Archäologen stützen die akt. Flüchtlingspolitik

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Hieronymus
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Re: Archäologen stützen die akt. Flüchtlingspolitik

Beitragvon Hieronymus » Do 10. Aug 2017, 14:45

Tatjana hat geschrieben:(08 Aug 2017, 13:44)
](…) Dieser Artikel stellt recht gut dar, was den Besucher beim Ausstellungsbesuch erwartet. Migration wird hier besonders hinsichtlich positiver Aspekte behandelt und als Chance dargestellt, außerdem wird der Besucher offen aber auch subtil zur Identifikation mit Migranten aufgefordert. Der Besucher soll zum "Afrikaner" werden.(…)


Die Ausstellung stellt das Phänomen Migration als das dar, was es ist: eine bis weit in die Vergangenheit nachzuweisende historische Erscheinung. Daher formuliert der Artikel: “Die Archäologen wollen damit zeigen, dass Migration ein natürlicher Bestandteil des Menschseins ist und kein neues Phänomen (…) Für Archäologen, die Jahrtausende überblicken und nicht nur ein paar Jahre, ist kulturelle Identität nie statisch.“

Die Instrumentalisierung einer historisch-archäologischen Ausstellung zu ausländerfeindlicher Propaganda und nicht zuletzt zur üblichen Propaganda gegen Links braucht einen besonderen genetischen Typ von Mensch, der, fürchte ich, archäologisch nicht nachgewiesen werden kann. Immerhin offenbart sich dieser Typ hier schriftlich, und in der Tat sehe ich für seine Zukunft schwarz-bräunlich, allenfalls als Fleck im Bodensatz der Geschichte erkennbar, vergleichbar der Erdverfärbung eines vergangenen vorgeschichtlichen Holzpfahles. Denn auch wenn dieser Menschentyp statische kulturelle Identität anstrebt, wird die kulturelle Entwicklung über ihn hinweggehen.

Die Frage ist, ob über den öffentlichen Bildungsauftrag ein etwas ausgewogeneres Bild gefordert werden müsste …


Die Frage ist, ob angesichts des propagandistischen Eingangsbeitrages dieses Stranges der öffentliche Bildungsauftrag nicht vollkommen ins Leere verpufft ist? :rolleyes:
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Tatjana
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Re: Archäologen stützen die akt. Flüchtlingspolitik

Beitragvon Tatjana » Do 10. Aug 2017, 14:50

schokoschendrezki hat geschrieben:(10 Aug 2017, 15:19)

Hier wird nicht die Kriminalitätsrate der "Deutschen" oder der "Algerier" gemessen sondern die der Deutschen in Deutschland und die der Algerier in Deutschland. Ich will diesen Einwant nicht einmal als Plädoyer für oder gegen irgendetwas verstanden wissen, sondern lediglich auf die Tatsache hinweisen, dass, wenn man schon mit Zahlen jongliert, man auch genau wissen muss, was diese tatsächlich ausdrücken.

Zum Vergleich: Die Alkoholmissbrauchsrate der Briten auf Mallorca liegt deutlich höher als die der Mallorquiner (?) auf Mallorca.


Genau, die Vergleichsgruppe ist entscheidend. Deshalb muss man die Kriminalitätsrate der Algerier in Deutschland mit der Kriminalitätsrate der Deutschen in Algerien vergleichen. Dann wird es noch böser ...
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Re: Archäologen stützen die akt. Flüchtlingspolitik

Beitragvon Tom Bombadil » Do 10. Aug 2017, 14:51

Hieronymus hat geschrieben:(10 Aug 2017, 15:45)

Die Frage ist, ob angesichts des propagandistischen Eingangsbeitrages dieses Stranges der öffentliche Bildungsauftrag nicht vollkommen ins Leere verpufft ist? :rolleyes:

Mir stellt sich allerdings die Frage, ob Völkerwanderungen nicht mehr im Geschichtsunterricht behandelt werden. Die Binse, "dass Migration ein natürlicher Bestandteil des Menschseins ist und kein neues Phänomen" sollte eigentlich jeder kennen, auch die Folgen der Völkerwanderungen sollten aus der Geschichte bekannt sein, das waren immer Zeiten der Instabilität, grosser Umbrüche und Blut floss auch reichlich.
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Re: Archäologen stützen die akt. Flüchtlingspolitik

