Wölfe

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Re: Wölfe

Beitragvon H2O » Di 10. Apr 2018, 20:10

Quatschki hat geschrieben:(10 Apr 2018, 20:41)

Ist ja schön und gut,
aber dann mußt du auch in Kauf nehmen, dass bei der Flut oder Sturmflut der Damm bricht, weil wegen der Wölfe keiner mehr Schafe hält, die die Dämme verdichten (und der Biber vielleicht auch noch fleißig gewerkelt hat), dass Wiesen- und Heidelandschaften verkrauten und zuwachsen.
oder dass von Zeit zu Zeit panisch gewordene Pferde unvermittelt ins Auto laufen


Alles klar; dieser Teilnehmer möchte urwüchsige Natur mit den Segnungen einer Kulturlandschaft genießen. Das möchte ich auch, und mindestens 100 km² Mischwald hinter dem Obstgarten und vor dem Haus ein U-Bahnhof. Nicht weit weg ein kristallklarer See, in den ein munteres Bächlein mündet. Der Seeadler will ja auch leben.
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Re: Wölfe

Beitragvon Corella » Di 10. Apr 2018, 20:43

Es ist ja nun nicht so, dass es keinerlei Erfahrungswerte gäbe. Im Balkan waren Wölfe nie wirklich selten. Dort, aber besonders In Italien, kann die Gefahr der Hybridisierung mit den Massen an verwilderten Haushunden näher betrachtet werden. Die Ergebnisse kann man in seriösen Wildbiologenkreisen nachlesen. Danach gehen Experten davon aus, dass Hybridisierungsgefahr im Falle von Kleinstbeständen an Wölfen hoch ist, mit erholten Beständen dann nachlassen wird. Deshalb werden die Deutschen Rudel überwacht, Haar- und Kotproben ins Genlabor gebracht, Hybriden eingefangen. Der Vorfall eines solchen Wurfes ging vor einiger Zeit ja auch durch die Presse. Gab es weitere? Mittlerweile können wir von gut 100 Wolfsrudeln ausgehen, im Osten dürfte die Hybridisierungsgefahr schon sinken.
Unfälle sind kaum bekannt. Aus Skandinavien wird gelegentlich berichtet, dass Begleithunde von Jägern im Territorium eines Wolfsrudels Ärger bekommen und wenn der Jäger zu nah dran war, soll es wohl auch schon zu Verletzungen gekommen sein.
Ernstere Berichte aus Südeuropa sind Einzelfälle, immer umstritten, denn verwilderte Hunde sind naheliegender und gefährlicher.
Die Phrasen oben, wonach ein Raubtier ein Raubtier ist, passt nicht auf den Wolf, den das Verhalten der Art ist sehr anpassungsfähig. Unser Wolfsmanagement wird darauf achten müssen, und tut das auch(!), dass die Tiere scheu bleiben. Viele historische Aufzeichnungen aus der Zeit in und nach dem 30jährigen Krieg deuten ganz andere Verhältnisse an. Wahrscheinlich waren die damaligen Wölfe an Leichen und wenig wehrhafte Menschen gewöhnt und zu der Zeit gab es wohl auch echte Überfälle. Bei uns traten einige auffällig distanzlose Tiere auf. Es gibt die Vermutung, dass einige Liebhaber unter den Soldaten auf Truppenübungsplätzen Wölfe gefüttert haben. Solch auffällige Tiere werden eingefangen und ins Gehege überführt, schon jetzt.
Ein ganz dummer Einzelfall kann nie gänzlich ausgeschlossen werden. Im Verhältnis zu gewohnten Gefahren geht die, von einem Wolf verletzt zu werden, aber gegen überaus exotisch. Wenn wir als Gesellschaft darüber lamentieren wollen, können wir schlecht von Pakistan erhoffen, dass sie den Tiger für die Nachwelt erhalten oder von Kenia Löwen, Australien Salzwasserkrokodile.
Für unsere Schäfer muss was getan werden. Viele von ihnen sind willkommene Landschaftspfleger und werden ähnlich anderen Berufsgruppen nicht gut behandelt.
Wir haben uns ... der Illusion hingegeben, dass es so etwas wie Umweltkapital nicht gibt. Dass man ... [es] zum Nulltarif nutzen kann und ... in diesen Kapitalstock nicht reinvestieren muss. (Klaus Töpfer 2005)
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Re: Wölfe

Beitragvon Ein Terraner » Di 10. Apr 2018, 20:52

garfield336 hat geschrieben:(10 Apr 2018, 14:37)

Die Populationen scheinen sich ja stetig zu erhohlen.


