Anpassung an andere Kulturen.

Moderator: Moderatoren Forum 8

Würdest du , wenn du die möglichkeit hättest, eine andere Kultur endecken?

Ja
18
64%
Nein
6
21%
Keine Ahnung, ich habe mich nur umgeschaut und weiß nicht wie ICH hier gelandet bin?!
4
14%
 
Abstimmungen insgesamt: 28
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Zunder
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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon Zunder » Sa 7. Jan 2017, 01:02

schokoschendrezki hat geschrieben:(02 Jan 2017, 07:58)

Das liegt zumindest zum Teil daran, dass ein Teil der Disktutanten für sich die Irrelevanz eines solchen übergreifenden "Kultur"-Begriffs gegenüber der ganz personalen Kultur des Individuums herausstellt. Es wäre auch nicht verwunderlich, wenn ein Thread zum Thema "Äther" irgendwann nicht mehr zum eigentlichen zentralen Begriff des "'Äthers" geführt würde ...

Eine "personale Kultur des Individuums" gibt es nur dann, wenn man die Fähigkeit, mit Messer und Gabel zu essen, schon für Kultur hält. Kultur, verstanden als "ein System von Regeln und Gewohnheiten, die das Zusammenleben und Verhalten der Menschen leiten", kann anders als gesellschaftlich überhaupt nicht gedacht und praktiziert werden.
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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon Zunder » Sa 7. Jan 2017, 01:19

schokoschendrezki hat geschrieben:(01 Jan 2017, 08:38)

Zwischen "Kultur" als - grobgesprochen - Gesamtheit alles Menschengemachtem und "Natur" (einschließlich aller antroposophischen Gegebenheiten) besteht ein solch grundlegender Unterschied, dass die Unterschiede in den verschiedenen Ausprägungen von Kulturen gar keine Rolle spielen. Die vergleichenden Religionswissenschaften können denn auch bestimmte Grunderzählungen in allen Weltreligionen in verschiedener aber strukturell ähnlicher Form wiederfinden. Ich habe arge Befürchtungen, dass dieser aktuelle moderne Kulturalismus, dieses Beharren auf Prägungen und Geprägtheiten die Welt noch in eine arge Notlage bringen werden.

Beim Vergleich verschiedener Kulturen spielt die Natur eine eher marginale bis gar keine Rolle. Man kann beim Vergleich eines BMW mit einem Trabbi auch darauf verweisen, daß beide keine Fahrräder sind. Der Erkenntnisgewinn wäre genauso groß.

Im übrigen spricht die Natur keine Todesstrafe bei Homosexualität, Beleidigung des Propheten oder Apostasie aus.
In diesem Punkt ist die westliche Kultur näher an der Natur als der islamischen Kultur.

Es geht auch nicht um Prägungen, sondern um Inhalte. Mit Kulturalismus hat das alles nichts zu tun.
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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon JJazzGold » Sa 7. Jan 2017, 09:54

ThorsHamar hat geschrieben:(06 Jan 2017, 21:57)

Ja, Du kannst "miteinander" reden .... ;)
Im Ernst:
Dieses "Miteinander Reden" braucht ein gemeinsames Ziel, eine gemeinsam definierte Zielführung. Lass das meinetwegen, ich zitiere Dich "Friede, Freude, Wohlstand, Bildung für die Kinder und ein möglichst unaufgeregtes und abgesichertes Leben" sein.
Was heisst das in einer "miteinander reden Runde" von unterschiedlich hoch entwickelten Kulturen?
Die Einen wollen sehr schnell dahin, wo die Anderen schon sind und die haben, oft wegen schmerzlich erinnerter Erfahrung, kaum Bock, Schritte zurück zu gehen!
Und was heisst das dann wiederum?
Richtig: Akzeptanz von An-Leitkultur ....
Und ja, auch ich kenne weltweit viele Menschen, mit welchen ich ein WIR - Gefühl empfinde. Es könnten ein paar Hundert sein ....
Aber wenn ich ehrlich bin, sind das so wenig Leute in Relation zu der Masse, die UNS abgrundtief hasst, als Ungläubige, als Christen, als Juden, als "der Westen" ...
Diese Masse redet nicht mit UNS, wie wir auch nicht mit DENEN reden wollen oder KÖNNEN.
Der gutherzige Walldorfler wird ganz easy von einem Faustkeil erschlagen ...


