer belastet, wird sich in einer Phase der Anpassung auch wieder eine Konsolidierung auf "Erhalt" einstellen. Das sollte unsere fortschrittliche Kultur doch leisten können.

Mit alarmistischem Blick auf den Rückgang einer Bevölkerung, wird aus inzwischen total überlebten Gründen versucht, den gesunden Abbau einer Bevölkerung, als "Aussterben" - als Katastrophe - darzustellen. Die Katastrophe wäre jedoch ein "weiter so". Auch im Hinblick auf die nun erlangten technologischen Möglichkeiten, die eben keine massenhafte Bevölkerung der klassischen Hilfsarbeiter mehr bedingt, sondern eher gegenteilig wirkt.

Nur wer dem Irrglauben eines permanenten Wachstums anhängt, kann glauben es gäbe immerwährendes Wachstum in einer eben nicht gleichzeitig wachsenden Welt. Auch ohne den bereits stattfindenden Klimawandel, verbraucht die aktuelle Weltbevölkerung in völlig unverantwortlichem Maß die noch vorhandenen Ressourcen. Nirgends ist auch nur der ernsthafte Versuch eine "Kreislaufwirtschaft" - also natürliche Verhältnisse, statt irren sich ständig beschleunigenden Wachstums zu erkennen. "Wir" haben inzwischen die wissenschaftlich technologischen Möglichkeiten das zu erkennen und womöglich noch rechtzeitig danach zu handeln. Natur ist seit das erste erkennbare Leben hier stattfindet ein Prozess des Entstehens und Vergehens. Wo dieses Gleichgewicht verlassen wird, kommt es für das "verursachende Spezies" zu katastrophalen Verläufen.

Was D angeht, ich habe bereits die Bevölkerungszahl VOR der allgemeinen Industrialisierung genannt. Es wäre ein Segen, wenn sich die Bevölkerung langsam aber stetig dahin wieder "verjüngt". Es ist eine kulturelle Frage ob "man" (eigentlich Frau) sich lediglich zum Erhalt reproduziert, also im Durchschnitt eben nicht mehr als "2,1" Kinder hat (mir tun selbstverständlich die sehr kleinen nur 0,1 großen Kinder leid) oder ob sie durch Religion, Kultur und andere Dummheiten zur vollen Ausschöpfung ihrer Reproduktionsfähigkeit gezwungen wird.

Nur niedere Lebewesen (nieder aus unserer Sicht) reproduzieren sich zunächst teilweise millionenfach, weil der überwiegende Teil primitiv und schlicht angelegt niemals selbst das reproduktive Alter erreicht. Dort mach das auch natürlichen Sinn. Sog. "höheres Leben" zeichnet sich durch späten Eintritt in die reproduktive Phase, vergleichsweise lang dauernde Schwangerschaften und zusätzlich langwierige Lernprozesse (Kindheit, Jugend) aus. Ganz offensichtlich hat dort das einzelne Leben eine natürliche Bedeutung für das Gemeinwesen. Das wird nicht bedeutender, wenn deren Zahl stetig nach oben getrieben wird.

Es besteht also keinerlei vernünftige Begründung "immer mehr" werden zu wollen. Das Problem ist ausschließlich ein verheerender Mangel an Intelligenz, der eine Kultur des immer mehr auf allen Gebieten zum Exzess treibt. Oder ein primitiver Versuch durch vermehrte Reproduktion die Lücken zufüllen, welche andererseits durch zu hohe Population und Ressourcenverbrauch entstehen. Erkennbar falsche Reaktion, die nur dann Sinn machen würde, wenn bei genügend Vorhandensein von Ressourcen die Zahl der verbliebenen Individuen sich tatsächlich dem Punkt nähert (bei den meisten Tierarten inzwischen zu beobachten) wo keine "arterhaltende Reproduktion" mehr möglich ist.

Da D nun wirklich nicht alleine in dieser heftig "globalisierten Welt" existiert, müssen ALLE Fragen auch in diesem Kontext gestellt und vernünftige Antworten gefunden werden. Sicher besteht die "vernünftige Antwort" (inzwischen) nicht, darin "Überschüsse" einfach zu verteilen. Es ist bekannt, kulturelle Unterschiede in der Reproduktionshäufigkeit - benötigen erfahrungsgemäß bis zu drei Generationen Anpassung im "Zielland". Das wäre sowohl durch bloße Zuwanderung und erst recht durch höhere Reproduktion eine katastrophale Entwicklung schon auf mittlere Sicht. Und zwar für alle die dann hier versuchen zu (über)leben.

