Wölfe

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Re: Wölfe

Beitragvon Misterfritz » Mi 15. Aug 2018, 21:27

H2O hat geschrieben:(15 Aug 2018, 22:19)

Damit liegen Sie richtig. Wie gehen wir jetzt mit den gewachsenen Kosten für die Nutzung der Landschaft durch Landwirtschaft/Tierhaltung um? Wer soll die Anwesenheit der Wölfe "finanziell begleiten"? Ich halte nach wie vor den Schutz dieser Raubtiere in einer dicht besiedelten Kulturlandschaft für einen Irrwitz. Bezahlen möchte ich dafür nicht auch noch.

Im Grunde fördert man mit frei laufenden Raubtieren dieser Größenklasse die Intensivhaltung von Nutztieren in Stallungen, in die die Räuber nicht eindringen können. Fast könnte man auf den Gedanken kommen, daß die kapitalintensive industrielle Landwirtschaft sich diese Räuber bestellt hat, so zu sagen als moralische Rechtfertigung ihres Frevels.
Mag ja sein, dass einige nicht dafür bezahlen wollen. Aber: Die Tiere stehen unter Schutz. Nachdem der Mensch diese Tiere versucht hat, auszurotten.
Wir verurteilen Menschen in Afrika/Asien/Südamerika, die Wildtieren ihre Lebensgrundlage nehmen, sie abschlachten. Und wir, hier im reichen Europa, sollen nicht fähig sein, ein paar Wölfe (wir reden gezz nicht über Löwen oder so) einen kleinen Lebensraum zu lassen? Soll das ein Witz sein?
Wenn Du Dich hier in der Gegend umsehen würdest: Die meisten Kühe sehen in ihrem ganzen Leben keine Weide, die stehen IMMER im Stall. Aber nicht wegen evtl. Wölfe, sondern weil man die Flächen bewirtschaften und nicht abgrasen lassen will.
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Re: Wölfe

Beitragvon Neandertaler » Mi 15. Aug 2018, 21:38

H2O hat geschrieben:(15 Aug 2018, 22:19)

Damit liegen Sie richtig. Wie gehen wir jetzt mit den gewachsenen Kosten für die Nutzung der Landschaft durch Landwirtschaft/Tierhaltung um? Wer soll die Anwesenheit der Wölfe "finanziell begleiten"? Ich halte nach wie vor den Schutz dieser Raubtiere in einer dicht besiedelten Kulturlandschaft für einen Irrwitz. Bezahlen möchte ich dafür nicht auch noch.
die Kosten sind hochgerechnet minimal bis nicht festellbar (für den Steuerzahler) und ich trage sie in Gegensatz zu anderen Kosten gerne. Die ganze Erde ist doch faktisch eine dicht besiedelte Kulturlandschaft. Wenn in einem Reichen Land wie Deutschland nicht Mal ein paar Wölfe Platz finden, die hin und wieder ein Vieh reißen, oh mein Gott davon haben wir Millionen, wo soll dann noch Platz für Wilde Tiere sein? Zumal es nur der Wolf ist kein Löwe, Krokodil oder Elefant.
Genauso wenig wie ich Thunfisch essen will für deren Fang Delphine gestorben möchte ich Schaf essen für das Wölfe erschossen wurden.
Im Grunde fördert man mit frei laufenden Raubtieren dieser Größenklasse die Intensivhaltung von Nutztieren in Stallungen, in die die Räuber nicht eindringen können. Fast könnte man auf den Gedanken kommen, daß die kapitalintensive industrielle Landwirtschaft sich diese Räuber bestellt hat, so zu sagen als moralische Rechtfertigung ihres Frevels.

Quatsch, Landwirtschaft ohne Intensivhaltung hat die meiste Zeit mit Raubtieren existiert und tut es an vielen Orten immer noch. Siehe Osteuropa. Nur das Vieh auf dem Silbertablett präsentieren funktioniert natürlich nicht so
Ich bin linksliberal, ich habe mich testen lassen.
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Re: Wölfe

Beitragvon Boracay » Mi 15. Aug 2018, 21:42

Misterfritz hat geschrieben:(15 Aug 2018, 22:27)
Wenn Du Dich hier in der Gegend umsehen würdest: Die meisten Kühe sehen in ihrem ganzen Leben keine Weide, die stehen IMMER im Stall. Aber nicht wegen evtl. Wölfe, sondern weil man die Flächen bewirtschaften und nicht abgrasen lassen will.


