Wölfe

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Corella
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Re: Wölfe

Beitragvon Corella » Fr 13. Apr 2018, 10:35

H2O hat geschrieben:(10 Apr 2018, 22:13)

Klingt ganz unterhaltsam; warum sollen aber Wölfe und womöglich Bären in einer dicht besiedelten Landschaft frei laufen, die inzwischen intensiv landwirtschaftlich (auch Nutzviehhaltung) genutzt wird? Sicher werden bei zunehmender Bevölkerungsdichte überall auf der Welt Tiere ausgerottet werden, die dem Menschen gefährlich werden können, oder die ihn an der Nutzung der Böden hindern.

Für Romantik ist da kein Raum außerhalb fest eingefriedeter Schutzgebiete. Was soll man da um den heißen Brei lange herum schleichen?

So lange die Mittel zur Hege der Wölfe verfügbar sind, auch für Schadenersatz der Viehhalter, so lange mag das gehen. Ein Luxus, den sich nicht viele Völker leisten können. In Deutschland der helle Wahnsinn... meine ich.


Solche Rechnungen sehr eingeengter Möchtegernökonomie hinken! Selbst die leicht abfällige Einlassung über Romantik und Luxus übersieht zum Beispiel, dass tatsächlich nicht wenige, gut und teuer ausgebildete junge Leute mit aus Deiner Sicht romantischer Ader nach Kanada, Schweiz, Australien auswandern. Erlebnisreiche Landschaft ist auch Standort Deutschland. Aus meiner Sicht sind eingefriedete Schutzgebiete ein romantisches Konzept, weil Natur- und Artenschutz so nicht funktioniert. Aber die Diskussion, wonach die agrarindustrielle Bewirtschaftung Nachhaltigkeitsprobleme hat, hatten wir woanders.
Wir haben uns ... der Illusion hingegeben, dass es so etwas wie Umweltkapital nicht gibt. Dass man ... [es] zum Nulltarif nutzen kann und ... in diesen Kapitalstock nicht reinvestieren muss. (Klaus Töpfer 2005)
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Re: Wölfe

Beitragvon TheManFromDownUnder » Fr 13. Apr 2018, 10:43

:D :D Die Jihadists der Tierwelt in Mitteleuropa
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Re: Wölfe

Beitragvon H2O » Fr 13. Apr 2018, 12:49

Corella hat geschrieben:(13 Apr 2018, 11:35)

Solche Rechnungen sehr eingeengter Möchtegernökonomie hinken! Selbst die leicht abfällige Einlassung über Romantik und Luxus übersieht zum Beispiel, dass tatsächlich nicht wenige, gut und teuer ausgebildete junge Leute mit aus Deiner Sicht romantischer Ader nach Kanada, Schweiz, Australien auswandern. Erlebnisreiche Landschaft ist auch Standort Deutschland. Aus meiner Sicht sind eingefriedete Schutzgebiete ein romantisches Konzept, weil Natur- und Artenschutz so nicht funktioniert. Aber die Diskussion, wonach die agrarindustrielle Bewirtschaftung Nachhaltigkeitsprobleme hat, hatten wir woanders.


An Wortgewalt kein Mangel; wohl aber an Einsicht, daß Naturlandschaften bei >230 Menschen je km² kaum verfügbar sein werden. Ein paar eingefriedete Parks in Brandenburg oder in Vorpommern... mag sein.
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Re: Wölfe

Beitragvon Quatschki » Fr 13. Apr 2018, 14:22

Die StädterInnen denken eben, das Essen kommt aus dem Supermarkt, der Strom aus der Steckdose und die Kinder für die kommende Generation ... jedenfalls nicht von ihnen.
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Re: Wölfe

Beitragvon Corella » So 15. Apr 2018, 09:56

H2O hat geschrieben:(13 Apr 2018, 13:49)

An Wortgewalt kein Mangel; wohl aber an Einsicht, daß Naturlandschaften bei >230 Menschen je km² kaum verfügbar sein werden. Ein paar eingefriedete Parks in Brandenburg oder in Vorpommern... mag sein.


