Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

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think twice
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon think twice » Sa 16. Dez 2017, 14:02

unity in diversity hat geschrieben:(16 Dec 2017, 13:30)

Gutmenschen zählen nicht zur verbindenden deutschen Kultur, weil sie ihre Ziele nur auf Kosten anderer erreichen können.

Ich z.B. zahle grade den Anwalt für das Gerichtsverfahren einer irakischen Familie aus eigener Tasche. Bis jetzt sind knapp 2000 Euro und das Verfahren ist noch nicht beendet. Also piss mich nicht ständig von der Seite an, OK?

Im Übrigen lege ich auch keinen Wert darauf, mich mit euch zu verbinden. Weder menschlich noch kulturell. Da kümmere ich mich lieber um eine schwerkranke Irakerin und ihre beiden kleinen Kinder und kämpfe darum, dass sie hier bleiben dürfen. Diese Menschen sind bescheiden, dankbar, integrationsbemueht und haben ein gutes Herz und haben es allemal verdient, dass ich mich mit ihnen verbinde.
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Selina
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Selina » Sa 16. Dez 2017, 14:09

think twice hat geschrieben:(16 Dec 2017, 14:02)

Ich z.B. zahle grade den Anwalt für das Gerichtsverfahren einer irakischen Familie aus eigener Tasche. Bis jetzt sind knapp 2000 Euro und das Verfahren ist noch nicht beendet. Also piss mich nicht ständig von der Seite an, OK?

Im Übrigen lege ich auch keinen Wert darauf, mich mit euch zu verbinden. Weder menschlich noch kulturell. Da kümmere ich mich lieber um eine schwerkranke Irakerin und ihre beiden kleinen Kinder und kämpfe darum, dass sie hier bleiben dürfen. Diese Menschen sind bescheiden, dankbar, integrationsbemueht und haben ein gutes Herz und haben es allemal verdient, dass ich mich mit ihnen verbinde.


Wahnsinn, think twice. Ich ziehe wieder mal den Hut vor dir :)
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon think twice » Sa 16. Dez 2017, 14:24

Selina hat geschrieben:(16 Dec 2017, 14:09)

Wahnsinn, think twice. Ich ziehe wieder mal den Hut vor dir :)

Ich hätte das gar nicht erwähnt, aber dieser Stalker geht mir langsam auf den Zeiger.
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unity in diversity
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon unity in diversity » Sa 16. Dez 2017, 14:33

think twice hat geschrieben:(16 Dec 2017, 14:02)

Ich z.B. zahle grade den Anwalt für das Gerichtsverfahren einer irakischen Familie aus eigener Tasche. Bis jetzt sind knapp 2000 Euro und das Verfahren ist noch nicht beendet. Also piss mich nicht ständig von der Seite an, OK?

Im Übrigen lege ich auch keinen Wert darauf, mich mit euch zu verbinden. Weder menschlich noch kulturell. Da kümmere ich mich lieber um eine schwerkranke Irakerin und ihre beiden kleinen Kinder und kämpfe darum, dass sie hier bleiben dürfen. Diese Menschen sind bescheiden, dankbar, integrationsbemueht und haben ein gutes Herz und haben es allemal verdient, dass ich mich mit ihnen verbinde.

Dann möchte ich mich bei dir entschuldigen.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon krone » Sa 16. Dez 2017, 15:12

think twice hat geschrieben:(16 Dec 2017, 14:02)

Ich z.B. zahle grade den Anwalt für das Gerichtsverfahren einer irakischen Familie aus eigener Tasche. Bis jetzt sind knapp 2000 Euro und das Verfahren ist noch nicht beendet. Also piss mich nicht ständig von der Seite an, OK?

Im Übrigen lege ich auch keinen Wert darauf, mich mit euch zu verbinden. Weder menschlich noch kulturell. Da kümmere ich mich lieber um eine schwerkranke Irakerin und ihre beiden kleinen Kinder und kämpfe darum, dass sie hier bleiben dürfen. Diese Menschen sind bescheiden, dankbar, integrationsbemueht und haben ein gutes Herz und haben es allemal verdient, dass ich mich mit ihnen verbinde.

Pass bloß auf das du nicht am Kreuz landest ,gab's ja schonmal.

