Kulturelle Sicherheit: CDU-Mann Spahn will Restaurantbesucher (und sich) schützen

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Kulturelle Sicherheit: CDU-Mann Spahn will Restaurantbesucher (und sich) schützen

Beitragvon frems » So 13. Aug 2017, 20:24

Nun könnte man meinen, wenn der Service und das Auftreten des Personals in einem Lokal nicht den persönlichen Erwartungen entsprechen, sucht man das Restaurant nicht wieder auf, sondern geht zu jenen, die das anbieten, was man sich erhofft. Bei ganz großer Empörung brüllt man noch auf Yelp herum, um andere Personen vor diesem tragischen Erlebnis zu beschützen.

Der besorgte Katholik Jens Spahn aus Ahaus-Ottenstein (Landkreis Borken) von der Verbotspartei CDU sieht das aber anders und spricht im Wahlkampf die wichtigen Themen unseres Landes an, die ihn zugleich in seinem Alltag sehr beunruhigen und für ihn unerträglich sind. Schließlich geht's doch auch irgendwie um Sicherheit. Und Sicherheit ist immer sehr, sehr gut. Vor allem in Restaurants, Kneipen, Hotels und sonstigen Etablissements des täglichen Wirtschaftslebens einer Großstadt. Endlich sagt's mal einer! Oder?
CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn ist genervt davon, dass er in der immer internationaler werdenden Hauptstadt Berlin mit der deutschen Sprache bisweilen nicht mehr weiterkommt. „Mir geht es zunehmend auf den Zwirn, dass in manchen Berliner Restaurants die Bedienung nur Englisch spricht“, sagte der Staatssekretär im Bundesfinanzministerium der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. [...]

Er vertrete Werte, die er für zeitlos gültig halte. Dazu gehöre auch die kulturelle Sicherheit. „Kulturelle Sicherheit ist das Bedürfnis, eine Heimat zu haben, sich zu Hause zu fühlen. Menschen wollen im Alltag wissen können, was sie erwartet und dass sich nicht ständig alles verändert“, so Spahn.

https://www.welt.de/politik/deutschland ... nervt.html

Mal ein privates Erlebnis zum Thema von mir (Zitatform zur Vermeidung von Vollzitaten):
Ich habe einige Jahre in Berlin gelebt und bin ziemlich vielen Lokalen herumgekommen. Dass eine Bedienung kaum/kein Deutsch konnte, erlebte ich nur einmal in einer Eckkneipe in... *Trommelwirbel*... Neukölln! Wo auch sonst? :eek:

Da waren hinterm Tresen zwei junge Studentinnen, eine aus Deutschland (Berliner Kodderschnauze war nicht zu überhören) und eine aus Griechenland. Mit letzterer unterhielt ich mich kurz, da ich neugierig wurde. Sie sei für ein Jahr in Deutschland (Erasmus-Austauschprogramm), besuchte einen englischsprachigen (¡Dios mío! :eek: ) Studiengang und wollte sich mit dem Job, den sie als Unionsbürgerin ja ohne Aufwand ausüben durfte, ein paar Euro dazuverdienen, da ihre Eltern sie kaum unterstützen können und die Erasmus-Förderung nicht zum Leben reicht. Nebenbei machte sie einen Deutschkurs, aber traute sich noch nicht so recht, auf Deutsch zu antworten. Sie wollte jedoch, dass man selbst mit ihr Deutsch redet, damit sie besser wird.

Wenn sie etwas nicht verstand, hat der Kunde es eben auf Englisch gesagt oder ihre deutsche Kollegin (und zugleich Kommilitonin) nebenan sprang ihr zur Seite. Letzteres beobachtete ich von meinem Platz aus aber auch nur ein einziges Mal am Abend, da es kaum alte Menschen (also ab Spahn aufwärts) in dem Lokal gab.

