befreit die Brüste

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Selina
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Re: befreit die Brüste

Beitragvon Selina » Fr 7. Sep 2018, 09:42

schokoschendrezki hat geschrieben:(07 Sep 2018, 09:12)

Zunächst einmal hat es auch nicht wenig mit der geographischen Verteilung von traditionell katholischen und tradtionell reformierten Regionen zu tun. Wie von User H2O schon beschrieben: Während Künstler-Biografien wie die des Film-Regisseurs Andrzej Wajda oder des Jazz/Rock-Musikers Czesław Niemen in der provinziell-miefigen DDR nahezu undenkbar waren, war eben Nackbaderei für Polen im allgemeinen undenkbar.

"Brot und Spiele" heute in der westlichen Welt ... ein Phänomen von umfassender Selbstorganisation und in keinster Weise von irgendeiner staatlichen Vorgelegtheit. Auch Google, Facebook & Co. sind nicht "die Bösen" sondern bestehen als Phänomen zu gleichen Teilen aus sich selbst und ihren Nutzern. Da ist keiner Opfer oder Täter. Wenn man das kritisch sieht, muss man ganz anders herangehen.


Erstens hat es auch in der DDR Künstler-Biografien gegeben, die alles andere als grau-in-grau aussahen. Und es gab ein Künstler-Leben, das zum Teil sehr frei und kreativ war. Ich kenne bildende Künstler, Schauspieler und Literaten von damals, die seit der Wende nicht anders arbeiten und leben, als sie es vorher taten, heute "nur" mit einer schwierigeren sozialen Situation. Und damit meine ich wahrlich keine "staatsnahen" Leute. Nee, ganz "normale" Künstler, zum Teil auch sehr gesellschaftskritische. Und zweitens trifft auf die von dir oft benutzte Formulierung "provinziell-miefige DDR" genau das zu, was du selbst an anderer Stelle sagtest: Alles, was nicht den stets und ständig wiederholten und eingeübten Floskeln und Wertungen entspricht (in diesem Falle "provinziell-miefige DDR"), wirkt eher irritierend auf viele Leute. Deshalb dürfte es dich ebenfalls irritieren, wenn ich sage, es gab durchaus sehr viele Momente, Situationen und Umstände in meinem DDR-Leben und dem meiner Leute, die waren absolut nicht "provinziell-miefig". Im Gegenteil, ich finde vieles heute viel provinzieller und miefiger. Dieses ausschließliche Schauen auf Konsum und Besitz, diese Glückseligkeit beim Anhäufen von Reichtum und dieses Wohlfühlen in der kuscheligen "Mitte", möglichst "unpolitisch", wirkt oftmals sehr viel kleinkarierter, provinzieller und miefiger, als ich es damals erlebt habe. Obwohl es natürlich auch da massenhaft Kleinkariertheit gab, aber diese Erscheinungen sind denen von heute nur zu ähnlich. Die eine Kleinkariertheit war zehn Pfennige, die andere nen Groschen wert (ich weiß gar nicht, obs den Spruch auch in Euro und Cent gibt :D )
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Re: befreit die Brüste

Beitragvon Senexx » Fr 7. Sep 2018, 09:52

Fuerst_48 hat geschrieben:(07 Sep 2018, 09:35)

Da gab es doch ein Foto von Merkel nackt als Mädchen mit 2 Freundinnen auf einem Badesteg. Das wurde später konfisziert, war aber oft in Foren zu sehen.


Dem Himmel sei dank.

Ich möchte keine/n Politiker/Politikerin nackt sehen.
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Re: befreit die Brüste

Beitragvon Fuerst_48 » Fr 7. Sep 2018, 10:15

Dark Angel hat geschrieben:(07 Sep 2018, 10:34)

Ja und? Ich sehe da nichts Verwerfliches dabei.

Ich hatte es auch nur als Beispiel erwähnt, nicht als etwas Verwerfliches...
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Re: befreit die Brüste

Beitragvon Fuerst_48 » Fr 7. Sep 2018, 10:16

Senexx hat geschrieben:(07 Sep 2018, 10:52)

Dem Himmel sei dank.

Ich möchte keine/n Politiker/Politikerin nackt sehen.

