Was ist eigentlich "Kultur"?

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Bleibtreu
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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon Bleibtreu » Fr 24. Nov 2017, 19:00

PeterK hat geschrieben:(24 Nov 2017, 18:05)

Wir sind doch keine Bäume. Kommt jetzt nach dem Culturalism (in der neorassistischen Konnotation) der "Rootism" oder wat?

Was waere die ForenWelt ohne billige Provokationen! Du moechtest die Verwendung von Metaphern bashen? Du meinst Schoko sieht sich als einen wurzellosen Baum, wenn er sich selbst als wurzellosen Kosmopoliten bezeichnet? :D
Und wenn TT den Ausdruck Wurzeln mit Fluegeln sehr schoen findet,

think twice hat geschrieben:(24 Nov 2017, 15:02)
Ich finde den Ausdruck Wurzeln mit Flügeln sehr schön. Das beinhaltet irgendwie beides. Die Sehnsucht nach Vertrautem und auch dem Bedürfnis, sich manchmal aus der Geborgenheit zu befreien.

meint sie damit fliegende Baeume und huldigt "Rootism oder wat"?
Dein gehaltvoller Beitrag ist sehr amuesant - du bist so unglaublich witzig, wenn du dich selber schlaegst. :cool:
Vielen Dank und noch einen schoenen Tag!

Sextus Ironicus hat geschrieben:(24 Nov 2017, 18:21)

Wenn man das Sprechen in Metaphern verbietet, erledigen sich viele Probleme, bevor sie auftauchen. Allerdings ist die Dienstleistungsgesellschaft dann ebenso am Ende wie die Literatur.

Und das betrachte jetzt mal unter dem Aspekt Kultur - da reicht ein DoubleFacepalm nicht mal im Ansatz aus :D
•Wer fuer alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein.
https://www.shabak.gov.il/english/Pages/index.html#=2
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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon Sextus Ironicus » Fr 24. Nov 2017, 19:16

Dark Angel hat geschrieben:(24 Nov 2017, 18:44)



Was eigentlich ganz deutlich zeigt, worum es sich beim Sozialkonstruktivismus wirklich handelt - um nichts weiter als Ideologie.
Auf dieses Faktum hat u.a. der Physiker Alan Sokal hingewiesen, dem aufgefallen war, dass Vertreter des Sozialkonstruktivismus, sich auf Modelle und Konzepte der Physik beziehen, um soziale Verhältnisse zu beschreiben, ohne auch nur ansatzweise zu begreifen, worum es in diesen Modellen und Konzepten eigentlich geht und ohne Begriffe - die in der Physik exakt definiert sind - hinreichend zu belegen. (Sokal-Affäre)


Man hat dort aber nichts gelernt daraus. Paul Boghossian und James Lindsay haben diesen "Scherz" wiederholt:

https://www.heise.de/tp/features/Konzeptueller-Penis-als-Ursache-fuer-den-Klimawandel-3721747.html

Den Artikel der beiden (unter Pseudonym eingereicht) gibt es hier:

https://www.skeptic.com/downloads/conceptual-penis/23311886.2017.1330439.pdf

(wenn es nicht funktioniert, einfach conceptual penis googeln)

und den Kommentar der beiden hier:

https://www.skeptic.com/reading_room/conceptual-penis-social-contruct-sokal-style-hoax-on-gender-studies/

Nur damit einmal klar wird, welche Form von inhaltlichem Schwachsinn sich in solchen akademischen Kreisen als Wissenschaft verkaufen lässt. Und das ist auch die Basis, auf der in den USA die Freiheit der Lehre und der Wissenschaft eingeschränkt wird, was dann zusammen mit den Evangelikalen und ihren Freunden die Wissenschaften unter enormen Druck setzt. Und dieser Druck, dieses Klima ist nun langsam auch hier spürbar, und deshalb wünsche ich mir, dass irgendwann jemand diese ganzen Scharlatane mit ihren Pseudowissenschaften aus dem Tempel vertreibt, bevor die Geisteswissenschaften endgültig abgedankt haben. Sonst geht die Konpensationsrolle der Geistewissenschaften, die Odo Marquard so beredt dargestellt hat, endgültig den Bach runter. Wodurch sich solcher Unfug in seiner Absurdität von VTs unterscheidet, erschließt sich eigentlich nicht mehr.
… habe ich mich sorgsam bemüht, menschliche Tätigkeiten nicht zu verlachen, nicht zu beklagen und auch nicht zu verdammen, sondern zu begreifen. (Spinoza)
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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon Sextus Ironicus » Fr 24. Nov 2017, 19:54