Was machen die Weltverbesserer jetzt? Wollen sie Bio und Weidehaltung oder eben Wölfe? Beides ist nicht wirklich kombinierbar.
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Re: Wölfe

Beitragvon Misterfritz » Mi 15. Aug 2018, 21:46

Boracay hat geschrieben:(15 Aug 2018, 22:42)

Was machen die Weltverbesserer jetzt? Wollen sie Bio und Weidehaltung oder eben Wölfe? Beides ist nicht wirklich kombinierbar.
Keine Ahnung, die Kühe stehen hier schon seit Jahrzehnten nur im Stall.
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Re: Wölfe

Beitragvon Misterfritz » Mi 15. Aug 2018, 21:47

Neandertaler hat geschrieben:(15 Aug 2018, 22:38)

die Kosten sind hochgerechnet minimal bis nicht festellbar (für den Steuerzahler) und ich trage sie in Gegensatz zu anderen Kosten gerne. Die ganze Erde ist doch faktisch eine dicht besiedelte Kulturlandschaft. Wenn in einem Reichen Land wie Deutschland nicht Mal ein paar Wölfe Platz finden, die hin und wieder ein Vieh reißen, oh mein Gott davon haben wir Millionen, wo soll dann noch Platz für Wilde Tiere sein? Zumal es nur der Wolf ist kein Löwe, Krokodil oder Elefant.
Genauso wenig wie ich Thunfisch essen will für deren Fang Delphine gestorben möchte ich Schaf essen für das Wölfe erschossen wurden.

Quatsch, Landwirtschaft ohne Intensivhaltung hat die meiste Zeit mit Raubtieren existiert und tut es an vielen Orten immer noch. Siehe Osteuropa. Nur das Vieh auf dem Silbertablett präsentieren funktioniert natürlich nicht so
:thumbup:
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Re: Wölfe

Beitragvon H2O » Mi 15. Aug 2018, 22:00

Misterfritz hat geschrieben:(15 Aug 2018, 22:27)

Mag ja sein, dass einige nicht dafür bezahlen wollen. Aber: Die Tiere stehen unter Schutz. Nachdem der Mensch diese Tiere versucht hat, auszurotten.
Wir verurteilen Menschen in Afrika/Asien/Südamerika, die Wildtieren ihre Lebensgrundlage nehmen, sie abschlachten. Und wir, hier im reichen Europa, sollen nicht fähig sein, ein paar Wölfe (wir reden gezz nicht über Löwen oder so) einen kleinen Lebensraum zu lassen? Soll das ein Witz sein?
Wenn Du Dich hier in der Gegend umsehen würdest: Die meisten Kühe sehen in ihrem ganzen Leben keine Weide, die stehen IMMER im Stall. Aber nicht wegen evtl. Wölfe, sondern weil man die Flächen bewirtschaften und nicht abgrasen lassen will.


Also, in "meiner Gegend" ist Weidehaltung von Milchvieh die Regel. Daß Nutztiere in Quälhaltung und auf jeden Fall nicht artgerecht gehalten werden dürfen, das ist aus meiner Sicht ein Totalversagen unserer Gesellschaft. Diese Wertung setze ich glatt über das Aufenthaltsrecht der Wölfe. Sie in dicht besiedelten Kulturlandschaften unter Schutz zu stellen, halte ich für einen Irrsinn.

Ich verurteile keine Menschen in anderen Gegenden, die sich in ihrer Existenz wirtschaftlich oder sogar leiblich von gefährlichen Tieren bedroht sehen, wenn die sich diese Tiere vom Halse halten. So weit geht mein romantisches Verhältnis zur Natur nun einmal nicht.

Was man verurteilen könnte, das wäre die Ausdehnung der menschlichen Siedlungen und der landwirtschaftlichen Anbauflächen, die durch den Zuwachs der Bevölkerungszahlen bedingt ist. Aber wenn Menschen einmal da sind, dann sollen sie auch sicher leben können. Eigentlich eine klare und logische Linie!
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Re: Wölfe

Beitragvon Boracay » Mi 15. Aug 2018, 22:02

Misterfritz hat geschrieben:(15 Aug 2018, 22:46)

Keine Ahnung, die Kühe stehen hier schon seit Jahrzehnten nur im Stall.


In NRW (Igitt) vielleicht, da haben sie Bauern Angst dass die Viecher über Nacht geschächtet werden....

