Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

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Selina
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Selina » Mi 20. Sep 2017, 20:48

PeterK hat geschrieben:(20 Sep 2017, 21:26)

Na, dann frage ich halt mal wieder: Wärest Du bereit, willens und in der Lage, einige Merkmale einer spezifisch deutschen Kultur zu nennen?


Gute Frage. Das würde mich auch interessieren. Was ist das spezifisch Deutsche an dieser "verbindenden Kultur"?
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Dark Angel
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Dark Angel » Mi 20. Sep 2017, 21:19

PeterK hat geschrieben:(20 Sep 2017, 21:26)

Na, dann frage ich halt mal wieder: Wärest Du bereit, willens und in der Lage, einige Merkmale einer spezifisch deutschen Kultur zu nennen?

Das wurde schon mehrfach geschrieben und beschrieben - u.a. einfach mal den Beitrag von @ Zunder lesen. Vielleicht klingelts ja.
Ansonsten, wer alles ignoriert, was erläutert wird oder mit einem "haben andere auch" vom Tisch wischt, bei dem ist jeder weitere Versuch vergleichbar mit dem Perlen für die weiblichen Borstenviecher.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Misterfritz » Mi 20. Sep 2017, 21:24

Selina hat geschrieben:(20 Sep 2017, 21:37) Ein Abend mit Freunden aus aller Herren Länder kann mehr Verbindendes haben als ein bierseliger Einheimischen-Stammtisch in Oberammergau.
Oder eben mit Biermann ....
omg, was soll das?
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Dark Angel » Mi 20. Sep 2017, 21:29

Billie Holiday hat geschrieben:(20 Sep 2017, 21:40)

Du steckst voller Klischees.

Sie steckt nicht nur voller Klischees, sie steckt auch voller Selbsthass, voller Ablehnung was nur irgendwie deutsch ist, was man auf irgendeine Weise mit identifizieren in Zusammenhang bringen könnte - alles bääh, phöhse, rääächts, nationalistisch.
Diesen Selbsthass, die Ablehnung könnte man als "typisch deutsch" bezeichnen, das findet man sonst nirgends auf der Welt.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Milady de Winter » Mi 20. Sep 2017, 21:30

MOD - Contenance, werte User. Lasst uns nicht schon wieder auf die persönliche Schiene abgleiten! Danke.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Dark Angel » Mi 20. Sep 2017, 21:32

Misterfritz hat geschrieben:(20 Sep 2017, 22:24)

Oder eben mit Biermann ....
omg, was soll das?
Es geht nicht um Deine privaten Präferenzen.

Doch es geht nur um ihre privaten Präferenzen, denn die sind das Maß aller Dinge. Sie beansprucht die Deutungshoheit und weil sie nichts Verbindendes ausmachen kann, gibt es das auch nicht und hat es nicht zu geben. Basta!
Und jeder der etwas anderes behauptet, ist räächts, phöhse, Nationalist und "kulturalistischer Rassist.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Selina » Mi 20. Sep 2017, 21:54

Dark Angel hat geschrieben:(20 Sep 2017, 22:29)

Sie steckt nicht nur voller Klischees, sie steckt auch voller Selbsthass, voller Ablehnung was nur irgendwie deutsch ist, was man auf irgendeine Weise mit identifizieren in Zusammenhang bringen könnte - alles bääh, phöhse, rääächts, nationalistisch.
Diesen Selbsthass, die Ablehnung könnte man als "typisch deutsch" bezeichnen, das findet man sonst nirgends auf der Welt.


Witzig, wie du ins Rudern kommst, wenn du erklären sollst, was nun das spezifisch Deutsche in dieser "verbindenden Kultur" sein soll. Da sprühst du richtig vor Leidenschaft. Du kannst doch gerne deine deutschen Grüppchen um dich versammeln und über deutsche Identität reden. Wird bestimmt interessant. Andere reden eben gerne über gemeinsamen Musikgeschmack, über ein Bild, einen Song, eine interessante philosophische Frage, ein theoretisches Problem... Wer da mitredet und welche Herkunft die Leute haben und welche Religion, ist egal. Warum? Ihnen geht es nur ums Gesprächsthema, um das angenehme Zusammensitzen mit Freunden, um den spannenden Austausch und möglicherweise auch um das Lernen voneinander. Und manchmal wird auch kräftig gelästert, vorzugsweise über die Humorlosigkeit einiger stolzer Germanen.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Zunder » Do 21. Sep 2017, 00:32

