„Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

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Marmelada
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon Marmelada » Mi 14. Dez 2016, 15:19

jack000 hat geschrieben:(13 Dec 2016, 21:35)

Und deswegen ist es für Frauen sicherer geworden im ÖPNV? Wieso tauchen dann plötzlich so neue Kriminalitätsformen wie antreten und antanzen auf?
Der Treppentreter von Berlin soll Bulgare sein und Bulgarien ist seit 2007 EU-Mitglied. Dieser Fall eignet sich also eher nicht so als Angstmacher vor Flüchtlingen.
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immernoch_ratlos
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon immernoch_ratlos » Mi 14. Dez 2016, 17:02

WIKIPEDIA hat geschrieben:Angst ist ein Grundgefühl, welches sich in als bedrohlich empfundenen Situationen als Besorgnis und unlustbetonte Erregung äußert. Auslöser können dabei erwartete Bedrohungen etwa der körperlichen Unversehrtheit, der Selbstachtung oder des Selbstbildes sein.

Furcht ist das Gefühl einer konkret fassbaren Bedrohung. Sie bezeichnet die Reaktion des Bewusstseins auf eine gegenwärtige oder vorausgeahnte Gefahr. Sie muss unterschieden werden von dem umgangssprachlich weitgehend synonym verwendeten Begriff der diffusen Ängste, die zu den Psychosen zählen, sowie von Erscheinungsformen wie Zwängen, Paniken oder Phobie

Sorge beschreibt ein durch vorausschauende Anteilnahme gekennzeichnetes Verhältnis des menschlichen Subjektes zu seiner Umwelt und zu sich selbst. Eine subjektiv erwartete Not (Bedürfnis, Gefahr) wird gedanklich vorweggenommen und wirkt sich im Fühlen, Denken und Handeln des Besorgten oder Sorgenden aus. Das Spektrum reicht dabei von innerlichem Besorgt- oder Beängstigt-Sein bis zur tätigen Sorge für oder um etwas.


Offenbar kann hier jeder dem andern in den Kopf sehen - dann das für ihm passende herausholen. Sprache ist sehr variabel. "Angst" kann sehr vernünftig sein. Wir alle haben es bis ins 21. Jahrhundert geschafft, weil wir "damals" in der Höhle blieben, der "Unängslichen" - "Optimisten" letzten Worte :

"warum so ängstlich ? Da draußen ist kein Säbelzahntiger (oder sonst etwas "Bedrohliches") - wurden nie mehr gesehen ... :dead:

Die wahre Kunst ist die vernünftige Abschätzung von Gefahren. Wie aber machen sich Gefahren bemerkbar ? Lösen konkrete " Besorgnis und unlustbetonte Erregung" aus? Eigene Erfahrung mit bestimmten Situationen " das Gefühl einer konkret fassbaren Bedrohung". Zurzeit ist unter den möglichen Verbrechen denen jemand "zum Opfer fallen kann" wohl das Einbruchsszenarium. Eine echt und nachweisbare Konjunktur. :(

Was ist das nun konkret, wenn ich mir meine Hütte ansehe und mir überlege, wie könnte ich da einbrechen - wo sind Schwachpunkte - was kann ich ändern um einen Einbruch für den Einbrecher weniger "schmackhaft" zu gestalten ?

Ist das nun "tapfer", die "Angst", das mir, ausgerechnet mir das passieren könnte - zu überwinden und obwohl ich einiges Machbare entdeckt habe - all das einfach zu ignorieren, weil ich Trottel niemandem das Gefühl gegen möchte, ich hätte Angst ?

OK "Tapferkeit ist die Fähigkeit, in einer schwierigen, mit Nachteilen verbundenen Situation trotz Rückschlägen durchzuhalten. Sie setzt Leidensfähigkeit voraus und ist meist mit der Überzeugung verbunden, für übergeordnete Werte zu kämpfen." so meint das WIKI :thumbup:

Dann muss ich eben leiden - falls das Nichtbeseitigen von problemlos machbaren "Einladungen" - dann doch den einen oder anderen Einbrecher anlockt...