Beitragvon Dark Angel » Do 10. Aug 2017, 14:51

schokoschendrezki hat geschrieben:(10 Aug 2017, 15:19)

Hier wird nicht die Kriminalitätsrate der "Deutschen" oder der "Algerier" gemessen sondern die der Deutschen in Deutschland und die der Algerier in Deutschland. Ich will diesen Einwant nicht einmal als Plädoyer für oder gegen irgendetwas verstanden wissen, sondern lediglich auf die Tatsache hinweisen, dass, wenn man schon mit Zahlen jongliert, man auch genau wissen muss, was diese tatsächlich ausdrücken.

Zum Vergleich: Die Alkoholmissbrauchsrate der Briten auf Mallorca liegt deutlich höher als die der Mallorquiner (?) auf Mallorca.

Ja was denn sonst?
Wir leben schließlich in Deutschland und wenn vom Anteil an der Bevölkerung die Rede ist, dann ist selbstverständlich der Anteil der Algerier an der Bevölkerung IN Deuschland gemeint und wie viele von diesen IN Deutschland lebenden Algeriern Tatverdächtige sind.
Die PKS listet Straftaten die IN Deutschland begangen wurden - von Deutschen IN Deutschland und von Nichtdeutschen IN Deutschland bzw die Anzahl der deutschen Tatverdächtigen IN Deutschland und die Anzahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen IN Deutschland!
Die deutsche Polizei und Staatsanwaltschaft interessiert nicht die Bohne ob Briten auf Mallorca mehr saufen als die Mallorquiner und die interessiert auch nicht ob sich Briten auf Mallorca öfter "daneben benehmen" als Mallorquiner
Lass doch endlich mal deine dämliche Ablenkungsmanöver und Relativierungsversuche!
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Re: Archäologen stützen die akt. Flüchtlingspolitik

Beitragvon schokoschendrezki » Do 10. Aug 2017, 14:54

Dark Angel hat geschrieben:(10 Aug 2017, 15:41)

Die PKS liefert keine Stichproben, sondern absolute Zahlen - aufgeschlüsselt nach deutschen Staatsbürgern und Nichtdeutschen. Das Verhältnis ergibt sich aus dem Bevölkerungsanteil.
Da ist nix mit "Normalverteilung"!
1,91% aller deutschen Staatsbürger sind Tatverdächtige, aber 10,47% aller Nichtdeutschen sind Tatverdächtige - heißt rund 20 von 1000 Deutschen sind tatverdächtig, aber 10 von 100 Nichtdeutschen sind tatverdächtig.
Keine Ahnung was du da mit "Normalverteilung" oder "asymmetrische[s] Geschlechterverhältnis" willst.

Es sind nicht "absolute" sondern kumulierte Werte. Die Grundgesamtheit besteht aus allen in Deutschland lebenden Menschen. Und selbstverständlich ist sowohl die Menge der Deutschen als auch die der Nichtdeutschen als Teilmenge eine "Stichprobe". Ausgewählt nach Herkunft.
Zuletzt geändert von schokoschendrezki am Do 10. Aug 2017, 15:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Archäologen stützen die akt. Flüchtlingspolitik

Beitragvon schokoschendrezki » Do 10. Aug 2017, 15:02

MoOderSo hat geschrieben:(10 Aug 2017, 15:40)

Den besorgten Bürger in Deutschland interessiert es aber recht wenig, wie sich ein Algerier in Algier verhält. Er muss sich mit deren Landsleuten hier rumschlagen.