Bleibtreu hat geschrieben:(24 Nov 2017, 19:00)


Und das betrachte jetzt mal unter dem Aspekt Kultur - da reicht ein DoubleFacepalm nicht mal im Ansatz aus :D


Nein, aber an einem adäquaten Analogon, das sämtliche Aspekte, die einer solchen Ideologie und Methode zugrunde liegen, arbeite ich noch. Die deutsche Entsprechung des nietzscheanischen "bonhomme" ist ja leider in den politischen "Kulturkampf" geraten. Matthias Beltz konnte ihn Mitte der 80er noch ohne Aufjaulen verwenden. So muss man für solche ideologischen Schmankerln wie ein Metaphernverbot halt noch was Griffiges finden. Kommt Zeit kommt Rat (Erleuchtung). :D
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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon Dark Angel » Fr 24. Nov 2017, 20:07

Sextus Ironicus hat geschrieben:(24 Nov 2017, 19:16)

Man hat dort aber nichts gelernt daraus. Paul Boghossian und James Lindsay haben diesen "Scherz" wiederholt:

https://www.heise.de/tp/features/Konzeptueller-Penis-als-Ursache-fuer-den-Klimawandel-3721747.html

Den Artikel der beiden (unter Pseudonym eingereicht) gibt es hier:

https://www.skeptic.com/downloads/conceptual-penis/23311886.2017.1330439.pdf

(wenn es nicht funktioniert, einfach conceptual penis googeln)

und den Kommentar der beiden hier:

https://www.skeptic.com/reading_room/conceptual-penis-social-contruct-sokal-style-hoax-on-gender-studies/

Nur damit einmal klar wird, welche Form von inhaltlichem Schwachsinn sich in solchen akademischen Kreisen als Wissenschaft verkaufen lässt. Und das ist auch die Basis, auf der in den USA die Freiheit der Lehre und der Wissenschaft eingeschränkt wird, was dann zusammen mit den Evangelikalen und ihren Freunden die Wissenschaften unter enormen Druck setzt. Und dieser Druck, dieses Klima ist nun langsam auch hier spürbar, und deshalb wünsche ich mir, dass irgendwann jemand diese ganzen Scharlatane mit ihren Pseudowissenschaften aus dem Tempel vertreibt, bevor die Geisteswissenschaften endgültig abgedankt haben. Sonst geht die Konpensationsrolle der Geistewissenschaften, die Odo Marquard so beredt dargestellt hat, endgültig den Bach runter. Wodurch sich solcher Unfug in seiner Absurdität von VTs unterscheidet, erschließt sich eigentlich nicht mehr.

Hilfe! - was für ein Schwachsinn!
Aber das geschwollene unverdauliche Gendersprech ganz hervorrangend parodiert.
Feministische "Wissenschaftler" liefern genau solche verschwurbelten, geschwollenen, unverdauliche Texte - in der Annahme, je verswurbelter und unverständlicher sie schreiben, um so wissenschaftlicher klingt es. Und es gibt tatsächlich Zeitgenossen, die darauf reinfallen.
Achja - nach Seite 3 des Textes habe ich erstmal aufgegeben. Im ganzen lesen kann man das Zeugs nicht, da braucht man immer mal ne Pause, um die Synapsen zu sortieren. :D
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon Selina » Fr 24. Nov 2017, 23:01

Das passt doch wieder wunderbar zum Programm der rechtspopulistischen AfD, was hier von einzelnen so behauptet wird. Von wegen keiner "rääääääääächts" hier :D Ich zitiere (man achte besonders auf den zweiten Abschnitt im Zitat):

Die Gender-Ideologie marginalisiert naturgegebene Unterschiede zwischen den Geschlechtern und stellt geschlechtliche Identität in Frage. Sie will die klassische Familie als Lebensmodell und Rollenbild abschaffen. Damit steht sie in klarem Widerspruch zum Grundgesetz, das die (klassisch verstandene) Ehe und Familie als staatstragendes Institut schützt, weil nur dieses das Staatsvolk als Träger der Souveränität hervorbringen kann. Die AfD will, dass sich die Familienpolitik des Bundes und der Länder am Bild der Familie aus Vater, Mutter und Kindern orientiert. Wir lehnen alle Versuche ab, den Sinn der Wörter „Familie“ und „Ehe“ in Art. 6 Abs. 1 Grundgesetz auf andere Gemeinschaften auszudehnen und der Familie auf diesem Wege den besonderen staatlichen Schutz zu entziehen.

