Boykott-Terror zwingt Topics Neukölln zum Schließen

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Re: Boykott-Terror zwingt Topics Neukölln zum Schließen

Beitragvon Dark Angel » Di 25. Jul 2017, 16:24

frems hat geschrieben:(25 Jul 2017, 11:53)

Hat es auch. Lebt man in einer Blog-Blase, wo man nur nach Selbstbestätigung sucht, geht sowas unter:

Das beste Gegengift sind kluge Studenten
Schließlich ist die Universität ein Ort der Aufklärung, aber keiner des gezielten Rufmordes: An der TU Berlin stoßen die Diffamierer Jörg Baberowskis auf Widerspruch eines Dozenten und dessen Unterstützung durch Studenten.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/r ... 94659.html

Einfach mal etwas weniger Mimimi wagen. Vor allem in östlichen Gefilden scheint man noch lernen zu müssen, was Meinungsfreiheit eigentlich bedeutet und was nicht. Wenn ich helfen darf: https://pbs.twimg.com/media/C2JblHuWIAAkWdT.jpg

Tja - die Vortragsreihe eines Prof. Kutschera wurde auf Betreiben der AStA abgesagt, weil er Gender"forschung" als Ideologie bezeichnet und mit Kreationismus verglichen hat. Auch im Falle Kutscheras wurde gezielt diffamiert und Rufmord betrieben - zumindest wurde es versucht.
Widerspruch gibt es bis heute keinen. So viel zum Thema "Universitäten ein Ort der Aufklärung" - aber Kutschera ist ja auch nur Evolutionsbiologe und Biologie ist für Gender"forscher" ganz pfui.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Boykott-Terror zwingt Topics Neukölln zum Schließen

Beitragvon frems » Di 25. Jul 2017, 16:45

Dark Angel hat geschrieben:(25 Jul 2017, 17:24)

Tja - die Vortragsreihe eines Prof. Kutschera wurde auf Betreiben der AStA abgesagt, weil er Gender"forschung" als Ideologie bezeichnet und mit Kreationismus verglichen hat. Auch im Falle Kutscheras wurde gezielt diffamiert und Rufmord betrieben - zumindest wurde es versucht.
Widerspruch gibt es bis heute keinen. So viel zum Thema "Universitäten ein Ort der Aufklärung" - aber Kutschera ist ja auch nur Evolutionsbiologe und Biologie ist für Gender"forscher" ganz pfui.

Wenn man etwas nicht weiß, sollte man nicht annehmen, dass es dies automatisch auch nicht gibt. Das ist sehr unwissenschaftlich. Aber das sind Kutscheras Aussagen ("sterile Erotikduos") in Interviews für religiöse Zeitschriften ja auch. Bloß wem soll das hier schon auffallen?
Labskaus!

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Re: Boykott-Terror zwingt Topics Neukölln zum Schließen

Beitragvon Tom Bombadil » Di 25. Jul 2017, 16:56

frems hat geschrieben:(25 Jul 2017, 17:45)

Bloß wem soll das hier schon auffallen?

Das passt wunderbar in den Strang:
Zwar gelte die Freiheit der Wissenschaft, doch sollten von Uni-Angehörigen "keine Äußerungen gemacht werden, von denen sich Menschen verletzt und abgewertet fühlen".
http://www.spiegel.de/lebenundlernen/un ... 58757.html
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Re: Boykott-Terror zwingt Topics Neukölln zum Schließen

Beitragvon schokoschendrezki » Di 25. Jul 2017, 21:26

Dark Angel hat geschrieben:(25 Jul 2017, 11:31)
Da bewegt sich nichts - gar nichts - in eine andere Richtung, da wird nur einem immer stärkeren Linksdrall gegengesteuert.
...
Ooh nein, kein Rechtsruck, sondern ein Linksruck, der ein politisches Vakkum schuf, in dem sich eine Partei wie die Afd etablieren kann.