Augen zu und durch... :D :D :D
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Re: befreit die Brüste

Beitragvon H2O » Fr 7. Sep 2018, 10:51

Dark Angel hat geschrieben:(07 Sep 2018, 10:34)

Ja und? Ich sehe da nichts verwerfliches dabei.


Da waren recht hübsche junge Frauen zu sehen!
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Re: befreit die Brüste

Beitragvon BlueMonday » Fr 7. Sep 2018, 11:57

schokoschendrezki hat geschrieben:(07 Sep 2018, 07:56)

Es ist eben noch ein ziemlicher Unterschied: Ganz überwiegend keinen Anstoß daran nehmen, für normal halten und auf der anderen Seite: Der Normalfall sein.

Ich hab doch mal den Versuch einer Überschlagsrechnung gemacht. In dem weiter oben verwiesenen NDR-Artikel war von 40 offiziellen Nacktbadestellen 1982 und 60 1988 die Rede. Dank eines Wasserqualitätskatasters für einzelne Bundesländer kann man online auch die Anzahl öffentlicher Badestellen ermitteln. Das sind für Brandenburg 273 (https://badestellen.brandenburg.de/home/-/bereich/liste). Ganz grob überschlagen dürfte die Zahl von Badestellen auf dem Gebiet der DDR also irgendwo bei ein bis zweitausend liegen. 60 davon sind vielleicht irgendwie um die 5 Prozent (wenn ich mich nicht verrechnet habe). Das in etwa spiegelt die tatsächliche DDR-Realität wieder. Die Affinität zum einen und die Toleriertheit von FKK zum anderen (auch darin besteht noch mal ein Unterschied) steht auf einem ganz anderen Blatt.
.


Ich kann nur bestätigen, dass in der DDR die Badehose bzw. der Badeanzug/Bikini immer der Normalfall blieb. FKK hatte sicherlich eine wachsende Verbreitung und überzeugte Anhängerschaft, aber es war etwas, das extra ausgewiesen wurde, streckenweise auch förmlich erkämpft werden musste. FKK war die Ausnahme, die erst erlaubt werden musste. Es war eine recht breit gewordene, nicht mehr zu übersehende Nische, so würde ich es charakterisieren.
Wer als FKKler in seinem FKK-Exil regelmäßg urlaubte, hatte wohl irgendwann den Eindruck, dass es kaum etwas anderes gab, das mag sein. FKK war so: "Na gut, hier bekommt ihr Verrückten euer Plätzchen, euren Raum, aber bleibt uns Normalos bitte damit vom Hals. Wir wollen das nicht sehen." Der Normalo war der FDGB-Urlauber, der sich seine Badehose lieber in der Umkleidekabine anzog als in der Öffentlichkeit. Und diese Kabinen gab es zuhauf an den Badeseen der DDR.
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Re: befreit die Brüste

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 7. Sep 2018, 15:00

BlueMonday hat geschrieben:(07 Sep 2018, 12:57)

Ich kann nur bestätigen, dass in der DDR die Badehose bzw. der Badeanzug/Bikini immer der Normalfall blieb. FKK hatte sicherlich eine wachsende Verbreitung und überzeugte Anhängerschaft, aber es war etwas, das extra ausgewiesen wurde, streckenweise auch förmlich erkämpft werden musste. FKK war die Ausnahme, die erst erlaubt werden musste. Es war eine recht breit gewordene, nicht mehr zu übersehende Nische, so würde ich es charakterisieren.
Wer als FKKler in seinem FKK-Exil regelmäßg urlaubte, hatte wohl irgendwann den Eindruck, dass es kaum etwas anderes gab, das mag sein. FKK war so: "Na gut, hier bekommt ihr Verrückten euer Plätzchen, euren Raum, aber bleibt uns Normalos bitte damit vom Hals. Wir wollen das nicht sehen." Der Normalo war der FDGB-Urlauber, der sich seine Badehose lieber in der Umkleidekabine anzog als in der Öffentlichkeit. Und diese Kabinen gab es zuhauf an den Badeseen der DDR.

