das leben ist vollendet

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immernoch_ratlos
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Re: das leben ist vollendet

Beitragvon immernoch_ratlos » Sa 15. Okt 2016, 10:52

Gibt es "Selbsttötung" irgendwo im Tierreich ? Wenn ja, dann her mit der Information.

Seinem Leben selbst ein Ende zu machen ist ein Aspekt von menschlicherKultur. Nur wer über sich selbst und seine Existenz nachdenken kann, wird dazu in der Lage sein.

Wie überall, gibt es auch hier keine einheitliche Begründung warum jemand dies tut. Eher warum jemand, es nicht tut, kann relativ einfach erklärt werden. Der überwiegende Instinkt der Selbsterhaltung dürfte hier die größte Rolle spielen.

Mindestens ebenso groß sind die gesellschaftlichen Zwänge, die auch in sehr aussichtsloser Lage das "Weitermachen" notfalls erzwingen. Religion mit dem "Schöpfergedanke" der dann vom Bodenpersonal geradezu rücksichtslos durchgesetzt wird, pflanzt Ängste derart nachhaltig ein, das auch die Erkenntnis der EIGENEN völligen Nutzlosigkeit seiner SELBST damit erfolgreich zurückgedrängt wird.

Dann noch der gesellschaftliche Druck sich nicht "illoyal" zu verhalten - weitermachen - auch wenn es weht tut und von jedem vernünftigen Standpunkt aus völlig sinnlos ist.

Sich einfach davon machen und "UNS" "Zurückgelassene" und damit, dazu zwingen über Sinn und Unsinn des Lebens nachdenken - das geht ja garnicht. Ein "noch" einfacher und allgemein für gut befundene Einstellung - jedenfalls solange man / frau sich noch in einem halbwegs "lebensfrohen" Zustand befindet.

Die Selbsttötung anderer zwingt immer wieder über sich selbst und besonders seine eigenen Ängste nachzudenken. Dafür hassen wir still und heimlich jeden sog. "Selbstmörder" hat er / sie doch bewiesen "es gibt einen Ausweg" wenn die eigene Lage definitiv hoffnungslos und nur noch leidvoll ist.

Noch nicht einmal sterben lassen (auch ohne gezielte Aktionen) möchten leider sehr viele Menschen ihre Mitmenschen. "Ach du kannst mich doch nicht alleine zurücklassen" mancher egoistischer "Lieben", kann das Elend des Sterbenden erstaunlich und weitgehend unnötig verlängern. Die eigenen Befindlichkeiten einen lieben Menschen endlich sterben zu lassen, ist auch ein Ausdruck, anderen egal wie sinnvoll, NICHT das Sterben zu erlauben. Besonders die allermeisten Ärzte sehen im Tod ihrer Reparaturobjekte ihr persönliches "handwerkliches Versagen". Die Erklärung mit ansonsten kaum beachteten "Hippokratischen Eid" ist bewährtes Mittel, das "Objekt" mit allen bestens bezahlten Mitteln auch dann am Leben zu erhalten, wenn sein erklärter Wille dagegen spricht.

Die Freiheit sich selbst - warum auch immer - des eigenen Lebens zu entledigen, ist gerade weil wir denken können, nur uns Menschen möglich. Leider ist schon das Zugeben einer aussichtslosen Lage ein eklatanter Verstoß gegen alles was eher kollektiv orientierte Menschen zu dulden bereit sind. So wird dieser letzte Akt der "Selbstverwirklichung" mit allen Mitteln verhindert.

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Re: das leben ist vollendet

Beitragvon Billie Holiday » Sa 15. Okt 2016, 10:55

PeterK hat geschrieben:(15 Oct 2016, 11:47)

Das Glück hat auch mein Vater gehabt. Wir haben noch bis kurz vor seinem Tod viel zusammen gelacht und uns liebevoll voneinander verabschiedet. Aber das sind wohl eher Glücksfälle und ein Gesetz muss - oder sollte - allen Konstellationen gerecht werden.


Sehe ich auch so. Und jede Mutmaßung über den Willen eines Menschen, der sich nicht äußern kann, lehne ich ab.
Aber der schwerst kranke Mensch, der ein langes Leben hatte und sich im Besitz seiner geistigen Kräfte schon verabschiedet hat und schlicht nicht mehr will, der sollte Hilfe erwarten können.
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Re: das leben ist vollendet

Beitragvon yogi61 » Sa 15. Okt 2016, 10:58

Es gibt auch gesellschaftliche Zwänge, die Menschen aus ihrer Sicht in den Suizid drängen.
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Re: das leben ist vollendet

Beitragvon PeterK » Sa 15. Okt 2016, 10:58

Billie Holiday hat geschrieben:(15 Oct 2016, 11:55)
Und jede Mutmaßung über den Willen eines Menschen, der sich nicht äußern kann, lehne ich ab.

