Sprachpolizeiliche Maßnahmen oder traditionelle Ausdrücke?

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Negerkuss oder Schaumkuss?

Negerkuss
26
87%
Schaumkuss
2
7%
Kommt darauf an / eigene Meinung (Kommentar)
2
7%
 
Abstimmungen insgesamt: 30
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Liegestuhl
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Re: Sprachpolizeiliche Maßnahmen oder traditionelle Ausdrücke?

Beitragvon Liegestuhl » Fr 17. Feb 2017, 09:36

Sprachliches Dilemma

Die Antifa und der Bastard

In der Asta-Zeitung der Frankfurter Uni geht man der Frage nach, ob man als Linker „All Cops Are Bastards“ sagen darf.


Unter der Überschrift „Sexismus in der linksradikalen Szene“ stellen die Verfasser erst mal eines klar: „Selbstverständlich geben Polizist*innen und besonders deren Struktur tagtäglich legitimen Anlass, sie zu beleidigen.“ Zu diesem Zweck allerdings das Wort „Bastard“ zu verwenden, ist nach Auffassung der Autoren politisch inkorrekt: Wer sich dieser Bezeichnung für eine „Mischform“ bediene, verteidige damit eine „rassistische und sexistische Ideologie von Reinheit“, die unehelich gezeugte Kinder ebenso stigmatisiere wie die Nachkommen hetero-ethnischer Partnerschaften.


http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/f ... 80129.html

Bemerkenswert!
Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht.
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Dampflok94
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Re: Sprachpolizeiliche Maßnahmen oder traditionelle Ausdrücke?

Beitragvon Dampflok94 » Fr 17. Feb 2017, 09:43


Also ich würde das so interpretieren. "Bullen" sind scheiße, Bastarde nicht. Daher darf man ACAB nicht sagen. :eek:

Also manchmal...
Leute kauft mehr Dampflokomotiven!!!
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Re: Sprachpolizeiliche Maßnahmen oder traditionelle Ausdrücke?

Beitragvon Provokateur » Fr 17. Feb 2017, 09:44

Das ist....erstaunlich :D

Vielleicht in Zukunft "all Cops are Bullen"?
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Re: Sprachpolizeiliche Maßnahmen oder traditionelle Ausdrücke?

Beitragvon Provokateur » Fr 17. Feb 2017, 10:30

DoPo;

http://www.sueddeutsche.de/bayern/streit-faschingsspass-oder-rassimus-debatte-um-negerball-in-niederbayern-1.3381870

Schätzungsweise seit der Jungsteinzeit regieren in Bayern die Schwarzen. Aber schwarz und schwarz sind im Freistaat zwei Paar Stiefel, weshalb sich derjenige, der dies übersieht, heutzutage schnell mit dem Vorwurf des Rassismus und der Diskriminierung konfrontiert sieht. Dies zeigt ein aktueller Streit über eine Faschingsveranstaltung in der Gemeinde Kirchberg im Wald (Kreis Regen).

Im Ortsteil Raindorf soll an diesem Samstag, wie es seit mehr als 40 Jahren im Fasching der Brauch ist, der sogenannte Negerball abgehalten werden. Heuer wurde dieser beliebte Ball auch auf Facebook angekündigt, was einer Userin gar nicht gefiel. "Das ist in höchstem Maße rassistisch", postete sie und drohte mit einer Anzeige. Im Internet entbrannte eine hitzige Debatte über die Frage, ob der Name Negerball rassistisch sei oder nicht. Facebook machte kurzen Prozess und löschte den Eintrag.
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Re: Sprachpolizeiliche Maßnahmen oder traditionelle Ausdrücke?

Beitragvon Amun Ra » Fr 17. Feb 2017, 10:51

Provokateur hat geschrieben:(17 Feb 2017, 09:44)

Das ist....erstaunlich :D

Vielleicht in Zukunft "all Cops are Bullen"?

"All Cops Are Bullen" funktioniert nur bis die Euphemismustretmühle eingesetzt hat. Dann ist es in irgendeiner Form diskriminierend, Polizisten als Bullen zu bezeichnen. Business as usual. Manche Leute lernen eben einfach nicht dazu. :|
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Re: Sprachpolizeiliche Maßnahmen oder traditionelle Ausdrücke?

Beitragvon Provokateur » Fr 17. Feb 2017, 10:54

Amun Ra hat geschrieben:(17 Feb 2017, 10:51)

"All Cops Are Bullen" funktioniert nur bis die Euphemismustretmühle eingesetzt hat. Dann ist es in irgendeiner Form diskriminierend, Polizisten als Bullen zu bezeichnen. Business as usual. Manche Leute lernen eben einfach nicht dazu. :|


Irgendwas anderes mit B...Banker.