Ja, es zählen für die Bevölkerungszahl alle Altersgruppen. Das Anwachsen fällt allerdings ausschließlich dem reproduktionsfähigen Teil einer Bevölkerung zu. Es wird also nicht einfach "multipliziert" sondern zuvor festgestellt wie hoch die sogenannte "Fertilität" einer Bevölkerung einzuschätzen ist. Sterben die dazu unfähigen früher, wird das sichtlich durch jene ausgeglichen, die dazu noch in der Lage sind. Unsere Verhältnisse sind eigentlich ein Sonderfall und so müssen direkte Vergleiche mit völlig anderen Bevölkerungsstrukturen zweifellos hinken. Doch an der mit dem bösen Wort "Obergrenze" (hier der maximalen Gesamtbevölkerung !) ändert das nur die Geschwindigkeit mit der diese erreicht wird. Die "unerfreulichen Folgen" treten dann eben lediglich später ein...

Eigentlich kann man das auf eine Mehrgenerationenfamilie "herunterbrechen" - wie viele Nachkommen - Eltern - Großeltern - Urgroßeltern vermag so eine Familie unter begrenzten Verhältnissen selbst "vernünftig" zu erhalten, bevor "irgendwelche fremde (unzulässige) Hilfe" benötigt wird ?
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Re: Deutschland hat künftig 83 Millionen Einwohner

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mo 22. Jan 2018, 12:22

Antonius hat geschrieben:(21 Jan 2018, 13:53)

Wir brauchen eine negative Wachstumrate, um zu einer Reduzierung des Weltbevölkerung zu kommen.
Selbst eine feste (leicht positive) Rate führt langfristig zu exponentiellem Wachstum, das ist klar.


wortwörtlich genommen ist das zwar korrekt. Aber in seiner Gesamtaussage dennoch nicht richtig.
Denn brauchen wir denn einen Bevölkerungsrückgang? Oder ist es nicht vielmehr so, dass sich das Gesamtbevölkerung einer Sättigungsgrenze annähert? Sprich, dass die Wachstumsfunktion eigentlich gar nicht exponentiell ist, sondern man sich vielleicht nur im exponentiellen Teil einer z.B. logistischen Funktion befindet. Dazu nur mal als Denkansatz. Wenn die Wachstumsraten permanent abnehmen, ergibt sich trotz positiver Wachstumsrate eben kein exponentielles Wachstum. Auch das ist eine (sehr wahrscheinliche) Option.
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Re: Deutschland hat künftig 83 Millionen Einwohner

Beitragvon Quatschki » Mo 22. Jan 2018, 13:46

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(22 Jan 2018, 12:22)

wortwörtlich genommen ist das zwar korrekt. Aber in seiner Gesamtaussage dennoch nicht richtig.
Denn brauchen wir denn einen Bevölkerungsrückgang? Oder ist es nicht vielmehr so, dass sich das Gesamtbevölkerung einer Sättigungsgrenze annähert? Sprich, dass die Wachstumsfunktion eigentlich gar nicht exponentiell ist, sondern man sich vielleicht nur im exponentiellen Teil einer z.B. logistischen Funktion befindet. Dazu nur mal als Denkansatz. Wenn die Wachstumsraten permanent abnehmen, ergibt sich trotz positiver Wachstumsrate eben kein exponentielles Wachstum. Auch das ist eine (sehr wahrscheinliche) Option.

In Deutschland sinkt die Anzahl der Kinder pro Frau seit 1870, die Anzahl der absolut geborenenen Kinder geht seit 1914 zurück
(weil zunächst die Anzahl der Mütter im gebährfähigen Alter noch weiter gestiegen ist),
die Bevölkerung wuchs trotzdem noch lange weiter, u.a. wegen der steigenden Lebenserwartung.

