38 Grad und seit Monaten kein Regen

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Re: 38 Grad und seit Monaten kein Regen

Beitragvon Quatschki » Mo 13. Aug 2018, 15:11

Es kommt auch immer drauf an, wie tief das Grundwasser steht.
Weite Teile des deutschen Tieflandes sind ursprüngliche Niedermoorgebiete, die durch Melioration künstlich trocken gelegt wurden
und ohne menschliches Zutun allmählich wieder absaufwen würden.

https://www.youtube.com/watch?v=R0_75K5jGMY
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Re: 38 Grad und seit Monaten kein Regen

Beitragvon MoOderSo » Mo 13. Aug 2018, 15:43

H2O hat geschrieben:(13 Aug 2018, 10:18)Das Photo aus dem Weltall vom Niederrhein ist wirklich zum Erschrecken geeignet.

Das war wahrscheinlich auch der Sinn des Fotos, schön die Atmosphäre das kurzwellige Licht schlucken lassen damit es aussieht wie der Mars oder der Blutmond.
Aber vom Satellit aus sieht es dort deutlich unspektakulärer aus.
https://imgur.com/a/MHqba1U
https://imgur.com/a/quHvVXL
Und mit Besiedlungsdichte hat das dort auch eher wenig zu tun.
Wenn dann eher mit dem Grundwasserspiegel, der dort weiträumig künstlich abgesenkt wird damit die Tagebaugruben nicht absaufen.
https://www.diercke.de/content/nordrevi ... -5-67-2-1#
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Re: 38 Grad und seit Monaten kein Regen

Beitragvon H2O » Mo 13. Aug 2018, 16:29

Misterfritz hat geschrieben:(13 Aug 2018, 15:19)

Grünflächen wie Wiiesen, Weiden, Äcker brauchen, um grün zu sein, Regen! Das hat nichts mit Besiedlungsdichte zu tun. Und wenn dort die Wiesen grün sind, dann dürfte es dort häufiger mal geregnet haben.


Darüber kann es gar keinen Streit geben. Die Frage bleibt dennoch, warum die wenigen Regenfälle so wählerisch sind, und sie anstatt des dicht besiedelten Niederrheins das dünn besiedelte West-Pommern erfrischen. Mir und den Pferden auf der Weide soll das recht sein... tierisch warm ist es hier aber auch. Ich kann so viel Heißwasser vergeuden wie ich will... die Sonne liefert und liefert und liefert...
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Re: 38 Grad und seit Monaten kein Regen

Beitragvon H2O » Mo 13. Aug 2018, 16:35

MoOderSo hat geschrieben:(13 Aug 2018, 16:43)

Das war wahrscheinlich auch der Sinn des Fotos, schön die Atmosphäre das kurzwellige Licht schlucken lassen damit es aussieht wie der Mars oder der Blutmond.
Aber vom Satellit aus sieht es dort deutlich unspektakulärer aus.
https://imgur.com/a/MHqba1U
https://imgur.com/a/quHvVXL
Und mit Besiedlungsdichte hat das dort auch eher wenig zu tun.
Wenn dann eher mit dem Grundwasserspiegel, der dort weiträumig künstlich abgesenkt wird damit die Tagebaugruben nicht absaufen.
https://www.diercke.de/content/nordrevi ... -5-67-2-1#


Ich sah den Grundwasserspiegel als Funktion der Besiedlungsdichte; aber die Tagebauten sind natürlich Grundwasservernichter der Sonderklasse. Weiterhin vermute ich, daß man die paar Regengüsse dort auf kürzestem Wege außer Landes geschafft hat, damit die Gruben nicht voll laufen. Auch wird die Versiegelung der Bodenflächen in dichter Besiedlungslage munter fortschreiten... mit vergleichbarem Ergebnis.
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Re: 38 Grad und seit Monaten kein Regen