Selina hat geschrieben:(20 Sep 2017, 16:13)

Mich auch nicht. Das betrifft auch die Literatur und den Film. Wie langweilig wäre mein (schon recht langes) Leben gewesen, hätte ich keinen Baldwin, keinen Chandler, keine McCullers, keinen Camus, keinen Zola gelesen oder keine Filme von Woody Allen, Quentin Tarantino, François Truffaut, Hitchcock und Spielberg gesehen. Wie traurig wäre es ohne die Schauspielkunst von Leuten wie Robert de Niro, Dustin Hoffman, Meryl Streep, Jean-Louis Trintignant und Mads Mikkelsen. Nein, gerade das Nichtbeharren auf einer allein seligmachenden "verbindenden deutschen Kultur" macht das Leben so vielfältig, so anregend und so bunt. Ab und zu mischen sich in all die künstlerischen Kostbarkeiten auch ein paar gelungene deutsche Töne, die ich dann als Mosaiksteinchen im großen internationalen Bild der Literaten, Filmemacher und Musiker sehe. Nicht mehr und nicht weniger.

Hat irgendjemand behauptet, daß die deutsche Kultur "allein seligmachend" wäre?
Ist dir eigentlich klar, daß die Vielfalt, von der du so schwärmst, nur möglich ist, weil es kulturelle Unterschiede gibt und nicht irgendeinen indifferenten Brei an Beliebigkeiten?

Glaubst du, daß z.B. der "Simplizissimus" statt von Grimmelshausen genauso gut in China oder in Brasilien hätte geschrieben werden können?
Hast du schon mal den "Untertan" von Heinrich Mann gelesen? Ist da nur die Sprache deutsch?

Warum hat mit Solschenizyn eigentlich ein russischer Schriftsteller den "Archipel Gulag" verfaßt und nicht beispielsweise Heinrich Böll, der aus scheinbar unerfindlichen Gründen "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" geschrieben hat?

Was habt ihr in der DDR eigentlich als Schullektüre gelesen, wenn es angeblich keine spezifisch deutsche Kultur, demzufolge auch keine spezifisch deutsche Literatur gibt?
Die Kinderhymne von Brecht habe ich übrigens zitiert, weil sie ein Stück spezifisch deutscher Literatur ist.

Diesen Abwehrreflex gegen den Begriff der deutschen Kultur kann ich sogar ein bißchen nachvollziehen. Ich kenne den Weg vom Frauenplan in Weimar zum Ettersberg. Das liegt nicht weit auseinander, aber die Kluft ist beängstigend. Inzwischen halte ich das aus, weil ich die deutsche Kultur wertschätzen kann, ohne dabei die deutsche Barbarei zu leugnen.

Ob mein Begriff von der deutschen Kultur mich mit irgendjemanden verbindet, ist mir übrigens egal.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Selina » Do 21. Sep 2017, 05:49

Zunder hat geschrieben:(21 Sep 2017, 01:32)

Hat irgendjemand behauptet, daß die deutsche Kultur "allein seligmachend" wäre?
Ist dir eigentlich klar, daß die Vielfalt, von der du so schwärmst, nur möglich ist, weil es kulturelle Unterschiede gibt und nicht irgendeinen indifferenten Brei an Beliebigkeiten?

Glaubst du, daß z.B. der "Simplizissimus" statt von Grimmelshausen genauso gut in China oder in Brasilien hätte geschrieben werden können?
Hast du schon mal den "Untertan" von Heinrich Mann gelesen? Ist da nur die Sprache deutsch?

Warum hat mit Solschenizyn eigentlich ein russischer Schriftsteller den "Archipel Gulag" verfaßt und nicht beispielsweise Heinrich Böll, der aus scheinbar unerfindlichen Gründen "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" geschrieben hat?

Was habt ihr in der DDR eigentlich als Schullektüre gelesen, wenn es angeblich keine spezifisch deutsche Kultur, demzufolge auch keine spezifisch deutsche Literatur gibt?
Die Kinderhymne von Brecht habe ich übrigens zitiert, weil sie ein Stück spezifisch deutscher Literatur ist.

Diesen Abwehrreflex gegen den Begriff der deutschen Kultur kann ich sogar ein bißchen nachvollziehen. Ich kenne den Weg vom Frauenplan in Weimar zum Ettersberg. Das liegt nicht weit auseinander, aber die Kluft ist beängstigend. Inzwischen halte ich das aus, weil ich die deutsche Kultur wertschätzen kann, ohne dabei die deutsche Barbarei zu leugnen.

