Was ist Rassismus?

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Kael
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Was ist Rassismus?

Beitragvon Kael » Do 29. Okt 2015, 20:05

Wikipedia liefert dahingehend ja eigentlich Interessante Antworten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Rassismus#Allgemein

Psychologisch orientierte Theorien sehen die Ursachen rassistischen Denkens vor allem in psychisch begründeten Abgrenzungstendenzen zwischen der eigenen Gruppe und Fremdgruppen, die der Stärkung des Identitäts- und Selbstwertgefühls dienen und meist mit stereotypen Vorurteilen und Klischees gegenüber den „Anderen“ und „Fremden“ einhergehen.


Gleichzeitig haben wir dann:
Eher gruppenpsychologisch orientierte Ansätze wie die Theorie der Sozialen Identität nach Henri Tajfel verweisen auf die Relevanz der Zugehörigkeit zu bestimmten sozialen Gruppen für das Selbstbild eines Individuums. Nach ihm konstituiere sich eine Gruppe in Abgrenzung zu anderen Gruppen, wobei bestimmte Unterscheidungsmerkmale stereotypisierend und zum Teil abwertend hervorgehoben würden.


Allerdings ist dahingehend auch die Definition interessant da eben Rassismus von vielen anders wahrgenommen wird als er eigentlich gemeint ist.

Letztlich ist allen klar, dass Rassismus in erster Linie bedeutet das man einen anderen Menschen aufgrund seiner Hautfarbe benachteiligt oder sich einer Herrenrasse selbst der anderen Rasse überlegen fühlt.

Kommen wir aber nun mal zu unseren tollen Fallbeispielen die wir auch gerne im Forum haben:

Fallbeispiel:
Ein schwarzes Kind mit einer weißen Mutter sind im Zug. Die Personen reagieren in erster Linie nicht darauf, nur der ein oder andere bemerkt es und fragt die Mutter ob es ihr Kind ist und ob er vielleicht die Haare anfassen darf

Meine Definition:
Nein - Weil in erster Linie von einer Neugierde ausgegangen wird, die Person ist vielleicht mehr Interessiert über die außergewöhnliche Zusammenstellung.

Wenn man dem Kind einfach an die Haare fasst
Meine Definition: Nein - es ist strikt und ergreifend unhöflich

Wenn man die Haare des Kindes mit einem negativen oder positiven besetzten Adjektiv besetzt
Meine Meinung: Nein, es ist schlicht das empfundene Gefühl bei dem erfassen der Haare. Es ist nichts anderes wie wenn jemand zu einem sagt: "Man hast du große Ohren!" oder "Deine Haare fühlen sich kräuselig an"


Warum ist nach meiner Defintion vieles gar nicht rassistisch?
Das liegt vor allem daran, dass die Äußerlichkeiten bei vielen Menschen nun mal ein Angriffspunkt sind. Das können große Ohren sein, eine Haarfarbe (Blondinenwitze) oder in dem Fall eine Hautfarbe (Weissbrot oder im Extremfall Nigger). So kann es z.B. in einem Wortgefecht dazu kommen das eben beide Parteien auf diverse Dinge eingehen - darunter auch die Hautfarbe. Dabei kann es auch sein, dass in der Fraktion welche jemand anderen aufgrund seiner Hautfarbe beleidigt hat, sich selbst Personen der gleichen Hautfarbe aufhalten.
Ist es in der Situation rassistisch? -> Ja
Ist die Person im Allgemeinen rassistisch? -> Nein.

Dies ist genauso bei Personen welche Annehmen das ein Afrikaner aus Afrika nun nicht den gleichen Bildungsstand besitzt wie z.B. ein Deutscher.
In einem anderen Strang wurde dies als Rassismus bezeichnet. Allerdings ist dies entweder eine Annahme aus Erfahrungen die man gemacht hat oder aber aufgrund diverser Informationslagen annehmen muss.
Letztlich ist es aber dann doch kein Rassismus da man eben ein Problem erkannt hat und durch die Aufmerksammachung auf dieses Problem einem die Rassisten-Karte untergeschoben wird, obwohl man nicht davon ausgeht das die Menschen aus Gebiet X eben nicht die Anforderungen besitzen um in Land Y zu arbeiten.


