Adipositas und Demenz

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Misterfritz
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Adipositas und Demenz

Beitragvon Misterfritz » Sa 4. Aug 2018, 16:52

Eine grossangelegte Datenerhebung der Universität Leipzig scheint eine Korrelation zwischen sehr grossem Übergewicht und Alzheimer-Demenz nahezulegen.
Bereits aus den ersten Daten schließt ein Forscherteam des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften, dass starkes Übergewicht das Risiko einer Alzheimer-Demenz erhöht. Eine Adipositas sei auch an Veränderungen der Hirnregion zu erkennen, die den Appetit reguliert, erklärt Löffler. Wobei die Frage nach Henne und Ei offenbar noch nicht völlig geklärt ist: Verändert Adipositas das Gehirn oder sollte man von vornherein auch im Kopf nach Ursachen von Fettleibigkeit suchen?
http://www.lvz.de/Region/Mitteldeutschl ... hungstisch

Sollte das stimmen, kämen auf die Gesellschaft nach den Kosten der Fettleibigkeit auch noch die Kosten der Demenz zu. Das könnte heftig werden, wird doch gerade das Übergewicht (mit allen Begleiterscheinungen) zunehmend zur Volkskrankheit.
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H2O
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Re: Adipositas und Demenz

Beitragvon H2O » Sa 4. Aug 2018, 23:22

Unabhängig von der Henne-Ei-Ursachenforschung meine ich einen Pferdefuß in unserer Ernährungswirtschaft gefunden zu haben. Der Mensch liebt Kalorienbomben, weil sie ihm in grauer Vorzeit nur selten zur Verfügung standen und sie ihm dann ein wohliges Sättigungsgefühl und Glückserlebnis vermittelten.

Das erreicht unsere Ernährungswirtschaft nun zu jedem Zeitpunkt, zu dem sich ein Eßbedürfnis meldet. Diese Verfügbarkeit geht unmittelbar auf den Drang der Wirtschaft zurück, wirtschaftlich besonders erfolgreich am Markt sein zu wollen (und zu müssen; denn sonst bekommt die Geschäftsführung einen Blauen Brief). Die Folge sind Übergewicht in ganz erheblichem Ausmaße... und womöglich auch noch Demenz neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Zuckerkrankheit schon in jungen Jahren.

Ich sehe gar keine Möglichkeit, diese Wirtschaftsweise als aufgeklärter Verbraucher Verbraucher beeinflussen zu können. Auch sind weniger aufgeweckte Zeitgenossen gar nicht bereit, über diese Zusammenhänge mit einer Überflußernährung mit kalorienreiche Nahrung nach zu denken und Verzicht zu üben. Im Gegenteil werden mahnende Stimmen als lästige Bevormundung empfunden, und schon die Andeutung einer Gängelung führt zu wahren shit storms. Zuletzt noch gegen die Ministerin Kühnast mit dem Veggieday.
im Kantinenangebot.

Der Vormarsch der Büroberufe mit Bewegungsarmut im Arbeitsablauf verstärkt diese Entwicklung, die sich auch in der Freizeitgestaltung fort setzt vor Bildschirmen und Tastaturen.

So verdient und frißt und säuft sich diese freiheitlich demokratische Gesellschaft krank, mit Folgen für ihre Gesundheitsversorgung und schrumpfende Lebensqualität.

Eine vorausschauende Politik würde hier sanft gegensteuern in der Ernährungswirtschaft... etwa Kalorienbomben hoch besteuern, körperliche Bewegung als Ausdruck von Lebensfreude in der Freizeit fördern... vielleicht durch Bonuspunkte auf die Gesundheitsversicherung und Förderung der Vereine die Breitensport als ihre wesentliche Aufgabe verstehen.

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