Anpassung an andere Kulturen.

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Würdest du , wenn du die möglichkeit hättest, eine andere Kultur endecken?

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Nein
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21%
Keine Ahnung, ich habe mich nur umgeschaut und weiß nicht wie ICH hier gelandet bin?!
4
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Kael
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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon Kael » So 1. Jan 2017, 22:49

Ich finde den Strangnamen irreführend.
Er müsste eigentlich heißen: "Interesse an anderen Kulturen"

Das anpassen an andere Kulturen setzt voraus dass man sich selbst an eine andere Kultur anpasst und assimiliert wird
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Selina
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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon Selina » So 1. Jan 2017, 23:00

schokoschendrezki hat geschrieben:(01 Jan 2017, 18:41)

Es gibt bzw. gäbe so starke politische und soziale Perspektiven von Gemeinschaftlichkeit jenseits von Kulturalismus, Nation und Fußballclub ... nur den Linken fällt einfach nix besseres ein als "Gehaltserhöhung" ... leztendlich geschieht es der Sozialdemokratie recht, wenn sie vom Hof der Geschichte hinweggefegt würde.


Stimmt, wobei ich es im Moment fast noch als vordringlicher ansehe, diese Zwistigkeiten in der Linken mal pragmatisch wegzustecken für ne Weile und gemeinsam einfach zu verhindern, dass diese Neue Rechte noch mehr an Einfluss gewinnt. Lieber ne inhomogene Linke, die an kleinen sozialen "Geschenken" herumbastelt, die sich auch mal uneins über den langfristigen Weg ist, als ne immer rechtsnationaler, rassistischer und verblödeter werdende Gruppierung, die zahlenmäßig immer stärker wird. Später, wenn man diese Leute dann wieder auf die Plätze verwiesen hat (bei 10 bis 15 Prozent werden die wohl noch ne ganze Weile bleiben), kann man immer noch überlegen, wie man wieder wirklich gute linke Politik machen könnte, die auch global etwas zum Guten wendet und zwar nachhaltig. Diese ewige Zerstrittenheit der Linken machts gerade alles nicht besser. Was meinst du?
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immernoch_ratlos
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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon immernoch_ratlos » Mo 2. Jan 2017, 01:45

Also wie immer hier nach den X-Beitrag hat absolut nix mehr mit dem Thementitel zu tun. Es ist schwierig sich aus den teilweise völlig OT Beiträgen ein halbwegs vernünftiges Bild zu machen, um was es jedem so gehen mag.

"Würdest du , wenn du die Möglichkeit hättest, eine andere Kultur entdecken?" nun ja - wie sieht diese "Möglichkeit" eigentlich aus ? In D kann man inzwischen von "Außen" so manche fremde Kultur "entdecken". Manchmal auch ohne den geringsten Wunsch dies zu tun. :rolleyes:

Was mein "gesundes Volksempfinden" so hergibt, es gibt eigentlich eine selbst gewollte Integration mit abschließender Assimilation in der möglichst "frühen nächsten Generation". Wer aus einem sehr verwandten Kulturkreis kommt, wird dabei weniger Probleme haben, als ein kulturell total Fremder, der als "Sahnehäubchen" noch einer irgendwie aggressiven Religion anhängt.

Die zweite und aus meiner Sicht unerwünschte Möglichkeit ist "Siedeln" im auserkorenen neuen "Heimatland" - bilden einer Parallelgemeinschaft, die nicht nur keinerlei Anstalten macht sich irgendwie zu "integrieren" sondern darüber hinaus die Kultur ihres "Wirtsvolks" zutiefst verachtet, weil sie entweder unfähig ist, eigene Grundsätze anzupassen oder ihre Religion dies explizit verbietet.

So ist die einfache Frage, "integrierst Du Dich schon" oder "siedelt Du hier nur"...