Hier ist auch bei konventionellen Landwirten die Weidehaltung die Regel. Bei Kühen wenn die Geographie es erlaubt, bei Rindern sowieso.

Biobetriebe haben Weidepflicht von Frühjahr bis Herbst.
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Re: Wölfe

Beitragvon Misterfritz » Mi 15. Aug 2018, 22:06

Boracay hat geschrieben:(15 Aug 2018, 23:02)

In NRW (Igitt) vielleicht, da haben sie Bauern Angst dass die Viecher über Nacht geschächtet werden....

Hier ist auch bei konventionellen Landwirten die Weidehaltung die Regel. Bei Kühen wenn die Geographie es erlaubt, bei Rindern sowieso.

Biobetriebe haben Weidepflicht von Frühjahr bis Herbst.
In NRW stehen Massen von Kühen auf den Weiden. Schlicht mal ins Münsterland fahren.
Es ist hier im Südwesten so, dass eine Kuh auf der Weide eine absolute Seltenheit ist.
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Re: Wölfe

Beitragvon H2O » Mi 15. Aug 2018, 22:11

Misterfritz hat geschrieben:(15 Aug 2018, 22:46)

Keine Ahnung, die Kühe stehen hier schon seit Jahrzehnten nur im Stall.


Klar, dann sind frei laufende Wölfe ja auch keine Last für die Landwirte. Mit artgerechter Tierhaltung hat die Stallhaltung bestimmt nichts zu tun. Warum vergießen Sie dort Ihr Herzblut nicht? Sind Wölfe so viel netter als Rindviecher und Schafe? Warum halten wir Wölfe dann nicht in Ställen? Ich weiß: Das lohnt sich nicht, und artgerecht wäre das auch nicht!

Ich befürworte sehr klar, daß Raubwild der Klasse Wolf überall dort, wo Weidehaltung von Nutzvieh und Herdenvieh üblich ist, rücksichtslos verfolgt wird.
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Re: Wölfe

Beitragvon Misterfritz » Mi 15. Aug 2018, 22:17

H2O hat geschrieben:(15 Aug 2018, 23:11)

Klar, dann sind frei laufende Wölfe ja auch keine Last für die Landwirte. Mit artgerechter Tierhaltung hat die Stallhaltung bestimmt nichts zu tun. Warum vergießen Sie dort Ihr Herzblut nicht? Sind Wölfe so viel netter als Rindviecher und Schafe? Warum halten wir Wölfe dann nicht in Ställen? Ich weiß: Das lohnt sich nicht, und artgerecht wäre das auch nicht!

Ich befürworte sehr klar, daß Raubwild der Klasse Wolf überall dort, wo Weidehaltung von Nutzvieh und Herdenvieh üblich ist, rücksichtslos verfolgt wird.
Ich halte diese Haltung echt für Scheisse - ich denke aber nicht, dass diese Bauern hier im Forum lesen ;)
Ausserdem geht es hier um Wölfe.
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Re: Wölfe

Beitragvon Raskolnikof » Mi 15. Aug 2018, 22:24

Ich verstehe das Geschrei wegen der Wölfe überhaupt nicht. Wer über Verluste bei Weidetieren klagt sollte sich doch zu aller erst über die Ursachen dieser Verluste ein Bild machen. Und da steht der „große böse Wolf“ ganz hinten auf der Liste der Schuldigen. Von den zigtausenden Keulungen von kranken Nutztieren als Folge der Massentierhaltung will ich gar nicht sprechen. Das ist ein Kapitel für sich.
Aber dann wären da noch die Viehdiebstähle. Diese sind nicht auf bestimmte Regionen, in denen sich der Wolf bei uns niedergelassen hat beschränkt sondern von der Nordseeküste bis Bayern tagtäglich gegenwärtig.
Da stehen die wenigen Schafe oder auch Rinder, die von Wölfen gerissen werden zahlenmäßig überhaupt nicht im Verhältnis zu den gestohlenen Tieren. So haben auch schon von Viehdiebstählen wiederholt betroffene Landwirte die Aufgabe ihres Hofes bzw. der Viehhaltung erwogen, weil die Verluste durch Diebstahl einfach zu hoch waren.
Allein in Brandenburg haben sich die Viehdiebstähle von 2016 auf 2017 um das Siebenfache erhöht. Die Schadenssumme betrug 244.500 Euro.