Ich red mich einfach raus, ich empfinde Sorge und Furcht, vor einen x,x prozentigen Wahrscheinlichkeit - nehme also "eine subjektiv erwartete Not (Bedürfnis, Gefahr) gedanklich vorweg - im Gefühl einer konkret fassbaren Bedrohung."

Ähnlich verhalte ich mich am Rand einer vielbefahren Straße, in Erwartung von allerlei Fahrzeugen, die meinen Weg kreuzen "KÖNNTEN", schau ich mal nach links und mal nach rechts und je nach meiner körperlichen Konstitution werfe ich mich tapfer in Getümmel ODER ich suche mir den nächsten Verkehrsampel geregelten Übergang und nutze die nächste Grünphase - aufmerksam witternd, ob nicht doch ein noch ein anderer besser bewaffneter Verkehrsteilnehmer das mit meiner Grünphase nicht wirklich erst nimmt... Wenn das dann noch ein Orientale oder gar ein Maghrebiner / Mashriqi wäre - oh Gott.... :?

Also allzu ängstlich kann ich jedenfalls nicht sein, habe ich doch einst beeidet :

„Ich schwöre, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen, so wahr mir Gott helfe.“

OK, im Zweifelsfall wäre da immer noch Gott gewesen.....

@ frems - das von Dir empfohlene Buch "Das Risikoparadox: Warum wir uns vor dem Falschen fürchten" - kann ich nur wärmstens weiterempfehlen !
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon schelm » Fr 16. Dez 2016, 04:46

think twice hat geschrieben:(13 Dec 2016, 22:39)

Sag du es. Die Kriminalstatistik unterscheidet nicht zwischen auchothonen Deutschen und Muslimen.

Eben. Deswegen sind die offiziellen Zahlen, nämlich 90 - 95% der Sexualstraftaten würden von deutschen Straftätern begangen, wertlos in ihrer Aussage, postfaktisch. Will man wissen, ob aus einer bestimmten Sozialisierung, einer bestimmten Einstellung gegenüber " nicht züchtigen " Frauen auch eine höhere Delinquenz erfolgt, würde man die Daten nach Herkunft / Sozialisierung benötigen, nicht nach dem Pass. Der taugt hier wohl nur als Nebelkerze.
Jeder Kaiser hat das Recht nackt vor sein Volk zu treten, aber dafür bedarf es eines Volkes, das nicht blind ist.
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon Selina » Sa 7. Jan 2017, 08:48

Um der Angst-Debatte in der Gesellschaft etwas entgegenzusetzen, gibt es jetzt diesen - wie ich finde - guten Vorschlag:

Zitat:

Berlin - Der Deutsche Städte-und Gemeindebund regt ein Netzwerk für Toleranz und Zusammenhalt an. «Wir werden dies beim nächsten Treffen mit der Bundeskanzlerin vorschlagen», sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Kommunen, Länder, Bund, Kirchen und Gewerkschaften sollten in diesem Bündnis gemeinsame Strategien gegen Hass und Ausgrenzung entwickeln. Vorbild könnte Landsberg zufolge die Aktion «Gesicht zeigen» sein, mit der rechtsextremen Strömungen in Deutschland begegnet wird. Nötig sei eine Geschäftsstelle, die das Netzwerk der «Mutbürger» betreue.

https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/i ... r-vor.html
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon Excellero » Sa 7. Jan 2017, 09:04

Bevor man über Angst mault, und Leute die Angst haben belächelt, sollte man sich vor Augen führen daß Angst der natürliche Mechanismus eines Lebewesens ist um sich vor Schaden zu schützen.
Um fremden Wert willig und frei anzuerkennen, muß man eigenen haben.
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon Selina » Sa 7. Jan 2017, 09:12

Excellero hat geschrieben:(07 Jan 2017, 09:04)

Bevor man über Angst mault, und Leute die Angst haben belächelt, sollte man sich vor Augen führen daß Angst der natürliche Mechanismus eines Lebewesens ist um sich vor Schaden zu schützen.