Genau das habe ich als sozusagen ehrliche Geradeausargumentation irgendwo weiter oben (oder unten) herausgestellt. Teile ich nicht. Kann ich aber akzeptieren. Aber ich kann die Diskussionen gar nicht aufzählen, in denen es nur anfänglich oder auch nur scheinbar um diese praktischen Fragen ging. Und die immer wieder auf diese pseudophilosophischen Fragen hinausliefen, wie er denn so ist, "der Russe", "der Araber" , "der Türke" usw. Wenn Leute keine anderen Probleme haben, scheints ihnen ja recht gut zu gehen.
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Re: Archäologen stützen die akt. Flüchtlingspolitik

Beitragvon schokoschendrezki » Do 10. Aug 2017, 15:05

Dark Angel hat geschrieben:(10 Aug 2017, 15:51)
Die deutsche Polizei und Staatsanwaltschaft interessiert nicht die Bohne ob Briten auf Mallorca mehr saufen als die Mallorquiner und die interessiert auch nicht ob sich Briten auf Mallorca öfter "daneben benehmen" als Mallorquiner

Nein. Die als Behörde hat es auch nicht zu interessieren. Es interessiert das Stammtischpublikum. Vor allem jenes, das überhaupt noch keinen Algerier zu Gesicht bekommen hat.
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Re: Archäologen stützen die akt. Flüchtlingspolitik

Beitragvon Tatjana » Do 10. Aug 2017, 15:06

Hieronymus hat geschrieben:(10 Aug 2017, 15:45)

Die Ausstellung stellt das Phänomen Migration als das dar, was es ist: eine bis weit in die Vergangenheit nachzuweisende historische Erscheinung. Daher formuliert der Artikel: “Die Archäologen wollen damit zeigen, dass Migration ein natürlicher Bestandteil des Menschseins ist und kein neues Phänomen (…) Für Archäologen, die Jahrtausende überblicken und nicht nur ein paar Jahre, ist kulturelle Identität nie statisch.“

Die Instrumentalisierung einer historisch-archäologischen Ausstellung zu ausländerfeindlicher Propaganda und nicht zuletzt zur üblichen Propaganda gegen Links braucht einen besonderen genetischen Typ von Mensch, der, fürchte ich, archäologisch nicht nachgewiesen werden kann. Immerhin offenbart sich dieser Typ hier schriftlich, und in der Tat sehe ich für seine Zukunft schwarz-bräunlich, allenfalls als Fleck im Bodensatz der Geschichte erkennbar, vergleichbar der Erdverfärbung eines vergangenen vorgeschichtlichen Holzpfahles. Denn auch wenn dieser Menschentyp statische kulturelle Identität anstrebt, wird die kulturelle Entwicklung über ihn hinweggehen.



Die Frage ist, ob angesichts des propagandistischen Eingangsbeitrages dieses Stranges der öffentliche Bildungsauftrag nicht vollkommen ins Leere verpufft ist? :rolleyes:


Ach, Sie waren in der Ausstellung?

Wenn Sie den Post vollständig gelesen hätten, wäre Ihnen sicher aufgefallen, das ich die Sichtweise der Archäologen als legitim angesehen habe, allein der Hinweis auf negative Erscheinungen der Migration wird dort ausgeblendet.
Mein Königsvorwurf lautet: "Die Ausstellung ist einseitig" und "Archäologie wird hier einseitig intstrumentalisiert".
Sie wünschen sich einseitige Propaganda und stellen alle, die nicht Ihrer Meinung sind, als Ausländerfeinde dar. Kaufen Sie sich am besten eine schwerere Nazikeule.
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Re: Archäologen stützen die akt. Flüchtlingspolitik

Beitragvon Dark Angel » Do 10. Aug 2017, 15:08

Tom Bombadil hat geschrieben:(10 Aug 2017, 15:51)

Mir stellt sich allerdings die Frage, ob Völkerwanderungen nicht mehr im Geschichtsunterricht behandelt werden. Die Binse, "dass Migration ein natürlicher Bestandteil des Menschseins ist und kein neues Phänomen" sollte eigentlich jeder kennen, auch die Folgen der Völkerwanderungen sollten aus der Geschichte bekannt sein, das waren immer Zeiten der Instabilität, grosser Umbrüche und Blut floss auch reichlich.