Die „Gender-Forschung“ ist keine seriöse Wissenschaft, sondern folgt der ideologischen Vorgabe, dass das natürliche Geschlecht (Sex) und das soziale Geschlecht (Gender) voneinander völlig unabhängig seien. Ziel ist letztlich die Abschaffung der natürlichen Geschlechterpolarität. Bund und Länder dürfen keine Mittel für die „Gender-Forschung“ mehr bereitstellen und keine „Gender-Professuren“ mehr besetzen.


https://www.afd.de/wp-content/uploads/s ... 210717.pdf
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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon Adam Smith » Fr 24. Nov 2017, 23:09

Selina hat geschrieben:(24 Nov 2017, 23:01)

Das passt doch wieder wunderbar zum Programm der rechtspopulistischen AfD, was hier von einzelnen so behauptet wird. Von wegen keiner "rääääääääächts" hier :D Ich zitiere (man achte besonders auf den zweiten Abschnitt im Zitat):


Und was ist die Aussage des Islam zu dem Thema?
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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon Adam Smith » Fr 24. Nov 2017, 23:13

Billie Holiday hat geschrieben:(24 Nov 2017, 15:28)

Sehr schön, aber jeder streng religiöse Mensch muß dieses Gedicht hassen. :|


Warum? Man könnte hier auch Hitler erwähnen. Der sah da ähnlich. Die Kommunisten sowieso. So dachten die Kommunisten.
Zuletzt geändert von Adam Smith am Fr 24. Nov 2017, 23:27, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon Ein Terraner » Fr 24. Nov 2017, 23:27

Adam Smith hat geschrieben:(24 Nov 2017, 23:13)

Warum? Man könnte hier auch Hitler erwähnen. Der sah da ähnlich. Die Kommunisten sowieso.

Hitler war auch ein streng religiöser Mensch.
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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon Adam Smith » Fr 24. Nov 2017, 23:27

Ein Terraner hat geschrieben:(24 Nov 2017, 23:27)

Hitler war auch ein streng religiöser Mensch.


Beleg?
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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon Ein Terraner » Fr 24. Nov 2017, 23:36

Adam Smith hat geschrieben:(24 Nov 2017, 23:27)

Beleg?

Aus seinem Buch.

"So glaube ich heute im Sinne des allmächtigen Schöpfers zu handeln: Indem ich mich des Juden erwehre, kämpfe ich für das Werk des Herrn.“


Seine Verknüpfungen mit der Kirche darfst du dir selber ergoogeln. :)
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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon Zunder » Sa 25. Nov 2017, 00:57

Selina hat geschrieben:(24 Nov 2017, 23:01)

Das passt doch wieder wunderbar zum Programm der rechtspopulistischen AfD, was hier von einzelnen so behauptet wird. Von wegen keiner "rääääääääächts" hier :D Ich zitiere (man achte besonders auf den zweiten Abschnitt im Zitat):

Achtung rääääääächts:

Selina(22 Oct 2016, 22:49)
"Die Linke will zum Beispiel Unternehmen der Daseinsvorsorge wie Abfallbeseitigung, Wasserversorgung, Energieversorgung und öffentlicher Personennahverkehr nicht in private, sondern in kommunale und staatliche Hände geben. Damit wäre gesichert, dass nicht das Profitstreben auf diesen Gebieten im Mittelpunkt steht, sondern lediglich die ausreichende und bezahlbare Versorgung der Bevölkerung mit Strom, Wasser und Nahverkehrsmöglichkeiten etc. Das ist auch nichts weltbewegend Neues, da es ja schon heute viele kommunale Unternehmen im Bereich der Daseinsvorsorge gibt. Dieser Sektor würde von den Linken dann eben einfach nur ausgebaut werden."

AfD-Programm:

"Die AfD befürwortet die kleinteilige Wasserversorgung durch Kommunen und Zweckverbände. Das Eigentum an den Wasserressourcen, den Förderanlagen, der Wasseraufbereitung und am Verteilnetz muss in öffentlicher Hand und damit in den Händen der Bürger verbleiben.
Eine EU-weite Liberalisierung und Kommerzialisierung des Wassermarkts lehnt die AfD entschieden ab.
Eine generelle Privatisierung des Wassers oder der Wasserwerke, die durch Richtlinien der EU angeregt werden, darf es nicht geben. Brunnen privater Grundstückseigentümer, die hieraus ihr Trinkwasser gewinnen, sind davon ausgenommen."

https://www.afd.de/wp-content/uploads/s ... 210717.pdf


Selina(05 Jan 2017, 17:42)

"Gerade am Beispiel des Hebammenberufes (siehe oben) kann man wunderbar sehen, welche Verwerfungen der Kapitalismus mit sich bringt. Dieser wichtige Beruf ist nämlich am Aussterben, weil sich die nicht fest angestellten Hebammen die hohen und immer weiter steigenden Prämien der Haftpflichtversicherung ihres Berufsstandes nicht mehr leisten können. Und so geht es vielen Berufsgruppen, die eigentlich lebensnotwendig sind, aber zu wenig bis gar nicht gefördert werden....."

