Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Moderator: Moderatoren Forum 8

Könntet ihr euch vorstellen aus Solidarität mit muslimischen Frauen Kopftuch zu tragen ?

ja
2
8%
nein
22
88%
nur wenn es gesetzlich vorgeschrieben ist
1
4%
 
Abstimmungen insgesamt: 25
JFK
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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon JFK » So 30. Apr 2017, 16:07

Chajm hat geschrieben:(30 Apr 2017, 17:03)

Woraus schließen Sie das?
Haben Sie direkten Zugang zum Königshaus, zu oppositionellen Gruppen oder woher beziehen Sie Ihr Wissen?


Ich kann mir einfach nicht vorstellen, das der König Freiwillig die Macht an das Volk abgibt, ist nur meine Meinung, nicht mehr und nicht weniger.
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Dark Angel
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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon Dark Angel » So 30. Apr 2017, 16:07

JFK hat geschrieben:(30 Apr 2017, 16:35)

Im Kontext stand aber der Putsch, anders wird in diesen Ländern mittelfristig keine Demokratie einkehren.

Quatsch mit Soße. In Jack000s Aussage gibt es überhaupt keinen Kontext zu einem Putsch!
Da ist ganz eindeutig von friedlicher Revolution die Rede und davon, dass die Menschen unbewaffnet waren.
Es gab 1953 in der DDR kein Öl, aber Chruschtschow ließ Panzer auffahren und es gab Tote, in Ungarn 1956 gab es auch kein Öl, aber Chruschrschow ließ Panzer auffahren und 1968 in der CSSR gab es auch kein Öl, aber Breschnjew ließ Panzer auffahren.
Da ging es nicht um irgendwelche Rohstoffe, da ging es um die Durchsetzung einer Ideologie - um nichts weiter.
Der Punkt ist, dass Gorbatschow 1989 klipp und klar zum Ausdruck gebracht hat, dass er sich nicht in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten einmischt und Kessler den Befehl, die NVA gegen die Demonstranten einzusetzen, verweigert hat.
Lediglich Mielkes Stasi hat auf Demonstranten eingeprügelt.
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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon Chajm » So 30. Apr 2017, 16:20

JFK hat geschrieben:(30 Apr 2017, 17:07)

Ich kann mir einfach nicht vorstellen, das der König Freiwillig die Macht an das Volk abgibt, ist nur meine Meinung, nicht mehr und nicht weniger.


Die Meinung sei Ihnen unbenommen, aber Sie sollten diese Ihre Meinung nicht zum Dogma erheben dergestalt "Ich habe diese Meinung und so ist es und basta!"
Denn momentan kommt es genau so bei mir an - kann ja auch sein, ich täusche mich? :?:
Ich will Ihnen auch sagen wieso - außer Ihrer Meinung, die auf Ihrer Vorstellung fußt, konnten Sie noch nicht schlüssig begründen wieso "der König nicht freiwillig seine Macht an das Volk abgibt" - oder hab ich da was überlesen?
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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon JFK » So 30. Apr 2017, 16:33

Chajm hat geschrieben:(30 Apr 2017, 17:20)

Die Meinung sei Ihnen unbenommen, aber Sie sollten diese Ihre Meinung nicht zum Dogma erheben dergestalt "Ich habe diese Meinung und so ist es und basta!"
Denn momentan kommt es genau so bei mir an - kann ja auch sein, ich täusche mich? :?:
Ich will Ihnen auch sagen wieso - außer Ihrer Meinung, die auf Ihrer Vorstellung fußt, konnten Sie noch nicht schlüssig begründen wieso "der König nicht freiwillig seine Macht an das Volk abgibt" - oder hab ich da was überlesen?


Tut mir leid für die Gegenfrage, aber was veranlasst sie davon auszugehen, der König würde im sinne des Volkes Handeln und nicht im sinne des Königshauses?