Mal abgesehen davon, dass die AfD sich (glücklicherweise) keineswegs "etabliert" hat ... wenn Du den aktuellen politischen Zeitgeist in einem "Linksruck" siehst, ja entschuldige ... dann ist doch jede seriöse Diskussion mit Dir sinnlos. Ich kenne die Zustände an Einrichtungen wie der Humboldt-Uni Berlin. Nicht nur, weil ich dort studiert habe. Auch weil ich aktuell Kooperation mit Leuten dort betreibe. Die wiederholte Nennung einer ganz bestimmten Person aus der HU in den Medien im Zusammenhang mit PC und Gender Studies ist ein kleiner untypischer Teil des ganzen Forschungs- und Lehre-Spektrums an dieser Einrichtung und ein winziges mikroskopisches Körnchen im gesamtgesellschaftlichen Maßstab. Und ein absoluter Ausnahmefall verglichen mit der gegenwärtigen europaweiten und weltweiten Bewegung hin nach nationalistisch, konservativ, religiös, sexistisch. Ich habe doch stark den Eindruck, dass dieser reflexhafte Agression gegen dieses tatsächlich ja zweifelhafte aber eben doch ganz und gar randständige und auf Szene-Kreise beschränkte Problem von PC und Gender Mainstreaming einfach dein ganz persönliches Problem ist. Warum auch immer.
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Re: Boykott-Terror zwingt Topics Neukölln zum Schließen

Beitragvon schokoschendrezki » Di 25. Jul 2017, 21:53

Dark Angel hat geschrieben:(25 Jul 2017, 11:31)
Eine sehr interessante und treffende Analyse - die dir allerdings gar nicht schmecken wird, möge sie dir im Halse stecken bleiben:

"Die gemeinsame Ablehnung linksextremer wie rechtsextremer Ideologien gehörte lange zum Konsens der Bundesrepublik Deutschland. SPD und Union mögen sich beharkt haben, am Ende siegte die Gemeinsamkeit der Demokraten; es wurden Kompromisse erstritten und gefunden und buchstäblich gemeinsam mit viel Pils in der Bar des Pressehauses besiegelt und begossen. [...]
Der Konsens hielt auch die Gründung der Grünen und ihren Einzug in den Deutschen Bundestag aus, er überstand die rotgrüne Koalition von Gerhard Schröder. Er bröckelt aber sichtbar, seit die linke Anhängerschaft der SPD die Koalition und Wiedereingemeindung der früheren SED und heutigen Partei „Die LINKE“ sucht. Vielleicht wollen sie es persönlich nicht, aber sie wissen es wohl nicht besser, die Linken in der SPD wie Stegner, Nahles, Schwesig samt Martin Schulz, aber sie folgen damit eine Traditionslinie, die sich in der SED/DIE LINKE fortsetzt: Es geht um die Frage der „Bündnispolitik“, eine Frage, der sich liberale und konservative Kräfte so nie ausgesetzt sahen: Die NPD war nie stark genug, auch weil sie von der Union kleingehalten wurde. Es galt die Aussage von Franz-Josef Strauß: „Rechts von der CSU darf es keine demokratisch legitimierte politische Partei geben“. [...]
Dabei hat sich nicht die LINKE politisch verändert und sich wirklich als demokratiefähig erwiesen. Sie hat nur das Konzept der Mitte, die Gemeinsamkeit der Demokraten im Kampf gegen links wie rechts aufgebrochen und durch eine Bipolarität ersetzt: Alle fortschrittlichen demokratischen oder sonst wie fortschrittlichen Parteien gegen rechts!
In der jüngsten Großen Koalition ging diese Strategie erstmals so richtig auf. Dieses manichäische Weltbild eignet sich bestens, umstrittene Ideologien wie Massenmigration gegen den erkennbaren Mehrheitswillen durchzusetzen: Wer gegen die GroKo agiert, ist im Zweifelsfall „rechts“. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dafür schon früh die Weichen gestellt.
Angela Merkel setzte sehr früh auf Ausgrenzung. Demoskopisch getrieben schienen ihr Verluste „rechts“ verkraftbar angesichts der Hoffnung, in den rotgrün geprägten Großstadtmilieus Fuß zu fassen und Wähler zu gewinnen.
Das ist ihr gut gelungen; seither regiert ihre Berliner Allparteienkoalition ohne nennenswerten parlamentarischen Widerstand der Linkspartei oder der Grünen im Land durch."