In China ist dieser Prozess um 100 Jahre zeitversetzt und durch die restriktive Geburtenpolitik bescheunigt.
Die Anzahl der Geborenen dort ist auch heute immer noch doppelt so hoch wie die Anzahl der Gestorbenen und wird dies auch noch einige Jahrzehnte bleiben.
In Indien hat er gerade erst begonnen. Seine Bevölkerung wird sich (ohne Hungersnöte, Seuchen oder Kriege) zwingend mehr als verdoppeln,
wenn die jetzt geborenen die durchschnittliche Lebenserwartung von 70 Jahren erreichen.

Die Frage ist halt, wann die Systemgrenzen erreicht sind.
Trinkwasser. landwirtschaftliche Nutzfläche. usw.
und ob das enorme Potential sozialer Unruhen, das von den vielen jungen Menschen ausgeht, beherrschbar bleibt, oder wie in Syrien zum Knall führt...
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Re: Deutschland hat künftig 83 Millionen Einwohner

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mo 22. Jan 2018, 13:50

Quatschki hat geschrieben:(22 Jan 2018, 13:46)

In Deutschland sinkt die Anzahl der Kinder pro Frau seit 1870, die Anzahl der absolut geborenenen Kinder geht seit 1914 zurück
(weil zunächst die Anzahl der Mütter im gebährfähigen Alter noch weiter gestiegen ist),
die Bevölkerung wuchs trotzdem noch lange weiter, u.a. wegen der steigenden Lebenserwartung.

In China ist dieser Prozess um 100 Jahre zeitversetzt und durch die restriktive Geburtenpolitik bescheunigt.
Die Anzahl der Geborenen dort ist auch heute immer noch doppelt so hoch wie die Anzahl der Gestorbenen und wird dies auch noch einige Jahrzehnte bleiben.
In Indien hat er gerade erst begonnen. Seine Bevölkerung wird sich (ohne Hungersnöte, Seuchen oder Kriege) zwingend mehr als verdoppeln,
wenn die jetzt geborenen die durchschnittliche Lebenserwartung von 70 Jahren erreichen.

Die Frage ist halt, wann die Systemgrenzen erreicht sind.
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und ob das enorme Potential sozialer Unruhen, das von den vielen jungen Menschen ausgeht, beherrschbar bleibt, oder wie in Syrien zum Knall führt...


Was willst du mir jetzt damit sagen?
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Re: Deutschland hat künftig 83 Millionen Einwohner

Beitragvon Quatschki » Mo 22. Jan 2018, 17:01

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(22 Jan 2018, 13:50)

Was willst du mir jetzt damit sagen?

Vielleicht, dass lange, lange vor der Apokalypse durch Klimawandel die Apokalypse durch Überbevölkerung eintreten wird?

Du sprachst von Sättigungsgrenze.
Weil es bei den europäischen Völkern scheinbar eine solche gegeben hat.
Aber es gab zwei Weltkriege, blutige kommunistische Revolutionen, Massenmigration nach Amerika und die Great Famine in Irland.
Ich glaube nicht daran, dass sich die Weltbevölkerung friedlich nochmal verdoppeln kann, bevor die Wachstumskurve irgendwann allmählich abflacht. Ich befürchte, dass es noch zu unseren Lebzeiten zu apokalyptischen Szenarien kommt, gegen die der zweite Weltkrieg wie ein Kinderspiel wirkt.
Wir haben die Wahl, uns in dieses Szenario hineinziehen zu lassen, oder aber wie seinerzeit die Schweiz ein europäisches Reduit zu formen.
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Re: Deutschland hat künftig 83 Millionen Einwohner

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mo 22. Jan 2018, 17:08

Quatschki hat geschrieben:(22 Jan 2018, 17:01)


Wir haben die Wahl, uns in dieses Szenario hineinziehen zu lassen, oder aber wie seinerzeit die Schweiz ein europäisches Reduit zu formen.


und das sollte dann genau welchen Vorteil haben?
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Re: Deutschland hat künftig 83 Millionen Einwohner

Beitragvon Alter Stubentiger » Mo 22. Jan 2018, 18:14

Quatschki hat geschrieben:(22 Jan 2018, 13:46)

In Deutschland sinkt die Anzahl der Kinder pro Frau seit 1870, die Anzahl der absolut geborenenen Kinder geht seit 1914 zurück
(weil zunächst die Anzahl der Mütter im gebährfähigen Alter noch weiter gestiegen ist),
die Bevölkerung wuchs trotzdem noch lange weiter, u.a. wegen der steigenden Lebenserwartung.

