"Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

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Selina
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"Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Selina » Di 21. Nov 2017, 15:15

Weil ich aufgefordert wurde, diese Gedanken nicht weiter im Kultur-Strang zu diskutieren, eröffne ich einen neuen Thread. Und ich möchte gleich von vornherein dazu einladen, das Thema "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?" gerne von allen Seiten zu beleuchten. Denn hier geht es nicht nur um Definitionen, sondern vor allem auch um Meinungen, Anschauungen, Erfahrungen. Mir ist natürlich bewusst, dass das Thema stark polarisiert. Auch der Einstiegskommentar aus dem Freitag, den ich hier mal als Anregung verlinke, wird mit Sicherheit von einigen als einseitig oder linkslastig angesehen werden, von anderen dagegen als zutreffend und übereinstimmend mit eigenen Erfahrungen. All das - jedes Pro und jedes Kontra - lässt sich ganz sicher gut begründen. Ich freue mich auf eine spannende Diskussion mit euch.

https://www.freitag.de/autoren/bastian- ... tatt-rasse
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Adam Smith
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Adam Smith » Di 21. Nov 2017, 15:33

In Norwegen fahren viele Elektroautos. Wer jetzt dahin fährt und für den Diesel ist, der hat es schwer und verursacht Konflikte.
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Dark Angel
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Dark Angel » Di 21. Nov 2017, 16:52

Selina hat geschrieben:(21 Nov 2017, 15:15)

Weil ich aufgefordert wurde, diese Gedanken nicht weiter im Kultur-Strang zu diskutieren, eröffne ich einen neuen Thread. Und ich möchte gleich von vornherein dazu einladen, das Thema "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?" gerne von allen Seiten zu beleuchten. Denn hier geht es nicht nur um Definitionen, sondern vor allem auch um Meinungen, Anschauungen, Erfahrungen. Mir ist natürlich bewusst, dass das Thema stark polarisiert. Auch der Einstiegskommentar aus dem Freitag, den ich hier mal als Anregung verlinke, wird mit Sicherheit von einigen als einseitig oder linkslastig angesehen werden, von anderen dagegen als zutreffend und übereinstimmend mit eigenen Erfahrungen. All das - jedes Pro und jedes Kontra - lässt sich ganz sicher gut begründen. Ich freue mich auf eine spannende Diskussion mit euch.

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Ganz grob "kulturelle Identität" ist der Teil idividueller Identität, der durch die Kultur/die Gesellschaft in die man hinein geboren wurde und in der man aufgewachsen ist, "aufgeprägt" wurde.

Nun - was ist Identität überhaupt. Darüber herrscht unter Psychologen und Soziologen keinesfalls Einigkeit, bestehende Identitäts-Theorien widersprechen einander teilweise grundlegend - je nachdem, welcher erkenntnistheoretischen "Schule" sie folgen.
Ich persönlich bevorzuge die Identitätstheorie von Erik Erikson. Dieser Theorie zufolge ist Identität ein Akt sozialer Konstruktion, aus einem "psychologischen Innen" - also ganz persönlichen Erkenntnissen und Erfahrungen aus der ganz persönlichen Lebensgeschichte (universelle Dimension) und dem "gesellschaftlichen Außen" - also wie man von anderen wahrgenommen wird bzw wahrgenommen werden will. Dabei spielen menschliche Grundbedürfnisse wie Zugehörigkeit, Anerkennung etc eine Rolle.
Erikson bezeichnet das "gesellschaftliche Außen" als kultur-spezifische Dimension.
Für Erikson besteht Identität in der Frage "wer bin ich" und in der Fähigkeit "des Ichs", angesichts wechselnder Lebensumstände und - situationen, Kontinuität aufrecht zu erhalten und Stabilität (als unverwechselbare Persönlichkeit) aufzubauen und "nach Außen" - also wie man gesellschaftlich wahrgenommen wird - aufrecht zu erhalten.
Hier kommt dann der idetitätsstiftende Aspekt der Kultur ins Spiel - also Sozialisation, Erziehung im Elternhaus, Bildung etc ins Spiel. Welche kulturellen Aspekte und Werte betrachtet man selbst als wichtig und verinnerlicht diese. Da wären z.B. humanistische Werte, wie persönliche Freiheitsrechte, auch ganz persönliche Interessen und Vorlieben, wie Hinwendung zu einer ganz bestimmten Kunstrichtung, aber auch das Nachdenken darüber, was von dieser prägenden Kultur schützens- und bewahrenswert ist ==> kulturelles Erbe. Aus diesem Nachdenken ergibt sich jedoch auch die Verantwortung, das Bewahrenswerte auch zu bewahren und zu schützen.
Passend zu diesem Thema wurde im Religionsthread das neue Buch vom Michael Schmidt- Salomon "Grenzen der Toleranz" verlinkt.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Selina » Di 21. Nov 2017, 17:23

