Ehegattensplitting

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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Flat » Do 21. Mai 2015, 13:00

Blickwinkel » Do 21. Mai 2015, 12:55 hat geschrieben:
Muss man auch bei der Ehe nicht, insofern sehe ich keinen Grund, die Ehe schlechter zu stellen. Es wird keiner zur Heirat gezwungen, wer nicht will, in Ordnung, aber warum sollte diese nicht gefördert werden?


Moin,

weil staatliche Mittel endlich sind.

Und deshalb sollten Förderungen zielgerichtet sein.

Es macht überhaupt keinen Sinn, Ehen zu fördern, wo der finanzielle Verdienst ungleich ist. Ehen mit gleichen Verdienst und Partner ohne Trauschein hingegen werden nicht gefördert.


Es macht hingegen gesellschaftlich sehr viel Sinn, Kinder zu fördern (Generationenvertrag, etc.).

Folglich wäre es sinnvoll, Familienförderung da ankommen zu lassen, wo sie hingehört: bei den Kindern!
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Blickwinkel » Do 21. Mai 2015, 13:06

Flat » Do 21. Mai 2015, 13:44 hat geschrieben:An den bestehenden Regeln des ersteren würde ich nichts ändern, da sie ja Kindbezogen sind. Mit Ehegattensplitting haben sie nichts zu tun.


Ich habe die Problematik bereits angesprochen.

Familienversicherung ist meines Wissens oft eine privatrechtliche Rabattgeschichte. Sollen die Versicherungen regeln wie sie wollen, solange es nicht gegen Gesetze verstösst.


In der GKV ist nichts privatrechtlich und die Versicherungen halten sich dort an die Gesetze, die ihnen der Gesetzgeber vorgibt. Somit steuert der Gesetzgeber die Familienversicherung und nicht die private Versicherungswirtschaft.

Gesetzliche Regelungen z.B. bei der Krankenkasse würde ich auch kinderbezogen machen (erziehender Elternteil kann dann gern bevorzugt mitversichert werden)


Also keine Änderung bei der Familienversicherung bzw. beitragsfreien Mitversicherung.

Nur weil etwas derzeit Recht ist, muss es ja nicht so bleiben. Sonst würde man ja nie das recht ändern dürfen. Es geht hier eben um den Sinn und den bestreite ich.


Ich bestreite den Sinn nicht, weil eben geprüft werden muss, ob das alles stimmt, was da erzählt wird und viele Institutionen verlangen einen staatlichen Nachweis, aus gutem Grund. Weil z.B. Namensänderungen oder andere Beiträge usw. damit verbunden sind. Also praktisch undurchführbar, was du forderst.

Es würde gleiches Recht herrschen, denn Du würdest mit Kinder genauso gestellt werden wie jeder vergleichbare mit Kindern.

Aber eine Kinderförderung an Kinderlose oder an Bestverdienende macht meines Erachtens nunmal keinen Sinn.


Nein, eben nicht. Kindergeld steht allen zu, egal wie meine Einkommenssituation ist.

Genau, die Lebenssituation ist derzeit nicht egal sondern entscheidend. Nur eben nach sachfremden Kriterien.


Das ist Unsinn. Es wird zwischen Single, Ehe und Familie unterschieden in den Steuern.

Familienförderung muss sich an Kindern orientieren und nicht an veralteten moralischen Geschlechterrollen, die heute immer weniger Bedeutung haben.


In meinem Freundeskreis hat jedes Pärchen geheiratet.
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Blickwinkel » Do 21. Mai 2015, 13:10

Flat » Do 21. Mai 2015, 14:00 hat geschrieben:
Moin,

weil staatliche Mittel endlich sind.

Und deshalb sollten Förderungen zielgerichtet sein.

Es macht überhaupt keinen Sinn, Ehen zu fördern, wo der finanzielle Verdienst ungleich ist. Ehen mit gleichen Verdienst und Partner ohne Trauschein hingegen werden nicht gefördert.


Ich habe bereits den Grund genannt, warum Ehen mit ungleichen Verdiensten gefördert werden.

Es macht hingegen gesellschaftlich sehr viel Sinn, Kinder zu fördern (Generationenvertrag, etc.).

Folglich wäre es sinnvoll, Familienförderung da ankommen zu lassen, wo sie hingehört: bei den Kindern!