Beitragvon Fuerst_48 » Mo 13. Aug 2018, 18:46

Eifrig sägt die Menschheit am Ast, auf dem sie sitzt....
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Re: 38 Grad und seit Monaten kein Regen

Beitragvon H2O » Mo 13. Aug 2018, 19:25

Quatschki hat geschrieben:(13 Aug 2018, 16:11)

Es kommt auch immer drauf an, wie tief das Grundwasser steht.
Weite Teile des deutschen Tieflandes sind ursprüngliche Niedermoorgebiete, die durch Melioration künstlich trocken gelegt wurden
und ohne menschliches Zutun allmählich wieder absaufwen würden.

https://www.youtube.com/watch?v=R0_75K5jGMY


Ja, das scheint hier in West-Pommern nicht in großem Ausmaß gemacht worden zu sein. Hier gibt es noch riesige Schilfbestände und Naßflächen, die nur selten einmal bewirtschaftet werden können. Das Odermündungsdelta ist schon noch ein kleines Naturparadies. Meist tote Hose; nur im Ferienmonat Ende Juni, Juli, Anfang August überreichlich Badegäste an der Ostsee.
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Re: 38 Grad und seit Monaten kein Regen

Beitragvon Cat with a whip » Mi 15. Aug 2018, 12:23

Meldungen aus agrarheute.com:
Trockenheitsbedingte Ernteausfälle mittlerweile deutlich höher als zuerst geschätzt. Die Meldungen über Ernteausfälle treiben auch die Preise hoch.

Trockenheit verdoppelt das Höfesterben in Ostwestfalen-Lippe
https://www.lz.de/ueberregional/owl/222 ... n-OWL.html

Nothilfen sind akut sinnvoll, jedoch können sie den fehlenden Regen nicht ersetzen.

https://www.zdf.de/nachrichten/zdf-morg ... t-112.html

Möglicherweise solche Hitzesommer alle drei Jahre in zweiter Jahrhunderthälte:

https://www.agrarheute.com/land-leben/f ... len-547152

Nochmal Satellitenbilder aus dem Weltraum, die das Ausmaß der Trockenheit im Jahresvergleich duetlich machen:

https://www.agrarheute.com/pflanze/neue ... nen-546876
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Re: 38 Grad und seit Monaten kein Regen

Beitragvon MoOderSo » Mi 15. Aug 2018, 12:57

Cat with a whip hat geschrieben:(15 Aug 2018, 13:23)
Nochmal Satellitenbilder aus dem Weltraum, die das Ausmaß der Trockenheit im Jahresvergleich duetlich machen:

https://www.agrarheute.com/pflanze/neue ... nen-546876

Hier mal der 26. Mai ohne grüne Fakefarben
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Re: 38 Grad und seit Monaten kein Regen

Beitragvon Cat with a whip » Mi 15. Aug 2018, 14:31

Bereits in einem vorigen Beitrag hatte der Nutzer MoOderSo entgegen der Faktenlage Manipulation insinuiert, als dieser behauptete man würde absichlich blaues Licht atmosphärisch schlucken zu lassen, jedoch dann selbst Weltraumbilder kurioserweise mit Hinweis auf "Satellit" verlinkte, bei denen natürlich exakt genauso die Atmosphäre wirken müsste. Dass er seinen logischen Widerspruch nicht selbst erkennt ist bezeichnend, genauso wie der nicht weiß dass es sich in jedem Fall um irgendwie farbkalibierte Bilder handelt, die für sich genommen ohne Aussagekraft sind.

Entscheident ist: Hier gehts nicht um hübsche Einzelbilder die irgendwie aufgenommen wurden, sondern um Vergleichbarkeit, also die Konstanz in der Kalibration innerhalb zeitlicher Reihen. Dafür gibt es hier ja inwischen genügend von mir verlinktes aussagekräftiges Bildmaterial.