Das Dumme ist nur, dass die Wanderungen des Homo sapiens sapiens aus Afrika nichts mit den aktuellen Migrationswellen zu tun haben und auch nichts mit Völkerwanderungen.
Vor etwa 80.000 bis 60.000 Jahren waren das Gruppen von wenigen 100 Individuen, die zunächst den afrikanischen Kontinent besiedelten - wofür sie einige Jahrtausende benötigten. Bis zur Besiedlung Europas brauchten die dann 30.000 Jahre.
Diese Wanderungen vollzogen sich Generationen übergreifend, was nebenbei auch für die so genannten Völkerwanderungen in der Geschichte der Menschheit zutrifft. Ist also nur sehr bedingt mit der aktuellen Situation vergleichbar.
Friedlich vollzogen sich diese Wanderbewegungen in keinem Fall und sie führten in allen Fällen zum Niedergang ganzer Kulturen. Auch sind die Ursachen, die zu den "Völkerwanderungen"/Migrationsbewegungen führten noch weitestgehend ungeklärt - in keinem Fall jedoch sind sie monokausal.
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Re: Archäologen stützen die akt. Flüchtlingspolitik

Beitragvon schokoschendrezki » Do 10. Aug 2017, 15:09

Adam Smith hat geschrieben:(10 Aug 2017, 15:43)

Dann lies dir mal die Reisehinweise der Bundesregierung in Bezug auf Algerien durch. Es ist ja nicht so, dass es in den Herkunftsländern friedlich zugeht. Das würde sehr überraschen.

Das habe ich auch nicht behauptet. Aber auch das liegt nicht in der "Natur" der Algerier begründet sondern in den dort herrschenden politischen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen. Ich sags nochmal: Ich halte kein Plädoyer gegen eine Nichtverfolgung von Straftaten, für eine Entschuldigung von asozialem Verhalten usw. usf. sondern gegen diese populäre Ethnisierung (anstelle von Politisierung) solcher Zusammenhänge.
Zuletzt geändert von schokoschendrezki am Do 10. Aug 2017, 15:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Archäologen stützen die akt. Flüchtlingspolitik

Beitragvon Hieronymus » Do 10. Aug 2017, 15:09

ThorsHamar hat geschrieben:(08 Aug 2017, 16:57)

Nein, meine Frage war: "Und das soll jetzt bedeuten, dass wir in Windeseile wieder ( gesellschaftlich) Afrikaner werden sollen, oder was?


Das ist eine ausgesprochen dumme, weil sinnfreie Frage. :rolleyes:

Das ist eine Frage, inwiefern diese Ausstellung die aktuelle Flüchtlingspolitik stützt und welches Ziel somit, also im Kontext dieser Ausstellung, diese aktuelle Flüchtlingspolitik denn hat.


Die Ausstellung leistet historische Aufklärungsarbeit über ein menschliches Phänomen, das in unseren europäischen Überflussgesellschaften den meisten Menschen aus dem Blickfeld geraten ist, nicht mehr, aber auch nicht weniger:
Die Ausstellung verdeutlicht mit einem Blick in unsere früheste menschliche Entwicklungsgeschichte, dass Mobilität und Migration selbstverständliche Bestandteile des Menschseins und kein modernes Phänomen sind. Menschen waren zu allen Zeiten mobil. Auf der Suche nach Nahrung, Wasser und anderen Ressourcen haben sie sich stets sowohl kleinräumig bewegt als auch andere Regionen und Kontinente besiedelt (...)


https://www.neanderthal.de/de/sonderausstellungen.html
MfG

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Re: Archäologen stützen die akt. Flüchtlingspolitik

Beitragvon gödelchen » Do 10. Aug 2017, 15:21

schokoschendrezki hat geschrieben:(10 Aug 2017, 16:09)

Das habe ich auch nicht behauptet. Aber auch das liegt nicht in der "Natur" der Algerier begründet sondern in den dort herrschenden politischen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen. Ich sags nochmal: Ich halte kein Plädoyer gegen eine Nichtverfolgung von Straftaten, für eine Entschuldigung von asozialem Verhalten usw. usf.


super, Klasse Arbeitsbasis. Lassen wir anfangen , das mit denen aufzuarbeiten, soweit sie bereit sind , dies bei sich aufarbeiten zu lassen

schokoschendrezki hat geschrieben:(10 Aug 2017, 16:09)sondern gegen diese populäre Ethnisierung (anstelle von Politisierung) solcher Zusammenhänge.