AfD-Programm:

"Wir möchten zu einer finanziellen Entlastung des Berufsstandes der freiberuflichen Hebammen beitragen, die z.B. durch eine Quersubventionierung bei Haftpflichtversicherungen erfolgen könnte."


Soll ich noch zitieren, was im AfD-Programm über den Mindestlohn steht?
Ist dir eigentlich klar, daß solch ein beliebiges Spielchen aus der demagogischen Mottenkiste stammt?
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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon Zunder » Sa 25. Nov 2017, 00:58

Ein Terraner hat geschrieben:(24 Nov 2017, 23:27)

Hitler war auch ein streng religiöser Mensch.

Nein.
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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon Sextus Ironicus » Sa 25. Nov 2017, 01:20

Zunder hat geschrieben:(25 Nov 2017, 00:57)

Achtung rääääääächts:

Selina(22 Oct 2016, 22:49)
"Die Linke will zum Beispiel Unternehmen der Daseinsvorsorge wie Abfallbeseitigung, Wasserversorgung, Energieversorgung und öffentlicher Personennahverkehr nicht in private, sondern in kommunale und staatliche Hände geben. Damit wäre gesichert, dass nicht das Profitstreben auf diesen Gebieten im Mittelpunkt steht, sondern lediglich die ausreichende und bezahlbare Versorgung der Bevölkerung mit Strom, Wasser und Nahverkehrsmöglichkeiten etc. Das ist auch nichts weltbewegend Neues, da es ja schon heute viele kommunale Unternehmen im Bereich der Daseinsvorsorge gibt. Dieser Sektor würde von den Linken dann eben einfach nur ausgebaut werden."

AfD-Programm:

"Die AfD befürwortet die kleinteilige Wasserversorgung durch Kommunen und Zweckverbände. Das Eigentum an den Wasserressourcen, den Förderanlagen, der Wasseraufbereitung und am Verteilnetz muss in öffentlicher Hand und damit in den Händen der Bürger verbleiben.
Eine EU-weite Liberalisierung und Kommerzialisierung des Wassermarkts lehnt die AfD entschieden ab.
Eine generelle Privatisierung des Wassers oder der Wasserwerke, die durch Richtlinien der EU angeregt werden, darf es nicht geben. Brunnen privater Grundstückseigentümer, die hieraus ihr Trinkwasser gewinnen, sind davon ausgenommen."

https://www.afd.de/wp-content/uploads/s ... 210717.pdf


Selina(05 Jan 2017, 17:42)

"Gerade am Beispiel des Hebammenberufes (siehe oben) kann man wunderbar sehen, welche Verwerfungen der Kapitalismus mit sich bringt. Dieser wichtige Beruf ist nämlich am Aussterben, weil sich die nicht fest angestellten Hebammen die hohen und immer weiter steigenden Prämien der Haftpflichtversicherung ihres Berufsstandes nicht mehr leisten können. Und so geht es vielen Berufsgruppen, die eigentlich lebensnotwendig sind, aber zu wenig bis gar nicht gefördert werden....."

AfD-Programm:

"Wir möchten zu einer finanziellen Entlastung des Berufsstandes der freiberuflichen Hebammen beitragen, die z.B. durch eine Quersubventionierung bei Haftpflichtversicherungen erfolgen könnte."


Soll ich noch zitieren, was im AfD-Programm über den Mindestlohn steht?
Ist dir eigentlich klar, daß solch ein beliebiges Spielchen aus der demagogischen Mottenkiste stammt?


Ach welch köstliche "Lichtung" nach einem furchtbar anstrengenden Tag:

manche meinen
lechts und rinks
kann man nicht velwechsern
werch ein illtum

(Ernst Jandl)
… habe ich mich sorgsam bemüht, menschliche Tätigkeiten nicht zu verlachen, nicht zu beklagen und auch nicht zu verdammen, sondern zu begreifen. (Spinoza)
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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon Ein Terraner » Sa 25. Nov 2017, 09:12

Zunder hat geschrieben:(25 Nov 2017, 00:58)

Nein.

Doch
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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon Teeernte » Sa 25. Nov 2017, 10:05

Zunder hat geschrieben:(25 Nov 2017, 00:58)

Nein.