Es geht in politischen Debatten nicht darum, ob jemand "über Angst mault", sondern dass es Kräfte gibt, die diese Angst für ihre Zwecke immer mehr schüren, und andere Kräfte, die die Leute ermutigen wollen, sich dem nicht hinzugeben. Kann ich nix Schlechtes dran finden an Letzterem.
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon Excellero » Sa 7. Jan 2017, 09:44

Selina hat geschrieben:(07 Jan 2017, 09:12)

Es geht in politischen Debatten nicht darum, ob jemand "über Angst mault", sondern dass es Kräfte gibt, die diese Angst für ihre Zwecke immer mehr schüren, und andere Kräfte, die die Leute ermutigen wollen, sich dem nicht hinzugeben. Kann ich nix Schlechtes dran finden an Letzterem.


Das tun doch alle Politiker, die Sorgen für ihre Zwecke ausnutzen. Daher ist es immer recht heuchlerisch wenn sie sich das gegenseitig vorwerfen. Darüber hinaus ist es auch nicht sinnvoll wenn man Gefahren herunter spielt, und die Leute in den Glauben versetzen will alles wäre prima, wenn es nunmal nicht so ist.
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon jack000 » Sa 7. Jan 2017, 11:11

Selina hat geschrieben:(07 Jan 2017, 08:48)

Um der Angst-Debatte in der Gesellschaft etwas entgegenzusetzen, gibt es jetzt diesen - wie ich finde - guten Vorschlag:

Zitat:

Berlin - Der Deutsche Städte-und Gemeindebund regt ein Netzwerk für Toleranz und Zusammenhalt an. «Wir werden dies beim nächsten Treffen mit der Bundeskanzlerin vorschlagen», sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Kommunen, Länder, Bund, Kirchen und Gewerkschaften sollten in diesem Bündnis gemeinsame Strategien gegen Hass und Ausgrenzung entwickeln. Vorbild könnte Landsberg zufolge die Aktion «Gesicht zeigen» sein, mit der rechtsextremen Strömungen in Deutschland begegnet wird. Nötig sei eine Geschäftsstelle, die das Netzwerk der «Mutbürger» betreue.

https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/i ... r-vor.html

Und wieso hat man dann weniger Angst :?:
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon Julian » Sa 7. Jan 2017, 11:30

Selina hat geschrieben:(07 Jan 2017, 08:48)

Um der Angst-Debatte in der Gesellschaft etwas entgegenzusetzen, gibt es jetzt diesen - wie ich finde - guten Vorschlag:

Zitat:

Berlin - Der Deutsche Städte-und Gemeindebund regt ein Netzwerk für Toleranz und Zusammenhalt an. «Wir werden dies beim nächsten Treffen mit der Bundeskanzlerin vorschlagen», sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Kommunen, Länder, Bund, Kirchen und Gewerkschaften sollten in diesem Bündnis gemeinsame Strategien gegen Hass und Ausgrenzung entwickeln. Vorbild könnte Landsberg zufolge die Aktion «Gesicht zeigen» sein, mit der rechtsextremen Strömungen in Deutschland begegnet wird. Nötig sei eine Geschäftsstelle, die das Netzwerk der «Mutbürger» betreue.

https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/i ... r-vor.html


Aktionen wie diese würden nur funktionieren, wenn sie eine breite gesellschaftliche Basis hätten und nicht für politische Zwecke instrumentalisiert würden. Warum setzt man nicht ein Zeichen gegen Extremismus, sei er rechter, linker oder islamistischer Natur? Stattdessen geht es bei solchen Aktionen gegen "Rechts" allgemein, also auch ganz offen gegen Menschen, die sich politisch rechts einordnen, aber Gewalt und Rassismus ablehnen. Und es geht eben nicht gegen linksextremistische und islamistische Gewalt! Stattdessen verbündet man sich sogar mit linken Gewalttätern, etwa der Antifa, die ganz offen zu Gewalt gegen demokratisch gewählte Politiker aufruft.

