Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

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Könntet ihr euch vorstellen aus Solidarität mit muslimischen Frauen Kopftuch zu tragen ?

ja
2
8%
nein
22
88%
nur wenn es gesetzlich vorgeschrieben ist
1
4%
 
Abstimmungen insgesamt: 25
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Teeernte
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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon Teeernte » Mo 1. Mai 2017, 22:01

JJazzGold hat geschrieben:(01 May 2017, 22:48)

Wollen Sie dem Papst verbieten in der Öffentlichkeit seine Soutane zu tragen?


Will ich weiße/schwarze/rote Mäntel verbieten ?

....und ne Kopfbekleidung bei Regen / Kälte kann nutzvoll sein.

Wenn es dem Frieden unter den Religionen nutzt - wird es jeder Kirchenfürst von selbst machen.
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BingoBurner
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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon BingoBurner » Mo 1. Mai 2017, 22:34

Das Prinzip ist simpel. Hole die Leute da ab wo sie sind.........
Keine Panik nichts revolutionäres...............

Kennt jemand Target ? Da geht es um Genital Verstümmelungen :

"Täglich werden 8.000 Mädchen ihrer Genitalien und Würde beraubt. Alle elf Sekunden eins. Weltweit sind davon 150 Millionen Frauen betroffen.
Dieses Verbrechen will TARGET beenden.""

https://www.target-nehberg.de/HP-01_gen ... /index.php

So das Konzept läuft so. Ich trete nicht auf wie der weiße Europäer und erzähle euch was von Menschrechten.
Sondern ich nehme den Koran in die Hand und lese dort ..............das Mohammed Töchter hatte und die eben nicht beschnitten sind !
Ergo kann das kein göttliches Konzept sein.............
Wie man nachlesen kann hatte das Erfolg.

Das ist der Weg der Aufklärung.

Zur Person : https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCdiger_Nehberg
Wüstenblume : https://www.amazon.de/W%C3%BCstenblume- ... 3426779781

Alles weitere siehe oben.
Dont take your organs to heaven !
Heaven knows we need them here !
If you dont smile dont mess with me !

Dinge, die Impfgegner sagen : https://www.facebook.com/impfgegnerzitate/
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Dark Angel
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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon Dark Angel » Di 2. Mai 2017, 10:20

schokoschendrezki hat geschrieben:(01 May 2017, 22:22)

Aber Malala ist gläubige und kopftuchtragende Muslimin. SIeh zu, wie du mit deinem simplen Weltbild damit zurechtkommst.,

Es behautet eigentlich auch so gut wie keiner der aufgeklärten Menschen, dass es eine "Unterwerfung der Frau im Islam nicht gibt". Wie kommst Du darauf? Die Frage ist, wie eine Gemeinschaft der Milliarden von Christen, Muslimen, Religionslosen künftig miteinander auskommt. Eine grundsätzliche Unterstellung von Unterwerfungsbereitschaft jeder kopftuchtragenden (nicht etwa vollverschleierten) Frau ist nicht nur realitätsfern und arrogant sondern vor allem auch in Hinsicht auf diese alternativlose Fragestellung dekonstruktiv, Wo willst Du hin? Auf einen Krieg der Zivilisationen?

Und der offene Brief belegt nicht das genaue Gegenteil sondern die (eigentlich gar nicht bezweifelte) Existenz von Formen der Unterwerfung der Frau in islamisch geprägten Ländern. Wer wollte das ernstlich bestreiten?