So weit, so gut. Was die psychische Seite der Identität anbelangt, stimme ich im Großen und Ganzen überein mit deinen Ausführungen, Dark Angel. Allerdings finde ich nicht, dass die eigene Identität im Allgemeinen (zumindest in einem durchschnittlichen europäischen Menschenleben) durch jemanden bedroht ist, so dass ein großer Handlungsbedarf entstünde, sie zu schützen. Diese Dinge, die du nennst, wie Sozialisation, Erziehung im Elternhaus, Bildung, die hat man in sich drin, die vervollkommnet man im Laufe des Lebens - bewusst und unbewusst - durch tägliches Dazulernen, durch die Erfahrungen, die man sammelt. Eine Notwendigkeit des Schutzes sehe ich da nicht. Das nimmt einem niemand weg, das entscheidet man ganz alleine für sich selbst, inwiefern man zum Beispiel seinen Horizont erweitert oder nicht, ob man sich durch verschiedene Faktoren stark oder weniger stark beeinflussen lässt. Aber selbstverständlich gibt es Erscheinungen, wo die Identität bzw. das Bild der eigenen Identität schon auch mal massiv bedroht sein kann, etwa durch einen über Jahre hinweg prügelnden Partner, was ja mit gravierenden psychischen Störungen einhergeht. Das aber ist ein anderes Thema. Mir geht es eher um die politische Seite des Begriffs "kulturelle Identität".
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Dark Angel » Di 21. Nov 2017, 19:13

Selina hat geschrieben:(21 Nov 2017, 17:23)

So weit, so gut. Was die psychische Seite der Identität anbelangt, stimme ich im Großen und Ganzen überein mit deinen Ausführungen, Dark Angel. Allerdings finde ich nicht, dass die eigene Identität im Allgemeinen (zumindest in einem durchschnittlichen europäischen Menschenleben) durch jemanden bedroht ist, so dass ein großer Handlungsbedarf entstünde, sie zu schützen.

Ich habe auch nichts davon geschrieben, dass die eigene Identität bedroht wäre, sondern:
dass zur eigenen kulturellen Identität auch das Nachdenken darüber gehört, was von dieser prägenden Kultur schützens- und bewahrenswert ist ==> kulturelles Erbe.
Es geht um das Schützens- und Bewahrenswerte der Kultur, die idetitätsstiftend wirkt.

Selina hat geschrieben:(21 Nov 2017, 17:23) Diese Dinge, die du nennst, wie Sozialisation, Erziehung im Elternhaus, Bildung, die hat man in sich drin, die vervollkommnet man - bewusst und unbewusst - durch tägliches Dazulernen, durch die Erfahrungen, die man sammelt.