Was genau soll denn die überwiegende weltweite Masse sein, die uns angeblich hasst und umbringen will, wo lebt diese Masse?

Ich konnte von Alaska bis Feuerland keine solche hassende, überwiegende Masse entdecken.
Auch In Asien habe ich zwar so etliche kulturelle Eigenheiten entdeckt, aber keine überwiegende Masse, die uns hasst und umbringen will. Wollen die Chinesen uns umbringen, die Japaner, die Malaien?
Welche Masse in Australien und Neuseeland will und umbringen?
Wollen die Russen uns umbringen, oder die Türken, die Österreicher, oder Skandinavier?
Welche Masse soll es sein, die uns, zum Teil nur anteilig, auf dem europäischen Kontinent hasst und nach dem Leben trachtet?
Wollen uns die Bewohner des afrikanischen Kontinents umbringen? Ich gehe davon aus, dass ein solcher Entschluss allein schon am dazu notwendigen afrikanischen Schulterschluss scheitert.

Wo siehst Du diese in überwiegender Mehrheit existierenden Massen, die uns hassen und umbringen wollen?
Ich habe diese in all den Jahrzehnten nicht entdecken können, auf keinem Kontinent in überwiegender Mehrheit.
Liegt es daran, dass ich keine Walldorferin bin, oder auch keine Waldorfschulabsolventin?

Oder liegt es daran, dass die überwiegende Masse auf jedem Kontinent ungeachtet der kulturellen Unterschiede dieselben Bedürfnisse hat wie Du und ich und die weit entfernt von Hass und Totschlag ist?
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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon Misterfritz » Sa 7. Jan 2017, 11:22

JJazzGold hat geschrieben:(07 Jan 2017, 09:54)
Was genau soll denn die überwiegende weltweite Masse sein, die uns angeblich hasst und umbringen will, wo lebt diese Masse?
Hmm, Du glaubst also, dass die ganzen menschen, die in muslimischen Ländern im Tourismus arbeiten, ihre Gäste gerne sehen? Dass sie froh sind, überhaupt Arbeit zu haben? Mitnichten!
Als z.B. nach ägyptischen Revolution die westlichen Gäste weggeblieben, freuten sich die Angestellten, dass jetzt endlich muslimische Gäste kommen könnten, die sich dann nicht mehr durch die Westler gestört fühlten. Dass die natürlich nicht kamen und viele ihre Jobs verloren, hat den Hass auf die Westler noch mehr angestachelt.
Es kam und kommt oft vor, dass Touristen, die der Sprache nicht mächtig sind, mit einem Lächeln im Gesicht die grössten Beleidigungen gesagt werden. Und einheimische Vorgesetzte gehen nicht dagegen vor, wozu auch? Der Tourist lächelt und alle anderen lachen sich ins Fäustchen.
Sowas hier ist NICHT Ausnahme, sondern Normalität.
http://www.bbc.com/news/world-south-asia-11652040
Nur bekommen das gerade die Touries im seltensten Fall mit.
Und die Leute auf dem Video haben das nicht just for fun gemacht.
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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon JJazzGold » Sa 7. Jan 2017, 11:31

"Misterfritz"
Hmm, Du glaubst also, dass die ganzen menschen, die in muslimischen Ländern im Tourismus arbeiten, ihre Gäste gerne sehen?


Nein.

Es war weder die Rede von ägyptischen Kellnern, die keine weltweit überwiegende,hassende Masse mit Mordabsicht darstellen, noch von Touristen, die zwar eine Masse darstellen, aber keine, die mit der Intention zu hassen und uns umzubringen durch diese Welt zieht.