Im weiteren halt ich das für ausgemachten Blödsinn.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon BlueMonday » Sa 16. Dez 2017, 15:15

schokoschendrezki hat geschrieben:(15 Dec 2017, 22:00)

Macht mit mir, was ihr wollt. Ich bin und bleibe grundsätzlich frei. Egal, ob es real so ist oder nicht. Und nun zeigte sich aber, dass man mit dieser zunächst absurd erscheinenden Behauptung letztendlich wesentlich, viel viel tiefer am Wesen des Menschseins angelangt war als mit biologischem Determinismus.


Naja, das konnte man aber auch schon vor den sogenannten "Existentialisten" klarer haben. Wobei es nun eigentlich das Eigentliche, die Eigenheit, der Selbstbesitz ist, und nicht die Freiheit:

Müssen Wir etwa, weil die Freiheit als ein christliches Ideal sich verrät, sie aufgeben? Nein, nichts soll verlorengehen, auch die Freiheit nicht; aber sie soll unser eigen werden, und das kann sie in der Form der Freiheit nicht.

Welch ein Unterschied zwischen Freiheit und Eigenheit! Gar vieles kann man loswerden, Alles wird man doch nicht los; von Vielem wird man frei, von Allem nicht. Innerlich kann man trotz des Zustandes der Sklaverei frei sein, obwohl auch wieder nur von Allerlei, nicht von Allem; aber von der Peitsche, der gebieterischen Laune usw. des Herrn wird man als Sklave nicht frei. »Freiheit lebt nur in dem Reich der Träume!« Dagegen Eigenheit, das ist mein ganzes Wesen und Dasein, das bin Ich selbst. Frei bin Ich von Dem, was Ich los bin, Eigner von dem, was Ich in meiner Macht habe, oder dessen Ich mächtig bin. Mein eigen bin Ich jederzeit und unter allen Umständen, wenn Ich Mich zu haben verstehe und nicht an Andere wegwerfe. Das Freisein kann Ich nicht wahrhaft wollen, weil Ich's nicht machen, nicht erschaffen kann: Ich kann es nur wünschen und darnach – trachten, denn es bleibt ein Ideal, ein Spuk. Die Fesseln der Wirklichkeit schneiden jeden Augenblick in mein Fleisch die schärfsten Striemen. Mein eigen aber bleibe Ich. Einem Gebieter leibeigen hingegeben, denke Ich nur an Mich und meinen Vorteil; seine Schläge treffen Mich zwar: Ich bin nicht davon frei; aber Ich erdulde sie nur zu meinem Nutzen, etwa um ihn durch den Schein der Geduld zu täuschen und sicher zu machen, oder auch um nicht durch Widersetzlichkeit Ärgeres Mir zuzuziehen. Da Ich aber Mich und meinen Eigennutz im Auge behalte, so fasse Ich die nächste, gute Gelegenheit beim Schopfe, den Sklavenbesitzer zu zertreten. Daß Ich dann von ihm und seiner Peitsche frei werde, das ist nur die Folge meines vorangegangenen Egoismus. Man sagt hier vielleicht, Ich sei auch im Stande der Sklaverei »frei« gewesen, nämlich »an sich« oder »innerlich«. Allein »an sich frei« ist nicht »wirklich frei« und »innerlich« nicht »äußerlich«. Eigen hingegen, mein eigen war Ich ganz und gar, innerlich und äußerlich. Von den Folterqualen und Geißelhieben ist mein Leib nicht »frei« unter der Herrschaft eines grausamen Gebieters; aber meine Knochen sind es, welche unter der Tortur ächzen, meine Fibern zucken unter den Schlägen, und Ich ächze, weil mein Leib ächzt. Daß Ich seufze und erzittere, beweist, daß Ich noch bei Mir, daß Ich noch mein eigen bin. Mein Bein ist nicht »frei« von dem Prügel des Herrn, aber es ist mein Bein und ist unentreißbar. Er reiße Mir's aus und sehe zu, ob er noch mein Bein hat! Nichts behält er in der Hand als den – Leichnam meines Beines, der so wenig mein Bein ist, als ein toter Hund noch ein Hund ist: ein Hund hat ein pulsierendes Herz, ein sogenannter toter Hund hat keines und ist darum kein Hund mehr.


