Verrohung der Gesellschaft

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Teeernte
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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon Teeernte » Mi 19. Sep 2018, 21:51

Bielefeld09 hat geschrieben:(19 Sep 2018, 19:30)

Vielleicht dem Gegenüber einfach nur Respekt entgegen bringen!
Aber das ist eben keine Einbahnstrasse.
Und genau um dieses Thema geht es hier!


Aus "Respekt" bekommt der Europäer das Todesurteil in Saudi mit dem Schwert statt Steinigung...

Was nutzt Dir - wenn Du aus "Respekt" nur beklaut wirst - wenn Du abgelenkt bist....

Verrohung folgt aus mangelndem Vorgehen des Staates gegen Kriminalität. Die Vorstufe zur Selbstjustiz.

Jeder hat SEIN eigenes Rechtssystem//Rechts-Ansicht und setzt dies durch ....
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon Fuerst_48 » Mi 19. Sep 2018, 22:18

Teeernte hat geschrieben:(19 Sep 2018, 22:51)

Aus "Respekt" bekommt der Europäer das Todesurteil in Saudi mit dem Schwert statt Steinigung...

Was nutzt Dir - wenn Du aus "Respekt" nur beklaut wirst - wenn Du abgelenkt bist....

Verrohung folgt aus mangelndem Vorgehen des Staates gegen Kriminalität. Die Vorstufe zur Selbstjustiz.

Jeder hat SEIN eigenes Rechtssystem//Rechts-Ansicht und setzt dies durch ....

...und Juncker nennt die EU einen aufgescheuchten Hühnerstall...
Mir scheint, das wäre die Basis für die zitierte "Selbstjustiz".
Zuletzt geändert von Fuerst_48 am Fr 21. Sep 2018, 18:05, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon Bielefeld09 » Fr 21. Sep 2018, 17:40

Teeernte hat geschrieben:(19 Sep 2018, 22:51)

Aus "Respekt" bekommt der Europäer das Todesurteil in Saudi mit dem Schwert statt Steinigung...

Was nutzt Dir - wenn Du aus "Respekt" nur beklaut wirst - wenn Du abgelenkt bist....

Verrohung folgt aus mangelndem Vorgehen des Staates gegen Kriminalität. Die Vorstufe zur Selbstjustiz.

Jeder hat SEIN eigenes Rechtssystem//Rechts-Ansicht und setzt dies durch ....

Nein, ein Rechtssystem zeigt Maß und Mitte.
Und ja, unser Rechtssystem wird von Menschen als schwach erlebt.
Aber jeder, der sanktionsbehaftet ist,
der erlebt es als hammerhart.
Die Verrohung einer Gesellschaft ist doch kein Problem,
die Verrohung der Sprache ist doch eher Thema!
Und sie treiben auch ihre Spielchen.
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon Teeernte » Fr 21. Sep 2018, 17:43

Bielefeld09 hat geschrieben:(21 Sep 2018, 18:40)

Nein, ein Rechtssystem zeigt Maß und Mitte.
Und ja, unser Rechtssystem wird von Menschen als schwach erlebt.
Aber jeder, der sanktionsbehaftet ist,
der erlebt es als hammerhart.
Die Verrohung einer Gesellschaft ist doch kein Problem,
die Verrohung der Sprache ist doch eher Thema!
Und sie treiben auch ihre Spielchen.



Eben....UNRECHT LOHNT SICH..

Wenn Mord irgendwann soooo HART bestraft wird - wie Falsch parken ..... wird die "Verrohung" SPITZENPLÄTZE erreichen.
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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon Bielefeld09 » Fr 21. Sep 2018, 17:44

Fuerst_48 hat geschrieben:(19 Sep 2018, 23:18)

...und Juncker nennt die EU einen aufgescheuchten Hühnerstall...
Mir scheint, das wäre die basis für die zitierte "Selbstjustiz".

Nein, sie verhalten sich verfassungsfeindlich!
Junkers Texte berechtigen sie zu gar nichts.
Was ist mit ihnen los?
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon Bielefeld09 » Fr 21. Sep 2018, 17:48

Teeernte hat geschrieben:(21 Sep 2018, 18:43)

Eben....UNRECHT LOHNT SICH..