Mir war bis heute nicht klar, dass die kulturelle Sicherheit nicht mehr gewährleistet wurde und ich bin zugleich irritiert, da sich die Gäste meiner Einschätzung nach nicht massiv bedroht fühlten, sondern einen schönen Abend hatten und sich genau wie meine Freunde und ich amüsierten. Jetzt weiß ich aber dank Spahn, dass wir es aufgrund der Übeltäterin mit einer hohen Gefahrenlage und viel Unsicherheit zu tun hatten. Schmeckt da einem das Bier überhaupt noch?

Und hattet Ihr (rückblickend) ähnlich traumatische Erlebnisse mit englischsprachigem Personal in Lokalen? In Deutschland wohl gemerkt. Man weiß ja, dass manch deutscher Pauschaltourist ebenfalls wie Spahn sehr wütend wird und roten Kopf bekommt, wenn auf Malle nicht jedes Zimmermädchen oder Rezeptionist fließend Deutsch spricht. Das Szenario ist aber nicht gemeint.

Und mal in die Runde gefragt: wie stark, mächtig und überlegen ist eigentlich eine Kultur, deren Existenz in allen Winkeln Deutschlands bereits von ein paar englischsprechenden Barkeepern und Kellnerinnen in Berlin bedroht wird?

Und was schlagt Ihr vor? Berufsverbot für Menschen ohne gute Deutschkenntnisse, selbst wenn sie auf dem Markt einen Arbeitgeber finden, der sie einstellen würde? Alle betroffenen Leute einsperren oder abschieben? Und was machen wir mit Geschäftsleuten und Touristen, die kein Deutsch können? Einreiseverbot? Oder zumindest eine Obergrenze, damit es -- um im Sprachgebrauch vom CDU-Mann zu bleiben -- noch "erträglich" bleibt? :?:

(@Mods: könnt es auch gerne in "8. Gesellschaft", "9. Offenes Forum" oder bei Bedarf "21. Innere Sicherheit" verschieben; ich hab einfach "Wirtschaft" gewürfelt, weil's ja vor allem einen bestimmten Wirtschaftszweig betrifft. Wäre aber auch nachvollziehbar, wenn manch einer "Integration" oder so für besser hält)
Zuletzt geändert von frems am So 13. Aug 2017, 20:35, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kulturelle Sicherheit: CDU-Mann Spahn will Restaurantbesucher (und sich) schützen

Beitragvon Quatschki » So 13. Aug 2017, 20:35

Wahlkampf.
Der Mann glaubt wahrscheinlich, ein Thema gefunden zu haben, das bestimmten Wählern gefallen könnte und mit dem man sie zur CDU zurückholen kann.
Was menschlicher Wahn erschuf, kann durch menschliche Einsicht überwunden werden.
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Re: Kulturelle Sicherheit: CDU-Mann Spahn will Restaurantbesucher (und sich) schützen

Beitragvon frems » So 13. Aug 2017, 20:37

Quatschki hat geschrieben:(13 Aug 2017, 21:35)

Wahlkampf.
Der Mann glaubt wahrscheinlich, ein Thema gefunden zu haben, das bestimmten Wählern gefallen könnte und mit dem man sie zur CDU zurückholen kann.

Meinst Du mit bestimmten Wählern die Wähler einer Partei, die englische Geburtstagslieder bei privaten Veranstaltungen verbieten möchte und keine englischsprachigen Lieder mehr im Radio hören möchte, selbst wenn die Hörer sie mögen und deshalb einschalteten? :?:
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Re: Kulturelle Sicherheit: CDU-Mann Spahn will Restaurantbesucher (und sich) schützen

Beitragvon Billie Holiday » So 13. Aug 2017, 20:46

Wenn jemand mit mir englisch redet, rede ich auch sofort englisch. :cool:
Traumatische Erlebnisse hatte ich noch nicht, ich werde mehrheitlich auf deutsch angesprochen, manchmal auch auf platt, was mir mehr Schwierigkeiten bereitet, da ich es gut verstehe, aber nicht gut spreche.

