Antiintellektualismus in der deutschen Gesellschaft

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frems
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Re: Antiintellektualismus in der deutschen Gesellschaft

Beitragvon frems » Mi 16. Jul 2014, 21:04

hafenwirt » Mi 16. Jul 2014, 21:59 hat geschrieben:
frems » Mittwoch 16. Juli 2014, 20:50 hat geschrieben:Als ich das letzte mal "Freiheit statt Demokratie" schrieb, fühlte sich sogar manch ein Diskutant dazu genötigt, mit meinem Kommentar einen neuen Strang zu eröffnen, damit die Empörungswelle losbrechen konnte. :)


:?:

Was Du beschreibst ("nicht von Vorteil"), ist halt das Ergebnis einer Demokratie. Wer bspw. Zukunftsängste oder sich nicht mit komplexen Dingen beschäftigen mag, wünscht einfache Aussagen und Lösungen. Da könnte manch Wissenschaftler in unseren Gefilden aber auch schauen, ob es wirklich hilfreich ist, sich einer "akademischen" Sprache zu bedienen und damit andere Menschen bereits auszuschließen.
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Dieter Winter
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Re: Antiintellektualismus in der deutschen Gesellschaft

Beitragvon Dieter Winter » Mi 16. Jul 2014, 21:11

frems » Mi 16. Jul 2014, 20:58 hat geschrieben:Nein, meinst Du offenbar, weil Du bisher keine andere Begründung nanntest außer einfach drei Länder aufzuzählen und lustige Dinge von diesen Entscheidungen abzuleiten.


Da du offenbar eine etwas eingeschränkte Auffassungsgabe hast schreib' ich noch mal worauf ich hinaus will: Der anthropogene Klimawandel passt der Atomlobby hervorragend in's Konzept. Und Maggie Thatcher brachte den Stein in's rollen.
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frems
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Re: Antiintellektualismus in der deutschen Gesellschaft

Beitragvon frems » Mi 16. Jul 2014, 21:13

Dieter Winter » Mi 16. Jul 2014, 22:11 hat geschrieben:
frems » Mi 16. Jul 2014, 20:58 hat geschrieben:Nein, meinst Du offenbar, weil Du bisher keine andere Begründung nanntest außer einfach drei Länder aufzuzählen und lustige Dinge von diesen Entscheidungen abzuleiten.


Da du offenbar eine etwas eingeschränkte Auffassungsgabe hast schreib' ich noch mal worauf ich hinaus will: Der anthropogene Klimawandel passt der Atomlobby hervorragend in's Konzept. Und Maggie Thatcher brachte den Stein in's rollen.

"cui bono" ist auch mein absoluter Favorit, um mir Dinge zu erklären.
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Dieter Winter
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Re: Antiintellektualismus in der deutschen Gesellschaft

Beitragvon Dieter Winter » Mi 16. Jul 2014, 21:17

frems » Mi 16. Jul 2014, 21:13 hat geschrieben:"cui bono" ist auch mein absoluter Favorit, um mir Dinge zu erklären.


Gut.

Der Atomlobby steht natürlich die Ölmafia entgegen, die wiederum ein gewisses Interesse haben dürfte, dass der Verbrauch an fossilen Energieträgern nicht signifikant sinkt...
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frems
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Re: Antiintellektualismus in der deutschen Gesellschaft

Beitragvon frems » Mi 16. Jul 2014, 21:19

Dieter Winter » Mi 16. Jul 2014, 22:17 hat geschrieben:
frems » Mi 16. Jul 2014, 21:13 hat geschrieben:"cui bono" ist auch mein absoluter Favorit, um mir Dinge zu erklären.


Gut.

Der Atomlobby steht natürlich die Ölmafia entgegen, die wiederum ein gewisses Interesse haben dürfte, dass der Verbrauch an fossilen Energieträgern nicht signifikant sinkt...