Na, das kommt wohl auf den Naturbegriff an! Wenn man es am Vorhandensein natürlichen Arteninventars und natürlicher Vegetation misst, haben wir Naturlandschaft mit der Ausrottung der Megaherbivoren schon unumkehrbar verlassen. Irgendwo in der mittleren Steinzeit. Im erweiterten Sinne ist also aller Artenschutz, der versucht wird, "produktintegriert" (ein Begriff, der Standards im Ackerbau betrifft). Daher sprach ich auch ganz bewusst eben nicht von "Naturlandschaft".
Allen sozial-politischen Bestrebungen, Standards zu setzen, kommen Entgegnungen wie hier gegenüber Artenschutzbemühungen. Nutzungsinteressen im Konflikt mit Umweltschäden aller Art, das zieht sich durch die Themen.
Wir waren damit schon weiter, im Diskussionsstand. Am Beispiel der Fischereiindustrie kann leicht aufgezeigt werden, dass reine Wettbewerbssysteme ihre eigene Wirtschafts- und Lebensgrundlage zerstören. Die Agrarindustrie steuert auch dahin. Artensterben ist dabei vorerst wohl nur Indikator. Noch trifft es den Homo oeconomicus nicht so direkt, dass es in die Rechnung käme.
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Re: Wölfe

Beitragvon H2O » So 15. Apr 2018, 10:31

Corella hat geschrieben:(15 Apr 2018, 10:56)

Na, das kommt wohl auf den Naturbegriff an! Wenn man es am Vorhandensein natürlichen Arteninventars und natürlicher Vegetation misst, haben wir Naturlandschaft mit der Ausrottung der Megaherbivoren schon unumkehrbar verlassen. Irgendwo in der mittleren Steinzeit. Im erweiterten Sinne ist also aller Artenschutz, der versucht wird, "produktintegriert" (ein Begriff, der Standards im Ackerbau betrifft). Daher sprach ich auch ganz bewusst eben nicht von "Naturlandschaft".
Allen sozial-politischen Bestrebungen, Standards zu setzen, kommen Entgegnungen wie hier gegenüber Artenschutzbemühungen. Nutzungsinteressen im Konflikt mit Umweltschäden aller Art, das zieht sich durch die Themen.
Wir waren damit schon weiter, im Diskussionsstand. Am Beispiel der Fischereiindustrie kann leicht aufgezeigt werden, dass reine Wettbewerbssysteme ihre eigene Wirtschafts- und Lebensgrundlage zerstören. Die Agrarindustrie steuert auch dahin. Artensterben ist dabei vorerst wohl nur Indikator. Noch trifft es den Homo oeconomicus nicht so direkt, dass es in die Rechnung käme.


Nein, so geht Logik nicht! Wenn wir schon die Fischerei auf Wildfisch heran ziehen, dann wäre dem allenfalls eine Jägerei auf nachgefragte Wildtiere entgegen zu stellen. Da Wölfe aber nicht zum Verzehr geeignet sind, werden sie als Jagdkonkurrenten gesehen und deshalb ausgerottet. Natürlich wird man bei der Jagd auf verzehrgeeignetes Wild eine Grenze einhalten müssen, die einerseits einen überhöhten Besatz verhindert, der etwa die Waldwirtschaft und die Landwirtschaft über Gebühr schädigen würde, andererseits eine genügend große Reproduktionsbasis erhält, damit ein stetiger Ertrag gewährleistet ist.

So ungefähr versteht sich die Jägerschaft; sie versagt allerdings schmählich bei der Begrenzung der Zahl der Hirsche, Wildschweine und Rehe. Dafür Wölfe herein zu holen, hat sich aber als Fehler erwiesen, weil Wölfe bestenfalls die Bedingungen für die Viehhaltung im Freiland erschweren.
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Re: Wölfe

Beitragvon Liegestuhl » So 15. Apr 2018, 10:41

KarlRanseier hat geschrieben:(10 Apr 2018, 22:17)
Die Rückkehr des Wolfes ist zu begrüßen.
Geld ist nicht alles, ...


Das sagen insbesondere die Leute, die nicht für die finanziellen Schäden aufkommen müssen.
Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht.
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Re: Wölfe

Beitragvon X3Q » So 15. Apr 2018, 10:47

Liegestuhl hat geschrieben:(15 Apr 2018, 11:41)

Das sagen insbesondere die Leute, die nicht für die finanziellen Schäden aufkommen müssen.

Dafür gibt es Versicherungen.

--X
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Re: Wölfe

Beitragvon Liegestuhl » So 15. Apr 2018, 10:50

X3Q hat geschrieben:(15 Apr 2018, 11:47)

Dafür gibt es Versicherungen.


Es gibt Ausgleichszahlungen vom Staat. Die reichen vorne und hinten nicht und werden vom Steuerzahler gezahlt.

Es gibt Schäfer, die verlieren ihre Existenz. Wofür?
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Re: Wölfe

Beitragvon SpukhafteFernwirkung » So 15. Apr 2018, 11:16

Liegestuhl hat geschrieben:(15 Apr 2018, 11:50)

Es gibt Ausgleichszahlungen vom Staat. Die reichen vorne und hinten nicht und werden vom Steuerzahler gezahlt.

