„Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

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Bielefeld09
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon Bielefeld09 » Di 13. Dez 2016, 23:59

frems hat geschrieben:(13 Dec 2016, 23:51)

Er schrieb doch, dass er bedauerlicherweise zu jenen wenigen Menschen gehört, die Opfer geworden sind. Dass er dann anders sensibilisiert ist bzw. emotionaler reagiert, ist doch menschlich nachvollziehbar. Mein Vater ist über Jahrzehnte regelmäßig am Haus entlanggeklettert, um z.B. Dacharbeiten zu machen. Einmal rutschte er ab, war einige Minuten ohnmächtig und brach sich mehrere Knochen. Bleibende Schäden hatte er glücklicherweise nicht, aber aufs Dach stieg er danach nie wieder, obwohl er körperlich dazu in der Lage war. Er wollte auch nicht, dass meine Geschwister oder ich es zukünftig machen (obwohl wir's davor auch öfters taten), sondern bestellte bei Bedarf Handwerker. So ist das mit unschönen Schockerlebnissen halt.

Warum antwortest du eigentlich auf eine Frage, die ich Julian gestellt habe?
Seit ihr gleich beängstigt?
Ich frag ja nur.
Auch wenn es mal falsch rüberkommt, es ist nie persönlich gemeint. Sorry :( :(
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon jack000 » Mi 14. Dez 2016, 00:01

frems hat geschrieben:(13 Dec 2016, 23:51)
Mein Vater ist über Jahrzehnte regelmäßig am Haus entlanggeklettert, um z.B. Dacharbeiten zu machen. Einmal rutschte er ab, war einige Minuten ohnmächtig und brach sich mehrere Knochen. Bleibende Schäden hatte er glücklicherweise nicht, aber aufs Dach stieg er danach nie wieder, obwohl er körperlich dazu in der Lage war.

Na sowas aber auch :rolleyes:
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon frems » Mi 14. Dez 2016, 00:01

jack000 hat geschrieben:(13 Dec 2016, 23:58)

Das die Post und nicht die Bahn schuld ist, ist doch für jeden hier klar!


Ja, in der tue ich mich schwer damit zu beweisen das vorher noch nie eine Frau eine Treppe runtergetreten wurde. Wahrscheinlich ist das halt schon immer der Normalfall/Alltag im ÖPNV gewesen ...

Dann behaupte doch nichts, was Du nicht beweisen kannst. Und es war weder früher, noch heute der Normalfall. Wäre es so normal, würden nicht alle Gazetten darüber berichten und sich Deine Promis empören, sondern es wäre höchstens im Hinterteil eines gedruckten Regionalblatts mit zwei Sätzen erwähnt worden.
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon Julian » Mi 14. Dez 2016, 00:02

think twice hat geschrieben:(13 Dec 2016, 23:05)

Ich halte deine Angst auch für eine Schutzbehauptung, weil du vorhin wegen deiner astreinen Volksverhetzung eins aufs Dach bekommen hast.


Danke auch für deine aufmerksame Denunzierung der angeblichen "astreinen Volksverhetzung" - sagt viel über deinen Charakter aus! Bitte vergiss auch nicht, den Staatsanwalt einzuschalten!

Selina hat geschrieben:(13 Dec 2016, 23:17)

Genau. Sehe ich auch so. Kam denn schon eine Antwort auf deine erste Frage nach diesen "Studien", die belegen sollen, dass Muslime mit Migrationshintergrund im Durchschnitt krimineller seien als Deutsche ohne Migrationshintergrund?


Selbstverständlich habe ich meine Hypothesen (die aber hier im Forum unerwünscht sind) belegt.
viewtopic.php?p=3758472#p3758472

Wie soll man aber über etwas diskutieren, wenn man hier selbst für wissenschaftlich untermauerte Thesen mit Sanktionen bedroht wird?
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon Schnitter » Mi 14. Dez 2016, 00:03

jack000 hat geschrieben:(13 Dec 2016, 23:58)
Ja, in der tue ich mich schwer damit zu beweisen das vorher noch nie eine Frau eine Treppe runtergetreten wurde. Wahrscheinlich ist das halt schon immer der Normalfall/Alltag im ÖPNV gewesen ...