Wer eher zu letzterem tendiert, ist schlicht in einer Art "Warteschleife" - warten auf den Tag, wo man "irgendwie" die "Aborigines" kulturell und meist auch religiös zu beherrschen versucht. Es mag ja dazwischen durchaus Variationen der Anpassung geben, wer jedoch in eine fremde Kultur ohne jede echte Anteilnahme an dem was dort als wichtig und "richtig" angesehen wird vorbeilebt, wird wohl kaum erlauben, das seine Kinder sich "aus seiner Sicht" dieser fremden und zugleich ablehnend konnotierte "Kultur" annähern oder gar darin aufgehen.

Nun ich hatte mehrfach die Möglichkeit mir davor völlig fremde Kulturen zu "entdecken". Speziell in der Ländern, die vom Islam geprägt sind habe ich mehrere Jahre beruflich zugebracht. Zum Teil als Beamter auf Zeit. Näher dran geht ja wohl kaum. Ich habe Freunde gefunden, eigentlich nur im sehr liberalen Oman. Dort war der "Kulturschock" vergleichsweise gering. Zum einen habe und wurde ich intensiv auf das was da "über mich kommt" vorbereitet - Religion, Rechtslage - wie verhält man sich während Entführungen :eek: - kein Blödsinn, "Dozent" ein Libanese, dem das schon zweimal widerfahren war. Selbst habe ich alles wessen ich damals habhaft werden konnte, gelesen. Die arabische Sprache leider nur auf Touristenniveau - war damals froh genügend Englisch zu beherrschen, um mich entsprechend "integrieren" zu können. :cool:

War eine sehr schöne und interessante Zeit - die letzten drei Jahre - davor im Irak und Saudi Arabien - (danach in Afrika) war es aus bestimmten Gründen eher sehr distanziert und im Krieg, unter den Bedingungen eines Saddam Hussein etwas zum abgewöhnen...

Man muss einfach mal in solchen Diktaturen gelebt haben um zu verstehen was Freiheit bedeutet. Die kulturellen Unterschiede - insbesonders harsch durch die Religion "ausgeformt" - gehören nicht zu den Regeln nach denen ich bereit bin dauerhaft zu leben. Eine hiesige Veränderung in diese Richtung ist was mich angeht, ein totales no go ! Das bedeutet nicht, ich könne deren Einstellung für sich selbst nicht akzeptieren oder wäre feindselig gesonnen. Nein, solange ich in deren Ländern war, habe ich mich soweit angepasst wie notwendig - es war immer klar - der Aufenthalt ist zeitlich begrenzt. Umgekehrt, habe ich bereitwillig "Antworten" gegeben, wenn dies gewünscht wurde. Durchaus versucht, meinen Standpunkt - großkotzig ausgedrückt - "über meine Kultur berichtet..." Niemals, allerdings mit der Absicht diese gar zu "verbreiten". Religion - viele Stunden "Gespräche" - auch mal eine Diskussion warum jemand (ein Sudanese) partout seine Tochter beschneiden lassen will. Dabei mal komplett verstanden wie dieser Kulturkreis "Frauen" wahrnimmt - sehr, sehr unerfreulich...

Einige für Nomaden (Beduinen mit denen hatte ich hauptsächlich "zu tun") wichtige Verhaltensweisen sind in deren Umfeld Pflicht und es fällt durchaus leicht sich da anzupassen. Das man bei Bewirtungen besser auf seine linken Hand "sitzt" ist eine wichtige Regel. Auch wenn dort inzwischen meist jeder seine linke Hand waschen kann, es ist einfach höchst unfein - ekelig - für alle am "Tisch" - wenn einer in irgend einer Weise Nahrung mit "links" auch nur berührt. Es gibt jede menge Regeln, die man "in situ" problemlos anwenden kann ohne gleich seine eigene kulturelle Identität einzubüßen. Wieder Zuhause in D ist manches davon nur noch kurios und aus dem Zusammenhang gerissen eher nutzlos.