Warum man gegen die sichtbaren Auswirkungen einer anhaltenden Trockenheit mit fragwürdigen Mitteln polemisiert, könnte vielleicht mit Ideologie oder Wahn zu erklären sein.
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Re: 38 Grad und seit Monaten kein Regen

Beitragvon Quatschki » Mi 15. Aug 2018, 14:52

Weltraumfernerkundungssatelliten machen eigentlich keine Echtfarben-Fotos, sondern multispektrale Scans mit vielen Kanälen über die ganze Frequenzbreite bis ins Infrarot.
Datenmengen, aus denen man eine Aufnahme, die dem menschlichen natürlichen Farbempfinden entspricht, quasi erst rekonstruieren muß.
Das heißt, es gibt keine "unmanipulierten" Bilder, denn die unmanipulierten Rohdaten sind keine Bilder und ihre Darstellung ist bereits eine Manipulation.
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Re: 38 Grad und seit Monaten kein Regen

Beitragvon MoOderSo » Mi 15. Aug 2018, 19:00

Cat with a whip hat geschrieben:(15 Aug 2018, 15:31)Entscheident ist: Hier gehts nicht um hübsche Einzelbilder die irgendwie aufgenommen wurden, sondern um Vergleichbarkeit, also die Konstanz in der Kalibration innerhalb zeitlicher Reihen. Dafür gibt es hier ja inwischen genügend von mir verlinktes aussagekräftiges Bildmaterial.

Korrekt mein Freund und daher ist deine verlinkte Zeitreihe einen Dreck wert.
Die Bilder von Mai und Juni stellen den Vegetationsindex-Overlay dar während das Juli-Bild ein True-Color-Rendering ist.
Das Overlay lässt sich leicht an den fehlenden Wolken über Land erkennen, die beim Juli-Bild aber vorhanden sind.
Kleines Spielchen gefällig?
Ich stelle mal das Overlay von Mai und Juni nach.
Hier ist der Mai: https://imgur.com/a/0FQmeJ3
Zum Vergleich dein Mai: https://www.agrarheute.com/media/styles ... k=4mCFAQ7J

Jetzt der Juni: https://imgur.com/a/baDYvPg
Hier dein Juni: https://www.agrarheute.com/media/styles ... k=vPnJaupp

Sieht recht identisch aus was?
So jetzt kommt der Juli mit genau dem selben Overlay: https://imgur.com/a/PoMus48
Und jetzt schau dir mal dein tolles Bild an: https://www.agrarheute.com/media/styles ... k=0cpzLXTf

Na fällt dir irgend etwas auf von wegen deiner tollen "Konstanz in der Kalibration"? :D
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Re: 38 Grad und seit Monaten kein Regen

Beitragvon Cat with a whip » Do 16. Aug 2018, 12:09

Quatschki hat geschrieben:(15 Aug 2018, 15:52)

Weltraumfernerkundungssatelliten machen eigentlich keine Echtfarben-Fotos, sondern multispektrale Scans mit vielen Kanälen über die ganze Frequenzbreite bis ins Infrarot.
Datenmengen, aus denen man eine Aufnahme, die dem menschlichen natürlichen Farbempfinden entspricht, quasi erst rekonstruieren muß.
Das heißt, es gibt keine "unmanipulierten" Bilder, denn die unmanipulierten Rohdaten sind keine Bilder und ihre Darstellung ist bereits eine Manipulation.



Fotos sind keine Rekonstruktion, sondern bildgebende Verfahren und der Begriff Echtfarben bedeudet nicht natürliche Farbwiedergabe.

editiert von H2O Ich bitte darum, hier ab sofort Herabsetzungen der Gesprächspartner zu unterlassen.
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Re: 38 Grad und seit Monaten kein Regen

Beitragvon Cat with a whip » Do 16. Aug 2018, 12:58

Trend der Bodenfeuchtigkeit in Europa. Es wird in Zentraleuropa trockener.

https://www.eea.europa.eu/data-and-maps ... assessment

Hier unter anderem die Dokumentation der ausserordentlich geringen Feuchtigkeit der oberen Bodenschicht im Vergleich des langjährigen Mittels.