In deinem Posting sind zwei interessante Feststellungen zu finden:

1. Es ist noch nie vorher eine Frau von einer Treppe herunter getreten worden

2. Das ist jetzt "Alltag"

Das sind zwei lustige Behauptungen mit denen du in den Reihen der etwas "einfachen" Leute ziemlich sicher punkten könntest.

Was bezweckst du damit wenn ich fragen darf ? Weil blöd bist du ja nicht.
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon Bielefeld09 » Mi 14. Dez 2016, 00:03

jack000 hat geschrieben:(13 Dec 2016, 23:59)

Natürlich, man fällt halt mal die Treppe runter ... sowas kommt vor :rolleyes:

Es war immerhin eine gängige Erklärung dafür,
wenn es gegen Gewalt gegen Frauen in der Ehe ging, oder?
Davor hattest du aber keine Angst, oder?
Auch wenn es mal falsch rüberkommt, es ist nie persönlich gemeint. Sorry :( :(
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon jack000 » Mi 14. Dez 2016, 00:04

ebi80 hat geschrieben:(13 Dec 2016, 23:51)

Deutsche machen es anders.

http://mobil.n-tv.de/panorama/Die-Anklage-lautet-Mord-article18567491.html
Das finde ich weit beunruhigender. Aber jack000 wird sagen: Unfall!!

Hast du dir überhaupt mal den Artikel in deinem Link durchgelesen? Ich vermute mal: Auf keinen Fall! Sonst hättest du den nicht gepostet!
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon frems » Mi 14. Dez 2016, 00:05

Bielefeld09 hat geschrieben:(13 Dec 2016, 23:59)

Warum antwortest du eigentlich auf eine Frage, die ich Julian gestellt habe?
Seit ihr gleich beängstigt?
Ich frag ja nur.

Weiß ich nicht, ob wir das sind. Die von ihm genannten Ängste habe ich jedenfalls nicht und kann auch nicht jene von Jack nachvollziehen, da ich etliche Jahre den ÖPNV in Hamburg nutzte und nachts oft alleine in eine andere Richtung als meine Bekannten fuhr. Eine Schlägerei habe ich nur ein einziges mal selbst erlebt bzw. gesehen, weil sich zwei besoffene Proleten wegen einer Nichtigkeit anpöbelten, hochschaukelten und dann einer zuschlug, der anschließend von seinen Kumpels weggezogen wurde. Find ich jetzt nicht so dramatisch.
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon jack000 » Mi 14. Dez 2016, 00:06

Bielefeld09 hat geschrieben:(14 Dec 2016, 00:03)

Es war immerhin eine gängige Erklärung dafür,
wenn es gegen Gewalt gegen Frauen in der Ehe ging, oder?
Davor hattest du aber keine Angst, oder?

Warum sollte ich denn? In der Tat sollte ich langsam mal in die Pofe kommen, aber Gewalt wird mir deswegen nicht angetan werden!
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon jack000 » Mi 14. Dez 2016, 00:11

Schnitter hat geschrieben:(14 Dec 2016, 00:03)

In deinem Posting sind zwei interessante Feststellungen zu finden:

1. Es ist noch nie vorher eine Frau von einer Treppe herunter getreten worden

Hast du ein Beispiel aus z.B. den 70ern?

2. Das ist jetzt "Alltag"

Ich habe die aktuellen Beispiele gepostet.

Was bezweckst du damit wenn ich fragen darf ? Weil blöd bist du ja nicht.

Was spricht dagegen auf Missstände aufmerksam zu machen?
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon think twice » Mi 14. Dez 2016, 00:14

Julian hat geschrieben:(14 Dec 2016, 00:02)

Selbstverständlich habe ich meine Hypothesen (die aber hier im Forum unerwünscht sind) belegt.
viewtopic.php?p=3758472#p3758472

Wie soll man aber über etwas diskutieren, wenn man hier selbst für wissenschaftlich untermauerte Thesen mit Sanktionen bedroht wird?

In deiner Studie wurden 1000 Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren befragt. Was hast daraus gemacht? Ich wiederhole es nicht, sonst mache ich mich noch mitschuldig.
Wer mit mir nicht auskommt, muss eben noch etwas an sich arbeiten. ;)
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon Schnitter » Mi 14. Dez 2016, 00:15

Julian hat geschrieben:(13 Dec 2016, 22:59)

Ich habe Angst vor migrantischen Männergruppen, denen ich abends in Städten, bevorzugt an Bahnhöfen begegne, und von denen bekannt ist, dass sie Diebstähle, Raubüberfälle und Schlimmeres verüben (und die trotzdem frei herumlaufen).


