Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Dark Angel » So 22. Okt 2017, 17:46

Selina hat geschrieben:(22 Oct 2017, 17:23)

Siehste, das ist eben der Unterschied. Wenn bei mir einer klingelt, dem es nicht gut geht, der kann auch mal die dreckigen Latschen anlassen, auf den Boden kotzen oder beim Löffeln einer dringend benötigten warmen Suppe von mir aus auch kräftig schmatzen. Das hat meine Familie über Generationen so entwickelt, um deine Worte zu benutzen. Entscheidend ist nicht der beschmutzte Fußboden oder das laute Schmatzgeräusch, sondern die Notlage desjenigen, der um Einlass und Hilfe bittet.

Wenn der noch klingeln und um Hilfe bitten kann, kann er sich auch die Schuhe abputzen und sich an geltende Regeln halten, gewachsene Kultur akzeptieren. Ist er dazu nicht bereit, kann wieder gehen. Auch - noch so große - Hilfsbereitschaft hat ihre Grenzen und die sind genau da, wo der Gast/Hilfesuchende versucht, mir seine Regeln aufzuzwingen und meine Hilfsbereitschaft auszunutzen
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Selina » So 22. Okt 2017, 17:49

Leitkulturelle deutsche Kleinbürgersicht, kann man da nur sagen. Peinlich.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Dark Angel » So 22. Okt 2017, 17:52

think twice hat geschrieben:(22 Oct 2017, 17:48)

Ich glaube, bei dir fühlen sich die Gäste auf jeden Fall wohler als bei DA. :)

Tja - es ist mein Haus und da will ich mich wohlfühlen. Ich bin gerne bereit, Einschränkungen in bestimmten Grenzen auf mich zu nehmen. Ich bin allerdings nicht zur Selbstverleugnung und Selbstaufgabe bereit, nur damit der Gast sich wohlfühlt.
Fühlt sich der Gast, durch das Akzeptieren und Einhalten bestimmter Regeln in seinem Wohlbefinden gestört, dann kann er gerne und schnell wieder gehen.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Ein Terraner » So 22. Okt 2017, 17:57

Oh, geht es schon wieder darum wie man sich kulturell richtig den Hintern abwischt.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon relativ » So 22. Okt 2017, 17:57

Dark Angel hat geschrieben:(22 Oct 2017, 18:52)

Tja - es ist mein Haus und da will ich mich wohlfühlen. Ich bin gerne bereit, Einschränkungen in bestimmten Grenzen auf mich zu nehmen. Ich bin allerdings nicht zur Selbstverleugnung und Selbstaufgabe bereit, nur damit der Gast sich wohlfühlt.
Fühlt sich der Gast, durch das Akzeptieren und Einhalten bestimmter Regeln in seinem Wohlbefinden gestört, dann kann er gerne und schnell wieder gehen.

Seit ihr sicher, daß ihr über dieselben "Gäste" redet?
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Dark Angel » So 22. Okt 2017, 18:01

Selina hat geschrieben:(22 Oct 2017, 18:49)

Leitkulturelle deutsche Kleinbürgersicht, kann man da nur sagen. Peinlich.

Hat mit Kleinbürgersicht nicht das Geringste zu tun, sondern mit gesundem Selbsterhaltungstrieb.
DU kannst dich ja gerne ausnutzen lassen, kannst dich gerne aus deinem Haus vertreiben und dich zur Sklavin deiner Gäste machen lassen, kannst dich bis zur Selbstaufgabe verleugnen, bis hin zum Selbsthass. Ist dir unbenommen.
Moralisch überlegen bist du damit noch lange nicht - eher das Gegenteil.
Peinlich ist nicht die Akzeptanz einer (eigenen) verbindenden Kultur bzw das Bekenntnis zu einer (eigenen) verbindenden Kultur, peinlich ist deren Leugnung. Das ist übrigens typisch deutsch, das findest du nirgendwo sonst.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Dark Angel » So 22. Okt 2017, 18:04

relativ hat geschrieben:(22 Oct 2017, 18:57)

Seit ihr sicher, daß ihr über dieselben "Gäste" redet?

Naja - ich bin es eigentlich gewöhnt, dass "meine" Gäste auch die Regeln kennen und akzeptieren, die bei mir gelten, so wie ich mich im Gegenzug mit den Regeln vertraut mache und diese akzeptiere, die bei denen gelten, wo ich zu Gast bin.

"Gäste" die sich nicht an (bei mir) geltende Regeln halten wollen, diese nicht akzeptieren wollen, sind keine Gäste, sondern Invasoren.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon relativ » So 22. Okt 2017, 18:07

Dark Angel hat geschrieben:(22 Oct 2017, 19:04)

Naja - ich bin es eigentlich gewöhnt, dass "meine" Gäste auch die Regeln kennen und akzeptieren, die bei mir gelten, so wie ich mich im Gegenzug mit den Regeln vertraut mache und diese akzeptiere, die bei denen gelten, wo ich zu Gast bin.