Meine Güte, in touristisch beliebten Gegenden oder dort, wo viele Fremdsprachler rumflattern, ist Englisch doch ein gutes Mittel der Verständigung.
Außerdem wertschötze ich jeden, der sich ein paar müde Euros durch Jobs in der Gastronomie verdient. Wenn mir jemand nett mein Essen bringt und mich anlächelt, ist es mir wurscht, in welcher Sprache. Irgendwie verständigt man sich doch immer. Extrawünsche muß man dann geduldig erklären, bis es sitzt.

Im übrigen habe ich diverse Wörterbücher, um mich im Ausland ein wenig in der Landessprache zu verständigen, ich erwarte auch auf Malle nicht, dass jedes Zimmermädchen deutsch spricht. Meist rede ich die Leute eh auf englisch an.

Meine Identität ist nicht in Gefahr. :D
Der soll sich mal wieder beruhigen, gibt auch Englischkurse in jeder VHS.
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Re: Kulturelle Sicherheit: CDU-Mann Spahn will Restaurantbesucher (und sich) schützen

Beitragvon Quatschki » So 13. Aug 2017, 20:52

frems hat geschrieben:(13 Aug 2017, 21:37)

Meinst Du mit bestimmten Wählern die Wähler einer Partei, die englische Geburtstagslieder bei privaten Veranstaltungen verbieten möchte und keine englischsprachigen Lieder mehr im Radio hören möchte, selbst wenn die Hörer sie mögen und deshalb einschalteten? :?:

Meinst Du die SED?
Ja das waren noch Zeiten, als kaum einer Englisch konnte, und man die Texte nur in Lautschrift aus den imperialistischen Propagandasendern mitschreiben konnte und dies von System als mangelndes Bekenntnis zu Unseren sozialistischen Werten aufgefasst wurde

Aber die Wahlen sind ja erst im September, von daher gibt es zum jetzigen Zeitpunkt noch keine "Wähler einer Partei" und an das, was ich vor vier Jahren gewählt hatte, möchte ich mich garnicht erinnern, geschweige denn als "Wähler dieser Partei" bezeichnet werden, obwohl ich es formal bis September noch bin...
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Re: Kulturelle Sicherheit: CDU-Mann Spahn will Restaurantbesucher (und sich) schützen

Beitragvon Weltregierung » So 13. Aug 2017, 20:58

Ich lebe jetzt seit über 4 Jahren in Berlin und habe noch nie erlebt, dass eine Bedienung sich nicht auf Deutsch verständigen konnte. Vermutlich gehe ich einfach in die falschen Restaurants und Kneipen.

Wie dem auch sei, bei einem wie auch immer gearteten kulturellen Problem mit dem Personal eines Restaurants, empfiehlt es sich, in Zukunft einfach ein anderes Restaurant mit höherer kultureller Sicherheit aufzusuchen. Davon gibt es in Berlin nun wirklich mehr als genug.
https://www.youtube.com/watch?v=xc80T5QuwQA

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Re: Kulturelle Sicherheit: CDU-Mann Spahn will Restaurantbesucher (und sich) schützen

Beitragvon Ammianus » So 13. Aug 2017, 20:58

frems hat geschrieben:(13 Aug 2017, 21:37)

Meinst Du mit bestimmten Wählern die Wähler einer Partei, die englische Geburtstagslieder bei privaten Veranstaltungen verbieten möchte und keine englischsprachigen Lieder mehr im Radio hören möchte, selbst wenn die Hörer sie mögen und deshalb einschalteten? :?:


Man kann Spahns Quatsch als das bezeichnen was es ist und auch als Realsatire darstellen. Auch über die Meinungsäußerung einer Petry darf der Kopf geschüttelt werden, die Schultern gezuckt oder auch beides gleichzeitig. Aber User frems, muss man auch gleich lügen? Denn leider User frems lügst du nachweislich.
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Re: Kulturelle Sicherheit: CDU-Mann Spahn will Restaurantbesucher (und sich) schützen

Beitragvon frems » So 13. Aug 2017, 21:09

Ammianus hat geschrieben:(13 Aug 2017, 21:58)

Man kann Spahns Quatsch als das bezeichnen was es ist und auch als Realsatire darstellen. Auch über die Meinungsäußerung einer Petry darf der Kopf geschüttelt werden, die Schultern gezuckt oder auch beides gleichzeitig. Aber User frems, muss man auch gleich lügen? Denn leider User frems lügst du nachweislich.