Du wirst dich damit abfinden dürfen dass in einem Rechtsstaat nur rechtskräftig verurteilte Verbrecher verurteilt werden. "Frei herumlaufen" ist erstmal erlaub auch wenn es sich um "migrantische Männergruppen" handelt. Meine Fresse.

Ich habe Angst vor Einbrüchen, nachdem ich schon selbst Opfer geworden bin.


Meine Schwester ist vor einigen Jahren Opfer eines polnischen Einbrechers geworden. Was machen wir denn jetzt mit denen ?

Ich habe Angst vor migrantischen Männergruppen, die sich gezielt ihre Opfer in schwulen Ausgehvierteln suchen.


Ist das Teil so einer AfD Schulung dass man pro posting mindestens einmal die Schwulen in Schutz nimmt damit man denkt die AfD sei eine schwulen-freundliche Partei ?

Wenn es wieder zu viel beachteten Straftaten seitens der bekannten Klientel kommt, wird regelmäßig darauf hingewiesen, dass ein Hinweis auf die entsprechende Klientel als Volksverhetzung gewertet würde.


Das ist ein glatte Lüge. Die Medien überschlagen sich mit Sondersendungen über die Flüchtlinge und die Probleme/Kriminalität.

Eine Verurteilung der Taten und der Geisteshaltung, gar eine Warnung an die Täter, erfolgt nicht, oder nur unter ferner liefen.


Die nächste glatte Lüge.

Ich mag gar nicht daran denken, wie sich Frauen fühlen, und wie sehr sie sich von der Politik verraten fühlen müssen.


Die nächste Lüge. Frauen sind offensichtlich intelligenter als Männer und nur 11% der Frauen sind dumm genug die AfD zu wählen.

Ich unterstelle mal angesichts der Faktenlage dass du absichtlich Lügen verbreitest.
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon Bielefeld09 » Mi 14. Dez 2016, 00:16

frems hat geschrieben:(14 Dec 2016, 00:05)

Weiß ich nicht, ob wir das sind. Die von ihm genannten Ängste habe ich jedenfalls nicht und kann auch nicht jene von Jack nachvollziehen, da ich etliche Jahre den ÖPNV in Hamburg nutzte und nachts oft alleine in eine andere Richtung als meine Bekannten fuhr. Eine Schlägerei habe ich nur ein einziges mal selbst erlebt bzw. gesehen, weil sich zwei besoffene Proleten wegen einer Nichtigkeit anpöbelten, hochschaukelten und dann einer zuschlug, der anschließend von seinen Kumpels weggezogen wurde. Find ich jetzt nicht so dramatisch.

Ich auch nicht, aber ich erlebte in einer Bahn mal Menschen,
die besoffen waren und andere Fahrgäste anpöpelten.
Beruhigende Worte änderten die Situation nicht,
ich habe diese Idioten aus der Bahn geworfen.
Fand ich auch nicht besonders dramatisch.
Angst hatte ich da keine.
Auch wenn es mal falsch rüberkommt, es ist nie persönlich gemeint. Sorry :( :(
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon frems » Mi 14. Dez 2016, 00:23

Bielefeld09 hat geschrieben:(14 Dec 2016, 00:16)

Ich auch nicht, aber ich erlebte in einer Bahn mal Menschen,
die besoffen waren und andere Fahrgäste anpöpelten.
Beruhigende Worte änderten die Situation nicht,
ich habe diese Idioten aus der Bahn geworfen.
Fand ich auch nicht besonders dramatisch.
Angst hatte ich da keine.