All Cops are Bankers.

Okay, jetzt kann ich mich festnehmen lassen.
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Re: Sprachpolizeiliche Maßnahmen oder traditionelle Ausdrücke?

Beitragvon Edmund » Fr 17. Feb 2017, 20:25

Provokateur hat geschrieben:(17 Feb 2017, 09:44)
Vielleicht in Zukunft "all Cops are Bullen"?


Das wäre aber eine sexistische Diskriminierung, denn Bullen sind rein männlich. "All Cops are Bullen und Kühe" wäre schon besser. Aber da die Zweigeschlechtlichkeit nur eine Erfindung des Patriarchats ist, würde diese Formulierung Transgender in Uniform diskriminieren. Deshalb schlage ich "All Cops_*Innen are Hausrind_*Seiende" vor.
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Re: Sprachpolizeiliche Maßnahmen oder traditionelle Ausdrücke?

Beitragvon denkmal » Mo 20. Feb 2017, 13:09



„Selbstverständlich geben Polizist*innen und besonders deren Struktur tagtäglich legitimen Anlass, sie zu beleidigen.“

Von der grammatikalischen Unzulänglichkeit des Satzes mal abgesehen - es gibt TATSÄCHLICH legitime Anlässe für Beleidigungen? Bei denen also schlussfolgernd eine Strafverfolgung aussen vor ist?
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Re: Sprachpolizeiliche Maßnahmen oder traditionelle Ausdrücke?

Beitragvon denkmal » Mo 20. Feb 2017, 13:11

Wäre das beleidigend?
"Alle Polizisten sind Polizistinnen"

oioioi :p
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Re: Sprachpolizeiliche Maßnahmen oder traditionelle Ausdrücke?

Beitragvon Raskolnikof » Do 6. Apr 2017, 18:27

Frühstück im Lehrerzimmer. Eine Kollegin hat Geburtstag. Ich: Schieb doch bitte mal die Schaumwaffeln mit Migrationshintergrund rüber." Hallo, da war vielleicht was los! Plötzlich war ich für eine Kollegin (einer!) ein Rassist, weil ich mich offensichtlich darüber lustig mache, dass der Begriff Negerkuss ein Unwort ist. Als das Thema die ganze Pause zu sprengen drohte meldete sich ein Kollege zu Wort: "Kommt jemand heute Mittag mit in die Kantine?" Ein anderer: "Was gibt es denn?" "Zigeunerschnitzel". Die besagte Kollegin war ganz plötzlich weg und wir ließen uns die Negerküsse schmecken. :D
Wer anderen eine Bratwurst brät der hat ein Bratwurstbratgerät.
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Re: Sprachpolizeiliche Maßnahmen oder traditionelle Ausdrücke?

Beitragvon Billie Holiday » Do 6. Apr 2017, 19:21

Raskolnikof hat geschrieben:(06 Apr 2017, 19:27)

Frühstück im Lehrerzimmer. Eine Kollegin hat Geburtstag. Ich: Schieb doch bitte mal die Schaumwaffeln mit Migrationshintergrund rüber." Hallo, da war vielleicht was los! Plötzlich war ich für eine Kollegin (einer!) ein Rassist, weil ich mich offensichtlich darüber lustig mache, dass der Begriff Negerkuss ein Unwort ist. Als das Thema die ganze Pause zu sprengen drohte meldete sich ein Kollege zu Wort: "Kommt jemand heute Mittag mit in die Kantine?" Ein anderer: "Was gibt es denn?" "Zigeunerschnitzel". Die besagte Kollegin war ganz plötzlich weg und wir ließen uns die Negerküsse schmecken. :D


Nur mal so aus Neugierde, warum hast du nicht Schokokuss gesagt, sondern einen Miniaufstand provoziert?
Bei uns im Büro werden die Schaum- oder Schokoküsse oder Negerküsse auch gern gegessen, nur läßt sich niemand mehr hinterm Ofen hervorlocken durch solche offensichtlichen Provokationen durch Kollegen, von denen jeder weiß, sie sind in keinster Weise rassistisch.
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
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Re: Sprachpolizeiliche Maßnahmen oder traditionelle Ausdrücke?

Beitragvon Teeernte » Do 6. Apr 2017, 19:34

Wasteland hat geschrieben:(13 Feb 2017, 19:43)

Neger stammt etymologisch aus der Kolonialzeit und wurde als eng mit abwertenden Rassentheorien in Zusammenhang stehender Begriff etabliert.
Das das vielen älteren Leuten nicht bewusst ist glaube ich sogar, schliesslich gab es darüber früher zu deren Zeiten überhaupt keine Diskussion, sondern diese Theorien galten als allgemein anerkannt.