Da können wir ganz viele andere Diktator aufführen, die Lieber das Volk ermorden und das Land in Schutt und Asche legen als auch nur einen Millimeter macht abzudrücken, aktuell ist Assad das beste Beispiel dafür.

Externe Mächte, die Gute Beziehungen zum Königshaus pflegen und ein Interesse daran haben, zukünftig nicht mit dem Arabischen Volk verhandeln zu müssen, ist das nächste Problem.
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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon Joker » So 30. Apr 2017, 17:02

JFK hat geschrieben:(30 Apr 2017, 17:33)



Externe Mächte, die Gute Beziehungen zum Königshaus pflegen und ein Interesse daran haben, zukünftig nicht mit dem Arabischen Volk verhandeln zu müssen, ist das nächste Problem.

Wer ist denn dieses" Arabische Volk" mit dem wir ,was auch immer,verhandeln sollten ?
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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon Dark Angel » So 30. Apr 2017, 18:55

JFK hat geschrieben:(30 Apr 2017, 17:07)

Ich kann mir einfach nicht vorstellen, das der König Freiwillig die Macht an das Volk abgibt, ist nur meine Meinung, nicht mehr und nicht weniger.

Ich frage mich gerade, was das mit dem Ansinnen des östereichischen Staatspräsidenten, dass alle Frauen Kopftuch tragen sollen, zu tun hat.
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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon Adam Smith » So 30. Apr 2017, 19:02

JFK hat geschrieben:(30 Apr 2017, 17:07)

Ich kann mir einfach nicht vorstellen, das der König Freiwillig die Macht an das Volk abgibt, ist nur meine Meinung, nicht mehr und nicht weniger.

Ein bisschen Druck muss man schon ausüben.
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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon Marmelada » So 30. Apr 2017, 21:33

Es mutet mehr als merkwürdig an, dass so viele hier offenbar zu jung sind, um sich an den Arabischen Frühling im Jahr 2011 erinnern zu können.
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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon jack000 » So 30. Apr 2017, 22:43

Dark Angel hat geschrieben:(30 Apr 2017, 17:07)

Quatsch mit Soße. In Jack000s Aussage gibt es überhaupt keinen Kontext zu einem Putsch!
Da ist ganz eindeutig von friedlicher Revolution die Rede und davon, dass die Menschen unbewaffnet waren.

Genau so war mein Beitrag gemeint!
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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon Ammianus » So 30. Apr 2017, 22:59

Marmelada hat geschrieben:(30 Apr 2017, 22:33)

Es mutet mehr als merkwürdig an, dass so viele hier offenbar zu jung sind, um sich an den Arabischen Frühling im Jahr 2011 erinnern zu können.


Der Arabische Frühling. Hm. Mal nachdenken. Hm, hm, hm ...
In Ägypten haben sich die Leute für einen Sharia-Staat entschieden wie Jahre vorher auch in Algerien. In beiden Fällen hat das mehr oder weniger die herrschende Elite mit dem Militär verhindert.
Lybien ist ein reines Chaos. Syrien ein Schlachthaus.
Hm, ... ach ja, Tunesien, na mal sehen
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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon Adam Smith » So 30. Apr 2017, 23:15

Ammianus hat geschrieben:(30 Apr 2017, 23:59)

Der Arabische Frühling. Hm. Mal nachdenken. Hm, hm, hm ...
In Ägypten haben sich die Leute für einen Sharia-Staat entschieden


Das ist ja gerade nicht richtig. Denn am Ende wurde ja der gewählte Präsident gestürzt. Ohne das jetzt das Volk jetzt was unternommen hat.
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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon Marmelada » So 30. Apr 2017, 23:22

Ammianus hat geschrieben:(30 Apr 2017, 23:59)