Was'n nu schon wieder Dein Problem? Hab ich einen Rückzieher nachweislich und lügend übersehen? :?:
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Re: Kulturelle Sicherheit: CDU-Mann Spahn will Restaurantbesucher (und sich) schützen

Beitragvon Ammianus » So 13. Aug 2017, 21:45

Red dich nicht raus. "eine(r) Partei, die englische Geburtstagslieder bei privaten Veranstaltungen verbieten möchte" gibt es nicht. Dieses ist dir genau so bekannt wir mir.
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Re: Kulturelle Sicherheit: CDU-Mann Spahn will Restaurantbesucher (und sich) schützen

Beitragvon Uffhausen » So 13. Aug 2017, 23:27

Ich bin nicht aus Berlin, sondern aus dem Südwesten Baden-Württembergs - ich hoffe, ich darf trotzdem mitreden. :)

Es ist schon mal vorgekommen, dass mir die Kassiererin in unserem innerstädtischen Supermarkt, den von mir zu zahlenden Preis auf Englisch nannte - ich kam direkt nach einer englisch sprechenden Gruppe Studenten (Verzeihung - Studierenden! :rolleyes: ) dran, zu denen sie mich wohl auch zählte. Ich fragte höflich "Wie bitte?" und sie sprach wieder deutsch.

Vor ein paar Wochen hatte ich im selben Supermarkt ein für mich doch beklemmendes Erlebnis, weil von den zu jenem Zeitpunkt einkaufenden Kunden, an welchen ich vorbeikam, kein einzigster auch nur ein Wort deutsch gesprochen hat. Hat gleich angefangen am Pfandautomat, wo eine Mutter mit ihrem kleinen Kind schimpfte, weil es die Flasche verkehrt in die Öffnung steckte - auf russisch. Das Kind plärrte auf russisch zurück. Bei den Getränken stand ein Paar, das sich auf italienisch unterhielt. Bei den Süßwaren standen drei Asiatinnen und quasselten auf ihrer Landessprache. Bei den Kühlregalen hörte ich irgendeine jugoslawische Sprache, desweiteren türkisch oder sonstwas arabisches und dann wieder russisch. Egal ob groß oder klein, ob jung oder alt - alle sprachen eine Sprache, derer ich nicht mächtig bin. Erst von der Kassierein hörte ich wieder ein deutsches Wort.
In erster Linie hat mich dieses Erlebnis verunsichert - freilich werden die allermeisten dieser Leute ausreichend deutsch sprechen und verstehen, aber trotzdem. Ich stellte mir vor, ich bräuchte irgendwie Hilfe und keine würde mich verstehen. Ich dachte an meine Verwandten, die vor über zwanzig Jahren in die USA ausgewandert sind und heute ernsthafte Probleme haben mit der deutschen Sprache haben. Ich dachte an meine russischen Nachbarn, die seit 25 Jahren in Deutschland leben, die aber immenoch keinen einzigen Satz fehlerfrei auf deutsch aussprechen können. Ich dachte an meine slowakischen Kollegen im Geschäft, die erst seit drei Jahren in Deutschland sind, vergleichsweise fließend deutsch sprechen können UND sogar unseren schwäbischen Dialekt tw. angenommen haben! :thumbup:

Ja, ich habe ein Problem mit den vielen ausländischen Sprachen in Deutschland. Eine gemeinsame Sprache ist für mich ausschlaggebend für Integration. Geburtsland, Hautfarbe, Glauben, politische Einstellung sind mir herzlich wurscht. Wobei mir vielerlei ausländisch bspw. in einer Touristenhochburg nicht wundern/ärgern würde, oder ein englisch sprechender Kellner in einer Weltstadt wie bspw. Berlin. Es wundert/ärgert mich auch nicht, wenn ich eine Dönerbude in Deutschland betrete und die Bedienungen unterhalten sich nebenher auf türkisch - gehört irgendwie dazu. Genauso wie beim Italiener. Aber es widert mich regelrecht an, wenn ich eine deutsche Bäckerei betrete und die Verkäuferin unterhält sich vor aller Kundschaft lauthals und unverblümt mit ihrer Kollegin auf russisch, als wäre es das normalste auf der Welt. :mad:

