„Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

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Cat with a whip
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„Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon Cat with a whip » Di 20. Sep 2016, 16:53

findet zumindest Harald Welzer, der die aktuelle Hyterie völlig absurd findet.

Herr Welzer, können Sie den Begriff „Angst“ überhaupt noch hören?

Schlecht. Dieses ständige Gerede von einer „verängstigten Gesellschaft“ macht mich inzwischen regelrecht wütend, weil es die Angst selbst erst hervorruft, die es behauptet. „Hysterische Gesellschaft“ wäre deshalb der passendere Begriff. Der Eindruck einer um sich greifenden Angst ist ein extrem gelungenes Marketing der Rechtspopulisten. Das Verhängnisvolle ist, dass Politik und Medien diesen Quatsch auch noch für bare Münze nehmen.

Terror, sozialer Abstieg, Altersarmut – das sollen alles bloß Chimären sein?

Letztlich ja. Und jetzt mal im Ernst: Die Deutschen laufen doch nicht von Panikattacken geschüttelt durch die Gegend. Abstiegssorgen, ja, die gibt es, zweifellos. Sie sind aber ein konstitutives Element moderner Gesellschaften. Weil die Kehrseite Aufstiegschancen sind, die statische Gesellschaftsformen den Menschen nicht bieten. Und auch der Terror ist natürlich eine Bedrohung. Statistisch aber liegt sie, wie wir wissen, weit unterhalb eines simplen Haushaltsunfalls. Der eigentliche Erfolg des Terrors bemisst sich doch daran, in welchem Maß sich die Leute davon verrückt machen lassen.

http://www.fr-online.de/kultur/intervie ... 85260.html


Dem schliesse ich mich absolut an. Man merkt im Alltag auch keine wirkliche besondere Bedrohung, wir leben in einem der sichersten Länder, geniessen eine recht gute Gesundheitsversorgung und für den größten Teil der Gesellschaft lebt in Wohlstand. Wenn überhaupt müssten wir uns mal vor dem Strassenverkehr oder unserer eigenen Dusseligkeit fürchten, die uns am ehesten Bedrohen.

Gelingt es gerade deshalb vielleicht den Demagogen mit hysterischem Geschrei uns zusätzlich eine Angst einzureden?
"Die Erde ist ein Irrenhaus. Dabei könnte das bis heute erreichte Wissen der Menschheit aus ihr ein Paradies machen." Joseph Weizenbaum
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon GG146 » Di 20. Sep 2016, 17:05

Sehe ich auch so. Wir haben kein Angst - Problem in Deutschland, sondern ein Klugscheißer - und Bedenkenträger - Problem. Die Abteilung für Küchenpsychologie innerhalb der Klugscheißer - Gemeinde erklärt uns nur regelmäßig, wie ängstlich wir seien.

Besonders deutlich wird das durch einen Vergleich zwischen unserer und einer wirklich angstzerfressenen Gesellschaft, nämlich der us - amerikanischen. An dem dortigen Waffen- und Gewaltfetischismus kann man sehen, wohin kollektive Paranoia tatsächlich führt.
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon epona » Di 20. Sep 2016, 17:07

Cat with a whip hat geschrieben:(20 Sep 2016, 17:53)

findet zumindest Harald Welzer, der die aktuelle Hyterie völlig absurd findet.


http://www.fr-online.de/kultur/intervie ... 85260.html


Dem schliesse ich mich absolut an. Man merkt im Alltag auch keine wirkliche besondere Bedrohung, wir leben in einem der sichersten Länder, geniessen eine recht gute Gesundheitsversorgung und für den größten Teil der Gesellschaft lebt in Wohlstand. Wenn überhaupt müssten wir uns mal vor dem Strassenverkehr oder unserer eigenen Dusseligkeit fürchten, die uns am ehesten Bedrohen.

Gelingt es gerade deshalb vielleicht den Demagogen mit hysterischem Geschrei uns zusätzlich eine Angst einzureden?


Dem schliesse ich mich ebenfalls an.

Gerade vorhin, bei einem erneuten Beitrag über das "schreckliche" über Nacht hereingebrochene "Flüchtlingselend", dachte ich, was ein Völkchen verweichtlicher Pupser.
Niemand musste etwas unfreiwillig abgeben, niemanden wurden Sozialleistungen gekürzt, niemanden Freiheiten beschnitten.
Sie jammern, jammern, jammern, jammern, jammern, jammern, jammern und sind schrecklich wütend, weil Mama Merkel sie nicht auf den Schoß nimmt und tröstet. :(
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon frems » Di 20. Sep 2016, 17:10

Cat with a whip hat geschrieben:(20 Sep 2016, 17:53)
Gelingt es gerade deshalb vielleicht den Demagogen mit hysterischem Geschrei uns zusätzlich eine Angst einzureden?

