Umgang mit psychischen Erkrankungen.

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Re: Umgang mit psychischen Erkrankungen.

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mo 16. Apr 2018, 14:37

Alexyessin hat geschrieben:(16 Apr 2018, 15:28)

Mal das mit dem Wegsperren außen vor. Was hälst du von der Besuchsrechtseinschränkung oder der verletzung des Briefgeheimnisses?


Die Frage ist doch was die Realität ist? Aus persönlicher Erfahrung. Mein Vater ist auch "untergebracht". Letztendlich auch auf meine Inititiative. Weil ich mir nicht mehr zu helfen wußte. Besuchseinschränkungen gibt es nicht und gäbe es wohl auch unter dem neuen Gesetz nicht. Das Briefgeheimnis ist ein Witz, weil er sich sowieso nicht mehr drum kümmert. Und für all das braucht es immer noch Gutachter und Gerichtsbeschluss. Das mach ich jetzt schon seit Jahren mit. Jedes Jahr auf's neue.....
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Re: Umgang mit psychischen Erkrankungen.

Beitragvon Alexyessin » Mo 16. Apr 2018, 14:40

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(16 Apr 2018, 15:37)

Die Frage ist doch was die Realität ist? Aus persönlicher Erfahrung. Mein Vater ist auch "untergebracht". Letztendlich auch auf meine Inititiative. Weil ich mir nicht mehr zu helfen wußte. Besuchseinschränkungen gibt es nicht und gäbe es wohl auch unter dem neuen Gesetz nicht.


Doch, steht aber wirklich Art. 9
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Re: Umgang mit psychischen Erkrankungen.

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mo 16. Apr 2018, 14:44

Alexyessin hat geschrieben:(16 Apr 2018, 15:40)

Doch, steht aber wirklich Art. 9


wird aber wohl nur dort so gehandhabt, wo es auch indiziert ist.

und um nochmal auf deinen Beitrag zurückzukommen. Ich sehe aufgrund des Gesetzes nicht, dass Depressive einfach so wie Straftäter weggesperrt werden können und dann auch noch ihrer fundamentalen Grundrechte beraubt werden. Das ist eine Falschdarstellung der SZ.
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Re: Umgang mit psychischen Erkrankungen.

Beitragvon Alexyessin » Mo 16. Apr 2018, 14:48

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(16 Apr 2018, 15:44)

wird aber wohl nur dort so gehandhabt, wo es auch indiziert ist.

und um nochmal auf deinen Beitrag zurückzukommen. Ich sehe aufgrund des Gesetzes nicht, dass Depressive einfach so wie Straftäter weggesperrt werden können und dann auch noch ihrer fundamentalen Grundrechte beraubt werden. Das ist eine Falschdarstellung der SZ.


Es ist ein Kommentar und keine Darstellung. Und wenn Kollege Prantl hier die Gefahr sieht, dann wird da was dahinter sein.
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Re: Umgang mit psychischen Erkrankungen.

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mo 16. Apr 2018, 14:54

Alexyessin hat geschrieben:(16 Apr 2018, 15:48)

Es ist ein Kommentar und keine Darstellung. Und wenn Kollege Prantl hier die Gefahr sieht, dann wird da was dahinter sein.


Kritik ist schön und gut, aber deswegen muss man Depressiven (wohl fast Volkskrankheit Nr. 1) nicht einreden, dass sie in Zukunft wie Straftäter weggesperrt werden können. Das ist total absurd und erweist der Bekämpfung dieser Krankheit nur einen Bärendienst. Schon aus diesem Grund halte ich den Kommentar für ziemlich abartig.
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Re: Umgang mit psychischen Erkrankungen.

Beitragvon yogi61 » Mo 16. Apr 2018, 14:59

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(16 Apr 2018, 15:29)

Leider doch, aufgrund persönlicher Erfahrungen.


Dann ist Deine Position um so unverständlicher.
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Re: Umgang mit psychischen Erkrankungen.

Beitragvon Alexyessin » Mo 16. Apr 2018, 15:00

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(16 Apr 2018, 15:54)

Kritik ist schön und gut, aber deswegen muss man Depressiven (wohl fast Volkskrankheit Nr. 1) nicht einreden, dass sie in Zukunft wie Straftäter weggesperrt werden können. Das ist total absurd und erweist der Bekämpfung dieser Krankheit nur einen Bärendienst. Schon aus diesem Grund halte ich den Kommentar für ziemlich abartig.


