Heroin-Fixen an schönen Frühlingstagen...

Moderator: Moderatoren Forum 8

Benutzeravatar
John Galt
Beiträge: 14549
Registriert: So 1. Jun 2008, 22:44
Benutzertitel: No Gods or Kings. Only Man.

Re: Heroin-Fixen an schönen Frühlingstagen...

Beitragvon John Galt » Fr 14. Jul 2017, 23:36

In Frankfurt gibt es statt Mittagessen um 12, Heroin auf der Straße.

Gebilligt von Polizei und Co.
Civilization is the progress toward a society of privacy. The savage’s whole existence is public, ruled by the laws of his tribe. Civilization is the process of setting man free from men.
Benutzeravatar
Teeernte
Beiträge: 11570
Registriert: Do 11. Sep 2014, 17:55

Re: Heroin-Fixen an schönen Frühlingstagen...

Beitragvon Teeernte » Sa 15. Jul 2017, 00:44

Agba2001 hat geschrieben:(14 Jul 2017, 16:30)

Ich als bekennender Marijuanaendkonsument habe durch die Kriminalisierung von Erwerb und Besitz innerhalb der deutschen Drogenpolitik und der durch Beschaffungskriminalität angrenzenden Drogen-Szene auch die ein oder andere Lektion für das Leben gelernt. Das, was Cannabis in Relation zu Alkohol und Nikotin tatsächlich "gefährlich" macht,.


....ist die nachfolgende Tage unsichere Bedienung von Maschinen - und unsichere Teilnahme am Verkehr.

Das Stoffwechselprodukt THC-COOH ist 3-7 Tage lang nachweisbar, bei regelmäßigem Konsum einige Wochen. Im Urin ist THC-COOH bei einem einmaligen Konsum 3-5 Tage und bei regelmäßigem Konsum 4-6 Wochen nachweisbar. In der Literatur wird von einem Dauerkonsumenten berichtet, der erst nach 77 Tagen wieder "sauber" war, auch bei uns melden sich derartige Fälle.

Hinweis: Alle Angaben ohne Gewähr! Der Abbau von THC und THC-COOH im menschlichen Körper ist nicht linear, es gibt also große Unterschiede zwischen verschiedenen Menschen. In Einzelfällen kann auch nach deutlich längeren Abstinenzzeiten noch ein positiver Nachweis auf Cannabis erfolgen!


https://hanfverband.de/faq/drogentest-w ... achweisbar

In der Arbeitsmedizin würdest Du also die G25 nie schaffen - ohne LANGFRISTIG den Konsum einzustellen.

G25 = Vorsorgeuntersuchung für Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten.

>> Arbeitsunfähig aus eigenem tun...
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
Benutzeravatar
Sole.survivor@web.de
Beiträge: 4263
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 19:37
Benutzertitel: Change Agent

Re: Heroin-Fixen an schönen Frühlingstagen...

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mo 17. Jul 2017, 12:50

John Galt hat geschrieben:(15 Jul 2017, 00:36)

In Frankfurt gibt es statt Mittagessen um 12, Heroin auf der Straße.

Gebilligt von Polizei und Co.

Das ist quasi die Grenze zu Polen, da muss man kulturell toleranter sein.
Striving for Excellence, Demonstrating Integrity, Activating Leadership, Acting Sustainably, Enjoying Participation, Living Diversity, Eating Meat.
Benutzeravatar
John Galt
Beiträge: 14549
Registriert: So 1. Jun 2008, 22:44
Benutzertitel: No Gods or Kings. Only Man.

Re: Heroin-Fixen an schönen Frühlingstagen...

Beitragvon John Galt » Mo 17. Jul 2017, 17:05

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(17 Jul 2017, 13:50)

Das ist quasi die Grenze zu Polen, da muss man kulturell toleranter sein.


Frankfurt am Main. Bin auf dem Weg ins Finanzviertel in eine falsche Straße gelaufen.
Civilization is the progress toward a society of privacy. The savage’s whole existence is public, ruled by the laws of his tribe. Civilization is the process of setting man free from men.
Benutzeravatar
Sole.survivor@web.de
Beiträge: 4263
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 19:37
Benutzertitel: Change Agent

Re: Heroin-Fixen an schönen Frühlingstagen...

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mo 17. Jul 2017, 17:25

John Galt hat geschrieben:(17 Jul 2017, 18:05)

Frankfurt am Main. Bin auf dem Weg ins Finanzviertel in eine falsche Straße gelaufen.