Ob mein Begriff von der deutschen Kultur mich mit irgendjemanden verbindet, ist mir übrigens egal.


Sorry, aber ich bin eine große Brecht-Verehrerin und -Kennerin, damit triffst du echt die Falsche. Und ich hatte sehr viel gute "Schullektüre", sehr gute Hochschullektüre und vor allem viel gute private Lektüre, wo selbstverständlich die deutsche Literatur nie fehlte, weder die west- noch die ostdeutsche, auch nicht die gesamtdeutsche. Dazu gehören natürlich auch Mann und Böll, aber auch Volker Braun, Jurek Becker und Christa Wolf. Da musst du dir keine Sorgen machen. Mir ging es auch absolut nicht darum, etwa deutsche Autoren madig zu machen. Dazu wirst du keinen einzigen Satz von mir finden. Nein, mir ging es um die Fülle internationaler Kostbarkeiten in Literatur und Film, ohne die ich nicht hätte sein wollen, die mein Leben bereichert haben. Und nicht nur meins. Dazu gehört selbstverständlich auch die deutsche Literatur, der deutsche Film, aber eben nicht nur. Da gibt es "draußen" in der Welt sehr viel mehr zu entdecken. Eine "verbindende deutsche Kultur" zu erörtern (siehe Strang-Thema) wirkt auf mich dagegen eher abschottend, ausgrenzend und wenig hilfreich. Ich konnte hier bis jetzt auch noch keinen Beitrag entdecken, der erklärte, worin nun dieses "Verbindende" besteht, was das spezifisch Deutsche dabei ausmacht und warum man diese Frage gerade jetzt aufwirft, was der Zweck des Ganzen ist.
Zuletzt geändert von Selina am Do 21. Sep 2017, 06:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Billie Holiday » Do 21. Sep 2017, 06:02

Selina hat geschrieben:(20 Sep 2017, 22:54)

Witzig, wie du ins Rudern kommst, wenn du erklären sollst, was nun das spezifisch Deutsche in dieser "verbindenden Kultur" sein soll. Da sprühst du richtig vor Leidenschaft. Du kannst doch gerne deine deutschen Grüppchen um dich versammeln und über deutsche Identität reden. Wird bestimmt interessant. Andere reden eben gerne über gemeinsamen Musikgeschmack, über ein Bild, einen Song, eine interessante philosophische Frage, ein theoretisches Problem... Wer da mitredet und welche Herkunft die Leute haben und welche Religion, ist egal. Warum? Ihnen geht es nur ums Gesprächsthema, um das angenehme Zusammensitzen mit Freunden, um den spannenden Austausch und möglicherweise auch um das Lernen voneinander. Und manchmal wird auch kräftig gelästert, vorzugsweise über die Humorlosigkeit einiger stolzer Germanen.


Deine Selbstgefälligkeit ist zum Brechen.
Und irgendwas, was annähernd wie Humor aussieht, ist bei Nazisuchern wie dir nicht auszumachen, da ist bloß ein ziemlich krasses Schwarz-Weiß-Denken.
Als ob du Abend für Abend mit Menschen aus aller Welt zusammensitzen würdest. :D
Ich hab in meinem Freundeskreis Skandinavier und Osteuropäer, die hätten keine Lust auf deine Selbstgefälligkeit und würden wohl Abende mit dir inkl. Gelästere über Deutsche und Deutschland verschmähen.
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon think twice » Do 21. Sep 2017, 06:16

Dark Angel hat geschrieben:(20 Sep 2017, 22:32)

Doch es geht nur um ihre privaten Präferenzen, denn die sind das Maß aller Dinge. Sie beansprucht die Deutungshoheit und weil sie nichts Verbindendes ausmachen kann, gibt es das auch nicht und hat es nicht zu geben. Basta!
Und jeder der etwas anderes behauptet, ist räächts, phöhse, Nationalist und "kulturalistischer Rassist.
(Vorsicht Sarkassmus)

Meine Liebe, Nationalismus, und konservatives Denken sind sicher Teil der deutschen Kultur. Genau wie die linke und gruene Bewegung, Gartenzwerge, saubere Strassen, Eisbein und Sauerkraut, Pommes und Currywurst, Beethoven und Rammstein, bayrischer, sächsischer und plattdeutscher Dialekt, das platte Land wie Berge und Wälder.
Je nachdem, in welcher Gegend man aufwächst, mit welchen Menschen man sich umgibt, was man selbst für gut und richtig hält, über nimmt man Teile der deutschen Kultur.