Kultur ist (auch) sich gegenseitig achten, sich auf den "Anderen" einstellen, die wichtigsten Fettnäpfchen vermeiden - so kann man weiter fremd und doch befreundet sein. Wer allerdings in der Welt des Anderen dauerhaft leben will oder muss, sollte sich möglichst bald und soweit wie möglich assimilieren. Für alles andere reicht die Integration erst einmal aus. Zweifellos kann man immer etwas lernen.....

So wie die Soße den Salat eher nicht "durchdringt" allenfalls allseitig "umhüllt", ist es meist mit dem "Verschmelzen" von Kulturen bestellt.... ;)
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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 2. Jan 2017, 07:49

Selina hat geschrieben:(01 Jan 2017, 23:00)

Stimmt, wobei ich es im Moment fast noch als vordringlicher ansehe, diese Zwistigkeiten in der Linken mal pragmatisch wegzustecken für ne Weile und gemeinsam einfach zu verhindern, dass diese Neue Rechte noch mehr an Einfluss gewinnt. Lieber ne inhomogene Linke, die an kleinen sozialen "Geschenken" herumbastelt, die sich auch mal uneins über den langfristigen Weg ist, als ne immer rechtsnationaler, rassistischer und verblödeter werdende Gruppierung, die zahlenmäßig immer stärker wird. Später, wenn man diese Leute dann wieder auf die Plätze verwiesen hat (bei 10 bis 15 Prozent werden die wohl noch ne ganze Weile bleiben), kann man immer noch überlegen, wie man wieder wirklich gute linke Politik machen könnte, die auch global etwas zum Guten wendet und zwar nachhaltig. Diese ewige Zerstrittenheit der Linken machts gerade alles nicht besser. Was meinst du?

Ich habe dazu noch keine endgültige Meinung. Auf der einen Seite sehe ich jüngst Hinwendungen von eigentlich klugen, offenen, alles andere als autoritär eingestellten Menschen zur Partei "Die Linke". Zum einen im persönlichen Bekanntenkreis. Zum anderen auch bei bekannten Personen des öffentlichen Lebens wie etwa Ulrich Schneider, dem Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, der seit 2016 Parteimitglied bei den Linken ist. Dies wird sicherlich auch etwas zu tun haben mit dem signifkanten Rechtsruck, der sich - nach Osteuropa - nun jüngst beinahe noch stärker auch in Westeuropa durchsetzt. Möglicherweise bin ich persönlich zu wenig mit direkten existenziellen Problemen konfrontiert, die mit Einkommen und Preisen zu tun haben. Noch halte ich jedenfalls materiellen Überwohlstand für das grundlegendere sozialpsychologische Übel in Westeuropa. Und da liefern so ziemlich alle links geprägten politischen Bewegungen die falsche Antwort. Nämlich: Mehr. Wir bräuchten: Weniger.
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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 2. Jan 2017, 07:58

immernoch_ratlos hat geschrieben:(02 Jan 2017, 01:45)

Also wie immer hier nach den X-Beitrag hat absolut nix mehr mit dem Thementitel zu tun. Es ist schwierig sich aus den teilweise völlig OT Beiträgen ein halbwegs vernünftiges Bild zu machen, um was es jedem so gehen mag.

Das liegt zumindest zum Teil daran, dass ein Teil der Disktutanten für sich die Irrelevanz eines solchen übergreifenden "Kultur"-Begriffs gegenüber der ganz personalen Kultur des Individuums herausstellt. Es wäre auch nicht verwunderlich, wenn ein Thread zum Thema "Äther" irgendwann nicht mehr zum eigentlichen zentralen Begriff des "'Äthers" geführt würde ...
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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon Selina » Mo 2. Jan 2017, 08:53

schokoschendrezki hat geschrieben:(02 Jan 2017, 07:49)