Wenn Mord irgendwann soooo HART bestraft wird - wie Falsch parken ..... wird die "Verrohung" SPITZENPLÄTZE erreichen.

Toller Vergleich.
Und wo war das so?
Nebenbei habe ich den Eindruck das du eine Gesellschaft verrohen möchtest,
aber ich kann mich ja auch täuschen.
Die Zahlen sprechen gegen dich.
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon Teeernte » Fr 21. Sep 2018, 18:06

Bielefeld09 hat geschrieben:(21 Sep 2018, 18:48)

Toller Vergleich.
Und wo war das so?
Nebenbei habe ich den Eindruck das du eine Gesellschaft verrohen möchtest,
aber ich kann mich ja auch täuschen.
Die Zahlen sprechen gegen dich.


Welche
Zahlen ?

Die 1 oder die 5 ?

die 5 redet nicht....!!!
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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 22. Sep 2018, 12:09

jack000 hat geschrieben:(19 Sep 2018, 20:28)

...da wird inzwischen hart durchgegriffen und Strafen verteilt.

Das wird auch in Zukunft auf anderen Ebenen geschehen, anders kann man völlig respektlosen Subjekten nicht beikommen, das werden unsere Kuschelrichter auch irgendwann begreifen, vllt. auch erst dann, wenn sie oder ein Familienmitglied selber mal Opfer solcher Gewalt wurde.
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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon unity in diversity » Sa 22. Sep 2018, 12:33

Tom Bombadil hat geschrieben:(22 Sep 2018, 13:09)

Das wird auch in Zukunft auf anderen Ebenen geschehen, anders kann man völlig respektlosen Subjekten nicht beikommen, das werden unsere Kuschelrichter auch irgendwann begreifen, vllt. auch erst dann, wenn sie oder ein Familienmitglied selber mal Opfer solcher Gewalt wurde.

Wir freuen uns auf die alljährliche Purge:
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA.
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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon Fuerst_48 » Sa 22. Sep 2018, 12:58

Tom Bombadil hat geschrieben:(22 Sep 2018, 13:09)

Das wird auch in Zukunft auf anderen Ebenen geschehen, anders kann man völlig respektlosen Subjekten nicht beikommen, das werden unsere Kuschelrichter auch irgendwann begreifen, vllt. auch erst dann, wenn sie oder ein Familienmitglied selber mal Opfer solcher Gewalt wurde.

Genau das ist dann der Anlassfall dafür, etwas zu ändern.
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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon Vongole » Sa 22. Sep 2018, 13:22

Tom Bombadil hat geschrieben:(22 Sep 2018, 13:09)

Das wird auch in Zukunft auf anderen Ebenen geschehen, anders kann man völlig respektlosen Subjekten nicht beikommen, das werden unsere Kuschelrichter auch irgendwann begreifen, vllt. auch erst dann, wenn sie oder ein Familienmitglied selber mal Opfer solcher Gewalt wurde.


Da wir alle diese sogenannten Kuschelurteile nur aus der Zeitung kennen, d.h., weder den Prozessverlauf, sämtliche Beweise, Zeugenaussagen, Hintergründe, die ausführliche Urteilsbegründung,
wären wir gut beraten, uns in unseren Schnellurteil etwas zurückzuhalten.
Außerdem darf kein Richter in einem Verfahren tätig werden, in dem er selbst oder Angehörige betroffen ist.
Um gegen vermeintliche Kuschelurteile etwas zu unternehmen, steht es jedem Bürger frei, sich an die Abgeordneten des Bundestages zu wenden, um ein Gesetzgebungsverfahren ins Rollen zu bringen.
Allgemeine Richterschelte trägt ebenfalls zur Verrohung der Gesellschaft bei, denn sie untergräbt das Vertrauen in die Justiz, wenn nicht schlimmeres.
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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 22. Sep 2018, 15:29

Vongole hat geschrieben:(22 Sep 2018, 14:22)

...wären wir gut beraten, uns in unseren Schnellurteil etwas zurückzuhalten.