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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon ThorsHamar » Sa 7. Jan 2017, 13:03

JJazzGold hat geschrieben:(07 Jan 2017, 09:54)

Was genau soll denn die überwiegende weltweite Masse sein, die uns angeblich hasst und umbringen will, wo lebt diese Masse?

Ich konnte von Alaska bis Feuerland keine solche hassende, überwiegende Masse entdecken.
Auch In Asien habe ich zwar so etliche kulturelle Eigenheiten entdeckt, aber keine überwiegende Masse, die uns hasst und umbringen will. Wollen die Chinesen uns umbringen, die Japaner, die Malaien?
Welche Masse in Australien und Neuseeland will und umbringen?
Wollen die Russen uns umbringen, oder die Türken, die Österreicher, oder Skandinavier?
Welche Masse soll es sein, die uns, zum Teil nur anteilig, auf dem europäischen Kontinent hasst und nach dem Leben trachtet?
Wollen uns die Bewohner des afrikanischen Kontinents umbringen? Ich gehe davon aus, dass ein solcher Entschluss allein schon am dazu notwendigen afrikanischen Schulterschluss scheitert.

Wo siehst Du diese in überwiegender Mehrheit existierenden Massen, die uns hassen und umbringen wollen?
Ich habe diese in all den Jahrzehnten nicht entdecken können, auf keinem Kontinent in überwiegender Mehrheit.
Liegt es daran, dass ich keine Walldorferin bin, oder auch keine Waldorfschulabsolventin?

Oder liegt es daran, dass die überwiegende Masse auf jedem Kontinent ungeachtet der kulturellen Unterschiede dieselben Bedürfnisse hat wie Du und ich und die weit entfernt von Hass und Totschlag ist?


Ich habe geschrieben, einmal " ... in Relation zu der Masse, die UNS abgrundtief hasst, als Ungläubige, als Christen, als Juden, als "der Westen" ..."
und dann: " Der gutherzige Walldorfler wird ganz easy von einem Faustkeil erschlagen ...".

Mein Bild war keine Behauptung, dass uns irgendwelche Massen umbringen wollen, sondern ein Hinweis darauf, dass der gutmenschliche Traumtänzer ganz einfach von der Physis des Mittelalters beseitigt werden wird.
Ich habe meine Signatur nicht provokativ gewählt. In und um Israel kann man die gesamte Problematik bestens erkennen ....

Zu den Massen, die uns hassen ( vom Reim mal abgesehen):
Ich habe UNS doch genau beschriebe. Du bist wohl irgendwie auf die Idee gekommen, dass ich mit UNS Deutschland meine? Ich bitte Dich .... ;)

Dabei sind wir als Deutschland doch noch ganz beliebt.
Die Soldaten, welche in Karachi vor meinem Hotel Wache hielten, haben, als sie nach 2-3 Tagen merkten, dass wir Deutsche sind, den Grund dafür bestens, also kurz und präzise, stolz und mit viel Freude, ausgedrückt: "Heil Hitler!"
Auf meine Frage, was das soll, bekam ich die Antwort: "Weil ihr die Einzigen seid, die was gegen die Juden unternommen haben."

Für alle Fälle habe ich meine Definition von UNS nochmal fett geschrieben.
"Wenn du wissen willst, wer dich beherrscht, mußt du nur herausfinden, wen du nicht kritisieren darfst."
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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon JJazzGold » Sa 7. Jan 2017, 13:34

ThorsHamar hat geschrieben:(07 Jan 2017, 13:03)

Ich habe geschrieben, einmal " ... in Relation zu der Masse, die UNS abgrundtief hasst, als Ungläubige, als Christen, als Juden, als "der Westen" ..."
und dann: " Der gutherzige Walldorfler wird ganz easy von einem Faustkeil erschlagen ...".

Mein Bild war keine Behauptung, dass uns irgendwelche Massen umbringen wollen, sondern ein Hinweis darauf, dass der gutmenschliche Traumtänzer ganz einfach von der Physis des Mittelalters beseitigt werden wird.
Ich habe meine Signatur nicht provokativ gewählt. In und um Israel kann man die gesamte Problematik bestens erkennen ....