Kapierst du's nicht? Im Islam gilt das, was im Koran steht. Der Koran bzw die jeweiligen Auslegungen sind Gesetz. Im schiitischenist jede Fatwa, die von einem Mufti heraus gegeben rechtlich bindend und zwar überall dort, wo schiitische Moslems leben.
m Islam geht es darum, unter Berücksichtigung der Verschiedenheit der Geschlechter Gerechtigkeit zwischen beiden herzustellen. Daher hat Gott Mann und Frau bestimmte Rechte und Pflichten zugewiesen, die ihrer jeweiligen Natur gerecht werden. Wenn sie sich jedoch von ihrer Natur entfernen, kommt dies einer Gleichmachung nahe. Vor Gott sind beide gleich. Aber in ihrer Beziehung zueinander sind die jeweiligen Rechte des einzelnen unterschiedlich, wie ja auch Mann und Frau von Natur aus unterschiedlich sind. Grundsätzlich kann man sagen, dass sich die Rechte des einen aus den Pflichten des anderen ergeben und umgekehrt

Zwar empfiehlt die islamische Tradition Ehemännern, ihre Frauen gut zu behandeln. Die Überlieferung „Das Paradies liegt zu Füßen der Mütter“ wird häufig zitiert. Die Gestaltung der Lebensumstände einer Frau liegt jedoch nur begrenzt in ihren eigenen Händen, sondern vor allem in den Händen ihres Vaters, ihres Ehemanns und der Gesellschaft, in der sie lebt: In den Händen des Vaters, weil er wesentlich über Schulausbildung, Bewegungsfreiheit und Heirat entscheidet, in den Händen des Ehemanns, weil er ihr gebieten oder sie sogar strafen kann, wenn er befürchtet, sie könne die Familienehre gefährden, und in den Händen der Gesellschaft, weil sie das Verhalten der Frau ständig kontrolliert.

Entgegen dem Versprechen des obersten Führers Ayatollah Ruhollah Khomeini, dem Initiator der islamischen Revolution, daß er den Frauen die Freiheit zur Wahl der Kleidung, der Betätigung und des Lebensstils zugestehen werde war einer seiner ersten Befehle, die Frauen unter den hijab zu zwingen. Makeup wurde verboten und Frauen durften sich außerhalb des Hauses mit niemandem anderem als mit ihrem Ehemann oder einem Verwandten sehen lassen. Zuwiderhandelnde wurden mit Freiheitsentzug und Auspeitschung bestraft.
Unter dem islamischen Regime haben Frauen bezüglich Erbschaft und Heirat nicht die gleichen Rechte wie Männer. Sie brauchen sogar die Erlaubnis ihrer Ehemänner, wenn sie ins Ausland reisen wollen. Auch Frauen, welche sich ausnahmslos an die Regeln der Kleriker halten, sind trotzdem deren Grausamkeit ausgesetzt. Viele Frauen – teilweise jünger als 15 – werden unter fingierten Anschuldigungen zu Tode gesteinigt.


In den islamischen Ländern beinhaltet das Familienrecht heute zahlreiche die Frauen diskriminierende Bestimmungen, da das Familienrecht auf einem hierarchischen Rollenverständnis von Mann und Frau basiert. Zwar wurden im 20. Jahrhundert in diversen muslimischen Ländern verschiedene Reformversuche unternommen. Doch diese wurden von konservativen Kräften oft als Angriff auf das islamische Recht und seine Werte zurückgewiesen, und so bleibt das Familienrecht bis heute Gegenstand kontroverser Debatten um kulturelle und religiöse Identität. Die Re-Islamisierung in einigen islamischen Staaten ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erschwerte eine Reform des Familienrechts und somit auch die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau zusätzlich

Moslems bleiben islamischem Recht und Gesetz so lange verpflichtet, wie sie Moslems sind - egal wo sie leben und sie leben nach islamischem Recht und Gesetz.
Willst du angesichts dieser Links immer noch behaupten, Frauen würden im Islam nicht diskriminiert, müssten sich nicht unterordnen?
Aber hier noch ein Extraschmankerl:
Frauen müssen sich für ihre Ehemänner überall und zu jeder Zeit zur Verfügung halten“
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon schokoschendrezki » Di 2. Mai 2017, 10:28

Dark Angel hat geschrieben:(02 May 2017, 11:20)
Kapierst du's nicht? Im Islam gilt das, was im Koran steht. Der Koran bzw die jeweiligen Auslegungen sind Gesetz. [/url]

Da steht (korrekterweise) Auslegungen (Plural!). Ein Gesetz kann nicht das eine und gleichzeitig etwas anderes sein. Schon an dieser Stelle ist mir klar, dass ich deinen weiteren Blödsinn eigentlich nicht mehr lesen muss.
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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon schokoschendrezki » Di 2. Mai 2017, 10:38

BingoBurner hat geschrieben:(01 May 2017, 23:34)

Das Prinzip ist simpel. Hole die Leute da ab wo sie sind.........
Keine Panik nichts revolutionäres...............

