befreit die Brüste

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Re: befreit die Brüste

Beitragvon JJazzGold » Do 6. Sep 2018, 12:05

Selina hat geschrieben:(06 Sep 2018, 12:50)

Wohl wahr :D Trotzdem entzieht sich das Spiel der "Säfte" und Leidenschaften jederzeit und gerne irgendeiner Einflussnahme von außen. Das macht es ja gerade so frei und so gar nicht verklemmt.


Was nicht bedeutet, dass dieses Spiel nicht gesteuert angeregt werden kann.
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Re: befreit die Brüste

Beitragvon Selina » Do 6. Sep 2018, 12:17

JJazzGold hat geschrieben:(06 Sep 2018, 13:05)

Was nicht bedeutet, dass dieses Spiel nicht gesteuert angeregt werden kann.


Ja. Ok. Sie haben recht. Es saß einer im Politbüro, der sich Sekretär für Bums und Fick nannte :D :D :D
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Re: befreit die Brüste

Beitragvon JJazzGold » Do 6. Sep 2018, 12:30

Selina hat geschrieben:(06 Sep 2018, 13:17)

Ja. Ok. Du hast recht. Es saß einer im Politbüro, der sich Sekretär für Bums und Fick nannte :D :D :D


Meine Güte, Selina, selbst so DDR verwoben, müssten Ihnen doch historische, wie heutige Maßnahmen zur Ablenkung von Mißständen, als auch Maßnahmen zur Steigerung der Reproduktionsfreudigkeit und die Koppelung von beidem bekannt sein.
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Re: befreit die Brüste

Beitragvon Dark Angel » Do 6. Sep 2018, 13:09

JJazzGold hat geschrieben:(06 Sep 2018, 11:59)

Das ist mitnichten ein Witz, die Wirkung von Brot und Spielen war schon Vespasian bekannt.

Ja - "panem et circenses" bringt es auf den Punkt, das hatte die DDR mit dem "Dritten Reich" gemeinsam.
Das Bild gleicht sich in Vielem - die staatlich inszenierten Fackelumzüge genauso wie die Bilder von KdF-Veranstaltungen mit der "kleinen Freiheit" in der DDR.
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Re: befreit die Brüste

Beitragvon Selina » Do 6. Sep 2018, 13:17

JJazzGold hat geschrieben:(06 Sep 2018, 13:30)

Meine Güte, Selina, selbst so DDR verwoben, müssten Ihnen doch historische, wie heutige Maßnahmen zur Ablenkung von Mißständen, als auch Maßnahmen zur Steigerung der Reproduktionsfreudigkeit und die Koppelung von beidem bekannt sein.


Oh, mir ist vieles bekannt. So weiß ich zum Beispiel recht gut, wie die Leute heute abgelenkt und beruhigt werden sollen mit "sozialen Maßnahmen", die bei genauer Betrachtung das Wort nicht verdienen. Und wie heute "Brot und Spiele" wirklich funktionieren. Jeden Tag auf das Deutlichste zu spüren und zu sehen, schaut man sich alleine das gesamte Kapitel Konsum/Konsumierung/Werbung an. Oder die Manipulation mittels Medien (womit ich nicht die konstruierte "Lügenpresse" der AfD meine, sondern die schon ewig wirkende Medienmanipulation im Kleinen wie im Großen). Hier wirken "Brot und Spiele" heftig. Nee, was das Leben und Lieben in der DDR anbelangt, sorry, damit kenne ich mich schon ein wenig besser aus als Sie. Bis jetzt hatte ich das in unserem Disput auch alles ein wenig augenzwinkernd gemeint. Sie wollen aber den leicht witzigen Tonfall offenbar verlassen. Na gut. Wer wirklich wissen will, was "drüben" los war, kommt nicht daran vorbei, mit Zeitzeugen zu reden. Und das ist mühseliger, als stehende Wendungen aus heutiger Geschichtsschreibung einfach unreflektiert zu übernehmen oder mit einem einzelnen verfolgten Verwandten von "drüben" mal eben kurz zu reden. Warum das mühseliger ist? Ganz einfach: Weil jeder Einzelne seine Lebenswirklichkeit in der DDR anders widerspiegelt und anders erinnert als der jeweils andere. Schon alleine wir paar Ex-DDRler hier im Forum haben das alles völlig unterschiedlich wahrgenommen. Und jeder hat unterschiedliche Belege für seine Art, die DDR zu betrachten. Ich glaube, mit Schwarz-Weiß-Sichten a la "DDR ein einziges großes Gefängnis, wo selbst der Sex irgendwo gesteuert und geplant wurde" kommen wir nicht weiter. Schönen Nachmittag noch.
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Re: befreit die Brüste