Ich würde niemandem verbieten die Worte zu benutzen die er will, ich bin gegen solche Sprachregelungen. Ich bin selber nicht besonders politisch korrekt. Aber ich denke mir halt immer meinen Teil.


Ab dem 12. Jahrhundert wurde in der künstlerischen Darstellung einer der drei Könige zum Mohren mit dunkler Hautfarbe.
https://de.wikipedia.org/wiki/Heilige_Drei_Könige

...bekanntlich hatte das Großreich "GERMANIA" da schon RIESEN Kolonien.... :D :D
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Re: Sprachpolizeiliche Maßnahmen oder traditionelle Ausdrücke?

Beitragvon Teeernte » Do 6. Apr 2017, 19:35

Billie Holiday hat geschrieben:(06 Apr 2017, 20:21)

Nur mal so aus Neugierde, warum hast du nicht Schokokuss gesagt, sondern einen Miniaufstand provoziert?
Bei uns im Büro werden die Schaum- oder Schokoküsse oder Negerküsse auch gern gegessen, nur läßt sich niemand mehr hinterm Ofen hervorlocken durch solche offensichtlichen Provokationen durch Kollegen, von denen jeder weiß, sie sind in keinster Weise rassistisch.



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Re: Sprachpolizeiliche Maßnahmen oder traditionelle Ausdrücke?

Beitragvon Raskolnikof » Di 11. Apr 2017, 16:17

Billie Holiday hat geschrieben:(06 Apr 2017, 20:21)
Nur mal so aus Neugierde, warum hast du nicht Schokokuss gesagt, sondern einen Miniaufstand provoziert?
Bei uns im Büro werden die Schaum- oder Schokoküsse oder Negerküsse auch gern gegessen, nur läßt sich niemand mehr hinterm Ofen hervorlocken durch solche offensichtlichen Provokationen durch Kollegen, von denen jeder weiß, sie sind in keinster Weise rassistisch.

Das hatte eine Vorgeschichte: Die besagte Kollegin ist selbsternannte Sprachpolizistin und hat z.B. zwei ältere Pippi Langstrumpf Ausgaben (Pippi im Taka Tuka Land) aus unserer Schulbibliothek entfernt, weil Pippis Vater da einen "Negerkönig" darstellte, der zudem die "Negersprache" beherrschte. Die Kollegin tauschte die zwei Bände auf eigene Kosten gegen zwei aus einer Neuauflage des Oetinger-Verlages aus, wo Pippis Vater nun plötzlich ein "Südseekönig" war und die "Taka-Tuka Sprache" beherrschte. Das gab schon mal einen ziemlichen Aufstand im Kollegium, erst recht, als die Kollegin dann auch noch für die beiden ausgetauschten Bände Geld einsammeln wollte.

Als nun beim besagten Geburtstag dieses unsagbare süße Zeug auf dem Tisch stand konnte ich einfach nicht anders. :D
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Re: Sprachpolizeiliche Maßnahmen oder traditionelle Ausdrücke?

Beitragvon Billie Holiday » Di 11. Apr 2017, 18:22

Raskolnikof hat geschrieben:(11 Apr 2017, 17:17)

Das hatte eine Vorgeschichte: Die besagte Kollegin ist selbsternannte Sprachpolizistin und hat z.B. zwei ältere Pippi Langstrumpf Ausgaben (Pippi im Taka Tuka Land) aus unserer Schulbibliothek entfernt, weil Pippis Vater da einen "Negerkönig" darstellte, der zudem die "Negersprache" beherrschte. Die Kollegin tauschte die zwei Bände auf eigene Kosten gegen zwei aus einer Neuauflage des Oetinger-Verlages aus, wo Pippis Vater nun plötzlich ein "Südseekönig" war und die "Taka-Tuka Sprache" beherrschte. Das gab schon mal einen ziemlichen Aufstand im Kollegium, erst recht, als die Kollegin dann auch noch für die beiden ausgetauschten Bände Geld einsammeln wollte.

Als nun beim besagten Geburtstag dieses unsagbare süße Zeug auf dem Tisch stand konnte ich einfach nicht anders. :D


Ich kann es verstehen.

Zum Negerkönig: ich würde die Originalversion so belassen und um Fußnoten erweitern, dass dieser Ausdruck veraltet und rassistisch ist, heute also nicht mehr gebräuchlich. Ist aber meine subjektive Meinung, wenn die Verlage meinen, Klassiker der Literatur verfälschen zu müssen, sollen sie das tun.
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Re: Sprachpolizeiliche Maßnahmen oder traditionelle Ausdrücke?