Hier ein paar Links, was mit der Aktion bezweckt werden soll:
Matthias Freihof
Mir wird übel, wenn ich in den Medien dem dummdreisten, unerträglichen und brandgefährlichen Geschwätz von AfD, Pegida und Co. zuhören muss!


Aha, also geht es gegen die AfD. Man will demokratische Parteien verunglimpfen, indem man sie mit Gewalttätern in einen Topf wirft.

Dunja Hayali
Ich enga­giere mich gegen Rechts — denn wer weg­schaut macht sich mit­schul­dig.


Also geht es gegen Rechts ganz allgemein, inklusive der demokratischen, gewaltlosen Rechten.

Quelle:
http://www.gesichtzeigen.de/prominente-unterstuetzer/

Nein danke, bei solchen Aktionen will ich nicht mitmachen; dazu bin ich zu sehr Demokrat und ein Verfechter der gewaltlosen Auseinandersetzung.
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon Selina » Sa 7. Jan 2017, 12:18

Julian hat geschrieben:(07 Jan 2017, 11:30)

Nein danke, bei solchen Aktionen will ich nicht mitmachen; dazu bin ich zu sehr Demokrat und ein Verfechter der gewaltlosen Auseinandersetzung.


Sorry, aber ein Partei wie die AfD, die keine Probleme mit Rechtsextremen wie etwa den Identitären hat und die in ihren eigenen Reihen auch Leute mit rechtsextremem Gedankengut duldet, kann ich nicht als demokratische Partei bezeichnen. Wo du recht hast, ist, gegen extreme Gewalt generell zu sein. Das bin ich auch und das auch von rechts- bis linksextrem. Ich lehne Gewalt aus jeder Ecke ab. Wo aber der Unterschied zwischen rechtsradikalem und linksradikalem Gedankengut (wohlgemerkt, ich rede von den gewaltfreien Teilen dieser jeweiligen Gruppen) liegt, das ist die Haltung zu anderen Nationen, zu Menschen anderer Hautfarbe, anderer Religion und verschiedener sexueller Orientierung. Und da sind die rechtsradikalen Ansichten, die trotz guter Tarnung sehr viel mit dem alten NSDAP-Gedankengut (Herrenmenschentum, Rassismus, Biologismus, Volksgemeinschaft) gemein haben, eben sehr viel gefährlicher und vor allem von ihrem Ansatz her inhuman und undemokratisch. Und darum müssen sie mit breiten gesellschaftlichen Bündnissen bekämpft werden. Die andere Seite, die um die AfD herum, sortiert ihre Anhänger doch auch und schart sie um sich. Und das mit jedem Mittel. Da etwas entgegenzusetzen, ist ein Gebot der Stunde.
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon Selina » Sa 7. Jan 2017, 12:30

jack000 hat geschrieben:(07 Jan 2017, 11:11)

Und wieso hat man dann weniger Angst :?:


Wenn es eine geschürte Angst, also eine immer wieder eingeredete Angst ist, dann erfährt man in so einem Mut-Bündnis, wie schön und hilfreich es ist, dagegen etwas zu unternehmen :)
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon Uffhausen » Sa 7. Jan 2017, 12:39

Excellero hat geschrieben:(07 Jan 2017, 09:44)

Das tun doch alle Politiker, die Sorgen für ihre Zwecke ausnutzen. Daher ist es immer recht heuchlerisch wenn sie sich das gegenseitig vorwerfen. Darüber hinaus ist es auch nicht sinnvoll wenn man Gefahren herunter spielt, und die Leute in den Glauben versetzen will alles wäre prima, wenn es nunmal nicht so ist.