https://www.tichyseinblick.de/tichys-einblick/hamburg-oder-die-spaltung-deutschlands/


Diese "Analyse" ist nicht interessant sondern über alle Maßen langweilig. Handelt sie doch eher von klassischen Parteibeharkungen innerhalb der bundesdeutschen Parteilandschaft. Als würden wir noch in den 70er Jahren leben. "Hier und jetzt" ist für mich Europa und die Welt.

"Möge sie dir im Halse stecken bleiben" ... :D :D
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Re: Boykott-Terror zwingt Topics Neukölln zum Schließen

Beitragvon Zunder » Mi 26. Jul 2017, 00:58

Tom Bombadil hat geschrieben:(25 Jul 2017, 17:56)

Das passt wunderbar in den Strang:
Zwar gelte die Freiheit der Wissenschaft, doch sollten von Uni-Angehörigen "keine Äußerungen gemacht werden, von denen sich Menschen verletzt und abgewertet fühlen".
http://www.spiegel.de/lebenundlernen/un ... 58757.html

Und?
Was stört dich daran, daß man einem habilitierten Reaktionär nicht so ohne weiteres durchgehen läßt, schwule Paare als "sterile Erotikduos ohne Reproduktionspotenzial" zu bezeichnen?
Was hat denn eine solche Herabsetzung mit Wissenschaft zu tun? - Richtig, gar nichts. Dafür um so mehr mit faschistoidem Denken.
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Re: Boykott-Terror zwingt Topics Neukölln zum Schließen

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 26. Jul 2017, 07:13

Als eigentlicher Hintergrund dieses Topics-Shitstorms schält sich ein tatsächlich Berlin-spezifisches Problem heraus. (Das eigentlich gar kein Problem ist). Bereits seit einigen Jahren wächst die Zahl israelischer Bürger, die zeitweilig oder dauerhaft in Berlin leben. Mit einer eigenen medialen und realen entsprechenden Szene, zu der eben auch die Topics-Buchhandlung gehört. Gleichzeitig gibt es eine zahlenmäßig zwar kleine aber ziemlich präsente Szene von Antideutschen, Linksradikalen, radikalen Feministinnen usw., denen - das ist der eigentlich Kern der Angelegenheit - für diese Tradition hintergründigen, schwarzhumorigen jüdisch-europäischen Intellektualismus jede aber auch jede Feinfühligkeit und vor allem auch das Minimalste an Humor fehlt. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie linke Gruppen wie etwa Top B3rlin auf die lange Zeit von jüdischen Intellektuellen in Budapest betriebene Web-Publikation "Judapest" reagiert hätten (die damit eine Wortprägung des extrem antisemitischen Wiener Bürgermeisters Lueger aufgriffen), würde ihr Horizont über Neukölln und Kreuzberg hinausreichen. Sie verstehen einfach diesen Sinn für Hintersinn nicht. Man könnte auch einfacher sagen: Sie sind zu dumm!

Hier der passende Kommentar und die treffsichere aktuelle Analyse zum Strangthema: http://www.zeit.de/gesellschaft/2017-07 ... chliessung

Es ist allerdings zweierlei hinzuzufügen: Die Tatsache, erstens, dass Israels MP Netanjahu nicht nur aktuell mit Freund Orbán kooperiert und mit ihm gemeinsam Soros (zu dem man stehen kann wie man will) hetzt sondern wiederholtermaßen die in Berlin lebenden Bürger Israels verurteilt,macht die Sache nicht unbedingt einfacher.