Ab wann wird etwas rassistisch?

Rassistisch wird es ab dem Zeitpunkt, wo man sein eigenes Volk oder die eigene "Rasse" als überlegen und die andere als unterlegen ansieht. Dies muss vor allem im biologischen Kontext gesehen werden. Der Begriff "Untermensch" wie er während der NS Zeit gebraucht wurde, lässt es am besten verdeutlichen.

Ist es rassistisch zu sagen "Alle Schwarzen sind dumm!" -> Ja, weil man ihnen damit ein grundlegendes Element abspricht was auch zum lernen benötigt wird. Nämlich Intelligenz.

Ist es rassistisch zu sagen: "Afrikaner benötigen Kulturunterricht und Hilfe in einem Bereich" -> Nein, weil man davon ausgeht das sie aufgrund ihrer heimatlichen Situation davon nichts mitbekommen haben oder die Möglichkeit dazu nicht hatten diese Dinge zu erlenen / zu erreichen.

Ist es rassistisch zu sagen: "Der Islam ist eine gewaltbereite Religion" -> Nein, weil keine Rasse sondern eine Religion angesprochen wird. Wenn man sagt das der Islam eine gewaltbereite Religion ist, kritisiert man auch die eigenen Personen des eigenen Volkes die diesem Glauben angehören.



Positiver und negativer Rassismus:

Negativer Rassismus:
Alles was sich auf eine eigene Überlegenheit stützt und dadurch auch Gewalt anwenden würden um andersfarbige zu vertreiben

Positiver Rassismus:
Ein Freund der seinen Kumpel, weil er afrikanischer Abstammung ist, als "Braunbär" o.ä. bezeichnet. Letztlich spreche ich diesem Zustand nicht einmal den Rassismus-Bereich zu, weil er keine über- oder unterlegenheit bezeichnet und sich nur auf ein äußerliches Merkmal stützt.

Mein Fazit:
Viele der Dinge die letztlich als rassistisch wahrgenommen werden sind in erster Linie nicht mal Rassismus sondern es ist vor allem Neugier und Unhöflichkeit(gibt es das Wort überhaupt? o,o) welche entweder durch dei falsche Ausführung falsch verstanden werden oder aber bei der richtigen Ausführung von der betroffenen Person falsch verstanden werden. Echten Rassismus erkennt man vor allem daran das eben die Personen tatsächlich eine überlegene Haltung gegenüber andershautfarbigen Menschen besitzen.
Zuletzt geändert von Kael am Do 29. Okt 2015, 20:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Was ist Rassismus?

Beitragvon ThorsHamar » Do 29. Okt 2015, 20:10

Kael » vor 3 Minuten hat geschrieben:Wikipedia liefert dahingehend ja eigentlich Interessante Antworten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Rassismus#Allgemein



Gleichzeitig haben wir dann:


Allerdings ist dahingehend auch die Definition interessant da eben Rassismus von vielen anders wahrgenommen wird als er eigentlich gemeint ist.

Letztlich ist allen klar, dass Rassismus in erster Linie bedeutet das man einen anderen Menschen aufgrund seiner Hautfarbe benachteiligt oder sich einer Herrenrasse selbst der anderen Rasse überlegen fühlt.

Kommen wir aber nun mal zu unseren tollen Fallbeispielen die wir auch gerne im Forum haben:

Fallbeispiel:
Ein schwarzes Kind mit einer weißen Mutter sind im Zug. Die Personen reagieren in erster Linie nicht darauf, nur der ein oder andere bemerkt es und fragt die Mutter ob es ihr Kind ist und ob er vielleicht die Haare anfassen darf

Meine Definition:
Nein - Weil in erster Linie von einer Neugierde ausgegangen wird, die Person ist vielleicht mehr Interessiert über die außergewöhnliche Zusammenstellung.