Passend....:

Im Spiel um die besseren Argumente gehört die Hitlerkarte bei erstaunlich vielen Gläubigen zum Lieblingsblatt. Wenn dort vorhanden, dann wird sie mit großer Wolllust und bedrückender Häufigkeit ausgespielt. Auf den ultimativen Joker hoffend, legte schon so mancher Gläubige die reductio ad Hitlerum genannte Karte auf den Tisch und schoss sich damit ins eigene Bein.

Hitler war nämlich nicht nur Hundeliebhaber, Schnurrbartträger und Vegetarier. Er war auch Katholik und sein Wahnsinn sicherlich nicht komplett, wenn es keine religiöse Komponente gegeben hätte. So lesen wir in seinem bekanntesten Werk:
"So glaube ich heute im Sinne des Allmächtigen Schöpfers zu handeln: Indem ich mich des Juden erwehre, kämpfe ich für das Werk der Herrn."

Adolf Hitler, Mein Kampf
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon Dark Angel » Sa 25. Nov 2017, 11:10

Zunder hat geschrieben:(25 Nov 2017, 00:57)

Achtung rääääääächts:

Selina(22 Oct 2016, 22:49)
"Die Linke will zum Beispiel Unternehmen der Daseinsvorsorge wie Abfallbeseitigung, Wasserversorgung, Energieversorgung und öffentlicher Personennahverkehr nicht in private, sondern in kommunale und staatliche Hände geben. Damit wäre gesichert, dass nicht das Profitstreben auf diesen Gebieten im Mittelpunkt steht, sondern lediglich die ausreichende und bezahlbare Versorgung der Bevölkerung mit Strom, Wasser und Nahverkehrsmöglichkeiten etc. Das ist auch nichts weltbewegend Neues, da es ja schon heute viele kommunale Unternehmen im Bereich der Daseinsvorsorge gibt. Dieser Sektor würde von den Linken dann eben einfach nur ausgebaut werden."

AfD-Programm:

"Die AfD befürwortet die kleinteilige Wasserversorgung durch Kommunen und Zweckverbände. Das Eigentum an den Wasserressourcen, den Förderanlagen, der Wasseraufbereitung und am Verteilnetz muss in öffentlicher Hand und damit in den Händen der Bürger verbleiben.
Eine EU-weite Liberalisierung und Kommerzialisierung des Wassermarkts lehnt die AfD entschieden ab.
Eine generelle Privatisierung des Wassers oder der Wasserwerke, die durch Richtlinien der EU angeregt werden, darf es nicht geben. Brunnen privater Grundstückseigentümer, die hieraus ihr Trinkwasser gewinnen, sind davon ausgenommen."

https://www.afd.de/wp-content/uploads/s ... 210717.pdf


Selina(05 Jan 2017, 17:42)

"Gerade am Beispiel des Hebammenberufes (siehe oben) kann man wunderbar sehen, welche Verwerfungen der Kapitalismus mit sich bringt. Dieser wichtige Beruf ist nämlich am Aussterben, weil sich die nicht fest angestellten Hebammen die hohen und immer weiter steigenden Prämien der Haftpflichtversicherung ihres Berufsstandes nicht mehr leisten können. Und so geht es vielen Berufsgruppen, die eigentlich lebensnotwendig sind, aber zu wenig bis gar nicht gefördert werden....."

AfD-Programm:

"Wir möchten zu einer finanziellen Entlastung des Berufsstandes der freiberuflichen Hebammen beitragen, die z.B. durch eine Quersubventionierung bei Haftpflichtversicherungen erfolgen könnte."


Soll ich noch zitieren, was im AfD-Programm über den Mindestlohn steht?
Ist dir eigentlich klar, daß solch ein beliebiges Spielchen aus der demagogischen Mottenkiste stammt?

Nicht nur das. Diese Form der "Diskussion" erinnert mich sehr unangenehm an die "Agit-Prop-Methoden" einer untergegangenen Republik. Diese Methoden scheint die Userin so richtig verinnerlicht zu haben, verwechselt sie doch ständig inhaltliche Diskussion mit ideologischer Manipulation. :s
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon Ein Terraner » Sa 25. Nov 2017, 11:31

Zunder hat geschrieben:(25 Nov 2017, 00:57)

Soll ich noch zitieren, was im AfD-Programm über den Mindestlohn steht?
Ist dir eigentlich klar, daß solch ein beliebiges Spielchen aus der demagogischen Mottenkiste stammt?