Also wird die Ölmafia den Einfluß bestreiten. Das ist natürlich ärgerlich. Also müßten im Umkehrschluß beide falsch liegen. Ich wußte doch, die Sache hat einen Haken.
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Dieter Winter
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Re: Antiintellektualismus in der deutschen Gesellschaft

Beitragvon Dieter Winter » Mi 16. Jul 2014, 21:27

frems » Mi 16. Jul 2014, 21:19 hat geschrieben:Also wird die Ölmafia den Einfluß bestreiten. Das ist natürlich ärgerlich. Also müßten im Umkehrschluß beide falsch liegen. Ich wußte doch, die Sache hat einen Haken.


Yepp.

Nun behaupten viele Wissenschaftler "Der Klimawandel ist vom Menschen verursacht" und andere - wenn auch die Minorität - beharrt auf dem Gegenteil. Irgendwer lügt dann doch wohl?

Und damit wären wir wieder beim Thema des freds: Der beklagte "Antiintellektualismus" könnte schon teilweise mit diesen Intellektuellen selbst zu tun haben, oder?
Zuletzt geändert von Dieter Winter am Mi 16. Jul 2014, 21:27, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Antiintellektualismus in der deutschen Gesellschaft

Beitragvon Helmuth_123 » Mi 16. Jul 2014, 23:35

Man sollte hier auch darauf hinweisen, dass nicht alles was sich als Wissenschaft bzw. Intellektualität bezeichnet, auch solche ist.
„Nu da machd doch eiern Drägg alleene!“-Friedrich August III. zugeschrieben
„Konservativ ist, Dinge zu schaffen, die zu erhalten sich lohnt.“-Arthur Moeller van den Bruck
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Re: Antiintellektualismus in der deutschen Gesellschaft

Beitragvon Zinnamon » Do 17. Jul 2014, 00:19

Dieter Winter » Mi 16. Jul 2014, 21:33 hat geschrieben:
frems » Mi 16. Jul 2014, 20:32 hat geschrieben:Du wirst schon wissen, wem Du vertraust.



Ich sehe halt, dass die Kernkraft in F und GB fröhliche Urständ feiert...
Auch Obama sprach beim Klimaschutz vom Ausbau der Kernenergie.


Japan denkt anders.
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Re: Antiintellektualismus in der deutschen Gesellschaft

Beitragvon Watchful_Eye » Do 17. Jul 2014, 00:25

Ich habe überhaupt nicht den Eindruck, dass unsere Gesellschaft "antiintellektuell" ist. Sogar der im Eingangsbeitrag als Beispiel genannte Sarrazin hat einen Doktortitel und präsentiert sich öffentlich ganz sicher nicht "antiintellektuell", im Gegenteil.

Auch die letzten beiden größeren Parteineugründungen ergeben ein völlig anderes Bild. Die Piraten sind eine sehr studentenlastige Partei und auch die AfD ist von Menschen mit intellektuell-elitärem Selbstverständnis geprägt.

Der typische Antifeminist ist meinem Eindruck nach ebenso kein "Proll". Prolls neigen sicherlich zum Sexismus, aber machen keine öffentliche Debatte daraus. Und wo wir schonmal dabei sind - sogar das Abschleppen von Frauen wird doch heuzutage verwissenschaftlicht, Stichwort "Pickup Artists".

Im Gegenteil, wir befinden uns meinem Eindruck nach gerade auf einem Höhepunkt der Intellektualismusfreundlichkeit, und ich habe damit kein Problem. :)
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Re: Antiintellektualismus in der deutschen Gesellschaft

Beitragvon lila-filzhut » Do 17. Jul 2014, 01:38

Watchful_Eye » Do 17. Jul 2014, 00:25 hat geschrieben:Ich habe überhaupt nicht den Eindruck, dass unsere Gesellschaft "antiintellektuell" ist. Sogar der im Eingangsbeitrag als Beispiel genannte Sarrazin hat einen Doktortitel und präsentiert sich öffentlich ganz sicher nicht "antiintellektuell", im Gegenteil.

Auch die letzten beiden größeren Parteineugründungen ergeben ein völlig anderes Bild. Die Piraten sind eine sehr studentenlastige Partei und auch die AfD ist von Menschen mit intellektuell-elitärem Selbstverständnis geprägt.