Der Arabische Frühling. Hm. Mal nachdenken. Hm, hm, hm ...
In Ägypten haben sich die Leute für einen Sharia-Staat entschieden wie Jahre vorher auch in Algerien. In beiden Fällen hat das mehr oder weniger die herrschende Elite mit dem Militär verhindert.
Lybien ist ein reines Chaos. Syrien ein Schlachthaus.
Hm, ... ach ja, Tunesien, na mal sehen
Das ist mir bekannt. Es ging um den Vorwurf, es würde dort nichts unternommen, um die Verhältnisse zu ändern. In Ägypten hat man sich für das entschieden, was bislang die einzige bekannte Form von "Opposition" war. Was anderes gab es zuvor nicht, und was sich in den Monaten gebildet hat, war noch zu unbekannt, um riesige Wahlerfolge zu haben.

jack000 hat geschrieben:Genau so war mein Beitrag gemeint!
Ob der Ostblock nicht auch ohne friedliche Revolution zusammengebrochen wäre, ist die eine Frage. Was erfolgte nach der friedlichen DDR-Revolution? Der Anschluss an Westdeutschland mit den bestehenden demokratischen Strukturen. Im arabischen Raum bestanden/bestehen keine solchen Strukturen und es gibt auch kein Nachbarland, an das und dessen Strukturen man sich anschließen könnte. Demokratische Strukturen müssen also aus dem Nichts aufgebaut werden. Teilweise ist das passiert, bspw. gibt es in Ägypten neue Parteien. Aber ausreichend ist das noch nicht, wie man gesehen hat. Hinzu kommt eine weit verbreitete Armut und Bildungsferne im Sinne von Analphabetentum. Unter solchen Voraussetzungen reichen Latschdemos nicht aus, um innerhalb von wenigen Wochen eine komplett neue, funktionierende Demokratie aus dem Boden zu stampfen.
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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon Marmelada » So 30. Apr 2017, 23:41

Adam Smith hat geschrieben:(01 May 2017, 00:15)

Das ist ja gerade nicht richtig. Denn am Ende wurde ja der gewählte Präsident gestürzt. Ohne das jetzt das Volk jetzt was unternommen hat.
Das ist ebenfalls nicht richtig. Gegen Mursi gab es Proteste, noch bevor das Militär die Macht wieder übernahm. Und auch nach der Militärübernahme gab es Proteste, die aber traditionell "beendet" wurden. Ich bin alt genug, um mich daran zu erinnern.

Die Arabs hätten sich einfach wie die DDR-Bürger an Westdeutschland mit seinen bestehenden Strukturen anschließen sollen, dann klappt es auch mit dem Frühling! :thumbup:
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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon jack000 » So 30. Apr 2017, 23:56

Marmelada hat geschrieben:(01 May 2017, 00:22)Ob der Ostblock nicht auch ohne friedliche Revolution zusammengebrochen wäre, ist die eine Frage.

Das ganze ist zusammengebrochen weil die Menschen mit den Zuständen nicht mehr einverstanden waren und so den friedlichen Widerstand organisiert haben.
=> Beides gehörte zusammen!

Was erfolgte nach der friedlichen DDR-Revolution? Der Anschluss an Westdeutschland mit den bestehenden demokratischen Strukturen.

Sicherlich was Deutschland betrifft, aber die anderen Länder waren auch erstmal auf sich selbst gestellt und mussten alleine zusehen wie sie die Situation stemmen.

Im arabischen Raum bestanden/bestehen keine solchen Strukturen und es gibt auch kein Nachbarland, an das und dessen Strukturen man sich anschließen könnte. Demokratische Strukturen müssen also aus dem Nichts aufgebaut werden. Teilweise ist das passiert, bspw. gibt es in Ägypten neue Parteien. Aber ausreichend ist das noch nicht, wie man gesehen hat. Hinzu kommt eine weit verbreitete Armut und Bildungsferne im Sinne von Analphabetentum. Unter solchen Voraussetzungen reichen Latschdemos nicht aus, um innerhalb von wenigen Wochen eine komplett neue, funktionierende Demokratie aus dem Boden zu stampfen.

