Kriegsindex

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Provokateur
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Re: Kriegsindex

Beitragvon Provokateur » Mo 3. Apr 2017, 11:57

odiug hat geschrieben:(03 Apr 2017, 12:34)

Ach wirklich ?
Wie alt ist Assad denn und wie alt sind seine Generaele und Berater?
Wie alt sind die Hassprediger des IS ?


Man kann Assad alle möglichen Schweinereien nachweisen, nicht aber, dass er grundlos angefangen hätte, auf seine Bevölkerung zu schießen.
Das war eine Reaktion auf den Aufstand der jungen Männer.

Und ohne junge Männer würden die Hassprediger des IS vor Schafen und Ziegen ihren Hass predigen.
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immernoch_ratlos
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Re: Kriegsindex

Beitragvon immernoch_ratlos » Mi 12. Apr 2017, 17:18

"Kriegsindex" ? Nun ja dreimal habe ich dazu schon meinen Senf gegeben :

zum internen Beitrag "Multiethnische Gesellschaft vs. Deutsche Gesellschaft" (2016.05.20)

zum internen Beitrag "Reformvorschläge Club-of-Rom" (2016.09.20)

zum internen Beitrag "Berlin - LKW rast in Weihnachtsmarkt" (2016.12.29)

Der Link im Eingangbeitrag hatte ich hier :

>>>Gunnar Heinsohn ist mit seinem "Kriegsindex" sicher nicht die einzige Möglichkeit die ressourcensprengende Wirkung eine lokalen Überbevölkerung zu erklären - also Folgen vorhersehbar zu benennen. Doch dieser Ausschnitt aus Quelle ZON "Wohin mit den jungen Männern? Seite 2/4: Ein Kriegsindex misst die Relation zwischen alten und jungen Männern" erscheint mir weitgehend logisch :
Heinsohn: Die Frage lautet: Wie entwickelt sich ein Gebiet, in dem gestern noch die Waffen schwiegen, in ein Bürgerkriegsgebiet oder Kriegsgebiet? Ich verwende dafür einen simplen Kriegsindex. Er misst die Relation zwischen 55- und 59-jährigen Männern, die sich auf die Rente vorbereiten, und 15- bis 19-jährigen Jünglingen, die den Lebenskampf aufnehmen.

Deutschland hat einen Kriegsindex von 0,66. Auf 1000 alte folgen 666 junge Männer. Der Kriegsindex im Gazastreifen ist zehnmal so hoch. Auf 1000 alte folgen über 6000 junge Männer. In Afghanistan ist es genauso. In Nigeria steht der Kriegsindex bei knapp 5. Europa hatte eine ähnliche Situation vom 16. bis zum frühen 20. Jahrhundert. Immer gab es Personal ohne Ende für Krieg, Völkermord, Welteroberung und Auswanderung. In den dreißiger Jahren wurde der erste Jahrgang wehrfähig, in dem nachgeborene und deshalb als "Kanonenfutter" begehrte dritte oder vierte Brüder rar waren.<<<

Zum Jahresende nochmal :

>>>Aber das ist "nur" die recht günstige europäische Situation. Ein unverstellter Blick in die Länder, welche uns derzeit mit ihren Bürgern beglücken (vor den jeweiligen Bürgerkriegen) zeigt schnell, wie die dortigen Verhältnisse aussehen bzw. aussahen.

Einmal kurz die letzten Ereignisse in den Hintergrund schieben und diese Meinung wenigstens zur Kenntnis nehmen. Vielleicht bleibt ja die eine oder andere Selbstbeweihräucherung im Halse stecken : Bevölkerungsentwicklung: Wohin mit den jungen Männern? - Männlicher Geburtenüberschuss führt zu Bürgerkrieg und weltweiter Migration. Deutschland zieht dabei viele unqualifizierte Zuwanderer an. Ein Gespräch mit dem Sozialpädagogen Gunnar Heinsohn.