Nö, die Familienförderung muss bei den Eltern ankommen, weil die das Geld für die Kinder brauchen und da ist es schon nicht schlecht, wenn man mit Steuerklasse III einige Prozente weniger Steuern zahlt. Das kommt nämlich der Familie direkt zu Gute und die kann das gut gebrauchen, wenn sie z.B. ein Haus finanzieren muss. Das ist übrigens in meinem Umfeld recht häufig so, dass dann die Frau zuhause bleibt mit Elterngeld und danach halbtags arbeitet.
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Flat » Do 21. Mai 2015, 13:15

Blickwinkel » Do 21. Mai 2015, 13:06 hat geschrieben: Also praktisch undurchführbar, was du forderst.

(...)

Nein, eben nicht. Kindergeld steht allen zu, egal wie meine Einkommenssituation ist.

(...)

Das ist Unsinn. Es wird zwischen Single, Ehe und Familie unterschieden in den Steuern.

(...)
In meinem Freundeskreis hat jedes Pärchen geheiratet.



Moin,

1.) was ist daran undurchführbar, das Ehegattensplitting abzuschaffen und das dadurch gewonnene Geld für Kinderförderung einzusetzen?

2.) Kindergeld ist an Kinder gebunden. Ehegattensplitting hat aber keinen Kinderbezug. Das kritisiere ich.

Und warum z.B. Millionäre Kindergeld bekommen müssen oder ungleichverdienende Superverdiener Ehegattensplitting in großer Form kassieren, gleichverdienende geringverdienende Ehepaare aber nicht, das erklär mir mal.

3.) Es wird bei den Steuern sogar zwischen staatlich verheiratet und nur zusammenlebend unterschieden. Wo ist da der Sinn?

4.) Schön für deinen Freundeskreis. Und deshalb gilt das jetzt für alle oder was?
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Flat » Do 21. Mai 2015, 13:17

Blickwinkel » Do 21. Mai 2015, 13:10 hat geschrieben:
Nö, die Familienförderung muss bei den Eltern ankommen, weil die das Geld für die Kinder brauchen und da ist es schon nicht schlecht, wenn man mit Steuerklasse III einige Prozente weniger Steuern zahlt. Das kommt nämlich der Familie direkt zu Gute und die kann das gut gebrauchen, wenn sie z.B. ein Haus finanzieren muss. Das ist übrigens in meinem Umfeld recht häufig so, dass dann die Frau zuhause bleibt mit Elterngeld und danach halbtags arbeitet.


Moin,

falsch,

nehmen wir mal an, ein Ehepaar entscheidet sich, zu gleichen Teilen das Kind zu erziehen. Beide gehen auf halbtags, beide verdienen gleich viel. Die bekommen durchs Ehegattensplitting keinen Cent. Erklär mir mal den Sinn.
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Kleon 2.0 » Do 21. Mai 2015, 13:18

Blickwinkel » Do 21. Mai 2015, 14:06 hat geschrieben:Nein, eben nicht. Kindergeld steht allen zu, egal wie meine Einkommenssituation ist.

Das Kindergeld ist in erster Linie eine steuerliche Notwendigkeit, um das steuerfreie Existenzminimum des Kindes sicherzustellen. Nur in geringem Umfang kann man es als Förderung oder Sozialleistung begreifen.

Milady de Winter » Do 21. Mai 2015, 13:56 hat geschrieben:Ähm, das weiß ich. Meine Aussage bezog sich auf Provokateurs vorangehenden Beitrag in Bezug auf die kirchliche Heirat. ;)

Sry, hab ich nicht gerafft & mich gewundert.
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Blickwinkel » Do 21. Mai 2015, 13:18

Mal hier ein paar Statistiken:

Insgesamt leben 9,6 Mio. Ehepaare ohne Kinder in D. Die mit Kindern liegen bei 8,058 Mio.

Auf jede Scheidung kommen ungefähr zwei Eheschliessungen. Annähernd 60% der Deutschen geben den Status als, verheiratet, zusammenlebend an.

http://de.statista.com/themen/98/familie/

77% der Paare geben an, dass der Mann immer noch mehr verdient, wie die Frau.

http://de.statista.com/infografik/3283/haupteinkommensbezieher-bei-paaren-in-deutschland-2013/

Ergo halte ich die Abschaffung des Ehegattensplittings für politisch gewagt, weil es sehr viele Menschen (19,2 Mio.) betrifft.
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Blickwinkel » Do 21. Mai 2015, 13:33

Flat » Do 21. Mai 2015, 14:17 hat geschrieben:
Moin,

falsch,

nehmen wir mal an, ein Ehepaar entscheidet sich, zu gleichen Teilen das Kind zu erziehen. Beide gehen auf halbtags, beide verdienen gleich viel. Die bekommen durchs Ehegattensplitting keinen Cent. Erklär mir mal den Sinn.