https://climate.copernicus.eu/monthly-s ... /july-2018
https://climate.copernicus.eu/monthly-s ... april-2018
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Re: 38 Grad und seit Monaten kein Regen

Beitragvon garfield336 » Do 16. Aug 2018, 13:20

Cat with a whip hat geschrieben:(16 Aug 2018, 13:58)

Trend der Bodenfeuchtigkeit in Europa. Es wird in Zentraleuropa trockener.

https://www.eea.europa.eu/data-and-maps ... assessment

Hier unter anderem die Dokumentation der ausserordentlich geringen Feuchtigkeit der oberen Bodenschicht im Vergleich des langjährigen Mittels.

https://climate.copernicus.eu/monthly-s ... /july-2018
https://climate.copernicus.eu/monthly-s ... april-2018


Ich glaube ihnen gerne. Nur wird es im südlichsten europa resp nordafrika bereits sehr Jahrhunderten trockener. Der Trend geht nur weiter.
Also mus es noch mehr Gründe dafür geben, als die jetzige Erwärmung.
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Re: 38 Grad und seit Monaten kein Regen

Beitragvon Quatschki » Do 16. Aug 2018, 19:57

Nach dem verregneten Sommer 2017, als viele Felder nicht abgeerntet werden konnten, war Aufrüstung geplant:

https://www.shz.de/regionales/schleswig ... 68416.html
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Re: 38 Grad und seit Monaten kein Regen

Beitragvon H2O » Do 16. Aug 2018, 20:13

Quatschki hat geschrieben:(16 Aug 2018, 20:57)

Nach dem verregneten Sommer 2017, als viele Felder nicht abgeerntet werden konnten, war Aufrüstung geplant:

https://www.shz.de/regionales/schleswig ... 68416.html


Da zuckt unsereiner als Stadtmensch ja erst einmal zusammen, um dann zu lernen, daß Kettenantriebe in der Landwirtschaft nicht nur den Vorteil der günstigeren Gewichtsverteilung unter dem Fahrwerk bieten, sondern die Fahrzeuge auch eine geringere Breite auf den allgemein genutzten Verkehrswegen beanspruchen. Dann ist doch der Fall Trockenheit mit erfaßt. Oder unterliege ich da einem Irrtum?
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Re: 38 Grad und seit Monaten kein Regen

Beitragvon Quatschki » Do 16. Aug 2018, 20:24

H2O hat geschrieben:(16 Aug 2018, 21:13)

Da zuckt unsereiner als Stadtmensch ja erst einmal zusammen, um dann zu lernen, daß Kettenantriebe in der Landwirtschaft nicht nur den Vorteil der günstigeren Gewichtsverteilung unter dem Fahrwerk bieten, sondern die Fahrzeuge auch eine geringere Breite auf den allgemein genutzten Verkehrswegen beanspruchen. Dann ist doch der Fall Trockenheit mit erfaßt. Oder unterliege ich da einem Irrtum?

Kann ich nicht beurteilen.
Ich wollte nur ein Beispiel geben, wie vor nicht ganz einem Jahr über die immer nasseren Böden gejammert wurde
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Re: 38 Grad und seit Monaten kein Regen

Beitragvon Cat with a whip » Do 16. Aug 2018, 20:56

garfield336 hat geschrieben:(16 Aug 2018, 14:20)

Ich glaube ihnen gerne. Nur wird es im südlichsten europa resp nordafrika bereits sehr Jahrhunderten trockener. Der Trend geht nur weiter.
Also mus es noch mehr Gründe dafür geben, als die jetzige Erwärmung.


Glauben können sie in der Kirche. Historische regionale Trends wären doch kein Widerspruch zu einer Begründung einer höheren Frequenz von Trockenheit in einer anderen Region mit einer aktuellen Erwärmung. Dass Gründe für Klimaveränderungen vielfältig sind wird doch damit nicht negiert. Nur dürfen wir halt nicht vergessen dass der aktuelle anthropogene Impakt die natürliche Klimavariabilität überlagert.