Liest sich wie Autobahn.
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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon Sextus Ironicus » Sa 25. Nov 2017, 11:35

Dark Angel hat geschrieben:(25 Nov 2017, 11:10)

Nicht nur das. Diese Form der "Diskussion" erinnert mich sehr unangenehm an die "Agit-Prop-Methoden" einer untergegangenen Republik. Diese Methoden scheint die Userin so richtig verinnerlicht zu haben, verwechselt sie doch ständig inhaltliche Diskussion mit ideologischer Manipulation. :s


Diesen ideologischen Aspekt gibt es nicht nur in Deutschland, der ist sehr west- und mitteleuropäisch verbreitet. Konrad Paul Liessmann hat das vergangenes Jahr (NZZ vom 24.5.2016) im Zuge des österreichischen Wahlkampfes sehr prägnant zusammengefasst:

Es würde genügen, die sozialen Spannungen und Verwerfungen, die es auch in diesem Land gibt, wahrzunehmen, angemessen darauf zu reagieren und endlich zu akzeptieren, dass Demokratie nicht die Herstellung von ideologischer Einheit, sondern den zivilisierten Umgang mit politischen Differenzen bedeutet.


Der entsprechende Mangel ist auch in unserem Lande sehr scharf zu beobachten.
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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon BlueMonday » Sa 25. Nov 2017, 11:51

schokoschendrezki hat geschrieben:(24 Nov 2017, 12:54)

Beim System der Krankenkassen können wir uns - glaube ich - den Ausflug ins Hochphilosophische sparen. Das Prinzip ist schlicht und einfach vernünftig und rational. Ich kenne Fälle, bei denen weit weit mehr Kosten anfallen als bei einer Stent-Operation. Und ich habe kein Problem damit, dass meine persönlicher Überzahlung dann mit der Unterzahlung der betroffenen Person abgeglichen wird. Kann mich ebensogut irgendwann mal treffen. Also: Nicht Solidargemeinschaft sondern Vernunftgemeinschaft. "Solidatität" kann meiner Ansicht nur in Form von persönlichen und bewusst außerhalb des normalen offiziellen Programms gestarteten Aktionen geübt werden.


Mit "Hochphilsophie" hat das nun weniger etwas zu tun, eher mit existenziellen und lebenspraktischen Problemen und mit der Entwicklung von Makrostrukturen aus "Mikroverhalten", Attitüden, Erwartungshaltungen, partiellen Interessen..

Und mit dieser Antwort verdeckst nun wieder den entscheidenen Punkt, gewissermaßen den Kulturbruch. Ein Versicherung, wogegen auch immer, basiert nun immer auf dem Prinzip, dass es "Überzahler" und "Unterzahler" gibt. Und dennoch schließen Menschen offenbar Versicherungen ab, ohne dass man sie dazu zwingen muss. Eine Versicherung ist dabei im Wesentlichen eine Wette darüber, wann und ob der Versicherungsfall eintrifft. Oder wenn man so will, ist es eine freiwillige Sozialisierung von finanziellen Lebensrisiken. Und das Ganze hat natürlich wie alles Kosten, dievordergründigen Kosten der Prämie und ferner und weniger offensichtlich etwas, das sich "moral hazard" nennt, also eine (negative) Veränderung des Verhaltens gerade durch die Absicherung, so dass der Versicherungsfall häufiger eintritt als gänzlich ohne eine Versicherung. Das ist insofern vertretbar, wenn es eben eine freiwillige Versicherung ist, wo jeder Einzelne immer wieder entscheidet, ob ihm diese Versicherung es wert ist. Und dieses Korrektiv fehlt, wenn man aus einer Versicherung eine obligatorische "Krankenkasse" macht. Allein der Name spricht schon Bände.

Es gehört ja wohl keine allzu große Vorstellungskraft dazu zu erahnen, wie sich ein solches System entwickelt, wenn man sich ansieht, wie die Anreize sich dadurch unvermeidlich verschieben und am Ende immer mehr pervertieren. Wenn wir mal bei den Herz/Gefäßkrankheiten bleiben. Da herrscht doch mittlerweile so eine Attitüde vor, dass das Ganze einfach ggfls. "reparariert" wird, das Gefäß wird wieder freigepustet oder ein Bypass gelegt, ein Stent gesetzt und was weiß ich nicht noch. So wie man sich früher die Schuhe besohlen ließ.. nur dass man die Rechnung selbst bezahlte und keine "Schuhsohlenkasse" hatte.
Dass nun Gefäßverschlüsse kein Schicksal sind und weitestgehend von der Lebensweise herrühren, interessiert hingegen kaum. Die Rechnung bezahlt die "Krankenkasse", die Gesellschaft, es wird "abgerechnet", Preise dafür politisch ausgekungelt... Die Kosten steigen, ebenso die Abhängigkeiten von diesem System, die Ansprüche und mit ihnen die Abgaben... Kein Entrinnen, man läuft wie ein Kafka durchs Schloss voller schulterzuckender Gestalten: Ist halt so.
Man muss sich doch nur mal ein bisschen umsehen in dieser Abrechnungskultur, wie die Gelder dort strömen im Vergleich zu marktförmig verdienten Einkommen. Überhaupt diese ganze Kultur der Steuern&Zwangsabgaben, die mittlerweile einen so großen Raum einnimmt und wie selbstverständlich hingenommen wird.