Das ist die bessere Wortwahl.
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Re: Wölfe

Beitragvon H2O » Di 10. Apr 2018, 21:01

Ein Terraner hat geschrieben:(10 Apr 2018, 21:52)

Das ist die bessere Wortwahl.


Lieber nicht!
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Re: Wölfe

Beitragvon Misterfritz » Di 10. Apr 2018, 21:04

Corella hat geschrieben:(10 Apr 2018, 21:43)Für unsere Schäfer muss was getan werden. Viele von ihnen sind willkommene Landschaftspfleger und werden ähnlich anderen Berufsgruppen nicht gut behandelt.
Das bescheuerte da ist ja, dass es erstmal keine bundesweit einheitliche Regelung gibt, um z.B. Schafe mit Hütehunden vor Wölfen zu schützen.
Da wird z.B. in BaWü gefordet, dass diese Hunde (die dafür gezüchtet wurden, bei jedem Wetter draussen sein können (und wollen), Hütten mit Böden, die keine Kälte durchlassen, haben müssen, diese Hunde nicht eingezäunt durch Elektrozäune sein dürfen (wobei gerade Hunde die Dinger eh' meiden) und auch über Nacht nicht alleine mit den Schafen sein dürfen. Ja, klasse, wozu dann teure Herdenschutzhunde, wenn der Schäfer sie gerade dann nicht einsetzen kann, wenn es nötig ist?
Was sagte der entsprechende Minister die Tage: Man darf den einen Tierschutz nicht gegen den anderen aufheben. Ist ja nett gedacht, aber Herdenschutzhunde halten Wölfe schlicht fern, ohne dass da wirklich eine Konfrontation zwischen Hund und Wolf passiert.
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Re: Wölfe

Beitragvon Ein Terraner » Di 10. Apr 2018, 21:04

H2O hat geschrieben:(10 Apr 2018, 22:01)

Lieber nicht!


Wer braucht schon ein intaktes Ökosystem ?
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Re: Wölfe

Beitragvon Misterfritz » Di 10. Apr 2018, 21:08

Ein Terraner hat geschrieben:(10 Apr 2018, 22:04)

Wer braucht schon ein intaktes Ökosystem ?
Die Leute wollen ein Ökosystem, dass sauber und unblutig ist. Das am Besten hübsch in TV-Dokumentationen anzusehen ist.
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Re: Wölfe

Beitragvon H2O » Di 10. Apr 2018, 21:13

Corella hat geschrieben:(10 Apr 2018, 21:43)