Pikant in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass sich Viehdiebstähle bundesweit vornehmlich vor muslimischen Feiertagen häufen. Da verschwinden dann nicht nur Schafe und Lämmer spurlos von den Weiden. Nein, recht häufig werden die gleich an Ort und Stelle geschächtet, ausgeweidet und nur das gute Fleisch mitgenommen. Ist diese Form der Tierquälerei nicht mindestens ebenso schlimm wie das Leiden von Schafen die von Wölfen gerissen werden? Da fehlt jetzt nur noch der Versuch gegenzurechnen, bei welcher Tötungsart ein Schaf mehr leidet.

Seltsam finde ich, dass über derartige Viehdiebstähle in der Presse nur selten oder nur am Rande erwähnt wird. Oftmals sind entsprechende Meldungen auch nur in der örtlichen „Dorfpresse“ zu lesen.
Warum ist das so? Kann es sein, dass der Presse und anderen Medien diese Thematik einfach zu heiß ist? Wer über Viehdiebstähle berichtet (es werden auch Rinder gestohlen) kommt nicht umhin, auch die mutmaßlichen Täter zu benennen oder auch nur zu spekulieren. Dies aber passt nun gerade überhaupt nicht in unsere scheinheilige Welt, die nur noch nach Political Correctness schreit.

https://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1627015/
http://www.wz.de/lokales/rhein-kreis-ne ... -1.2192644
https://www.shz.de/lokales/husumer-nach ... 46877.html
http://www.pi-news.net/2014/04/schaf-au ... -gerettet/
https://www.dewezet.de/region/hameln_ar ... 66756.html
http://jena.otz.de/web/lokal/leben/blau ... 1598699091
Stell dir vor die Liebe deines Lebens geht an dir vorbei
und du schaust auf dein Smartphone.
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Re: Wölfe

Beitragvon H2O » Mi 15. Aug 2018, 22:30

Misterfritz hat geschrieben:(15 Aug 2018, 23:17)

Ich halte diese Haltung echt für Scheisse - ich denke aber nicht, dass diese Bauern hier im Forum lesen ;)
Ausserdem geht es hier um Wölfe.


Das ist eine Haltung, für die ich nun gar kein Verständnis aufbringen kann! Immerhin sind Wölfe und landwirtschaftliche Nutztiere auch Mitgeschöpfe, die, wenn sie denn schon da sind, auch artgerecht leben sollten, ihnen möglichst Leid durch Menschenhand erspart bleibt bis zum möglichst schmerzfreien Tod durch den Schlachter. Ein nicht mehr vorhandener Wolf leidet auch nicht.

Daß der Untergang einer Art ein Verlust allgemeiner Art ist, das ist unbestritten. Seine Zuwanderung aber der Minderheit von Landwirten mit immerhin artgerechter Herdenviehhaltung auf zu nötigen, das ist schon ein starkes Stück. Mich wundert die Engelsgeduld dieser Leute!
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Re: Wölfe

Beitragvon H2O » Mi 15. Aug 2018, 22:37

Raskolnikof hat geschrieben:(15 Aug 2018, 23:24)

Ich verstehe das Geschrei wegen der Wölfe überhaupt nicht. Wer über Verluste bei Weidetieren klagt sollte sich doch zu aller erst über die Ursachen dieser Verluste ein Bild machen. Und da steht der „große böse Wolf“ ganz hinten auf der Liste der Schuldigen. Von den zigtausenden Keulungen von kranken Nutztieren als Folge der Massentierhaltung will ich gar nicht sprechen. Das ist ein Kapitel für sich.
Aber dann wären da noch die Viehdiebstähle. Diese sind nicht auf bestimmte Regionen, in denen sich der Wolf bei uns niedergelassen hat beschränkt sondern von der Nordseeküste bis Bayern tagtäglich gegenwärtig.
Da stehen die wenigen Schafe oder auch Rinder, die von Wölfen gerissen werden zahlenmäßig überhaupt nicht im Verhältnis zu den gestohlenen Tieren. So haben auch schon von Viehdiebstählen wiederholt betroffene Landwirte die Aufgabe ihres Hofes bzw. der Viehhaltung erwogen, weil die Verluste durch Diebstahl einfach zu hoch waren.
Allein in Brandenburg haben sich die Viehdiebstähle von 2016 auf 2017 um das Siebenfache erhöht. Die Schadenssumme betrug 244.500 Euro.