Und bei dem Krankenkassensystem kann man sich exemplarisch die Gangart dieser etatistischen Kultur ansehen. Schwer ächzend ihr Schritt, ihre Eigenmasse groß und träge, die Begründung für sie "schlicht", wenn auch nicht "vernünftig" oder "rational". Einmal in Bewegung gesetzt, kann man kaum noch ihre Richtung ändern, der Absprung nahezu unmöglich. Es ist eine Kultur, um die nicht mehr gekämpft wird, die sich nicht immer wieder verdient werden muss, weil es aussichtlos erscheint, überhaupt gegen sie zu kämpfen. Und vor welcher Kultur graut es dir noch mal? Irgendwas mit identitären Lederhosen? Dabei hockst du doch mit dieser schlicht-bewusstlosen Affirmation der etatistischen Kultur doch komplett drin, im "Identitären".

Andererseits: Eine Kultur, um die wenigstens noch gekämpft wird, die in Gefahr ist zu zerfallen, sich zu ändern, da brennt wenigstens ein bisschen das Fett um den feisten Wanst wieder weg, da werden die Gefäße allein durch die Anstrengung wieder frei. Da setzt das Bewusstsein wieder ein, der Blick geht tiefer, sucht nach der Wurzel..., schaut sich um, und erkennt vielleicht sogar Alternativen, zumindest sieht man andere Wege, andere Kulturen, andere Sitten, eine andere Art und Weise mit den Dingen und Menschen umzugehen. Die Grenzen werden zumindest wieder erkennbarer, die Teile, die Unterschiede. Der etatistischen Kultur ist so ein Erweckungserlebnis nur zu wünschen, ihre Schlankheitskur überfällig.
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Re: Was ist eigentlich "Kultur"?

Beitragvon Selina » Sa 25. Nov 2017, 12:09

Zunder hat geschrieben:(25 Nov 2017, 00:57)

Achtung rääääääächts:

Selina(22 Oct 2016, 22:49)
"Die Linke will zum Beispiel Unternehmen der Daseinsvorsorge wie Abfallbeseitigung, Wasserversorgung, Energieversorgung und öffentlicher Personennahverkehr nicht in private, sondern in kommunale und staatliche Hände geben. Damit wäre gesichert, dass nicht das Profitstreben auf diesen Gebieten im Mittelpunkt steht, sondern lediglich die ausreichende und bezahlbare Versorgung der Bevölkerung mit Strom, Wasser und Nahverkehrsmöglichkeiten etc. Das ist auch nichts weltbewegend Neues, da es ja schon heute viele kommunale Unternehmen im Bereich der Daseinsvorsorge gibt. Dieser Sektor würde von den Linken dann eben einfach nur ausgebaut werden."

AfD-Programm:

"Die AfD befürwortet die kleinteilige Wasserversorgung durch Kommunen und Zweckverbände. Das Eigentum an den Wasserressourcen, den Förderanlagen, der Wasseraufbereitung und am Verteilnetz muss in öffentlicher Hand und damit in den Händen der Bürger verbleiben.
Eine EU-weite Liberalisierung und Kommerzialisierung des Wassermarkts lehnt die AfD entschieden ab.
Eine generelle Privatisierung des Wassers oder der Wasserwerke, die durch Richtlinien der EU angeregt werden, darf es nicht geben. Brunnen privater Grundstückseigentümer, die hieraus ihr Trinkwasser gewinnen, sind davon ausgenommen."

https://www.afd.de/wp-content/uploads/s ... 210717.pdf


Selina(05 Jan 2017, 17:42)

"Gerade am Beispiel des Hebammenberufes (siehe oben) kann man wunderbar sehen, welche Verwerfungen der Kapitalismus mit sich bringt. Dieser wichtige Beruf ist nämlich am Aussterben, weil sich die nicht fest angestellten Hebammen die hohen und immer weiter steigenden Prämien der Haftpflichtversicherung ihres Berufsstandes nicht mehr leisten können. Und so geht es vielen Berufsgruppen, die eigentlich lebensnotwendig sind, aber zu wenig bis gar nicht gefördert werden....."

