Verrohung der Gesellschaft

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BingoBurner
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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon BingoBurner » So 23. Apr 2017, 23:05

jack000 hat geschrieben:(23 Apr 2017, 23:51)

Selbstverständlich ... einfach mal so auf die Idee zu kommen nicht kriminell zu werden kommt natürlich nicht in Frage ....


Doch gibt ganze Heerscharen von Berufen die sich mit solchen Fragen beschäftigen.
Juristen z.b.
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Ammianus
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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon Ammianus » So 23. Apr 2017, 23:10

Hyde hat geschrieben:(23 Apr 2017, 23:40)

...

Aber es bedeutet, auch in einem Kriminellen ein menschliches Wesen zu sehen, welcher es verdient hat, dass die Gesellschaft ihm dabei hilft ein besserer Mensch zu werden und dass man ihm die Fähigkeit zugesteht, dass er sich ändern kann und eine zweite Chance verdient hat. Es bedeutet auch, ihm das Recht auf humane Haftbedingungen zuzugestehen, ja sogar empört zu sein, wenn er diese nicht hat.


Dem kann ich ohne weiteres zustimmen. Ähnliche Äußerungen gibt es bei entsprechenden Themen von mir in diesem Forum.
Trotzdem ist ein Krimineller - ich meine jetzt nicht einen zufälligen Gelegenheits- oder Ersttäter, der gerade dabei ist kriminell zu werden - ein asoziales Stück Scheiße, zweibeiniger Dreck. Wenn der die Möglichkeit hat, dich komplett auszunehmen, selbst wenn dadurch dein Leben zerstört würde, er täte es. Es wäre ihm egal, er würde in seinen Kreisen damit angeben. Die sind so. Das ist eine andere Welt.

Trotzdem gibt es genug Hoffnung. Denn gut 50 % verurteilter Straftäter werden nicht mehr rückfällig.

Allerdings kam ja heute eine nicht ganz so gute Nachricht, nämlich, dass die Zahl der Gewaltdelikte 2016 angestiegen ist.
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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon BingoBurner » So 23. Apr 2017, 23:18

Hyde hat geschrieben:(23 Apr 2017, 23:40)

Ich stimme dem User Bielefeld09 zu. Wer gegenüber Kriminellen keinerlei Empathie aufbringen kann, der beteiligt sich an der Verrohung der Gesellschaft.

Empathie aufzubringen bedeutet dabei nicht, die Schuld des Täters abzustreiten oder ihn in irgendeiner Form aus seiner (moralischen oder strafrechtlichen) Verantwortung zu entlassen. Aber es bedeutet, auch in einem Kriminellen ein menschliches Wesen zu sehen, welcher es verdient hat, dass die Gesellschaft ihm dabei hilft ein besserer Mensch zu werden und dass man ihm die Fähigkeit zugesteht, dass er sich ändern kann und eine zweite Chance verdient hat. Es bedeutet auch, ihm das Recht auf humane Haftbedingungen zuzugestehen, ja sogar empört zu sein, wenn er diese nicht hat.


Das finde ich ein starkes Statement.

Aber es gilt manchmal/häufig ? immer noch :
Du kriegst den Boxer aus dem Ghetto aber nicht das Ghetto aus dem Boxer.

Wobei auch...........die Golfspieler, Tennisspieler, Billard mit den Finger schnipsern so manche Brutalitäten begehen sollen.............
Aber die haben halt bessere Anwälte.
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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon jack000 » So 23. Apr 2017, 23:31

BingoBurner hat geschrieben:(24 Apr 2017, 00:05)

Doch gibt ganze Heerscharen von Berufen die sich mit solchen Fragen beschäftigen.
Juristen z.b.

Tja ...
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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon jack000 » So 23. Apr 2017, 23:31

doppelt
Zuletzt geändert von jack000 am Mo 24. Apr 2017, 08:07, insgesamt 1-mal geändert.
Ein Zeichen von Intelligenz ist der stetige Zweifel - Idioten sind sich immer todsicher, egal was sie tun ...