Und zweitens spielen sich all diese Vorfälle in einer eng begrenzten speziellen urbanen Szene ab. Von der vermutlich selbst 90 Prozent der Berliner nicht einmal eine Ahnung hat, dass sie überhaupt existiert. Und sind in keinster Weise typisch und exemplarisch für die Bewegungsrichtung des Zeitgeists. Schon gar nicht, wenn man den Blick nicht auf Deutschland beschränkt. Der Zeitgeist bewegt sich atemberaubend und besorgniserregend nach rechts und hin zu Konservatismus, Nationalismus, Autoritarismus und - europa- und weltweit gesehen und vor allem gesamtgesellschaftlich (und nicht nur aus dem Blíckwinkel der eigenen Biografie) gesehen hin zur Renaissance eines traditonalistischen Frauen- und Familienbilds.
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Re: Boykott-Terror zwingt Topics Neukölln zum Schließen

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 26. Jul 2017, 07:48

Wie wird ganz aktuell in der regionalen Presse (Hessisch-Niedersächsische Allgemeine Kassel) über die Lehrtätigkeit Kutscheras berichtet? (Stand 21.7.17)
https://www.hna.de/kassel/oberzwehren-ort131291/ehe-fuer-alle-so-laeuft-vorlesung-von-professor-kutschera-an-uni-kassel-8504307.html
Von "Rufmord" kann überhaupt keine Rede sein. Man will hoffentlich Presse und Medien nicht verbieten, das Bild eines ziemlich selbstverliebten Menschen realistisch zu zeichnen, der nur zu gern "mit offenen Armen in dem Gewitter steht, das er selbst erzeugt hat". Sprich: Er feuert seine Studenten regelrecht an, ein bissel Rufmord zu versuchen ... nur, die gehen leider nicht auf seine Wünsche ein.
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Re: Boykott-Terror zwingt Topics Neukölln zum Schließen

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 26. Jul 2017, 08:14

Zunder hat geschrieben:(26 Jul 2017, 01:58)

Und?

Ich fühle mich durch dein posting abgewertet und verletzt, dein Hinweis auf Faschismus macht mir Angst, das ist eine Mikroaggression, die du mit einer Triggerwarnung hättest versehen müssen.

Merkst du, was ich meine? Jemand fühlt sich verletzt, das reicht dann schon für den Maulkorb.
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Re: Boykott-Terror zwingt Topics Neukölln zum Schließen

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 26. Jul 2017, 08:17

schokoschendrezki hat geschrieben:(26 Jul 2017, 08:48)

Man will hoffentlich Presse und Medien nicht verbieten, das Bild eines ziemlich selbstverliebten Menschen realistisch zu zeichnen...

Müssten sich nicht auch die Medien zurückhalten mit Äußerungen, durch die sich jemand abgewertet oder verletzt fühlen könnte?
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Re: Boykott-Terror zwingt Topics Neukölln zum Schließen

Beitragvon gödelchen » Mi 26. Jul 2017, 08:21

Tom Bombadil hat geschrieben:(26 Jul 2017, 09:14)

Ich fühle mich durch dein posting abgewertet und verletzt, dein Hinweis auf Faschismus macht mir Angst, das ist eine Mikroaggression, die du mit einer Triggerwarnung hättest versehen müssen.

Merkst du, was ich meine? Jemand fühlt sich verletzt, das reicht dann schon für den Maulkorb.


Komischerweise ist das mit dem sich verletzt fühlen - also schon mit dem Weg hin zu dem verletzt fühlen können werden - in bestimmten Formen der eingenommenen Fehlhaltung gegenüber den Anfängen der Welt an der Tagesordnung. Da sind sich die, die meinen, aus einer moralischen oder religiös überhöhten sich selbst zugeschriebenen Höhe sich einig. Verletzen tun immer die anderen. Das muss ich ganz schnell mal gesagt haben, damit ich die Lufthoheit über die Moral und die Verletzlichkeit behalte.