Nein, wenn Totschläger auf Bewährung frei kommen, dann halte ich mich nicht mehr zurück.

Außerdem darf kein Richter in einem Verfahren tätig werden, in dem er selbst oder Angehörige betroffen ist.

Hatte ich auch nicht geschrieben, aber er wird dann später in ähnlichen Fällen vllt. weniger Gnade walten lassen.

Allgemeine Richterschelte trägt ebenfalls zur Verrohung der Gesellschaft bei, denn sie untergräbt das Vertrauen in die Justiz, wenn nicht schlimmeres.

Och bitte. So kann man Kritik auch abwürgen.
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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon Ammianus » Sa 22. Sep 2018, 15:31

Nein, wir brauchen uns da nicht zurückhalten. Denn es gibt jedes Mal eine oft beträchtliche Spannbreite von Möglichkeiten. Sowohl der Staatsanwalt als auch der oder die Anwälte des Beschuldigten fordern ein Strafmaß und müssen dies ausführlich begründen. Gleiches gilt dann für den Richter samt Schöffen. Und oft genug konnte man erleben, dass die Entscheidung des Gerichts sowohl von der geforderten des Staats- als auch des Rechtanwalts abwich. So kann es durchaus vorkommen, dass Richter härter urteilen als Staatsanwälte fordern. Da haben wir dann gleich 3 verschiedene Ansichten, die alle "ausführlich" begründet sind. Und sie stammen alle drei von Personen, die sich einer langen und anspruchsvollen Ausbildung unterzogen und diese erfolgreich abgeschlossen haben.
Allgemeine Richterschelte wird, wie ja auch aus dem verwendeten Wort hervorgeht, nicht betrieben, wenn man ein einzelnes oder mehrere Urteile kritisiert. Und sie ist auch wichtig und Teil der freien Meinungsäußerung, wie sie für das Funktionieren unserer Gesellschaft notwendig ist.
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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon Vongole » Sa 22. Sep 2018, 16:13

Ammianus hat geschrieben:(22 Sep 2018, 16:31)

Nein, wir brauchen uns da nicht zurückhalten. Denn es gibt jedes Mal eine oft beträchtliche Spannbreite von Möglichkeiten. Sowohl der Staatsanwalt als auch der oder die Anwälte des Beschuldigten fordern ein Strafmaß und müssen dies ausführlich begründen. Gleiches gilt dann für den Richter samt Schöffen. Und oft genug konnte man erleben, dass die Entscheidung des Gerichts sowohl von der geforderten des Staats- als auch des Rechtanwalts abwich. So kann es durchaus vorkommen, dass Richter härter urteilen als Staatsanwälte fordern. Da haben wir dann gleich 3 verschiedene Ansichten, die alle "ausführlich" begründet sind. Und sie stammen alle drei von Personen, die sich einer langen und anspruchsvollen Ausbildung unterzogen und diese erfolgreich abgeschlossen haben.
Allgemeine Richterschelte wird, wie ja auch aus dem verwendeten Wort hervorgeht, nicht betrieben, wenn man ein einzelnes oder mehrere Urteile kritisiert. Und sie ist auch wichtig und Teil der freien Meinungsäußerung, wie sie für das Funktionieren unserer Gesellschaft notwendig ist.


Es ist nichts dagegen zu sagen, einzelne Urteile zu kritisieren. Was mich stört, sind Pauschalurteile, wie sie z.B. hier im "Kuscheljustiz-Strang" oder in RL von der Yellow-Press gefällt werden.
Da wird aus einer verhandelten Körperverletzung mit Todesfolge ein Totschlag, aus Totschlag wird Mord, und schon ist die Aufregung groß und jede Menge "Bürgerrichter" verhandeln praktisch neu.
Kein Gericht macht es sich mit der Urteilsfindung leicht, besonders nicht die Schöffenkammern, bei denen ja auch gewisserweise "Volkes Stimme" gehört wird.
Die Verrohung einer Gesellschaft zeigt sich nicht nur durch Straftaten, sondern auch in der wachsenden Bereitschaft, einer Art Rachejustiz das Wort zu reden, und dabei, vulgär ausgedrückt, auf das Gesetz zu scheißen.
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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 22. Sep 2018, 17:51