Der typische Antifeminist ist meinem Eindruck nach ebenso kein "Proll". Prolls neigen sicherlich zum Sexismus, aber machen keine öffentliche Debatte daraus. Und wo wir schonmal dabei sind - sogar das Abschleppen von Frauen wird doch heuzutage verwissenschaftlicht, Stichwort "Pickup Artists".

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Sarrazin is´n Proll - Feministinnen dagegen Geisteselite
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Re: Antiintellektualismus in der deutschen Gesellschaft

Beitragvon Zweiundvierzig » Fr 18. Jul 2014, 21:25

hafenwirt » Mi 16. Jul 2014, 15:22 hat geschrieben:In vielen öffentlichen Debatten zeigt sich, dass Teile der Bevölkerung Kritik an Sachverhalten vehement ablehnen - und die "Intellektuellen" auffordern, sie sollen gefälligst Ruhe geben, nicht soviel meckern, die wahren Probleme angehen.


Das ist Taktik. Auch hier im Forum lenken viele Diskutanten von kritisierten Themen ab, indem sie auf angeblich kritikwürdigere Themen verweisen.
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Re: Antiintellektualismus in der deutschen Gesellschaft

Beitragvon frems » Di 17. Jan 2017, 11:25

Scheint wieder ein aktuelles Thema zu sein, sodass ich mal diesen Strang hochholen statt einen neuen zu öffnen:

Von Trump bis AfD: Die neue Würdigung des Nichtwissens
Folgt auf die „Lügenpresse“ die „Lügenwissenschaft“? Nach Politikern und Journalisten geraten Intellektuelle ins Visier von Populisten.

http://www.tagesspiegel.de/politik/atta ... 32326.html
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Re: Antiintellektualismus in der deutschen Gesellschaft

Beitragvon Ein Terraner » Di 17. Jan 2017, 11:38

frems hat geschrieben:(17 Jan 2017, 11:25)

Scheint wieder ein aktuelles Thema zu sein, sodass ich mal diesen Strang hochholen statt einen neuen zu öffnen:

Von Trump bis AfD: Die neue Würdigung des Nichtwissens
Folgt auf die „Lügenpresse“ die „Lügenwissenschaft“? Nach Politikern und Journalisten geraten Intellektuelle ins Visier von Populisten.

http://www.tagesspiegel.de/politik/atta ... 32326.html


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Re: Antiintellektualismus in der deutschen Gesellschaft

Beitragvon Teeernte » Di 17. Jan 2017, 11:50

frems hat geschrieben:(17 Jan 2017, 11:25)

Scheint wieder ein aktuelles Thema zu sein, sodass ich mal diesen Strang hochholen statt einen neuen zu öffnen:

Von Trump bis AfD: Die neue Würdigung des Nichtwissens
Folgt auf die „Lügenpresse“ die „Lügenwissenschaft“? Nach Politikern und Journalisten geraten Intellektuelle ins Visier von Populisten.

http://www.tagesspiegel.de/politik/atta ... 32326.html






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Re: Antiintellektualismus in der deutschen Gesellschaft

Beitragvon unity in diversity » Mi 22. Feb 2017, 02:08

frems hat geschrieben:(17 Jan 2017, 11:25)

Scheint wieder ein aktuelles Thema zu sein, sodass ich mal diesen Strang hochholen statt einen neuen zu öffnen:

Von Trump bis AfD: Die neue Würdigung des Nichtwissens
Folgt auf die „Lügenpresse“ die „Lügenwissenschaft“? Nach Politikern und Journalisten geraten Intellektuelle ins Visier von Populisten.

http://www.tagesspiegel.de/politik/atta ... 32326.html

Daraus ergibt sich, während des Wahlkampfes, eine neue Rollenverteilung.
Der bildungsferne Martin Schulz gibt, mit der SPD, den Fundi und von CDU bis FDP, sitzen die Realos.
Ist aber nur im Wahlkampf, danach sind alle wieder brave Realos.

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