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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon Billie Holiday » Mo 24. Apr 2017, 04:25

Hyde hat geschrieben:(23 Apr 2017, 23:40)

Ich stimme dem User Bielefeld09 zu. Wer gegenüber Kriminellen keinerlei Empathie aufbringen kann, der beteiligt sich an der Verrohung der Gesellschaft.

Empathie aufzubringen bedeutet dabei nicht, die Schuld des Täters abzustreiten oder ihn in irgendeiner Form aus seiner (moralischen oder strafrechtlichen) Verantwortung zu entlassen. Aber es bedeutet, auch in einem Kriminellen ein menschliches Wesen zu sehen, welcher es verdient hat, dass die Gesellschaft ihm dabei hilft ein besserer Mensch zu werden und dass man ihm die Fähigkeit zugesteht, dass er sich ändern kann und eine zweite Chance verdient hat. Es bedeutet auch, ihm das Recht auf humane Haftbedingungen zuzugestehen, ja sogar empört zu sein, wenn er diese nicht hat.


Gibt es denn in D inhumane Haftbedingungen?

Natürlich ist ein Gewalttäter ein Mensch. Ein Gewaltopfer übrigens auch. Schade, dass von Empathie fürs Opfer wieder mal keine Rede ist.
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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon immernoch_ratlos » Mo 24. Apr 2017, 21:33

Ein weitgehend unauflösbares Dilemma.

Was die Behandlung von Straftäter angeht, wir haben da eine mehrtausendjährige Geschichte, von Tat - Täter - Bestrafung.

Pragmatisch gesehen, wenn "Resozialisierung" mehrheitlich funktioniert, würde eine der eher drakonischen Bestrafungen nachweislich keine günstigeren Ergebnisse hervorbringen.

Mein Mitgefühl mit einem Täter(in) ist überhaupt nur möglich, wenn mir alle Umstände einer Tat bekannt sind. Womöglich gibt es valide Gründe die zu der Tat geführt haben ? In den meisten Fällen empfinde ich eher negative Gefühle.

Das Opfer (und sein Umfeld) verdient die ganze Aufmerksamkeit und Mitgefühl. In den seltensten Fällen gibt es ein moralisches Verschulden des Opfers (Selbstjustiz). Das Motiv, warum jemand zum Opfer wird, ist dabei kein "binärer Wert". Je ahnungsloser und je hilfloser ein Opfer ist, desto schwerwiegender die Tat - jedenfalls aus meinem Empfinden heraus. Was durchaus eine Tat begünstigt, aber den Täter nicht entschuldigen kann, ist das Verhalten des Opfers vor der Tat. Es gehört ja zum "Modus Operandi" des Täters ein mögliches Opfer in eine die Tat erleichternde Situation zu bringen oder eine solche Situation auszunutzen.

Das scheinbare "Entgegenkommen" eines Opfers sollte keinesfalls strafmildernde Auswirkungen haben. Leider wird dem "möglichen Täter" jede nur erdenkliche Hilfe nach dem Gesetz zu teil, während das Opfer in der Regel keinerlei vergleichbaren Schutz geniest. Eine unverantwortliche Lücke.

Das der / die Täter einer Tat überführt werden müssen, mündet teilweise in einer Behandlung der Opfer, die sehr der des Täters ähnelt. Einerseits muss sichergestellt werden, das es tatsächlich eine Straftat gab und wer diese ausgeführt hat oder verantwortlich war. In wenigen Fällen gibt es Beschuldigungen (durch das angebliche Opfer) die sich dann als völlig haltlos herausstellen. In Fällen wo es praktisch "unübersehbar" eine Tat und sichtbare Folgen gibt, sollte ein größtmöglicher Opferschutz greifen - ein "Opferanwalt" fester Bestandteil für den kompletten Prozess Pflicht sein. Dies soll zwar der Staatsanwalt leiste, aber schon seine Bezeichnungl lässt vermuten wo seine Pflichten tatsächlich liegen.