Zumindest EIN Mosaikstein zum Gesamtbild.... Besonders im Hinblick auf "Vollbeschäftigung" diese Erkenntnis :
Trifft das nun ausschließlich auf diese "frühe Migrantengruppe zu ? Vom "rassenideologischen" Standpunkt eines Nazi ganz sicher, aber hat das auch Bestand aus einer weniger ideologischen Sicht ? Wie viele "dt. Aborigines" würde man unter diesen Aspekten mit einrechnen müssen ?<<<

Hier das WIKI Gunnar Heinsohn

Das dies kein "Naturgesetz" darstellt, also nicht zwingend zu Krieg bzw. Bürgerkrieg in den davon betroffenen Staaten - oder Regionen (Stichwort "failed States") führen muss, doch die Wahrscheinlichkeit, dass es zu "inneren Unruhen" kommt, ist eben entsprechend hoch. Hier noch ein "Index" : „gescheiterter Staat“ (englisch failed state) Index oder hier recht aktuelle : FundForPeace "the twelfth annual Fragile States Index" "Deutschland unter "Sustainable" = 165" Wer hier eine "Eins" hat, hat die "Arschkarte"

Auch als PDF :"Fragile States Index 2016: The Book" PDF-Download (startet automatisch)

Zwischen Überbevölkerung, hoher Fertilität - im Prinzip alles was über 2,1 (Erhaltungsstatus) liegt, sehr großer junger Bevölkerungsanteil, hohe Arbeitslosigkeit usw. usf. besteht ein klarer Zusammenhang für aktuelle und künftige Probleme. Wie der berüchtigte Tropfen, der das "Fass" zum Überlaufen bringt, steht hauptsächlich in Afrika (mit wenigen Ausnahmen), der indischen Subkontinent, aber leider auch andere Weltgegenden ein permanenter "Vorabend" zu inneren Unruhen - Chaos - und in folge Bürgerkriege bzw. kriegerische Auseinandersetzungen mit den Nachbarn...

Noch sind die meisten Staaten der "Ersten Welt" - "Very Sustainablel" - "Sustainablel" - "Very Stable" - "More Stable" - "Stable" . Noch funktioniert dort die Balance zwischen einer schrumpfenden Bevölkerung und "unmerklicher Rückgang" von Arbeit im hergebrachten Sinn. Ob allerdings (wie in D) Anteile der erwerbsfähigen Bevölkerung, welche bereits jetzt zu ~ 1/3 von den übrigen Erwerbsfähigen über die Sozialsysteme auf sehr unterschiedliche Weise (meist eher verdeckt) "alimentiert" werden, nicht bei weiterem Anwachsen ebenfalls zu Problemen führen wird, bleibt abzuwarten.

"Unterm Strich" vertragen alle Staaten zwischen "Very Sustainablel" und "Stable" keine massenhaften "Migrationsereignisse", speziell, keine aus Weltgegenden, wo durch kulturelle und oder religiöse Einflüsse, das Verhalten "3 ... 4 Kinder pro Frau" im Durchschnitt "mit-einwandern" :?
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Re: Kriegsindex

Beitragvon aleph » Do 13. Apr 2017, 22:30

Ist ja auch nichts neues. Auch in europa gab es ja mal eine junge kriegergeneration, die man nicht integriert hat und die sich radikalisierte. Darum sind ja auch hartz iv und eingliederungsprogramme sinnvoll. So dass arbeitslose maler sich nicht terrororganisationen anschließen und dummes zeug machen.
Auf dem Weg zum Abgrund kann eine Panne lebensrettend sein.
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Re: Kriegsindex

Beitragvon immernoch_ratlos » Fr 14. Apr 2017, 10:50

Provokateur hat geschrieben:Man kann Assad alle möglichen Schweinereien nachweisen, nicht aber, dass er grundlos angefangen hätte, auf seine Bevölkerung zu schießen.
Das war eine Reaktion auf den Aufstand der jungen Männer.
Der Arme....

Der Assad Clan (Baath-Partei unter Hafis al-Assad) hat allerdings auch in keiner Weise dazu beigetragen, an der erkennbar katastrophal hohen Geburtenrate etwas zu verändern. Eher im Gegenteil. Syryen ist wie auch der Irak kein "natürliches Staatsgebilde". Große Überbleibsel des ehem. Osmanischen Reichs, welches durch GB und Frankreich von diesen Siegern des WK I "untereinander" aufgeteilt wurde. Die syrische Gesellschaft ist vorsichtig ausgedrückt sehr "heterogen". Mindestens 15 religiöse und ethnische Gruppen. Neben der arabischen Mehrheit leben Kurden, Armenier, Turkmenen, Tscherkessen, Aramäer und Assyrer in Syrien.