Na siehst. Wär ich so auf der Treppe getreten worden wie die junge Frau, würde ich mich vermutlich zukünftig auch öfter umdrehen, obwohl ich weiß, wie unwahrscheinlich es ist, Opfer von Gewalt durch Unbekannte zu werden. Da reicht ja ein Blick in die Statistiken. Durchwühlt man akribisch jeden Tag die BILD, um zu schauen, ob irgendwo in Deutschland eine Gewalttat stattfand, kann das über Jahre natürlich wieder anders aussehen. Dazu noch ein paar populistische Sprüche und fertig ist die Laube.
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon Bielefeld09 » Mi 14. Dez 2016, 00:31

frems hat geschrieben:(14 Dec 2016, 00:23)

Na siehst. Wär ich so auf der Treppe getreten worden wie die junge Frau, würde ich mich vermutlich zukünftig auch öfter umdrehen, obwohl ich weiß, wie unwahrscheinlich es ist, Opfer von Gewalt durch Unbekannte zu werden. Da reicht ja ein Blick in die Statistiken. Durchwühlt man akribisch jeden Tag die BILD, um zu schauen, ob irgendwo in Deutschland eine Gewalttat stattfand, kann das über Jahre natürlich wieder anders aussehen. Dazu noch ein paar populistische Sprüche und fertig ist die Laube.

Und das erklärt dann welche Angst?
Welches Gefühl?
Wo kann mir ein Staat in meiner Angst helfen?
Soll ich nun googlen?
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon frems » Mi 14. Dez 2016, 00:45

Bielefeld09 hat geschrieben:(14 Dec 2016, 00:31)

Und das erklärt dann welche Angst?
Welches Gefühl?
Wo kann mir ein Staat in meiner Angst helfen?
Soll ich nun googlen?

Manchen Menschen kann nicht einmal ein totalitärer Überwachungs- und Polizeistaat genug gefühlte Sicherheit geben, weil auch solch ein System keine 100%-ige Sicherheit garantieren kann. Ich selbst würde jedem Menschen Literatur empfehlen, aber dann müssen die Personen prinzipiell Bereitschaft für Selbstkritik und -reflexion zeigen.

Beispielsweise ist das Buch "Das Risikoparadox: Warum wir uns vor dem Falschen fürchten" von Prof. Ortwin Renn von der Uni Stuttgart sehr umfangreich und auch so geschrieben, dass Nicht-Akademiker es einfach verstehen. In dem Buch (über 600 Seiten) reißt Renn alle möglichen "Gefahrenbereiche" des Menschen an, ob Ernährungsgewohnheiten, Drogen, Gentechnik, Lebensmittelskandale, Vogelgrippen, Arbeitsschutz, Umweltbedingungen, Naturkatastrophen, IT, Maschinen, Mord, Raub, Terror, Verkehr oder Energieversorgung. Dazu auch allerlei Erklärungen auf anerkannten Studien zur Risikowahrnehmung der Öffentlichkeit und des Individuums. Wer sich nur für Kriminalität interessiert, kann alle anderen Kapitel ja weglassen. Gibt's im Netz neu schon für 12 Euro und gebraucht entsprechend billiger. Wär ja ein nettes Eigengeschenk für den ein oder anderen zur Weihnachtszeit.

Aber wie gesagt: wer bisher immer alle Fakten ignorierte und sich sein Weltbild durch selektive Bildhäppchen bastelt, der ist vermutlich nicht die Person, der ich solch Literatur empfehlen würde. Der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier und niemand wirft gerne ein Weltbild über Bord, das er sich mühsam über etliche Jahre erstellt hat und sich ansonsten eingestehen müsste, lange auf dem Holzweg gewesen zu sein und nicht so rational, wie immer angenommen, dachte, sondern rein emotional.
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon Bielefeld09 » Mi 14. Dez 2016, 01:01

frems hat geschrieben:(14 Dec 2016, 00:45)

Manchen Menschen kann nicht einmal ein totalitärer Überwachungs- und Polizeistaat genug gefühlte Sicherheit geben, weil auch solch ein System keine 100%-ige Sicherheit garantieren kann. Ich selbst würde jedem Menschen Literatur empfehlen, aber dann müssen die Personen prinzipiell Bereitschaft für Selbstkritik und -reflexion zeigen.