Was zum Geier ist denn daran "Rache", wenn man einen Totschläger hinter Gittern sehen möchte, damit der nicht noch mehr Leute totschlägt? Und sorry, die Fälle, in denen vorbestrafte Gewalttäter wieder einen anderen Menschen verletzen oder töten häufen sich imho. Es mag sein, dass es früher auch so war, man es aber erst jetzt wegen des Internets so richtig mitbekommt, dadurch wird das aber nicht besser. Ich bin ja auch dafür, dass man Straffälligen eine zweite Chance gibt, aber Strafe muss sein, das gehört zum Lerneffekt dazu. Wenn man solche Taten aber damit "belohnt", dass der Täter unter Johlen und Pfeifen seiner Kumpels das Gericht als freier Mann verlässt, dann ist das ein ganz fatales Zeichen.
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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon Vongole » Sa 22. Sep 2018, 18:01

Wie willst du denn verhindern, dass ein Verbrecher rückfällig wird?
Natürlich muss Strafe sein, und dass jemand als freier Mann das Gericht verlässt, obwohl das jedem Rechtsempfinden Hohn spricht, ist die Ausnahme, nicht die Regel.
Auch wenn das manchen so erscheint, noch leben wir in Deutschland nicht wie im wilden Westen, und sind auch weit davon entfernt.
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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon Ammianus » Sa 22. Sep 2018, 18:35

Vongole hat geschrieben:(22 Sep 2018, 17:13)

Es ist nichts dagegen zu sagen, einzelne Urteile zu kritisieren. Was mich stört, sind Pauschalurteile, wie sie z.B. hier im "Kuscheljustiz-Strang" oder in RL von der Yellow-Press gefällt werden.
Da wird aus einer verhandelten Körperverletzung mit Todesfolge ein Totschlag, aus Totschlag wird Mord, und schon ist die Aufregung groß und jede Menge "Bürgerrichter" verhandeln praktisch neu.
Kein Gericht macht es sich mit der Urteilsfindung leicht, besonders nicht die Schöffenkammern, bei denen ja auch gewisserweise "Volkes Stimme" gehört wird.
Die Verrohung einer Gesellschaft zeigt sich nicht nur durch Straftaten, sondern auch in der wachsenden Bereitschaft, einer Art Rachejustiz das Wort zu reden, und dabei, vulgär ausgedrückt, auf das Gesetz zu scheißen.


Es gibt relativ klare Kriterien, nach denen Mord, Totschlag und Körperverletzung mit Todesfolge voneinander abgegrenzt werden. Wobei die Übergänge durchaus fließend sind. Menschliches Leben und Handeln ist keine Mathematik. Und gibt es auch noch die fahrlässige Tötung, wie z.B. beim Eisenbahnunglück in Bad Aibling. Ein gutes Beispiel ist in diesem Fall auch die Unterschied zwischen den Forderungen von Staatsanwaltschaft, Verteidigung und gerichtlicher Entscheidung.

Wie auch immer, sollte dann, wenn Menschenleben beendet werden, dieser Umstand immer im Vordergrund stehen. Denn auch wenn ich ohne Tötungsabsicht jemanden schlage, der stürzt und danach stirbt, das einmalige Leben dieses Menschen für immer beendet ist. Nicht umsonst ist einer der Zwecke von Strafe auch, den Opfern Genugtuung zu verschaffen. Dies ist der zivilisatorische Ersatz für alle Formen der instutionalisierten Rache in früheren Gesellschaften.
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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon Vongole » Sa 22. Sep 2018, 18:54

Ammianus hat geschrieben:(22 Sep 2018, 19:35)

(..)

Wie auch immer, sollte dann, wenn Menschenleben beendet werden, dieser Umstand immer im Vordergrund stehen. Denn auch wenn ich ohne Tötungsabsicht jemanden schlage, der stürzt und danach stirbt, das einmalige Leben dieses Menschen für immer beendet ist. Nicht umsonst ist einer der Zwecke von Strafe auch, den Opfern Genugtuung zu verschaffen. Dies ist der zivilisatorische Ersatz für alle Formen der instutionalisierten Rache in früheren Gesellschaften.