Das sehe ich ganz ähnlich bis auf die Tatsache, dass "FDGB-Urlaub" ziemlich verbreitet aber eben auch nicht der "Normalfall" war. In München kommt (Stand 2016) auf etwa 44 Einwohner ein Hund. DIe Stadt ist - wenn ich es recht mitbekommen habe - für ihre Hundeanhängigkeit berühmt. Aber der Hundebesitz als solcher ist eigentlich trotzdem und auch dort eine ziemliche Ausnahme.
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Re: befreit die Brüste

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 7. Sep 2018, 15:15

Dark Angel hat geschrieben:(07 Sep 2018, 09:32)

Wirklich ganz toll - du nimmst das Wasserqualitätskataster der einzelnen Bundesländer her und willst daraus rückwirkend ermitteln, wieviele öffentliche Badestellen es zu DDR-Zeiten gab, dass das gar NICHT funktionieren KANN - auf die Idee kommst du gar nicht erst. Öfentliche Badestelle heißt bewirtschaftete Badestelle, mit Rettungsschwimmer etc. und da gab es zu DDR-Zeiten sehr viel weniger als heute.

Mir ist die Ungenauigkeit der Abschätzung sehr wohl bewusst. Dass es im Schnitt zu DDR-Zeiten weniger öffentliche Badestellen mit Rettungsschwimmern usw. gab als heute auf dem Gebiet der ehemaligen DDR ... nun gut: Das hätte ich jetzt eigentlich eher nicht vermutet. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, als in jedem einzelnen Straßenbahnwaggon (!) ein Fahrkartenschalter mit einer natürlichen Person vorhanden war. Als es noch ein ganzes Stück mehr Kleinbahnstrecken gab und jeder Kleinstreckenbahnhof einen Bahnhofsvorsteher, Fahrkartenverkäufer und Schrankenwärter hatte. Wenn ich da vom jetzigen Deutsche-Bahn-Bahnhofsverzeichnis ausgehen würde, würde ich mich auch verrechnen. Aber in die andere Richtung. Personal war in der DDR bekanntlich so gut wie kostenlos und reichlich vorhanden.
Die meisten Badestellen - egal ob Textil oder FKK waren so genannte "wilde Strände", die in der Statistik gar nicht auftauchen.

Ich wäre im Leben nicht auf die Idee gekommen, an einem "wilden Strand" und dann vielleicht noch mit Kindern baden zu gehen. Gut. Ich bin offensichtlich doch ein Exot gewesen.
Ob du es nun wahrhaben willst oder nicht, in der DDR WAR nackt baden NORMAL. Daran ändert auch deine Abneigung gegen den nackten menschlichen Körper und deine Politisierung desselben nichts.

Wirklich belegbare Zahlen hast auch du nicht. Also was ist schon normal?

Politisierung? DIe Politisierung des Themas besteht für mich in dem auch für mich etwas rätselhaften Ost-West-Fass, das der Autor des Beitrags "Die Rückkehr der Schamhaftigkeit" in DLF "Politisches Feuilleton" heute aktuell und zig Jahre nach dem Ende der DDR aufmachte. Das war der Grund für mich, den Thread wieder hochzuholen. Zur Erinnerung: https://www.deutschlandfunkkultur.de/textil-contra-fkk-die-rueckkehr-der-schamhaftigkeit.1005.de.html?dram:article_id=426084
Und NEIN - es hat KEINEN anderen Grund "Nacktbaden in der DDR als Normalfall" zu beschreiben - es WAR die Realität - ob dir das nun passt oder nicht! Da helfen dir deine Gehirnverrenkungen auch nicht weiter!
DU bist derjenige, der ein Randthema der DDR-Geschichte zum Politikum aufbauscht - vergiss dass bitte nicht.

Nein. Siehe oben.
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Re: befreit die Brüste

Beitragvon Dark Angel » Fr 7. Sep 2018, 18:59

schokoschendrezki hat geschrieben:(07 Sep 2018, 16:15)

Mir ist die Ungenauigkeit der Abschätzung sehr wohl bewusst. Dass es im Schnitt zu DDR-Zeiten weniger öffentliche Badestellen mit Rettungsschwimmern usw. gab als heute auf dem Gebiet der ehemaligen DDR ... nun gut: Das hätte ich jetzt eigentlich eher nicht vermutet. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, als in jedem einzelnen Straßenbahnwaggon (!) ein Fahrkartenschalter mit einer natürlichen Person vorhanden war. Als es noch ein ganzes Stück mehr Kleinbahnstrecken gab und jeder Kleinstreckenbahnhof einen Bahnhofsvorsteher, Fahrkartenverkäufer und Schrankenwärter hatte. Wenn ich da vom jetzigen Deutsche-Bahn-Bahnhofsverzeichnis ausgehen würde, würde ich mich auch verrechnen. Aber in die andere Richtung. Personal war in der DDR bekanntlich so gut wie kostenlos und reichlich vorhanden.