Es ist ja nun nicht so, dass es keinerlei Erfahrungswerte gäbe. Im Balkan waren Wölfe nie wirklich selten. Dort, aber besonders In Italien, kann die Gefahr der Hybridisierung mit den Massen an verwilderten Haushunden näher betrachtet werden. Die Ergebnisse kann man in seriösen Wildbiologenkreisen nachlesen. Danach gehen Experten davon aus, dass Hybridisierungsgefahr im Falle von Kleinstbeständen an Wölfen hoch ist, mit erholten Beständen dann nachlassen wird. Deshalb werden die Deutschen Rudel überwacht, Haar- und Kotproben ins Genlabor gebracht, Hybriden eingefangen. Der Vorfall eines solchen Wurfes ging vor einiger Zeit ja auch durch die Presse. Gab es weitere? Mittlerweile können wir von gut 100 Wolfsrudeln ausgehen, im Osten dürfte die Hybridisierungsgefahr schon sinken.
Unfälle sind kaum bekannt. Aus Skandinavien wird gelegentlich berichtet, dass Begleithunde von Jägern im Territorium eines Wolfsrudels Ärger bekommen und wenn der Jäger zu nah dran war, soll es wohl auch schon zu Verletzungen gekommen sein.
Ernstere Berichte aus Südeuropa sind Einzelfälle, immer umstritten, denn verwilderte Hunde sind naheliegender und gefährlicher.
Die Phrasen oben, wonach ein Raubtier ein Raubtier ist, passt nicht auf den Wolf, den das Verhalten der Art ist sehr anpassungsfähig. Unser Wolfsmanagement wird darauf achten müssen, und tut das auch(!), dass die Tiere scheu bleiben. Viele historische Aufzeichnungen aus der Zeit in und nach dem 30jährigen Krieg deuten ganz andere Verhältnisse an. Wahrscheinlich waren die damaligen Wölfe an Leichen und wenig wehrhafte Menschen gewöhnt und zu der Zeit gab es wohl auch echte Überfälle. Bei uns traten einige auffällig distanzlose Tiere auf. Es gibt die Vermutung, dass einige Liebhaber unter den Soldaten auf Truppenübungsplätzen Wölfe gefüttert haben. Solch auffällige Tiere werden eingefangen und ins Gehege überführt, schon jetzt.
Ein ganz dummer Einzelfall kann nie gänzlich ausgeschlossen werden. Im Verhältnis zu gewohnten Gefahren geht die, von einem Wolf verletzt zu werden, aber gegen überaus exotisch. Wenn wir als Gesellschaft darüber lamentieren wollen, können wir schlecht von Pakistan erhoffen, dass sie den Tiger für die Nachwelt erhalten oder von Kenia Löwen, Australien Salzwasserkrokodile.
Für unsere Schäfer muss was getan werden. Viele von ihnen sind willkommene Landschaftspfleger und werden ähnlich anderen Berufsgruppen nicht gut behandelt.


Klingt ganz unterhaltsam; warum sollen aber Wölfe und womöglich Bären in einer dicht besiedelten Landschaft frei laufen, die inzwischen intensiv landwirtschaftlich (auch Nutzviehhaltung) genutzt wird? Sicher werden bei zunehmender Bevölkerungsdichte überall auf der Welt Tiere ausgerottet werden, die dem Menschen gefährlich werden können, oder die ihn an der Nutzung der Böden hindern.

Für Romantik ist da kein Raum außerhalb fest eingefriedeter Schutzgebiete. Was soll man da um den heißen Brei lange herum schleichen?

So lange die Mittel zur Hege der Wölfe verfügbar sind, auch für Schadenersatz der Viehhalter, so lange mag das gehen. Ein Luxus, den sich nicht viele Völker leisten können. In Deutschland der helle Wahnsinn... meine ich.
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Re: Wölfe

Beitragvon H2O » Di 10. Apr 2018, 21:14

Ein Terraner hat geschrieben:(10 Apr 2018, 22:04)

Wer braucht schon ein intaktes Ökosystem ?

Wer braucht schon eine Grammatik?
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Re: Wölfe

Beitragvon KarlRanseier » Di 10. Apr 2018, 21:17

H2O hat geschrieben:(10 Apr 2018, 22:13)

Klingt ganz unterhaltsam; warum sollen aber Wölfe und womöglich Bären in einer dicht besiedelten Landschaft frei laufen, die inzwischen intensiv landwirtschaftlich (auch Nutzviehhaltung) genutzt wird? Sicher werden bei zunehmender Bevölkerungsdichte überall auf der Welt Tiere ausgerottet werden, die dem Menschen gefährlich werden können, oder die ihn an der Nutzung der Böden hindern.

Für Romantik ist da kein Raum außerhalb fest eingefriedeter Schutzgebiete. Was soll man da um den heißen Brei lange herum schleichen?

So lange die Mittel zur Hege der Wölfe verfügbar sind, auch für Schadenersatz der Viehhalter, so lange mag das gehen. Ein Luxus, den sich nicht viele Völker leisten können. In Deutschland der helle Wahnsinn... meine ich.



Finde ich nicht. Die Rückkehr des Wolfes ist zu begrüßen.