Nein - die Dinge hat man nicht "in sich drin". Wäre dem so gäbe es Phänomene wie Hospitalismus nicht, dann müsste kein Mensch irgend etwas lernen, dann bräuchte er das alles nur bei Bedarf abrufen, wäre dem so gäbe es das Kapar-Hauser-Syndrom nicht.
Das Kaspar-Hauser-Syndrom bezeichnet ja gerade schwere körperliche und geistige Entwicklungsschäden aufgrund fehlender oder mangelnder Sozialisation, Pflege und Liebesentzug verursacht.
Erziehung, Bildung i.w.S, Wissenserwerb i.e.S. Moralvorstellungen, Ethik, Weltanschauung etc ist genau das, was unter "sozialem Lernen" subsummiert ist.
Und all das, was durch soziales Lernen erworben wird, sind Spezifika einer ganz bestimmten Kultur, die sich auch zwischen den Kulturen unterscheiden.
Ein Mensch aus dem ostasiatischen Kulturraum (China, Japan, Korea) ist anders sozialisiert als ein Europäer. Sextus Ironicus sprach die strengen Hierarchien an. So ist es undenkbar, dass ein Mitarbeiter seinen Vorgesetzen kritisiert oder dessen Handlungen auch nur in Zweifel zieht.
Solches "auf keinen Fall in Zweifel ziehen" kann auch tödlich enden wie bei "Korean-Air-Cargo-Flug 8509" am 22. Dezember 1999.
Dem jungen Copiloten war aufgefallen, dass der Flugkapitän falsche Instrumentenanzeigen hatte, keinen Abgleich mit den/dem Reserverinstrument(en) vornahm und entsprechend falsche Steuermanöver ausführte. Da der Copilot aufgrund seiner Dienstzeit und Flugstunden in der Hierarchie weit unter seinem Flugkapitän stand, wagte er es nicht, diesen auf seinen Fehler/Irrtum aufmerksam zu machen.
In Europa - in unserer europäischen Kultur - wäre solches Verhalten undenkbar.

Selina hat geschrieben:(21 Nov 2017, 17:23)Eine Notwendigkeit des Schutzes sehe ich da nicht. Das nimmt einem niemand weg, das entscheidet man ganz alleine für sich selbst, inwiefern man seinen Horizont erweitert oder nicht, ob man sich durch verschiedene Faktoren stark oder weniger stark beeinflussen lässt.

Es geht immer noch nicht um die persönliche/individuelle Identität, es geht immer noch um die Kultur, die bei der Entwicklung der persönlichen Identität eine Rolle spielt.
Wird diese Kultur nicht geschützt und/oder bewahrt, wird sehr wohl "etwas weggenommen". Der/die Betreffende muss sich völlig neu orientieren, muss sein "Ich" neu konstruieren, muss eine neue Identität entwickeln.
Ist dir vielleicht mal in den Sinn gekommen, dass die Bildung von Parallelgesellschaften genau das zum Ziel hat - nämlich den Schutz der eigenen kulturellen Identität, dem Schutz und der Bewahrung der eigenen Kultur?
Ist dir mal in den Sinn gekommen, das Stadtviertel wie China-Town, Little Japan oder Little Italy genau eines zum Ziel haben - nämlich die eigene Kultur bewahren, ihre Sitten und Traditionen pflegen?
Scheinbar ist das bei allen anderen Völkern nicht nur zu tolerieren, sondern zu akzeptieren. Nur wenn Deutsche das gleiche tun, wenn sie selbst entscheiden (wollen) welche und wie viele externe Einflüsse sie in die eigene Kultur aufnehmen bzw zulasssen, dann ist das rääächts.


Selina hat geschrieben:(21 Nov 2017, 17:23) Aber selbstverständlich gibt es Erscheinungen, wo die Identität bzw. das Bild der eigenen Identität schon auch mal massiv bedroht sein kann, etwa durch einen über Jahre hinweg prügelnden Partner, was ja mit gravierenden psychischen Störungen einhergeht. Das aber ist ein anderes Thema. Mir geht es eher um die politische Seite des Begriffs "kulturelle Identität".

Mir geht es definitv nicht um die "politische Seite" kultureller Identität - mir geht es im Gegenteil darum, zu erörtern, was unter kultureller Identität verstanden werden kann, welchen Anteil Kultur an der Entwicklung individueller Identität hat. Für mich gehört persönliche Identität und kulturelle Identität, die ich als Teil/Bestandteil persönlicher Identität betrachte zur Privatsphäre, ggf sogar zur Intimsphäre und da hat Politk nichts zu suchen. Das Private ist nicht politisch!
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Selina » Di 21. Nov 2017, 20:14