Sorry, aber den "Fahrkartenschalter mit einer natürlichen Person in jedem Straßenbahnwagon" kenne ich schon seit den späten Sechzigern nicht mehr und Schrankenwärter an jeder Kleinbahnstrecke auch nicht. Ab Mitte der Siebziger wurden zunehmend automatische Halbschranken installiert.
Du scheinst wirklich in einer anderen Welt gelebt zu haben!

schokoschendrezki hat geschrieben:(07 Sep 2018, 16:15)Ich wäre im Leben nicht auf die Idee gekommen, an einem "wilden Strand" und dann vielleicht noch mit Kindern baden zu gehen. Gut. Ich bin offensichtlich doch ein Exot gewesen.

Es gab mehr "wilde" Strände/Badestellen als öffentliche Freibäder und natürlich sind da auch Familien mit Kindern baden gegangen. Selbst an den Seen in der Umgebung von Berlin war vorwiegend "Baden auf eigene Gefahr" und damit keine öffentliche Badestelle, auch wenn die von Tausenden Berlinern genutzt wurde.

schokoschendrezki hat geschrieben:(07 Sep 2018, 16:15)Politisierung? DIe Politisierung des Themas besteht für mich in dem auch für mich etwas rätselhaften Ost-West-Fass, das der Autor des Beitrags "Die Rückkehr der Schamhaftigkeit" in DLF "Politisches Feuilleton" heute aktuell und zig Jahre nach dem Ende der DDR aufmachte. Das war der Grund für mich, den Thread wieder hochzuholen. Zur Erinnerung: https://www.deutschlandfunkkultur.de/textil-contra-fkk-die-rueckkehr-der-schamhaftigkeit.1005.de.html?dram:article_id=426084

Tut mir schrecklich leid, aber ich kann in dem verlinkten Artikel keine Politisierung des Themas erkennen.
Schamhaftigkeit hat nichts mit Politik zu tun, wohl aber mit Moralvorstellungen.
Ja - der Autor mag die "Westler" als prüder, verklemmter als die damaligen DDR ansehen, das hat jedoch nichts mit Politik zu tun, sondern mit ganz individuellen und/oder tradierten Moralvorstellungen und die [Moralvorstellungen] sind privat, NICHT politisch!
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: befreit die Brüste

Beitragvon schokoschendrezki » Sa 8. Sep 2018, 06:04

Dark Angel hat geschrieben:(07 Sep 2018, 19:59)

Sorry, aber den "Fahrkartenschalter mit einer natürlichen Person in jedem Straßenbahnwagon" kenne ich schon seit den späten Sechzigern nicht mehr und Schrankenwärter an jeder Kleinbahnstrecke auch nicht. Ab Mitte der Siebziger wurden zunehmend automatische Halbschranken installiert.
Du scheinst wirklich in einer anderen Welt gelebt zu haben!


Es gab mehr "wilde" Strände/Badestellen als öffentliche Freibäder und natürlich sind da auch Familien mit Kindern baden gegangen. Selbst an den Seen in der Umgebung von Berlin war vorwiegend "Baden auf eigene Gefahr" und damit keine öffentliche Badestelle, auch wenn die von Tausenden Berlinern genutzt wurde.


Tut mir schrecklich leid, aber ich kann in dem verlinkten Artikel keine Politisierung des Themas erkennen.
Schamhaftigkeit hat nichts mit Politik zu tun, wohl aber mit Moralvorstellungen.
Ja - der Autor mag die "Westler" als prüder, verklemmter als die damaligen DDR ansehen, das hat jedoch nichts mit Politik zu tun, sondern mit ganz individuellen und/oder tradierten Moralvorstellungen und die [Moralvorstellungen] sind privat, NICHT politisch!