Kennt jemand Target ? Da geht es um Genital Verstümmelungen :

"Täglich werden 8.000 Mädchen ihrer Genitalien und Würde beraubt. Alle elf Sekunden eins. Weltweit sind davon 150 Millionen Frauen betroffen.
Dieses Verbrechen will TARGET beenden.""

https://www.target-nehberg.de/HP-01_gen ... /index.php

So das Konzept läuft so. Ich trete nicht auf wie der weiße Europäer und erzähle euch was von Menschrechten.
Sondern ich nehme den Koran in die Hand und lese dort ..............das Mohammed Töchter hatte und die eben nicht beschnitten sind !
Ergo kann das kein göttliches Konzept sein.............
Wie man nachlesen kann hatte das Erfolg.

Man ist noch nicht mal auf solche direkten Passagen angewiesen. Viele muslimische Gelehrte (die Mehrheit) weisen immer wieder darauf hin, dass mit der Koranexegese, der Auslegung sowohl die Möglichkeit besteht, gegen Gewalt, Terror, IS etc. zu argumentieren, als auch, den islamischen Glauben mit Modernität und Fortschritt zu verbinden. Weil man auf fast alle Fragen auch unter Bezug auf den Koran sehr unterschiedliche Antworten geben kann.
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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon Adam Smith » Di 2. Mai 2017, 10:51

schokoschendrezki hat geschrieben:(02 May 2017, 11:38)

Man ist noch nicht mal auf solche direkten Passagen angewiesen. Viele muslimische Gelehrte (die Mehrheit) weisen immer wieder darauf hin, dass mit der Koranexegese, der Auslegung sowohl die Möglichkeit besteht, gegen Gewalt, Terror, IS etc. zu argumentieren, als auch, den islamischen Glauben mit Modernität und Fortschritt zu verbinden. Weil man auf fast alle Fragen auch unter Bezug auf den Koran sehr unterschiedliche Antworten geben kann.

Für das Christentum gilt das Gleiche. Und die Reformation hat dann Krieg und auch die Hexenverfolgung hervorgebracht. Erst die Aufklärung konnte dieses beenden. Also der Atheismus.
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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon schokoschendrezki » Di 2. Mai 2017, 10:56

Adam Smith hat geschrieben:(02 May 2017, 11:51)

Für das Christentum gilt das Gleiche. Und die Reformation hat dann Krieg und auch die Hexenverfolgung hervorgebracht. Erst die Aufklärung konnte dieses beenden. Also der Atheismus.

Die Hexenverfolgung ist ein Produkt der Reformation? Ich glaube, das bringt selbst die großzügigste Exegese nicht hervor. Auch wenn es auch unter Reformierten den einen oder anderen Pro-Hexenverfolgung gab.
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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon Adam Smith » Di 2. Mai 2017, 11:19

schokoschendrezki hat geschrieben:(02 May 2017, 11:56)

Die Hexenverfolgung ist ein Produkt der Reformation? Ich glaube, das bringt selbst die großzügigste Exegese nicht hervor. Auch wenn es auch unter Reformierten den einen oder anderen Pro-Hexenverfolgung gab.

Sie begann so richtig erst nach der Reformation. Auch den 30igjährigen Krieg gab es danach.
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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon Unité 1 » Di 2. Mai 2017, 11:25

Nicht zu vergessen Gartenstühle und den Kommunismus. Alles nach der Reformation. Luther, quo vadis?
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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon Adam Smith » Di 2. Mai 2017, 11:58

Unité 1 hat geschrieben:(02 May 2017, 12:25)

Nicht zu vergessen Gartenstühle und den Kommunismus. Alles nach der Reformation. Luther, quo vadis?

