Ehegattensplitting

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FelixKrull
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon FelixKrull » Do 21. Mai 2015, 10:56

Moses » Do 21. Mai 2015, 10:54 hat geschrieben:
Zu 1: kein Spam, nur eine Hilfestellung
Zu 2: auch dazu steht schon viel in diesem Strang.

gern geschehen.

d.h. Thread kann geschlossen werden, da man nicht diskutieren soll, weil es im GG steht.
Wechselt von google auf:
https://ixquick.com/deu/ oder https://duckduckgo.com
Keine Tracker http://www.ghostery.com/ für den Browser.
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Moses » Do 21. Mai 2015, 11:00

Milady de Winter » Do 21. Mai 2015, 11:51 hat geschrieben:
Moses, ungeachtet der gesetzlichen Regelung - was ist in Deinen Augen an einer Ehe (ohne Familie, ergo Kinder) schützens- oder förderungswerter als an einer Lebensgemeinschaft ohne Trauschein?


Ganz andere Fragestellung -

Ich persönlich finde es richtig, dass in Deutschland die Ehe als Grundlage der Familie gesehen wird und die Familie als Grundlage der Gesellschaft. Ich bin nicht damit einverstanden, die Ehe auf eine reine Geschäftsbasis zu stellen, in der ein Vertrag jederzeit und ohne Umstände geschlossen und gekündigt werden kann. Eine Ehe sollte mehr sein als nur . . . wie schrieb Provokateur vorhin . . . "die Zusicherung gegenseitiger sexueller Exklusivität"!
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Alana4 » Do 21. Mai 2015, 11:01

Provokateur » Do 21. Mai 2015, 10:19 hat geschrieben:Das ist ja auch meine Privatmeinung. Hier könnte man mMn das Wort "Ehe" zumindest streichen.

In Frankreich gibt es Zivilverträge für Leute, die nicht heiraten, aber dennoch Verantwortung füreinander übernehmen wollen. Hat einer keine Lust mehr, wird der Vertrag aufgelöst und beide gehen ihrer Wege, als wäre nichts gewesen (wenn keine Kinder existieren). Keine teure Hochzeit, keine teurere Scheidung.

Finde ich besser.


Vertrag- prima!
Aber was bitte ist eine Ehe (standesamtlich) anderes?
Letztlich doch auch nur ein "Vertrag"- und wenn man nicht mehr will, löst man diesen "Vertrag". Nennt sich: Scheidung.

Der Aufwand, einen partnerschaftlichen "Vertrag" aufzusetzen, der alle Aspekte erfasst und auch standhält, dürfte nicht ganz ohne sein. Ich denke, es bedarf dafür anwaltlicher Beratung oder der Mitwirkung eines Notars. kostet auch alles, Zeit und Geld und Nerven.
Und "einfach" auflösen- nun ja. Auch eine solche Trennung dürfte oft nun nicht gerade in liebevoller Einigkeit ablaufen. Da gibt es dann ebenso Streit und Zoff und Neid und Missgunst und Böswilligkeiten und Rachegelüste und sonstewas- nicht anders als bei einer klassischen Ehescheidung. auch dürfte das Auseinanderklamüsern einst unter anderen Vorzeichen getroffener VEreinbarungen nicht ganz problemfrei ablaufen. Auch da gibt es gemeinsam angeschaffte Werte, getrennte Werte, Aufrechnungen und so weiter.
Ob man nun eine Unterschrift beim Standesbeamten leistet oder eine oder gar mehrere unter irgendwelche Verträge- es dürfte praktisch keinen Unterschied machen.
Ich beherrsche die deutsche Rechtschreibung! Aber meine Tastatur hat damit manchmal Probleme.
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Moses » Do 21. Mai 2015, 11:01

FelixKrull » Do 21. Mai 2015, 11:56 hat geschrieben:d.h. Thread kann geschlossen werden, da man nicht diskutieren soll, weil es im GG steht.


Versuch bitte nicht krampfhaft mich falsch zu interpretieren, danke. :rolleyes:
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Provokateur » Do 21. Mai 2015, 12:02

Alana4 » Do 21. Mai 2015, 12:01 hat geschrieben:
Vertrag- prima!
Aber was bitte ist eine Ehe (standesamtlich) anderes?
Letztlich doch auch nur ein "Vertrag"- und wenn man nicht mehr will, löst man diesen "Vertrag". Nennt sich: Scheidung.