Geld ist nicht alles, das verstehen aber viele Mammonisten gar nicht mehr. Viel wichtiger als Geld ist es, die Lebensgrundlagen nicht zu vernichten. Und wenn es da ausnahmsweise einmal eine positive Nachricht gibt, sollte man sich doch auch mal freuen können. Der Mensch hat schon eine ausreichende Anzahl von Tierarten ausgerottet, ohne auch nur ansatzweise zu verstehen, was das auch für ihn bedeutet.
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Re: Wölfe

Beitragvon H2O » Di 10. Apr 2018, 21:26

KarlRanseier hat geschrieben:(10 Apr 2018, 22:17)

Finde ich nicht. Die Rückkehr des Wolfes ist zu begrüßen.

Geld ist nicht alles, das verstehen aber viele Mammonisten gar nicht mehr. Viel wichtiger als Geld ist es, die Lebensgrundlagen nicht zu vernichten. Und wenn es da ausnahmsweise einmal eine positive Nachricht gibt, sollte man sich doch auch mal freuen können. Der Mensch hat schon eine ausreichende Anzahl von Tierarten ausgerottet, ohne auch nur ansatzweise zu verstehen, was das auch für ihn bedeutet.


Klingt klug und weise; Sie müssen ja nicht in der Landschaft leben und wirtschaften. So lange jemand den Spaß bezahlt, wird das Lamento auch alles sein. Wenn nicht, dann sind die Wölfe ratz-fatz wieder weg... und die verantwortlichen Politiker nicht mehr im Amt.
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Re: Wölfe

Beitragvon Ein Terraner » Di 10. Apr 2018, 21:56

H2O hat geschrieben:(10 Apr 2018, 22:14)

Wer braucht schon eine Grammatik?


"eine Grammatik" oder die Grammatik, na was meinst du ?

Wer braucht schon Grammatik?
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Re: Wölfe

Beitragvon H2O » Di 10. Apr 2018, 22:36

Ein Terraner hat geschrieben:(10 Apr 2018, 22:56)

"eine Grammatik" oder die Grammatik, na was meinst du ?

Wer braucht schon Grammatik?


Einfach 'mal prüfen, was Sie hier als Verbesserung vorschlagen.
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Re: Wölfe

Beitragvon Ein Terraner » Di 10. Apr 2018, 22:43

H2O hat geschrieben:(10 Apr 2018, 23:36)

Einfach 'mal prüfen, was Sie hier als Verbesserung vorschlagen.


Keine Ahnung was du meinst. :?
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Re: Wölfe

Beitragvon H2O » Mi 11. Apr 2018, 06:32

Ein Terraner hat geschrieben:(10 Apr 2018, 23:43)

Keine Ahnung was du meinst. :?

Na, auch gut!
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Re: Wölfe

Beitragvon Eulenwoelfchen » Mi 11. Apr 2018, 07:40

Quatschki hat geschrieben:(10 Apr 2018, 20:41)

Ist ja schön und gut,
aber dann mußt du auch in Kauf nehmen, dass bei der Flut oder Sturmflut der Damm bricht, weil wegen der Wölfe keiner mehr Schafe hält, die die Dämme verdichten (und der Biber vielleicht auch noch fleißig gewerkelt hat), dass Wiesen- und Heidelandschaften verkrauten und zuwachsen.
oder dass von Zeit zu Zeit panisch gewordene Pferde unvermittelt ins Auto laufen


Es ist zwar für mich neu, dass während der letzten, großen ("Schröder-")Flut aufgeweichte und gebrochene Dämme die Schuld des Wolfes gewesen sei, der die ganzen Schafherden vertrieben hatte. Oder das künftig noch schlimmer wird,
wenn die Schäfer und ihre Schäfchen nicht vor dem BÖSEN Wolf geschützt werden. Aber wenn Sie das sagen, dann ist es eben SO! - Ich kenne mich mit Deichen in Nord- bzw. Nordostdeutschland und den Gegebenheiten der dortigen Wiesen- und Heidelandschaften
nicht aus. Auch, inwieweit dortige Wolfsbestände den Schutz bei Fluten und Überschwemmungen derart herabsetzen. Ob also dieser Jäger der Natur, der die Menschen nicht nur direkt mit seinem Appetit nach humanoiden Häppchen ums Leben bringt,
noch mehr Menschenlebenverluste durch immer mal wieder auftretende Fluten verursacht? - Da wissen Sie mehr...