Was die Behandlung des Täters angeht, s.o. Entwürdigende, besonders grausame Behandlung ist weder eine Hilfe für das Opfer, noch verhindert sie weitere Straftaten. Da es für derartige Methoden "Berechtigte" geben muss / müsste, ist der Abstand zu den Taten des Delinquenten praktisch Null. Was bei Opfer und oder dessen Angehörigen u.U. noch ein gewisses kurzsichtiges "Verständnis" bei dem neutralen Betrachter erzeugen kann, aber niemals für einen quasi "bestallten Quäler" der auf Befehl und mit staatlicher Erlaubnis, vollkommen ohne Not andere physisch oder psychisch quält oder erniedrigt.

Das selbe gilt für eine Verurteilung zum Tod aus vergleichbaren Gründen. Selbst wer "nur" eine Schalter umlegt, tötet damit und wird zwangsläufig zum einem, wenn auch straffreien Täter. Nicht vergleichbar jemanden der eine Tat aus Notwehr oder in Nothilfe [§ 22 StGB (1) + (2) ] jemanden "unbeabsichtigt" also ohne Vorsatz tötet, weil kein anders Mittel probat gewesen wäre.

Ein sehr schwieriges Feld, bin froh, das ich keine solche Entscheidung zu treffen haben.
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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon Billie Holiday » Mo 24. Apr 2017, 21:44

immernoch_ratlos hat geschrieben:(24 Apr 2017, 22:33)

Ein weitgehend unauflösbares Dilemma.

Was die Behandlung von Straftäter angeht, wir haben da eine mehrtausendjährige Geschichte, von Tat - Täter - Bestrafung.

Pragmatisch gesehen, wenn "Resozialisierung" mehrheitlich funktioniert, würde eine der eher drakonischen Bestrafungen nachweislich keine günstigeren Ergebnisse hervorbringen.

Mein Mitgefühl mit einem Täter(in) ist überhaupt nur möglich, wenn mir alle Umstände einer Tat bekannt sind. Womöglich gibt es valide Gründe die zu der Tat geführt haben ? In den meisten Fällen empfinde ich eher negative Gefühle.

Das Opfer (und sein Umfeld) verdient die ganze Aufmerksamkeit und Mitgefühl. In den seltensten Fällen gibt es ein moralisches Verschulden des Opfers (Selbstjustiz). Das Motiv, warum jemand zum Opfer wird, ist dabei kein "binärer Wert". Je ahnungsloser und je hilfloser ein Opfer ist, desto schwerwiegender die Tat - jedenfalls aus meinem Empfinden heraus. Was durchaus eine Tat begünstigt, aber den Täter nicht entschuldigen kann, ist das Verhalten des Opfers vor der Tat. Es gehört ja zum "Modus Operandi" des Täters ein mögliches Opfer in eine die Tat erleichternde Situation zu bringen oder eine solche Situation auszunutzen.

Das scheinbare "Entgegenkommen" eines Opfers sollte keinesfalls strafmildernde Auswirkungen haben. Leider wird dem "möglichen Täter" jede nur erdenkliche Hilfe nach dem Gesetz zu teil, während das Opfer in der Regel keinerlei vergleichbaren Schutz geniest. Eine unverantwortliche Lücke.

Das der / die Täter einer Tat überführt werden müssen, mündet teilweise in einer Behandlung der Opfer, die sehr der des Täters ähnelt. Einerseits muss sichergestellt werden, das es tatsächlich eine Straftat gab und wer diese ausgeführt hat oder verantwortlich war. In wenigen Fällen gibt es Beschuldigungen (durch das angebliche Opfer) die sich dann als völlig haltlos herausstellen. In Fällen wo es praktisch "unübersehbar" eine Tat und sichtbare Folgen gibt, sollte ein größtmöglicher Opferschutz greifen - ein "Opferanwalt" fester Bestandteil für den kompletten Prozess Pflicht sein. Dies soll zwar der Staatsanwalt leiste, aber schon seine Bezeichnungl lässt vermuten wo seine Pflichten tatsächlich liegen.

Was die Behandlung des Täters angeht, s.o. Entwürdigende, besonders grausame Behandlung ist weder eine Hilfe für das Opfer, noch verhindert sie weitere Straftaten. Da es für derartige Methoden "Berechtigte" geben muss / müsste, ist der Abstand zu den Taten des Delinquenten praktisch Null. Was bei Opfer und oder dessen Angehörigen u.U. noch ein gewisses kurzsichtiges "Verständnis" bei dem neutralen Betrachter erzeugen kann, aber niemals für einen quasi "bestallten Quäler" der auf Befehl und mit staatlicher Erlaubnis, vollkommen ohne Not andere physisch oder psychisch quält oder erniedrigt.