AfD-Programm:

"Wir möchten zu einer finanziellen Entlastung des Berufsstandes der freiberuflichen Hebammen beitragen, die z.B. durch eine Quersubventionierung bei Haftpflichtversicherungen erfolgen könnte."


Soll ich noch zitieren, was im AfD-Programm über den Mindestlohn steht?
Ist dir eigentlich klar, daß solch ein beliebiges Spielchen aus der demagogischen Mottenkiste stammt?


Man man man, da hast du dir aber Mühe gegeben. Muss ziemlich lange gedauert haben, sogar noch Beiträge von mir vom Oktober 2016 zu finden. Damit muss ich mächtig Eindruck auf dich gemacht haben, wenn du dir sowas so lange merkst, um dann zielgenau danach suchen zu können. Hut ab! :D Und ja, natürlich muss die AfD, die außer menschenfeindlichen Vorstellungen nicht viel Eigenes hat, um programmatisch arbeiten zu können, von anderen Parteien jede Menge abkupfern, um es dann als Eigenes verkaufen zu können und für viele Menschen wählbar zu sein. Das gehört zur Demagogie dieser Leute dazu. Dafür fressen sie auch gerne mal Kreide.

Meine Zitate (von Fr 24. Nov 2017, 23:01) bezogen sich jedoch auf den Kampf der AfD gegen Genderforschung und gegen offene familienpolitische Vorstellungen, was eben ganz klar ihrer rechtspopulistischen Programmatik entspricht und von einigen hier ebenso vertreten wird. Frauenfeindlichkeit und Homophobie wie bei der AfD wirst du bei den Linken ganz bestimmt nicht finden. Auch keine Fremdenfeindlichkeit, auch kein völkisches Denken, einschließlich irgendeiner "kulturellen Identität", mit der man sich demagogisch abgrenzt von anderen Menschen, die man als "integrationsunfähig", "rückschrittlich" und "mittelalterlich" bezeichnet. Das ist klar rechtsradikales Denken. Ganz zu schweigen davon, dass die AfD-Leute gerne auf die "Leistungen" der Wehrmacht stolz sein wollen, dass sie eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad" fordern und mit der "dämlichen Erinnerungskultur" Schluss machen wollen bzw. kein einziger von den AfDlern mal widerspricht, wenn sowas einer der Ihren fordert. Warum sollten die anderen dem Höcke-Geplärre auch widersprechen? Solche rechtsradikalen Gedanken sind bei denen eben mehrheitsfähig. Ansonsten hätte man sich längst deutlich distanziert. Übler geht es echt nicht.

Zitat:

Die Alternative für Deutschland ist keine Alternative. Die Alternative für Deutschland ist eine rechtsextreme Partei, die versucht, völkisches Denken in Deutschland wieder hoffähig zu machen. Sie strebt ein ethnisch homogenes Deutschland an. Sie will die deutsche Geschichte revidieren. Sie ist gefährlich.

Solche Sätze zu schreiben, birgt die Gefahr, als „antifaschistischer Eiferer“ dazustehen. Es birgt die Gefahr, dass sich jene stigmatisiert fühlen, die noch immer glauben, die AfD sei eine konservative bürgerliche Partei ein bisschen rechts von der CSU. Es birgt die Gefahr, dass die AfD sich erneut in die Opferpose schmeißt, aus der Talkshow rennt und ihre Verschwörungstheorie vom „grünlinksversifften“ medial-staatlichen Komplex weiterspinnt, der den Willen eines schweigenden Urvolkes unterdrückt.

Und es muss trotzdem gesagt werden. Deutschland darf keine Zweideutigkeit zulassen: Die AfD ist rechtsextrem. Die AfD verbreitet völkisches Gedankengut. Die AfD tritt das Gedenken an die Opfer des NS-Regimes mit Füßen.

Beim „Kyffhäuser-Treffen“ einer AfD-Untergruppierung hat Alexander Gauland gesagt, die Deutschen hätten das Recht, „nicht nur unser Land, sondern auch unsere Vergangenheit zurückzuholen“ und sie könnten „stolz sein auf die Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen“. Die per Video im Internet verbreitete Rede folgt nur wenige Wochen, nachdem Gauland bei einer Wahlkampfveranstaltung dazu aufgerufen hatte, der Integrationsbeauftragten Aydan Özogus, einmal zu sagen, „was spezifisch deutsche Kultur ist“, daraufhin könne man sie dann auch „Gott sei Dank in Anatolien entsorgen“. Alles nur Taktik, um, einmal an der Macht, die bessere Durchsetzung bestehenden Migrationsrechts und eine konservative Familienpolitik durchzusetzen? Was für ein Unsinn!


http://www.tagesspiegel.de/politik/afd- ... 36746.html
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz

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