Schön, könnten dann einige Ethnien anfangen ihre Ausprägungen in ihren Ursprungsländern zu belassen und hier ihre Ausprägungen unseren Gegebenheiten anzupassen ( z.B. als eklatantes Beispiel nur erwähnt, Frauen mal die Hand geben uvm uvm..). Dann wird das ethnische Argumente in der Versenkung verschwinden...
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Re: Archäologen stützen die akt. Flüchtlingspolitik

Beitragvon ThorsHamar » Do 10. Aug 2017, 15:29

Hieronymus hat geschrieben:(10 Aug 2017, 16:09)

Das ist eine ausgesprochen dumme, weil sinnfreie Frage. :rolleyes:


Welch' Freude, dass Du Dich trotzdem herabliessest, auf eine "dumme" Frage mit einer klugen Antwort einzugehen. Danke ...



Die Ausstellung leistet historische Aufklärungsarbeit über ein menschliches Phänomen, das in unseren europäischen Überflussgesellschaften den meisten Menschen aus dem Blickfeld geraten ist, nicht mehr, aber auch nicht weniger: .....


Diese Ausstellung leistet gar nichts. Sie suggeriert, dass es als geografischen Ausgangspunkt der Menschheit ein "Afrika" gegeben hätte und sie unterschlägt, dass die Geschichte der Migration eine Geschichte von Krieg und Vertreibung ist.
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Re: Archäologen stützen die akt. Flüchtlingspolitik

Beitragvon Keoma » Do 10. Aug 2017, 15:29

Hieronymus hat geschrieben:(10 Aug 2017, 16:09)

Das ist eine ausgesprochen dumme, weil sinnfreie Frage. :rolleyes:



Die Ausstellung leistet historische Aufklärungsarbeit über ein menschliches Phänomen, das in unseren europäischen Überflussgesellschaften den meisten Menschen aus dem Blickfeld geraten ist, nicht mehr, aber auch nicht weniger:


https://www.neanderthal.de/de/sonderausstellungen.html


Ja eben, sie verzerrt.
Aber wenn man so eine Migrationspropaganda hinterfragt, das ist ja sowas von rechts.
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Re: Archäologen stützen die akt. Flüchtlingspolitik

Beitragvon Hieronymus » Do 10. Aug 2017, 15:31

Dark Angel hat geschrieben:(08 Aug 2017, 19:15)

Ich muss dich korrigieren: Archäologie gehört nicht zu den Geschichtswissenschaften, sondern zu den Altertumswissenschaften und Archäologie gehört auch nicht zu den Kulturwissenschaften!
Geschichtswissenschaften und Kulturwissenschaften sind Geisteswissenschaften, Archäologie hingegen gehört zu den empirischen Wissenschaften, die ihre Erkenntnisse mittel naturwissenschaftlicher Methoden in der Feldforschung gewinnt.


Nun, diese scharfe Trennung scheint mir heute, da die interdisziplinäre Kooperation eine Selbstverständlichkeit sein sollte, nicht mehr angemessen. Beispielsweise ist auch die Geschichtswissenschaft, die sich mit der Vor- und Frühgeschichte, besonders der antiken Geschichte befasst, der Altertumswissenschaft zuzurechnen, während die Archäologen, wenn sie nach der Ausgrabung und der naturwissenschaftlichen Untersuchungen eine kulturgeschichtliche Synthese unter Einbeziehung der Ergebnisse der Geschichtswissenschaft erarbeiten, durchaus auch geisteswissenschaftlich tätig. Selbstverständlich beziehen Geschichtswissenschaftler in ihre Arbeit auch die Ergebnisse der Archäologen ein usw. Altertumswissenschaft, Archäologie, Geschichtswissenschaft gehören zu den historischen Wissenschaften, weil sie gemeinsam und, wo möglich und nötig, auch unter Einbeziehung naturwissenschaftlicher Methoden die Vergangenheit erforschen.

Natürlich sind wir alle Afrikaner und haben in verschiedenen Migrationsschüben der ganze Erde besiedelt. Es gibt nur einen "winzigkleinen" Unterschied zu heute - die Gruppen/Schübe bestanden aus wenigen Tausend Individuen und nicht aus Millionen und sie benötigten Jahrhunderte bis Jahrtausende für ihre Wanderungen und nicht wenige Tage und sie drangen in unbesiedelte Gebiete vor und drängten nicht in dicht besiedelte Gebiete.