Ich nenne das Kindergartenaufstellung.
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Re: Boykott-Terror zwingt Topics Neukölln zum Schließen

Beitragvon MoOderSo » Mi 26. Jul 2017, 08:33

Zunder hat geschrieben:(26 Jul 2017, 01:58)
Was stört dich daran, daß man einem habilitierten Reaktionär nicht so ohne weiteres durchgehen läßt, schwule Paare als "sterile Erotikduos ohne Reproduktionspotenzial" zu bezeichnen?
Was hat denn eine solche Herabsetzung mit Wissenschaft zu tun? - Richtig, gar nichts. Dafür um so mehr mit faschistoidem Denken.

Was ist daran denn bitte faschistisches Denken?
Der Mann ist Professor für Evolutionsbiologie und aus dieser Perspektive hat es halt reproduktionstechnisch wenig Sinn, wenn Männer die Schwerter kreuzen.
Demnächst darf er sich dann wohl wahrscheinlich auch nicht mehr über biblische Jungfrauengeburten lustig machen.
Oder die Evolutionstheorie gleich durch „Lebewesen und ihre Umwelt“ ersetzen wie Erdogan.
Zuletzt geändert von MoOderSo am Mi 26. Jul 2017, 08:37, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Boykott-Terror zwingt Topics Neukölln zum Schließen

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 26. Jul 2017, 08:34

Tom Bombadil hat geschrieben:(26 Jul 2017, 09:17)

Müssten sich nicht auch die Medien zurückhalten mit Äußerungen, durch die sich jemand abgewertet oder verletzt fühlen könnte?


Ja. Sicher. Aber das (natürlich zufällig ausgewählte) Bild des Professors in der HNA ist alles andere als "abwertend" ... ich würde es eher schon als liebevoll ironisch bezeichnen. Wo die Grenzlinie zwischen nicht nur erlaubter sondern erwünschter, auch scharfer Kritik und "Abwertung" im Sinne von Herabwürdigung verläuft, haben wir Dank zahlreicher Äußerungen Donald Trumps immer im Blick.

Der Fall "Topics" hat aber eine ganz spezifische politische Brisanz, die mit den Umständen des Falls zusammenhängt, und deren Analyse weit interessanter ist als Diskussionen um Korrektheit und Gender.
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Re: Boykott-Terror zwingt Topics Neukölln zum Schließen

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 26. Jul 2017, 08:41

schokoschendrezki hat geschrieben:(26 Jul 2017, 09:34)

Aber das (natürlich zufällig ausgewählte) Bild des Professors in der HNA ist alles andere als "abwertend" ... ich würde es eher schon als liebevoll ironisch bezeichnen.

Das sagst du, aber nur einer kann wissen, ob er sich abgewertet oder verletzt fühlt und das ist Kutschera selber. Wichtig ist, dass es sich um Gefühle handelt, also nichts wirklich greifbares, kein objektiver Tatbestand. Das ist grenzenlos.

"Manchmal vermittelt er den Eindruck, als berausche er sich an sich selbst."
Das ist abwertend.
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Re: Boykott-Terror zwingt Topics Neukölln zum Schließen

Beitragvon Dark Angel » Mi 26. Jul 2017, 08:42

schokoschendrezki hat geschrieben:(25 Jul 2017, 22:26)

Mal abgesehen davon, dass die AfD sich (glücklicherweise) keineswegs "etabliert" hat ... wenn Du den aktuellen politischen Zeitgeist in einem "Linksruck" siehst, ja entschuldige ... dann ist doch jede seriöse Diskussion mit Dir sinnlos. Ich kenne die Zustände an Einrichtungen wie der Humboldt-Uni Berlin. Nicht nur, weil ich dort studiert habe. Auch weil ich aktuell Kooperation mit Leuten dort betreibe. Die wiederholte Nennung einer ganz bestimmten Person aus der HU in den Medien im Zusammenhang mit PC und Gender Studies ist ein kleiner untypischer Teil des ganzen Forschungs- und Lehre-Spektrums an dieser Einrichtung und ein winziges mikroskopisches Körnchen im gesamtgesellschaftlichen Maßstab. Und ein absoluter Ausnahmefall verglichen mit der gegenwärtigen europaweiten und weltweiten Bewegung hin nach nationalistisch, konservativ, religiös, sexistisch. Ich habe doch stark den Eindruck, dass dieser reflexhafte Agression gegen dieses tatsächlich ja zweifelhafte aber eben doch ganz und gar randständige und auf Szene-Kreise beschränkte Problem von PC und Gender Mainstreaming einfach dein ganz persönliches Problem ist. Warum auch immer.