Q: http://gutenberg.spiegel.de/buch/der-ei ... um-4220/11

Und wieder näher am ursprünglcihen Thema (aus der Zeit vor der Geburt der dt. Nation):

Es mag hierbei an die »Nationalen« erinnert werden. Von den achtunddreißig Staaten Deutschlands verlangen, daß sie als Eine Nation handeln sollen, kann nur dem unsinnigen Begehren an die Seite gestellt werden, daß achtunddreißig Bienenschwärme, geführt von achtunddreißig Bienenköniginnen, sich zu Einem Schwarme vereinigen sollen. Bienen bleiben sie alle; aber nicht die Bienen als Bienen gehören zusammen und können sich zusammentun, sondern nur die untertänigen Bienen sind mit den herrschenden Weiseln verbunden. Bienen und Völker sind willenlos, und es führt sie der Instinkt ihrer Weisel.
Verwiese man die Bienen auf ihr Bienentum, worin sie doch Alle einander gleich seien, so täte man dasselbe, was man jetzt so stürmisch tut, indem man die Deutschen auf ihr Deutschtum verweist. Das Deutschtum gleicht ja eben darin ganz dem Bienentum, daß es die Notwendigkeit der Spaltungen und Separationen in sich trägt, ohne gleichwohl bis zur letzten Separation vorzudringen, wo mit der vollständigen Durchführung des Separierens das Ende desselben erscheint: Ich meine, bis zur Separation des Menschen vom Menschen. Das Deutschtum trennt sich zwar in verschiedene Völker und Stämme, d. h. Bienenkörbe, aber der Einzelne, welcher die Eigenschaft hat, ein Deutscher zu sein, ist noch so machtlos, wie die vereinzelte Biene. Und doch können nur Einzelne miteinander in Verein treten, und alle Völker-Allianzen und Bünde sind und bleiben mechanische Zusammensetzungen, weil die Zusammentretenden, soweit wenigstens die »Völker« als die Zusammengetretenen angesehen werden, willenlos sind. Erst mit der letzten Separation endigt die Separation selbst und schlägt in Vereinigung um.
Nun bemühen sich die Nationalen, die abstrakte, leblose Einheit des Bienentums herzustellen; die Eigenen aber werden um die eigen gewollte Einheit, den Verein, kämpfen. Es ist dies das Wahrzeichen aller reaktionären Wünsche, daß sie etwas Allgemeines, Abstraktes, einen leeren, leblosen Begriff herstellen wollen, wogegen die Eigenen das stämmige, lebenvolle Einzelne vom Wust der Allgemeinheiten zu entlasten trachten. Die Reaktionären möchten gerne ein Volk, eine Nation aus der Erde stampfen; die Eigenen haben nur Sich vor Augen. Im Wesentlichen fallen die beiden Bestrebungen, welche heute an der Tagesordnung sind, nämlich die Wiederherstellung der Provinzialrechte, der alten Stammeseinteilungen (Franken, Bayern usw., Lausitz usw.) und die Wiederherstellung der Gesamt-Nationalität in Eins zusammen. Die Deutschen werden aber nur dann einig werden, d. h. sich vereinigen, wenn sie ihr Bienentum sowohl als alle Bienenkörbe umstoßen; mit andern Worten: wenn sie mehr sind als – Deutsche; erst dann können sie einen »Deutschen Verein« bilden. Nicht in ihre Nationalität, nicht in den Mutterleib müssen sie zurückkehren wollen, um wiedergeboren zu werden, sondern in sich kehre Jeder ein. Wie lächerlich-sentimental, wenn ein Deutscher dem andern den Handschlag gibt und mit heiligem Schauer die Hand drückt, weil »auch er ein Deutscher ist«! Damit ist er was Rechtes! Aber das wird freilich so lange noch für rührend gelten, als man für »Brüderlichkeit« schwärmt, d. h. als man eine »Familiengesinnung« hat. Vom Aberglauben der »Pietät«, von der »Brüderlichkeit« oder »Kindlichkeit«, oder wie die weichmütigen Pietäts-Phrasen sonst lauten, vom Familiengeiste vermögen die Nationalen, die eine große Familie von Deutschen haben wollen, sich nicht zu befreien.