Es geht nicht um Wochen, sondern um das langfristige Ziel. Natürlich sind die Voraussetzungen schwieriger aber in erster Linie geht es um das eigentliche Ziel.
Als in Griechenland vor mehr als tausend Jahren die erste Demokratie entstanden ist (Da lebte man in "Germanien" noch auf den Bäumen) waren auch die Schwierigkeiten ein x-faches höher als heute da man ja niemanden um Hilfe für etwas anfragen konnte was es zu der Zeit ja noch gar nicht gab.

=> Wenn alle an einem Strang ziehen wird alles gelingen!
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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 1. Mai 2017, 06:56

Dark Angel hat geschrieben:(27 Apr 2017, 14:46)

Van der Bellen ist Präsident der Republik Östereich und damit ist er Staatsoberhaupt, genauso wie Steinmeier Präsident der Bundesreublik ist und damit Staatsoberhaupt.
Habe gerne geholfen!

Danke für die Belehrung. Deshalb ist eine "Bitte" eines Staatsoberhaupts dennoch nur dann automatisch eine "Verpflichtung", wenn es sich um eine autoritäre Präsidialrepublik handelt.
Das Kopftuch ist das religiöse Zeichen der Unterwerfung und Unterordnung der Frau und nicht einfach ein "religiöses Symbol"/"Teil des religiösen Selbstverständnissen, als das es toleranzbesoffene Zeitgenossen gerne hinstellen wollen.
Und jetzt sollen alle Frauen aus lauter Solidarität, das Zeichen einer fremden Religion tragen - als Zeichen des freiwilligen Verzichts auf ihr Grundrecht auf Gleichberechtigung, als Zeichen ihrer freiwilligen Unterwerfung und Unterordnung? Als Zeichen des Sieges des Islam über unsere Werte und unsere Kultur?
Nicht weniger als das fordert - nein "erbittet" der östereichische Bundespräsident!
Aber sonst geht's dir noch gut oder wie :mad2:


Du darfst dich als Nichtchrist gerne solidarisch mit dem Islam zeigen und dich beschneiden und einen Bart wachsen lassen.
Ich werde ganz bestimmt niemals das Zeichen der Unterwerfung tragen!

Habt ihr denn vollkommen eure Geschichte vergessen? Gerade du, der Ungarn seine zweite Heimat nennt, dürfte nicht vergessen haben, dass die Osmanen 1526 dieses Land erobert und verklavt haben, dass sie 1529 vor Wien standen, dass sie Wien 1683 erneut belagerten und nur mit Hilfe der Polen zurück geschlagen werden konnten.
Wann wird endlich der Letzte kapieren, dass der Islam nicht einfach irgend eine Religion ist, sondern politische Ziele verfolgt - die Eroberung der Weltherrschaft. An den politischen Zielen hat sich bis heute nichts geändert, nur die Mittel und Methoden, dieses Ziel zu erreichen, haben sich geändert. Das sollte man sich bei aller Toleranzbesoffenheit mal vor Augen führen.

Ich sehe beinahe täglich Studentinnen - offensichtlich islamischen Glaubens - mit Kopftuch. Und glaub mir: Nichts, aber gar nichts von "Unterwerfung" ist denen anzumerken. Im Gegenteil: Ein offensichtliches Selbstbewusstsein. So einfach und schematisch wie Du die Welt siehst, ist sie - zum Glück!! - nicht.

Und nochmal: Der Präsident Österreichs fordert nichts. Das kann er gar nicht. Das gibt sein Amt gar nicht her. Genaugenommen bittet er noch nicht mal: Der entscheidende Satz beginnt mit "Es wird noch soweit kommen, das wir usw.". Der ganze Vorfall ist - wie gesagt - ein Musterbeispiel für die Lawinendynamik öffentlicher Empörung. Normal wäre eine sachliche Kritik in einer ziemlich nebensächlichen Angelegenheit.