Zum Teil wird das ja glücklicherweise durch die Patientenverfügungen abgedeckt.

Aber der schwerst kranke Mensch, der ein langes Leben hatte und sich im Besitz seiner geistigen Kräfte schon verabschiedet hat und schlicht nicht mehr will, der sollte Hilfe erwarten können.

Wenn man weiter denkt, sollte das eigentlich jedem erwachsenen Menschen, der schlicht nicht mehr will, zustehen.
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Re: das leben ist vollendet

Beitragvon Billie Holiday » Sa 15. Okt 2016, 11:17

PeterK hat geschrieben:(15 Oct 2016, 11:58)

Zum Teil wird das ja glücklicherweise durch die Patientenverfügungen abgedeckt.


Wenn man weiter denkt, sollte das eigentlich jedem erwachsenen Menschen, der schlicht nicht mehr will, zustehen.


Bin nicht allwissend, aber für einen jüngeren, gesunden Menschen können sich die Gründe seiner Verzweiflung evtl. ändern. Bei einem alten, kranken, gebrechlichen Menschen nicht.
Die Kriterien sollten schon streng sein, frag mich nicht nach Details, ich kann mich auch nur subjektiv dazu äußern.
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Re: das leben ist vollendet

Beitragvon yogi61 » Sa 15. Okt 2016, 11:27

Billie Holiday hat geschrieben:(15 Oct 2016, 12:17)

Bin nicht allwissend, aber für einen jüngeren, gesunden Menschen können sich die Gründe seiner Verzweiflung evtl. ändern. Bei einem alten, kranken, gebrechlichen Menschen nicht.
Die Kriterien sollten schon streng sein, frag mich nicht nach Details, ich kann mich auch nur subjektiv dazu äußern.


Das ist ein wichtiger Punkt. Alle 52 Minuten nimmt sich ein Mensch in Deutschland das Leben. In Bayern sterben zum Beispiel mehr Menschen durch ihre eigene Hand als durch Verkehrsunfälle, Drogen, Aids, Mord und Totschlag zusammen und das nicht, weil Bayern wirtschaftlich besonders schlecht darstehen würde, sondern weil oftmals schon der temporäre Verlust des Arbeitsplatzes oder die Trennunng vom Lebenspartenner so etwas wie der gesellschaftlich GAU für einige Menschen darstellt. Hinzu kommt die immer noch hohe Tabuisierung sich vom Fachmann auch medikamentös helfen zu lassen. Man darf sicher davon ausgehen,dass sich bei vielen Menschen die Lebensumstände früher oder später wieder geändert hätten.
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Re: das leben ist vollendet

Beitragvon Billie Holiday » Sa 15. Okt 2016, 11:34

yogi61 hat geschrieben:(15 Oct 2016, 12:27)

Das ist ein wichtiger Punkt. Alle 52 Minuten nimmt sich ein Mensch in Deutschland das Leben. In Bayern sterben zum Beispiel mehr Menschen durch ihre eigene Hand als durch Verkehrsunfälle, Drogen, Aids, Mord und Totschlag zusammen und das nicht, weil Bayern wirtschaftlich besonders schlecht darstehen würde, sondern weil oftmals schon der temporäre Verlust des Arbeitsplatzes oder die Trennunng vom Lebenspartenner so etwas wie der gesellschaftlich GAU für einige Menschen darstellt. Hinzu kommt die immer noch hohe Tabuisierung sich vom Fachmann auch medikamentös helfen zu lassen. Man darf sicher davon ausgehen,dass sich bei vielen Menschen die Lebensumstände früher oder später wieder geändert hätten.


In solchen Fällen sind die Verhältnisse völlig andere als bei einem 90jährigen, schwer krebskranken Menschen, der sich z.B. täglich dafür schämt, gewickelt zu werden und sein Dasein als unerträglich empfindet. Leider kann in dem Falle niemand sein Leiden abstellen.
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Re: das leben ist vollendet

Beitragvon yogi61 » Sa 15. Okt 2016, 11:40

Billie Holiday hat geschrieben:(15 Oct 2016, 12:34)

In solchen Fällen sind die Verhältnisse völlig andere als bei einem 90jährigen, schwer krebskranken Menschen, der sich z.B. täglich dafür schämt, gewickelt zu werden und sein Dasein als unerträglich empfindet. Leider kann in dem Falle niemand sein Leiden abstellen.