Das selbe gilt für eine Verurteilung zum Tod aus vergleichbaren Gründen. Selbst wer "nur" eine Schalter umlegt, tötet damit und wird zwangsläufig zum einem, wenn auch straffreien Täter. Nicht vergleichbar jemanden der eine Tat aus Notwehr oder in Nothilfe [§ 22 StGB (1) + (2) ] jemanden "unbeabsichtigt" also ohne Vorsatz tötet, weil kein anders Mittel probat gewesen wäre.

Ein sehr schwieriges Feld, bin froh, das ich keine solche Entscheidung zu treffen haben.



Es gab mal eine Doku über Polizisten, die sich ehrenamtlich in ihrer Freizeit um die verwaisten Eltern getöteter Kinder kümmern, weil die im Gegensatz zum Mörder keine Hilfe und Zuwendung erhalten.
Niemand ist so ein armes Schwein wie eine Mutter oder ein Vater eines umgebrachten Kindes, vergewaltigt, getötet und entsorgt. Hier ist es völlig unnötig, große Sorge um das Wohl des Mörders zu haben, der genießt jede Aufmerksamkeit der Medien, Fürsorge des Staates sowie Obacht durch den Anwalt, der an jeder Beschwerde seitens des Mörders Geld verdient.
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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon jack000 » Di 9. Mai 2017, 11:12

Prügel und Drohungen: Kuhn sagt Stopp

In Amtsstuben herrscht häufig ein rauer Ton. Immer öfter attackieren Kunden die Mitarbeiter körperlich, bedrohen und beleidigen sie. Oberbürgermeister Fritz Kuhn zückt nun die Rote Karte.

Stuttgart - Fliegende Vasen, Hass-Mails oder gar Fäkalien auf dem Schreibtisch – verärgerte Bürger lassen sich allerhand Schikanen einfallen, und Mitarbeiter von Behörden sind den Attacken schutzlos ausgeliefert. Vor kurzem bestätigte eine Stadtsprecherin: „Die Gewalt verbaler und körperlicher Art gegenüber unseren Mitarbeitern nimmt zu.“ Insbesondere das Jobcenter, das Ausländeramt oder das Amt für öffentliche Ordnung sind davon betroffen, und auch die Mitarbeiter von Jugendamt, Sozialamt oder Bürgeramt müssen sich vor wütenden Besuchern hüten.

Mehr Kameras an Amtsstuben

Die ehemalige Sozialbürgermeisterin Gabriele Müller-Trimmbusch (FDP) war eine der ersten, die eine Kamera an ihrer Bürotür installieren ließ. Sie war mehrmals den Attacken eines Mannes ausgesetzt, der mit dem Verlauf eines Sorgerechtsstreitfalls nicht einverstanden war.

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhal ... 6e4d5.html
Prügel, Drohungen, fliegende Vasen, Fäkalien auf dem Schreibtisch ... worum geht es? Richtig, um Behörden :dead:

Die Lösung:
Doch Abschottung, bruchsichere Glastrennscheiben oder Wachpersonal sind nicht überall erwünscht und nicht der Weisheit letzter Schluss. Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) will das Sicherheitsgefühl verbessern und den Angestellten helfen. Dazu ist ein so genanntes Mitarbeiterunterstützungsteam (MUT) gegründet worden, dem 26 Mitglieder angehören. Außerdem unterzeichneten Kuhn und der Vorsitzende des Gesamtpersonalrats, Markus Freitag, eine Grundsatzerklärung gegen Gewalt am Arbeitsplatz. Die Erklärung und das Team will Kuhn als Stopp-Signal verstanden wissen; „wir werden alles dafür tun, um die Täter zur Verantwortung zu ziehen und die Opfer zu unterstützen“.