Zu den Massen, die uns hassen ( vom Reim mal abgesehen):
Ich habe UNS doch genau beschriebe. Du bist wohl irgendwie auf die Idee gekommen, dass ich mit UNS Deutschland meine? Ich bitte Dich .... ;)

Dabei sind wir als Deutschland doch noch ganz beliebt.
Die Soldaten, welche in Karachi vor meinem Hotel Wache hielten, haben, als sie nach 2-3 Tagen merkten, dass wir Deutsche sind, den Grund dafür bestens, also kurz und präzise, stolz und mit viel Freude, ausgedrückt: "Heil Hitler!"
Auf meine Frage, was das soll, bekam ich die Antwort: "Weil ihr die Einzigen seid, die was gegen die Juden unternommen haben."

Für alle Fälle habe ich meine Definition von UNS nochmal fett geschrieben.


Ach so, Du meintest mit uns Dich und mich. Sorry, ich bin hier im Forum schon so bürgernah verteidigend geprägt, dass ich unter uns den deutschen Bundesbürger per se verstand. Wir sind aber doch beide keine gutmenschlichen Traumtänzer. Ich befürchte, auch der gemeine Walldorfer ( https://de.wikipedia.org/wiki/Walldorf_(Hessen))wird das empört von sich weisen. ;) Mir ist auch in meinem unmittelbaren und mittelbaren privaten und beruflichen Umfeld kein gutmenschlicher Traumtänzer bekannt.

Diese fröhlich vorgetragenen "Heil Hitler" Grüße kenne ich auch, allerdings ausschließlich aus dem Nahen Osten. Im Iran wurde ich ab und zu mal darauf hingewiesen, dass wir (die Deutschen und die Iraner) doch schließlich zu den überlegenen Ariern gehören würden, was an meiner Augenfarbe und L' Oréal gelegen haben mag. Keine arische Bruderschaft auf die ich Wert lege, aber Ablehnung und Hass, geschweige denn Mordabsichten, habe ich auf der anderen Seite auch nicht erlebt.

Im Gegenteil, ich bin nach wie vor erstaunt, dass die international erlebte kulturelle Vielfalt in den meisten Fällen erstaunliche Gastfreundschaft, freundliche Neugier und Offenheit mir gegenüber beinhaltet. Nach der Religionszugehörigkeit bin ich äußerst selten gefragt worden.

Also genieße ich die Gastfreundschaft, das Miteinander, und man redet und auch hier stelle ich nach wie vor fest, dass die erlebte große Mehrheit dieser Menschen nichts anderes will, als wir beide auch, in Frieden und erfolgreich unser möglichst langes und gesundes Leben leben zu dürfen.

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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon schokoschendrezki » Sa 7. Jan 2017, 18:17

Die historische Realität sieht so aus, dass dem vielleicht genialsten Geist der frühen abendländischen Kultur, dem Staufer-Kaiser Friedrich II noch heute, viele hunderte Jahre nach seinem Ableben, das Gerücht verfolgt, er hätte Säuglinge von Ammen aufziehen lassen, die nicht mit ihnen sprechen sollten, um die "Ursprache" der Menschen herauszufinden. Dies war ganz offensichtlch ein von vatikantreuen Kreisen in die Welt gestreutes Gerücht. Das Problem war, das Friedrich II im Islam nicht den Feind sondern die damalige kullturelle Überlegenheit des Islam erkannt hatte. Und die meiste Zeit seines Lebens im Banne Roms stand. Das ist die historische Realität.
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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon schokoschendrezki » Sa 7. Jan 2017, 18:22

Zunder hat geschrieben:(07 Jan 2017, 01:19)

Beim Vergleich verschiedener Kulturen spielt die Natur eine eher marginale bis gar keine Rolle. Man kann beim Vergleich eines BMW mit einem Trabbi auch darauf verweisen, daß beide keine Fahrräder sind. Der Erkenntnisgewinn wäre genauso groß.