Beitragvon Dark Angel » Do 6. Sep 2018, 13:54

Selina hat geschrieben:(06 Sep 2018, 14:17)

Oh, mir ist vieles bekannt. So weiß ich zum Beispiel recht gut, wie die Leute heute abgelenkt und beruhigt werden sollen mit "sozialen Maßnahmen", die bei genauer Betrachtung das Wort nicht verdienen. Und wie heute "Brot und Spiele" wirklich funktionieren. Jeden Tag auf das Deutlichste zu spüren und zu sehen, schaut man sich alleine das gesamte Kapitel Konsum/Konsumierung/Werbung an. Oder die Manipulation mittels Medien (womit ich nicht die konstruierte "Lügenpresse" der AfD meine, sondern die schon ewig wirkende Medienmanipulation im Kleinen wie im Großen). Hier wirken "Brot und Spiele" heftig. Nee, was das Leben und Lieben in der DDR anbelangt, sorry, damit kenne ich mich schon ein wenig besser aus als Sie. Bis jetzt hatte ich das in unserem Disput auch alles ein wenig augenzwinkernd gemeint. Sie wollen aber den leicht witzigen Tonfall offenbar verlassen. Na gut. Wer wirklich wissen will, was "drüben" los war, kommt nicht daran vorbei, mit Zeitzeugen zu reden. Und das ist mühseliger, als stehende Wendungen aus heutiger Geschichtsschreibung einfach unreflektiert zu übernehmen oder mit einem einzelnen verfolgten Verwandten von "drüben" mal eben kurz zu reden. Warum das mühseliger ist? Ganz einfach: Weil jeder Einzelne seine Lebenswirklichkeit in der DDR anders widerspiegelt und anders erinnert als der jeweils andere. Schon alleine wir paar Ex-DDRler hier im Forum haben das alles völlig unterschiedlich wahrgenommen. Und jeder hat unterschiedliche Belege für seine Art, die DDR zu betrachten. Ich glaube, mit Schwarz-Weiß-Sichten a la "DDR ein einziges großes Gefängnis, wo selbst der Sex irgendwo gesteuert und geplant wurde" kommen wir nicht weiter. Schönen Nachmittag noch.

Bei Geschichte geht es nicht um die Sichtweisen Einzelner, sondern um ein Gesamtbild, um das System hinter den Einzelerscheinungen.
Da helfen die übereilten Verallgemeinerungen aus einigen wenigen "Zeitzeugenberichten" halt nicht weiter, da müssen vor allen Schriftquellen geprüft werden.
Was du hier betreibst, ist die Typische Sichtweise des philosophischen Relativismus.
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Re: befreit die Brüste

Beitragvon Ammianus » Do 6. Sep 2018, 14:14

Anfangs waren die Genossen Oberen durchaus noch sehr prüde und versuchten "sozialistische Moral" durchzusetzen. Gern auch als zusätzliche Waffe im Kampf um Posten, wie der noch relativ junge Honecker selbst erfahren musste. Aber nach und nach ließen sie da die Zügel immer mehr schleifen. Und es war ja wirklich ein Ventil, dass so entstand. Selbst der Abtreibungsparagraph wurde noch vor der Bundesrepublik gestrichen - wohl der einzige Fall vor der Wende, wo es in der Volkskammer Gegenstimmen gab.

Auch war durch die gesellschaftliche Gliederung der Versorgungs- und Sicherheitsgedanke in Ehesachen nicht so ausgeprägt. Es ging viel weniger darum, sich einen Mann zu suchen, der einen versorgte. Einvernehmliche Scheidungen waren durchaus in einer Viertelstunde erledigt. Einen Anwaltszwang wie jetzt gab es nicht. Natürlich zahlte der Partner an die Partnerin oder - ganz wenige Fälle wie heute - umgekehrt Unterhalt. Normalerweise aber nur für das Kind. Der Erziehungsberechtigte blieb in Arbeit. Krippen und Kindergärten gab es genug.