Nun, eine Labergruppe und ein Fetzen Papier auf dem nichts steht was die Täter interessiert. So ist die Lösung nur eine Nachbehandlung wenn bereits jemand Opfer geworden ist. Da machen bruchsicher Glastrennscheiben und mehr Security in den Behörden schon Sinn.
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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon Postfach » Mi 10. Mai 2017, 15:41

Hyde hat geschrieben:(23 Apr 2017, 23:40)

Ich stimme dem User Bielefeld09 zu. Wer gegenüber Kriminellen keinerlei Empathie aufbringen kann, der beteiligt sich an der Verrohung der Gesellschaft.

Empathie aufzubringen bedeutet dabei nicht, die Schuld des Täters abzustreiten oder ihn in irgendeiner Form aus seiner (moralischen oder strafrechtlichen) Verantwortung zu entlassen. Aber es bedeutet, auch in einem Kriminellen ein menschliches Wesen zu sehen, welcher es verdient hat, dass die Gesellschaft ihm dabei hilft ein besserer Mensch zu werden und dass man ihm die Fähigkeit zugesteht, dass er sich ändern kann und eine zweite Chance verdient hat. Es bedeutet auch, ihm das Recht auf humane Haftbedingungen zuzugestehen, ja sogar empört zu sein, wenn er diese nicht hat.


Wenn ich Jack in Bezug auf sein Thema "verrohung der Gesellschaft" richtig verstehe, meint er ja hauptsächlich krasse Vorfälle, die so vor einigen Jahren noch nicht in dieser häufigkeit und extreme vorgekommen sind.
Bestes Beispiel sind die Vorfälle in der Berliner U Bahn ... einmal der Vorfall mit dem Treter, der die junge Dame grundlos die Treppen runtergekickt hat und einmal der Vorfall als die Gruppe Jugendliche den schlafenden Mann
auf seiner Bank in der U-Bahn angezündet haben.

Ich verstehe jetzt nicht, wie die Gesellschaft helfen soll, aus solchen Tätern bessere Menschen zu machen ?
Könnte sein, dass die verhängten (hoffentlich) Haftstrafen ausreichen um die Täter zukünftig vor solchen Taten abzuschrecken ...
könnte sein, dass es ihnen jetzt im nachhinein leid tut ...
könnte aber auch sein, dass sie bei der nächsten Gelegheit etwas ähnliches tun ...
Wer weiß schon was in deren Köpfen vorgeht ? Normal ist das auf jeden fall nicht !

Bezüglich humanen Haftbedingungen kann ich Billie Holiday nur rechtgeben ... gibt nicht viele Länder auf der Welt, die humaner mit Straftätern umgeht als wir hier in Deutschland.
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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon Hyde » Do 11. Mai 2017, 01:48

Postfach hat geschrieben:(10 May 2017, 16:41)
Ich verstehe jetzt nicht, wie die Gesellschaft helfen soll, aus solchen Tätern bessere Menschen zu machen


Es gibt doch viele Initiativen in der Hinsicht. Allein wenn man an Dinge wie Sozialtherapien für Straftäter, Pschologen usw denkt, die versuchen, die Menschen wieder auf den richtigen Weg zu bringen.
Allein wenn man sieht, dass Straftäter überdurchschnittlich häufig aus "kaputten" oder gewalttätigen Familien kommen, in denen sich nicht richtig um sie gekümmert wurde, sie vernachlässigt wurden, zeigt ja schon, dass das Ganze keine unabänderbare Tatsache ist, niemand ist als Straftäter geboren. Wenn die Erziehung eine Rolle dabei spielt, ob man Straftäter wird, dann muss man eben genau da ansetzen, indem man diesen Menschen dabei hilft ihnen neue, bessere Werte für ihr Leben zu vermitteln.

Klar werden dadurch nicht alle Probleme gelöst. Aber die Gesellschaft sollte, übrigens schon aus Eigennutz, anderen dabei helfen, bessere Menschen zu werden.

Viele der RAF-Terroristen, die einst Menschen getötet haben, haben inzwischen ihre Strafe abgesessen und leben ihr Zivilleben, sind berufstätig, sind wieder Teil der Gesellschaft. Und genau das muss auch das Ziel unseres Strafrechts sein, die "Läuterung" und die Wiedereingliederung in unsere Gesellschaft.
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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon jack000 » Do 11. Mai 2017, 17:26

Bereits am Sonntag, den 30. April, war die junge Mutter laut Polizei gegen 19 Uhr mit ihrem Kind auf dem Rückweg vom Frühlingsfest in Lengerich zu ihrem Auto. In Höhe des Geschäfts Postenbörse wurde die junge Mutter von vier jungen Männern angesprochen und belästigt.