Keine dieser Gruppen ist für die "Gleichstellung der Frau" bekannt. Ihre Funktion als Gebärmaschinen hat bestens funktioniert. 1950 hatte Syrien ~3.413.000 Einwohner 2005 waren es bereits 18.133.000 Eine Zunahme innerhalb von ~zwei Genrationen in nur 55 Jahren.
Infocenter für die Ahnenforschung hat geschrieben:Mehrere kürzlich durchgeführte Studien zeigen, dass Generationen der männlichen Linie, vom Vater zum Sohn, durchschnittlich länger sind als die auf der weiblichen Seite, von der Mutter zur Tochter. Sie zeigen auch, dass beide Seiten länger sind als das Zeitintervall von 25 Jahren, das allgemein einer Generation zugewiesen wird. Die männliche Generation ist mindestens um ein Drittel länger, die weibliche etwa um ein Sechstel.
Die prozentuale Zunahme in gerade mal 55 Jahren beträgt ~531% oder anders ausgedrückt, die syrische Bevölkerung hat sich "Netto" mehr als verfünffacht :dead:

Um zu verstehen, was dies für ein Land und dessen Ressourcen bedeutet, D insgesamt im Vergleich, hatte 1950 ~68.724.000 Einwohner. Auch D hatte einen Bevölkerungszuwachs in diesen 55 Jahren. 2005 hatte Deutschland lt. destatis zum Jahresanfang eine Bevölkerung von ~82.501.000. Womit die Zunahme bei ~120% im selben Zeitraum liegt :thumbup:

Hätte sich D nach dem Krieg ab 1950 wie Syrien verfünffacht, müsste das Land mehr als 360 Millionen Einwohner verkraften :rolleyes:

Das Problem, was ganz offensichtlich niemand so recht sehen möchte, Menschen haben keinerlei natürliches Gefühl - gar einen Instinkt - der ein Wachstum über die natürliche Grenze hinaus verhindert. Hier verhält sich der Mensch ganz offensichtlich wie jedes Tier, was "wir" ja tatsächlich auch sind. Anderer Tiere, werden durch ihre natürlichen Feinde und die vorhanden Ressourcen in einer fragilen Balance gehalten. Menschen haben Eigenschaften entwickelt dies zu überwinden. Nun müssten sie selbst kognitiv dafür sorgen, diese natürlichen Grenzen nicht zu überschreiten. Ein sehr komplexes Geflecht, auf das der Einzelne kaum Einfluss hat. Gelingt es nicht, ab einer den tatsächlichen Ressourcen angepasste, die "2,1 Lösung" zu etablieren, schlägt schlicht die exponentielle Falle zu.

Nicht, das diese exponentielle Entwicklung zuvor nicht dagewesen wäre ! Lediglich die "2,1 Lösung" hält die Bevölkerung stabil und verhindert ein weiteres nicht zu verkraftendes natürliches Wachstum.

Kommt nun Religion und Großmannssucht hinzu, gerät jede Bevölkerung, die nicht in noch unbesiedelte und tatsächlich habitable Gebiete "auswandern" kann, zwangsläufig mehr und mehr unter Druck. Ohne diktatorische Maßnahmen ist absehbar, wann ein solcher Staat unregierbar wird. Ein wichtiger Grund, warum eine "Demokratie" nur unter vernünftigen Verhältnissen und ausreichenden Ressourcen überhaupt funktionieren kann.

Nun ist Syrien, Irak und der ganze Maghreb dazu, in einer vergleichbaren Spirale gefangen. Große Teile von Kontinentalafrika ebenfalls. Alles Kandidaten für innere Unruhen und bürgerkriegsähnlich Zustände. Das inzwischen weitgehend friedliche Europa, hat sich seinerzeit seiner Überschüsse in die "neue Welt" entledigen können und die innere Entwicklung versucht die immer noch vergleichsweise hohe Bevölkerungsdichte weiter friedlich zu reduzieren. Durch die "2,1 Lösung" wird das nicht gelingen. Daher ergeben sich überall dort, wo der Verstand, den fehlenden Instinkt ersetzt für einen begrenzten Zeitraum Lösungen die unter 2,0 liegen, was eine allmählichen sehr lange andauernden Abbau der Bevölkerung bedeutet. Mit allen Schwierigkeiten die dabei unvermeidbar sind.