Der Aufwand, einen partnerschaftlichen "Vertrag" aufzusetzen, der alle Aspekte erfasst und auch standhält, dürfte nicht ganz ohne sein. Ich denke, es bedarf dafür anwaltlicher Beratung oder der Mitwirkung eines Notars. kostet auch alles, Zeit und Geld und Nerven.
Und "einfach" auflösen- nun ja. Auch eine solche Trennung dürfte oft nun nicht gerade in liebevoller Einigkeit ablaufen. Da gibt es dann ebenso Streit und Zoff und Neid und Missgunst und Böswilligkeiten und Rachegelüste und sonstewas- nicht anders als bei einer klassischen Ehescheidung. auch dürfte das Auseinanderklamüsern einst unter anderen Vorzeichen getroffener VEreinbarungen nicht ganz problemfrei ablaufen. Auch da gibt es gemeinsam angeschaffte Werte, getrennte Werte, Aufrechnungen und so weiter.
Ob man nun eine Unterschrift beim Standesbeamten leistet oder eine oder gar mehrere unter irgendwelche Verträge- es dürfte praktisch keinen Unterschied machen.


http://de.wikipedia.org/wiki/Ziviler_Solidarit%C3%A4tspakt

Das wird da noch einmal erläutert.
Klar, jede Trennung verläuft mit Problemen, ein "countious decoupling" a la Gwyneth Paltrow dürften nur die wenigsten durchführen.
Die Auflösung eines Vertrags ist dennoch ein reiner Verwaltungsakt - und ohne Späße wie Trennungsjahr etc. durchführbar.
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Blickwinkel » Do 21. Mai 2015, 12:10

Alana4 » Do 21. Mai 2015, 12:01 hat geschrieben:Ob man nun eine Unterschrift beim Standesbeamten leistet oder eine oder gar mehrere unter irgendwelche Verträge- es dürfte praktisch keinen Unterschied machen.


Eben, ich verstehe nicht, warum man ein neues Ding namens Partnerschaft kreieren will, welches dann rechtlich zu einer Ehe umgebaut werden soll? Liegt das nur an dem Begriff Ehe oder woran liegt es?
Nichts ist in der Regel unsozialer als der sogenannte Wohlfahrtsstaat, der die menschliche Verantwortung erschlaffen und die individuelle Leistung absinken läßt. (Ludwig Erhard)
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Provokateur » Do 21. Mai 2015, 12:12

Es ist ja gerade keine Ehe.
Wenn eine Ehe scheitert, bestehen Unterhaltsberechtigungen, man muss ein Trennungsjahr einhalten, einen Scheidungsanwalt bezahlen etc.

Das ist bei so einem Vertrag nicht der Fall.
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Milady de Winter » Do 21. Mai 2015, 12:12

Moses » Do 21. Mai 2015, 12:00 hat geschrieben:
Ganz andere Fragestellung -

Ich persönlich finde es richtig, dass in Deutschland die Ehe als Grundlage der Familie gesehen wird und die Familie als Grundlage der Gesellschaft. Ich bin nicht damit einverstanden, die Ehe auf eine reine Geschäftsbasis zu stellen, in der ein Vertrag jederzeit und ohne Umstände geschlossen und gekündigt werden kann. Eine Ehe sollte mehr sein als nur . . . wie schrieb Provokateur vorhin . . . "die Zusicherung gegenseitiger sexueller Exklusivität"!


Das ist sie ja nicht mal. Noch mal: wenn man das als Grundlage sähe, dann dürfte es keine Scheidungen geben. Die müssten per se verboten sein.

Daher noch mal die Frage: was genau macht für Dich die Ehe in legalisierter Form schützenswerter als die Partnerschaft ohne Trauschein, wenn sie sich beide in sonst rein gar nichts unterscheiden? Worin siehst Du beispielsweise Deine Ehe als privilegierter an als die Lebensgemeinschaft eines Paares, das genau so lange zusammen ist wie Du mit Deiner Frau? Wo liegt bei Euch der Vorteil für die Gesellschaft?
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Flat » Do 21. Mai 2015, 12:19

Moin,

auch wenn ich selbst Profiteur davon bin, Ehegattensplitting halte ich für Unsinn.