Das politisch relevante am Thema besteht in der Art und Weise der Zuschreibungsmechanismen. Vor allem auch der Selbstzuschreibungen. Der Herbeierinnerungen (FKK in der DDR) wie auch der "Hinwegerinnerungen" (Kolonialmacht Belgien).
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Re: befreit die Brüste

Beitragvon unity in diversity » Sa 8. Sep 2018, 08:09

schokoschendrezki hat geschrieben:(08 Sep 2018, 07:04)

Das politisch relevante am Thema besteht in der Art und Weise der Zuschreibungsmechanismen. Vor allem auch der Selbstzuschreibungen. Der Herbeierinnerungen (FKK in der DDR) wie auch der "Hinwegerinnerungen" (Kolonialmacht Belgien).

Theorie ist, wenn jeder weiss, wie es gemacht werden soll und nichts klappt.
Praxis ist, wenn alles klappt und keiner weiss warum.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA.
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Re: befreit die Brüste

Beitragvon schokoschendrezki » Sa 8. Sep 2018, 08:18

unity in diversity hat geschrieben:(08 Sep 2018, 09:09)

Theorie ist, wenn jeder weiss, wie es gemacht werden soll und nichts klappt.
Praxis ist, wenn alles klappt und keiner weiss warum.

Kein Grund, sich der Theorie-Entwerfungslust grundsätzlich zu verweigern ...
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Re: befreit die Brüste

Beitragvon unity in diversity » Sa 8. Sep 2018, 08:24

schokoschendrezki hat geschrieben:(08 Sep 2018, 09:18)

Kein Grund, sich der Theorie-Entwerfungslust grundsätzlich zu verweigern ...

Es soll Menschen geben, die sich ihr ganzes Leben lang auf das Leben vorbereiten.
Die haben nie gelernt, was Leben ist.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
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Re: befreit die Brüste

Beitragvon Dark Angel » Sa 8. Sep 2018, 12:42

schokoschendrezki hat geschrieben:(08 Sep 2018, 07:04)

Das politisch relevante am Thema besteht in der Art und Weise der Zuschreibungsmechanismen. Vor allem auch der Selbstzuschreibungen. Der Herbeierinnerungen (FKK in der DDR) wie auch der "Hinwegerinnerungen" (Kolonialmacht Belgien).

Hä - was soll denn der Unsinn? Von welchen "Herbeierinnerungen" und "Zuscheibungsmechanismen" faselst du eigentlich?
FKK war in der DDR Realität und Normalität - da wird nix "herbeierinnert".
Nur weil DU niemanden kennst, der FKK betrieben hat, bedeutet das NICHT, dass es nicht Millionen DDR-Bürger getan hätten.
Nur weil DEINE Freunde und Bekannten FKK ablehnend gegenüber standen, war FKK in der DDR KEINE Rand-/Ausnahmeerscheinung, es war auch KEINE Protestbewegung.
In MEINEM Umfeld waren viele FKK-Anhänger und mindestens genauso viele die FKK für sich persönlich ablehnten.

FKK war eine normale Freizeitgestaltung uns an einer normalen Freizeitgestaltung wird gar nichts "politisch relevant", weil die individuelle Freizeitgestaltung IMMER Privatangelegenheit ist. Aus der Privatsphäre hat sich Politik rauszuhalten!

Was DU als "politisch relevant" betrachtest, ist die Politisierung des Privaten/der Privatsphäre und das bedeutet de facto nichts weniger als staatliche Eingriffe in die Privatsphäre und damit Einschränkung bzw aushebeln grundlegender Menschenrechte, bedeutet Abschaffung der Eigenverantwortung des Menschen für sein Leben und zunehmende staatliche Kontrolle!
Das Private zu politisieren sind Merkmale einer Diktatur, was aber interessanterweise besonders von Linken und Grünen vertreten wird.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: befreit die Brüste

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 10. Sep 2018, 06:22

Selina hat geschrieben:(07 Sep 2018, 10:42)