Falls es sie interessiert: Einen einheitlichen Trend zur Trockenheit für Südeuropa für die letzten hunderte Jahre gibt es wohl nicht.

Seite 8 Frühjahr/Sommerniederschläge für die Ägäis oder auf S. 19 die Niederschlagsmengen im Winter für Griechenland. Seit 500 Jahren kein Trend:
https://www.bankofgreece.gr/BoGDocument ... _PARTI.pdf
Dafür aber für die Region Griechenland eine geringere Winter-Niederschlagsmenge seit der zweiten Hälte des letzten Jahrhunderts.

Ein jahrhunderte währender negativer Trend ist auch nicht für Südspanien nachweisbar. Seit einem halben Jahrhundert ist es auch da unterdurchschnittlich, wie folgende Untersuchung zeigt.
https://rmets.onlinelibrary.wiley.com/d ... 0.CO%3B2-L
"Die Erde ist ein Irrenhaus. Dabei könnte das bis heute erreichte Wissen der Menschheit aus ihr ein Paradies machen." Joseph Weizenbaum
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Re: 38 Grad und seit Monaten kein Regen

Beitragvon Cat with a whip » Fr 17. Aug 2018, 23:56

In der WP erschien nun ein Artikel über die Hitzewelle, bzw. Trockenheit des Frühjahr/Sommer 2018 mit interessanten Datenzusammenstellungen. Die Rekorde des Dust Bowl wurden geknackt.

https://www.washingtonpost.com/news/cap ... ad084d9662
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Re: 38 Grad und seit Monaten kein Regen

Beitragvon H2O » Sa 18. Aug 2018, 09:31

Nach Ansicht des Potsdam Institut für Klimafolgenforschung stehen Einzelpersonen nicht sämtliche Datenquellen und Interpretationsmethoden zur Verfügung, so daß sie immer wieder zu sensationall irreführenden Vorhersagen von Klimaentwicklungen kommen, die in der Öffentlichkeit zu erheblichem Streit über notwendige Maßnahmen führen. Das Potsdam Institute setzt deshalb auf intensive internationale Zusammenarbeit bei der Diskussion von Daten und Folgerungen aus diesen Daten. Auf die Weise kommt es zu abgestimmten Bewertungen vieler Fachleute ohne den Ruch der
Sensation.

http://www.pnas.org/content/early/2018/07/31/1810141115
https://www.pik-potsdam.de/news/press-r ... 201d-state

Aus meiner Sicht haben wir Laien gar keine andere Wahl, als uns den Bewertungen dieser Fachleute an zu schließen... und jede Einzelmeinung erst nach Bewertung durch diese international vernetzten Wissenschaftler überhaupt ernst zu nehmen.

Derzeit deuten alle Meßreihen und ihre Interpretationen darauf hin, daß wir in eine überhitzte Erde als Treibhaus mit um 60 m erhöhten Wasserständen der Meere hinein schliddern. Aber es besteht immer noch die Hoffnung, durch Vermeidung von Klimagasen die Erdtemperatur auf +2°C zu begrenzen. Die Kosten der Maßnahmen dafür liegen sehr deutlich unter den Kosten für den Fall, daß des Treibhaus Erde hingenommen wird.

So gesehen finde ich es erstaunlich, daß die Deutsche Bundesregierung ein solches Institut betreibt, ohne deren Erkenntnisse nicht unverzüglich in praktische Politik einfließen zu lassen! So könnte sie auch Scharlatane entlarven, die immer wieder mit Auffassungen antreten, die von solchen Maßnahmen zur Begrenzung des menschgemachten Klimawandels abraten, den menschgemachten Klimawandel sogar bezweifeln. Allerdings ohne sich mit ihren Erkenntnissen den Kollegen des PIK und seiner internationalen Vernetzungen zu stellen.

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