Q: http://gutenberg.spiegel.de/buch/der-ei ... um-4220/14
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon odiug » Sa 16. Dez 2017, 15:26

Dark Angel hat geschrieben:(16 Dec 2017, 12:26)

Hää? Wo siehst du einem "Exkurs über Soziobiologie"? Es geht um Evolution bzw evolutionäre Überlebensvorteile!
Nimm bitte zur Kenntnis, dass der Mensch weder außerhalb, noch über der Evolution und damit auch nicht außerhalb oder über der Biologie steht.
Pseudointellektuell ist ledigleich die (verbreitete) anthropozentrische Sichtweise.

Ja ja ja ... Sozialbilogie, Evolutionssoziologie ... nenn es wie du willst, es tut hier nichts zur Sache, erklärt nichts, bleibt eine nebolöse Spekulation, vor allem in den Händen von Laien, die mit ihrem abgelesenen Wikiwissen die Foren und Chaträume zumüllen. :rolleyes:
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon unity in diversity » Sa 16. Dez 2017, 15:31

krone hat geschrieben:(16 Dec 2017, 15:12)

Pass bloß auf das du nicht am Kreuz landest ,gab's ja schonmal.

Im weiteren halt ich das für ausgemachten Blödsinn.
Da lügt jemand sobald er das Maul aufreißt.

Zur verbindenden deutschen Kultur gehören keine diffamierenden Unterstellungen.
Klappt zwar nicht immer, sollte aber ruhig öfter funktionieren.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon schokoschendrezki » Sa 16. Dez 2017, 15:35

BlueMonday hat geschrieben:(16 Dec 2017, 15:15)

Naja, das konnte man aber auch schon vor den sogenannten "Existentialisten" klarer haben. Wobei es nun eigentlich das Eigentliche, die Eigenheit, der Selbstbesitz ist, und nicht die Freiheit:

Q: http://gutenberg.spiegel.de/buch/der-ei ... um-4220/11

Und wieder näher am ursprünglcihen Thema (aus der Zeit vor der Geburt der dt. Nation):

Q: http://gutenberg.spiegel.de/buch/der-ei ... um-4220/14


Max Stirners "Eigner" und Andreas Reckwitz' Singularitäten ... das ist schon eine interessante Parallelität. Max Stirner, leider habe ich zuwenig von und über ihn gelesen, gilt ja als krasser Außenseiter. Als eigentlicher Vorläufer existenzialisitischen Denkens wird ja meist Kierkegard genannt ...
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon krone » Sa 16. Dez 2017, 15:36

unity in diversity hat geschrieben:(16 Dec 2017, 15:31)

Zur verbindenden deutschen Kultur gehören keine diffamierenden Unterstellungen.
Klappt zwar nicht immer, sollte aber ruhig öfter funktionieren.

Den scheinheiligen jeden Blödsinn abzukaufen gehört dazu?
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon unity in diversity » Sa 16. Dez 2017, 15:44

krone hat geschrieben:(16 Dec 2017, 15:36)

Den scheinheiligen jeden Blödsinn abzukaufen gehört dazu?

Scheinheilig sind eher jene Nihilisten, die von Kulturalismus, Existenzialismus und anderen Ismen schwätzen.
Sinnlose Mitesser, die keine Gesellschaft brauchen und die keine Gesellschaft braucht.
Das sind Entartungen, die schon immer und überall nach der Schule verprügelt wurden.
Zuletzt geändert von unity in diversity am Sa 16. Dez 2017, 15:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon schokoschendrezki » Sa 16. Dez 2017, 15:49

Dark Angel hat geschrieben:(16 Dec 2017, 12:44)

Was soll das denn sein "der Kern des Menschseins"?

Die Antwort auf die Frage, worin eigentlich der Sinn besteht, als Mensch in die Welt "geworfen" zu sein. Und die Antwort lautet, dass es einen solchen Sinn nicht gibt. Und die nächste Schlussfolgerung lautet, dass man damit vor dem Problem oder der Aufgabe oder der Möglichkeit (je nachdem wie mans sieht), seinem Leben selbst einen Sinn zu geben. Genau das meint "Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt". Die Aktualität dieses Ansatzes besteht darin, dass diese unabweisbare Freiheit auch darin gesehen werden kann, soziale Verantwortung zu übernehmen, Siehe das Beispiel Think Twice weiter oben.