Es kommt darauf an wer dafür war.
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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon Dark Angel » Di 2. Mai 2017, 12:29

schokoschendrezki hat geschrieben:(02 May 2017, 11:28)

Da steht (korrekterweise) Auslegungen (Plural!). Ein Gesetz kann nicht das eine und gleichzeitig etwas anderes sein. Schon an dieser Stelle ist mir klar, dass ich deinen weiteren Blödsinn eigentlich nicht mehr lesen muss.

Auslegungen bezieht sich auf die unterschiedlichen Strömungen (Schulen) des Islam - Sunniten, Schiiten, Wahabiten, Aleviten/Alaviten. Allen gemeinsam ist die Unterordnung der Frau unter den Mann, weil das so im Koran steht und der Koran ist Gesetz. Islam unterscheidet nicht zwischen weltlichem und religiösem Recht.
Es hätte dir gut getan, wenn du meine Links gelesen hättest, statt von "Blödsinn" zu reden.
Wer allerdings der Meinung ist, er hätte die absolute Wahrheit gepachtet, weil ihm ein paar liberale Moslems (irgendwas eingeflüstert haben), die wahrscheinlich schon in der 2. oder 3.Generation in Deutschland leben und aus der (ehemals) säkularen Türkei stammen, vielleicht sogar Aleviten sind und wer meint, das Personalpronomen "wir" auf irgendwelche versteckten Inhalte und Bedeutungen "abklopft" und daran herumrätselt, dem ist wirklich nicht mehr zu helfe.

Plonk!
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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon Unité 1 » Di 2. Mai 2017, 12:33

Wer den Unterschied zwischen einem Personalpronomen und einem politischen Begriff nicht versteht, sollte eigentlich aus einem ureigenen Würdeinteresse heraus sich mit herablassenden Überheblichkeiten zurückhalten. Aber wem erzähl' ich das.
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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon relativ » Di 2. Mai 2017, 12:35

Dark Angel hat geschrieben:(02 May 2017, 13:29)

Auslegungen bezieht sich auf die unterschiedlichen Strömungen (Schulen) des Islam - Sunniten, Schiiten, Wahabiten, Aleviten/Alaviten. Allen gemeinsam ist die Unterordnung der Frau unter den Mann, weil das so im Koran steht und der Koran ist Gesetz. Islam unterscheidet nicht zwischen weltlichem und religiösem Recht.
Es hätte dir gut getan, wenn du meine Links gelesen hättest, statt von "Blödsinn" zu reden.
Wer allerdings der Meinung ist, er hätte die absolute Wahrheit gepachtet, weil ihm ein paar liberale Moslems (irgendwas eingeflüstert haben), die wahrscheinlich schon in der 2. oder 3.Generation in Deutschland leben und aus der (ehemals) säkularen Türkei stammen, vielleicht sogar Aleviten sind und wer meint, das Personalpronomen "wir" auf irgendwelche versteckten Inhalte und Bedeutungen "abklopft" und daran herumrätselt, dem ist wirklich nicht mehr zu helfe.

Plonk!

Naja bisher schreibt m.M. hier nur einer, wo es so aussieht, daß er mit seiner Meinung wohl meint die Wahrheit gepachtet hat, gelle Dark?.
Ne nicht irgendwelche, ich habe auch schon sehr viele gläubige Moslems getroffen, die überhaupt kein Problem damit haben Liberal eingestellt zu sein.
Wenn man natürlich meint, jede traditionelle islamische Familie, mit Rollenverteilung, wäre mit anderen Maßstäben zu sehen/messen , als z.B. eine traditionelle atheistische/katholische ect. deutsche Familie mit spezieller Rollenverteilung, dem ist nicht mehr zu helfen.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon Zunder » Di 2. Mai 2017, 13:05

Unité 1 hat geschrieben:(02 May 2017, 13:33)

Wer den Unterschied zwischen einem Personalpronomen und einem politischen Begriff nicht versteht, sollte eigentlich aus einem ureigenen Würdeinteresse heraus sich mit herablassenden Überheblichkeiten zurückhalten. Aber wem erzähl' ich das.