Es gibt Schäfer, die verlieren ihre Existenz. Wofür?
die bekommen den marktüblichen preis...- :rolleyes:
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Re: Wölfe

Beitragvon Ebiker » So 15. Apr 2018, 11:46

Liegestuhl hat geschrieben:(15 Apr 2018, 11:50)

Es gibt Ausgleichszahlungen vom Staat. Die reichen vorne und hinten nicht und werden vom Steuerzahler gezahlt.

Es gibt Schäfer, die verlieren ihre Existenz. Wofür?


Dafür entstehen doch schicke neue Arbeitsplätze als Naturparkranger oder Wolfskackedurchdiegegendfahrer. Man kann viel Geld mit genetischen Untersuchungen verbraten. Für Menschen mögen die Truppenübungsplätze im Osten riesig sein, für Wölfe sind sie zu klein. Landschaftspflege und Deichunterhaltung mit Schafen dürfte sich in einigen Gegenden bald erledigt haben.
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
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Re: Wölfe

Beitragvon Welfenprinz » Di 17. Apr 2018, 06:26

Die Strasse erkedigt ja zum Glück einiges, dies Jahr bisher 7. Ist natürlich nur ein Tropfen auf dem heissen Stein bei 14 Rudeln in Niedersachsen. Aber besser als nix.
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
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Re: Wölfe

Beitragvon JJazzGold » Di 17. Apr 2018, 06:33

Welfenprinz hat geschrieben:(17 Apr 2018, 07:26)

Die Strasse erkedigt ja zum Glück einiges, dies Jahr bisher 7. Ist natürlich nur ein Tropfen auf dem heissen Stein bei 14 Rudeln in Niedersachsen. Aber besser als nix.


Völlig OT, aber das muss jetzt sein, endlich bist Du wieder da, ich habe Deine Kommentare vermisst! :) :thumbup:
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Wölfe

Beitragvon H2O » Di 17. Apr 2018, 07:14

Welfenprinz hat geschrieben:(17 Apr 2018, 07:26)

Die Strasse erkedigt ja zum Glück einiges, dies Jahr bisher 7. Ist natürlich nur ein Tropfen auf dem heissen Stein bei 14 Rudeln in Niedersachsen. Aber besser als nix.


In der Weinstube wird gerade das Thema "Kampfhunde" verhandelt. Ich vermute hinter beiden Themen, "Wölfe" und "Kampfhunde" das selbe Mißverständnis der Stadtmenschen, was den Umgang mit Tieren betrifft. Der Wolf erfüllt natürlich den Anspruch auf wissenschaftliche Landschaftspflege.

Frage: Hat der Wolfsbesatz etwas gebracht bei der Begrenzung der wachsenden Wildschweinzahl und der wachsenden Zahl der Rehe? Dafür war doch die Rückkehr der Wölfe gefördert worden.
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Re: Wölfe

Beitragvon Welfenprinz » Di 17. Apr 2018, 07:30

Das weiss ich nicht.
Es hat meines Wissens nach bisher eine Studie über 4(?) Jahre z Wildtierbesatz auf dem TrÜp Königgrätz in Sachsen gegeben. 2008-2012 oder so.
Es gibt Verschiebungen in der Pipulationszusammensetzung soweit ich mich erinnere. Weniger Rehe und Biber,gleich oder mehr Hirsche,ist jetzt ohne Gewähr.
Spielt aber keine Rolle.opportunist und so. Der Wolf greift sich Tiere in Stall und Weide ,weil die nicht abhauen können.
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
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Re: Wölfe

Beitragvon Quatschki » Di 17. Apr 2018, 07:45

X3Q hat geschrieben:(15 Apr 2018, 11:47)

Dafür gibt es Versicherungen.

--X

Du kannst ja mal mit aufräumen gehen beim nächsten Wolfsmassaker,
die Kadaver aufsammeln, und die, die noch lebend schwerverletzt in ihrem Blut liegen,
die übrigen verstörten Tiere der Herde einfangen, die in alle Winde auseinandergerannt sind.

http://www.youtube.com/watch?v=aqOfS341IAc

Die Videos dazu zeigen ja aus Rücksicht auf die Gemüter der Viewer meist nicht die ganze Pracht in HD und Großaufnahme.
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Re: Wölfe

Beitragvon H2O » Di 17. Apr 2018, 08:29

Welfenprinz hat geschrieben:(17 Apr 2018, 08:30)

Das weiss ich nicht.
Es hat meines Wissens nach bisher eine Studie über 4(?) Jahre z Wildtierbesatz auf dem TrÜp Königgrätz in Sachsen gegeben. 2008-2012 oder so.
Es gibt Verschiebungen in der Pipulationszusammensetzung soweit ich mich erinnere. Weniger Rehe und Biber,gleich oder mehr Hirsche,ist jetzt ohne Gewähr.
Spielt aber keine Rolle.opportunist und so. Der Wolf greift sich Tiere in Stall und Weide ,weil die nicht abhauen können.