Pille und Abtreibungsfreiheit wirkten dann noch einmal zusammen mit der Wandlung von Geschlechtervorstellungen seit Ende der 60er wie im Westen auch.
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Re: befreit die Brüste

Beitragvon MäckIntaier » Do 6. Sep 2018, 14:20

Dark Angel hat geschrieben:(06 Sep 2018, 14:54)

Bei Geschichte geht es nicht um die Sichtweisen Einzelner, sondern um ein Gesamtbild, um das System hinter den Einzelerscheinungen.
Da helfen die übereilten Verallgemeinerungen aus einigen wenigen "Zeitzeugenberichten" halt nicht weiter, da müssen vor allen Schriftquellen geprüft werden.
Was du hier betreibst, ist die Typische Sichtweise des philosophischen Relativismus.


Für das "Gesamtbild" sind und waren allerdings immer die Sieger zuständig. Und die können gar nicht anders sammeln, da die Einzelerscheinungen ausgewählt werden müssen, und jede Auswahl auch immer unter dem Blickwinkel der siegreichen Weltanschauung getroffen wird. Das macht das so zusammengesetzte Bild nicht notwendigerweise falsch,sondern hier kann sauber wissenschaftlich gearbeitet werden. Die DDR könnte gar nicht keine Diktatur werden, das würde ja die eigene Weltanschauung außer Kraft setzen. Davon kann sich die beste Geschichtsschreibung nicht freimachen.
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Re: befreit die Brüste

Beitragvon Dark Angel » Do 6. Sep 2018, 14:55

MäckIntaier hat geschrieben:(06 Sep 2018, 15:20)

Für das "Gesamtbild" sind und waren allerdings immer die Sieger zuständig. Und die können gar nicht anders sammeln, da die Einzelerscheinungen ausgewählt werden müssen, und jede Auswahl auch immer unter dem Blickwinkel der siegreichen Weltanschauung getroffen wird. Das macht das so zusammengesetzte Bild nicht notwendigerweise falsch,sondern hier kann sauber wissenschaftlich gearbeitet werden. Die DDR könnte gar nicht keine Diktatur werden, das würde ja die eigene Weltanschauung außer Kraft setzen. Davon kann sich die beste Geschichtsschreibung nicht freimachen.

Aussagen von Zeitzeugen können nur ergänzen, aber kein Gesamtbild schaffen. Das liegt daran, dass das menschliche Gehirn, positive Erscheinungen/Erfahrungen länger und detailreicher speichert, als negative - mit Ausnahme von lebensbedrohlichen Situationen/Erfahrungen.
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Re: befreit die Brüste

Beitragvon Alpha Centauri » Do 6. Sep 2018, 15:41

Selina hat geschrieben:(06 Sep 2018, 14:17)

Oh, mir ist vieles bekannt. So weiß ich zum Beispiel recht gut, wie die Leute heute abgelenkt und beruhigt werden sollen mit "sozialen Maßnahmen", die bei genauer Betrachtung das Wort nicht verdienen. Und wie heute "Brot und Spiele" wirklich funktionieren. Jeden Tag auf das Deutlichste zu spüren und zu sehen, schaut man sich alleine das gesamte Kapitel Konsum/Konsumierung/Werbung an. Oder die Manipulation mittels Medien (womit ich nicht die konstruierte "Lügenpresse" der AfD meine, sondern die schon ewig wirkende Medienmanipulation im Kleinen wie im Großen). Hier wirken "Brot und Spiele" heftig. Nee, was das Leben und Lieben in der DDR anbelangt, sorry, damit kenne ich mich schon ein wenig besser aus als Sie. Bis jetzt hatte ich das in unserem Disput auch alles ein wenig augenzwinkernd gemeint. Sie wollen aber den leicht witzigen Tonfall offenbar verlassen. Na gut. Wer wirklich wissen will, was "drüben" los war, kommt nicht daran vorbei, mit Zeitzeugen zu reden. Und das ist mühseliger, als stehende Wendungen aus heutiger Geschichtsschreibung einfach unreflektiert zu übernehmen oder mit einem einzelnen verfolgten Verwandten von "drüben" mal eben kurz zu reden. Warum das mühseliger ist? Ganz einfach: Weil jeder Einzelne seine Lebenswirklichkeit in der DDR anders widerspiegelt und anders erinnert als der jeweils andere. Schon alleine wir paar Ex-DDRler hier im Forum haben das alles völlig unterschiedlich wahrgenommen. Und jeder hat unterschiedliche Belege für seine Art, die DDR zu betrachten. Ich glaube, mit Schwarz-Weiß-Sichten a la "DDR ein einziges großes Gefängnis, wo selbst der Sex irgendwo gesteuert und geplant wurde" kommen wir nicht weiter. Schönen Nachmittag noch.