Wenn du auf der Reeperbahn bist, hast du dich etwas mehr verlaufen
Striving for Excellence, Demonstrating Integrity, Activating Leadership, Acting Sustainably, Enjoying Participation, Living Diversity, Eating Meat.
Benutzeravatar
elmore
Beiträge: 440
Registriert: Mo 23. Mär 2015, 20:34
Benutzertitel: Scheues Rehlein

Re: Heroin-Fixen an schönen Frühlingstagen...

Beitragvon elmore » Mi 19. Jul 2017, 22:24

Ich finde die Einlassungen von User Provkateur sehr einleuchtend und schlüssig,
auch in der Konsequenz betreffs des Austrocknens von Kriminalität im
Gefolge des illegalen Handels mit Heroin.

Im BR-TV kam vor vielen Jahren einmal eine Reportage über ein Pilotprojekt
in einer englischen Stadt. Weiss leider den Namen nicht mehr.
Es wurde zwei Jahre lang Heroin an Abhängige auf Rezept gegeben.
Aus der Apohteke. Hochrein, billig in der Herstellung. Abhängige
konnten einfach zu Ihrem Arzt des Vertrauens gehen, und dieser
konnte, ohne das man den Abhängigen irgendwelche Auflagen
machte, diese abhängigen Heroinpatienten stabil auf meist geringere
Dosierungen einstellen. Ärztlicherseits bestand keine Meldepflicht, man konnte einfach ein Rezept mit Dosierung
ausstellen, mit dem die Leute dann zur Apotheke gingen und auf Rezept hochreines Heroin
bekamen.

Der örtliche Polizeidirektor war absolut von der Richtigkeit überzeugt
und sagte, dass binnen kurzer Zeit der Handel mit Heroin auf NULL
sank, die Dealer die Stadt verließen, weil nichts mehr zu holen war.
Die Beschaffungskriminalität - also Delikete wie Raubüberfälle, Einbrüche usw.
um an Geld für "H" zu kommen, nahm enorm ab. Ebenso die
Prostitution als Geldquelle für die teure, tägliche Ration an Heroin.

Sehr viele der Heroin-Sucht-Abhängigen begannen plötzlich wieder
ihren Alltag zu gestalten, da der Dauerdruck, woher man das Geld
und den Stoff bekommt, nicht mehr den Tagesablauf einzig und
alles dominierend bestimmte.
Die Leute begannen wieder, sich eine Wohnung zu suchen, sich
um eine normale Existenz zu kümmern und auch Jobs.

Heroinabhängigkeit ist zweifellos gesundheitsriskant,
allerdings kann ein gut auf hochreines Heroin eingestellter
Abhängiger sehr wohl seriös einer Arbeit nachgehen,
weil er noch klar denken und handeln kann.
Was beispielsweise bei der Droge Alkohol ausgeschlossen ist.
Auch bei bestimmten Medikamenten, die ja auch auf Krankenschein
erteilt werden, obwohl sie neben psychischer auch schwere körperliche
Abhängigkeiten erzeugen. Niemand macht hier groß Aufhebens,
dass dies unser Gesundheitssystem eben auch mit leistet.
Völlig legal übrigens...

Abschließend sagte der Polizeidirektor der Stadt noch,
es sei leider trotz der überaus positiven Entwicklung so,
dass das Projekt wohl nach den 2 Jahren Testphase eingestellt
werde. Eine rein politische Entscheidung, die er sehr bedauerte.
Weil sie der richtige Weg sei, diese Suchtkranken nicht ins völlige
Abseits zu stellen und auszugrenzen. Sie regelrecht in die Kriminalität
zu treiben und in einen Teufelskreis aus schwerer Sucht, ständigen
Konfliken mit dem Gesetz und 24/7/365 nur von einem Gedanken
getrieben zu sein, woher man das Geld und den nächsten Schuss bekommt.

Ein menschenwürdiges Leben sei das nicht.

Für mich stellt sich schon länger die Frage, warum man das
vehement ablehnt. Cui bonet? - Von der Logik her kann man
gar nicht soviel Polizei und Drogenspezialisten ausbilden und einsetzen,
was auch sinnlos viel Geld verschlingt, ohne je eine Verbesserung zu bringen.
Es ist wohl eher Frust, den damit befasste Polizeibeamte haben.
Denn an die illegalen großen Fische im Hintergrund kommt man meist eh
nicht ran, sondern nur an die kleinen Straßendealer oder höchstens mal
Revier"größen", die aber auch anderen gehorchen, die sie viellicht gar
nicht kennen.