Pikant in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass sich Viehdiebstähle bundesweit vornehmlich vor muslimischen Feiertagen häufen. Da verschwinden dann nicht nur Schafe und Lämmer spurlos von den Weiden. Nein, recht häufig werden die gleich an Ort und Stelle geschächtet, ausgeweidet und nur das gute Fleisch mitgenommen. Ist diese Form der Tierquälerei nicht mindestens ebenso schlimm wie das Leiden von Schafen die von Wölfen gerissen werden? Da fehlt jetzt nur noch der Versuch gegenzurechnen, bei welcher Tötungsart ein Schaf mehr leidet.

Seltsam finde ich, dass über derartige Viehdiebstähle in der Presse nur selten oder nur am Rande erwähnt wird. Oftmals sind entsprechende Meldungen auch nur in der örtlichen „Dorfpresse“ zu lesen.
Warum ist das so? Kann es sein, dass der Presse und anderen Medien diese Thematik einfach zu heiß ist? Wer über Viehdiebstähle berichtet (es werden auch Rinder gestohlen) kommt nicht umhin, auch die mutmaßlichen Täter zu benennen oder auch nur zu spekulieren. Dies aber passt nun gerade überhaupt nicht in unsere scheinheilige Welt, die nur noch nach Political Correctness schreit.

https://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1627015/
http://www.wz.de/lokales/rhein-kreis-ne ... -1.2192644
https://www.shz.de/lokales/husumer-nach ... 46877.html
http://www.pi-news.net/2014/04/schaf-au ... -gerettet/
https://www.dewezet.de/region/hameln_ar ... 66756.html
http://jena.otz.de/web/lokal/leben/blau ... 1598699091


[MOD]Wir verlassen jetzt aber in Riesenschritten das "Gebiet Wissenschaft", wo wir uns über Sinn und Unsinn von freilaufendem Raubwild im Naturhaushalt und im Konflikt mit der Landwirtschaft unterhalten, und eröffnen ein rein gesellschaftspolitisches Feld, wo es um schwere Straftaten von Menschen geht, mit einem Ausflug noch in unsere islamischen Gruppen. Ich bitte darum, diesen Aspekt doch besser im Unterforum 2 Innenpolitik zu behandeln. Weitere Beiträge mit diesem Tenor werde ich in die Ablage verschieben. H2O
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Re: Wölfe

Beitragvon H2O » Mi 15. Aug 2018, 23:15

Neandertaler hat geschrieben:(15 Aug 2018, 22:38)

die Kosten sind hochgerechnet minimal bis nicht festellbar (für den Steuerzahler) und ich trage sie in Gegensatz zu anderen Kosten gerne. Die ganze Erde ist doch faktisch eine dicht besiedelte Kulturlandschaft. Wenn in einem Reichen Land wie Deutschland nicht Mal ein paar Wölfe Platz finden, die hin und wieder ein Vieh reißen, oh mein Gott davon haben wir Millionen, wo soll dann noch Platz für Wilde Tiere sein? Zumal es nur der Wolf ist kein Löwe, Krokodil oder Elefant.
Genauso wenig wie ich Thunfisch essen will für deren Fang Delphine gestorben möchte ich Schaf essen für das Wölfe erschossen wurden.

Quatsch, Landwirtschaft ohne Intensivhaltung hat die meiste Zeit mit Raubtieren existiert und tut es an vielen Orten immer noch. Siehe Osteuropa. Nur das Vieh auf dem Silbertablett präsentieren funktioniert natürlich nicht so


Ich kann mir nicht vorstellen, daß in Osteuropa Viehherden praktisch gefahrlos von Wölfen angegriffen werden können. Da werden schon bewaffnete Hirten und Hütehunde und Herdenschutzhunde für klare Verhältnisse sorgen. In unserer dichter besiedelten Landschaft werden Herdenschutzhunde aber zur Gefahr für Wanderer und Spaziergänger, die sich arglos und neugierig der Herde nähern. Leider lassen sich nicht überall Randbedingungen herstellen, unter denen Schäden durch Wölfe im vertretbaren Rahmen gehalten werden können.
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Re: Wölfe

Beitragvon Nomen Nescio » Sa 18. Aug 2018, 14:37

H2O hat geschrieben:(15 Aug 2018, 23:11)