Beispielsweise ist das Buch "Das Risikoparadox: Warum wir uns vor dem Falschen fürchten" von Prof. Ortwin Renn von der Uni Stuttgart sehr umfangreich und auch so geschrieben, dass Nicht-Akademiker es einfach verstehen. In dem Buch (über 600 Seiten) reißt Renn alle möglichen "Gefahrenbereiche" des Menschen an, ob Ernährungsgewohnheiten, Drogen, Gentechnik, Lebensmittelskandale, Vogelgrippen, Arbeitsschutz, Umweltbedingungen, Naturkatastrophen, IT, Maschinen, Mord, Raub, Terror, Verkehr oder Energieversorgung. Dazu auch allerlei Erklärungen auf anerkannten Studien zur Risikowahrnehmung der Öffentlichkeit und des Individuums. Wer sich nur für Kriminalität interessiert, kann alle anderen Kapitel ja weglassen. Gibt's im Netz neu schon für 12 Euro und gebraucht entsprechend billiger. Wär ja ein nettes Eigengeschenk für den ein oder anderen zur Weihnachtszeit.

Aber wie gesagt: wer bisher immer alle Fakten ignorierte und sich sein Weltbild durch selektive Bildhäppchen bastelt, der ist vermutlich nicht die Person, der ich solch Literatur empfehlen würde. Der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier und niemand wirft gerne ein Weltbild über Bord, das er sich mühsam über etliche Jahre erstellt hat und sich ansonsten eingestehen müsste, lange auf dem Holzweg gewesen zu sein und nicht so rational, wie immer angenommen, dachte, sondern rein emotional.

Nein, das sind wir nicht.
Wir sind Menschen mit gestaltendem Willen,
das sind wir.
Und das machen wir so weiter.
Und so verkehrt ist das nicht.
Auch wenn es mal falsch rüberkommt, es ist nie persönlich gemeint. Sorry :( :(
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon frems » Mi 14. Dez 2016, 01:24

Bielefeld09 hat geschrieben:(14 Dec 2016, 01:01)

Nein, das sind wir nicht.
Wir sind Menschen mit gestaltendem Willen,
das sind wir.
Und das machen wir so weiter.
Und so verkehrt ist das nicht.

Das glaubt jeder, aber es machen nicht viele. Wenn ich ein kleines, für mich persönlich interessantes Beispiel aus dem Buch grob wiedergeben darf (ich bin kein Ernährungswissenschaftler): in Mecklenburg-Vorpommern ging vor 20 Jahren durch die Presse, dass die Fische eine "extrem hohe" Quecksilberbelastung hätten und dies krebserregend sei. Und tatsächlich stieg der Wert ums Zehnfache an. Das klingt erstmal erschreckend viel, aber vor einem gesundheitsgefährdenden Wert war man noch so weit entfernt, dass man jeden Tag etliche Kilo Fisch essen müsste, bevor es problematisch wird. Für eine Überschreitung der Richtwerte hätte es schon mehr als eine Verhundertfahrung benötigt und die Richtwerte sind schon sehr strikt in der EU bemessen.

Der Fischverkauf brach rasant ein und fast im selben Umfang stieg der Verkauf von Schweine- und Rindfleisch. Problem: das fettige Tierfleisch ist viel ungesünder und krebserregender als Fisch. In der Gesamtbetrachtung hat die Bevölkerung in ihrer Hysterie ihr Krebsrisiko durch den gestiegenen Fleischkonsum sogar erhöht, obwohl man es doch beim Einkauf reduzieren wollte. Natürlich handelte nicht jedes Individuum so, aber eben die breite Masse im Durchschnitt. Die Zahlen lagen alle auf dem Tisch und die Gefährdung war bekannt. Tägliche "Verzehnfachung der krebserregenden Fisch-Werte!"-Schlagzeilen waren aber lauter, selbst für jene Fischsorten, die gar nicht betroffen waren, z.B. weil man sie importierte statt aus der Ostsee zu fischen, wo sie gar nicht existieren.

Oder ein anderes Beispiel: es ist noch gar nicht so lange her, dass in Bayern bedauerlicherweise zehn Menschen durch ein Zugunglück starben. Alle bundesweiten Medien berichteten darüber, Experten wurden interviewt, Politiker äußerten sich, Talkshows liefen Abend zu diesem Thema usw. usf. Viele Eisenbahnverkehrsunternehmen registrierten auch einen Rückgang der Nachfrage. Für mich war das recht frustrierend, denn zehn Verkehrstote ist grob die Zahl jener, die jeden Tag in Deutschland sterben bzw. etwa 3.500 pro Jahr. Also fuhren Leute aus Angst, ausgelöst durch diesen Unfall, häufiger mit dem Pkw, mit dem sie ein 40-mal größeres Todesrisiko haben als mit ÖPNV und SPFV -- und ihre Mitmenschen, ob im Auto, zu Fuß oder auf dem Rad, ebenfalls einem höheren Risiko ausgesetzt werden. Tja, was willst Du da machen? Die Leute werden aus allen Richtungen beschallt, sehen schlimme Bilder vom Unfallort und kriegen Angst. Zehn Verkehrstote, aufgeteilt auf zehn Lokalblätter, erzeugen solch eine Wirkung nicht einmal Ansatzweise.
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon Bielefeld09 » Mi 14. Dez 2016, 01:39