Sehr gutes Beispiel. Trabbi und BMW sind gleichermaßen Beispiele für das technologisch völlig aus der Zeit gefallene Modelle des Individualpersonenverkehrs. Die Unterschiede in den Antriebstechniken sind dabei vollkommen belanglos.
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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon Zunder » So 8. Jan 2017, 01:19

schokoschendrezki hat geschrieben:(07 Jan 2017, 18:22)

Sehr gutes Beispiel. Trabbi und BMW sind gleichermaßen Beispiele für das technologisch völlig aus der Zeit gefallene Modelle des Individualpersonenverkehrs. Die Unterschiede in den Antriebstechniken sind dabei vollkommen belanglos.

Genau. Der automobile Individualverkehr ist dermaßen aus der Zeit gefallen, daß man kaum noch einen PKW auf der Straße sieht, einen BMW sowieso nicht.
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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon Zunder » So 8. Jan 2017, 01:28

schokoschendrezki hat geschrieben:(07 Jan 2017, 18:17)

Die historische Realität sieht so aus, dass dem vielleicht genialsten Geist der frühen abendländischen Kultur, dem Staufer-Kaiser Friedrich II noch heute, viele hunderte Jahre nach seinem Ableben, das Gerücht verfolgt, er hätte Säuglinge von Ammen aufziehen lassen, die nicht mit ihnen sprechen sollten, um die "Ursprache" der Menschen herauszufinden. Dies war ganz offensichtlch ein von vatikantreuen Kreisen in die Welt gestreutes Gerücht. Das Problem war, das Friedrich II im Islam nicht den Feind sondern die damalige kullturelle Überlegenheit des Islam erkannt hatte. Und die meiste Zeit seines Lebens im Banne Roms stand. Das ist die historische Realität.

"Der Hallenser Orientalist Stefan Leder hat vor einigen Jahren nachweisen können, dass es eine bestimmte Gruppe arabischer Historiografen ist, auf welche die Geschichte von der besonderen Muslimfreundlichkeit des Kaisers zurückgeht. Dass sie in der heutigen Wunschwelt multikulturellen Beisammenlebens immer wieder bemüht wird, ist verständlich, macht sie aber nicht wahrer."
http://www.zeit.de/zeit-geschichte/2012 ... ettansicht

Nachdem Friedrich II die Sarazenen aus Sizilien vertrieben hatte:
"Gegenüber Papst Gregor IX. begründete er in einem Schreiben seinen Entschluss der Umsiedlung der Sarazenen wie folgt: „Nicht ohne große eigene Anstrengung sowie Gefahr und Ausgaben unserer Getreuen haben wir die dort wohnenden Sarazenen von den Bergen Siziliens entfernt, wo ihre Ruchlosigkeit mehr Christen als heute auf der Insel wohnen, getötet hatte. Sie selbst haben wir inmitten einer Ebene der Christen angesiedelt. Dabei haben wir den Nutzen erzielt, dass sie täglich durch das Beispiel der katholischen Christen angeleitet werden und ihre eifrige Knechtschaft deren Freiheit neiderfüllt sieht, so daß sie gereinigt durch das Wasser der Taufe (…) zur Einheit des katholischen Glaubens zurückkehren (…)"
http://www.grin.com/de/e-book/319789/fr ... -sarazenen

Vielleicht hat er ja wirklich mit solchen Äußerungen die kulturelle Überlegenheit des Islam ausdrücken wollen. Klingt halt nur komisch.

Die Rückständigkeit des Islam im 21. Jahrhundert wird durch die frühere - vermeintliche oder tatsächliche - Überlegenheit übrigens nicht weniger bedenklich. Im Gegenteil.
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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon Billabong » So 8. Jan 2017, 02:18

JJazzGold hat geschrieben:(07 Jan 2017, 11:31)

Nein.

Es war weder die Rede von ägyptischen Kellnern, die keine weltweit überwiegende,hassende Masse mit Mordabsicht darstellen, noch von Touristen, die zwar eine Masse darstellen, aber keine, die mit der Intention zu hassen und uns umzubringen durch diese Welt zieht.