Letzteres war auch mein Verständnis. Warum sollte die Natur es so einrichten, daß Beutegreifer die am schwierigsten zu erlangende Beute bevorzugt anfallen? Kranke Tiere, alte Tiere, Jungtiere in freier Natur. Und eingezäunte Nutztiere in der Kulturlandschaft.

So gesehen könnte man etwas tun mit Hütehunden, die dem Wolf gefährlich werden können. Vom Hörensagen weiß ich noch, daß angeblich ein Esel ebenfalls einer Herde Schutz gibt. Und tatsächlich habe ich solche Herden mit Esel schon gesehen, wo es nach meinem Dafürhalten gar keine frei laufenden Wölfe gibt. :)
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Re: Wölfe

Beitragvon X3Q » Di 17. Apr 2018, 10:34

Quatschki hat geschrieben:(17 Apr 2018, 08:45)

Du kannst ja mal mit aufräumen gehen beim nächsten Wolfsmassaker,
die Kadaver aufsammeln, und die, die noch lebend schwerverletzt in ihrem Blut liegen,
die übrigen verstörten Tiere der Herde einfangen, die in alle Winde auseinandergerannt sind.

http://www.youtube.com/watch?v=aqOfS341IAc

Die Videos dazu zeigen ja aus Rücksicht auf die Gemüter der Viewer meist nicht die ganze Pracht in HD und Großaufnahme.

Du willst moralisieren? Steht dir nicht. Wenn ein Raubtier seine Beute schlägt, dann wird es nun einmal blutig. Daran ist gar nichts schlimm oder brutal. Und Bezeichnungen wie Massaker oder Blutrausch sind fehlplazierte Vermenschlichungen. Aber wenn wir schon mal beim moralischen Impetus sind, dann können wir auch gleich mal die Massentierhaltung in all seinen massakerartigen Auswüchsen dagegen halten.

--X
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Re: Wölfe

Beitragvon Welfenprinz » Di 17. Apr 2018, 12:31

Es geht nicht um moralisieren sondern dass man sich unnötigerweise an den Hals holt.
In Mitteleuropa kann man seit 200 Jahren Weidevieh ohne expliziten Schutz vor Prädatoren halten. Deswegen gibt es Almwirtschaften oder in den Marschen Weiden ,die durch Abzugsgräben statt durch Zäune begrenzt sind.
Etwas über einen derartig langen Zeitraum etwas etabliertes ist auch schon eine gewisse Tradition,Kultur oder was auch immer man da für eine Kategorie anlegt.

Ob man die Begleiterscheinungen,die jetzt zur Aufgabe dieser Epoche zwingen,Massaker oder Wolfsfütterung nennt,ist doch wumpe.
Haiptsache die,die es entschieden haben,werden nicht betroffen und brauchen auch sonstwie keinerlei Verantwortung zu tragen.
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
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Re: Wölfe

Beitragvon Quatschki » Di 17. Apr 2018, 12:40

X3Q hat geschrieben:(17 Apr 2018, 11:34)

Du willst moralisieren? Steht dir nicht. Wenn ein Raubtier seine Beute schlägt, dann wird es nun einmal blutig. Daran ist gar nichts schlimm oder brutal. Und Bezeichnungen wie Massaker oder Blutrausch sind fehlplazierte Vermenschlichungen. Aber wenn wir schon mal beim moralischen Impetus sind, dann können wir auch gleich mal die Massentierhaltung in all seinen massakerartigen Auswüchsen dagegen halten.

--X

Ich will überhaupt nichts.
Ich verweise nur auf die Möglichkeit, dass sich die öffentliche Meinung angesichts verstörender Bilder sehr schnell drehen könnte.
Zu Grzimeks Zeiten bekam man auch mal im TV zu sehen, wie ein Rudel Hyänen ein Gnu hetzt und zerfleischt.
Heute gibt es, zumindest in den Hauptkanälen, nur noch ZOO-Dokus, wo das liebe Knuddelhyänchen einen toten Knochen als Leckerli bekommt und die Zuschauer schon verstört wären und einen Shitstorm entfachen würden, wenn man lebende Meerschweinchen oder Küken an Reptilien verfüttert.

Die Massentierhaltung ist von den Wölfen nicht betroffen!
Es gibt in Deutschland keine profitgierigen "Schäfereikonzerne". Das sind alles Kleingewerbetreibende, für die der Betrieb nicht irgendein Investment, sondern die wirtschaftliche Existenz ihrer Familie darstellt.
Zuletzt geändert von Quatschki am Di 17. Apr 2018, 14:28, insgesamt 1-mal geändert.

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