Es gibt wahrscheinlich ein Missverständnis auszuräumen: Philosophie lässt sich nicht auf "Erkenntnis" (wie in den Naturwissenschaften) reduzieren. Philosophische Gedankengebäude enthalten in der Regel auch eine Art Lebensumgangsentwurf. Schon allein diese Fähigkeit, diese Möglichkeit, die Entwicklung einer solchen Kulturpraxis, schon seit der Antike zeigt: Der Mensch ist mitnichten durch seine biologischen Gegebenheiten eingeschränkt.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon think twice » Sa 16. Dez 2017, 15:51

krone hat geschrieben:(16 Dec 2017, 15:12)

Pass bloß auf das du nicht am Kreuz landest ,gab's ja schonmal.

Im weiteren halt ich das für ausgemachten Blödsinn.
Da lügt jemand sobald er das Maul aufreißt.

Du solltest dich schon entscheiden, ob ich am Kreuz lande oder ausgemachten Blödsinn erzähle.
Es soll auch uebrigens auch schon Leute gegeben haben, die an ihrem eigenen Geifer erstickt sind.
Ein Deutschkurs könnte dir auch nicht schaden. Oder am besten gleich ein Integrationskurs. ;)
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon schokoschendrezki » Sa 16. Dez 2017, 16:02

unity in diversity hat geschrieben:(16 Dec 2017, 13:30)

Gutmenschen zählen nicht zur verbindenden deutschen Kultur, weil sie ihre Ziele nur auf Kosten anderer erreichen können.

Die ganze Verunglimpfung vom sogenannten "Gutmenschentum" ist derselbe Unsinn wie die von der angeblichen "Beanspruchung einer Deutungshoheit". Das eine läuft darauf hinaus, dass man nicht mehr machen dürfen soll, was alle machen. Und das andere läuft darauf hinaus, dass man nicht mehr sagen dürfen soll, was alle sagen.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon unity in diversity » Sa 16. Dez 2017, 16:07

schokoschendrezki hat geschrieben:(16 Dec 2017, 16:02)

Die ganze Verunglimpfung vom sogenannten "Gutmenschentum" ist derselbe Unsinn wie die von der angeblichen "Beanspruchung einer Deutungshoheit". Das eine läuft darauf hinaus, dass man nicht mehr machen dürfen soll, was alle machen. Und das andere läuft darauf hinaus, dass man nicht mehr sagen dürfen soll, was alle sagen.

Was er sagen will, darf er nicht sagen.
Und was er sagen darf, will er nicht sagen.
Geht es dir darum?
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Sextus Ironicus » Sa 16. Dez 2017, 16:16

schokoschendrezki hat geschrieben:(16 Dec 2017, 15:49)

Es gibt wahrscheinlich ein Missverständnis auszuräumen: Philosophie lässt sich nicht auf "Erkenntnis" (wie in den Naturwissenschaften) reduzieren. Philosophische Gedankengebäude enthalten in der Regel auch eine Art Lebensumgangsentwurf. Schon allein diese Fähigkeit, diese Möglichkeit, die Entwicklung einer solchen Kulturpraxis, schon seit der Antike zeigt: Der Mensch ist mitnichten durch seine biologischen Gegebenheiten eingeschränkt.


Der letzte Satz ist einfach ein sinnloser Satz. Mit einem Kalauer ließe sich sagen: Keiner denkt klüger, als er ist. Soll heißen: die Möglichkeiten des Menschen finden ihre Grenzen in seiner "natürlichen Ausstattung". Und wenn man daraus nun kein Sollen in irgendeiner Form ableitet, ist das auch eine ziemlich triviale Angelegenheit. Du kannst nun einmal nur wie ein Mensch denken, es gibt keine sogenannte Freiheit, plötzlich in den Delphin- oder den Fledermausmodus umzuschalten. Dein Denken bleibt also immer an das gebunden, was du bist: Ein Angehöriger der Gattung Mensch. Was daran problematisch sein soll, erschließt sich mir nicht.
… habe ich mich sorgsam bemüht, menschliche Tätigkeiten nicht zu verlachen, nicht zu beklagen und auch nicht zu verdammen, sondern zu begreifen. (Spinoza)
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Beitragvon schokoschendrezki » Sa 16. Dez 2017, 16:21

BlueMonday hat geschrieben:(16 Dec 2017, 15:15)
Und wieder näher am ursprünglcihen Thema (aus der Zeit vor der Geburt der dt. Nation):
Q: http://gutenberg.spiegel.de/buch/der-ei ... um-4220/14

Aus diesem zitierten Stirner-Text will ich nochmal eine Passage hervorheben. Und vielleicht kommen wir damit ja auch a) ein Stück weit zum aktuellen Thema zurück und b) an die aktuellen laufenden gesellschaftspolitischen Themen,
Max Stirner hat geschrieben:Verwiese man die Bienen auf ihr Bienentum, worin sie doch Alle einander gleich seien, so täte man dasselbe, was man jetzt so stürmisch tut, indem man die Deutschen auf ihr Deutschtum verweist.