Erstens hat es auch in der DDR Künstler-Biografien gegeben, die alles andere als grau-in-grau aussahen. Und es gab ein Künstler-Leben, das zum Teil sehr frei und kreativ war. Ich kenne bildende Künstler, Schauspieler und Literaten von damals, die seit der Wende nicht anders arbeiten und leben, als sie es vorher taten, heute "nur" mit einer schwierigeren sozialen Situation. Und damit meine ich wahrlich keine "staatsnahen" Leute. Nee, ganz "normale" Künstler, zum Teil auch sehr gesellschaftskritische. Und zweitens trifft auf die von dir oft benutzte Formulierung "provinziell-miefige DDR" genau das zu, was du selbst an anderer Stelle sagtest: Alles, was nicht den stets und ständig wiederholten und eingeübten Floskeln und Wertungen entspricht (in diesem Falle "provinziell-miefige DDR"), wirkt eher irritierend auf viele Leute. Deshalb dürfte es dich ebenfalls irritieren, wenn ich sage, es gab durchaus sehr viele Momente, Situationen und Umstände in meinem DDR-Leben und dem meiner Leute, die waren absolut nicht "provinziell-miefig". Im Gegenteil, ich finde vieles heute viel provinzieller und miefiger. Dieses ausschließliche Schauen auf Konsum und Besitz, diese Glückseligkeit beim Anhäufen von Reichtum und dieses Wohlfühlen in der kuscheligen "Mitte", möglichst "unpolitisch", wirkt oftmals sehr viel kleinkarierter, provinzieller und miefiger, als ich es damals erlebt habe. Obwohl es natürlich auch da massenhaft Kleinkariertheit gab, aber diese Erscheinungen sind denen von heute nur zu ähnlich. Die eine Kleinkariertheit war zehn Pfennige, die andere nen Groschen wert (ich weiß gar nicht, obs den Spruch auch in Euro und Cent gibt :D )

Erst einmal hast du sicher recht, wenn du der These von der DDR-Gesellschaft die Erfahrung von Heterogenität entgegenstellst. Das ist auch meine Erfahrung. Für Gedichte, die nicht hundertpro der Staatsideologie entsprachen, konnte man an der einen EOS [DDR-Gymnasium], meiner nämlich, gefördert werden und wurde an einer anderen (der einer Freundin im Raum Magdeburg) relegiert. Allgemein - so meine Erfahrung jedenfalls - war der Einfluss von Einzelpersonen auf das kulturelle Mikroklima viel größer als allgemein angenommen. Zumindest von etwa Regimewechsel Ulbricht/Honecker bis etwa zum Zeitpunkt der Biermann-AUsweisung. Das kann man aber sowohl positiv als auch negativ sehen.

Zumindest im Bereich Jazz und Pop - mit Ausnahme einiger Musiker aus dem Free-Jazz-Bereich wie Günter Sommer oder Johannes Bauer war die DDR-Szene in meiner Wahrnehmung von einer entsetzlichen Provinzialität gekennzeichnet. Tut mir leid. Absolut nicht vergleichbar etwa mit Polish Jazz (Tomasz Stanko etwa) oder auch Teilen der Rock/Pop-Musik. Ein Czeslaw Niemen hatte eine Marlene Dietrich als Fan und arbeitete mit international agierenden Künstlern wie Jan Ackermann in den USA zusammen. Ein Land wie Polen (oder auch Ungarn) war zu Ostblockzeiten einfach mal erheblich besser durchlüftet als die DDR.

Und das trifft, für mich jedenfalls, auch auf dieses DDR-FKK-Phänomen zu. Abgesehen von Leni Riefenstahl ist meine erste Assoziation dazu nackt Kartoffeln schälen vor dem Wohnwagen. Abtörnender gehts kaum. In den 90ern gab es in einem DDR-Nachfolgerundfunksender die Figur des DDR-Kumpels "Mike Lehmann". Mike Lehmann auf dem C65 Horstenlochnitz am Griebensee. Da wurde diese Mischung aus DDR-Provinz und FKK gehörig auf die Schippe genommen.
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Re: befreit die Brüste

Beitragvon MäckIntaier » Mo 10. Sep 2018, 08:16

schokoschendrezki hat geschrieben:(10 Sep 2018, 07:22)

... nackt Kartoffeln schälen vor dem Wohnwagen. Abtörnender gehts kaum.