Nur wer geradezu zwanghaft etwas Verbindendes herbei konstruiert, also etwas, was für alle gilt, was möchte der bezwecken? Er möchte eine geschlossene Gemeinschaft bilden, zu der Andere keinen Zutritt haben können. Und er möchte seine kulturellen Eigenarten als allgemein verbindlich erklaeren., nach der sich jeder richten soll. Das Ganze gipfelt dann darin, seine Vorstellungen zur " Leitkultur" zu erklären.

Und dagegen wehre ich mich, genau wie Selina. Ich bin links und weltoffen. Ich hoere Udo Lindenberg und lese Hera Lind. Du bist rechts und stockkonservativ. Wahrscheinlich hörst du Bach und liest die Bücher von Herrmann Hesse.
Wir leben beide die deutsche Kultur, aber verbinden tut uns garnichts. Du kannst mit meiner Lebensart genauso wenig anfangen wie ich mit deiner. Ich hasse deswegen nicht Deutschland und mich selbst, denn ich bin genauso Teil der deutschen Kultur wie du.
Wie kann es sein, dass Europa seine Werte verteidigt, in dem es andere Menschen von seinen Werten ausschließt?
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Selina » Do 21. Sep 2017, 06:19

Billie Holiday hat geschrieben:(21 Sep 2017, 07:02)

Deine Selbstgefälligkeit ist zum Brechen.
Und irgendwas, was annähernd wie Humor aussieht, ist bei Nazisuchern wie dir nicht auszumachen, da ist bloß ein ziemlich krasses Schwarz-Weiß-Denken.
Als ob du Abend für Abend mit Menschen aus aller Welt zusammensitzen würdest. :D
Ich hab in meinem Freundeskreis Skandinavier und Osteuropäer, die hätten keine Lust auf deine Selbstgefälligkeit und würden wohl Abende mit dir inkl. Gelästere über Deutsche und Deutschland verschmähen.


Selbstgefälligkeit und Schwarz-Weiß-Denken? Das wäre meinen Freunden aber aufgefallen, wenn dem so wäre :D Nee nee, in meinen Kreisen geht es nur nicht ständig um diese deutsche Befindlichkeit und vor allem nicht um den erhobenen Zeigefinger in Richtung Fremde. Das würde dort nur Gelächter auslösen.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon think twice » Do 21. Sep 2017, 06:27

Selina hat geschrieben:(21 Sep 2017, 07:19)

Selbstgefälligkeit und Schwarz-Weiß-Denken? Das wäre meinen Freunden aber aufgefallen, wenn dem so wäre :D Nee nee, in meinen Kreisen geht es nur nicht ständig um diese deutsche Befindlichkeit und vor allem nicht um den erhobenen Zeigefinger in Richtung Fremde. Das würde dort nur Gelächter auslösen.

Die Herrenmenschenmentalitaet ist eben auch Teil der deutschen Kultur, der man folgen kann oder auch nicht. :)
Wie kann es sein, dass Europa seine Werte verteidigt, in dem es andere Menschen von seinen Werten ausschließt?
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Selina » Do 21. Sep 2017, 06:27

think twice hat geschrieben:(21 Sep 2017, 07:16)

Nur wer geradezu zwanghaft etwas Verbindendes herbei konstruiert, also etwas, was für alle gilt, was möchte der bezwecken? Er möchte eine geschlossene Gemeinschaft bilden, zu der Andere keinen Zutritt haben können. Und er möchte seine kulturellen Eigenarten als allgemein verbindlich erklaeren., nach der sich jeder richten soll. Das Ganze gipfelt dann darin, seine Vorstellungen zur " Leitkultur" zu erklären.


Genau. Und das ist es, was abstößt, dieses ewige "am deutschen Wesen mag die Welt genesen". Diese Gartenzwergmentalität ;)
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Keoma » Do 21. Sep 2017, 06:34

Wer sich so moralisch überlegen gibt, sollte anderen keine Gartenzwergmentalität vorwerfen.
Und, Selina, schon ein Filmseminar belegt?
Jeder hat ein Recht auf meine Meinung.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Keoma » Do 21. Sep 2017, 06:46

Und noch was:
"Die Journalistin Katrin Wilkens hat in ihrem Buch „50 einfache Dinge, die typisch deutsch sind“ Pünktlichkeit, Ordnungsliebe, Genauigkeit und Spießigkeit als typisch deutsche Eigenschaften identifiziert. Dazu kommt ihrer Meinung nach die Scham, die darin gipfelt, dass es typisch deutsch sei, nicht typisch deutsch sein zu wollen."

http://www.goethe.de/ins/gb/lp/prj/mtg/ ... 510558.htm
Jeder hat ein Recht auf meine Meinung.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Senexx » Do 21. Sep 2017, 07:12

Keoma hat geschrieben:(21 Sep 2017, 07:46)

Dazu kommt ihrer Meinung nach die Scham, die darin gipfelt, dass es typisch deutsch sei, nicht typisch deutsch sein zu wollen."