Nunja - es ist Tatsache, dass die Wahrscheinlichkeit in Deutschland weitaus höher ist bei einem Verkehrs- oder simplen Haushaltsunfall zu sterben, als bei einem islamistischen Terroranschlag Marke Berlin. Aber keiner hat deswegen Angst vorm autofahren, oder in seinen eigenen vier Wänden. Was ist das? Auch "Herunterspielen von Gefahr"? Warum wird ob der Faktenlage die Angst, Opfer eines Terroranschlags zu werden, überbewertet, hm? :s
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon Uffhausen » Sa 7. Jan 2017, 12:50

Selina hat geschrieben:(07 Jan 2017, 08:48)

Um der Angst-Debatte in der Gesellschaft etwas entgegenzusetzen, gibt es jetzt diesen - wie ich finde - guten Vorschlag:

Zitat:

Berlin - Der Deutsche Städte-und Gemeindebund regt ein Netzwerk für Toleranz und Zusammenhalt an. «Wir werden dies beim nächsten Treffen mit der Bundeskanzlerin vorschlagen», sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Kommunen, Länder, Bund, Kirchen und Gewerkschaften sollten in diesem Bündnis gemeinsame Strategien gegen Hass und Ausgrenzung entwickeln. Vorbild könnte Landsberg zufolge die Aktion «Gesicht zeigen» sein, mit der rechtsextremen Strömungen in Deutschland begegnet wird. Nötig sei eine Geschäftsstelle, die das Netzwerk der «Mutbürger» betreue.

https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/i ... r-vor.html

Ist doch wieder so ein bewusst "gesellschaftsspaltender" Unfug - mir persönlich gefällt die Differenzierung zwischen Wut- und Mutbürger ganz und gar nicht. Man sollte die teils berechtigten und nachvollziehbaren Ängste von sog. "Wutbürgern" verstehen lernen und ihnen begegnen können, anstatt sich von ihnen zu distanzieren.
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon Julian » Sa 7. Jan 2017, 12:59

Uffhausen hat geschrieben:(07 Jan 2017, 12:39)

Nunja - es ist Tatsache, dass die Wahrscheinlichkeit in Deutschland weitaus höher ist bei einem Verkehrs- oder simplen Haushaltsunfall zu sterben, als bei einem islamistischen Terroranschlag Marke Berlin. Aber keiner hat deswegen Angst vorm autofahren, oder in seinen eigenen vier Wänden. Was ist das? Auch "Herunterspielen von Gefahr"? Warum wird ob der Faktenlage die Angst, Opfer eines Terroranschlags zu werden, überbewertet, hm? :s


Es ist auch eine Tatsache, dass Flüchtlinge sehr viel eher Opfer von Gewalt durch andere Flüchtlinge werden als durch rechtsradikale Rassisten. Trotzdem würde ich niemals auf die Idee kommen, rassistische Anschläge auf Flüchtlinge zu relativieren und so zu tun, als sei das kein aktuelles Thema.
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon Selina » Sa 7. Jan 2017, 13:00

Uffhausen hat geschrieben:(07 Jan 2017, 12:50)

Man sollte die teils berechtigten und nachvollziehbaren Ängste von sog. "Wutbürgern" verstehen lernen und ihnen begegnen können, anstatt sich von ihnen zu distanzieren.


Ja, das sollte man. Man sollte aber auch auseinanderhalten, was berechtigte Ängst, was eingebildete Ängste und was geschürte Ängste sind. Und dann gibt es noch eine Form, die wird einfach mal als "Angst" bezeichnet, ist aber schlicht Voreingenommenheit. Will sagen: Diese zitierten "Ängste" sollten sicher alle sehr differenziert betrachtet werden. Dort, wo es wirklich existenzielle Ängste sind, etwa künftig nie wieder einen Weihnachtsmarkt, Einkaufsmarkt oder anderen Ort voller Menschen betreten zu können, die sollte man schon ernst nehmen.
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon JJazzGold » Sa 7. Jan 2017, 13:01

Uffhausen hat geschrieben:(07 Jan 2017, 12:50)

Ist doch wieder so ein bewusst "gesellschaftsspaltender" Unfug - mir persönlich gefällt die Differenzierung zwischen Wut- und Mutbürger ganz und gar nicht. Man sollte die teils berechtigten und nachvollziehbaren Ängste von sog. "Wutbürgern" verstehen lernen und ihnen begegnen können, anstatt sich von ihnen zu distanzieren.