Das ist die freie Entscheidung der Familie, der Staat kann eben nicht jede Form des Zusammenlebens fördern, sondern er hat sich für bestimmte Formen entschieden. Du hast ja selbst gesagt, dass das Geld nicht für jegliche Förderung reicht. :)
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Blickwinkel » Do 21. Mai 2015, 13:36

Flat » Do 21. Mai 2015, 14:15 hat geschrieben:

Moin,

1.) was ist daran undurchführbar, das Ehegattensplitting abzuschaffen und das dadurch gewonnene Geld für Kinderförderung einzusetzen?


Siehe Statistiken.

2.) Kindergeld ist an Kinder gebunden. Ehegattensplitting hat aber keinen Kinderbezug. Das kritisiere ich.


Es ist trotzdem eine Familienförderung.

Und warum z.B. Millionäre Kindergeld bekommen müssen oder ungleichverdienende Superverdiener Ehegattensplitting in großer Form kassieren, gleichverdienende geringverdienende Ehepaare aber nicht, das erklär mir mal.


Weil es um die Form des Zusammenlebens geht, nicht um das Einkommen ansich. Das wird nach ESt-Tabellen besteuert und da zahlen Gutverdiener mehr wie Geringverdiener.

3.) Es wird bei den Steuern sogar zwischen staatlich verheiratet und nur zusammenlebend unterschieden. Wo ist da der Sinn?


Das eine ist staatlich bestätigt/beglaubigt, das andere nicht.

4.) Schön für deinen Freundeskreis. Und deshalb gilt das jetzt für alle oder was?


Nein, es gilt für 19,2 Mio. Menschen in Deutschland. Siehe Statistiken.
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Flat » Do 21. Mai 2015, 13:47

Blickwinkel » Do 21. Mai 2015, 13:33 hat geschrieben:
Das ist die freie Entscheidung der Familie, der Staat kann eben nicht jede Form des Zusammenlebens fördern, sondern er hat sich für bestimmte Formen entschieden. Du hast ja selbst gesagt, dass das Geld nicht für jegliche Förderung reicht. :)


Moin,

also findest du es richtig, Millionäre zu fördern, arme Eltern aber nicht bei der entsprechenden Konstellation?

Nunja, wenn das deine Meinung ist.

Meine ist da etwas sozialer an den Notwendigkeiten ausgerichtet und weniger an gesellschaftlichen oder religiösen Ideologien.
Zuletzt geändert von Flat am Do 21. Mai 2015, 13:47, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Blickwinkel » Do 21. Mai 2015, 13:50

Flat » Do 21. Mai 2015, 14:47 hat geschrieben:
Moin,

also findest du es richtig, Millionäre zu fördern, arme Eltern aber nicht bei der entsprechenden Konstellation?


Es gibt bereits in der ESt einen Ausgleich, Vielverdiener zahlen mehr als Geringverdiener. Das Ehegattensplitting regelt lediglich die Steuerausgaben des Paares und die sind für beide Paare dann eben geringer. Das ist vollkommen gerecht oder warum sollten Vielverdiener überall schlechter gestellt werden, wenn sie bereits heute den Großteil der ESt zahlen?

Nunja, wenn das deine Meinung ist.

Meine ist da etwas sozialer an den Notwendigkeiten ausgerichtet und weniger an gesellschaftlichen oder religiösen Ideologien.


Nö, du bist gar nicht sozialer. Du würdest 19,2 Mio. Menschen in D schlechter stellen wie bisher, auch die Geringverdiener ohne Kinder.
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Flat » Do 21. Mai 2015, 13:51

Blickwinkel » Do 21. Mai 2015, 13:36 hat geschrieben:
Weil es um die Form des Zusammenlebens geht, nicht um das Einkommen ansich.


Moin,

richtig, es geht nicht um Kinder (siehe deine eigene Statistik), es geht nicht um die Höhe des Einkommens,

es wird hier allein die Form des Zusammenlebens gefördert.