Ich frage mich, woher diese vielen, vielen ausländischen Mitbürger diese "selbstherrliche Selbstverständlichkeit" hernehmen, in Deutschland nicht deutsch sprechen zu müssen - und dann gar noch Integrationsschwierigkeiten, bzw. -unwillen ausgehend von uns Deutschen beklagen... :?:
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Re: Kulturelle Sicherheit: CDU-Mann Spahn will Restaurantbesucher (und sich) schützen

Beitragvon Dampflok94 » Mo 14. Aug 2017, 08:21

Weltregierung hat geschrieben:(13 Aug 2017, 21:58)Ich lebe jetzt seit über 4 Jahren in Berlin und habe noch nie erlebt, dass eine Bedienung sich nicht auf Deutsch verständigen konnte. Vermutlich gehe ich einfach in die falschen Restaurants und Kneipen.

Ich lebe seit meiner Geburt in dieser Stadt und habe so einen Laden noch nicht erlebt. Es wird wohl so was geben, aber ist sicherlich kein Massenphänomen. Herr Spahn sieht da wohl weiße Mäuse.
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Re: Kulturelle Sicherheit: CDU-Mann Spahn will Restaurantbesucher (und sich) schützen

Beitragvon Ammianus » Mo 14. Aug 2017, 08:33

Na ja, Spahn versucht auf plumpeste Art bei Populismusanfälligen Wählerstimmen zu fischen. Szenen wie von Uffhausen beschrieben finden sich natürlich in Berlin. Wie auch Gespräche zwischen jungen Asiaten - wohl Vietnamesen - im normalsten Deutsch, was ich auch schon bei Schwarzen beobachtet habe. Berlin ist nun mal eine der angesagtesten Städte in der Welt.
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Re: Kulturelle Sicherheit: CDU-Mann Spahn will Restaurantbesucher (und sich) schützen

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mo 14. Aug 2017, 09:25

Wer nach Berlin geht, ist selber schuld. Geht's nach London, da kann auch kaum wer richtig englisch.
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Re: Kulturelle Sicherheit: CDU-Mann Spahn will Restaurantbesucher (und sich) schützen

Beitragvon watisdatdenn? » Mo 14. Aug 2017, 09:39

Der Mann hat Probleme...
Ich war in Berlin (Neukölln) und überrascht wie wenig Ausländer (sicher unter der Hälfte der Passanten) da sind. Flüchtlinge sieht man auch fast keine.

Der soll mal in meine Stadt kommen und wir gehen auf einen bestimmten Spielplatz. Da wäre er dann froh, wenn die Leute Englisch reden würden und wenn mehr Russen da wären, so dass man optisch nicht zu krass in der Minderheit ist.

Das ist das Problem:
Die Berliner sind kaum mit der massenhaften Zuwanderung konfrontiert und können sich deswegen keine realistische Meinung bilden.
In Berlin hab ich in Neukölln keine Arabergang gesehen die bewusst den ganzen Bürgersteig blockiert.. In meiner Heimatstadt gehört das jetzt seit 2 Jahren zur Alltagserfahrung.

Der Königsteiner Schlüssel ist unfair aufgebaut! Diejenigen die nach Flüchtlingen schreien bekommen kaum welche, und jene die sie nicht wollen bekommen sie massenhaft.