Du hättest vielleicht mal den zitierten Artikel vollständig lesen sollen, da geht es nämlich nicht primär um Humboldtuni und Gender Maistream, sondern um einen tatsächlichen Linksdrall, um eine Anbiederung mit den LINKEN, da gibt es beispielsweise auch einen Verweis auf geschichtliche Entwicklungen.
Ooh doch, die AfD hat sich sehr wohl etabliert. Schau dir doch nur mal die Wahlstatistiken an. Es gibt kaum einen Landtag, in dem sie nicht vertreten ist und bei der BTW wird sie ebenfalls zu den Gewinnern gehören.
Dann überleg mal, wann sich die AfD gegründet hat, aus welcher bzw welchen Parteien viele ihrer Mitglieder stammen und dann erzähle mir noch mal, es hätte keinen Linksruck gegeben.
Diesen Linksruck gab/gibt es nicht nur in Deutschland, den gab/und gibt es in ganz Europa.
Dass Parteien wie AfD, FN - und wie die alle heißen - überhaupt "Fuß fassen" konnten, hat damit zu tun, dass sich viele Bürger von den etablierten Parteien, den so genannten Volksparteien - und deren Politik nicht mehr vertreten fühlen. Die Bürger sind in ihrer Mehrheit nicht radikaler geworden, nicht nationalistischer oder gar weiter nach rechts gerückt - auch das wird im Artikel recht gut analysiert, sondern die Parteien weiter nach links. Es gibt keine bzw kaum eine parlamentarische Opposition, keine Kontrolle der Regierung durch die parlamentarische Opposition mehr. Es gibt eine Angleichung der Politik aneinander, eine mehr oder weniger ausgeprägte "Einheitsfront", einen allgemeinen "Kuschelkurs", aber keine politische Abgrenzung voneinander.
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Beitragvon gödelchen » Mi 26. Jul 2017, 08:55

MoOderSo hat geschrieben:(26 Jul 2017, 09:33)

Was ist daran denn bitte faschistisches Denken?
Der Mann ist Professor für Evolutionsbiologie und aus dieser Perspektive hat es halt reproduktionstechnisch wenig Sinn, wenn Männer die Schwerter kreuzen.
Demnächst darf er sich dann wohl wahrscheinlich auch nicht mehr über biblische Jungfrauengeburten lustig machen.
Oder die Evolutionstheorie gleich durch „Lebewesen und ihre Umwelt“ ersetzen wie Erdogan.


Sehr richtig! Fiel mir auch direkt in dem hier debattieren Thema ein. Ein Evolutionsbiologie darf sich nicht aus seinem Fach heraus äußern, weil es dem gesellschaftlich angesagten Denken nicht conveniert.

Der muss sich die Schere im Kopf schon anlegen, bevor er eindeutige Feststehende Tatsachen aus seinem Fachgebiet von sich gibt??? Die Wortwahl der Äußerung darf kritisiert werden. Kann intelligenter geschehen.

Ganz großes Kino ist natürlich, dass dem Prof aus seiner Wortwahl eine Haltung unterstellt wird, die ja gaaaa nicht geht. Wo doch das Gleiche endlich gesiegt hat. Also ist der Rückständige, doof und nicht mehr tragbar. Nur, dass er so wie ich gegen das Gleiche nichts hat, es aber dass es einfach fachlich gesehen so ist, wie du es sagst, i teressiert nicht mehr. So aufgestellt tingeln wir heute durch die Debatten. Evolutionstechnisch ist es neben der Sache, wenn Gleichgeschlechtlichs die Schwerter kreuzen. Ist so bleibt so .........