Ohne die Diskussion im Gesamten verfolgt zu haben, ist m.E. davon auszugehen, dass FKK auch nicht antörnen soll. Wenn denn eine Ideologie hinter manchen FKK-Ansätzen steckte, dann sollte der Körper ja in seiner Natürlichkeit frei sein dürfen, ohne von Pfaffen oder anderen Moralwächtern als dauersexualisiertes Objekt begriffen zu werden. Daher kann bei vielen FKKlern auch nicht vom nackten Körper auf fehlende Prüderie geschlossen werden, die verträgt sich durchaus mit FKK.
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Re: befreit die Brüste

Beitragvon Selina » Mo 10. Sep 2018, 08:46

schokoschendrezki hat geschrieben:(10 Sep 2018, 07:22)

Erst einmal hast du sicher recht, wenn du der These von der DDR-Gesellschaft die Erfahrung von Heterogenität entgegenstellst. Das ist auch meine Erfahrung. Für Gedichte, die nicht hundertpro der Staatsideologie entsprachen, konnte man an der einen EOS [DDR-Gymnasium], meiner nämlich, gefördert werden und wurde an einer anderen (der einer Freundin im Raum Magdeburg) relegiert. Allgemein - so meine Erfahrung jedenfalls - war der Einfluss von Einzelpersonen auf das kulturelle Mikroklima viel größer als allgemein angenommen. Zumindest von etwa Regimewechsel Ulbricht/Honecker bis etwa zum Zeitpunkt der Biermann-AUsweisung. Das kann man aber sowohl positiv als auch negativ sehen.

Zumindest im Bereich Jazz und Pop - mit Ausnahme einiger Musiker aus dem Free-Jazz-Bereich wie Günter Sommer oder Johannes Bauer war die DDR-Szene in meiner Wahrnehmung von einer entsetzlichen Provinzialität gekennzeichnet. Tut mir leid. Absolut nicht vergleichbar etwa mit Polish Jazz (Tomasz Stanko etwa) oder auch Teilen der Rock/Pop-Musik. Ein Czeslaw Niemen hatte eine Marlene Dietrich als Fan und arbeitete mit international agierenden Künstlern wie Jan Ackermann in den USA zusammen. Ein Land wie Polen (oder auch Ungarn) war zu Ostblockzeiten einfach mal erheblich besser durchlüftet als die DDR.

Und das trifft, für mich jedenfalls, auch auf dieses DDR-FKK-Phänomen zu. Abgesehen von Leni Riefenstahl ist meine erste Assoziation dazu nackt Kartoffeln schälen vor dem Wohnwagen. Abtörnender gehts kaum. In den 90ern gab es in einem DDR-Nachfolgerundfunksender die Figur des DDR-Kumpels "Mike Lehmann". Mike Lehmann auf dem C65 Horstenlochnitz am Griebensee. Da wurde diese Mischung aus DDR-Provinz und FKK gehörig auf die Schippe genommen.


Ja klar, du hast recht mit deinen polnischen und ungarischen Beobachtungen. Kann ich bestätigen. Aber die "Erfahrung von Heterogenität", wie du schreibst, hat bei mir halt den größeren Eindruck hinterlassen als dieses ständig kolportierte "Gefängnis" im übertragenen Sinne. Ich hab das auch immer getrennt: Diese unsägliche Dauer-Propaganda ("Das Vertrauen zwischen Volk und Partei ist weiter gewachsen", höhöhö) einerseits und die lebendigen, mich bereichernden persönlichen Erfahrungen mit lauter kritischen Geistern, darunter auch etliche Künstler, andererseits. Davon möchte ich keine Sekunde mehr missen. Was die Kartoffeln schälenden Nackten vorm Wohnwagen anbelangt, die haben mich auch oft zum Schmunzeln gebracht. Aber eher im positiven Sinne. Letzteres hat meines Erachtens absolut nix mit "piefig-miefig" zu tun, sondern mit einer absoluten Normalität. Da hat niemand - zumindest niemand aus meinem Umfeld - etwas dran gefunden oder was Besonderes darin gesehen. "Abtörnender gehts kaum", schreibst du. Sorry, aber ums "Antörnen" gings und gehts dabei ja auch gar nicht. Die FKK-Nacktheit (damals und heute) hat nichts mit Sexualität zu tun. Zumindest nicht in dem Sinne, wie heute der nackte Körper durch die Regenbogenpresse ständig sexualisiert wird. FKK, wie der Name schon sagt: Freikörperkultur.
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Re: befreit die Brüste

Beitragvon schokoschendrezki » Di 11. Sep 2018, 08:25

Selina hat geschrieben:(10 Sep 2018, 09:46)