frems hat geschrieben:(14 Dec 2016, 01:24)

Das glaubt jeder, aber es machen nicht viele. Wenn ich ein kleines, für mich persönlich interessantes Beispiel aus dem Buch grob wiedergeben darf (ich bin kein Ernährungswissenschaftler): in Mecklenburg-Vorpommern ging vor 20 Jahren durch die Presse, dass die Fische eine "extrem hohe" Quecksilberbelastung hätten und dies krebserregend sei. Und tatsächlich stieg der Wert ums Zehnfache an. Das klingt erstmal erschreckend viel, aber vor einem gesundheitsgefährdenden Wert war man noch so weit entfernt, dass man jeden Tag etliche Kilo Fisch essen müsste, bevor es problematisch wird. Für eine Überschreitung der Richtwerte hätte es schon mehr als eine Verhundertfahrung benötigt und die Richtwerte sind schon sehr strikt in der EU bemessen.

Der Fischverkauf brach rasant ein und fast im selben Umfang stieg der Verkauf von Schweine- und Rindfleisch. Problem: das fettige Tierfleisch ist viel ungesünder und krebserregender als Fisch. In der Gesamtbetrachtung hat die Bevölkerung in ihrer Hysterie ihr Krebsrisiko durch den gestiegenen Fleischkonsum sogar erhöht, obwohl man es doch beim Einkauf reduzieren wollte. Natürlich handelte nicht jedes Individuum so, aber eben die breite Masse im Durchschnitt. Die Zahlen lagen alle auf dem Tisch und die Gefährdung war bekannt. Tägliche "Verzehnfachung der krebserregenden Fisch-Werte!"-Schlagzeilen waren aber lauter, selbst für jene Fischsorten, die gar nicht betroffen waren, z.B. weil man sie importierte statt aus der Ostsee zu fischen, wo sie gar nicht existieren.

Oder ein anderes Beispiel: es ist noch gar nicht so lange her, dass in Bayern bedauerlicherweise zehn Menschen durch ein Zugunglück starben. Alle bundesweiten Medien berichteten darüber, Experten wurden interviewt, Politiker äußerten sich, Talkshows liefen Abend zu diesem Thema usw. usf. Viele Eisenbahnverkehrsunternehmen registrierten auch einen Rückgang der Nachfrage. Für mich war das recht frustrierend, denn zehn Verkehrstote ist grob die Zahl jener, die jeden Tag in Deutschland sterben bzw. etwa 3.500 pro Jahr. Also fuhren Leute aus Angst, ausgelöst durch diesen Unfall, häufiger mit dem Pkw, mit dem sie ein 40-mal größeres Todesrisiko haben als mit ÖPNV und SPFV -- und ihre Mitmenschen, ob im Auto, zu Fuß oder auf dem Rad, ebenfalls einem höheren Risiko ausgesetzt werden. Tja, was willst Du da machen? Die Leute werden aus allen Richtungen beschallt, sehen schlimme Bilder vom Unfallort und kriegen Angst. Zehn Verkehrstote, aufgeteilt auf zehn Lokalblätter, erzeugen solch eine Wirkung nicht einmal Ansatzweise.

Aber warum sollte unsere Antwort: Angst sein?
Warum begreifen wir Zukunft nicht endlich mal als Herausforderung?
Was soll diese Angst?
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon ebi80 » Mi 14. Dez 2016, 01:44

Bielefeld09 hat geschrieben:(14 Dec 2016, 01:39)

Aber warum sollte unsere Antwort: Angst sein?
Warum begreifen wir Zukunft nicht endlich mal als Herausforderung?
Was soll diese Angst?


Das musst du die fragen, die welche haben. Ich verstehe es auch nicht.
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