Gestern bei einem Empfang in der israelischen Botschaft unser Bundespräsident Steinmeier:
Wer Flaggen verbrennt, versteht nicht, was es heißt deutsch zu sein.

Ein Satz, der mir wirklich schwer zu denken gibt. Fast suggeriert er, dass zur Flaggenverbrennungsablehnung notwendig Deutschsein gehört. Ich weiß, dass dieser Satz logisch-semantisch diese Interpretation nicht zwingend hergibt. Aber eine gewisse Suggestion liegt da schon in der Luft. Es gibt ein Buch, das (in deutscher Fassung) betitelt ist mit. "Ich liebe das Leben, und das Leben liebt mich . Was es heißt, Franzose zu sein", ich habs gelesen. Steinmeier sagt nicht: "... was es heißt Deutscher zu sein". Er sagt auch nicht "was es heißt, in Deutschland geboren zu sein" oder "seine Wurzeln in Deutschland zu haben" oder "deutsch zu sprechen" oder "sich der Vergangenheit Deutschlands bewusst zu sein" ... sondern: "deutsch zu sein". Nur mal überlegen: Was soll das eigentlich bedeuten: "deutsch sein" (anstelle von: "Deutscher sein"). Nicht als Herkunft sondern als Aggregatzustand. Wie kann ein Mensch, der Mama und Papa hat, Vorlieben, eine bestimmte Muttersprache "deutsch sein". Ehrlich gesagt: Ich war entsetzt. Das vorsichtigste, was ich dazu sagen kann: Dass diese Formulierung einfach unüberlegt und schlampig war. Dafür ist ein Mann wie Steinmeier aber eigentlich nicht der Typ.
Zuletzt geändert von schokoschendrezki am Sa 16. Dez 2017, 16:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Re:

Beitragvon unity in diversity » Sa 16. Dez 2017, 16:29

schokoschendrezki hat geschrieben:(16 Dec 2017, 16:21)

Aus diesem zitierten Stirner-Text will ich nochmal eine Passage hervorheben. Und vielleicht kommen wir damit ja auch a) ein Stück weit zum aktuellen Thema zurück und b) an die aktuellen laufenden gesellschaftspolitischen Themen,

Gestern bei einem Empfang in der israelischen Botschaft unser Bundespräsident Steinmeier:

Ein Satz, der mir wirklich schwer zu denken gibt. Fast suggeriert er, dass zur Flaggenverbrennungsablehnung notwendig Deutschsein gehört. Ich weiß, dass dieser Satz logisch-semantisch diese Interpretation nicht zwingend hergibt. Aber eine gewisse Suggestion liegt da schon in der Luft. Es gibt ein Buch, das (in deutscher Fassung) betitelt ist mit. "Ich liebe das Leben, und das Leben liebt mich . Was es heißt, Franzose zu sein", ich habs gelesen. Steinmeier sagt nicht: "... was es heißt Deutscher zu sein". Er sagt auch nicht "was es heißt, in Deutschland geboren zu sein" oder "seine Wurzeln in Deutschland zu haben" oder "deutsch zu sprechen" oder "sich der Vergangenheit Deutschlands bewusst zu sein" ... sondern: "deutsch zu sein". Nur mal überlegen: Was soll das eigentlich bedeuten: "deutsch sein" (anstelle von: "Deutscher sein"). Wie kann ein Mensch, der Mama und Papa hat, Vorlieben, eine bestimmte Muttersprache "deutsch sein". Ehrlich gesagt: Ich war entsetzt. Das vorsichtigste, was ich dazu sagen kann: Dass diese Formulierung einfach unüberlegt und schlampig war. Dafür ist ein Mann wie Steinmeier aber eigentlich nicht der Typ.