Wo stand denn etwas von einer "weltweit überwiegenden Masse"?
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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon JJazzGold » So 8. Jan 2017, 09:35

Billabong hat geschrieben:(08 Jan 2017, 02:18)

Wo stand denn etwas von einer "weltweit überwiegenden Masse"?


Welche Masse sollte es denn sonst sein?
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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon Billabong » So 8. Jan 2017, 14:59

JJazzGold hat geschrieben:(08 Jan 2017, 09:35)

Welche Masse sollte es denn sonst sein?


Eine Masse bedeutet eben eine Menge, bzw. grosse Anzahl und nicht eine weltweit überwiegende Mehrheit, wie von dir interpretiert.
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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon Billabong » So 8. Jan 2017, 15:04

Und diese Masse, die unsere Art zu leben verachtet gibt es nunmal, genau so wie umgekehrt auch. PEGIDA und co sind allerdings lediglich ein Witz gegen das, was es in der Welt an Hass und Verachtung für die Ungläubigen aus der westlichen Welt gibt.
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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon ThorsHamar » So 8. Jan 2017, 22:14

JJazzGold hat geschrieben:(07 Jan 2017, 13:34)

Ach so, Du meintest mit uns Dich und mich. Sorry, ich bin hier im Forum schon so bürgernah verteidigend geprägt, dass ich unter uns den deutschen Bundesbürger per se verstand. Wir sind aber doch beide keine gutmenschlichen Traumtänzer. Ich befürchte, auch der gemeine Walldorfer ( https://de.wikipedia.org/wiki/Walldorf_(Hessen))wird das empört von sich weisen. ;) Mir ist auch in meinem unmittelbaren und mittelbaren privaten und beruflichen Umfeld kein gutmenschlicher Traumtänzer bekannt.

Diese fröhlich vorgetragenen "Heil Hitler" Grüße kenne ich auch, allerdings ausschließlich aus dem Nahen Osten. Im Iran wurde ich ab und zu mal darauf hingewiesen, dass wir (die Deutschen und die Iraner) doch schließlich zu den überlegenen Ariern gehören würden, was an meiner Augenfarbe und L' Oréal gelegen haben mag. Keine arische Bruderschaft auf die ich Wert lege, aber Ablehnung und Hass, geschweige denn Mordabsichten, habe ich auf der anderen Seite auch nicht erlebt.

Im Gegenteil, ich bin nach wie vor erstaunt, dass die international erlebte kulturelle Vielfalt in den meisten Fällen erstaunliche Gastfreundschaft, freundliche Neugier und Offenheit mir gegenüber beinhaltet. Nach der Religionszugehörigkeit bin ich äußerst selten gefragt worden.

Also genieße ich die Gastfreundschaft, das Miteinander, und man redet und auch hier stelle ich nach wie vor fest, dass die erlebte große Mehrheit dieser Menschen nichts anderes will, als wir beide auch, in Frieden und erfolgreich unser möglichst langes und gesundes Leben leben zu dürfen.



Ich meine nicht Gastfreundschaft im Rahmen von temporären Begegnungen, sondern ich meine Zusammenleben und die somit notwendige Einigung auf gesellschaftlichen Konsens.
Genau da hört die Gastfreundschaft dann auf, denn es geht um das Aufgeben der eigenen Sozialisation zu Gunsten einer gemeinsamen ....
Und da müssten WIR einen Rückschritt eingehen, wenn wir dem Mittelalter erlauben, Prämissen zu bestimmen!!!!
"Wenn du wissen willst, wer dich beherrscht, mußt du nur herausfinden, wen du nicht kritisieren darfst."
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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon JJazzGold » So 8. Jan 2017, 22:42

ThorsHamar hat geschrieben:(08 Jan 2017, 22:14)

Ich meine nicht Gastfreundschaft im Rahmen von temporären Begegnungen, sondern ich meine Zusammenleben und die somit notwendige Einigung auf gesellschaftlichen Konsens.
Genau da hört die Gastfreundschaft dann auf, denn es geht um das Aufgeben der eigenen Sozialisation zu Gunsten einer gemeinsamen ....
Und da müssten WIR einen Rückschritt eingehen, wenn wir dem Mittelalter erlauben, Prämissen zu bestimmen!!!!