Beitragvon Raskolnikof » Di 11. Apr 2017, 18:54

Der Oetinger Verlag hatte sich lange gegen eine entsprechende Änderung gewehrt nicht zuletzt deshalb, weil Pippi Langstrumpf längst zu unserem Kulturgut gehört und ihre Abenteuer in rund 60 Sprachen in aller Welt die Kinderherzen und auch die der Erwachsenen immer wieder erfreuen. Und dies sicherlich auch bei noch bei kommenden Generationen. Da ändert man nichts an irgendwelchen Wortschöpfungen oder Ausdrücken, auch wenn die heutiger Political Correctnes nicht entsprechen.
Doch der Druck auf den Oetinger Verlag war groß. Über Monate musste sich der Verlag von einzelnen Lesern, verschiedenen Gutmenschengruppierungen und auch auch Politikern sagen lassen, dass Begriffe wie "Negerkönig", "Negerprinzessin" und "Negersprache" nichts in einem Kinderbuch zu suchen haben, Kulturgut hin oder her. Rassismus für Kinder? Das geht gar nicht!
Tja, uns so knickte dann der Oetinger Verlag letztlich ein und nahm entsprechende Korrekturen in ihren Pippi Langstrumpf Ausgaben vor. Schade!
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Re: Sprachpolizeiliche Maßnahmen oder traditionelle Ausdrücke?

Beitragvon Provokateur » Sa 24. Jun 2017, 10:34

Ist noch ziemlich verbreitet.
http://www.spiegel.de/kultur/tv/nachsitzen-bei-rtl-aggregatzustand-was-ist-das-mann-tv-kritik-von-anja-ruetzel-a-1153875.html
Der einzige Unterhaltungswert der Show besteht so darin, latent schwelende Abneigungen gegen einzelne Fernseh-Dauervisagen zu verfestigen. "Ich sage ja noch Negerkuss", verkündet Llambi mit patzigem Stolz, als die Sprache auf die gern Als Pausensnack verzehrten Matschbrötchen kommt, belohnt vom tumb klatschenden Studiopublikum.
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Re: Sprachpolizeiliche Maßnahmen oder traditionelle Ausdrücke?

Beitragvon Lomond » Mo 7. Aug 2017, 12:02

Hier in der Gegend heißt es weder Negerkuss noch Schaumkuss, sondern: MOHRENKOPF.
Non enim propter gloriam, divicias aut honores pugnamus set propter libertatem solummodo quam Nemo bonus nisi simul cum vita amittit.
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Re: Sprachpolizeiliche Maßnahmen oder traditionelle Ausdrücke?

Beitragvon Lomond » Mo 7. Aug 2017, 12:18

Negerkuss und Mohrenkopf - regionale Verteilung

Mal ganz ungeachtet der Frage, ob diese Wörter nun politisch korrekt sind oder nicht, würde mich einfach mal interessieren, wie die regionale Verteilung ist.

Nach meinem Gefühl ist der "Mohrenkopf" eher im Süden des deutschen Sprachraums zu Hause, der "Negerkuss" eher im Norden.

Und in Österreich ist die "Schwedenbombe" daheim.

Was meint ihr dazu?
Wie ist das - nach eurer Erfahrung?
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Re: Sprachpolizeiliche Maßnahmen oder traditionelle Ausdrücke?

Beitragvon elmore » Mo 7. Aug 2017, 15:36

Ist eigentlich das Lied von den 10 kleine Negerlein auch schon umgetextet. Damit ich mich sprachlich korrekter Ausdrucksweise befleißigen kann.

Muss die Burenhaut in Wien auch geändert werden. Aane, oder s'Haidl. Oder gar die Eitrige und ein Sechzehnerblech.

Was ist mit Wiener Würstchen, die wohl nur in Wien Frankfurter heissen (müssen)?

In Oberbayern (Region Chiemgau) heisst das schwarze corpus delicti schon immer Mohrenkopf. Negerkuss ist allenfalls eingerissen, als sprachliche Unart der Isarpreissn,
die natürlich von München aus irgendwann auch das Umfeld sprachlich besu…siedelten.

Und es gibt den Suppnbrunzer. Das regte aber nicht mal den Papst auf, den ehemaligen, den 16-er Bene (Bene ist eine gebräuchliche, bayr. Kurzform des Vornahmens Benedikt, nur
damit nicht wieder "Autobahn"-Diskussionen auflodern).

Ein Fröschlein sitzt auf dem Kopf von Erdogan.
"Fröschlein, wie geht es dir?" - "Bis auf das Geschwür an meinem Arsch ganz gut", erwiderte dieses.

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