Also, kurz und bündig:
Ich bin deutsch, ein Stolzer zu sein.
Richtig?
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Re:

Beitragvon Sextus Ironicus » Sa 16. Dez 2017, 16:52

schokoschendrezki hat geschrieben:(16 Dec 2017, 16:21)

Aus diesem zitierten Stirner-Text will ich nochmal eine Passage hervorheben. Und vielleicht kommen wir damit ja auch a) ein Stück weit zum aktuellen Thema zurück und b) an die aktuellen laufenden gesellschaftspolitischen Themen,

Gestern bei einem Empfang in der israelischen Botschaft unser Bundespräsident Steinmeier:

Ein Satz, der mir wirklich schwer zu denken gibt. Fast suggeriert er, dass zur Flaggenverbrennungsablehnung notwendig Deutschsein gehört. Ich weiß, dass dieser Satz logisch-semantisch diese Interpretation nicht zwingend hergibt. Aber eine gewisse Suggestion liegt da schon in der Luft. Es gibt ein Buch, das (in deutscher Fassung) betitelt ist mit. "Ich liebe das Leben, und das Leben liebt mich . Was es heißt, Franzose zu sein", ich habs gelesen. Steinmeier sagt nicht: "... was es heißt Deutscher zu sein". Er sagt auch nicht "was es heißt, in Deutschland geboren zu sein" oder "seine Wurzeln in Deutschland zu haben" oder "deutsch zu sprechen" oder "sich der Vergangenheit Deutschlands bewusst zu sein" ... sondern: "deutsch zu sein". Nur mal überlegen: Was soll das eigentlich bedeuten: "deutsch sein" (anstelle von: "Deutscher sein"). Nicht als Herkunft sondern als Aggregatzustand. Wie kann ein Mensch, der Mama und Papa hat, Vorlieben, eine bestimmte Muttersprache "deutsch sein". Ehrlich gesagt: Ich war entsetzt. Das vorsichtigste, was ich dazu sagen kann: Dass diese Formulierung einfach unüberlegt und schlampig war. Dafür ist ein Mann wie Steinmeier aber eigentlich nicht der Typ.


Was gibt es daran auszusetzen, außer dass der BP halt wie immer im Schwurbelmodus spricht? Er hat ja eine ganz konkrete Fahne gemeint, und er hat auf seine typisch verquaste Beamtensprechweise eben versucht zu sagen, dass zum "Deutschsein" die Anerkennung jener besonderen Beziehung zu Israel gehört. Den Zündlern fehlt es eben an diesem Stück des kollektiven Gedächtnisses, das ein Teil der verbindenden deutschen Kultur ist (bzw. sie sch*ßen halt wie Neonazis auch drauf).
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon odiug » Sa 16. Dez 2017, 16:59

Sextus Ironicus hat geschrieben:(16 Dec 2017, 16:16)

Der letzte Satz ist einfach ein sinnloser Satz. Mit einem Kalauer ließe sich sagen: Keiner denkt klüger, als er ist. Soll heißen: die Möglichkeiten des Menschen finden ihre Grenzen in seiner "natürlichen Ausstattung". Und wenn man daraus nun kein Sollen in irgendeiner Form ableitet, ist das auch eine ziemlich triviale Angelegenheit. Du kannst nun einmal nur wie ein Mensch denken, es gibt keine sogenannte Freiheit, plötzlich in den Delphin- oder den Fledermausmodus umzuschalten. Dein Denken bleibt also immer an das gebunden, was du bist: Ein Angehöriger der Gattung Mensch. Was daran problematisch sein soll, erschließt sich mir nicht.

Das ist auch so eine Banalität.
Aber sie stimmt so auch nicht in ihrer Absolutheit, denn der Mensch kann seinen Erfahrungshorizont erweitern, weit über seine biologische Determination hinaus.
Außerdem hat er die Möglichkeit sein Wissen zu kulminieren, von der Höhlenzeichnung über die Bibliotheken bis hin zum Supercomputer.
Der Mensch ist eben nicht ausschließlich auf seine unmittelbare Erfahrung angewiesen, um sich in der Welt zurechtzufinden.
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Aber wir sind edel und gut, gerecht und unbestechlich und sorgen uns innig um das Wohlergehen unsrer Foristen.
Ich habe nun eine deutsche Tastatur ... äöüß :cool:

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