Nun muss man aber auch berücksichtigen, dass die damaligen Migrationsschübe nicht immer nur auf unbesiedelte Gebiete trafen. Nicht umsonst haben wir moderne Menschen auch Genmaterial der Neandertaler in uns.

Gewiss, die damaligen Migrantengruppen waren klein, und sie trafen auf relativ kleine Gruppen Einheimischer. Heute kommen viele Migranten, und sie treffen auf Millionen von Ansässigen. Damals dauerten Besiedlungen in der Tat lange Zeit, heute sind die modernen Verkehrsverbindungen eben so, dass auch Migrationsbewegungen mit großer Schnelligkeit vorankommen. Andere Zeiten, andere Auswirkungen.
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Re: Archäologen stützen die akt. Flüchtlingspolitik

Beitragvon Hieronymus » Do 10. Aug 2017, 15:33

Dark Angel hat geschrieben:(08 Aug 2017, 19:46)

Autsch - Wikipedia!
Ich BIN Archäologe (...)
Wir gliedern Kultur(en) u.a. zeitgeschichtlich und geographisch.


Und das ist keine geisteswissenschaftliche Betätigung? ;)
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Re: Archäologen stützen die akt. Flüchtlingspolitik

Beitragvon Keoma » Do 10. Aug 2017, 15:34

Tja, die damals heimischen Neandertaler sind meines Wissens bis auf ein paar Genrückstände weg.
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Re: Archäologen stützen die akt. Flüchtlingspolitik

Beitragvon Dark Angel » Do 10. Aug 2017, 15:43

schokoschendrezki hat geschrieben:(10 Aug 2017, 15:54)

Es sind nicht "absolute" sondern kumulierte Werte. Die Grundgesamtheit besteht aus allen in Deutschland lebenden Menschen. Und selbstverständlich ist sowohl die Menge der Deutschen als auch die der Nichtdeutschen als Teilmenge eine "Stichprobe". Ausgewählt nach Herkunft.

Nein es sind keine kummulierten Werte - es sind Annäherungswerte ==> PKS von 2016 (beinhaltet die Tatverdächtigen des Jahres 2016) sowie die jeweiligen Anteile an der Gesamtbevölkkerung in Deutschland zugrunde liegend die Bevölkerungszahlen des Jahres 2015 (Destatis)
Es handelt sich sehr wohl um absolute Zahlen, die jeweils ins Verhältnis zueinander gesetzt wurden.
Nix mit Teilmenge und Stichprobe.
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Re: Archäologen stützen die akt. Flüchtlingspolitik

Beitragvon Hieronymus » Do 10. Aug 2017, 15:48

Dark Angel hat geschrieben:(08 Aug 2017, 20:15)

Wenn uns die Migrationsbewegungen/Migrationsschübe in der Menschheitsgeschichte eines gelehrt haben dann, dass Migrationsprozesse - großen Ausmaßes - immer auch Verdrängungsprozesse sind, die zum vollständigen kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Zusammenbruch geführt haben, dass es Jahrhunderte dauerte, bis sich die jeweiligen Gesellschaften auf sehr viel niedrigerem wirtschaftlichem, technologischem und sozialem Niveau stabilisiert hatten und die gesellschaftliche Entwicklung von Neuem beginnen konnte.
Unter starkem Druck brechen existierende Sozialsysteme nunmal zusammen - auch das lehrt die Geschichte!


Ich bezweifle aus historischer Sicht, dass das eine allgemeingültige Definition von "Migrationsbewegung/Migrationsschübe in der Menschheitsgeschichte" ist und streite ab, dass man diese Definition pauschal auf die derzeitigen Vorgänge übertragen kann!
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Re: Archäologen stützen die akt. Flüchtlingspolitik

Beitragvon Adam Smith » Do 10. Aug 2017, 15:50

schokoschendrezki hat geschrieben:(10 Aug 2017, 15:54)

Es sind nicht "absolute" sondern kumulierte Werte. Die Grundgesamtheit besteht aus allen in Deutschland lebenden Menschen. Und selbstverständlich ist sowohl die Menge der Deutschen als auch die der Nichtdeutschen als Teilmenge eine "Stichprobe". Ausgewählt nach Herkunft.

Dann lies dir endlich mal die Reisehinweise der Bundesregierung in Bezug auf Algerien mal durch.

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