Vor allem nennt er sich gerne Sozialstaat, eine Bezeichnung die D aber nicht verdient,
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Re: befreit die Brüste

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 7. Sep 2018, 06:56

Dark Angel hat geschrieben:(05 Sep 2018, 20:37)

Ich habe mir, ehrlich gesagt, nie Gedanken darüber gemacht. FKK-baden war in der DDR völlig normal. Niemand nahm Anstoß daran. Ich halte auch wenig davon, in einen Trend, der sich verändert irgend etwas hineinzuinterpretieren.

Es ist eben noch ein ziemlicher Unterschied: Ganz überwiegend keinen Anstoß daran nehmen, für normal halten und auf der anderen Seite: Der Normalfall sein.

Ich hab doch mal den Versuch einer Überschlagsrechnung gemacht. In dem weiter oben verwiesenen NDR-Artikel war von 40 offiziellen Nacktbadestellen 1982 und 60 1988 die Rede. Dank eines Wasserqualitätskatasters für einzelne Bundesländer kann man online auch die Anzahl öffentlicher Badestellen ermitteln. Das sind für Brandenburg 273 (https://badestellen.brandenburg.de/home/-/bereich/liste). Ganz grob überschlagen dürfte die Zahl von Badestellen auf dem Gebiet der DDR also irgendwo bei ein bis zweitausend liegen. 60 davon sind vielleicht irgendwie um die 5 Prozent (wenn ich mich nicht verrechnet habe). Das in etwa spiegelt die tatsächliche DDR-Realität wieder. Die Affinität zum einen und die Toleriertheit von FKK zum anderen (auch darin besteht noch mal ein Unterschied) steht auf einem ganz anderen Blatt.

Dass dennoch Sätze wie "Nacktbaden war in der DDR der Normalfall" heute geschrieben werden, hat vermutlich einen anderen Grund. Und damit kommen wir zu einem politischen und sozusagen medienkommunikativen Punkt, der weit über das Randthema FKK hinausgeht: Unabhängig von der politischen Ausrichtung (rechts oder links) und bemerkenswerterweise auch unabhängig davon, ob es sich um Qualtitätspresse oder Boulevard handelt: Es ist sehr sehr schwierig bis unmöglich, außerhalb von gängig gewordenen Erzählungen zu kommunizieren. Dass die Ossis gerne nackt baden und die Wessis eher prüde sind ... na, das wissen wir doch. Behauptet man anderes, löst man vor allem eines aus: Irritation. Am häufigsten erlebe ich das, wenn man ein kritisches Verhältnis zum IKEA-Konzern äußert. IKEA ... das sind doch die Guten, oder? Auch als "Bullerbü-Syndrom" bekannt. Eugenik, "Rassenhygiene" ... die erste Assoziation ist die deutsche Nazi-zeit. Dass Skandinavier, insbesondere schwedische Sozialdemokraten noch bis 1976 überzeugte Eugeniker waren und entsprechende Sterilisierungsprogramme liefen ... der Hinweis darauf löst häufig erstmal Irritation aus. Das Weltbild ist aus Erzählungen zusammengebaut und die Konsistenzbedrohung dieses Weltbilds löst geradezu Ängste aus.

Und noch einmal hochgradiger tritt dieser Effekt zutage, wenn es das Bild des eigenen Landes, der eigenen Ethnie, der eigenen Religion usw. betrifft. Dass das Land Belgien zu den mit Abstand schlimmsten Kolonialmächten gehörte. Dass das Königshaus selbst an der Folterung, Ermordung, der Säureauflösung des Leichnams, der nachträglichen Diffamierung als "dreckiger Neger" des demokratisch gewählten kongolesischen Präsidenten Lumumba als Mitauftraggeber beteiligt war. Das passt einfach nicht. Und das unterliegt folgerichtig jahrzehntelang einer nahezu vollständigen Amnesie. Die Folge wäre gewesen, dass man sein eigenes Land zu den - wie Mandela es für sein eigenes Land formulierte - "Stinktieren der Welt" zu zählen hätte.
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Re: befreit die Brüste

Beitragvon JJazzGold » Fr 7. Sep 2018, 07:29

Selina hat geschrieben:(06 Sep 2018, 14:17)