Der technologische Fortschritt ist dabei zugleich hilfreich, aber verschärft die Situation moderat durch das Wegfallen der notwendigen menschlichen Arbeitskräfte weiter. Eine gesamtgesellschaftliche Veränderung - eine durchaus friedliche "Revolution" wird notwendig.

Nun angesichts der weltweiten Lage und besonders des ungeheuren Bevölkerungsdrucks in unserer direkten Nachbarschaft, dürfte diese "interne Angelegenheit" das kleinere Problem sein. Ohne extreme Maßnahmen (zu denen dank eigener Geschichte) wohl Europa kaum bereit ist, wird sich das Problem der Überbevölkerung nicht verändern. Wer dort noch nicht durch Hunger geschwächt, vor Ort krepiert, wird versuchen in andere Gebiete vorzudringen. Diese Entwicklung ist seit Jahren im Gang. Im Grund müsste Europa seine ganzen Ressourcen einsetzen, um die "Nachbarn" dort wo sie gegenwärtig noch sind, zu halten und in durchaus "paternalistischer" Weise auch vor Ort zu verändern. Ein erfolgversprechende Maßnahme wäre die "Befreiung" der Frauen und die dringend notwendige Bildung. Notfalls auch mit Gewalt. Denn zu Gewalthandlungen an "unseren Grenzen" wird es zwangsläufig kommen.

Latente unterschwellige Gewalt ist längst alltäglich und wird klammheimlich und mehrheitlich geduldet. Das will allerdings offensichtlich niemand im Moment wahrhaben. Vermutlich wurde der "rechte Zeitpunkt" zu einem massiven Eingreifen "in das, was unter innerer Angelegenheiten verstanden wird", längst überschritten...

aleph hat geschrieben:Ist ja auch nichts neues. Auch in europa gab es ja mal eine junge kriegergeneration, die man nicht integriert hat und die sich radikalisierte. Darum sind ja auch hartz iv und eingliederungsprogramme sinnvoll. So dass arbeitslose maler sich nicht terrororganisationen anschließen und dummes zeug machen.


Noch mehr verniedlichen kann man dieses kaum auf D beschränkte Problem wohl kaum noch :mad:
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Re: Kriegsindex

Beitragvon Helmuth_123 » Sa 15. Apr 2017, 15:48

Provokateur hat geschrieben:(03 Apr 2017, 09:00)

Es gibt die Theorie des "Youth bulge". Sie lautet: Wo zu viele junge Männer sind, die erstens keine Frau und zweitens keine Arbeit finden, droht Bürgerkrieg oder Krieg.

Ist ein interessantes Thema.


Auch die Weimarer Republik zeigt, wo ein Überschuss junger, beschäftigungsloser Männer ist, sind innergesellschaftliche Konflikte bis hin zu bürgerkriegsähnlichen Situationen meist nicht weit. Junge, beschäftigungslose Männer haben im Konfliktfall nichts zu verlieren. Wenn sie Glück haben, gewinnen sie sogar etwas dabei. Ein Mann mit Frau, Kindern, Haus und sicherer Arbeit mit ausreichenden Verdienst, hat im Falle von gewaltsamen innergesellschaftlichen Konflikten oder Kriegen sehr viel zu verlieren.
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Re: Kriegsindex

Beitragvon Helmuth_123 » Sa 15. Apr 2017, 15:50

odiug hat geschrieben:(03 Apr 2017, 09:11)

Jugendliche, arbeitslose Maenner fangen keine Kriege an.
Das sind dann doch eher alte Saecke in gut bezahlten Positionen, mit ueppigen Pensionsanspruechen.


Junge, arbeitslose Männer sind aber der perfekte Nährboden, um einen Bürgerkrieg oder Krieg anzufangen und am Leben zu erhalten.
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