"Wir" ist kein politischer Begriff.
Politische Begriffe pflegen politische Inhalte zu haben. Das Personalpronomen in der 1. Person Plural hat keinen Bedeutungsinhalt. Es wird in seiner Beliebigkeit ideologisch instrumentalisiert, sowohl zur Vereinnahmung und Ausgrenzung, wie auch zum Zweck der Begriffs-Denunziation, was dann großspurig als Kritik verkauft wird.
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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon Zunder » Di 2. Mai 2017, 13:11

schokoschendrezki hat geschrieben:(02 May 2017, 11:28)

Da steht (korrekterweise) Auslegungen (Plural!). Ein Gesetz kann nicht das eine und gleichzeitig etwas anderes sein. Schon an dieser Stelle ist mir klar, dass ich deinen weiteren Blödsinn eigentlich nicht mehr lesen muss.

Weil Dark Angel korrekterweise von Auslegungen schreibt, mußt du den weiteren "Blödsinn" nicht mehr lesen? Das ist überzeugend.

Das Gesetz im Iran besagt etwas anderes als das Gesetz in Saudi-Arabien. Sie fußen beide auf dem Koran und sie beide verbindlich. Scheint ein bißchen komplex zu sein.
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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon Unité 1 » Di 2. Mai 2017, 13:13

Zunder hat geschrieben:(02 May 2017, 14:05)

"Wir" ist kein politischer Begriff.
Politische Begriffe pflegen politische Inhalte zu haben. Das Personalpronomen in der 1. Person Plural hat keinen Bedeutungsinhalt. Es wird in seiner Beliebigkeit ideologisch instrumentalisiert, sowohl zur Vereinnahmung und Ausgrenzung, wie auch zum Zweck der Begriffs-Denunziation, was dann großspurig als Kritik verkauft wird.

"Wir" ist nicht unbedingt ein politischer Begriff. Wenn ich sage "wir kochen", dann beschreibt das nichts weiter als eine gemeinsame Aktivität. Dann ist wir ein Personalpronomen. Wenn ich sage "Wir Deutschen" o.ä., dann treffe ich damit eine Unterscheidung in Wir und die Anderen. Diese Unterscheidung existiert zwar auch im ersten Beispiel, aber dort rekurriert sie auf handelnde Personen. Im zweiten Beispiel treffe ich damit eine wertmäßige Aussage, wenn dies nicht analog zum ersten Beispiel einen einfachen Fakt wie Staatsbürgerschaft betrifft. Dann ist das Wir mit Eigenschaften aufgeladen. Dann ist das in der Konsequenz ein politischer Begriff.
Kurz, "Wir" ist dann mehr als ein Personalpronomen, wenn die gemachte Unterscheidung Wertigkeiten transportiert. Die Unterscheidung muss allerdings nicht zwangsläufig politisch sein - das stimmt schon -, aber sie trägt immer das Potential zur Politisierung.

Carl Schmitt ist also deiner Meinung nach ein unpolitischer Schreiberling gewesen?
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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon schokoschendrezki » Di 2. Mai 2017, 13:55