Wer welchem Glücklichsein anhängt, ist nicht Sache der Forschung über Evolutionsbiologie.
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Re: Boykott-Terror zwingt Topics Neukölln zum Schließen

Beitragvon Dark Angel » Mi 26. Jul 2017, 09:00

schokoschendrezki hat geschrieben:(26 Jul 2017, 08:48)

Wie wird ganz aktuell in der regionalen Presse (Hessisch-Niedersächsische Allgemeine Kassel) über die Lehrtätigkeit Kutscheras berichtet? (Stand 21.7.17)
https://www.hna.de/kassel/oberzwehren-ort131291/ehe-fuer-alle-so-laeuft-vorlesung-von-professor-kutschera-an-uni-kassel-8504307.html
Von "Rufmord" kann überhaupt keine Rede sein. Man will hoffentlich Presse und Medien nicht verbieten, das Bild eines ziemlich selbstverliebten Menschen realistisch zu zeichnen, der nur zu gern "mit offenen Armen in dem Gewitter steht, das er selbst erzeugt hat". Sprich: Er feuert seine Studenten regelrecht an, ein bissel Rufmord zu versuchen ... nur, die gehen leider nicht auf seine Wünsche ein.

Meine Aussage bezog sich nicht auf Kutscheras beleidigende Aussagen zur "Ehe für alle", sondern auf eine Absage einer Vortragsreihe auf Betreiben der AStA im Jahr 2015, als er Genderstudies/Gender"forschung" als Indeologie bezeichnete und mit dem Kreationismus verglich.
Ob Kutschera nun selbstverliebt ist oder nicht, Tatsache ist, dass sich nicht mit Kutscheras Argumenten - die er als Biologe in Verbindung mit Fakten aus der Biologie tätigte - nicht auseinander gesetzt wurde, sondern mit der Person, die die Argumente vorbrachte.
Solche Vorgehensweise zur Diskreditierung eines Kritikers bzw jemanden der eine andere Meinung vertritt, wird in den, von Tom und mir verlinkten Artikeln ebenfalls thematisiert.
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Re: Boykott-Terror zwingt Topics Neukölln zum Schließen

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 26. Jul 2017, 09:03

Dark Angel hat geschrieben:(26 Jul 2017, 09:42)

Du hättest vielleicht mal den zitierten Artikel vollständig lesen sollen, da geht es nämlich nicht primär um Humboldtuni und Gender Maistream, sondern um einen tatsächlichen Linksdrall, um eine Anbiederung mit den LINKEN, da gibt es beispielsweise auch einen Verweis auf geschichtliche Entwicklungen.
Ooh doch, die AfD hat sich sehr wohl etabliert. Schau dir doch nur mal die Wahlstatistiken an. Es gibt kaum einen Landtag, in dem sie nicht vertreten ist und bei der BTW wird sie ebenfalls zu den Gewinnern gehören.
Dann überleg mal, wann sich die AfD gegründet hat, aus welcher bzw welchen Parteien viele ihrer Mitglieder stammen und dann erzähle mir noch mal, es hätte keinen Linksruck gegeben.
Diesen Linksruck gab/gibt es nicht nur in Deutschland, den gab/und gibt es in ganz Europa.
Dass Parteien wie AfD, FN - und wie die alle heißen - überhaupt "Fuß fassen" konnten, hat damit zu tun, dass sich viele Bürger von den etablierten Parteien, den so genannten Volksparteien - und deren Politik nicht mehr vertreten fühlen. Die Bürger sind in ihrer Mehrheit nicht radikaler geworden, nicht nationalistischer oder gar weiter nach rechts gerückt - auch das wird im Artikel recht gut analysiert, sondern die Parteien weiter nach links. Es gibt keine bzw kaum eine parlamentarische Opposition, keine Kontrolle der Regierung durch die parlamentarische Opposition mehr. Es gibt eine Angleichung der Politik aneinander, eine mehr oder weniger ausgeprägte "Einheitsfront", einen allgemeinen "Kuschelkurs", aber keine politische Abgrenzung voneinander.