Und deswegen sollte man ihn in die Lage versetzen seinem Leiden ein Ende zu bereiten.
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Re: das leben ist vollendet

Beitragvon Billie Holiday » Sa 15. Okt 2016, 11:44

yogi61 hat geschrieben:(15 Oct 2016, 12:40)

Und deswegen sollte man ihn in die Lage versetzen seinem Leiden ein Ende zu bereiten.


Bei geistiger Zurechnungsfähigkeit befürworte ich das auch. :)
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Re: das leben ist vollendet

Beitragvon yogi61 » Sa 15. Okt 2016, 11:49

Billie Holiday hat geschrieben:(15 Oct 2016, 12:44)

Bei geistiger Zurechnungsfähigkeit befürworte ich das auch. :)


Und da wird es schon wieder schwierig. Ist ein Mensch unter starken Schmerzen geistig zurechnungsfähig und ist er es noch nach der Gabe von Fentanyl oder L-Polamidon?
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Re: das leben ist vollendet

Beitragvon Welfenprinz » Sa 15. Okt 2016, 11:52

Wie gesagt,mein Onkel hat so eine Änderung der Verhältnisse bewusst noch mit 95 erlebt.
Seitdem ist meine Bereitschaft über andere Menschen zu befinden,nur weil sie äusserlich schwach erscheinen,nochmal erheblich zurück gegangen.
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
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Re: das leben ist vollendet

Beitragvon PeterK » Sa 15. Okt 2016, 11:52

yogi61 hat geschrieben:(15 Oct 2016, 12:49)
Und da wird es schon wieder schwierig. Ist ein Mensch unter starken Schmerzen geistig zurechnungsfähig und ist er es noch nach der Gabe von Fentanyl oder L-Polamidon?

Ebenso schwierig: Er ist zurechnungsfähig, kann sich aber nicht mehr mitteilen. Das muss furchtbar sein.
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Re: das leben ist vollendet

Beitragvon Billie Holiday » Sa 15. Okt 2016, 11:52

yogi61 hat geschrieben:(15 Oct 2016, 12:49)

Und da wird es schon wieder schwierig. Ist ein Mensch unter starken Schmerzen geistig zurechnungsfähig und ist er es noch nach der Gabe von Fentanyl oder L-Polamidon?


Schwer zu sagen als Laie. Ich hab nur den Vergleich von mir, jung und gesund, zu meiner Omi, die mich siezte und der Meinung war, ich sei von der Fürsorge, um sie in ein Siechenheim zu verbringen und ihren Schmuck zu stehlen. :|
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Re: das leben ist vollendet

Beitragvon Nomen Nescio » Sa 15. Okt 2016, 14:11

PeterK hat geschrieben:(15 Oct 2016, 11:58)

Zum Teil wird das ja glücklicherweise durch die Patientenverfügungen abgedeckt.

wenn ich gut informiert bin, gibt es auch da eine bedingung. der kranke muß geistig 100% sein wenn es so weit käme.
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Re: das leben ist vollendet

Beitragvon Nomen Nescio » Sa 15. Okt 2016, 14:20

Billie Holiday hat geschrieben:(15 Oct 2016, 12:34)

In solchen Fällen sind die Verhältnisse völlig andere als bei einem 90jährigen, schwer krebskranken Menschen, der sich z.B. täglich dafür schämt, gewickelt zu werden und sein Dasein als unerträglich empfindet. Leider kann in dem Falle niemand sein Leiden abstellen.

die viele fälle von suizid in meiner umgebung, meist durch leute jünger als 30, haben mich deutlich gemacht das man auch geistig - trotz behandlung soo leiden kann - daß ein lebensende für solche menschen eine erlösung ist.
die wollen, nein können nicht warten. als ich psychiatrie für mein studium bekam, erzählte der prof, daß wir nie denken müssen daß alles heilbar ist. er gab als beispiel die geschichte einer ±25 jahr alte frau. sie war schon längere zeit unter behandlung. hatte bereits zwei oder drei mal einen suizidversuch getan. als sie bei den psychiater gewesen war gelang es ihr auf irgendeine weise die abteilung zu verlassen. sie begab sich zum dach und sprang von dort nach unten.