Wenn man dem Kind einfach an die Haare fasst
Meine Definition: Nein - es ist strikt und ergreifend unhöflich

Wenn man die Haare des Kindes mit einem negativen oder positiven besetzten Adjektiv besetzt
Meine Meinung: Nein, es ist schlicht das empfundene Gefühl bei dem erfassen der Haare. Es ist nichts anderes wie wenn jemand zu einem sagt: "Man hast du große Ohren!" oder "Deine Haare fühlen sich kräuselig an"


Warum ist nach meiner Defintion vieles gar nicht rassistisch?
Das liegt vor allem daran, dass die Äußerlichkeiten bei vielen Menschen nun mal ein Angriffspunkt sind. Das können große Ohren sein, eine Haarfarbe (Blondinenwitze) oder in dem Fall eine Hautfarbe (Weissbrot oder im Extremfall Nigger). So kann es z.B. in einem Wortgefecht dazu kommen das eben beide Parteien auf diverse Dinge eingehen - darunter auch die Hautfarbe. Dabei kann es auch sein, dass in der Fraktion welche jemand anderen aufgrund seiner Hautfarbe beleidigt hat, sich selbst Personen der gleichen Hautfarbe aufhalten.
Ist es in der Situation rassistisch? -> Ja
Ist die Person im Allgemeinen rassistisch? -> Nein.

Dies ist genauso bei Personen welche Annehmen das ein Afrikaner aus Afrika nun nicht den gleichen Bildungsstand besitzt wie z.B. ein Deutscher.
In einem anderen Strang wurde dies als Rassismus bezeichnet. Allerdings ist dies entweder eine Annahme aus Erfahrungen die man gemacht hat oder aber aufgrund diverser Informationslagen annehmen muss.
Letztlich ist es aber dann doch kein Rassismus da man eben ein Problem erkannt hat und durch die Aufmerksammachung auf dieses Problem einem die Rassisten-Karte untergeschoben wird, obwohl man nicht davon ausgeht das die Menschen aus Gebiet X eben nicht die Anforderungen besitzen um in Land Y zu arbeiten.


Ab wann wird etwas rassistisch?

Rassistisch wird es ab dem Zeitpunkt, wo man sein eigenes Volk oder die eigene "Rasse" als überlegen und die andere als unterlegen ansieht. Dies muss vor allem im biologischen Kontext gesehen werden. Der Begriff "Untermensch" wie er während der NS Zeit gebraucht wurde, lässt es am besten verdeutlichen.

Ist es rassistisch zu sagen "Alle Schwarzen sind dumm!" -> Ja, weil man ihnen damit ein grundlegendes Element abspricht was auch zum lernen benötigt wird. Nämlich Intelligenz.

Ist es rassistisch zu sagen: "Afrikaner benötigen Kulturunterricht und Hilfe in einem Bereich" -> Nein, weil man davon ausgeht das sie aufgrund ihrer heimatlichen Situation davon nichts mitbekommen haben oder die Möglichkeit dazu nicht hatten diese Dinge zu erlenen / zu erreichen.

Ist es rassistisch zu sagen: "Der Islam ist eine gewaltbereite Religion" -> Nein, weil keine Rasse sondern eine Religion angesprochen wird. Wenn man sagt das der Islam eine gewaltbereite Religion ist, kritisiert man auch die eigenen Personen des eigenen Volkes die diesem Glauben angehören.

Mein Fazit:
Viele der Dinge die letztlich als rassistisch wahrgenommen werden sind in erster Linie nicht mal Rassismus sondern es ist vor allem Neugier und Unhöflichkeit(gibt es das Wort überhaupt? o,o) welche entweder durch dei falsche Ausführung falsch verstanden werden oder aber bei der richtigen Ausführung von der betroffenen Person falsch verstanden werden.


Rassismus ist Ranking von Menschen unter Erhöhung der eigenen Gruppe.
Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft; wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.
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Re: Was ist Rassismus?

Beitragvon Kael » Do 29. Okt 2015, 20:14

ThorsHamar » Do 29. Okt 2015, 20:10 hat geschrieben:
Rassismus ist Ranking von Menschen unter Erhöhung der eigenen Gruppe.