Oh, mir ist vieles bekannt. So weiß ich zum Beispiel recht gut, wie die Leute heute abgelenkt und beruhigt werden sollen mit "sozialen Maßnahmen", die bei genauer Betrachtung das Wort nicht verdienen. Und wie heute "Brot und Spiele" wirklich funktionieren. Jeden Tag auf das Deutlichste zu spüren und zu sehen, schaut man sich alleine das gesamte Kapitel Konsum/Konsumierung/Werbung an. Oder die Manipulation mittels Medien (womit ich nicht die konstruierte "Lügenpresse" der AfD meine, sondern die schon ewig wirkende Medienmanipulation im Kleinen wie im Großen). Hier wirken "Brot und Spiele" heftig. Nee, was das Leben und Lieben in der DDR anbelangt, sorry, damit kenne ich mich schon ein wenig besser aus als Sie. Bis jetzt hatte ich das in unserem Disput auch alles ein wenig augenzwinkernd gemeint. Sie wollen aber den leicht witzigen Tonfall offenbar verlassen. Na gut. Wer wirklich wissen will, was "drüben" los war, kommt nicht daran vorbei, mit Zeitzeugen zu reden. Und das ist mühseliger, als stehende Wendungen aus heutiger Geschichtsschreibung einfach unreflektiert zu übernehmen oder mit einem einzelnen verfolgten Verwandten von "drüben" mal eben kurz zu reden. Warum das mühseliger ist? Ganz einfach: Weil jeder Einzelne seine Lebenswirklichkeit in der DDR anders widerspiegelt und anders erinnert als der jeweils andere. Schon alleine wir paar Ex-DDRler hier im Forum haben das alles völlig unterschiedlich wahrgenommen. Und jeder hat unterschiedliche Belege für seine Art, die DDR zu betrachten. Ich glaube, mit Schwarz-Weiß-Sichten a la "DDR ein einziges großes Gefängnis, wo selbst der Sex irgendwo gesteuert und geplant wurde" kommen wir nicht weiter. Schönen Nachmittag noch.


Interessant, beim Blick gen Westen, Norden, Süden erkennen Sie den Einsatz von Brot und Spiele, bei der Betrachtung Ihres ehemaligen östlichen Umfelds sind Sie dazu nicht in der Lage. Jetzt müssten Sie sich fragen, woran das liegt.
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Re: befreit die Brüste

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 7. Sep 2018, 07:57

Dark Angel hat geschrieben:(06 Sep 2018, 15:55)

Aussagen von Zeitzeugen können nur ergänzen, aber kein Gesamtbild schaffen. Das liegt daran, dass das menschliche Gehirn, positive Erscheinungen/Erfahrungen länger und detailreicher speichert, als negative - mit Ausnahme von lebensbedrohlichen Situationen/Erfahrungen.

Nicht nur das. Abgesehen von Kurzzeiterinnerungen - die Erinnerung an den Gewitterdonner von eben gerade ist tatsächlich die Erinnerung an ebenjenen Gewitterdonner selbst - sind Erinnerungen niemals Bezüge auf langzeitgespeicherte Informationen im Sinne einer stetig wachsenden großen persönlichen Erinnerungsdatenbank. Sondern immer nur Erinnerungen an Erinnerungen. Die ihrerseits wieder Erimnnerungen an Erinnerungen sind. Es findet eine permanente Komprimierung, Aussortierung, Umspeicherung, Umstrukturierung von Informationen statt. Unlängst hörte ich den ziemlich interessant klingenden Einwand, dass "Erinnerungen" - ganz im Gegensatz zum gängigen Urteil - nicht etwa in die Vergangenheit sondern in die Zukunft gerichtet seien. Dass sie evolutionär so optimiert sind, zukünftige Herausforderungen zu bestehen und nicht etwa, Vergangenes möglichst adäquat wiederzugeben. Und (Selbst)täuschungen sind dabei nicht etwa irgendwelche Fehlprogrammierungen sondern gezielte Strategie.
Zuletzt geändert von schokoschendrezki am Fr 7. Sep 2018, 07:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: befreit die Brüste

Beitragvon Selina » Fr 7. Sep 2018, 07:58

JJazzGold hat geschrieben:(07 Sep 2018, 08:29)

Interessant, beim Blick gen Westen, Norden, Süden erkennen Sie den Einsatz von Brot und Spiele, bei der Betrachtung Ihres ehemaligen östlichen Umfelds sind Sie dazu nicht in der Lage. Jetzt müssten Sie sich fragen, woran das liegt.