Also um mal Konkret zu werden und ein wenig zu überspitzen, wenn bei dir jemand anschellt, blutüberströmt und um Hilfe fleht, dann erwartest du, daß er sich erstmal die Schuhe auszieht und sich sein Gesicht wäscht?
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Zunder » So 22. Okt 2017, 18:23

Ein Terraner hat geschrieben:(22 Oct 2017, 18:57)

Oh, geht es schon wieder darum wie man sich kulturell richtig den Hintern abwischt.

Du kannst ja mal völlig kulturfrei einem Araber zur Begrüßung die linke Hand reichen.
Immerhin kommt sie ja vom Herzen.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Ein Terraner » So 22. Okt 2017, 19:17

Zunder hat geschrieben:(22 Oct 2017, 19:23)

Du kannst ja mal völlig kulturfrei einem Araber zur Begrüßung die linke Hand reichen.
Immerhin kommt sie ja vom Herzen.

Kannst ja mal einen Australier einen Daumen hoch geben und in England mit Bier beim Public Viewing auftauchen.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Zunder » So 22. Okt 2017, 19:36

Ein Terraner hat geschrieben:(22 Oct 2017, 20:17)

Kannst ja mal einen Australier einen Daumen hoch geben und in England mit Bier beim Public Viewing auftauchen.

Schieben sich Australier beim Abwischen den Daumen in den Hintern?
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Ein Terraner » So 22. Okt 2017, 19:52

Zunder hat geschrieben:(22 Oct 2017, 20:36)

Schieben sich Australier beim Abwischen den Daumen in den Hintern?

Nein, aber auch hier kann durch unbedachte Kommunikation ein Problem entstehen.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Zunder » So 22. Okt 2017, 20:14

Ein Terraner hat geschrieben:(22 Oct 2017, 20:52)

Nein, aber auch hier kann durch unbedachte Kommunikation ein Problem entstehen.

Genau. Die "unreine Hand" zu reichen, ist ein Zeichen "unbedachter Kommunikation". Mit einem Verstoß gegen arabische Sitten hat das nämlich nichts zu tun. Da kämen wir ja in die Nähe von "Kultur". Jessasmariaundjosef - bloß des net.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Ein Terraner » So 22. Okt 2017, 20:28

Zunder hat geschrieben:(22 Oct 2017, 21:14)

Genau. Die "unreine Hand" zu reichen, ist ein Zeichen "unbedachter Kommunikation". Mit einem Verstoß gegen arabische Sitten hat das nämlich nichts zu tun. Da kämen wir ja in die Nähe von "Kultur". Jessasmariaundjosef - bloß des net.

Was auch sonst Sitten sind ja auch ein Teil dieses Mülleimers namens Kultur. Aber lass mich doch mal googeln woher das kommt das man auch in Europa die Rechte Hand zur Begrüßung bevorzugt.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Zunder » So 22. Okt 2017, 20:34

Der unterschied zwischen einer "Bevorzugung" und einer "Beleidigung" ist dir aber schon geläufig?
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Ein Terraner » So 22. Okt 2017, 20:47

Zunder hat geschrieben:(22 Oct 2017, 21:34)

Der unterschied zwischen einer "Bevorzugung" und einer "Beleidigung" ist dir aber schon geläufig?


Das hat was mit Sprache und Kommunikation zu tun, deswegen auch das mit den Australiern, ein und dasselbe kann die unterschiedlichsten Dinge bewirken. Wir haben so viel von den Arabern übernommen, ich kann mir schon gut vorstellen woher das bei uns mit der rechten Hand kommt.

P.S. So wirklich viel ist darüber nicht zu finden, aber zwei Hauptargumente stechen durch, Hygiene und die leere Waffenhand.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Dark Angel » So 22. Okt 2017, 21:40

relativ hat geschrieben:(22 Oct 2017, 19:07)

Also um mal Konkret zu werden und ein wenig zu überspitzen, wenn bei dir jemand anschellt, blutüberströmt und um Hilfe fleht, dann erwartest du, daß er sich erstmal die Schuhe auszieht und sich sein Gesicht wäscht?

Nee - dann rufe ich den Rettungsdienst und leiste erste Hilfe, so weit mir das möglich ist.
Außerdem habe ich nicht gesagt "Schuhe ausziehen", sondern abputzen. Wenn's nicht grade "Mistgabeln mit den Zinken nach unten regnet", passiert das bereits, wenn er über'n Abtreter schlurft.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Selina » So 22. Okt 2017, 21:59

relativ hat geschrieben:(22 Oct 2017, 19:07)

Also um mal Konkret zu werden und ein wenig zu überspitzen, wenn bei dir jemand anschellt, blutüberströmt und um Hilfe fleht, dann erwartest du, daß er sich erstmal die Schuhe auszieht und sich sein Gesicht wäscht?