Ich befürworte sehr klar, daß Raubwild der Klasse Wolf überall dort, wo Weidehaltung von Nutzvieh und Herdenvieh üblich ist, rücksichtslos verfolgt wird.

ich beförworte daß wo stark übertrieben viel vieh gezüchtet wird zuerst eingegriffen wird. denk mal an die bodenbelastung wegen kot und CH4-blähung.

bis jetzt ist bei uns 38x ein schaf angefrissen worden wovon durch DNA festgestellt wurde daß das raubtier ein wolf war. und das geschrei der bauern... :eek:
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blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
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Re: Wölfe

Beitragvon H2O » Sa 18. Aug 2018, 15:01

Nomen Nescio hat geschrieben:(18 Aug 2018, 15:37)

ich beförworte daß wo stark übertrieben viel vieh gezüchtet wird zuerst eingegriffen wird. denk mal an die bodenbelastung wegen kot und CH4-blähung.

bis jetzt ist bei uns 38x ein schaf angefrissen worden wovon durch DNA festgestellt wurde daß das raubtier ein wolf war. und das geschrei der bauern... :eek:


In der Sache ist doch ganz rasch Einigung erzielt: Niemand darf mehr Vieh halten als sein Boden mit Nahrung versorgt. Zukauf von Futtermitteln nur bei Ernteausfall unter durchschnittlichem Ertrag. Ich nehme an, daß damit auch die Gülleüberlastung des Bodens sich erledigt hat.

Durch Wölfe werden ja gerade die Landwirte geschädigt, die ihr Vieh weitestgehend artgerecht im Freien halten. Diese Leute müssen gefördert werden, nicht jene mit industrieller Massentierhaltung in Ställen: Legebatterien, frei laufende Hühner mit 10.000 Stück im Stall, Schweine in kleinen Stallabteilen, Kälber in Boxen ohne Tageslicht, Rinder angekettet lebenslänglich usw, usf. Dann gibt es Fipronil, Antibiotika... in unserer Nahrungskette und im Grundwasser, weil diese Quälhaltung anders wirtschaftlich nicht betrieben werden kann... und jede Menge Gülle würzt unsere Landschaft, in der Wölfe sich frei bewegen dürfen...
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Re: Wölfe

Beitragvon Ebiker » Sa 18. Aug 2018, 15:07

H2O hat geschrieben:(15 Aug 2018, 23:30)

Daß der Untergang einer Art ein Verlust allgemeiner Art ist, das ist unbestritten. Seine Zuwanderung aber der Minderheit von Landwirten mit immerhin artgerechter Herdenviehhaltung auf zu nötigen, das ist schon ein starkes Stück. Mich wundert die Engelsgeduld dieser Leute!


Schafhirten haben keine Lobby.
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
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Re: Wölfe

Beitragvon H2O » Sa 18. Aug 2018, 15:19

Ebiker hat geschrieben:(18 Aug 2018, 16:07)

Schafhirten haben keine Lobby.


Das Problem ist nicht der Schafhirt, sondern der Viehhalter, der seine Herden nicht schützt und sich beklagt, daß ihm Vieh von der Weide gestohlen wird. Ihm aber auch noch Wölfe auf zu nötigen, die ja von Natur aus gar nicht so viel anders können, das ist schon ein starkes Stück!
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Re: Wölfe

Beitragvon Ebiker » Sa 18. Aug 2018, 15:45

Diebstahl ist ein anderes Thema, Schutzmaßnahmen vor Wölfen wurden ja ergriffen, haben aber bis auf spezielle Hunde alle versagt.
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
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Re: Wölfe

Beitragvon H2O » Sa 18. Aug 2018, 17:17

Ebiker hat geschrieben:(18 Aug 2018, 16:45)

Diebstahl ist ein anderes Thema, Schutzmaßnahmen vor Wölfen wurden ja ergriffen, haben aber bis auf spezielle Hunde alle versagt.


Alles richtig; sehe ich auch so. Bei Herdenschutzhunden muß zwingend ein Hirte anwesend sein, weil diese Hunde ihre Herde gegen Fremde schützen, natürlich auch gegen Wölfe und Viehdiebe, leider aber auch gegen harmlose Spaziergänger und Jogger, die sich der Herde nähern. In der Schweiz hat man Gebiete mit Herdenschutzhunden auf Wanderkarten eingetragen und den Wanderern Verhaltensregeln mitgeteilt, wie eine Begegnung mit Herdenschutzhunden harmlos ausgeht.

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