Das liegt daran, dass es "Brot und Spiele" durchaus auch in der DDR gab, etwa beim Kapitel Sport-Leistungssport-Massensport und die entsprechenden "Events". Da passt das durchaus. Aber beim hier besprochenen Kapitel Freizügigkeit und Nicht-Verklemmtheit im Umgang mit dem nackten Körper einschließlich Sex stimmt das Brot-und-Spiele-Bild eben nicht. Auch wenn viele etwas anderes behaupten: Die Lockerheit im Umgang mit all den Fragen hatte mit einer anderen Lebensweise und einer anderen inneren Einstellung vieler (nicht aller) Leute damals in der DDR zu tun. Und ja, daran war der Staat schon irgendwo auch interessiert, aber eher im positiven und im weiteren Sinne. Und mehr indirekt. Unter die Bettdecke schauten Staat und Partei nur gerne mal beim so genannten Fremdgehen ihrer Funktionäre. Da konnten sie giftig werden und es gab üble Geschichten von Verfolgung. Aber was den hier besprochenen Themenkomplex Nacktheit-FKK-Sex (wobei FKK wie gesagt nix mit Sex zu tun hat, logisch) anbelangt, da wirken völlig andere, zum Teil sehr persönliche und individuelle Mechanismen. Die aber erschließen sich einem nur, wenn man in der Lage ist, antithetisch mit der deutschen Vergangenheit umzugehen und nicht nur nach dem Motto "die einen waren die Guten, die anderen die Schlechten" oder "DDR - alles schlecht".
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Re: befreit die Brüste

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 7. Sep 2018, 08:12

Selina hat geschrieben:(07 Sep 2018, 08:58)

Das liegt daran, dass es "Brot und Spiele" durchaus auch in der DDR gab, etwa beim Kapitel Sport-Leistungssport-Massensport und die entsprechenden "Events". Da passt das durchaus. Aber beim hier besprochenen Kapitel Freizügigkeit und Nicht-Verklemmtheit im Umgang mit dem nackten Körper einschließlich Sex stimmt das Brot-und-Spiele-Bild eben nicht. Auch wenn viele etwas anderes behaupten: Die Lockerheit im Umgang mit all den Fragen hatte mit einer anderen Lebensweise und einer anderen inneren Einstellung vieler (nicht aller) Leute damals in der DDR zu tun.

Zunächst einmal hat es auch nicht wenig mit der geographischen Verteilung von traditionell katholischen und tradtionell reformierten Regionen zu tun. Wie von User H2O schon beschrieben: Während Künstler-Biografien wie die des Film-Regisseurs Andrzej Wajda oder des Jazz/Rock-Musikers Czesław Niemen in der provinziell-miefigen DDR nahezu undenkbar waren, war eben Nackbaderei für Polen im allgemeinen undenkbar.

"Brot und Spiele" heute in der westlichen Welt ... ein Phänomen von umfassender Selbstorganisation und in keinster Weise von irgendeiner staatlichen Vorgelegtheit. Auch Google, Facebook & Co. sind nicht "die Bösen" sondern bestehen als Phänomen zu gleichen Teilen aus sich selbst und ihren Nutzern. Da ist keiner Opfer oder Täter. Wenn man das kritisch sieht, muss man ganz anders herangehen.
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Re: befreit die Brüste

Beitragvon JJazzGold » Fr 7. Sep 2018, 08:18

Selina hat geschrieben:(07 Sep 2018, 08:58)

Das liegt daran, dass es "Brot und Spiele" durchaus auch in der DDR gab, etwa beim Kapitel Sport-Leistungssport-Massensport und die entsprechenden "Events". Da passt das durchaus. Aber beim hier besprochenen Kapitel Freizügigkeit und Nicht-Verklemmtheit im Umgang mit dem nackten Körper einschließlich Sex stimmt das Brot-und-Spiele-Bild eben nicht. Auch wenn viele etwas anderes behaupten: Die Lockerheit im Umgang mit all den Fragen hatte mit einer anderen Lebensweise und einer anderen inneren Einstellung vieler (nicht aller) Leute damals in der DDR zu tun. Und ja, daran war der Staat schon irgendwo auch interessiert, aber eher im positiven und im weiteren Sinne. Und mehr indirekt. Unter die Bettdecke schauten Staat und Partei nur gerne mal beim so genannten Fremdgehen ihrer Funktionäre. Da konnten sie giftig werden und es gab üble Geschichten von Verfolgung. Aber was den hier besprochenen Themenkomplex Nacktheit-FKK-Sex (wobei FKK wie gesagt nix mit Sex zu tun hat, logisch) anbelangt, da wirken völlig andere, zum Teil sehr persönliche und individuelle Mechanismen. Die aber erschließen sich einem nur, wenn man in der Lage ist, antithetisch mit der deutschen Vergangenheit umzugehen und nicht nur nach dem Motto "die einen waren die Guten, die anderen die Schlechten" oder "DDR - alles schlecht".