Ich habe dazu noch keine endgültige Meinung. Auf der einen Seite sehe ich jüngst Hinwendungen von eigentlich klugen, offenen, alles andere als autoritär eingestellten Menschen zur Partei "Die Linke". Zum einen im persönlichen Bekanntenkreis. Zum anderen auch bei bekannten Personen des öffentlichen Lebens wie etwa Ulrich Schneider, dem Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, der seit 2016 Parteimitglied bei den Linken ist. Dies wird sicherlich auch etwas zu tun haben mit dem signifkanten Rechtsruck, der sich - nach Osteuropa - nun jüngst beinahe noch stärker auch in Westeuropa durchsetzt. Möglicherweise bin ich persönlich zu wenig mit direkten existenziellen Problemen konfrontiert, die mit Einkommen und Preisen zu tun haben. Noch halte ich jedenfalls materiellen Überwohlstand für das grundlegendere sozialpsychologische Übel in Westeuropa. Und da liefern so ziemlich alle links geprägten politischen Bewegungen die falsche Antwort. Nämlich: Mehr. Wir bräuchten: Weniger.


Materieller Überwohlstand auf der einen Seite und überbordende Armut (etwa in Teilen Afrikas, Lateinamerikas und Asiens) auf der anderen ist das Grundproblem und auch der Grundkonflikt, weil er ja was mit Verteilungsgerechtigkeit zu tun hat, also global gesehen. Allerdings meine ich mit den "Linken" in solchen Diskussionen niemals nur die Partei "Die Linke", sondern alle Linken. Und von denen gibt es ja weitaus mehr als nur die Parteimitglieder und die Wähler dieser Partei. Ich meine damit in Deutschland zum Beispiel auch die Linken in der SPD, bei den Grünen und dann natürlich die europäische und amerikanische Linke, die gerade ein kleines bisschen mehr Selbstbewusstsein gewinnt. "Linke" mehr als Überbegriff. Weißte? Ich würde zum Beispiel auch die Leute dazuzählen, die sich "linksliberal" nennen, also liberal im Sinne von aufgeklärt, freidenkerisch, freigeistig, vorurteilsfrei. Dass "Die Linke" als Partei für viele diskreditiert ist wegen der sozialistischen Vergangenheit, das ist mir schon klar. Aber wie gesagt: Die Linken sind mehr als diese Partei, aber natürlich gehört sie dazu. Und zwischen denen allen sollte es endlich mal ein starkes Zweckbündnis gegen Rechts geben. Wo man dann die ewige Zerstrittenheit der Linken mal hinten anstellt. So hatte ich es gemeint. Dazu gab es ja auch bereits Gespräche. Und ich hoffe, es wird endlich mal was draus. Denn ansonsten sehe ich schwarz für Deutschland und die Welt. Was du zu Schneider sagst, das sehe ich auch so :)
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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon immernoch_ratlos » Mo 2. Jan 2017, 11:20

Dieses bereitwillige Schubladendenken verhindert nützliche Koalitionen. - links - rechts - was sagt das schon aus ? Es kommt auf die grundsätzliche Einstellung an, da wo der demokratische Pfad eindeutig verlassen wird. Das lässt sich mühelos bei "links - rechts" aber häufig auch in der sog. "Mitte" beobachten.

Der Irrsinn manifestiert sich im Lagerdenken, wo eine eigentlich akzeptierbarer Vorschlag nur deswegen abgelehnt wird, weil der aus der "falschen Ecke" kommt. Wer sich mit etwas nicht auseinandersetzen will, "überführt" den Mitdiskutanten der "falschen Zugehörigkeit" und schon ist die notwendige Diskussion abgewürgt. Dann noch die üblichen persönlichen Beschimpfungen. Wen wundert es da noch ernsthaft, dass einiges unlösbar bleibt.