Ehen müssen finanziell nicht gefördert werden (die Pflicht ergibt sich übrigens auch nicht aus dem Grundgesetz). Erschwerend kommt hier hinzu, dass die Förderung erstens jeder bekommt, auch die Superverdienenden und zweitens die Einkommen der Ehepartner weit auseinander liegen müssen. Es zielt immer noch auf den Alleinverdiener und das dürften heute wohl zwangsweise eher die Besserverdienenden sein.


Außerdem werden nur die Paare gefördert, die staatliche geheiratet haben. Warum?

Wieso werden kinderlose verheiratete Paare, die ungleich verdienen, alle gefördert?


Sinn macht meies Erachtens nur eine Familienförderung und die würde ich alleine an den Kindern fest machen. Alle Eheförderungen einkassieren und Kinderförderung mit dem Geld erhöhen. Dazu eine Kappungsgrenze für Großverdiener, die so eine Förderung nicht brauchen. Rechtsform und Lebenssituation der Eltern sollte völlig nebensächlich sein, egal ob Alleinerziehend, rechtlich verheiratet, unverheiratet, patchwork oder wie auch immer.
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Blickwinkel » Do 21. Mai 2015, 12:20

Provokateur » Do 21. Mai 2015, 13:12 hat geschrieben:Es ist ja gerade keine Ehe.
Wenn eine Ehe scheitert, bestehen Unterhaltsberechtigungen, man muss ein Trennungsjahr einhalten, einen Scheidungsanwalt bezahlen etc.

Das ist bei so einem Vertrag nicht der Fall.


Ok, dann weitere Fragen:

1. Muss ich bei einer Partnerschaft einen Vertrag abschließen?

2. Was ist mit Eheverträgen?
Nichts ist in der Regel unsozialer als der sogenannte Wohlfahrtsstaat, der die menschliche Verantwortung erschlaffen und die individuelle Leistung absinken läßt. (Ludwig Erhard)
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Flat » Do 21. Mai 2015, 12:22

Blickwinkel » Do 21. Mai 2015, 12:20 hat geschrieben:
1. Muss ich bei einer Partnerschaft einen Vertrag abschließen?



Moin,

das hängt doch von der individuellen Situation ab.

Besteht eine Absicherungsnotwendigkeit einer der beiden Partner? (wäre bei Kindern der Fall oder wenn einer zugunsten des Anderen auf berufliche Karriere verzichtet)
Ist das Vermögen vor der Partnerschaft sehr ungleich?
usw.
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Blickwinkel » Do 21. Mai 2015, 12:27

Flat » Do 21. Mai 2015, 13:19 hat geschrieben:Moin,

auch wenn ich selbst Profiteur davon bin, Ehegattensplitting halte ich für Unsinn.

Ehen müssen finanziell nicht gefördert werden (die Pflicht ergibt sich übrigens auch nicht aus dem Grundgesetz). Erschwerend kommt hier hinzu, dass die Förderung erstens jeder bekommt, auch die Superverdienenden und zweitens die Einkommen der Ehepartner weit auseinander liegen müssen. Es zielt immer noch auf den Alleinverdiener und das dürften heute wohl zwangsweise eher die Besserverdienenden sein.


Was ist mit Schwangerschaften und dem dadurch bedingten Gehaltsausfall? Was ist mit der Familienversicherung? usw.

Außerdem werden nur die Paare gefördert, die staatliche geheiratet haben. Warum?


Weil das rechtskräftig und von einem Beamten bestätigt ist. Ist eben in D etwas formeller als anderswo.

Wieso werden kinderlose verheiratete Paare, die ungleich verdienen, alle gefördert?


Die werden doch nicht alle gefördert. Es kommt auf deren Lebensumstände. Wenn beide etwa gleichviel verdienen haben sie Lohnsteuerklasse IV und die ist fast so "gut" wie die Steuerklasse I. Nur wenn große Gehaltsunterschiede da sind, dann will man das abfedern und meist kommen die dann, wenn Kinder im Anmarsch sind und ein Partner sich um diese kümmert und dadurch weniger Gehalt hat, obwohl die Familie gerade dann mehr Geld braucht.

Sinn macht meies Erachtens nur eine Familienförderung und die würde ich alleine an den Kindern fest machen. Alle Eheförderungen einkassieren und Kinderförderung mit dem Geld erhöhen. Dazu eine Kappungsgrenze für Großverdiener, die so eine Förderung nicht brauchen.


Nö, gleiches Recht für alle. Ich bin hier nicht die Melkkuh der Nation.