Ist Ihnen bewusst, dass ausschließlich Sie seit Anfang unserer Unterhaltung west und ost in gut und böse aufteilen? Erfolgreiche Vergangenheitsbewältigung sieht anders aus.
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Re: befreit die Brüste

Beitragvon Fuerst_48 » Fr 7. Sep 2018, 08:32

JJazzGold hat geschrieben:(07 Sep 2018, 09:18)

Ist Ihnen bewusst, dass ausschließlich Sie seit Anfang unserer Unterhaltung west und ost in gut und böse aufteilen? Erfolgreiche Vergangenheitsbewältigung sieht anders aus.

Das mußt du verstehen....für einfache Weltbildinhaber ist "Schwarz-weiß" die Identifikationsschiene für Gut und Böse.
Und wie oft ertappen wir uns selber bei Pauschalurteilen? Warum sollte es in Foren anders sein, als im "richtigen" Leben ??? :D :?: :cool: :cool:
Zuletzt geändert von Fuerst_48 am Fr 7. Sep 2018, 08:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: befreit die Brüste

Beitragvon Dark Angel » Fr 7. Sep 2018, 08:32

schokoschendrezki hat geschrieben:(07 Sep 2018, 07:56)

Es ist eben noch ein ziemlicher Unterschied: Ganz überwiegend keinen Anstoß daran nehmen, für normal halten und auf der anderen Seite: Der Normalfall sein.

Ich hab doch mal den Versuch einer Überschlagsrechnung gemacht. In dem weiter oben verwiesenen NDR-Artikel war von 40 offiziellen Nacktbadestellen 1982 und 60 1988 die Rede. Dank eines Wasserqualitätskatasters für einzelne Bundesländer kann man online auch die Anzahl öffentlicher Badestellen ermitteln. Das sind für Brandenburg 273 (https://badestellen.brandenburg.de/home/-/bereich/liste). Ganz grob überschlagen dürfte die Zahl von Badestellen auf dem Gebiet der DDR also irgendwo bei ein bis zweitausend liegen. 60 davon sind vielleicht irgendwie um die 5 Prozent (wenn ich mich nicht verrechnet habe). Das in etwa spiegelt die tatsächliche DDR-Realität wieder. Die Affinität zum einen und die Toleriertheit von FKK zum anderen (auch darin besteht noch mal ein Unterschied) steht auf einem ganz anderen Blatt.

Wirklich ganz toll - du nimmst das Wasserqualitätskataster der einzelnen Bundesländer her und willst daraus rückwirkend ermitteln, wieviele öffentliche Badestellen es zu DDR-Zeiten gab, dass das gar NICHT funktionieren KANN - auf die Idee kommst du gar nicht erst. Öfentliche Badestelle heißt bewirtschaftete Badestelle, mit Rettungsschwimmer etc. und da gab es zu DDR-Zeiten sehr viel weniger als heute.
Dein Vergleich hinkt vorne und hinten!
Viele Seen/Gewässer waren für die Öffentlichkeit gar nicht zugänglich, weil fischwirtschaftlich genutzt.
Die meisten Badestellen - egal ob Textil oder FKK waren so genannte "wilde Strände", die in der Statistik gar nicht auftauchen.

schokoschendrezki hat geschrieben:(07 Sep 2018, 07:56)]Dass dennoch Sätze wie "Nacktbaden war in der DDR der Normalfall" heute geschrieben werden, hat vermutlich einen anderen Grund. Und damit kommen wir zu einem politischen und sozusagen medienkommunikativen Punkt, der weit über das Randthema FKK hinausgeht: Unabhängig von der politischen Ausrichtung (rechts oder links) und bemerkenswerterweise auch unabhängig davon, ob es sich um Qualtitätspresse oder Boulevard handelt: Es ist sehr sehr schwierig bis unmöglich, außerhalb von gängig gewordenen Erzählungen zu kommunizieren. Dass die Ossis gerne nackt baden und die Wessis eher prüde sind ... na, das wissen wir doch