Und keine Familien (Ehepartner ohne Kinder sind keine Familie in diesem Sinne sondern ein Paar, werden aber dennoch gefördert)


Dein Argument von der Zahl der Betroffenen ist übrigens falsch. Das Steuerrecht und viele andere Rechtsgebiete wurden in all den Jahren oft für die Mehrheit verschlechtert. In aller Regel ohne eine so wohl auch der Mehrheit einleuchtenden Folge, Kinder besser zu fördern.
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Flat » Do 21. Mai 2015, 13:55

Blickwinkel » Do 21. Mai 2015, 13:50 hat geschrieben:
Nö, du bist gar nicht sozialer. Du würdest 19,2 Mio. Menschen in D schlechter stellen wie bisher, auch die Geringverdiener ohne Kinder.


Moin,

ja, um 16,1 Mio. mit Kindern besser zu stellen.

Geringverdiener werden nur dann betroffen, wenn sie unterschiedlich verdienen und überhaupt Steuern bezahlen. Der Ausgleich muss über andere sinnvollere Methoden erfolgen als das hierfür ungeeignete Ehegattensplitting.
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Blickwinkel » Do 21. Mai 2015, 13:57

Flat » Do 21. Mai 2015, 14:51 hat geschrieben:Moin,

richtig, es geht nicht um Kinder (siehe deine eigene Statistik), es geht nicht um die Höhe des Einkommens,

es wird hier allein die Form des Zusammenlebens gefördert.


Richtig, weil Kinder bereits an anderer Stelle gefördert werden.

Und keine Familien (Ehepartner ohne Kinder sind keine Familie in diesem Sinne sondern ein Paar, werden aber dennoch gefördert)


Natürlich Familien, verheiratete Familien, die es noch reichlich gibt (8 Millionen!).

Dein Argument von der Zahl der Betroffenen ist übrigens falsch. Das Steuerrecht und viele andere Rechtsgebiete wurden in all den Jahren oft für die Mehrheit verschlechtert.


Wo denn? Weisst du was die Umfragen ergeben zum Thema, Steuererhöhungen und was Parteien blüht, die diese ankündigen im Wahlkampf.

In aller Regel ohne eine so wohl auch der Mehrheit einleuchtenden Folge, Kinder besser zu fördern.


Du förderst Kinder eben nicht besser, weil die meisten in Familien leben, deren Eltern verheiratet sind (8 Millionen).
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Checkpointe » Do 21. Mai 2015, 19:58

Ich halte nichts von einer Individualbesteuerung bei Ehepartnern, weil eine Ehe als wirschaftliche Gemeinschaft gesehen werden muss. Deshalb ist es nur richtig, wenn eine Ehe auch als Gemeinschaft besteuert wird und nicht individuell.

Eine Abschaffung des Ehegattensplittings wäre nichts andere als eine saftige Steuererhöhung. Meistens wird sowas von Leuten gefordert, die traditionell lebende Familien verabscheuen und es Menschen durch die Abschaffung des Splittings deutlich schwerer machen wollen so zu leben.
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Dingo » Do 21. Mai 2015, 20:06

Blickwinkel » Do 21. Mai 2015, 11:35 hat geschrieben:
Aus sehr vielen Gründen.



Da gibt es allerdings auch etwas, das nennt sich Familie und die kostet jede Menge Geld und auch Zeit, deswegen will der Staat diese unterstützen. Es wäre auch dumm, dies nicht zu tun, weil die Familie die Basis unserer Gesellschaft ist.

Eine Ehe an sich ist aber noch keine Familie; heutzutage ist sie auch keine Voraussetzung mehr, eine Familie zu gründen.

Ich wäre dafür, Eheleute ohne Kinder und Eheleute mit Kindern, die alle eine bestimmte Altersgrenze erreicht haben (z. B. 25 Jahre), steuerlich wie ein Paar ohne Trauschein zu behandeln. Die Mehreinnahmen könnten verwendet werden, Familien besser zu fördern, unabhängig vom Trauschein der Eltern.
Ich bin ein Flüchtlingskind.