Die Koranauslegung ist von Anfang an grundlegender Bestandteil des Islam. Und war bis Anfang des 20. Jahrhunderts ausschließlich in mündlicher Form üblich. Betraf also grundsätzlich nur einen direkt angesprochenen Menschenkreis. Im Unterschied zur Bibel wird der Koran jedoch als direkte Gottesrede verstanden. Dennoch; Wie eine Koranauslegung mit modernen humanistischen Auffassungen vereinbar ist, zeigt sehr anschaulich der offene Brief von etwas über 120 namhaften (wohlgemerkt konservativen) islamischen Gelehrten aus aller Welt (darunter u.a. der Großmufti von Ägypten und der ranghöchste Islam-Gelehrte des Irak) an islamistische Terrororganisationen. Es wird darin u.a. auf eine Koranpassage verwiesen, in der die Tötung (fremder) "Sendboten" untersagt wird. In der konkreten Exegese und in die Jetztzeit übersetzt, werden in diesem Brief auch (ausländische) "Journalisten und Entwicklungshelfer" als "Sendboten" verstanden, deren Tötung durch den Koran untersagt ist. In einer anderen Auslegung wird auf das Korangebot verwiesen, "Schriftbesitzer", nicht zu misshandeln. Christen insbesondere lassen sich durchaus im Einklang mit dem Koran als (ungläbige) Schriftbesitzer ansehen. Eine andere Praxis besteht darin, den in der Koranexegese weit mehr als bei der Bibelauslegung geforderten Bezug zum "Literalsinn" zu nutzen: Also die dir direkte Auslegung einzelner Wörter. So kann im Korangebot, Dieben sei die Hand abzutrennen, das Wort "abtrennen" auch als abstrakte Metapher einer Trennung zwischen Diebeswillen und der ausführenden Hand aufgefasst werden.

Natürlich hat diese Auslegungspraxis auch ihre Grenzen. Und ihre Kritiker. Insbesondere ein direktes Ignorieren einzelner Passagen, steht sosehr im Widerspruch zum Kern des Islam, dass dies eigentlich unmöglich ist. Es wird dennoch von einzelnen Islamgelehrten praktiziert und gefordert. Desweiteren erlauben Überschneidungen einzelner Gebote eine grundsätzlich unbestimmte Auslegung: So wird "Muharaba" (eigentlich "Kriegsführung gegen Gott und seinen Propheten") für alle Arten von "Unruhestiftung" ausgelegt. Darunter auch Terrorismus. Aber natürlich stehen solche freizuügigen Koranauslegungen auch ebenjenen Terroristen oder auch autokratischen Regierungen zur Verfügung. Im Iran etwa wird eben auch "Regimekritik" unter Muharaba geführt. Die Sache ist also so einfach nicht und keinesfalls mit Pauschalurteilen zu erledigen.
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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon schokoschendrezki » Di 2. Mai 2017, 13:59

Unité 1 hat geschrieben:(02 May 2017, 14:13)

"Wir" ist nicht unbedingt ein politischer Begriff. Wenn ich sage "wir kochen", dann beschreibt das nichts weiter als eine gemeinsame Aktivität. Dann ist wir ein Personalpronomen. Wenn ich sage "Wir Deutschen" o.ä., dann treffe ich damit eine Unterscheidung in Wir und die Anderen. Diese Unterscheidung existiert zwar auch im ersten Beispiel, aber dort rekurriert sie auf handelnde Personen. Im zweiten Beispiel treffe ich damit eine wertmäßige Aussage, wenn dies nicht analog zum ersten Beispiel einen einfachen Fakt wie Staatsbürgerschaft betrifft. Dann ist das Wir mit Eigenschaften aufgeladen. Dann ist das in der Konsequenz ein politischer Begriff.
Kurz, "Wir" ist dann mehr als ein Personalpronomen, wenn die gemachte Unterscheidung Wertigkeiten transportiert. Die Unterscheidung muss allerdings nicht zwangsläufig politisch sein - das stimmt schon -, aber sie trägt immer das Potential zur Politisierung.