alter ist also nicht seligmachend für eine entscheidung. ich bin 74, habe den ganzen tag schmerzen. manchmal mehr, manchmal weniger. und doch bin ich glücklich und zufrieden.
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Re: das leben ist vollendet

Beitragvon Nomen Nescio » Sa 15. Okt 2016, 14:25

PeterK hat geschrieben:(15 Oct 2016, 12:52)

Ebenso schwierig: Er ist zurechnungsfähig, kann sich aber nicht mehr mitteilen. Das muss furchtbar sein.

ja, das ist schrecklich. eine freundin meiner mutter hatte einen schlaganfall bekommen. sie war völlig gelahmt, konnte nicht mehr reden. als wir zurückfuhren sagten sowohl meine mutter wie ich »tausendmal lieber euthanasie als so menschunwürdig leben zu müssen« !
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Re: das leben ist vollendet

Beitragvon PeterK » Sa 15. Okt 2016, 14:38

Nomen Nescio hat geschrieben:(15 Oct 2016, 15:11)
wenn ich gut informiert bin, gibt es auch da eine bedingung. der kranke muß geistig 100% sein wenn es so weit käme.

Es ist in D etwas anders. Beim Verfassen bzw. Unterschreiben der Patientenverfügung muss man geistig fit sein (und sie idealerweise jährlich neu - mit Datum - unterschreiben), aber sie dient genau dazu, seinen Willen zu erklären, für den Fall, dass man ihn dann, wenn es soweit ist, nicht mehr ausdrücken kann. Ich musste gerade zwei Mal durch die Nummer durch, und bin mir deshalb ziemlich sicher. Da geht es in D aber nicht um Euthanasie, sondern u.a. um die Anwendung bzw. das Einstellen lebenserhaltender Maßnahmen und um die Gabe von Schmerzmitteln, die evtl. den Tod beschleunigen könnten.
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Re: das leben ist vollendet

Beitragvon Nomen Nescio » Sa 15. Okt 2016, 15:17

PeterK hat geschrieben:(15 Oct 2016, 15:38)

Es ist in D etwas anders. Beim Verfassen bzw. Unterschreiben der Patientenverfügung muss man geistig fit sein (und sie idealerweise jährlich neu - mit Datum - unterschreiben), aber sie dient genau dazu, seinen Willen zu erklären, für den Fall, dass man ihn dann, wenn es soweit ist, nicht mehr ausdrücken kann. Ich musste gerade zwei Mal durch die Nummer durch, und bin mir deshalb ziemlich sicher. Da geht es in D aber nicht um Euthanasie, sondern u.a. um die Anwendung bzw. das Einstellen lebenserhaltender Maßnahmen und um die Gabe von Schmerzmitteln, die evtl. den Tod beschleunigen könnten.

na ja, bei uns handelt es sich um echte euthanasie. auch wenn also ein zettel unterzeichnet ist, muß der patient klar denken können und seine meinung deutlich machen. sonst darf es nicht geschehen. eine vorsichtsmaßnahme ??!!
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Re: das leben ist vollendet

Beitragvon Billie Holiday » Sa 15. Okt 2016, 15:28

Nomen Nescio hat geschrieben:(15 Oct 2016, 16:17)

na ja, bei uns handelt es sich um echte euthanasie. auch wenn also ein zettel unterzeichnet ist, muß der patient klar denken können und seine meinung deutlich machen. sonst darf es nicht geschehen. eine vorsichtsmaßnahme ??!!


Gut, wenn die geistige Klarheit geprüft wird. Geschulte Ärzte werden das doch wohl können.
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Re: das leben ist vollendet

Beitragvon Nomen Nescio » Sa 15. Okt 2016, 17:10

Billie Holiday hat geschrieben:(15 Oct 2016, 16:28)

Gut, wenn die geistige Klarheit geprüft wird. Geschulte Ärzte werden das doch wohl können.

ja, aber der 2. arzt (muß also ein fiat geben bevor überhaupt an euthanasie begonnen werden darf) kam das erste mal vergebens bei meiner mutter. das fentanyl mußte gestopt werden und erst danach war meine mutter wieder ansprechbar.
und nach der euthanasie kam ein 3. arzt, der für den staatsanwalt prüfen mußte ob alles konform gesetz verlaufen war. erst danach wurde der körper freigegeben.
der 3. arzt war keine sine cure, denn brauchte ungefähr 2 stunden bevor er (oh nein, sie) zufrieden war.
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