In China ist dieser Prozess um 100 Jahre zeitversetzt und durch die restriktive Geburtenpolitik bescheunigt.
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Das ist ein Problem. Einerseits gönnt man jedem ein menschenwürdiges Leben. Andererseits wird die Chance darauf mit jedem zusätzlichen Kind kleiner. Das ist ein Dilemma dem sich viele nicht stellen.
Niemand hat vor eine Mauer zu errichten (Walter Ulbricht)
...und die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen (Erich Honecker)
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Re: Deutschland hat künftig 83 Millionen Einwohner

Beitragvon Alter Stubentiger » Mo 22. Jan 2018, 18:15

Quatschki hat geschrieben:(22 Jan 2018, 17:01)

Vielleicht, dass lange, lange vor der Apokalypse durch Klimawandel die Apokalypse durch Überbevölkerung eintreten wird?

Du sprachst von Sättigungsgrenze.
Weil es bei den europäischen Völkern scheinbar eine solche gegeben hat.
Aber es gab zwei Weltkriege, blutige kommunistische Revolutionen, Massenmigration nach Amerika und die Great Famine in Irland.
Ich glaube nicht daran, dass sich die Weltbevölkerung friedlich nochmal verdoppeln kann, bevor die Wachstumskurve irgendwann allmählich abflacht. Ich befürchte, dass es noch zu unseren Lebzeiten zu apokalyptischen Szenarien kommt, gegen die der zweite Weltkrieg wie ein Kinderspiel wirkt.
Wir haben die Wahl, uns in dieses Szenario hineinziehen zu lassen, oder aber wie seinerzeit die Schweiz ein europäisches Reduit zu formen.


Die Grenzen sind schon ziemlich dicht. Eine gewisse Zuwanderung ist für eine überalternde Bevölkerung allerdings vorteilhaft.
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Re: Deutschland hat künftig 83 Millionen Einwohner

Beitragvon immernoch_ratlos » Mo 22. Jan 2018, 20:01

3x schwarzer Kater hat geschrieben:wortwörtlich genommen ist das zwar korrekt. Aber in seiner Gesamtaussage dennoch nicht richtig.
Denn brauchen wir denn einen Bevölkerungsrückgang? Oder ist es nicht vielmehr so, dass sich das Gesamtbevölkerung einer Sättigungsgrenze annähert? Sprich, dass die Wachstumsfunktion eigentlich gar nicht exponentiell ist, sondern man sich vielleicht nur im exponentiellen Teil einer z.B. logistischen Funktion befindet. Dazu nur mal als Denkansatz. Wenn die Wachstumsraten permanent abnehmen, ergibt sich trotz positiver Wachstumsrate eben kein exponentielles Wachstum. Auch das ist eine (sehr wahrscheinliche) Option.
Das 3x schwarzer Kater bedarf einer Klärung.

Danach ist allen ernsthaften Diskutanten um einiges wohler. Bevor ich darauf versuche einzugehen, hier ein eine Wikiquote :
Isaac Asimov (1969) in an interview with Boston magazine hat geschrieben:Babies are the enemies of the human race... Let's consider it this way: by the time the world doubles its population, the amount of energy we will be using will be increased sevenfold which means probably the amount of pollution that we are producing will also be increased sevenfold. If we are now threatened by pollution at the present rate, how will we be threatened with sevenfold pollution by, say, 2010 A.D., distributed among twice the population? We'll be having to grow twice the food out of soil that is being poisoned at seven times the rate.
Google übersetzt das so :
Babys sind die Feinde der menschlichen Rasse ... Betrachten wir es so: Zu der Zeit, wenn die Welt ihre Bevölkerung verdoppelt, wird die Menge an Energie, die wir benutzen werden, um das Siebenfache erhöht, was wahrscheinlich die Menge an Verschmutzung bedeutet, die wir produzieren auch siebenfach erhöht werden. Wenn wir jetzt von einer Verschmutzung in der gegenwärtigen Rate bedroht sind, wie werden wir dann mit einer siebenfachen Umweltverschmutzung bedroht sein, sagen wir 2010, verteilt auf die doppelte Bevölkerung? Wir werden die Nahrung aus vergiftetem Boden um das Siebenfache verdoppeln müssen.
Das müsste man nicht weiter kommentieren, wenn alle diese übersichtlichen Fakten nicht und warum auch immer bezweifeln würden. 1969 liegt nahezu ein halbes Jahrhundert zurück - ich hatte gerade seit einem Jahr die BW verlassen und seither einiges von dieser Welt vor Ort gesehen. Doch mein singulärer Blickwinkel ist völlig unerheblich - wissenschaftliche Erkenntnisse sind dagegen äußerst relevant und mit einiger Mühe auch verifizierbar. Das komplette Interview findet sich HIER zusammen mit anderen kommt so eine Reihe Personen denen man (sicher je nach politischer Einstellung eben auch nicht) dies auf Grund ihrer jeweiligen Vita das Wissen und das Können durchaus zutrauen kann, zu nahezu deckungsgleichen Aussagen, welche teilweise sehr drastisch formuliert sind.