*Satire on: Vermutlich macht er das - als schlauer und anspassungsfähiger Jäger - ganz bewusst. Herumschwimmende Leichen sind einfacher zu fassen und zu fressen, als Schafe, die auf Bäume flüchten. Und der Wolf kann einfach besser
schwimmen als auf Bäume klettern. Das weiss er ganz genau. *Satire off

Mir persönlich ist der Gedanke von Wiesen- und Heidelandschaften, die wieder der Natur zurückgegeben und überlassen werden,
durchaus sympathisch. Natürlich kann man auch Anhänger jener Sichtweise sein, die findet, dass monsantogestützte Intensivlandwirtschaft und Felder und Wiesen, bei denen nicht mal 5cm breite Grundstücksränder für ein paar insektenfördernde Blumen stehen bleiben sollten, sondern
zum Wohl des Menschen umgeackert oder kahlgefressen werden müssten. Vom Nordseedeich übers Heideland bis zur Almwiese. Abgegrast von all den gackernden, blöckenden, oink-oink und muh-Nutztieren, die WIR dann wieder fressen, und selbstverständlich nicht der Menschenfresser Nr. 1, der böse, böse Wolf. Oder der böse Bär, der auch noch den wertvollen, genfreien Honig verspeist, der immer weniger wird. Und auch den Bio-Imker im Wald verschlingt, wenn dieser nicht rechtzeitig Fersengeld zahlt, solange er noch kann. Was mit dem bösen Luchs ist, fragen Sie womöglich? Keine Gefahr, der frißt nur
Papageien, Meerschweinchen und Wellensittiche, wenn man die Wohnungstüre länger als fünf Minuten unbeaufsichtigt offenstehen lässt.

Nach meinem Wissensstand kommen im übrigen weitaus mehr Schafe auf anderen, nicht vom Wolf verursachten Wegen um ihr kurzes Leben vor der Schlachtung durch Menschenhand. Die Möglichkeit des Herdenschutzes und durchaus auch der finanziellen Entschädigung
von nachgewiesenen Schafsrissen durch einen Wolf wurden schon angesprochen. Es ist halt die Frage, ob man Schäfern oder Haltern von großen Schafbeständen oder anderen Freilandnutztierbeständen nicht auch entsprechenden Herdenschutz (billig und wirksam mit speziellen Schutzhunden) zumuten oder diesen verlangen könnte.
Sofern tatsächlich eine entscheidende oder relevante, existentielle Gefahr durch Wölfe überhaupt gegeben ist.

Und nicht nur Einzelfälle zur massenhaften Dauergefahr hochgepuscht werden. Entsprechend propagandistisch und medienwirksam. Und natürlich auch, wie in ihrem verlinkten Artikel,
um Geld abzugreifen. Für einen Schadensursache durch einen oder mehrere Wölfe, die der Artikel zwar nicht ausdrücklich bestätigt, oder beweist, sondern als Mutmaßung für das Aufschrecken der Pferde vom Züchter der EDLEN Pferde übernimmt. Der die Fama vom bösen Wolf
natürlich auch benutzt, um pro totes Pferd fast 9000 Euro abzugreifen. Wieweit sie das schon wert waren oder sind, sei dahingestellt. Der Artikel gibt jedenfalls keine Aufhellung über das eingeforderte Entschädigungssümmchen. Sei's drum. Jedes so unvorhergesehen um's Leben
gekommene Pferd ist eines zuviel. Auch wenn es nachweislich von Menschen in Autos schwer verletzt oder getötet wurde, nicht von einem Wolf. Pferde sind wundervolle, schöne Tiere. Intelligent und sensibel. Um den Wolf als Gefahr zu wittern und ihr durch Flucht aus dem Weg zu gehen.
Das natürliche Verhalten hätte auch geklappt, wenn da nicht die viel größere Gefahr durch Menschen in Autos gewesen wäre. Aber als ihren ärgsten Feind werden sie den Wolf nicht sehen, schon eher Menschen und Autos. Wenn man sie denn fragen könnte. Schon gar nicht als Personifizierung des Bösen. Sondern als Ihresgleichen, einem gleichbrechtigten Geschöpf der Natur.