Nicht mal das, so kann ich z.B. davon ausgehen das unsere Kultur aufgrund unseres Werdegangs einer anderen Kultur überlegen ist. Zumindest was es im Bereich Arbeitskraft, Militär etc. etc. angeht. Damit spreche ich den anderen Menschen anderer Hautfarbe gleichzeitig aber nicht ab, dass sie gleiches erreichen könnten. Sondern nur das die "Umstände" für einen Aufstieg nicht gegeben waren oder aber es einfach falsch gehandhabt wurde.

Da Menschen nun mal sich in Gruppen meistens sammeln, ist es vor allem normal andere Gruppen zu denunzieren. (z.B. hast du dies auch in der normalen Marktwirtschaft wo Firma A als Gruppa A die Firma B als Gruppe B denunzieren will).

Rassistisch wird es in dem Fall erst wenn man sich selbst als Herrenmensch ansieht und andere als minderwertig weil man Gruppe A nicht angehört.
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Re: Was ist Rassismus?

Beitragvon bakunicus » Do 29. Okt 2015, 20:14

dazu haben wir schon dutzende stränge ...

@ moderation ... bitte zusammenlegen
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Re: Was ist Rassismus?

Beitragvon Jekyll » Do 29. Okt 2015, 20:20

Kael » Do 29. Okt 2015, 20:14 hat geschrieben:Rassistisch wird es in dem Fall erst wenn man sich selbst als Herrenmensch ansieht und andere als minderwertig weil man Gruppe A nicht angehört.
Demnach wäre es kein Rassismus, wenn der Angehöriger einer Gruppe sich selber als minderwertig und andere als höherwertig ansieht?
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Re: Was ist Rassismus?

Beitragvon Jekyll » Do 29. Okt 2015, 20:24

Die Verknüpfung von bestimmten mentalen/charakterlichen Eigenschaften mit körperlichen Merkmalen wäre für mich Rassismus.
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Re: Was ist Rassismus?

Beitragvon schokoschendrezki » Do 29. Okt 2015, 20:27

Ich glaube, du verwechselst da zwei Dinge, die nix miiteinander zu tun haben: Die dem Menschen innewohnende grundsätzliche Neugier in Verbindung mit seinem Interesse an seinesgleichen. Einschließlich einer nicht abweisbaren erotischen Neugierde. Was sich u.a. an einer Faszination für Personen des jeweils anderen Geschlechts anderer Hautfarbe, anderer Nation ausdrücken kann. Und auf der anderen Seite einer positiven oder auch negativen Bewertung oder grundsätzlichen Zuschreibung von Eigenschaften von Menschen anderer Nation, Hautfarbe usw. Es ist grundsätzlich nix dagegen zu sagen, große, kleine, dicke, dünne, dunkelhaarige, blonde, dumme, kluge Frauen/Männer attratkiv/unattratkiv zu finden wie es problematisch ist, der jeweiligen Gruppe bestimmte wertende Eigenschaften grundsätzlich zuzuschreiben.
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Re: Was ist Rassismus?

Beitragvon Allenstein » Mo 2. Nov 2015, 00:12

Jekyll » Do 29. Okt 2015, 21:24 hat geschrieben:Die Verknüpfung von bestimmten mentalen/charakterlichen Eigenschaften mit körperlichen Merkmalen wäre für mich Rassismus.


Also wenn man sagt, daß die Südamerikaner "Rhytmus im Blut" haben, ist das schon Rassismus?
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Re: Was ist Rassismus?

Beitragvon Kopernikus » Mo 2. Nov 2015, 01:51

Man merkt dem Eingangsbeitrag eindeutig an, dass er förmlich davon getragen ist, Rassismus möglichst zu einem reinen Naziproblem zu verengen, so dass am Ende so gut wie kein Rassismus jenseits dessen übrig bleibt. Sehr durchschaubar und funktioniert natürlich auch nur durch eine ganze Reihe von Fehlannahmen.
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Re: Was ist Rassismus?