Ich habe mich vorgestern auf dem Spielplatz (einem anderen als oben gemeinten) mit zwei Ausländern auch auf Englisch unterhalten.
Eine war geborene Vietnamesin (ging dann nach England, dann nach Spanien und ist jetzt in meiner Heimatstadt) der andere ein spanischer Nato-Offizier.
War ein sehr nettes Gespräch. Eine Mischung aus Deutsch, Englisch und Spanisch.
Der Nato-Offizier hatte aber auch sehr große Bedenken was die Flüchtlinge angeht und ist interessiert wie die Wahl in Deutschland ausgeht.
Gegen Migranten aus Ostasien und Europa ist nichts zu sagen. Die integrieren sich Ratz Fatz. Problematisch ist das Klientel aus West und Mittelasien, dem vorderen Orient und Afrika.
Hm... Eigentlich vor allem bei den islamischen Ländern.
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Re: Kulturelle Sicherheit: CDU-Mann Spahn will Restaurantbesucher (und sich) schützen

Beitragvon Milady de Winter » Mo 14. Aug 2017, 10:34

MOD - anknüpfend an den letzten Beitrag hier: es geht hier um Sprache. Es geht nicht um Flüchtlinge per se, es geht nicht um "den Islam", und schon gar nicht um kriminelle Ausländer. Dafür gibt es massenhaft eigene Stränge. Wenn diese Richtung hier eingeschlagen wird, werden entsprechende Beiträge sofort in der Ablage versenkt. Haltet Euch bitte an das im Eröffnungsbeitrag vorgegebene Thema oder diskutiert Eure Anliegen in den dafür vorgesehenen Strängen/Foren! Danke für Eure Kooperation.
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Re: Kulturelle Sicherheit: CDU-Mann Spahn will Restaurantbesucher (und sich) schützen

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 14. Aug 2017, 10:46

Ziemlicher Blödsinn von Spahn. Um welche Restaurants handelt es sich denn? Und sprechen da dann alle nur Englisch oder war es nur die eine Bedienung?
Was sagt er wohl dazu, dass an vielen Unis nur noch in der Wissenschaftssprache Englisch gelehrt wird?
Englisch wird immer wichtiger in der Welt, vllt. sollte Spahn einen Kurs an der VHS belegen, um seine kulturelle Sicherheit zurück zu erlangen. Dann klappt es auch beim Mäcces in LA.
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Re: Kulturelle Sicherheit: CDU-Mann Spahn will Restaurantbesucher (und sich) schützen

Beitragvon Jekyll » Mo 14. Aug 2017, 10:49

Englisch ist Weltsprache. Und Berlin eine...Weltstadt?

Abgesehen davon sollte es nicht mal ein Problem sein, wenn jemand vom Personal auch mal ein türkisches Wort fallen lässt. Immerhin leben hier in Berlin viele viele Türken. In ferner Zukunft wird sich eh eine neue Sprache gebildet haben, ein Mischmasch aus Deutsch, Englisch, Türkisch, Japanisch und was weiß ich noch alles. Ein Cityspeak a la Blade Runner. Am besten sich mental schon mal darauf einstellen.
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Re: Kulturelle Sicherheit: CDU-Mann Spahn will Restaurantbesucher (und sich) schützen

Beitragvon Jekyll » Mo 14. Aug 2017, 10:49

Dieser Spahn ist einfach nur ein Hinterwäldler. Einfach nicht ernst nehmen.
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Re: Kulturelle Sicherheit: CDU-Mann Spahn will Restaurantbesucher (und sich) schützen

Beitragvon Jekyll » Mo 14. Aug 2017, 10:54

Wir haben wahrlich wichtigeres zu tun als uns auch noch mit diesem Spahn zu befassen. Als ob es nicht genug echte Probleme in der Welt gäbe...
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Re: Kulturelle Sicherheit: CDU-Mann Spahn will Restaurantbesucher (und sich) schützen

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 16. Aug 2017, 22:39

Jekyll hat geschrieben:(14 Aug 2017, 11:49)

Dieser Spahn ist einfach nur ein Hinterwäldler. Einfach nicht ernst nehmen.

Der Spahniel bellt und wackelt mit dem Schwanz und hechelt um Aufmerksamkeit vom Wählerherrchen. Ist alles.
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