Selbstverständlich ist es aus meiner Sicht illusorisch, dass Wölfe, Bären und Luchse bei uns wieder heimisch werden können, ohne - legal und staatlich angeordnet - wieder ausgerottet zu werden.
Die jetzt schon spürbare Angst- und Panikmache neben wirtschaftlichen Interessen wird noch weiter zunehmen, innerhalb einer Bewertung eines Geschöpfes wie des Wolfes, dem schon immer
stellvertretend alles Böse und Null Positives seit Menschengedenken an den Pelz geheftet wurde und weiter wird.

Die Reaktionen der Wolfsgegner, die sich nichts mehr wünschen, als diesen sozialen und intelligenten Jäger der Natur bei uns auszulöschen, um ihr Land mit nichts und niemanden
teilen zu müssen, ausser sich selbst und der menschlichen Gier, sind unübersehbar und realistisches Zukunftsszenario. Diese Menschen sind in der Überzahl und ihre Lobbyisten und Fürsprecher schaffen das. In der Politik und den sozialen Medien gleichermaßen.

Auch hier sollte man realistisch sein und bleiben. Aktuelle Wolfsbestände hierzulande sollte man als kurze, vorübergehende Laune der Natur ansehen, die hin und wieder auch Deutschland ärgert.
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Re: Wölfe

Beitragvon Ein Terraner » Mi 11. Apr 2018, 07:57

H2O hat geschrieben:(11 Apr 2018, 07:32)

Na, auch gut!

Wenn du schon damit anfängst kannst du mich auch klüger machen, also raus mit dem Rotstift.
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Re: Wölfe

Beitragvon H2O » Mi 11. Apr 2018, 08:11

Ein Terraner hat geschrieben:(11 Apr 2018, 08:57)

Wenn du schon damit anfängst kannst du mich auch klüger machen, also raus mit dem Rotstift.

viewtopic.php?p=4177730#p4177578

Genau hinsehen und loslachen... passiert mir auch von Zeit zu Zeit, ist also nicht böse gemeint! :)
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Re: Wölfe

Beitragvon garfield336 » Mi 11. Apr 2018, 10:10

Ein Terraner hat geschrieben:(10 Apr 2018, 21:52)

Das ist die bessere Wortwahl.


Zitatverfälschung.
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Re: Wölfe

Beitragvon Corella » Fr 13. Apr 2018, 10:27

Misterfritz hat geschrieben:(10 Apr 2018, 22:04)

Das bescheuerte da ist ja, dass es erstmal keine bundesweit einheitliche Regelung gibt, um z.B. Schafe mit Hütehunden vor Wölfen zu schützen.
Da wird z.B. in BaWü gefordet, dass diese Hunde (die dafür gezüchtet wurden, bei jedem Wetter draussen sein können (und wollen), Hütten mit Böden, die keine Kälte durchlassen, haben müssen, diese Hunde nicht eingezäunt durch Elektrozäune sein dürfen (wobei gerade Hunde die Dinger eh' meiden) und auch über Nacht nicht alleine mit den Schafen sein dürfen. Ja, klasse, wozu dann teure Herdenschutzhunde, wenn der Schäfer sie gerade dann nicht einsetzen kann, wenn es nötig ist?
Was sagte der entsprechende Minister die Tage: Man darf den einen Tierschutz nicht gegen den anderen aufheben. Ist ja nett gedacht, aber Herdenschutzhunde halten Wölfe schlicht fern, ohne dass da wirklich eine Konfrontation zwischen Hund und Wolf passiert.


Ja, sehe ich ähnlich. Halbwilde Haltungen alter Nutztiererassen zur Pflege von Naturschutzgebieten sind in ähnlicher Weise betroffen. Da müssen dann Ohrmarken gesetzt und von Veterinärämtern geforderte und überwachte Unterstände gebaut werden, die die Tiere nicht nutzen und nicht brauchen. Wir haben diese Institutionen und sie fühlen sich zuständig, was man ja eben "halb" auch so sehen kann. Hier ist in der Tat die Politik gefordert, die Zuständigkeitsschwellen neu zu definieren.
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