Hat irgendwer die Illusion, "die da oben" wären wirklich so verschieden von jedem Einzelnen hier ? Lediglich deren Hebel ist größer - meist viel größer - das erschreckt mich nun wieder sehr nachhaltig.... :?
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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon ThorsHamar » Mo 2. Jan 2017, 14:15

schokoschendrezki hat geschrieben:(30 Dec 2016, 20:01)

Nein. Recht ist Recht und Kultur ist Kultur. .....


Das ist doch Unsinn! "Recht" ist eine kulturelle Errungenschaft und differiert von Kultur zu Kultur, oft diametral.
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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 2. Jan 2017, 14:26

ThorsHamar hat geschrieben:(02 Jan 2017, 14:15)

Das ist doch Unsinn! "Recht" ist eine kulturelle Errungenschaft und differiert von Kultur zu Kultur, oft diametral.

Auch wenn das eine Teil des anderen ist, ist beides dennoch nicht identisch. Es führt völlig an der Sache vorbei, "Rechtsprechung" als "Kulturpraxis" anzusehen. Auch wenn sie es in gewissem Sinne ist. Unsere Rechtsvorstellungen gehen bis in die griechisch-römische Antike zurück, und die Waage als Symbol Justitias bzw. der Spruch "Jedem das Seine" bedeuten in der Praxis eben gerade, Rechtsprechung möglichst nicht als (spezifische) Kulturpraxis anzusehen sondern, diese so weit es irgend geht zu objektivieren und für jedermann unabhängig von Abstammung und Ansehen zu betreiben.
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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon ThorsHamar » Mo 2. Jan 2017, 14:31

schokoschendrezki hat geschrieben:(02 Jan 2017, 07:58)

Das liegt zumindest zum Teil daran, dass ein Teil der Disktutanten für sich die Irrelevanz eines solchen übergreifenden "Kultur"-Begriffs gegenüber der ganz personalen Kultur des Individuums herausstellt. ....


Kultur ist der Ausdruck menschlicher Intelligenz als evolutionäres Element bei der Bewältigung des Lebens ....
ALLEIN gibt es keine Kultur! Sie ist immer von Gesellschaft geprägt.
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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon ThorsHamar » Mo 2. Jan 2017, 14:32

schokoschendrezki hat geschrieben:(02 Jan 2017, 14:26)

Auch wenn das eine Teil des anderen ist, ist beides dennoch nicht identisch. ....


Wer hätte denn das je behauptet?
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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon ThorsHamar » Mo 2. Jan 2017, 14:33

schokoschendrezki hat geschrieben:(02 Jan 2017, 14:26)

.... bedeuten in der Praxis eben gerade, Rechtsprechung möglichst nicht als (spezifische) Kulturpraxis anzusehen sondern, diese so weit es irgend geht zu objektivieren und für jedermann unabhängig von Abstammung und Ansehen zu betreiben.


Eben gerade das macht UNSERE Kultur aus.
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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon Occham » Mi 4. Jan 2017, 09:55

ThorsHamar hat geschrieben:(31 Dec 2016, 16:04)

Wie bitte? Ist das 'n Translator? ;)

.... egal, ich bleibe dabei. Die Dressur mit Geld hört bei Beenden der Alimentierung auf und ist nicht das notwendige, eben pragmatisches Um-Denken , z.B. um die eigenen Paradigmen zu ändern, im Interesse von Gemeinschaft.

Ich sehe das Problem auch, innerhalb des Begriffes Klassengesellschaft, denn zwischen den Schichten wird der Austausch immer weniger. Würden die Menschen miteinander kommunizieren, könnte es so einfach sein, aber wir bewerten die Menschen eben nach Rang und Namen, das erwürgt jede Form von Entwicklung und wenn sich eine Kultur selbst uneins ist, wird es selbst mit der Assimilierung schwierig, denn Assimilierung funktioniert dann, wenn man sich als eine Gesellschaft ein gemeinsames Ziel stecken kann. Können wir das?
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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon unity in diversity » Fr 6. Jan 2017, 18:05

Umetarek hat geschrieben:(31 Dec 2016, 17:29)

Es geht hier darum, in wieweit man gewillt ist, sich im Ausland den dortigen Gepflogenheiten anzupassen, Deutschland ist hier irrelevant.