Beitragvon michi.ensch » Mo 2. Nov 2015, 08:26

Es gibt auch religiösen Rassismus. Wenn die eigene Religion über Alles gestellt wird und andere als Ungläubige und Minderwertige bezeichnet werden.
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Re: Was ist Rassismus?

Beitragvon Provokateur » Mo 2. Nov 2015, 08:44

Da Religion keine "Rasse" ist, ist diese Einlassung zumindest ungenau. Religiöser Faschismus und religiöser Chauvinismus sind wesentlich häufiger anzutreffen.

Der einzige Fall von religiösem Rassismus, der mir bekannt ist, findet sich bei den Mormonen. Die nämlich glauben, dass sich die verschiedenen "Rassen" herausgebildet hätten, weil die "Urvölker" (Lamaniten u.Ä.) sich auf irgendeine Art und Weise gegen Gott versündigt hätten.
Nur die kaukasische Rasse sei rein und ohne Sünde geblieben.
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Re: Was ist Rassismus?

Beitragvon michi.ensch » Mo 2. Nov 2015, 12:20

Provokateur » Mo 2. Nov 2015, 09:44 hat geschrieben:Da Religion keine "Rasse" ist, ist diese Einlassung zumindest ungenau. Religiöser Faschismus und religiöser Chauvinismus sind wesentlich häufiger anzutreffen.

Der einzige Fall von religiösem Rassismus, der mir bekannt ist, findet sich bei den Mormonen. Die nämlich glauben, dass sich die verschiedenen "Rassen" herausgebildet hätten, weil die "Urvölker" (Lamaniten u.Ä.) sich auf irgendeine Art und Weise gegen Gott versündigt hätten.
Nur die kaukasische Rasse sei rein und ohne Sünde geblieben.


Wenn Religion also keine Rasse ist, warum werden dann Islamkritiker permanent von unseren Politikern und Mainsteram-Medien als "Rassisten" beschimft?
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Re: Was ist Rassismus?

Beitragvon Provokateur » Mo 2. Nov 2015, 12:27

Weil 95% der so genannten "Islamkritik" nicht so sehr systematisch den Islam kritisiert, sondern auf die Beleidigung und Verächtlichmachung von Muslimen abzielt. Und die sind nun einmal häufig den semitischen oder den Turkvölkern angehörig, haben also braune Haut und schwarze Haare.

Wie man ordentliche, nichtrassistische Islamkritik betreibt, sieht man unter anderem bei der "Saarbrücker Schule" der Islamwissenschaft oder auch bei Sven Kalisch. So etwas läuft aber im akademischen Diskurs, und von dem sind viele, die sich gerne "Islamkritiker" nennen, meilenweit entfernt - weil sie niederste Instinkte bedienen und faschistoide Lösungsvorschläge für die von ihnen genannten oder erfundenen Probleme haben.

Und in dem Bereich sind die "Islamkritiker" den Salafisten näher, als es beiden Seiten lieb sein kann :)
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Re: Was ist Rassismus?

Beitragvon Laertes » Mo 2. Nov 2015, 13:29

Die Zitate im Eingangsbeitrag sind nach meinem Verständnis keine Definitionen des Begriffs Rassismus, sondern Theorien zu seinen psychologischen Ursachen. Mir bekannte Definitionen wären z.B.:
«Rassismus umfasst Ideologien und Praxisformen auf der Basis der Konstruktion von Menschengruppen als Abstammungs- und Herkunftsgemeinschaften, denen kollektive Merkmale zugeschrieben werden, die implizit oder explizit bewertet und als nicht oder nur schwer veränderbar interpretiert werden.» (Johannes Zerger, Was ist Rassismus?, Göttingen 1997, S.81).
«Der Rassismus ist die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers, mit der seine Privilegien oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen.» (Albert Memmi, Rassismus, Frankfurt a.M. 1987, S.164)
beide zitiert nach: http://www.humanrights.ch/de/menschenre ... s/begriff/

Daran gemessen kann man die Aussage "Afrikaner benötigen Kulturunterricht und Hilfe in einem Bereich" sehr wohl als rassistisch werten, weil allen Angehörigen einer Gruppe aufgrund von Herkunft ein zu behebendes Defizit unterstellt wird.

Die Aussage
"Der Islam ist eine gewaltbereite Religion"
ist zunächst einmal komplett unlogisch, da der Islam kein gewaltausübendes Subjekt ist, sondern die Bezeichnung einer Religion.

Der für mich interessante Bereich der Fragestellung beginnt bei der Frage, ob und unter welchen Umständen bestimmte methodisch einwandfreien wissenschaftlichen Untersuchungen bereits als rassistisch charakterisiert werden dürfen. Beispiel (Achtung, Konjunktiv!): Angenommen es gäbe eine seriöse Untersuchung, die zu dem Ergebnis kommt, dass in der Bundesrepublik von Jugendlichen muslimischen Glaubens eine höhere Gewaltbereitschaft ausgeht, wäre die Durchführung einer solchen Untersuchung, oder der Verweis darauf bereits rassistisch?

PS: Mein erster Beitrag hier. Ich hoffe die Anzahl der betretenen Fettnäpfchen ist überschaubar geblieben.
Zuletzt geändert von Laertes am Mo 2. Nov 2015, 14:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Was ist Rassismus?

Beitragvon Provokateur » Mo 2. Nov 2015, 13:51

Laertes » Mo 2. Nov 2015, 13:29 hat geschrieben:
Der für mich interessante Bereich der Fragestellung beginnt bei der Frage, ob und unter welchen Umständen bestimmte methodisch einwandfreien wissenschaftlichen Untersuchungen bereits als rassistisch charakterisiert werden dürfen. Beispiel (Achtung, Konjunktiv!): Angenommen es gäbe eine seriöse Untersuchung, die zu dem Ergebnis kommt, dass in der Bundesrepublik von Jugendlichen muslimischen Glaubens eine höhere Gewaltbereitschaft ausgeht, wäre die Durchführung einer solchen Untersuchung, oder der Verweis darauf bereits rassistisch?



Es gab vor mehr als zehn Jahren eine solche Untersuchung durch das Kriminologische Institut Niedersachsen. Dort wurde eine Korrelation bejaht. Spätere Untersuchungen haben aber ergeben, dass diese Korrelation das Item "Bereitschaft der Eltern, Gewalt als Erziehungsmittel einzusetzen" unberücksichtigt gelassen haben. Da die Mehrzahl der Muslime aus Gesellschaften stammt, in denen Gewalt als Erziehungsmittel als legitim angesehen wird, ist die Korrelation unter Betrachtung dieser Eigenschaft wesentlich höher als unter Zuhilfenahme des Items "Religionszugehörigkeit".

Siehe dazu speziell Ahmet Toprak - "Das schwache Geschlecht- die türkischen Männer. Zwangsheirat, häusliche Gewalt, Doppelmoral der Ehre", hier wird dieses Thema ausgiebig behandelt.
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Re: Was ist Rassismus?

Beitragvon Laertes » Mo 2. Nov 2015, 15:01

michi.ensch » Mo 2. Nov 2015, 12:20 hat geschrieben:Religion also keine Rasse ist, warum werden dann Islamkritiker permanent von unseren Politikern und Mainsteram-Medien als "Rassisten" beschimft?
Neben den ursprünglich biologistischen Begriff Rassismus ist inzwischen der weiter gefasste Begriff Kulturrassismus (andere Quelle Wikipedia: hier) getreten. Der Vorwurf richtet sich m. E. gegen Zweiteren.

Jekyll » Do 29. Okt 2015, 20:20 hat geschrieben:Demnach wäre es kein Rassismus, wenn der Angehöriger einer Gruppe sich selber als minderwertig und andere als höherwertig ansieht?
Nach der Definition von Memmi nicht, solange dadurch weder Privilegien noch Aggressionen gerechtfertigt werden.
Zuletzt geändert von Laertes am Mo 2. Nov 2015, 15:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Was ist Rassismus?

Beitragvon Nathan » Mo 2. Nov 2015, 15:03

Kopernikus » Mo 2. Nov 2015, 02:51 hat geschrieben:Man merkt dem Eingangsbeitrag eindeutig an, dass er förmlich davon getragen ist, Rassismus möglichst zu einem reinen Nazipreoblem zu verengen, so dass am Ende so gut wie kein Rassismus jenseits dessen übrig bleibt. Sehr durchschaubar und funktioniert natürlich auch nur durch eine ganze Reihe von Fehlannahmen.


Perfekt! :thumbup:
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Re: Was ist Rassismus?

Beitragvon Nathan » Mo 2. Nov 2015, 15:06

Laertes » Mo 2. Nov 2015, 14:29 hat geschrieben:Die Zitate im Eingangsbeitrag sind nach meinem Verständnis keine Definitionen des Begriffs Rassismus, sondern Theorien zu seinen psychologischen Ursachen. Mir bekannte Definitionen wären z.B.:beide zitiert nach: http://www.humanrights.ch/de/menschenre ... s/begriff/

Daran gemessen kann man die Aussage "Afrikaner benötigen Kulturunterricht und Hilfe in einem Bereich" sehr wohl als rassistisch werten, weil allen Angehörigen einer Gruppe aufgrund von Herkunft ein zu behebendes Defizit unterstellt wird.

Die Aussage ist zunächst einmal komplett unlogisch, da der Islam kein gewaltausübendes Subjekt ist, sondern die Bezeichnung einer Religion.

Der für mich interessante Bereich der Fragestellung beginnt bei der Frage, ob und unter welchen Umständen bestimmte methodisch einwandfreien wissenschaftlichen Untersuchungen bereits als rassistisch charakterisiert werden dürfen. Beispiel (Achtung, Konjunktiv!): Angenommen es gäbe eine seriöse Untersuchung, die zu dem Ergebnis kommt, dass in der Bundesrepublik von Jugendlichen muslimischen Glaubens eine höhere Gewaltbereitschaft ausgeht, wäre die Durchführung einer solchen Untersuchung, oder der Verweis darauf bereits rassistisch?

PS: Mein erster Beitrag hier. Ich hoffe die Anzahl der betretenen Fettnäpfchen ist überschaubar geblieben.


Nicht nur unter dem Aspekt des Erstlingswerks sondern auch absolut gesehen ist das ein ganz ausgezeichneter Beitrag! :thumbup:
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Re: Was ist Rassismus?

Beitragvon Nathan » Mo 2. Nov 2015, 15:16

Provokateur » Mo 2. Nov 2015, 13:27 hat geschrieben:Weil 95% der so genannten "Islamkritik" nicht so sehr systematisch den Islam kritisiert, sondern auf die Beleidigung und Verächtlichmachung von Muslimen abzielt. Und die sind nun einmal häufig den semitischen oder den Turkvölkern angehörig, haben also braune Haut und schwarze Haare.

Wie man ordentliche, nichtrassistische Islamkritik betreibt, sieht man unter anderem bei der "Saarbrücker Schule" der Islamwissenschaft oder auch bei Sven Kalisch. So etwas läuft aber im akademischen Diskurs, und von dem sind viele, die sich gerne "Islamkritiker" nennen, meilenweit entfernt - weil sie niederste Instinkte bedienen und faschistoide Lösungsvorschläge für die von ihnen genannten oder erfundenen Probleme haben.

Und in dem Bereich sind die "Islamkritiker" den Salafisten näher, als es beiden Seiten lieb sein kann :)

Auch dieser Beitrag ist ausgezeichnet! Erstaunlich, damit ist eigentlich genug gesagt gegen abertausende "islamkritische" Beiträge hier.
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Re: Was ist Rassismus?

Beitragvon Allenstein » Mo 2. Nov 2015, 18:38

Für die politische Linke und ihre "Alle sind gleich"-Ideologie ist es doch schon Rassismus, wenn man auch nur feststellt, daß es überhaupt unterschiedliche Ethnien mit unterschiedlichen Eigenschaften gibt und eine Vermischung und damit Zersetzung der verschiedenen Ethnien abgelehnt wird.

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