Was immer Du unter temporärem Aufenthalt verstehst, ich bezog mich nicht auf einen kurzen Urlaubstrip, sondern auf das Leben vor Ort.
Zwangsläufig firmierte ich nach wie vor unter Gast, da der Zeitraum zeitlich limitiert war.

Deine Erwartung, dass das Mittelalter uns, neben Dir und mir immerhin einer überwältigenden Mehrheit mit konträren Regelungen und Gesetzen versehen, die Prämissen wie wir zu leben haben vorschreiben kann ich nicht nachvollziehen. Die Hürden dafür erscheinen mir zu hoch und die Menge zu klein um uns nachhaltig Richtung Mittelalter steuern zu können.
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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon ThorsHamar » So 8. Jan 2017, 23:33

JJazzGold hat geschrieben:(08 Jan 2017, 22:42)

Was immer Du unter temporärem Aufenthalt verstehst, ich bezog mich nicht auf einen kurzen Urlaubstrip, sondern auf das Leben vor Ort.
Zwangsläufig firmierte ich nach wie vor unter Gast, da der Zeitraum zeitlich limitiert war.


;) Ja, was mag ich wohl mit "temporärem Aufenthalt " gemeint haben?
Eben, einen Status als Gast, welcher impliziert, dass eine Beziehung Gast - Gastgeber existiert.
In explizit DIESER Konstellation ist überhaupt Gastfreundschaft möglich.
Und für diese Konstellation ist ein gemeinsamer Gesellschaftsentwurf relativ irrelevant. Der Gastgeber bestimmt die Leitkultur.
Wird die Gastfreundschaft, also auch die Regeln des Gastgebers, missachtet, endet der Gasstatus und man wird rausgeschmissen.


Deine Erwartung, dass das Mittelalter uns, neben Dir und mir immerhin einer überwältigenden Mehrheit mit konträren Regelungen und Gesetzen versehen, die Prämissen wie wir zu leben haben vorschreiben kann ich nicht nachvollziehen. Die Hürden dafür erscheinen mir zu hoch und die Menge zu klein um uns nachhaltig Richtung Mittelalter steuern zu können.


Die Menge der Protagonisten des Mittelalters nimmt ständig zu ....
https://www.welt.de/politik/ausland/art ... ndels.html
http://www.derwesten.de/incoming/zahl-d ... 12537.html
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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon schokoschendrezki » Do 12. Jan 2017, 10:08

Zunder hat geschrieben:(08 Jan 2017, 01:19)

Genau. Der automobile Individualverkehr ist dermaßen aus der Zeit gefallen, daß man kaum noch einen PKW auf der Straße sieht, einen BMW sowieso nicht.
Beeindruckende Realitätswahrnehmung, Respekt.

Die Redewengung "aus der Zeit gefallen" meint keineswegs Nichtexistenz. Dann müsste man vielleicht von "aus dem Raum gefallen" sagen. Sowohl autokratische politische Systeme als auch religiöser Fanatismus als eben auch motorisierter Individualverkehr (zumindest in Verbindung mit dem persönlichen Besitz eines Fahrzeugs) sind allesamt Beispiele für aus der Zeit gefallene Phänomene insofern, als dass sie dem Erkenntnisstand der Menschheit widersprechen und die dennoch sogar eine aktuelle Renaissance nicht für möglich gehaltenen Ausmaßes erleben.
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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon Zunder » Do 12. Jan 2017, 13:32

Kultur und Individualverkehr sind in keiner Weise aus der Zeit gefallen, sondern sehr gegenwärtig. Sie widersprechen auch nicht dem "Erkenntnisstand der Menschheit", sondern drücken ihn aus. Von einer Renaissance kann ohnehin nicht die Rede sein, weil Kultur und Individualverkehr nie verschwunden waren.

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