Die Männer sollen zwischen 20 und 30 Jahre alt gewesen sein und angeblich Deutsch und Russisch gesprochen haben. Die Männer nahmen den Kinderwagen an sich und schüttelten und schaukelten ihn. Die junge Mutter geriet in Panik und rief vorbeifahrende Autofahrer um Hilfe. Als kein Autofahrer anhielt, flehte die junge Mutter eine sich auf dem Gehweg nähernde Familie (Vater, Mutter sowie zwei Kinder zwischen zwei und vier Jahre) an, ihr zu helfen. Diese Familie soll daraufhin lediglich die Straßenseite gewechselt haben.

Die vier Männer ließen schließlich von der Frau und ihrem Kind im Kinderwagen ab und flüchteten. Ein Arzt stellte hinterher fest, dass durch das Rütteln und Schaukeln des Kinderwagens Wirbel des fünf Monate alten Babys ausgerenkt wurden.

http://www.rp-online.de/panorama/deutsc ... -1.6807083
Wenn doch durch das Schütteln Wirbel ausgerenkt wurden kann man sich vorstellen was wie Krass mit dem Kinderwagen umgegangen wurde. Wenn das also beobachtet wurde und niemanden offensichtlich interessiert hat stellt sich die Frage ob es an Ignoranz liegt oder ob die Furcht bei Straftaten einzugreifen zu groß ist.
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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon Kael » Di 16. Mai 2017, 12:26

Jobcenter, das Ausländeramt oder das Amt für öffentliche Ordnung


taaaatsächlich?

Jobcenter = Wundern sich das sie scheisse behandelt werden, wenn sie Arbeitslose wie Kunden 2ter Klasse behandeln
Ausländeramt = Tja, wer will schon Ausländer?
Öffentliche Ordnung = Kommen ihrer Arbeit ja auch nicht nach.
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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon harry52 » Do 18. Mai 2017, 23:30

Hyde hat geschrieben:Viele der RAF-Terroristen, die einst Menschen getötet haben, haben inzwischen ihre Strafe abgesessen und leben ihr Zivilleben, sind berufstätig, sind wieder Teil der Gesellschaft. Und genau das muss auch das Ziel unseres Strafrechts sein, die "Läuterung" und die Wiedereingliederung in unsere Gesellschaft.

Nein! Das Ziel sollte sein, weitere Opfer zu verhindern.
Die Täter zu läutern, kann dabei nützlich sein, aber das kann niemals das primäre Ziel sein.
"Gut gemeint" ist nicht das Gleiche wie "gut gemacht".
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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon Ger9374 » Fr 19. Mai 2017, 02:14

Die Ellbogengesellschaft , soziale Kälte, vieles
Hat mit der Fokussierung auf Materielles, Isolierung durch Internet, fehlerhafte Erziehung zu tun.Wer kaum soziales Umfeld hat isoliert sich und hat kaum Erfahrung positiver Art. Smartphone
Ist eine Art Ersatz für Freunde mutiert.Ist man Mal in einer Gruppe hat jeder sein Smartphone vor der Nase.Kommunizieren über Soviel Media. Menschliches miteinander geht verloren.
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

Menschen sind Ausländer irgendwo: :thumbup:
Rassisten sind Arschlöcher überall: :thumbup:
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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon Billie Holiday » Fr 19. Mai 2017, 04:34

Ger9374 hat geschrieben:(19 May 2017, 03:14)

Die Ellbogengesellschaft , soziale Kälte, vieles
Hat mit der Fokussierung auf Materielles, Isolierung durch Internet, fehlerhafte Erziehung zu tun.Wer kaum soziales Umfeld hat isoliert sich und hat kaum Erfahrung positiver Art. Smartphone
Ist eine Art Ersatz für Freunde mutiert.Ist man Mal in einer Gruppe hat jeder sein Smartphone vor der Nase.Kommunizieren über Soviel Media. Menschliches miteinander geht verloren.