Hast du das mit der Schwangerschaftsdepression gelesen?
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Re: Umgang mit psychischen Erkrankungen.

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mo 16. Apr 2018, 15:25

Alexyessin hat geschrieben:(16 Apr 2018, 16:00)

Hast du das mit der Schwangerschaftsdepression gelesen?


wo steht im Gesetzestext was von Schwangerschaftsdepressionen. Das muss ich wohl überlesen haben.
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Re: Umgang mit psychischen Erkrankungen.

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mo 16. Apr 2018, 15:27

yogi61 hat geschrieben:(16 Apr 2018, 15:59)

Dann ist Deine Position um so unverständlicher.


aha ... und wieso? Hast du schon mal einen nahen Verwandten "unterbringen" lassen müssen, weil es am Ende Tages nach Jahren einfach keine andere Möglichkeit mehr gab?
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Re: Umgang mit psychischen Erkrankungen.

Beitragvon Marmelada » Mo 16. Apr 2018, 15:38

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(16 Apr 2018, 16:25)

wo steht im Gesetzestext was von Schwangerschaftsdepressionen. Das muss ich wohl überlesen haben.
Jemand vom Fach, der das Gesetz ausführlicher als < 1 Minute gelesen haben dürfte, hat anhand des fiktiven Beispiels deutlich gemacht, was nach dem Gesetzentwurf möglich ist.

http://www.sueddeutsche.de/bayern/umstr ... -1.3944987
Thomas Kallert, Ärztlicher Direktor der Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken, hat soeben in der Bayerischen Staatszeitung folgende fiktive Situation beschrieben: [...] Die Daten, inklusive Diagnose und Befund, werden an eine Zentralstelle weitergeben, fünf Jahre gespeichert, stehen dem Zugriff staatlicher Organe zur Verfügung. Alles rechtens? Nach dem neuen Gesetz ja.
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Re: Umgang mit psychischen Erkrankungen.

Beitragvon yogi61 » Mo 16. Apr 2018, 15:44

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(16 Apr 2018, 16:27)

aha ... und wieso? Hast du schon mal einen nahen Verwandten "unterbringen" lassen müssen, weil es am Ende Tages nach Jahren einfach keine andere Möglichkeit mehr gab?


Ja, habe ich.
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Re: Umgang mit psychischen Erkrankungen.

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mo 16. Apr 2018, 15:47

yogi61 hat geschrieben:(16 Apr 2018, 16:44)

Ja, habe ich.


und? deine Erfahrungen?
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Re: Umgang mit psychischen Erkrankungen.

Beitragvon Boraiel » Mo 16. Apr 2018, 15:54

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(16 Apr 2018, 16:27)

aha ... und wieso? Hast du schon mal einen nahen Verwandten "unterbringen" lassen müssen, weil es am Ende Tages nach Jahren einfach keine andere Möglichkeit mehr gab?

Wow, du machst dir das aber ganz schön einfach. :?
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Re: Umgang mit psychischen Erkrankungen.

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mo 16. Apr 2018, 15:58

Boraiel hat geschrieben:(16 Apr 2018, 16:54)

Wow, du machst dir das aber ganz schön einfach. :?



Was macht man sich denn einfach?
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Re: Umgang mit psychischen Erkrankungen.

Beitragvon yogi61 » Mo 16. Apr 2018, 16:56

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(16 Apr 2018, 16:47)

und? deine Erfahrungen?


Gemischte Erfahrungen, aber zumindest wurde der Polizei nicht gemeldet, dass die Person medikamentös wieder richtig eingestellt und entlassen worden ist. Ich sehe in dieser Massnahme auch keinen Sinn.
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Re: Umgang mit psychischen Erkrankungen.

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mo 16. Apr 2018, 17:03

yogi61 hat geschrieben:(16 Apr 2018, 17:56)

Gemischte Erfahrungen, aber zumindest wurde der Polizei nicht gemeldet, dass die Person medikamentös wieder richtig eingestellt und entlassen worden ist. Ich sehe in dieser Massnahme auch keinen Sinn.