"Die Deutschen" als Nationsgemeinschaft entsteht überhaupt erst durch das wiederholte Sprechen und Schreiben von "Wir Deutschen": Ist nicht wie eine Personengruppe, die etwas kocht und sagen kann "wir kochen etwas" ein reales Ding sondern eine diskursive Zuschreibung. "Wir sprechen deutsch" beschreibt zwar einen Realitätsausschnitt, ist aber erstens nicht identisch mit der vorgestellten und quasi herbeigeredeten Nationengemeinschaft und setzt zweitens ein "wir" an die Stelle einer gar nicht real in ihrer Gesamtheit erlebbaren Personengemeinschaft.
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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon Unité 1 » Di 2. Mai 2017, 14:29

schokoschendrezki hat geschrieben:(02 May 2017, 14:59)

"Die Deutschen" als Nationsgemeinschaft entsteht überhaupt erst durch das wiederholte Sprechen und Schreiben von "Wir Deutschen": Ist kein reales Ding sondern eine diskursive Zuschreibung.

Es sei denn, es ist damit die Staatsbürgerschaft gemeint. Dann stellte sich allerdings die Frage nach der Vehemenz, mit der darum gestritten wird, wenn es sich um einfache Addition handeln sollte. Mit anderen Worten: Ich stimme dir zu. Das ergibt sich nicht nur aus der Wertekonstruktion kollektiver Identitäten und der damit implizierten unausweichlichen Wertigkeitsunterscheidung (wenn der Abendländer Träger der humanistischen Idee sei, kann es der Morgenländer nicht sein. Sonst machte die Unterscheidung keinen Sinn, dabei ist das im Gegenteil ihr Zweck. Selbstvergewisserung über Identitätsattributierung.), sondern bereits aus dem Fakt, dass Deutschsein nichts natürliches ist, Nationalstaaten sind sichtbare Ergebnisse einer Idee und politischer Bedürfnisse. Wie man alleine vor dem Entstehungshintergrund darauf bestehen kann, dass die Verpersönlichung der Idee - "der" Deutsche; Wir Deutschen - lediglich als Personalpronomen zu verstehen sei, ist mir schleierhaft.

schokoschendrezki hat geschrieben:(02 May 2017, 14:59)

"Wir sprechen deutsch" beschreibt zwar einen Realitätsausschnitt, ist aber erstens nicht identisch mit der vorgestellten und quasi herbeigeredeten Nationengemeinschaft und setzt zweitens ein "wir" an die Stelle einer gar nicht real in ihrer Gesamtheit erlebbaren Personengemeinschaft.

Und das ist so selbsterklärend und eindeutig, dass ich nicht nachvollziehen kann, wie die die Verwechslung von einem erleb- und erfahrbaren Wir mit einem abstrakten Wir außerhalb jeglicher Sinneserfahrung vonstatten gehen kann.
Das einzige Personalpronomenhafte am Wir Deutschen wäre der numerische Aspekt.
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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon schokoschendrezki » Di 2. Mai 2017, 14:39

Zunder hat geschrieben:(02 May 2017, 14:11)

Weil Dark Angel korrekterweise von Auslegungen schreibt, mußt du den weiteren "Blödsinn" nicht mehr lesen?

Nein. Weil die Existenz von mehreren Auslegungen - und zwar durchaus auch innerhalb von Gruppen wie Sunniten oder Schiiten - grundsätzlich im Widerspruch steht zu der Aussage, der Koran werde direkt in Gesetzgebung umgesetzt. Einzelne Auslegungen, ja, besonders solche, die dem Willen der Gesetzgeber entsprechen, bilden die Basis für Gesetze. Zu jeder dieser Auslegungen lassen sich jedoch alternative Auslegungen formulieren. Der Koran selbst enthält eine Passage, die diese Praxis treffend beschreibt:
Es sind Verse von entscheidender Bedeutung – sie sind die Grundlage des Buches – und andere, die unterschiedlich gedeutet werden können. Die aber, in deren Herzen Verderbnis wohnt, suchen gerade jene heraus, die verschiedener Deutung fähig sind.

Dass die Mär von der direkten Umsetzung des Korans in Gesetze Blödsinn ist, lässt sich schon daran erkennen, dass es nur einen einzigen Koran, aber sehr unterschiedliche Gesetzesgebungen in muslimischen Ländern gibt: Von Malaysia, Bosnien und Indonesien bis zum Iran und Saudi-Arabien.
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