Martin Luther King Jr - acceptance speech, Margaret Sanger award in human rights 1966 :
The Earth's population is plagued by famines, energy shortages, epidemics, environmental pollution, degeneration, terrorism, dictatorship, anarchism, slavery, excessive increase of waste materials, racial hatred, food shortages, destruction of rain forests, the "greenhouse effect", pollution of lakes, streams and oceans, hatred towards asylum-seekers; radioactive emissions, chemical pollution of water, air, plants, food, human beings and animals. Crime, murder, mass murders, manslaughter; alcoholism, hatred of strangers, oppression, hatred of one's fellowman, extremism, sectarianism, drug addiction, overpopulation, annihilation of animal species, war, violence, torture and capital punishment, general mismanagement, water contamination, eradication of plant species; hatred, vice, jealousy, lovelessness, lack of logic, false humanitarianism, lack of housing, increased traffic, destruction of arable land, unemployment, the collapse of health care, the collapse of care for the elderly, destruction of nature, the collapse of solid waste removal, and the lack of living space, among others. In spite of the many efforts, mankind's problems are not decreasing but, instead, continue to rise steadily in direct proportion to population increases.
>>>
Die Erdbevölkerung wird von Hungersnöten, Energieknappheit, Epidemien, Umweltverschmutzung, Degeneration, Terrorismus, Diktatur, Anarchismus, Sklaverei, übermäßiger Zunahme von Abfallstoffen, Rassenhass, Nahrungsmittelknappheit, Zerstörung von Regenwäldern, "Treibhauseffekt", Umweltverschmutzung geplagt von Seen, Bächen und Ozeanen, Hass gegenüber Asylsuchenden; radioaktive Emissionen, chemische Verschmutzung von Wasser, Luft, Pflanzen, Lebensmitteln, Menschen und Tieren. Verbrechen, Mord, Massenmorde, Totschlag; Alkoholismus, Hass auf Fremde, Unterdrückung, Hass auf den Mitmenschen, Extremismus, Sektierertum, Drogensucht,Überbevölkerung, Vernichtung von Tierarten, Krieg, Gewalt, Folter und Todesstrafe, allgemeine Misswirtschaft, Wasserverschmutzung, Ausrottung von Pflanzenarten; Hass, Laster, Eifersucht, Lieblosigkeit, Mangel an Logik, falsche Humanität, Mangel an Wohnungen, erhöhter Verkehr, Zerstörung von Ackerland, Arbeitslosigkeit, der Zusammenbruch der Gesundheitsversorgung, der Zusammenbruch der Altenpflege, Zerstörung der Natur, der Zusammenbruch von Müllentsorgung und der Mangel an Wohnraum, unter anderem. Trotz der vielen Bemühungen nehmen die Probleme der Menschheit nicht ab, sondern steigen stetig proportional zu den Bevölkerungszuwächsen.
Wer nun die Probleme heute ~50 Jahre später betrachtet, wird alles ausnahmslos bestätigt finden. Das sollte eigentlich jedem genügend Stoff zum Nachdenken geben.

* Trotz der vielen Bemühungen nehmen die Probleme der Menschheit nicht ab, sondern steigen stetig proportional zu den Bevölkerungszuwächsen. das bedeutet - auch unsere Probleme wachsen "exponentiell"...