Und was Ungarn betrifft: Eine der grundsätzlichen Problem der - um es vorsichtig zu formulieren - hochproblematischen Politik der aktuellen Regierung, besteht darin, historische Ereignisse wie den Vertrag von Trianon, durch den sich das Staatsterritorium infolge des 1. Weltkriegs beträchtlich verkleinerte, als populäres Argument zu missbrauchen. Auf der gleichen Linie liegt der Bezug auf die Schlacht auf dem AMselfeld von serbischer Seite. Und mit der osmanischen Besetzung Südosteuropas wäre dies keinen Deut anders. Ich habe garantiert nirgendwo behauptet, Ungarn als meine "Heimat" zu betrachten. Ich habe nicht das geringste Bedürfnis nach irgendeiner "Heimat". Ich halte mich dort häufig auf, stehe aber der ungarischen Politik ebenso distanziert und kritisch gegenüber wie der der Bundesrepulbik.
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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon Joker » Mo 1. Mai 2017, 07:59

schokoschendrezki hat geschrieben:(01 May 2017, 07:56)


Der entscheidende Satz beginnt mit "Es wird noch soweit kommen, das wir usw.". Der

Hast schon Recht
Ist keine Bitte,eher eine verdammt düstere Prognose
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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon odiug » Mo 1. Mai 2017, 08:59

Joker hat geschrieben:(01 May 2017, 08:59)

Hast schon Recht
Ist keine Bitte,eher eine verdammt düstere Prognose

Wieso duester ?
Ich faende das witzig :p
Stell dir das mal vor ... Goering-Eckard mit Bart und Oezdemir mit Kopftuch :D
Moderatoren sind die Herren des Forums :x
Aber wir sind edel und gut, gerecht und unbestechlich und sorgen uns innig um das Wohlergehen unsrer Foristen.
Ich habe nun eine deutsche Tastatur ... äöüß :cool:
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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon Ammianus » Mo 1. Mai 2017, 09:02

Adam Smith hat geschrieben:(01 May 2017, 00:15)

Das ist ja gerade nicht richtig. Denn am Ende wurde ja der gewählte Präsident gestürzt. Ohne das jetzt das Volk jetzt was unternommen hat.


Lese doch einfach den folgenden Satz von mir. (im 1. Post von mir natürlich) Über 70 % der Stimmen gingen an die Islamisten. Dann gab es Mursi, dann wurde der gestürzt und das war es dann mit dem Frühlung.

Nachtrag in Klammern hinzugefügt, Ammianus
Zuletzt geändert von Ammianus am Mo 1. Mai 2017, 09:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon Ammianus » Mo 1. Mai 2017, 09:10

Marmelada hat geschrieben:(01 May 2017, 00:22)

Das ist mir bekannt. Es ging um den Vorwurf, es würde dort nichts unternommen, um die Verhältnisse zu ändern. In Ägypten hat man sich für das entschieden, was bislang die einzige bekannte Form von "Opposition" war. Was anderes gab es zuvor nicht, und was sich in den Monaten gebildet hat, war noch zu unbekannt, um riesige Wahlerfolge zu haben.

...



In Ägypten hat man sich für das entschieden, was die breite Mehrheit des Volkes wollte. 91-92 % der Frauen dort wurden einer Genitalverstümmlung unterworfen. Das sind fast alle. Das ist eine völlig andere Welt. Nur eine Minderheit strebt dort ein säkulares System an. Und das ist in Syrien, dem Irak oder Lybien nicht anders.
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Re: Kopftuchtragen ( Bart für Männer ) aus Solidarität ?

Beitragvon Adam Smith » Mo 1. Mai 2017, 09:18

Ammianus hat geschrieben:(01 May 2017, 10:10)

In Ägypten hat man sich für das entschieden, was die breite Mehrheit des Volkes wollte. 91-92 % der Frauen dort wurden einer Genitalverstümmlung unterworfen. Das sind fast alle. Das ist eine völlig andere Welt. Nur eine Minderheit strebt dort ein säkulares System an. Und das ist in Syrien, dem Irak oder Lybien nicht anders.

In Somalia ist es sogar noch schlimmer.

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