Selbstverständlich kann man jede Erscheinung unter mehreren Aspekten beleuchten, auch unter politischen Aspekten. Das ist der Zweck meines Threads. Ich setze den Begriff "kulturelle Identität" im Titel ja auch mit Absicht in Anführung. Und ja, mir geht es genau um diesen Begriff und wie er verwendet wird. Und hier wirds nun mal politisch, tut mir unheimlich leid. Nach dem Fall des Eisernen Vorhanges, als sich die alten Lager - soz. und kap. Weltsystem - nicht mehr gegenüberstanden, wurde in bestimmten politischen Kreisen der Kampf der Systeme durch einen angeblichen "Kampf der Kulturen" ersetzt. Der militärisch-industrielle Komplex war logischerweise nie an einer Deeskalation der Konflikte auf der Welt wirklich interessiert. Nine-Eleven war dann nur der äußere Anlass, die Pläne für einen Strategie-Wechsel in Richtung "Kampf der Kulturen" (Huntington) lagen lange vorher in den entsprechenden Schubläden. Nine-Eleven wurde dann propagandistisch geschickt für den lange geplanten Strategie-Wechsel genutzt. Hier (siehe Zitat) wird es gut und sehr plausibel erklärt. Sorry für das Zitat aus dem von dir nicht sehr geschätzten Wikipedia, aber besser kann man es nicht zusammenfassen, was ich mit "kultureller Identität" meine bzw. welchen politischen Hintergrund dieser Begriff hat:

Zitat:

Der Begriff der kulturellen Identität ist in jüngster Zeit im Zusammenhang mit der Kontroverse um das 1996 erschienene Buch The Clash of Civilizations and the Remaking of World Order des US-amerikanischen Politikwissenschaftlers Samuel P. Huntington in die Kritik geraten. Huntington vertrat darin die These, dass die Weltpolitik nach dem Ende des Kalten Krieges nicht mehr von politischen, ideologischen oder ökonomischen Auseinandersetzungen bestimmt sei, sondern von Konflikten zwischen Angehörigen unterschiedlicher „Kulturkreise“. Gerade in Zeiten der Globalisierung werde das Bedürfnis, sich von anderen zu unterscheiden, also die eigene kulturelle Identität zu betonen, immer stärker. Huntington identifizierte sechs Kulturkreise mit ihren jeweiligen Kernstaaten, nämlich China, Japan, den slawisch-orthodoxen Raum mit Russland, Indien, die islamischen Staaten und die Westliche Welt. Das Zentrum einer jeden dieser Kulturen bestehe in einer Reihe von Grundwerten, die prinzipiell miteinander unverträglich seien. Dadurch würden Konflikte zwischen ihnen – ja ein eigentlicher „Kampf der Kulturen“ – unumgänglich.

Die Ereignisse des 11. September 2001 mit den anschließenden Kriegen gegen den Terror in Afghanistan und im Irak und die zweite Intifada seit 2000 wurden verschiedentlich als Beleg für Huntingtons These gewertet, indem sie wie ein globaler Kampf der westlichen gegen die islamische Kultur interpretiert wurden.

Gegen Huntingtons These wird indes eingewandt, dass sie im Sinne einer Selbsterfüllenden Prophezeiung den Kampf erst herbeiführe, da Versuche, ein friedliches Zusammenleben verschiedener Kulturen zu erreichen, von vornherein als aussichtslos hingestellt würden. Der Politikwissenschaftler Thomas Meyer zeigt zudem auf, dass die Unterschiede in der Bewertung verschiedener Grundprobleme wie Unsicherheitsvermeidung, Ungleichheit oder Individualismus zwischen verschiedenen islamischen Ländern größer sind als zu einzelnen Ländern anderer Kulturkreise. Das Konzept einer einheitlichen kulturellen Identität von Staaten und Staatengruppen, das Huntingtons These zugrunde liegt, gehe also an der Realität vorbei:

Die Ideologie vom Kampf der Kulturen aufgrund unversöhnlicher Differenzen ihrer sozialen Grundwerte findet in den empirischen Daten keine Bestätigung, Im Gegenteil: Kulturübergreifende Ähnlichkeiten und Überlappungen lassen sich zwischen allen Kulturen erkennen. Die Konfliktlinien, die in der Sache begründet sind, verlaufen vielmehr in den Kulturen.