Sollten weiterführende Links auf Seiten, die ich verlinke, zu Inhalten führen, die als Gewaltaufruf verstanden werden könnten, so mache ich mir diese ausdrücklich nicht zu eigen.
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Moses » Do 21. Mai 2015, 21:30

Milady de Winter » Do 21. Mai 2015, 13:12 hat geschrieben:
Das ist sie ja nicht mal. Noch mal: wenn man das als Grundlage sähe, dann dürfte es keine Scheidungen geben. Die müssten per se verboten sein.

Daher noch mal die Frage: was genau macht für Dich die Ehe in legalisierter Form schützenswerter als die Partnerschaft ohne Trauschein, wenn sie sich beide in sonst rein gar nichts unterscheiden? Worin siehst Du beispielsweise Deine Ehe als privilegierter an als die Lebensgemeinschaft eines Paares, das genau so lange zusammen ist wie Du mit Deiner Frau? Wo liegt bei Euch der Vorteil für die Gesellschaft?


Eine Gesellschaft - auch eine schnelllebige - sollte auf festen Werten fußen. Eine echte Ehe, die tatsächlich auf dem Versprechen "in guten wie in schlechten Zeiten, in Gesundheit wie in Krankheit" fußt ist ein sichereres Fundament als eine Beziehung, die nichts als ein lockeres Zusammenleben darstellt. Das viele heute auch die Ehe eher als lockeres Zusammenleben betrachten stellt den Wert einer Ehe nicht in Frage.
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Moses » Do 21. Mai 2015, 21:38

Kleon 2.0 » Do 21. Mai 2015, 13:51 hat geschrieben:Nein, ist es nicht. Wieso muss der "besondere Schutz der Ehe" sich darin ausdrücken, dass Ehepartner mit unterschiedlichem Einkommen gefördert werden, während Ehepartner mit annähernd gleichem Einkommen steuerlich nicht besser gestellt sind als Unverheiratete? Es profitieren eben nicht Verheiratete, sondern nur bestimmte Verheiratete.


Das der besondere Schutz steuerlich erfolgt ist ja kein Muss - aber bislang das einzige was umgesetzt wurde, eine Abschaffung ohne Kompensation wäre Verfassungsbruch und ja, diese Regelung wurde zu einer Zeit geschaffen, da es die Regel war, das ein Einkommen weit höher war als das andere, meist war der Mann der Hauptverdiener. Das Frauen mittlerweile aufgeholt haben ist aber doch kein Nachteil, oder doch?
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Milady de Winter » Do 21. Mai 2015, 21:50

Moses » Do 21. Mai 2015, 22:30 hat geschrieben:
Eine Gesellschaft - auch eine schnelllebige - sollte auf festen Werten fußen. Eine echte Ehe, die tatsächlich auf dem Versprechen "in guten wie in schlechten Zeiten, in Gesundheit wie in Krankheit" fußt ist ein sichereres Fundament als eine Beziehung, die nichts als ein lockeres Zusammenleben darstellt. Das viele heute auch die Ehe eher als lockeres Zusammenleben betrachten stellt den Wert einer Ehe nicht in Frage.

Ich respektiere durchaus Deine Sichtweise auf die Ehe. Das macht sie als Institution aber trotzdem nicht besser, wenn man aus diesem Versprechen ohne weiteres wieder aussteigen kann. Ich halte es persönlich sogar für verantwortungsvoller, ohne Trauschein - der ja schon ein wenig mehr bürokratischen Aufwand bedeutet - "in guten wie in schlechten Zeiten" zusammen zu halten, obwohl eine Trennung noch einfacher wäre. Und wie ich schon sagte: durch die Tatsache, dass es die Möglichkeit der Scheidung gibt, verliert die Ehe für mich ihren besonderen Status, den Du hier gezielt hervorhebst.
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Kleon 2.0 » Do 21. Mai 2015, 21:55

Moses » Do 21. Mai 2015, 22:38 hat geschrieben: Das Frauen mittlerweile aufgeholt haben ist aber doch kein Nachteil, oder doch?

Das Problem am Ehegattensplitting ist, dass es verhindert, dass Frauen (meistens die schlechter entlohnten Partner) weiter aufholen. Andere Konzepte, die das berücksichtigen und nebenbei nicht nur die Ehen mitunterschiedlichem Einkommen begünstigen, wären mE vorzuziehen. Ob man das an einem Trauschein festmacht oder nicht ist mir ziemlich egal; aus meiner Sicht ist die Ehe ohnehin eine reine Steuerfrage.

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