Die Ellenbogengesellschaft war schon Thema, da haben wir noch eine Wählscheibe betätigt.
Jede jüngere Generation ist schrecklich und dem Untergang geweiht. :x
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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon H2O » Fr 19. Mai 2017, 06:27

Billie Holiday hat geschrieben:(19 May 2017, 05:34)

Die Ellenbogengesellschaft war schon Thema, da haben wir noch eine Wählscheibe betätigt.
Jede jüngere Generation ist schrecklich und dem Untergang geweiht. :x


Vor allem liegt es doch an uns selbst und an jedem einzelnen Mitmenschen, wie weit er einsichtig seine eigenen Interessen zurück nimmt oder sie über die der anderen stellt. Dazu verhilft auch das gute Beispiel von uns Älteren. Stumpfe Egoisten gab es bestimmt schon unter den Neandertalern.
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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon jack000 » Fr 19. Mai 2017, 19:35

Ger9374 hat geschrieben:(19 May 2017, 03:14)

Die Ellbogengesellschaft , soziale Kälte, vieles
Hat mit der Fokussierung auf Materielles, Isolierung durch Internet, fehlerhafte Erziehung zu tun.Wer kaum soziales Umfeld hat isoliert sich und hat kaum Erfahrung positiver Art. Smartphone
Ist eine Art Ersatz für Freunde mutiert.Ist man Mal in einer Gruppe hat jeder sein Smartphone vor der Nase.Kommunizieren über Soviel Media. Menschliches miteinander geht verloren.

Ist das auch die Ursache hierfür?
ine 28-Jährige ist in der Nacht zum Freitag von einem Mann und mehreren Frauen in einem Nachtbus geschlagen und leicht verletzt worden. Die Frau war gegen 2.30 Uhr in der Linie N6 in Berlin-Wedding von dem Unbekannten angesprochen worden. Doch sie war nicht an einem Flirt interessiert und forderte ihn auf, sie in Ruhe zu lassen. Daraufhin gerieten die beiden in einen Streit, wie die Polizei am Freitag mitteilte.

Unerwarteterweise mischte sich eine Gruppe von Frauen im Alter zwischen 16 und 65 Jahren in das Gespräch ein, auch ein zwölfjähriges Mädchen war darunter. Aber nicht, um der 28-Jährigen beizustehen. Sondern um sie weiter zu beschimpfen. Die Gruppe gehörte nach Polizeiangaben „augenscheinlich“ zu dem Mann.

Die 65-Jährige drohte der jungen Frau, sie mit einem Schuh zu schlagen, während der Mann sie nun an den Haaren packte und ihren Kopf gegen die Sitze schlug. Anschließend schlugen die Jugendlichen und das Mädchen auf die Frau ein.

An der Haltestelle Müllerstraße Ecke Gerichtstraße stieg die Gruppe aus und lief davon.

https://www.welt.de/vermischtes/article ... hatte.html
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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon Bolero » Fr 19. Mai 2017, 20:04

jack000 hat geschrieben:(19 May 2017, 20:35)

Ist das auch die Ursache hierfür?

https://www.welt.de/vermischtes/article ... hatte.html
:dead:

Das ist keine Verrohung, sondern ganz normales Verhalten von Zigeunerfamilien.
Wir sind der Intoleranz gegenüber zu tolerant.
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Re: Verrohung der Gesellschaft

Beitragvon Orwellhatterecht » Sa 27. Mai 2017, 07:26

jack000 hat geschrieben:(23 Apr 2017, 18:07)

"Herr" ist hier ein Vorurteil da der/die Täter/in nicht bekannt ist und es somit auch eine "Frau" gewesen sein kann ;)




Sollte es sich bei dem Täter um einen Mann gehandelt haben, so finde ich schon allein die Bezeichnung "Herr" völlig deplaziert, denn ein "Herr" tut so etwas nicht.
Politiker sind wie Tauben, sind sie unten, dann fressen sie einem aus der Hand, sind sie dagegen oben, dann sch...en sie einem auf den Kopf.

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