Ähnlich argumentiert auch der indische Nobelpreisträger Amartya Sen gegen Huntingtons Vorstellungen von Konflikten, die sich aus Unterschieden in der kulturellen Identität ergeben würden:

Eine Person kann gänzlich widerspruchsfrei amerikanische Bürgerin, von karibischer Herkunft mit afrikanischen Vorfahren, Christin, Liberale, Frau, Vegetarierin, Langstreckenläuferin, Heterosexuelle, Tennisfan etc. sein.

Die Menschen seien eben „auf unterschiedliche Weise verschieden“: Der Begriff der kulturellen Identität tauge daher nicht dazu, Prognosen über das Verhalten kulturell definierter Kollektive zu machen.


https://de.wikipedia.org/wiki/Kulturell ... ontroverse
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon PeterK » Di 21. Nov 2017, 20:20

Dark Angel hat geschrieben:(21 Nov 2017, 19:13)
In Europa - in unserer europäischen Kultur - wäre solches Verhalten undenkbar.

Ein nicht unerheblicher Teil des deutschen Offizierskorps hat sich im WKII exakt so verhalten.
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Teeernte » Di 21. Nov 2017, 22:26

PeterK hat geschrieben:(21 Nov 2017, 20:20)

Ein nicht unerheblicher Teil des deutschen Offizierskorps hat sich im WKII exakt so verhalten.


Die militärischen Fehler der direkten Vorgesetzten waren ? (Die Nazikeule bitte hier nicht verwenden - um den Strang zu schreddern....)

Ich halte den Strang als WICHTIG.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Dark Angel » Di 21. Nov 2017, 23:13

Selina hat geschrieben:(21 Nov 2017, 20:14)

Selbstverständlich kann man jede Erscheinung unter mehreren Aspekten beleuchten, auch unter politischen Aspekten. Das ist der Zweck meines Threads. Ich setze den Begriff "kulturelle Identität" im Titel ja auch mit Absicht in Anführung. Und ja, mir geht es genau um diesen Begriff und wie er verwendet wird. Und hier wirds nun mal politisch, tut mir unheimlich leid.

Ja tut mir auch leid. Da du den Thread nur dazu nutzen willst, alles was irgendwie mit Kultur, Identität, kulturelle Identität zusammen hängt, in die rechte Schmuddelecke zu schieben, wo alles, was nur ansatzweise mit Kultur, Nation oder Volk zu tun hat, hingehört, klinke ich mich an dieser Stelle aus aus der Diskussion aus.
Dass du nicht bereit bist, dich inhaltlich mit geschriebenen auseinander zu setzen oder inhaltlich auf geschriebenes einzugehen, hast du schon mit deiner Antwort auf meinen ersten Beitrag bewiesen.

Nebenbei: ich habe mit voller Absicht Michael Schmidt-Salomons Buch "Grenzen der Toleranz" erwähnt!
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Adam Smith » Di 21. Nov 2017, 23:28

Selina hat geschrieben:(21 Nov 2017, 20:14)

Die Menschen seien eben „auf unterschiedliche Weise verschieden“: Der Begriff der kulturellen Identität tauge daher nicht dazu, Prognosen über das Verhalten kulturell definierter Kollektive zu machen.[/i]

https://de.wikipedia.org/wiki/Kulturell ... ontroverse

Nur gab und gibt es Konflikte zwischen Sunniten und Schiiten in Syrien, Irak und im Jemen.
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon PeterK » Di 21. Nov 2017, 23:59

Teeernte hat geschrieben:(21 Nov 2017, 22:26)

Die militärischen Fehler der direkten Vorgesetzten waren ? (Die Nazikeule bitte hier nicht verwenden - um den Strang zu schreddern....)

Ich halte den Strang als WICHTIG.

Friedrich Paulus' Handeln im Januar 1943 ist nur eines der prominenteren Beispiele für ein Verhalten, das laut @Dark Angel "in unserer europäischen Kultur" undenkbar sei.
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon PeterK » Mi 22. Nov 2017, 00:39

Dark Angel hat geschrieben:(21 Nov 2017, 23:13)
... klinke ich mich an dieser Stelle aus aus der Diskussion aus.