:thumbup: Gut auf den Punkt gebracht.
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 23. Okt 2017, 08:10

Dark Angel hat geschrieben:(22 Oct 2017, 22:40)

Nee - dann rufe ich den Rettungsdienst und leiste erste Hilfe, so weit mir das möglich ist.
Außerdem habe ich nicht gesagt "Schuhe ausziehen", sondern abputzen. Wenn's nicht grade "Mistgabeln mit den Zinken nach unten regnet", passiert das bereits, wenn er über'n Abtreter schlurft.


Das alles ist gar nicht der Punkt. Sondern dass man am Prinzip einer demokratisch zustande gekommenden Rechtsordnung vorbei den Kultur-Begriff zu politisieren versucht. Es gibt das "vorsätzliche Eindringen gegen den Willen des Berechtigten in näher bestimmte Räumlichkeiten", nennt sich "Hausfriedensbruch" und steht als Paragraph 123 im deutschen Strafgesetzbruch. Hier in einem politischen Forum ginge es weit eher darum, weshalb an solchen Regelungen vorbei irgendwelche ominösen "ungeschriebenen Gesetze" politisch verbindlich etabliert werden sollen. Das ist vor allem eins: Antiliberal.

Man muss sich als Vergleich immer vor Augen halten: Ungewöhnliche, irritierende, extreme Aktionen könnten theoretisch immer auch Bestandteil einer avantgardistischen Kunstaktion sein. Dass man - wie der österreichische Aktionskünstler Wolfgang Flatz - eine tote Kuh aus 40 Metern Höhe abwirft, gehört ganz sicher nicht zu "unserer Kultur". Es ist ganz einfach rechtlich abzuklären, ob das legal ist oder nicht. Bzw. es gibt über den Vorgang der Gesetzesinitiative die Möglichkeit, im Parlament enstprechende Gesetze einzubringen. Ansonsten muss es in einer demokratischen Gesellschaft unter allen Umständen erlaubt bleiben, alles gesetzlichverträgliche auch tun zu dürfen. Und das ist nicht nur irgendeine Nebenangelegenheit. Sondern das betrifft das Zentrum, das Herz, den Kern demokratischer Gesellschaften.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
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Re: Gibt es eine verbindende Deutsche Kultur?

Beitragvon Dark Angel » Mo 23. Okt 2017, 09:30

schokoschendrezki hat geschrieben:(23 Oct 2017, 09:10)

Das alles ist gar nicht der Punkt. Sondern dass man am Prinzip einer demokratisch zustande gekommenden Rechtsordnung vorbei den Kultur-Begriff zu politisieren versucht. Es gibt das "vorsätzliche Eindringen gegen den Willen des Berechtigten in näher bestimmte Räumlichkeiten", nennt sich "Hausfriedensbruch" und steht als Paragraph 123 im deutschen Strafgesetzbruch. Hier in einem politischen Forum ginge es weit eher darum, weshalb an solchen Regelungen vorbei irgendwelche ominösen "ungeschriebenen Gesetze" politisch verbindlich etabliert werden sollen. Das ist vor allem eins: Antiliberal.

Man muss sich als Vergleich immer vor Augen halten: Ungewöhnliche, irritierende, extreme Aktionen könnten theoretisch immer auch Bestandteil einer avantgardistischen Kunstaktion sein. Dass man - wie der österreichische Aktionskünstler Wolfgang Flatz - eine tote Kuh aus 40 Metern Höhe abwirft, gehört ganz sicher nicht zu "unserer Kultur". Es ist ganz einfach rechtlich abzuklären, ob das legal ist oder nicht. Bzw. es gibt über den Vorgang der Gesetzesinitiative die Möglichkeit, im Parlament enstprechende Gesetze einzubringen. Ansonsten muss es in einer demokratischen Gesellschaft unter allen Umständen erlaubt bleiben, alles gesetzlichverträgliche auch tun zu dürfen. Und das ist nicht nur irgendeine Nebenangelegenheit. Sondern das betrifft das Zentrum, das Herz, den Kern demokratischer Gesellschaften.

Ich politisiere gar nichts. Es geht darum, dass jede Kultur neben geltendem Recht auch ungeschriebene Regeln, Wert- und Moralvorstellungen hat, die man als Immigrant in diese Kultur zu akzeptieren und an die man sich anzupassen hat.
Das gilt im Kleinen (Familie) wie im Großen (Gesellschaft). Ohne eine solche Akzeptanz und Anpassung funktioniert ein Zusammenleben nicht. Es reicht halt nicht, sich nur an geltendes Recht, an Gesetze zu halten, es müssen auch ungeschriebene Regeln akzeptiert und sich an diese angepasst werden. Kommt keiner auf die Idee, in Unterhose und Bademantel zur Arbeit oder einkaufen zu gehen, nur weil das nicht ausdrücklich verboten ist. Kommt auch keiner auf die Idee, das als "avantgardistisch" zu betrachten, genauso wenig kann ein archaisches Menschen- und Frauenbild oder archaische Ehrvorstellungen als "avantgardistisch" betrachtet werden.
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