Ich habe den Artikel vollständig gelesen. Er versucht einzelne Phänomene, in eine gewünschte vorformulierte These zu zwängen. Tatsächlich und bekanntlich wurde 2015 Merkel auf dem CSU-Parteitag im wahrsten Sinne "vorgeführt" und nicht umgekehrt die CSU von ihr ausgegrenzt. Ohne dass ich damit sagen will, dass sie mir darum leid tut. Und die AfD hat momentan mehr mit der Justiz als mit Etablierungsausbau zu tun. Und wie ich schon schrieb: Das nationale Parteienbeharke und das allgemeine gesellschaftliche Klima sind zweierlei. Und wenn ich auf Europa blicke, habe ich eine von einem CSU-Mann geführte EVP-Fraktion, die sich nicht nur von einem Orbán absetzt sondern ihn befördert und auf CSU-Parteitagen als lieben Gast begrüßt. Und CDU und CSU werden demnächst und auch wieder geschlossen einen Wahlkampf führen. Die Medien, die großen europäischen Zeitungen führen vor allem einen Kampf gegen ihren medialen Bedeutungsverlust als dass sie von linker Dominanz geprägt wären. Das ganze Bild ist viel komplexer und widersprüchlicher als es der Artikel darstellt.
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Beitragvon Dark Angel » Mi 26. Jul 2017, 09:33

schokoschendrezki hat geschrieben:(26 Jul 2017, 08:59)

Daegegen gestellt:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/familienpolitik-kristina-schroeder-steht-fuer-die-neue-ideologie-der-cdu-a-827804.html

Beim Spiegel gibts öfter mal eine steile These, um die Aufmerksamkeit des Lesers zu wecken ... aber hier hat er recht. Der Typ Schröder steht trotz selbstbewussten Auftretens und gekonntem Umgang mit moderner Technologie und Medien dennoch für nix weiter als diesen hintwerwäldlerisch-hessischen Konservatismus der "Kompanie Koch".

Ach tut der "Typ Schröder" das? Wer bestimmt denn, wofür der "Typ Schröder" steht - irgendwelche Gendertussis?
Es ist doch wohl jeder Frau selbst überlassen, zu entscheiden, wie sie ihr Leben gestaltet, ob sich sich eine "Auszeit" für die Betreuung von Kindern gönnt oder nicht.
Und komm jetzt bitte nicht mit irgend einem "Kopftuchvergleich" - es ist ein Unterschied, ob jemand selbstbestimmte Entscheidungen trifft oder eine religiösen Vorschrift Folge leistet, derzufolge Frauen weniger Rechte zukommen als einem Mann und die archaischen Ehrvorstellungen verhaftet sind.
Und komm bitte auch nicht mit dem Schwachsinn, den einige von sich geben vonwegen "das Kopftuch stärkt ihr Selbstbewusstsein" oder "sie wollen als Person und nicht als Frau wahrgenommen werden" und ähnlichem blabla.
Nicht als Frau, die irgendeine Leistung erbracht hat und dafür Anerkennung findet, sondern als "Neutrum", spricht an sich schon gegen das behauptete Selbstbewusstsein.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen
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Zunder
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Re: Boykott-Terror zwingt Topics Neukölln zum Schließen

Beitragvon Zunder » Mi 26. Jul 2017, 11:55

Tom Bombadil hat geschrieben:(26 Jul 2017, 09:14)

Ich fühle mich durch dein posting abgewertet und verletzt, dein Hinweis auf Faschismus macht mir Angst, das ist eine Mikroaggression, die du mit einer Triggerwarnung hättest versehen müssen.

Merkst du, was ich meine? Jemand fühlt sich verletzt, das reicht dann schon für den Maulkorb.

Es geht nicht darum, daß sich irgendjemand persönlich verletzt fühlt, sondern um die kollektive Abwertung einer abgegrenzten Gruppe von Menschen mit bestimmten Eigenschaften. Das ist faschistoid.
Wenn du dir diesen Käse des Professors zu eigen machst, darfst du dich gerne mit angesprochen fühlen.

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