Man dankt.
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon unity in diversity » Mi 22. Nov 2017, 01:28

Welchen kulturellen Fingerabdruck hat Frau Merkel hinterlassen?
Oder Schulz/Gabriel?
Woran ist Jamaika gescheitert?
Unüberbrückbare kulturelle Differenzen?
Kulturkampf um Regierungsposten?
Oder bereits Clash of Civilizations in Deutschland?
"Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze.
Den Falschen und den Unsrigen."
(Aus den Divided States of America)
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Selina » Mi 22. Nov 2017, 01:36

PeterK hat geschrieben:(22 Nov 2017, 00:39)

Man dankt.


:D
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Selina » Mi 22. Nov 2017, 01:58

Dark Angel hat geschrieben:(21 Nov 2017, 23:13)

Da du den Thread nur dazu nutzen willst, alles was irgendwie mit Kultur, Identität, kulturelle Identität zusammen hängt, in die rechte Schmuddelecke zu schieben, wo alles, was nur ansatzweise mit Kultur, Nation oder Volk zu tun hat, hingehört, klinke ich mich an dieser Stelle aus aus der Diskussion aus.


Die Begriffe Kultur, Nation oder Volk gehören nur dann in die von dir immer wieder erwähnte "rechte Schmuddelecke", wenn sie zur Abgrenzung von anderen Kulturen, Nationen und Völkern und zu deren Diffamierung missbraucht werden. Wie rechts der ganze Zirkus um die "kulturelle Identität" wirklich ist, sieht man zum Beispiel bei den Jüngern der rechtsradikalen identitären Bewegung, die von der "kulturellen Reinhaltung der Gesellschaft von äußeren Einflüssen" schwärmt. Wobei die Identitären - im Chor mit der AfD und ihren Protagonisten - den Islam als Deutschlands und Europas Feind Nummer eins auserkoren haben. Sie meinen im Einklang mit Sarrazin, dass sich Deutschland selbst abschaffe. Migration sei daher ein "reiner Bevölkerungsaustausch", auch der "Große Austausch" genannt. Also rechter gehts wirklich nicht.
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Uffhausen » Mi 22. Nov 2017, 02:02

Selina hat geschrieben:(21 Nov 2017, 15:15)

Weil ich aufgefordert wurde, diese Gedanken nicht weiter im Kultur-Strang zu diskutieren, eröffne ich einen neuen Thread. Und ich möchte gleich von vornherein dazu einladen, das Thema "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?" gerne von allen Seiten zu beleuchten. Denn hier geht es nicht nur um Definitionen, sondern vor allem auch um Meinungen, Anschauungen, Erfahrungen.

Meine Meinung, Anschauung und Erfahrung:

Ich halte das Thema Kultur für indiskutabel, solange es von links- wie rechtpopulistischer Seite immerfort dazu missbraucht wird, sich gegenseitig vorzuhalten, was für ein - jeweils salopp ausgedrückt - dümmlicher linksgrüner Traumtänzer oder was für ein widerwärtiger rechtsbrauner Naziarsch man doch sei. Ich habe beides schon an den Kopf geworfen bekommen, weil ich mich dieser neuartigen Wertungs- Verständigungs- und Diskussionskultur verweigere, mich selbst oder andere in eine ganz bestimmte Schublade zu stecken, wogegen andere diesbezüglich zu Höchstformen anlaufen, die sich aber leider in der Regel nur auf Beleidigungen und Belehrungen statt auf Argumente und eigene Meinung reduzieren.
Das heißt nicht, dass ich, der sich mittig positioniert und sich bei Bedarf links und rechts bedient, irgendwie widersprüchlich bin - ich bin nur der Überzeugung, dass es nicht nur Wahrheit oder Lüge, Richtig oder Falsch, Ja oder Nein gibt, sondern auch vielerlei Vielleichts, Eventuells, Egals und Keineahnungs dazwischen liegen. Als widersprüchlich empfand ich eher diejenigen, die sich klar links oder rechts positioniert haben - und in Sachen Kultur bspw. als linksorientierte u. a. die zunehmende kulturelle Vielfalt begrüßen, sich selbst fremden Kultureinflüßen aber vehement verweigern / als rechtsorientierte u. a. auf unsere christliche Glaubenskultur verweisen, selbst aber den christlichen Glauben konsequent ablehnen.
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Adam Smith » Mi 22. Nov 2017, 06:51