Ist halt Tradition. Wir fürchten uns noch vor einem Luftzug im Sommer. Schon Tucholsky ist am deutschen Bedenkträgertum verzweifelt. Auch schön:

Den Deutschen wird gerne nachgesagt, dass sie passionierte Bedenkträger seien. Egal wie gut es ihnen gehe und welche Vorteile man ihnen gewähre, sie fänden immer ein Haar in der Suppe. Johannes Gross hat diese Auffassung in einem Beitrag des FAZ Magazins folgendermaßen karikiert: „Als die ersten Menschen sich aufrichteten, um auf zwei Beinen zu gehen, ist gleich ein Deutscher zugeeilt, um dringlich zu warnen: Das sei gefährlich, es drohe der Sturz, besonders bei Kindern und Alten; vor allem sei es unsolidarisch gegen die übrigen Vierbeiner, auch theologisch bedenklich, denn es wende das Menschengesicht ab von der Erde, dem mütterlichen Grund“

Stammt aus diesem ganz interessanten Büchlein: https://www.amazon.de/Das-Risikoparadox ... 3596198119
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon Atheist » Di 20. Sep 2016, 17:49

GG146 hat geschrieben:(20 Sep 2016, 18:05)

Sehe ich auch so. Wir haben kein Angst - Problem in Deutschland, sondern ein Klugscheißer - und Bedenkenträger - Problem. Die Abteilung für Küchenpsychologie innerhalb der Klugscheißer - Gemeinde erklärt uns nur regelmäßig, wie ängstlich wir seien.


Bei den Medien weiß man nicht so recht, ob sie, wie Kassandra :D, selbst Angst haben oder anderen Angst machen wollen, oder einfach nur einfältig sind und den Inhalt ihrer Zeitungsartikel bei der Konkurrenz abschauen, sie also "nachäffen". Das Tierreich lässt grüßen. Sie könnten aber auch die Wirklichkeit zutreffend beschreiben.

Besonders deutlich wird das durch einen Vergleich zwischen unserer und einer wirklich angstzerfressenen Gesellschaft, nämlich der us - amerikanischen. An dem dortigen Waffen- und Gewaltfetischismus kann man sehen, wohin kollektive Paranoia tatsächlich führt.


Der US-Bevölkerung wird eher Optimismus als German Angst zugeschrieben. Ob diese Vorurteile zutreffen, müsste empirisch untersucht werden.
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon Anderus » Di 20. Sep 2016, 18:23

Gegen Angst, kann man doch gar nichts machen. Man sieht Dinge, und man bekommt Angst. Was ist dagegen einzuwenden? Man sitzt im Bus, und es kommen ein paar Ausländer rein, deren Aussehen, und deren Gesten, einem Angst machen. Man bekommt Angst. Da braucht es keine Angstmacher. Die Angst kommt von alleine.
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon Billie Holiday » Di 20. Sep 2016, 18:30

Ich habe keine Angst, ich hab bloß nicht ausnahmslos jeden pauschal lieb und mir war mal in dem alten, dunklen Kellergewölbe eines Herrenhauses, wo ich allein Aufmaß machte, unheimlich.
Die eine oder andere Krankheit könnte mich ängstigen, bin aber zur Zeit fit wie Bold.
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon Billie Holiday » Di 20. Sep 2016, 18:33

Anderus hat geschrieben:(20 Sep 2016, 19:23)

Gegen Angst, kann man doch gar nichts machen. Man sieht Dinge, und man bekommt Angst. Was ist dagegen einzuwenden? Man sitzt im Bus, und es kommen ein paar Ausländer rein, deren Aussehen, und deren Gesten, einem Angst machen. Man bekommt Angst. Da braucht es keine Angstmacher. Die Angst kommt von alleine.


Geht mir bei Besoffenen, Liebesbedürftigen und Skins ähnlich, was aber dann eher ein mulmiges Gefühl ist als echte Angst.
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon Anderus » Di 20. Sep 2016, 18:42

Billie Holiday hat geschrieben:(20 Sep 2016, 19:33)

Geht mir bei Besoffenen, Liebesbedürftigen und Skins ähnlich, was aber dann eher ein mulmiges Gefühl ist als echte Angst.