Rechtsform und Lebenssituation der Eltern sollte völlig nebensächlich sein, egal ob Alleinerziehend, rechtlich verheiratet, unverheiratet, patchwork oder wie auch immer.


Die Lebenssituation ist eben steuerlich nicht egal, wird es auch nicht sein, weil man dann über Steuern einen Ausgleich schaffen kann. Das ist auch Sinn und Zweck von Steuerklassen.
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Blickwinkel » Do 21. Mai 2015, 12:29

Flat » Do 21. Mai 2015, 13:22 hat geschrieben:
Moin,

das hängt doch von der individuellen Situation ab.

Besteht eine Absicherungsnotwendigkeit einer der beiden Partner? (wäre bei Kindern der Fall oder wenn einer zugunsten des Anderen auf berufliche Karriere verzichtet)
Ist das Vermögen vor der Partnerschaft sehr ungleich?
usw.


Also wäre z.B. der Hauskauf in einer Partnerschaft komplexer, wie in einer Ehe, aufgrund der zu klärenden Eigentumsverhältnisse?
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Provokateur » Do 21. Mai 2015, 12:34

Blickwinkel » Do 21. Mai 2015, 13:20 hat geschrieben:
1. Muss ich bei einer Partnerschaft einen Vertrag abschließen?



Nö, wo habe ich dass denn behauptet? Dieser Vertrag ist mehr als einfach nur zusammenleben, und doch mit weniger Aufwand verbunden las eine Eheschließung.

Wer weiter wild zusammenleben will, kann das doch tun, ist doch kein Ding...

Blickwinkel » Do 21. Mai 2015, 13:20 hat geschrieben:2. Was ist mit Eheverträgen?


Behalten ihr Gültigkeit, was soll sich da ändern?
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Flat » Do 21. Mai 2015, 12:34

Blickwinkel » Do 21. Mai 2015, 12:29 hat geschrieben:
Also wäre z.B. der Hauskauf in einer Partnerschaft komplexer, wie in einer Ehe, aufgrund der zu klärenden Eigentumsverhältnisse?


Moin,

nicht zwingend.

Nehmen wir an, beide geben gleich viel dazu und beide werden je zur Hälfte grundbuchlich Eigentümer. Da musste dann auch nichts über den Notarvertrag (den es eh gibt) regeln.

Und man muss nichts regeln, wenn beide, egal wie die individuelle Situation ist, mit der gesetzlichen Regelung einverstanden sind.
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Flat » Do 21. Mai 2015, 12:44

Blickwinkel » Do 21. Mai 2015, 12:27 hat geschrieben:
Was ist mit Schwangerschaften und dem dadurch bedingten Gehaltsausfall? Was ist mit der Familienversicherung? usw.



An den bestehenden Regeln des ersteren würde ich nichts ändern, da sie ja Kindbezogen sind. Mit Ehegattensplitting haben sie nichts zu tun.

Familienversicherung ist meines Wissens oft eine privatrechtliche Rabattgeschichte. Sollen die Versicherungen regeln wie sie wollen, solange es nicht gegen Gesetze verstösst.

Gesetzliche Regelungen z.B. bei der Krankenkasse würde ich auch kinderbezogen machen (erziehender Elternteil kann dann gern bevorzugt mitversichert werden)

Blickwinkel » Do 21. Mai 2015, 12:27 hat geschrieben:
Weil das rechtskräftig und von einem Beamten bestätigt ist. Ist eben in D etwas formeller als anderswo.



Nur weil etwas derzeit Recht ist, muss es ja nicht so bleiben. Sonst würde man ja nie das recht ändern dürfen. Es geht hier eben um den Sinn und den bestreite ich.


Blickwinkel » Do 21. Mai 2015, 12:27 hat geschrieben:Die werden doch nicht alle gefördert. Es kommt auf deren Lebensumstände. Wenn beide etwa gleichviel verdienen haben sie Lohnsteuerklasse IV und die ist fast so "gut" wie die Steuerklasse I.



Hatte ich auch geschrieben.


Blickwinkel » Do 21. Mai 2015, 12:27 hat geschrieben:
Nö, gleiches Recht für alle. Ich bin hier nicht die Melkkuh der Nation.



Es würde gleiches Recht herrschen, denn Du würdest mit Kinder genauso gestellt werden wie jeder vergleichbare mit Kindern.

Aber eine Kinderförderung an Kinderlose oder an Bestverdienende macht meines Erachtens nunmal keinen Sinn.