Die Kurden oder Schiiten haben sich dem IS z.B. nicht angeschlossen. Bei den Schiiten war das eh klar, weil das Ungläubige sind. Aber warum haben die Kurden nicht mitgemacht?
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon think twice » Mi 22. Nov 2017, 06:57

Uffhausen hat geschrieben:(22 Nov 2017, 02:02)

Meine Meinung, Anschauung und Erfahrung:

Ich halte das Thema Kultur für indiskutabel, solange es von links- wie rechtpopulistischer Seite immerfort dazu missbraucht wird, sich gegenseitig vorzuhalten, was für ein - jeweils salopp ausgedrückt - dümmlicher linksgrüner Traumtänzer oder was für ein widerwärtiger rechtsbrauner Naziarsch man doch sei. Ich habe beides schon an den Kopf geworfen bekommen, weil ich mich dieser neuartigen Wertungs- Verständigungs- und Diskussionskultur verweigere, mich selbst oder andere in eine ganz bestimmte Schublade zu stecken, wogegen andere diesbezüglich zu Höchstformen anlaufen, die sich aber leider in der Regel nur auf Beleidigungen und Belehrungen statt auf Argumente und eigene Meinung reduzieren.
Das heißt nicht, dass ich, der sich mittig positioniert und sich bei Bedarf links und rechts bedient, irgendwie widersprüchlich bin - ich bin nur der Überzeugung, dass es nicht nur Wahrheit oder Lüge, Richtig oder Falsch, Ja oder Nein gibt, sondern auch vielerlei Vielleichts, Eventuells, Egals und Keineahnungs dazwischen liegen. Als widersprüchlich empfand ich eher diejenigen, die sich klar links oder rechts positioniert haben - und in Sachen Kultur bspw. als linksorientierte u. a. die zunehmende kulturelle Vielfalt begrüßen, sich selbst fremden Kultureinflüßen aber vehement verweigern / als rechtsorientierte u. a. auf unsere christliche Glaubenskultur verweisen, selbst aber den christlichen Glauben konsequent ablehnen.

Ich finde schon, dass man sich irgendwann in eine Richtung positionieren und auch eine klare Meinung haben sollte. Wenn ich mich immer nur in die vermeintliche Mitte stelle und mich mal rechter und mal linker Argumente bediene, finde ich nie zu mir selbst.
Mit einer klaren Haltung und Überzeugung gerate ich in keine Identitätskrise und muss keine überflüssigen Glaubens-, Kultur- und Identitaetsdiskussionen führen, weil ich wie eine Fahne im Wind schwanke.

Ich bin ich, habe eine Meinung und stehe dazu. Ob ich mich mit meiner Haltung in einer politischen oder kulturellen Mehrheit befinde, ist mir doch egal.
Sei nie zu den Bescheidenen überheblich und zu den Überheblichen bescheiden.
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon Bleibtreu » Mi 22. Nov 2017, 07:23

Dark Angel hat geschrieben:(21 Nov 2017, 23:13)
[...] Nebenbei: ich habe mit voller Absicht Michael Schmidt-Salomons Buch "Grenzen der Toleranz" erwähnt!


Da du ihn erwaehnst, moechte ich zur Information folgenden Beitrag von mir zu diesem Buch zitieren:

Bleibtreu hat geschrieben:(15 Nov 2017, 13:28)

Empoeralismus :D Schmidt-Salomon hat wieder einen Knaller raus gehauen und recht hat er damit:

Die Grenzen der Toleranz - Warum wir die offene Gesellschaft verteidigen muessen:
Wofür es sich zu streiten lohnt

Die offene Gesellschaft hat viele Feinde. Die einen streiten für »Allah«, die anderen für die Rettung des »christlichen Abendlandes«, letztlich aber verfolgen sie das gleiche Ziel: Sie wollen das Rad der Zeit zurückdrehen und vormoderne Dogmen an die Stelle individueller Freiheitsrechte setzen. Wie sollen wir auf diese doppelte Bedrohung reagieren? Welche Entwicklungen sollten wir begrüßen, welche mit aller Macht bekämpfen? Michael Schmidt-Salomon erklärt, warum grenzenlose Toleranz im Kampf gegen Demagogen auf beiden Seiten nicht hilft und wie wir die richtigen Maßnahmen ergreifen, um unsere Freiheit zu verteidigen.