Ob du es nun wahrhaben willst oder nicht, in der DDR WAR nackt baden NORMAL. Daran ändert auch deine Abneigung gegen den nackten menschlichen Körper und deine Politisierung desselben nichts.
Und NEIN - es hat KEINEN anderen Grund "Nacktbaden in der DDR als Normalfall" zu beschreiben - es WAR die Realität - ob dir das nun passt oder nicht! Da helfen dir deine Gehirnverrenkungen auch nicht weiter!
DU bist derjenige, der ein Randthema der DDR-Geschichte zum Politikum aufbauscht - vergiss dass bitte nicht.
OHNE den unsäglichen Zusammenhang von FKK-Baden mit der Lebensreformbwegung und der Nazi-Ideologie, den DU hergestellt hast, hätte sich niemand auch nur ansatzweise dafür interessiert.
Aber wie du schon sagtest - es ist DEINE ganz persönliche Macke, die du hier auszuleben versuchst!

Der Rest hat mit dem Thema genau NULL zu tun. Es ist nur ein weiterer Versuch, die Diskussion in die von DIR gewünschte Richtung zu lenken.
Auf Fragen, die dir gestellt werden, gehst du gar nicht ein, da sind z.B. die folgenden immer noch nicht beantwortet!
Achja: Was ist eigentlich eine "Körper-ohne-Kulturfixiertheit"?
Und was wäre das Gegenteil eine "Körper-mit-Kulturfixiertheit"?




.
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Re: befreit die Brüste

Beitragvon Fuerst_48 » Fr 7. Sep 2018, 08:35

Dark Angel hat geschrieben:(07 Sep 2018, 09:32)

Wirklich ganz toll - du nimmst das Wasserqualitätskataster der einzelnen Bundesländer her und willst daraus rückwirkend ermitteln, wieviele öffentliche Badestellen es zu DDR-Zeiten gab, dass das gar NICHT funktionieren KANN - auf die Idee kommst du gar nicht erst. Öfentliche Badestelle heißt bewirtschaftete Badestelle, mit Rettungsschwimmer etc. und da gab es zu DDR-Zeiten sehr viel weniger als heute.
Dein Vergleich hinkt vorne und hinten!
Viele Seen/Gewässer waren für die Öffentlichkeit gar nicht zugänglich, weil fischwirtschaftlich genutzt.
Die meisten Badestellen - egal ob Textil oder FKK waren so genannte "wilde Strände", die in der Statistik gar nicht auftauchen.


Ob du es nun wahrhaben willst oder nicht, in der DDR WAR nackt baden NORMAL. Daran ändert auch deine Abneigung gegen den nackten menschlichen Körper und deine Politisierung desselben nichts.
Und NEIN - es hat KEINEN anderen Grund "Nacktbaden in der DDR als Normalfall" zu beschreiben - es WAR die Realität - ob dir das nun passt oder nicht! Da helfen dir deine Gehirnverrenkungen auch nicht weiter!
DU bist derjenige, der ein Randthema der DDR-Geschichte zum Politikum aufbauscht - vergiss dass bitte nicht.
OHNE den unsäglichen Zusammenhang von FKK-Baden mit der Lebensreformbwegung und der Nazi-Ideologie, den DU hergestellt hast, hätte sich niemand auch nur ansatzweise dafür interessiert.
Aber wie du schon sagtest - es ist DEINE ganz persönliche Macke, die du hier auszuleben versuchst!

Der Rest hat mit dem Thema genau NULL zu tun. Es ist nur ein weiterer Versuch, die Diskussion in die von DIR gewünschte Richtung zu lenken.
Auf Fragen, die dir gestellt werden, gehst du gar nicht ein, da sind z.B. die folgenden immer noch nicht beantwortet!
Achja: Was ist eigentlich eine "Körper-ohne-Kulturfixiertheit"?
Und was wäre das Gegenteil eine "Körper-mit-Kulturfixiertheit"?




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Da gab es doch ein Foto von Merkel nackt als Mädchen mit 2 Freundinnen auf einem Badesteg. Das wurde später konfisziert, war aber oft in Foren zu sehen.
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Re: befreit die Brüste

Beitragvon Dark Angel » Fr 7. Sep 2018, 09:34

Fuerst_48 hat geschrieben:(07 Sep 2018, 09:35)

Da gab es doch ein Foto von Merkel nackt als Mädchen mit 2 Freundinnen auf einem Badesteg. Das wurde später konfisziert, war aber oft in Foren zu sehen.

Ja und? Ich sehe da nichts verwerfliches dabei.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen

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