Heroin ist in der Herstellung billig und technisch keine besondere Herausforderung.
Bei entsprechender intelligenter staatlicher Begleitung der Herstellung bzw. Lizensierung wäre
medizinisch hochreines Heroin kein Akt. Fast schon eine superbillige
Alternative, wenn man allein den Bekämpfungsaufwand von Behörden,
Polizei, Justiz usw. auch noch miteinrechnet.

Und gegen Heroin auf Rezept hat der illegale Markt NULL Chance.
Die ganzen Drogengangsta könnten sich ihr gestrecktes und
mieses Straßenheroin selbst in den Arsch stecken, bis sie pleite sind.
Gleiches gilt für die Legalisierung von Cannabis. Es sollte zumindest,
wie in den Niederlanden legal sein. Auch in der Herstellung und im Handel.
Konkurrenz belebt das Geschäft und wäre sicher auch hier qualitätssteigernd,
was Mariajohanna und ihre Konsumkollegen und -innen sicherlich
freuen würde. Auch hier wäre dann die Nähe, die beim Erwerb von Cannabis
zu anderen Drogen immer im Raum steht, und damit der Kontakt mit
einem generell skrupellosen und kriminellen Umfeld nicht mehr zwingend.

Wie gesagt, den Ausführungen von provokateur kann ich nur zustimmen.
Sie sind logisch, schlüssig und wären im Grunde recht einfach und ohne
großen finanziellen Aufwand umsetzbar. Und nachhaltig wirkend hinsichtlich
einer signifikanten Verbesserung der Drogenproblematik, vor allem bei Heroinabhängigkeit.

Aber dazu braucht es den politischen Willen, vor allem der stockkonservativen
CDU/CSU und auch den der "lieben" Sozln von der SPD.
Ein Fröschlein sitzt auf dem Kopf von Erdogan.
"Fröschlein, wie geht es dir?" - "Bis auf das Geschwür an meinem Arsch ganz gut", erwiderte dieses.
Benutzeravatar
Pro&Contra
Beiträge: 1225
Registriert: Fr 9. Jun 2017, 20:47

Re: Heroin-Fixen an schönen Frühlingstagen...

Beitragvon Pro&Contra » Mi 19. Jul 2017, 22:48

Steckt man einem Spielsüchtigen dann auch jeden Monat einen gewissen Geldbetrag in die Tasche, damit er nicht kriminell wird?
Zuletzt geändert von Pro&Contra am Mi 19. Jul 2017, 23:43, insgesamt 1-mal geändert.
Wenn ich nicht antworte, dann habe ich entweder keine Lust oder deine Argumente sind Unsinn.
Benutzeravatar
elmore
Beiträge: 440
Registriert: Mo 23. Mär 2015, 20:34
Benutzertitel: Scheues Rehlein

Re: Heroin-Fixen an schönen Frühlingstagen...

Beitragvon elmore » Mi 19. Jul 2017, 23:41

Manchmal ist es saupraktisch, an Gott zu glauben und auch daran,
dass er Wunder wirken könne…
Ein Fröschlein sitzt auf dem Kopf von Erdogan.
"Fröschlein, wie geht es dir?" - "Bis auf das Geschwür an meinem Arsch ganz gut", erwiderte dieses.
Benutzeravatar
Pro&Contra
Beiträge: 1225
Registriert: Fr 9. Jun 2017, 20:47

Re: Heroin-Fixen an schönen Frühlingstagen...

Beitragvon Pro&Contra » Mi 19. Jul 2017, 23:44

Pro&Contra hat geschrieben:(19 Jul 2017, 23:48)

Steckt man einem Spielsüchtigen dann auch jeden Monat einen gewissen Geldbetrag in die Tasche, damit er nicht kriminell wird?


Macht man natürlich nicht. Warum soll man einem Drogensüchtigen dann seine Drogen bezahlen?
Wenn ich nicht antworte, dann habe ich entweder keine Lust oder deine Argumente sind Unsinn.
Benutzeravatar
Ein Terraner
Beiträge: 4642
Registriert: Sa 7. Mai 2016, 18:48
Wohnort: München

Re: Heroin-Fixen an schönen Frühlingstagen...

Beitragvon Ein Terraner » Do 20. Jul 2017, 01:36

Pro&Contra hat geschrieben:(20 Jul 2017, 00:44)

Macht man natürlich nicht. Warum soll man einem Drogensüchtigen dann seine Drogen bezahlen?

Das orgasmische Gefühl sich selbst zu zitieren.
Licht und Dunkel
hafenwirt
Beiträge: 7629
Registriert: Mo 16. Mär 2009, 07:21
Wohnort: politopia.de

Re: Heroin-Fixen an schönen Frühlingstagen...