Was soll ich einem Wutbürger sagen, der mir ohne jegliche Neigung auf Argumente einzugehen repetitiv erklärt, dass in Deutschland der Bürgerkrieg unmittelbar bevorsteht, das Land kurz vor dem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Untergang steht, da es droht von den Muslimen übernommen zu werden, die zukünftig alle Frauen unter das Kopftuch zwingen und die Kopf ab/Hand ab/Steinigungs-Scharia flächendeckend einführen wollen, ggfls. mit terroristischer Gewalt?

Ich gestehe, da gehe ich lieber auf Distanz.

(Wer weiß, vielleicht existiert ja doch die Mikrobe der Dummheit, wie Dr. med Hiob Prätorius vermutete)
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon Uffhausen » Sa 7. Jan 2017, 13:04

Julian hat geschrieben:(07 Jan 2017, 12:59)

Es ist auch eine Tatsache, dass Flüchtlinge sehr viel eher Opfer von Gewalt durch andere Flüchtlinge werden als durch rechtsradikale Rassisten. Trotzdem würde ich niemals auf die Idee kommen, rassistische Anschläge auf Flüchtlinge zu relativieren und so zu tun, als sei das kein aktuelles Thema.

Habe ich irgendetwas relativiert oder Aktualität aberkannt? :?:
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon Uffhausen » Sa 7. Jan 2017, 13:07

Selina hat geschrieben:(07 Jan 2017, 13:00)

Ja, das sollte man. Man sollte aber auch auseinanderhalten, was berechtigte Ängst, was eingebildete Ängste und was geschürte Ängste sind. Und dann gibt es noch eine Form, die wird einfach mal als "Angst" bezeichnet, ist aber schlicht Voreingenommenheit. Will sagen: Diese zitierten "Ängste" sollten sicher alle sehr differenziert betrachtet werden. Dort, wo es wirklich existenzielle Ängste sind, etwa künftig nie wieder einen Weihnachtsmarkt, Einkaufsmarkt oder anderen Ort voller Menschen betreten zu können, die sollte man schon ernst nehmen.

Freilich, aber so ein "Netzwerk der Mutbürger" grenzt sich generell ab, egal welche Art von Angst vorliegt.
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon Julian » Sa 7. Jan 2017, 13:10

Uffhausen hat geschrieben:(07 Jan 2017, 13:04)

Habe ich irgendetwas relativiert oder Aktualität aberkannt? :?:


Ich habe nicht behauptet, du würdest das tun! Einige aber bedienen sich dieser Taktik.
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon Excellero » Sa 7. Jan 2017, 13:14

Uffhausen hat geschrieben:(07 Jan 2017, 12:39)

Nunja - es ist Tatsache, dass die Wahrscheinlichkeit in Deutschland weitaus höher ist bei einem Verkehrs- oder simplen Haushaltsunfall zu sterben, als bei einem islamistischen Terroranschlag Marke Berlin. Aber keiner hat deswegen Angst vorm autofahren, oder in seinen eigenen vier Wänden. Was ist das? Auch "Herunterspielen von Gefahr"? Warum wird ob der Faktenlage die Angst, Opfer eines Terroranschlags zu werden, überbewertet, hm? :s


Statistisch ist es auch wesentlich wahrscheinlicher bei einem Vulkanausbruch zu sterben, als durch ein zerstörtes AKW. Dennoch werden AKWs jetzt abgeschaltet. Es ist auch wesentlich wahrscheinlicher daß man an saufen und rauchen stirbt, als an Tetanus, trotzdem impfen wir uns dagegen. Wenn man schon so argumentiert, dann kann man es sich auch gleich sparen. :rolleyes:
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