Richtig. Das sind die Vorurteile die jeder Mensch hat, wogegen er nichts machen kann. Ohne Angst, (mulmiges Gefühl), ist man doch gar nicht überlebensfähig. Wenn einem grundsätzlich nichts Angst macht, kann man kaum alt werden. Man muss jedem Menschen zubilligen, das er sich eine Lebensform wählt, wo er gegen bestimmte Dinge Vorsorge trifft, die ihm Angst machen.
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon Billie Holiday » Di 20. Sep 2016, 18:54

Die Angst des "kleinen Mannes", nach dem Verlust des Arbeitsplatzes, nach einer Scheidung oder mit einer chronischen Krankheit auf dem absteigenden Ast zu sein, ist übrigens nicht unberechtigt.
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon schokoschendrezki » Di 20. Sep 2016, 19:15

Cat with a whip hat geschrieben:(20 Sep 2016, 17:53)
Wenn überhaupt müssten wir uns mal vor dem Strassenverkehr oder unserer eigenen Dusseligkeit fürchten, die uns am ehesten Bedrohen.

Exakt diese beiden Faktoren sind auch meine einzig relevanten Angstschürer ... Gottseidank bin ich ansonsten nicht nur gegen "Überfremdungsangst" vollkommen immun (obwohl ich in einer lokalen Umgebung mit sehr sehr vielen Fremden lebe), ich bin auch gegen Angst vor Lactose-, Histamin- und allen sonstigen Unverträglichkeiten immun, ich habe weder Angst vor Impfungen noch vor Wespenstichen, ich bin völlig immun gegen Angst vor Nähe in öffentlichen Verkehrsmitteln. Im Gegenteil, ich finds immer wieder und jeden Tag spannend und unterhaltsam, statt allein und beengt im Auto zu sitzen, allerlei Leute in öffentlichen Verkehrsmitteln zu beobachten (nun ja, wenn sie nicht gerade besoffen sind und/oder stinken, dann ists aber nicht Angst sondern Ekel). Ich habe auch keine Angst vor der NPD und bin vehement gegen ein Verbot dieser lächerlichen und völlig irrelevanten Truppe.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon PeterK » Di 20. Sep 2016, 19:20

Anderus hat geschrieben:(20 Sep 2016, 19:23)
Man sitzt im Bus, und es kommen ein paar Ausländer rein, deren Aussehen, und deren Gesten, einem Angst machen.

Erinnert mich an "Django zahlt heute nicht. Django hat 'ne Monatskarte."

Ernsthaft: Das Aussehen von "Ausländern" macht Dir Angst?
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon watisdatdenn? » Di 20. Sep 2016, 19:36

ich habe keine angst, eher grimm darauf, dass auf den demokratischen willen in extremer form geschissen wird, auf internationale verträge gleich mit, sowie auf das befinden unserer europäischen nachbarländer, was in der folge die EU zersetzt (brexit als krachender anfang).
selbstverständlich völlig grundlos tendiert dieser grimm in richtung unserer kanzlerin.

ich habe auch (fast) keine angst das experiment "sind die bewohner molenbeeks duldsame lämmchen die sich nicht mäh sagen trauen?" durchzuführen.
watisdatdenn? hat geschrieben:(23 Mar 2016, 04:29)
Wenn du davon überzeugt bist, können wir ein experiment starten.
Wir fahren nach brüssel moolenbeck und ich kündige öffentlich und laut an, dass du einen koran zerreissen und dann in einen abfalleimer werfen wirst.
Ich bezahle den koran und die fahrtkosten und du zerreisst dann dort öffentlich den koran.

Wenn dann niemand dir gegenüber einen wunsch aüßert, gebe ich dir mit deiner erziehungstheorie recht.

Bei echtem interesse an dem experiment eine pn an mich.

du hast dich da aber noch nicht bei mir gemeldet.
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon Bielefeld09 » Di 20. Sep 2016, 19:44

PeterK hat geschrieben:(20 Sep 2016, 20:20)

Erinnert mich an "Django zahlt heute nicht. Django hat 'ne Monatskarte."

Ernsthaft: Das Aussehen von "Ausländern" macht Dir Angst?