Dem stimme ich uneingeschränkt zu.
Nur geht es in diesem Thread um die Verrohung unserer Gesellschaft, und die stoppen m.E. wir nicht durch Verschärfung des Strafrechts, sondern indem wir alle wieder besser lernen,
einander mit mehr Respekt zu begegnen und auch einzufordern.
Das fängt im Privatleben bei der Erziehung der Kinder an, geht über Schule ins Erwachsenenleben.
Wenn es in Schulen akzeptabel ist, dass Kinder sich prügeln, bis der Arzt kommt, dass der Begriff "Opfer" zum Schimpfwort verkommt, dass bei einem Unfall schnell mal ein Foto geschossen wird, ehe man Hilfe holt (wenn überhaupt),
dass man wegschaut -hört, wenn jemand in Not ist, dass soziale Empathie als "Gutmenschentum" verunglimpft, menschliche Schwäche als Versagertum angesehen wird, dann stimmt etwas ganz und gar nicht mehr.
Da sollten wir ansetzen, und zwar alle.
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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon Tom Bombadil » So 23. Sep 2018, 09:08

Vongole hat geschrieben:(22 Sep 2018, 19:54)

Nur geht es in diesem Thread um die Verrohung unserer Gesellschaft, und die stoppen m.E. wir nicht durch Verschärfung des Strafrechts, sondern indem wir alle wieder besser lernen,
einander mit mehr Respekt zu begegnen und auch einzufordern.

Ich habe nicht geschrieben, dass das Strafrecht verschärft werden müsste. Dass es auch mit den heute geltenden Gesetzen geht, sieht man zB. hier: https://www.welt.de/politik/deutschland ... tlich.html Ein paar Axxxhgeigen ziehen alles in den Dreck, scheren sich einen Scheiß um Respekt und machen was sie wollen. Solchen Leuten kommt man anders, als mit Konsequenz und "aller Härte des Rechtsstaates", nunmal nicht bei. Und ja, es gibt auch mehr als genug asoziale Deutsche (zB. gewalttätige Neonazis), mit denen man so umgehen müsste, nicht dass du das Beispiel in den falschen Hals bekommst.

Wenn es in Schulen akzeptabel ist, dass Kinder sich prügeln, bis der Arzt kommt, dass der Begriff "Opfer" zum Schimpfwort verkommt, dass bei einem Unfall schnell mal ein Foto geschossen wird, ehe man Hilfe holt (wenn überhaupt), dass man wegschaut -hört, wenn jemand in Not ist, dass soziale Empathie als "Gutmenschentum" verunglimpft, menschliche Schwäche als Versagertum angesehen wird, dann stimmt etwas ganz und gar nicht mehr.

Ich will jetzt den denkwürdigen Satz nicht bringen, aber dieser Zustand ist nunmal die Konsequenz der laissez-faire Politik und ich bin mir ziemlich sicher, dass das noch eine Zeitlang schlimmer werden wird. Solchen Zuständen muss man konsequent entgegentreten und spätestens beim zweiten Mal eine spürbare Strafe verteilen, anders geht es imho nicht. An vielen Menschen prallen Appelle an die Vernunft und Mitmenschlichkeit einfach ab, unsere Gesellschaft hat das Individuum zum goldenen Kalb gemacht, nur das eigene Ego zählt, dazu kommen bestenfalls noch Familie und Freunde, der große Rest interessiert nicht. Müssten wir heute einen Sozialstaat gründen, wir würden gnadenlos scheitern, da bin ich mir ziemlich sicher, Solidarität und Rücksichtnahme ist doch mittlerweile weitestgehend verpönt.
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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon bennyh » So 23. Sep 2018, 14:49

Fuerst_48 hat geschrieben:(22 Sep 2018, 13:58)

Genau das ist dann der Anlassfall dafür, etwas zu ändern.

Die Frage ist, wo man genau ansetzen sollte, um nachhaltig eine Verbesserung der Situation zu erwirken.
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