Beitragvon hafenwirt » Do 20. Jul 2017, 09:51

Pro&Contra hat geschrieben:(20 Jul 2017, 00:44)

Macht man natürlich nicht. Warum soll man einem Drogensüchtigen dann seine Drogen bezahlen?


Du wolltest doch nichts aus dem Privatleben erzählen? :?:
hafenwirt
Beiträge: 7629
Registriert: Mo 16. Mär 2009, 07:21
Wohnort: politopia.de

Re: Heroin-Fixen an schönen Frühlingstagen...

Beitragvon hafenwirt » Do 20. Jul 2017, 09:51

hafenwirt hat geschrieben:(20 Jul 2017, 10:51)

Du wolltest doch nichts aus dem Privatleben erzählen? :?:


Sehe ich genau so.
Benutzeravatar
elmore
Beiträge: 440
Registriert: Mo 23. Mär 2015, 20:34
Benutzertitel: Scheues Rehlein

Re: Heroin-Fixen an schönen Frühlingstagen...

Beitragvon elmore » Do 20. Jul 2017, 12:26

Pro&Contra hat geschrieben:(19 Jul 2017, 23:48)

Steckt man einem Spielsüchtigen dann auch jeden Monat einen gewissen Geldbetrag in die Tasche, damit er nicht kriminell wird?


Ich hatte zwar gehofft, als Atheist ein dreistes Unterfangen, ich weiss… dass der Herrgott Hirn und wenigstens Bereitschaft herunterschmeisst,
über den eigenen, eingeengten Tellerrand hinauszugucken, statt sein Visier gleich abzukippen… Aber leider, Gott gibt es nicht.
Also auch erwartbar keinen solchen Effekt! :(

Ich versuchs mal auf klassisch irdenen Wegen:
Es geht bei der illegalen Drogen- und Dealerszene vor allem um die Kriminalität der Händler und
der Netze, die sie aufziehen. Und auch ein Umfeld, in dem skupellose und mörderische Gewalt an der Tagesordnung ist.
Und eben die Sucht von SuchtKRANKEN ausgenutzt wird. Mit Systematik bis in Schulhöfe hinein...

Es stört dich doch offensichtlich auch nicht, dass schwer Medikamentenabhänige, die ganz legal drogensüchtig sind,
von unserem Gemeinwesen zurecht unterstützt und nicht kaltherzig in den Weg der Kriminalität und eines
aussichtslosen Daseins gestoßen werden.

Das betrifft auch Alkoholkranke, die teils mehrere Entziehungs"kuren" benötigen und anschließend
auch pyschische Therapien und Begleitung z.B. von Einrichtungen wie den Anonymen Alkoholikern.
Auch für Spielsüchtige hat unser Gemeinwesen Therapieangebote, um diese Art von Suchterkrankung,
die aber im Unterschied zu einem Heroinabhängigen keine - noch dazu sehr dominante und schwere -
körperliche Abhängigkeit erzeugt. Sondern "nur" psychisch bedingt ist. Letzteres ist natürlich auch
bei schwerst Drogenabhängigen wie Heroinsüchtigen ein zusätzliches Problemfeld. Sie sind sowohl psychisch und noch mehr körperlich
absolut abhängig.

Wieso sollen diese armen Menschen, die in so eine Lebensschieflage geraten sind, auch noch
kriminalisiert werden, weil sie die immensen Kosten für ihre tägliche Heroindosis auf dem
illegalen Drogenmarkt KRACHteuer bezahlen müssen. Gar keine Wahl haben, als
die Drogenmafia immer fetter zu machen. Die dann diese immensen Gelder, das ist dann der
weitere unangenehme Effekt dieser Art der Drogenbekämpfung, auch noch in den sog.
legalen Geschäfts- und Investitionskreislauf bringen und damit sehr subversiv immer mehr
Unternehmen unterwandern oder sich am Ertrag von seriöser Wirtschaftsleistung und deren Erträgen
wie Blutegel festsaugen und davon bestens ernähren.

Angesichts dieser sehr komplexen Gesamtlage sehe ich deinen vorgebrachten Einwand als sehr
dürftig an und eindimensional zudem.

In der Hoffnung, dass es bei dir vielleicht doch Klick machen könnte, verbleibe ich
mit herzlichen Grüßen!

Falls nicht: Auch wurst! :cool:

edit elmore: Kleine Satz - und RS-Verbesserungen vorgenommen.
Ein Fröschlein sitzt auf dem Kopf von Erdogan.
"Fröschlein, wie geht es dir?" - "Bis auf das Geschwür an meinem Arsch ganz gut", erwiderte dieses.

Zurück zu „8. Gesellschaft“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste