Ehegattensplitting

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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Provokateur » Do 21. Mai 2015, 21:59

Man spart aber nie so viel, wie man (als Mann) durch eine Scheidung verliert. Ehe ist ein Minusgeschäft, wenn sie schief läuft. Und das kann keiner sagen.
Ich habe genug Kameraden erlebt, gute Soldaten, die an ihren scheiternden Ehen kaputt gegangen sind. Am Ende standen sie mit leeren Taschen da, während die Frauen das Haus, die Kinder und das Geld hatten.

Das passiert mir nicht.
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garfield336
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon garfield336 » Fr 22. Mai 2015, 06:42

Milady de Winter » Do 21. Mai 2015, 11:29 hat geschrieben:Nicht nur das - sehr viele heiraten gar nicht kirchlich, weil kein Interesse oder nicht religiös bzw. christlichen Glaubens. Ich persönlich sehe auch keinen Unterschied zwischen einer legal geschlossenen Ehe und einer nicht legalisierten (außer den Kostenfaktor).


Eine legale Ehe kostet doch nix? Hier geht man zum ortlichen Amt und unterschreibt einen Vertrag und geht wieder raus.

In 10min ist man fertig. Kosten: Ein paar Marken zur Beglaubigung von Kopien. Mehr als 10euro ist das nicht ;)
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Flat » Fr 22. Mai 2015, 07:30

Blickwinkel » Do 21. Mai 2015, 13:57 hat geschrieben:
Wo denn? Weisst du was die Umfragen ergeben zum Thema, Steuererhöhungen und was Parteien blüht, die diese ankündigen im Wahlkampf.



Moin,

bekanntestes Beispiel: Mehrwertsteuer


1. Januar 1968 – 30. Juni 1968 10 %
1. Juli 1968 – 31. Dezember 1977 11 %
1. Januar 1978 – 30. Juni 1979 12 %
1. Juli 1979 – 30. Juni 1983 13 %
1. Juli 1983 – 31. Dezember 1992 14 %
1. Januar 1993 – 31. März 1998 15 %
1. April 1998 – 31. Dezember 2006 16 %
seit 1. Januar 2007 19 %

https://goldsparplan.wordpress.com/2010 ... utschland/
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Flat » Fr 22. Mai 2015, 07:36

Provokateur » Do 21. Mai 2015, 21:59 hat geschrieben:Man spart aber nie so viel, wie man (als Mann) durch eine Scheidung verliert. Ehe ist ein Minusgeschäft, wenn sie schief läuft. Und das kann keiner sagen.
Ich habe genug Kameraden erlebt, gute Soldaten, die an ihren scheiternden Ehen kaputt gegangen sind. Am Ende standen sie mit leeren Taschen da, während die Frauen das Haus, die Kinder und das Geld hatten.



Moin,

ich glaube, dass der Beruf des Soldaten für eine dauerhafte Ehe wohl problematisch ist: Auslandseinsätze (mit der verbundenen Angst der Familie), Versetzungen, Arbeitszeiten, usw.

ein guter Soldat zu sein heißt eben nicht, ein guter Ehemann zu sein. Vielleicht sogar das Gegenteil, denn das vorbildliche Einbringen in diesen Beruf kann nur auf Kosten der Familie gehen.


Aber das die Frauen die Gewinner von Scheidungen sind halte ich für eine Mär. Verlieren tun in der Regel beide.


Mit inzwischen fast 25 Ehejahren halte ich übrigens die Ehe nicht für ein Verlustgeschäft sondern für den größten Gewinn meines Lebens.
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Provokateur » Fr 22. Mai 2015, 07:38

In den Fällen, die ich erlebt habe, war das aber der Fall. Keine Ahnung, warum die Gerichte so entschieden haben.
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Milady de Winter » Fr 22. Mai 2015, 09:12

Flat » Fr 22. Mai 2015, 08:36 hat geschrieben:

Moin,

ich glaube, dass der Beruf des Soldaten für eine dauerhafte Ehe wohl problematisch ist: Auslandseinsätze (mit der verbundenen Angst der Familie), Versetzungen, Arbeitszeiten, usw.

ein guter Soldat zu sein heißt eben nicht, ein guter Ehemann zu sein.

Die Formulierung halte ich für falsch. Ein Soldat kann sogar ein sehr guter Ehemann sein. Besser als einer, der jeden Abend um 5 zuhause ist. Aber je nach Profil setzt die dauerhafte Ehe oder Beziehung mit einem Soldaten eine starke Frau voraus. Nicht jede Frau kann damit leben, dass ihr Mann z.T. auf unbestimmte Zeit einfach weg ist, sie nicht weiß wo er ist, wann er wieder kommt und vor allem ob er sich in Gefahr befindet. Oder selbst in weniger dramatischen Fällen, in denen er sich einfach im Auslandsaufenthalt befindet - er ist dann eben physisch nicht da. Mit solchen Beziehungen kann logischerweise nicht jeder umgehen. Frauen wie Männer.

Aber die Qualität eines Ehemannes oder Partners lässt sich in meinen Augen auf gar keinen Fall an einer geregelten Anwesenheit festmachen.
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Blickwinkel » Fr 22. Mai 2015, 09:15

Flat » Fr 22. Mai 2015, 08:30 hat geschrieben:
Moin,

bekanntestes Beispiel: Mehrwertsteuer


1. Januar 1968 – 30. Juni 1968 10 %
1. Juli 1968 – 31. Dezember 1977 11 %
1. Januar 1978 – 30. Juni 1979 12 %
1. Juli 1979 – 30. Juni 1983 13 %
1. Juli 1983 – 31. Dezember 1992 14 %
1. Januar 1993 – 31. März 1998 15 %
1. April 1998 – 31. Dezember 2006 16 %
seit 1. Januar 2007 19 %

https://goldsparplan.wordpress.com/2010 ... utschland/


Das ist was anderes, weil es alle betrifft, aber du willst speziell eine Gruppe von 9,2 Millionen Paaren schlechter stellen und das mit welcher Begründung? Dass die zu gut verdienen? Dass das Konzept Ehe überholt ist, obwohl 17 Millionen Paare in D verheiratet sind?
Nichts ist in der Regel unsozialer als der sogenannte Wohlfahrtsstaat, der die menschliche Verantwortung erschlaffen und die individuelle Leistung absinken läßt. (Ludwig Erhard)
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Blickwinkel » Fr 22. Mai 2015, 09:18

Dingo » Do 21. Mai 2015, 21:06 hat geschrieben:Eine Ehe an sich ist aber noch keine Familie; heutzutage ist sie auch keine Voraussetzung mehr, eine Familie zu gründen.


Das habe ich nicht behauptet, trotzdem sind 8 Millionen Paare mit Kinder verheiratet, das sind mehr als ohne Trausschein.

Ich wäre dafür, Eheleute ohne Kinder und Eheleute mit Kindern, die alle eine bestimmte Altersgrenze erreicht haben (z. B. 25 Jahre), steuerlich wie ein Paar ohne Trauschein zu behandeln. Die Mehreinnahmen könnten verwendet werden, Familien besser zu fördern, unabhängig vom Trauschein der Eltern.


Ich kann mir eher eine Gleichstellung von Paaren ohne Trauschein vorstellen, nicht aber eine Schlechterstellung von Millionen von Menschen mit Trauschein.
Zuletzt geändert von Blickwinkel am Fr 22. Mai 2015, 09:18, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Flat » Fr 22. Mai 2015, 09:21

Milady de Winter » Fr 22. Mai 2015, 09:12 hat geschrieben:
Aber die Qualität eines Ehemannes oder Partners lässt sich in meinen Augen auf gar keinen Fall an einer geregelten Anwesenheit festmachen.


Moin,

pauschal und für alle ganz sicher nicht.

Aber es gibt nun mal Berufe, die für ein Eheleben problematischer sind als andere.

Und lange Abwesenheit gehört sicher zu den Problemfeldern. Extremer ist das ja noch bei Seeleuten.

Bei Soldaten kommt eben auch noch das Risiko bei den Auslandseinsätzen dazu.

Insofern braucht das in der Tat schon speziell gestrickte Frauen. Nur weiß man oft vorher nicht, ob und wie man es erträgt.
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Flat » Fr 22. Mai 2015, 09:22

Blickwinkel » Fr 22. Mai 2015, 09:15 hat geschrieben:
Das ist was anderes, weil es alle betrifft, aber du willst speziell eine Gruppe von 9,2 Millionen Paaren schlechter stellen und das mit welcher Begründung? Dass die zu gut verdienen? Dass das Konzept Ehe überholt ist, obwohl 17 Millionen Paare in D verheiratet sind?


Moin,

die Begründungen habe ich schon mehrfach geschrieben.

Deine Einwände auch widerlegt.

Wir drehen uns im Kreis.
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Blickwinkel » Fr 22. Mai 2015, 09:27

Flat » Fr 22. Mai 2015, 10:22 hat geschrieben:
Moin,

die Begründungen habe ich schon mehrfach geschrieben.

Deine Einwände auch widerlegt.

Wir drehen uns im Kreis.


Richtig, nur sehe ich bei deiner Meinung keine Mehrheit, ausser du bietest anstelle des Ehegattensplittings den Verheirateten (auch ohne Kinder) eine andere Steuererleichterung an. Und jetzt kannst du gerne weiterhin dafür plädieren, dass Verheiratete mehr Steuern zahlen sollen und die Partei, die das fordert, auch noch begeistert wählen soll. :D
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Flat » Fr 22. Mai 2015, 09:39

Blickwinkel » Fr 22. Mai 2015, 09:27 hat geschrieben:
Richtig, nur sehe ich bei deiner Meinung keine Mehrheit, ausser du bietest anstelle des Ehegattensplittings den Verheirateten (auch ohne Kinder) eine andere Steuererleichterung an. Und jetzt kannst du gerne weiterhin dafür plädieren, dass Verheiratete mehr Steuern zahlen sollen und die Partei, die das fordert, auch noch begeistert wählen soll. :D


Moin,

ich habe nicht behauptet, dass es die Mehrheitsmeinung ist. ich habe behauptet, dass es vernünftig wäre.

Wie die Meinung derzeit vertreten ist, weiß ich nicht. Die SPD wäre wohl für die Abschaffung, die GRÜNEN wollen es zumindest reformieren. Bei der CDU ist bei Merkel kein Standpunkt mehr zementiert.


Entscheidend wird wohl sein, den Bürgern klar zu machen, dass es nicht um eine schlichte Streichung geht sondern um eine Umverteilung zugunsten der Kinder. Insofern würden Verheiratete mit Kindern weniger Steuern bezahlen. Verheiratete ohne Kinder mehr. Das letztere aber auch nur, wenn deren Einkommen in einer Ehe stark unterschiedlich ist und überhaupt Einkommenssteuer in bemerkbarer Höhe gezahlt wird.

Aber das hatte ich ja alles auch schon geschrieben.


Jede Steueränderung hat Verlierer und Gewinner. Ich wünsche mir eben, dass die Kinder mal Gewinner wären und nicht kinderlose Großverdiener.
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Blickwinkel » Fr 22. Mai 2015, 09:46

Flat » Fr 22. Mai 2015, 10:39 hat geschrieben:
Moin,

ich habe nicht behauptet, dass es die Mehrheitsmeinung ist. ich habe behauptet, dass es vernünftig wäre.


Ich sehe das nicht als vernünftig an, wenn Millionen Menschen plötzlich mehr Steuern zahlen müssen, denn egal ob Großverdiener oder nicht, ALLE Verheirateten müssen mehr zahlen und dann wäre es auch mit dem Schutz bzw. der Förderung der Ehe dahin. Das würde die CDU nicht durchgesetzt bekommen bei ihren Mitgliedern und Wählern.

Aber es ist klar, dass du gerne die Großverdiener zur Kasse bitten willst und das ist auch der wahre Grund für deinen Wunsch nach Abschaffung des Ehegattensplittings. Das mit den Kinder ist doch nur vorgeschoben, es geht hier wieder um den Neid. Deswegen ist auch klar, dass dieser Wunsch aus der linken Ecke kommt, aber dafür gibt es keine Mehrheiten und Steuererhöhungen lehnen die meisten Bürger ab.
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Milady de Winter » Fr 22. Mai 2015, 11:03

Flat » Fr 22. Mai 2015, 10:21 hat geschrieben:
Moin,

pauschal und für alle ganz sicher nicht.

Aber es gibt nun mal Berufe, die für ein Eheleben problematischer sind als andere.

Und lange Abwesenheit gehört sicher zu den Problemfeldern. Extremer ist das ja noch bei Seeleuten.

Bei Soldaten kommt eben auch noch das Risiko bei den Auslandseinsätzen dazu.

Insofern braucht das in der Tat schon speziell gestrickte Frauen. Nur weiß man oft vorher nicht, ob und wie man es erträgt.

Durchaus. Nur macht das den Soldaten oder den Mann, der solch einen (für eine Ehe ggf. problematischen) Beruf ausübt, nicht per se zu einem "schlechteren Ehemann". Nur darauf wollte ich hinaus.
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon XT6000 » Mi 27. Mai 2015, 11:26

garfield336 » Mi 20. Mai 2015, 17:28 hat geschrieben:Unsere Regierung (Luxemburg) plant die Abschaffung des Ehegattensplittings.

Was haltet ihr von einer Individualbesteuerung. :?:

Dann sollte aber auch der gesamte Ehegattenunterhalt neu geregelt werden.
Wenn man dann effektiv schon mehr Steuern zahlen muss, muss es auch möglich sein, den geschiedenen Ehepartner dann beim Staat zur weiteren Versorgung "abzuliefern".
M.a.W. der Staat muss dann das Risiko tragen, dass einer von den Beiden bei Scheidung zum Sozialfall wird, und nicht der andere Ehepartner auch noch jahrelangen Unterhalt bezahlen. Entweder ... Oder

Alles im Leben hat zwei Seiten und so muss auch der Staat Vor- und Nachteile solcher Entscheidungen abwägen.
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon garfield336 » Do 28. Mai 2015, 08:49

XT6000 » Mi 27. Mai 2015, 12:26 hat geschrieben:Wenn man dann effektiv schon mehr Steuern zahlen muss, muss es auch möglich sein, den geschiedenen Ehepartner dann beim Staat zur weiteren Versorgung "abzuliefern".
.


Nein, nicht für geschiedene Ehepaare

aber man mus vorallem den arbeitslosen Ehepartner beim Staat abliefern und er müsste dort Arbeitslosenunterstützung erhalten, was bis jetzt nicht der Fall ist.

Es gilt immer noch, dass beide Ehepartner für den Unterhalt der Familie zu sorgen haben und der Staat sich da raushält.
Wenn also man getrennt besteuert, mus man auch die Sozialleistungen getrennt behandeln.

Gleiches gilt auch bei gesonderten Kinderunterstützung für ärmere. Man mus das Einkommen offenlegen um zusätzlich zum Kindergeld hilfen ze bekommen.
Auch dies müsste dann getrennt behandelt werden.! Sprich jedes Elternteil kommt nur zu 50% auf. Wenn einer dazu nicht in der Lage ist, mus der Staat einspringen.
Da gibt es noch dutzende Dinge die ich aufzählen könnte.

ich wiederhole mich:
Wenn man getrennt besteuert, müssen auch ALLE Sozialleistungen getrennt berechnet werden.
Zuletzt geändert von garfield336 am Do 28. Mai 2015, 09:05, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Checkpointe » Do 28. Mai 2015, 21:20

garfield336 » Do 28. Mai 2015, 08:49 hat geschrieben:Wenn man getrennt besteuert, müssen auch ALLE Sozialleistungen getrennt berechnet werden.


Mein Nachbar musste seine kranke Ehefrau in ein Pflegeheim geben. Und er musste seine gesamten Ersparnisse und einen dicken Teil seiner Rente für die Pflegekosten seiner Frau geben.

Das sollte dann bitte der Staat zu 100% bezahlen. Wenn die Ehepartner getrennt besteuert werden, sollen die Ehepartner auch nicht finanziell füreinander haften müssen.
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon garfield336 » Fr 29. Mai 2015, 07:41

Checkpointe » Do 28. Mai 2015, 22:20 hat geschrieben:
Mein Nachbar musste seine kranke Ehefrau in ein Pflegeheim geben. Und er musste seine gesamten Ersparnisse und einen dicken Teil seiner Rente für die Pflegekosten seiner Frau geben.

Das sollte dann bitte der Staat zu 100% bezahlen. Wenn die Ehepartner getrennt besteuert werden, sollen die Ehepartner auch nicht finanziell füreinander haften müssen.


Genau das ist der Punkt.
Ich sah die Steuervorteile immer in diesem Lichte. Man hat höhere finanzielle Risiken, nimmt dem Staat Lasten ab, also sollte man auch selbst entlastet werden.

Du sprichst vom Pflegefall, mein Vater ist auch ein Pflegefall und lebt im Pflegeheim Man hat das Haushaltseinkommen (beide Rentner) durch 2 geteilt. Meine Mutter bekommt die Hälfte mein Vater die Hälfte.
Mit meinem Vaters Anteil wird das Pflegeheim bezahlt + staatliche Zuschüsse weil es nicht reicht.

Aber auch hier man nahm das GESAMTE Haushaltseinkommen als Referenz!
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon garfield336 » Fr 29. Mai 2015, 07:44

Zuschüsse für die Kinderbetreuung verlangen sie ein Nachweis das Haushaltseinkommens. Es wird nicht getrennt gerechnet.


(Anmerkung: Ich lebe in Luxemburg, Abweichungen zu den Gesetzen die ihr kennt sind möglich )
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon denkmal » Sa 30. Mai 2015, 08:46

Flat » Do 21. Mai 2015, 14:17 hat geschrieben:
Moin,

falsch,

nehmen wir mal an, ein Ehepaar entscheidet sich, zu gleichen Teilen das Kind zu erziehen. Beide gehen auf halbtags, beide verdienen gleich viel. Die bekommen durchs Ehegattensplitting keinen Cent. Erklär mir mal den Sinn.


Selbstverständlich bekommen auch sie durchs Ehegattensplitting Steuervorteile. Wie ALLE verheirateten Paare mit Einkommen.
IV/IV oder III/V bedeutet eben nur, dass man nicht zuwenig vorauszahlt und am Ende des Jahres nachzahlen muss - wenn man das so will. Und wer keine Einkommenstteureerklärung macht, bekommt natürlich auch nichts zurück (muss aber auch nichts nachzahlen im Falle des Falles, aber für letzteres haben die Finanzämter schon statistische Erhebung und fordern ggfs. zur Abgabe der Einkommenststeuererklärung auf, damit dem Staat nichts entgeht...)

Verheiratete (die Summe der Einküfte beider Ehegatten) werden dabei grundsätzlich nach dem Splittingtarif besteuert, Nicht Verheiratete werden JEDER (Summe des einzelnen = Einkünfte des einzelnen) nach dem Grundtarif besteuert.

Gehörte alles zum Familienlastenausgleich (als man vielleicht der Meinung war, Verheiratete sind eine Familie oder Familienförderung eben fängt da an, wo die Möglichkeit besteht, dass eine Familie mit Kindern entsteht) oder so, ebenso übrigens wie das Kindergeld (was bei steuerzahlenden Eltern "nur" die Vorauszahlung zur Freistellung des Existenzminimums (der) Kinder ist - abgerechnet wird in der Einkommenssteuer immer zum Schluss [jährlich], bei Eltern ohne Einkünften ist es quasi die staatliche "Dirketauszahlung" des steuerfreien Teils des Existensminimums).

Ich muss zum Beispiel meist das Kindergeld zurückzahlen (respektive wird die Summe auf die jährlich ermittelte Einkommenssteuer draufgesattelt - die durch Günstigerprüfung des Finanzamtes um den wirklichen Kinderfreibetrag bereinigt ermittelt wurde.).
Im Laufe ihres steinernen Daseins nehmen sogar manche Denkmäler menschliche Züge an.
© Martin Gerhard Reisenberg
(*1949), Diplom-Bibliothekar und Autor

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