Was Deine Zweifel an der Rechenmethode angeht solltest Du Dir und selbstverständlich jeder der der die math. Zusammenhänge entweder nicht kennt oder sie - weil es so viel angenehmer wäre - schlicht anzweifelt, mal dieses Video "Arithmetic, Population and Energy" antun - Bedingung entspr. Englischkenntnisse und Geduld - Vorlesung von Dr. Albert A. Bartlett (leider verstorben) dauert 1 1/4 h Sorry, für mich hat sich das "rentiert"... :|

Übrigens verstehe ich Quatschki sehr gut - jeder der da Problem in seiner ganzen "Schönheit" einmal begriffen hat, möchte an einen möglichst sicheren Ort fliehen - dazu müsste man allerdings wohl diesen Planeten verlassen ....
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Re: Deutschland hat künftig 83 Millionen Einwohner

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mo 22. Jan 2018, 20:08

immernoch_ratlos hat geschrieben:(22 Jan 2018, 20:01)

>>>Wer nun die Probleme heute ~50 Jahre später betrachtet, wird alles ausnahmslos bestätigt finden.


Wenn man sich noch an die Horrorszenarien in den 70ern erinnert, die da so an die Wand gemalt wurden. Dann dürften wir heute schon kein Erdöl mehr haben und müssten in Chaos und Elend versunken sein.
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Re: Deutschland hat künftig 83 Millionen Einwohner

Beitragvon immernoch_ratlos » Mo 22. Jan 2018, 22:07

3x hat geschrieben:Wenn man sich noch an die Horrorszenarien in den 70ern erinnert, die da so an die Wand gemalt wurden. Dann dürften wir heute schon kein Erdöl mehr haben und müssten in Chaos und Elend versunken sein.
Wo sind da noch Wünsche offen ? Was ist nicht eingetreten oder nur teilweise :?:

Was das Öl angeht, vor kurzem wurde stolz darüber berichtet wie lange das noch verfügbar wäre - niemand wagt positive Prognosen die über ~200 Jahre hinausgehen. Erdöl & Erdgas sind endliche Ressourcen. Was leicht einzusammeln war ist längst weg. Für gerade mal 5 Barrel, muss bereits ein ganzes Barrel "Energieäquivalent" (Förderung) aufgebracht werden - in der "guten alten Zeit" war das Verhältnis 1 :100.

Gleichgültig ob nun mit den technischen Erkenntnissen der 70er oder Heute, bei der nächsten fälligen Verdoppelung ist noch einmal das gesamte bislang geförderte Öl "fällig" - bei vier Kubikkilometer für die USA allein - jährlich seit die selbst noch "easy Öl" förderten, kommt da schon eine gewaltige Menge zusammen. "Anno Domini" ist jetzt gerade mal 2017 Jahre her - glaubst Du all das noch vorhandenen Öl, plus Kohle, reicht nochmal für ~2.000 Jahre :?: Spätesten dann machen "wir den Laden" endgültig zu. Der größte Teil der "noch vorhandenen Erdöls" beruht auf Schätzungen und Annahmen - nichts davon ist sicher festgestellt.

Beim Verhältnis 1 : 3 Barrel befürchten Experten - ganz gewiss keine aus dem "grünen Lager" - ernsthafte gesamtwirtschaftliche Probleme. Keine Ahnung wie Du "Horror" buchstabierst, ich hoffe jedenfalls, dann schon mausetot zu sein, wenn das eintritt..... :dead:
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Re: Deutschland hat künftig 83 Millionen Einwohner

Beitragvon Quatschki » Mo 22. Jan 2018, 22:31

immernoch_ratlos hat geschrieben:(22 Jan 2018, 22:07)
Beim Verhältnis 1 : 3 Barrel befürchten Experten - ganz gewiss keine aus dem "grünen Lager" - ernsthafte gesamtwirtschaftliche Probleme. Keine Ahnung wie Du "Horror" buchstabierst, ich hoffe jedenfalls, dann schon mausetot zu sein, wenn das eintritt..... :dead:

Da sehe ich nun wiederum nicht so schwarz. Man wird Alternativen finden.
Noch vor 100 Jahren kam die Menschheit weitgehend ohne Öl aus.
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Re: Deutschland hat künftig 83 Millionen Einwohner

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mo 22. Jan 2018, 23:12

Quatschki hat geschrieben:(22 Jan 2018, 22:31)

Da sehe ich nun wiederum nicht so schwarz. Man wird Alternativen finden.
Noch vor 100 Jahren kam die Menschheit weitgehend ohne Öl aus.