Wer fuer Alles offen ist, ist eben nicht ganz dicht! :p
• This right is the natural right of the Jewish people to be masters of their own fate, like all other nations, in their own sovereign State [Ben-Gurion]

https://www.shabak.gov.il/english/Pages/index.html#=2
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Re: "Kulturelle Identität" - Was steckt dahinter?

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 22. Nov 2017, 07:41

Dark Angel hat geschrieben:(21 Nov 2017, 16:52)

Ganz grob "kulturelle Identität" ist der Teil idividueller Identität, der durch die Kultur/die Gesellschaft in die man hinein geboren wurde und in der man aufgewachsen ist, "aufgeprägt" wurde.

Nun - was ist Identität überhaupt. Darüber herrscht unter Psychologen und Soziologen keinesfalls Einigkeit, bestehende Identitäts-Theorien widersprechen einander teilweise grundlegend - je nachdem, welcher erkenntnistheoretischen "Schule" sie folgen.
Ich persönlich bevorzuge die Identitätstheorie von Erik Erikson. Dieser Theorie zufolge ist Identität ein Akt sozialer Konstruktion, aus einem "psychologischen Innen" - also ganz persönlichen Erkenntnissen und Erfahrungen aus der ganz persönlichen Lebensgeschichte (universelle Dimension) und dem "gesellschaftlichen Außen" - also wie man von anderen wahrgenommen wird bzw wahrgenommen werden will. Dabei spielen menschliche Grundbedürfnisse wie Zugehörigkeit, Anerkennung etc eine Rolle.
Erikson bezeichnet das "gesellschaftliche Außen" als kultur-spezifische Dimension.
Für Erikson besteht Identität in der Frage "wer bin ich" und in der Fähigkeit "des Ichs", angesichts wechselnder Lebensumstände und - situationen, Kontinuität aufrecht zu erhalten und Stabilität (als unverwechselbare Persönlichkeit) aufzubauen und "nach Außen" - also wie man gesellschaftlich wahrgenommen wird - aufrecht zu erhalten.
Hier kommt dann der idetitätsstiftende Aspekt der Kultur ins Spiel - also Sozialisation, Erziehung im Elternhaus, Bildung etc ins Spiel. Welche kulturellen Aspekte und Werte betrachtet man selbst als wichtig und verinnerlicht diese. Da wären z.B. humanistische Werte, wie persönliche Freiheitsrechte, auch ganz persönliche Interessen und Vorlieben, wie Hinwendung zu einer ganz bestimmten Kunstrichtung, aber auch das Nachdenken darüber, was von dieser prägenden Kultur schützens- und bewahrenswert ist ==> kulturelles Erbe. Aus diesem Nachdenken ergibt sich jedoch auch die Verantwortung, das Bewahrenswerte auch zu bewahren und zu schützen.
Passend zu diesem Thema wurde im Religionsthread das neue Buch vom Michael Schmidt- Salomon "Grenzen der Toleranz" verlinkt.

Na. Das ist mal ein höchst erfreulich sachlicher und unpolemischer Beitrag. :)
Ich möchte dem nur entgegnen, dass es heute und hier so gut wie nirgends die Möglichkeit auch nur halbwegs ungestörter "sozialer Konstruktionen aus einem psychologischen Innen" gibt. So gut wie überall ist diese Konstruktion eher oder zumindest "auch" aus einem Reflex von Widerständigkeit geprägt. Auch - und vielleicht sogar gerade - unter den Bedingungen von Wohlstand und sozialer Sicherheit.


Auf rund 40 000 wird die Zahl deutscher Konvertiten zum Islam geschätzt. Das ist rein zahlenmäßig eher unbedeutend. Und dennoch muss diese Tatsache zum Verständnis "kultureller Identität" berücksichtigt werden.Zu den Islam-Konvertiten kommen noch alle möglichen anderen Menschen, die eher aus einem WIderständigkeits- als aus einem Konstruktionsbedürfnis ihre kulturelle Identität finden.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt

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