Dieses Leiden ist hier stark ausgeprägt. Manche verzweifeln so sehr an ihrem Deutschsein, dass sie kaum noch etwas anderes beschäftigt, als der Versuch, es zu verleugnen. Diese Verbissenheit ist ebenso typisch deutsch. Sie entlarven sich mit jedem Posting als durch und durch deutsch.
Trollprovokationen prallen an mir ab. Nicht immer, aber immer öfter.

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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Billie Holiday » Do 21. Sep 2017, 07:21

Selina hat geschrieben:(21 Sep 2017, 07:19)

Selbstgefälligkeit und Schwarz-Weiß-Denken? Das wäre meinen Freunden aber aufgefallen, wenn dem so wäre :D Nee nee, in meinen Kreisen geht es nur nicht ständig um diese deutsche Befindlichkeit und vor allem nicht um den erhobenen Zeigefinger in Richtung Fremde. Das würde dort nur Gelächter auslösen.


In meinen Kreisen geht es auch nicht um deutsche Befindlichkeiten. Wie stellst du dir eigentlich solche Abende vor? :D

Nur suche ich mir meine Freunde nicht nach Exotik, Herkunft und Religion aus, das wiederum finde ich rassistisch.

Vielleicht ist dein Freundeskreis ja genauso selbstgefällig und schwarz-weiß-denkend, dass du nicht weiter auffällst.
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon schelm » Do 21. Sep 2017, 07:59

Selina hat geschrieben:(21 Sep 2017, 06:49)

Sorry, aber ich bin eine große Brecht-Verehrerin und -Kennerin, damit triffst du echt die Falsche. Und ich hatte sehr viel gute "Schullektüre", sehr gute Hochschullektüre und vor allem viel gute private Lektüre, wo selbstverständlich die deutsche Literatur nie fehlte, weder die west- noch die ostdeutsche, auch nicht die gesamtdeutsche. Dazu gehören natürlich auch Mann und Böll, aber auch Volker Braun, Jurek Becker und Christa Wolf. Da musst du dir keine Sorgen machen. Mir ging es auch absolut nicht darum, etwa deutsche Autoren madig zu machen. Dazu wirst du keinen einzigen Satz von mir finden. Nein, mir ging es um die Fülle internationaler Kostbarkeiten in Literatur und Film, ohne die ich nicht hätte sein wollen, die mein Leben bereichert haben. Und nicht nur meins. Dazu gehört selbstverständlich auch die deutsche Literatur, der deutsche Film, aber eben nicht nur. Da gibt es "draußen" in der Welt sehr viel mehr zu entdecken. Eine "verbindende deutsche Kultur" zu erörtern (siehe Strang-Thema) wirkt auf mich dagegen eher abschottend, ausgrenzend und wenig hilfreich. Ich konnte hier bis jetzt auch noch keinen Beitrag entdecken, der erklärte, worin nun dieses "Verbindende" besteht, was das spezifisch Deutsche dabei ausmacht und warum man diese Frage gerade jetzt aufwirft, was der Zweck des Ganzen ist.

Die " internationalen Kostbarkeiten ", die du so gern geniesst, existieren nur deswegen, weil sie beschreibender Ausdruck von spezifischer Kultur sind. Was zur Hölle ist daran eigentlich so schwer zu verstehen ? :s
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Billie Holiday » Do 21. Sep 2017, 08:05

schelm hat geschrieben:(21 Sep 2017, 08:59)

Die " internationalen Kostbarkeiten ", die du so gern geniesst, existieren nur deswegen, weil sie beschreibender Ausdruck von spezifischer Kultur sind. Was zur Hölle ist daran eigentlich so schwer zu verstehen ? :s


Geht nur um deutsche, alle anderen sind voll supi.
Lustig, offenbar unterscheidet deutsche Kultur sich nicht von anderen, andere unterscheiden sich aber von deutscher.
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
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