Wäre es denn so, dass nach dem neuen Gesetz das so sein müsste? Ich kann da nichts herauslesen...
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Re: Umgang mit psychischen Erkrankungen.

Beitragvon Boraiel » Mo 16. Apr 2018, 18:58

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(16 Apr 2018, 16:58)

Was macht man sich denn einfach?

Du hast dir das doch ziemlich zurecht gerückt. *müssen*, *keine andere Möglichkeit mehr gab*
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Re: Umgang mit psychischen Erkrankungen.

Beitragvon Brainiac » Di 17. Apr 2018, 10:40

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(16 Apr 2018, 15:54)

Kritik ist schön und gut, aber deswegen muss man Depressiven (wohl fast Volkskrankheit Nr. 1) nicht einreden, dass sie in Zukunft wie Straftäter weggesperrt werden können. Das ist total absurd und erweist der Bekämpfung dieser Krankheit nur einen Bärendienst. Schon aus diesem Grund halte ich den Kommentar für ziemlich abartig.

So wie ich die Debatte verstehe, entzündet sich die Kritik ua. an §5 (1):

"Wer auf Grund einer psychischen Störung, insbesondere Erkrankung, Rechtsgüter anderer, das Allgemeinwohl oder sich selbst erheblich gefährdet, kann gegen oder ohne seinen Willen untergebracht werden. "

Das ist ein Gummiparagraph. Wann liegt eine Gefährdung denn vor, wer entscheidet das? Das müsste man m.E. mindestens viel schärfer eingrenzen.
Du kritisierst in einem anderen Strang doch selbst die Schwammigkeit des Begriffs "Gefährder" im Zusammenhang mit Terrorismusbekämpfung.

Hinweis: Man sollte die Diskussion hier und diesen neuen Strang ggfs irgendwie zusammenführen.
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Re: Umgang mit psychischen Erkrankungen.

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Di 17. Apr 2018, 11:05

Brainiac hat geschrieben:(17 Apr 2018, 11:40)

So wie ich die Debatte verstehe, entzündet sich die Kritik ua. an §5 (1):

"Wer auf Grund einer psychischen Störung, insbesondere Erkrankung, Rechtsgüter anderer, das Allgemeinwohl oder sich selbst erheblich gefährdet, kann gegen oder ohne seinen Willen untergebracht werden. "

Das ist ein Gummiparagraph. Wann liegt eine Gefährdung denn vor, wer entscheidet das? Das müsste man m.E. mindestens viel schärfer eingrenzen.
Du kritisierst in einem anderen Strang doch selbst die Schwammigkeit des Begriffs "Gefährder" im Zusammenhang mit Terrorismusbekämpfung.

Hinweis: Man sollte die Diskussion hier und diesen neuen Strang ggfs irgendwie zusammenführen.


Es ist aber dennoch noch ein weiter Schritt dahin, dass man Menschen mit Depressionen zukünftig wie Straftäter behandelt werden sollen, wie es der Kommentar von Heribert Prantl zu suggerieren versucht. Und was man nicht vergessen darf. Wir haben ja auch jetzt schon ähnliche Rechtslage. An dem von dir oben zitierten Paragraf ist letztendlich ja nur neu, dass die Gefährdung Rechtsgüter anderer neu aufgenommen wurde. Bei Selbstgefährdung und Gefährdung anderer ist das ja auch schon bei der jetztigen Rechtslage der Fall. Man kann das ja auch gerne kritisieren ob diese Verschärfung notwendig. Aber einfach mal in den Raum zu stellen, dass man aufgrund einer Volkskrankheit (Depression) die wohl mindestens 5 Mio. Personen in Deutschland betrifft plötzlich wie ein Straftäter behandelt wird halte ich schon für etwas gewagt.

Zum Verfahren. Das wird nicht anders sein als jetzt. Es benötigt ein Gutachten und einen richterlichen Beschluss. So ist das zumindest in Bayern jetzt.
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Re: Umgang mit psychischen Erkrankungen.

Beitragvon JFK » Di 17. Apr 2018, 11:26

Ich gehe lieber das Risiko ein, von einem Geistig Erkranken Menschen geschädigt zu werden.

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