Nee, agressive Typen kotzen mich an.-
Egal ob Rauschebart oder Glatze.
Sie kotzen mich beide an.
Und Angst habe ich auch vor solchen Vollpfosten,
aber auf allen Seiten.
Aber die Angst ändert nichts in mir.
Meine Angst lässt mich fragen nach Lösungen.
Wo sind die denn?
Auch wenn es mal falsch rüberkommt, es ist nie persönlich gemeint. Sorry :( :(
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon schelm » Di 20. Sep 2016, 19:44

Mich kotzt das Gerede von Angst auch an. Die nämlich, die Angst unterstellen, sind diejenigen die Angst haben, man könnte bestimmte Entwicklungen schlicht nicht wollen, deshalb das diskreditierende Geschwätz von Angst. Als hätte man Angst vor einer Suppe, nur weil man sie nicht auslöffeln will.
Jeder Kaiser hat das Recht nackt vor sein Volk zu treten, aber dafür bedarf es eines Volkes, das nicht blind ist.
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon Atheist » Di 20. Sep 2016, 20:09

schelm hat geschrieben:(20 Sep 2016, 20:44)

Mich kotzt das Gerede von Angst auch an. Die nämlich, die Angst unterstellen, sind diejenigen die Angst haben, man könnte bestimmte Entwicklungen schlicht nicht wollen, deshalb das diskreditierende Geschwätz von Angst. Als hätte man Angst vor einer Suppe, nur weil man sie nicht auslöffeln will.


Darum geht's.

Übrigens ist als Angst, Wut, Zorn, Trauer etc. gedeutete gefühlsmäßige Erregtheit je nach Weltsicht moralisch negativ besetzt. Selbst die aufrichtige Mitteilung dieses Gefühls wird, sofern nicht unter vier Augen oder im kleinen Kreis geschehen, als unangemessen angesehen. Freilich trifft es aber auch auf das Gegenteil wie übermäßige Freude zu.
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon PeterK » Di 20. Sep 2016, 20:14

Bielefeld09 hat geschrieben:(20 Sep 2016, 20:44)
Und Angst habe ich auch vor solchen Vollpfosten, aber auf allen Seiten.

Ich bin gewiss kein Held; aber Angst habe ich vor solchen Typen nicht. Und vor "Ausländern" oder "Fremden" generell schon mal gar nicht. Warum auch?
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon JJazzGold » Di 20. Sep 2016, 22:14

Anderus hat geschrieben:(20 Sep 2016, 19:23)

Gegen Angst, kann man doch gar nichts machen. Man sieht Dinge, und man bekommt Angst. Was ist dagegen einzuwenden? Man sitzt im Bus, und es kommen ein paar Ausländer rein, deren Aussehen, und deren Gesten, einem Angst machen. Man bekommt Angst. Da braucht es keine Angstmacher. Die Angst kommt von alleine.


Ich habe keine Angst.
Aber ich bin auch eine intelligente Frau.

God creates dinosaurs. God destroys dinosaurs. God creates man. Man destroys God. Man creates dinosaurs.
Dinosaurs eat man. Woman inherits the earth.
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon Quatschki » Mi 21. Sep 2016, 07:43

schelm hat geschrieben:(20 Sep 2016, 20:44)

Mich kotzt das Gerede von Angst auch an. Die nämlich, die Angst unterstellen, sind diejenigen die Angst haben, man könnte bestimmte Entwicklungen schlicht nicht wollen, deshalb das diskreditierende Geschwätz von Angst. Als hätte man Angst vor einer Suppe, nur weil man sie nicht auslöffeln will.

Das ist wie mit dem "Fremdenhass"
Da wird auch unterstellt, man sei ein Gemüsegegner und Anti-Veganer, nur weil klarmacht, dass man keine Möhren mag.
Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken!
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Re: „Dieses Gerede von Angst kotzt mich an“

Beitragvon HugoBettauer » Mi 21. Sep 2016, 10:15

Cat with a whip hat geschrieben:(20 Sep 2016, 17:53)

findet zumindest Harald Welzer, der die aktuelle Hyterie völlig absurd findet.


http://www.fr-online.de/kultur/intervie ... 85260.html


Dem schliesse ich mich absolut an. Man merkt im Alltag auch keine wirkliche besondere Bedrohung, wir leben in einem der sichersten Länder, geniessen eine recht gute Gesundheitsversorgung und für den größten Teil der Gesellschaft lebt in Wohlstand. Wenn überhaupt müssten wir uns mal vor dem Strassenverkehr oder unserer eigenen Dusseligkeit fürchten, die uns am ehesten Bedrohen.

Gelingt es gerade deshalb vielleicht den Demagogen mit hysterischem Geschrei uns zusätzlich eine Angst einzureden?

Wälzers Bild ist zu einseitig. Jene, die Angst vor Abstieg haben (müssen), haben gerade keine Aufstiegsperspektive.
Wenn ein Mensch kurze Zeit lebt
ist alles neu
Wenn ein Mensch lange Zeit lebt
ist alles neu und anders als früher.

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