Ich setze mal voraus, daß du einem Kulturkreis entstammst, in dem die europäischen Kolonialherren ganze Arbeit geleistet haben.
Sie haben sich überhaupt nicht an die Gepflogenheiten der eroberten Kulturen angepaßt.
Ganz im Gegenteil.
Sie haben den eroberten Kulturen ihren eigenen „Wertekanon“ aufgezwungen.
Das nennt man Kulturkolonialismus.
Er hat in den 1950er bis in die 1970er Jahren hinein, zu einem Anwachsen von nationalen Unabhängigkeitsbewegungen geführt.
Die Kolonialherren wurden in Asien und Afrika, mit Waffengewalt, hinauskomplimentiert.
Die Wunden sind aber nie verheilt.
Aktuell deutet sich in Europa ein neues Drama an.
Man hat Leute nach Europa gelockt und es kamen Menschen.
Man versprach Ihnen alles, vergaß ihnen aber zu sagen, wessen Verwertungsinteressen sie genügen sollen.
Wenn die Zuwanderer, oder Flüchtlinge, oder wie auch immer man sie nennt, diesen Beschißmus raffen, werden sie neue militante Befreiungsbewegungen gründen.
Die Ansätze sind bereits in Deutschland sichtbar.
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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon ThorsHamar » Fr 6. Jan 2017, 19:32

unity in diversity hat geschrieben:(06 Jan 2017, 18:05)

... Wenn die Zuwanderer, oder Flüchtlinge, oder wie auch immer man sie nennt, diesen Beschißmus raffen, werden sie neue militante Befreiungsbewegungen gründen.
Die Ansätze sind bereits in Deutschland sichtbar.


"Beschissmus" ist gut .... :cool:
"Die" Zuwanderer wissen doch schon mal ganz genau, dass sie gar keine Flüchtlinge sind, sondern Menschen mit einem ökonomischen Konzept, welches nichts weiter beinhaltet, als sofort so zu leben, wie die früheren Kolonialherren ....
Eigene Anstrengungen zu Hause sind keine Option.
Und militante Befreiungsbewegungen werden sich bei uns gründen, wenn der Beschissmus der Zuwanderer gerafft wird.
Ja, Ansätze sind bereits sichtbar ....
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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon ThorsHamar » Fr 6. Jan 2017, 19:36

Occham hat geschrieben:(04 Jan 2017, 09:55)

Ich sehe das Problem auch, innerhalb des Begriffes Klassengesellschaft, denn zwischen den Schichten wird der Austausch immer weniger. Würden die Menschen miteinander kommunizieren, könnte es so einfach sein, aber wir bewerten die Menschen eben nach Rang und Namen, das erwürgt jede Form von Entwicklung und wenn sich eine Kultur selbst uneins ist, wird es selbst mit der Assimilierung schwierig, denn Assimilierung funktioniert dann, wenn man sich als eine Gesellschaft ein gemeinsames Ziel stecken kann. Können wir das?


Nein, genau das können wir nicht.
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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon JJazzGold » Fr 6. Jan 2017, 20:01

ThorsHamar hat geschrieben:(06 Jan 2017, 19:36)

Nein, genau das können wir nicht.