Korrekt. Heute machen wir Gas aus Windstrom und Sonnenenergie und Speisen es ins Gasnetz ein. Und Benzin aus Wasser und CO2. Und Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen. Ist wohl nur noch nicht so populär, da es immer noch genügend preiswertes Erdöl gibt.

;)
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Re: Deutschland hat künftig 83 Millionen Einwohner

Beitragvon Boraiel » Di 23. Jan 2018, 00:40

immernoch_ratlos hat geschrieben:(22 Jan 2018, 22:07)

Wo sind da noch Wünsche offen ? Was ist nicht eingetreten oder nur teilweise :?:

Was das Öl angeht, vor kurzem wurde stolz darüber berichtet wie lange das noch verfügbar wäre - niemand wagt positive Prognosen die über ~200 Jahre hinausgehen. Erdöl & Erdgas sind endliche Ressourcen. Was leicht einzusammeln war ist längst weg. Für gerade mal 5 Barrel, muss bereits ein ganzes Barrel "Energieäquivalent" (Förderung) aufgebracht werden - in der "guten alten Zeit" war das Verhältnis 1 :100.

Gleichgültig ob nun mit den technischen Erkenntnissen der 70er oder Heute, bei der nächsten fälligen Verdoppelung ist noch einmal das gesamte bislang geförderte Öl "fällig" - bei vier Kubikkilometer für die USA allein - jährlich seit die selbst noch "easy Öl" förderten, kommt da schon eine gewaltige Menge zusammen. "Anno Domini" ist jetzt gerade mal 2017 Jahre her - glaubst Du all das noch vorhandenen Öl, plus Kohle, reicht nochmal für ~2.000 Jahre :?: Spätesten dann machen "wir den Laden" endgültig zu. Der größte Teil der "noch vorhandenen Erdöls" beruht auf Schätzungen und Annahmen - nichts davon ist sicher festgestellt.

Beim Verhältnis 1 : 3 Barrel befürchten Experten - ganz gewiss keine aus dem "grünen Lager" - ernsthafte gesamtwirtschaftliche Probleme. Keine Ahnung wie Du "Horror" buchstabierst, ich hoffe jedenfalls, dann schon mausetot zu sein, wenn das eintritt..... :dead:

Wie viele Milliarden Jahre scheint denn die Sonne noch? :|
Libertas veritasque.
Lesen und verstehen: http://www.feynmanlectures.caltech.edu/I_01.html
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Re: Deutschland hat künftig 83 Millionen Einwohner

Beitragvon immernoch_ratlos » Di 23. Jan 2018, 00:51

Grafik "Weltbevölkerung von 1800 bis 2100 Vor 100 Jahren also Ende WK I waren es knapp 2 Milliarden Menschen - inzwischen sind es um die 7,5 Milliarden. Also das 3,75fache in 100 Jahren. 2 Verdoppelungen in gerade einmal 100 Jahren.

Da sieht man die Welt in hübschem rosa - klar doch das beim Stand der technischen Entwicklung nicht annähernd der heutige Energiebedarf notwendig war.

Womöglich helfen ja Fakten weiter. BP ist bekannt für seine umfangreiche jährlich erscheinenden BP Energiy Outlook hier die
"BP Energy Outlook - 2017 edition" PDF-Download (startet automatisch) 104 Seiten mit aussagefähigen Grafiken - etwas mehr als nur ein "Gefühl".

Das ich selbst in den EE eine Lösung sehe, dürfte bekannt sein. Nur ich bin da realistisch was deren Verbreitung angeht. Der Outlook den es seit Jahren immer wieder neu gibt, hat sich als realistischen Informationsquelle erwiesen.

Was diese positive Erwartungshaltung angeht, habe ich einen passenden Spruch von H.L. Menken :
"It is the nature of the human species to reject what is true but unpleasant, and to embrace what is obviously false but comforting. “
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