Blickwinkel » Do 21. Mai 2015, 12:27 hat geschrieben:
Die Lebenssituation ist eben steuerlich nicht egal, wird es auch nicht sein, weil man dann über Steuern einen Ausgleich schaffen kann. Das ist auch Sinn und Zweck von Steuerklassen.


Genau, die Lebenssituation ist derzeit nicht egal sondern entscheidend. Nur eben nach sachfremden Kriterien. Familienförderung muss sich an Kindern orientieren und nicht an veralteten moralischen Geschlechterrollen, die heute immer weniger Bedeutung haben.
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Kleon 2.0 » Do 21. Mai 2015, 12:51

Moses » Do 21. Mai 2015, 11:17 hat geschrieben:Zumindest in Deutschland stimmt Deine Meinung nicht mit dem GG überein.

Art 6

(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.


. . . so einfach ist das . . .

Nein, ist es nicht. Wieso muss der "besondere Schutz der Ehe" sich darin ausdrücken, dass Ehepartner mit unterschiedlichem Einkommen gefördert werden, während Ehepartner mit annähernd gleichem Einkommen steuerlich nicht besser gestellt sind als Unverheiratete? Es profitieren eben nicht Verheiratete, sondern nur bestimmte Verheiratete.

Milady de Winter » Do 21. Mai 2015, 11:29 hat geschrieben:Nicht nur das - sehr viele heiraten gar nicht kirchlich, weil kein Interesse oder nicht religiös bzw. christlichen Glaubens. Ich persönlich sehe auch keinen Unterschied zwischen einer legal geschlossenen Ehe und einer nicht legalisierten (außer den Kostenfaktor).

Ähm, um an das Ehegattensplittin zu kommen reicht der Gang zum Standesamt, um die Kirche kann das Paar einen weiten Bogen machen. ;)
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Blickwinkel » Do 21. Mai 2015, 12:53

Provokateur » Do 21. Mai 2015, 13:34 hat geschrieben:
Nö, wo habe ich dass denn behauptet? Dieser Vertrag ist mehr als einfach nur zusammenleben, und doch mit weniger Aufwand verbunden las eine Eheschließung.

Wer weiter wild zusammenleben will, kann das doch tun, ist doch kein Ding...


Richtig, aber dann hat er nicht die Vorteile, die z.B. verheiratete Paare haben, wie z.B. Ehegattensplitting. Ist meines Erachtens dann auch kein Ding.

Blickwinkel » Do 21. Mai 2015, 13:20 hat geschrieben:2. Was ist mit Eheverträgen?


Behalten ihr Gültigkeit, was soll sich da ändern?[/quote]

Eben, man kann auch in einer Ehe etwas vertraglich regeln, wenn man will. Falls nicht, gibt es gesetzliche Regeln. Ich sehe deswegen keinen Grund, warum man die Ehe per se nicht mehr fördern soll. Wer nicht heiraten will, der heiratet nicht, sollte aber dann nicht rum jammern, wenn er keine Förderung erfährt.
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Blickwinkel » Do 21. Mai 2015, 12:55

Flat » Do 21. Mai 2015, 13:34 hat geschrieben:Und man muss nichts regeln, wenn beide, egal wie die individuelle Situation ist, mit der gesetzlichen Regelung einverstanden sind.


Muss man auch bei der Ehe nicht, insofern sehe ich keinen Grund, die Ehe schlechter zu stellen. Es wird keiner zur Heirat gezwungen, wer nicht will, in Ordnung, aber warum sollte diese nicht gefördert werden?
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Re: Ehegattensplitting

Beitragvon Milady de Winter » Do 21. Mai 2015, 12:56

Kleon 2.0 » Do 21. Mai 2015, 13:51 hat geschrieben:Nein, ist es nicht. Wieso muss der "besondere Schutz der Ehe" sich darin ausdrücken, dass Ehepartner mit unterschiedlichem Einkommen gefördert werden, während Ehepartner mit annähernd gleichem Einkommen steuerlich nicht besser gestellt sind als Unverheiratete? Es profitieren eben nicht Verheiratete, sondern nur bestimmte Verheiratete.


Ähm, um an das Ehegattensplittin zu kommen reicht der Gang zum Standesamt, um die Kirche kann das Paar einen weiten Bogen machen. ;)

Ähm, das weiß ich. Meine Aussage bezog sich auf Provokateurs vorangehenden Beitrag in Bezug auf die kirchliche Heirat. ;)
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