Ja klar, du hast recht mit deinen polnischen und ungarischen Beobachtungen. Kann ich bestätigen. Aber die "Erfahrung von Heterogenität", wie du schreibst, hat bei mir halt den größeren Eindruck hinterlassen als dieses ständig kolportierte "Gefängnis" im übertragenen Sinne. Ich hab das auch immer getrennt: Diese unsägliche Dauer-Propaganda ("Das Vertrauen zwischen Volk und Partei ist weiter gewachsen", höhöhö) einerseits und die lebendigen, mich bereichernden persönlichen Erfahrungen mit lauter kritischen Geistern, darunter auch etliche Künstler, andererseits. Davon möchte ich keine Sekunde mehr missen. Was die Kartoffeln schälenden Nackten vorm Wohnwagen anbelangt, die haben mich auch oft zum Schmunzeln gebracht. Aber eher im positiven Sinne. Letzteres hat meines Erachtens absolut nix mit "piefig-miefig" zu tun, sondern mit einer absoluten Normalität. Da hat niemand - zumindest niemand aus meinem Umfeld - etwas dran gefunden oder was Besonderes darin gesehen. "Abtörnender gehts kaum", schreibst du. Sorry, aber ums "Antörnen" gings und gehts dabei ja auch gar nicht.

Naja ... letzteres ists vielleicht auch. Es werden Erwartungen geweckt, die gar nicht beabsichtigt sind order waren. FKK findet/fand ja auch generationsübergreifend statt. Natürlicherweise und eigentlich (ohne Voyeuristen) ist bei Nacktheit zumindest gemeinsam mit Kindern Sexualität ausgeblendet. Und wenn sie unter Jugendlichen oder Erwachsenen praktiziert wird ... verstehe ich einfach den Sinn nicht. Verhüllung und nicht Nacktheit bietet Raum für erotische Phantasien, für Vorstellungen und Erwartungen sexueller Ausschweifungen. Schon Goethe erkannte die Welt des Orients, mit seiner äußerlichen Zurückhaltung in Form der bachantischen Gedichte des persischen Lyrikers Hafis als erotisches Versprechen. Und dieser Erzählstrang reicht bis zur unglaublichen erotischen Anziehungskraft einer gesichtsverschleierten Sophia Loren in klassischen Spielfilmen. Unvermittelte Nacktheit dagegen sehe ich als bloßes dumpfes Kopulationsbegehren.
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Re: befreit die Brüste

Beitragvon stefan-dimitrescu » Di 11. Sep 2018, 09:38

schokoschendrezki hat geschrieben:(11 Sep 2018, 09:25)

Natürlicherweise und eigentlich (ohne Voyeuristen) ist bei Nacktheit zumindest gemeinsam mit Kindern Sexualität ausgeblendet. Und wenn sie unter Jugendlichen oder Erwachsenen praktiziert wird ... verstehe ich einfach den Sinn nicht.


Und wenn man den Sinn nicht versteht, sollte man es verbieten?
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Re: befreit die Brüste

Beitragvon schokoschendrezki » Di 11. Sep 2018, 10:08

stefan-dimitrescu hat geschrieben:(11 Sep 2018, 10:38)

Und wenn man den Sinn nicht versteht, sollte man es verbieten?

:) Natürlich nicht ... jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden.

Und deshalb zum wiederholten mal und zur Erinnerung:
Nachdem die Seen Brandenburgs immer stärker von den Wessis aus Berlin und Hamburg entdeckt und genutzt werden, hat die Textilindustrie mit neuen Bademoden die gesamte Republik zwischen Sylt und Bodensee erobert. Ein Siegeszug, der nicht nur steigenden Umsatz bedeutet, sondern zugleich Ausdruck einer Rückkehr zu verblüffender Schamhaftigkeit signalisiert. Frau trägt Badeanzug, Mann Badehose, die bis zum Knie reicht.

Westliche Prüderie und Biederkeit?

Solche Biederkeit hatte in der alten Bundesrepublik Tradition.
https://www.deutschlandfunkkultur.de/textil-contra-fkk-die-rueckkehr-der-schamhaftigkeit.1005.de.html?dram:article_id=426084
Diese These soll nicht unwidersprochen bleiben. Die Verunglimpfung und Denunzierung der Verhüllung. Ich setze die genaue, diametral entgegengesetzte Gegenthese dagegen.
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