Da habe ich in den vergangenen Jahrzehnten eine andere Erfahrung gemacht, als ich mit Menschen aus diversen Kulturkreisen und aus allen Schichten gesprochen habe. Im Grunde genommen will die überwiegende Mehrheit dasselbe, Friede, Freude, Wohlstand, Bildung für die Kinder und ein möglichst unaufgeregtes und abgesichertes Leben. Also ich kann das, miteinander reden. :)
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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon ThorsHamar » Fr 6. Jan 2017, 21:57

JJazzGold hat geschrieben:(06 Jan 2017, 20:01)

Da habe ich in den vergangenen Jahrzehnten eine andere Erfahrung gemacht, als ich mit Menschen aus diversen Kulturkreisen und aus allen Schichten gesprochen habe. Im Grunde genommen will die überwiegende Mehrheit dasselbe, Friede, Freude, Wohlstand, Bildung für die Kinder und ein möglichst unaufgeregtes und abgesichertes Leben. Also ich kann das, miteinander reden. :)


Ja, Du kannst "miteinander" reden .... ;)
Im Ernst:
Dieses "Miteinander Reden" braucht ein gemeinsames Ziel, eine gemeinsam definierte Zielführung. Lass das meinetwegen, ich zitiere Dich "Friede, Freude, Wohlstand, Bildung für die Kinder und ein möglichst unaufgeregtes und abgesichertes Leben" sein.
Was heisst das in einer "miteinander reden Runde" von unterschiedlich hoch entwickelten Kulturen?
Die Einen wollen sehr schnell dahin, wo die Anderen schon sind und die haben, oft wegen schmerzlich erinnerter Erfahrung, kaum Bock, Schritte zurück zu gehen!
Und was heisst das dann wiederum?
Richtig: Akzeptanz von An-Leitkultur ....
Und ja, auch ich kenne weltweit viele Menschen, mit welchen ich ein WIR - Gefühl empfinde. Es könnten ein paar Hundert sein ....
Aber wenn ich ehrlich bin, sind das so wenig Leute in Relation zu der Masse, die UNS abgrundtief hasst, als Ungläubige, als Christen, als Juden, als "der Westen" ...
Diese Masse redet nicht mit UNS, wie wir auch nicht mit DENEN reden wollen oder KÖNNEN.
Der gutherzige Walldorfler wird ganz easy von einem Faustkeil erschlagen ...
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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon Boracay » Sa 7. Jan 2017, 00:21

Selina hat geschrieben:(02 Jan 2017, 08:53)

Materieller Überwohlstand auf der einen Seite und überbordende Armut (etwa in Teilen Afrikas, Lateinamerikas und Asiens) auf der anderen ist das Grundproblem und auch der Grundkonflikt, weil er ja was mit Verteilungsgerechtigkeit zu tun hat, also global gesehen.


Und lösen sich die Linken jetzt auf, wo die globale Armut dank Globalisierung und Kapitalismus massiv sinkt?

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/a ... 49204.html
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Re: Anpassung an andere Kulturen.

Beitragvon Zunder » Sa 7. Jan 2017, 00:53

schokoschendrezki hat geschrieben:(31 Dec 2016, 16:49)

Der Kantsche Kategorische Imperativ ist das Musterbeispiel dafür, dass sich moralische (und damit auch rechtliche) Prinzipien aus abstrakten Überlegungen heraus ableiten lassen und nicht Teil einer bestimmten historisch gewachsenen Kultur sind. Kulturalismus ist der aktuelle Megatrend, nur noch solche konkreten ethnisch-moralischen Zuschreibungen zuzulassen. Es ist wie der Schritt zurück von einer axiomatischen Einführung der natürlichen Zahlen hin zum Rechnen mit der Zehn-Finger-Methode.

Der Kategorische Imperativ ist ein Musterbeispiel für die sich verändernde Kultur, indem er das Sittengesetz nicht mehr auf göttliche Gebote, sondern auf die menschliche Vernunft gründet. Der tatsächlich vollzogene Prozeß vom Glauben zur Vernunft, vom Untertanen zum Bürger, vom Gehorsam zur persönlichen Selbstbestimmung unterscheidet eben die abendländische Kultur von z.B. der islamischen. Das hat überhaupt nichts mit Kulturalismus zu tun, sondern mit historischer Realität.

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