Palliativmedizin

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Boraiel
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Palliativmedizin

Beitragvon Boraiel » Mi 13. Dez 2017, 20:43

Palliativmedizin (abgeleitet von palliativ, aus cura palliativa, erstmals belegt um 1363 bei Guy de Chauliac, von lat. palliare „mit einem Mantel umhüllen“, „bemänteln“ „verbergen“, „schützen“, von pallium „Mantel“)[1] ist nach den Definitionen der Weltgesundheitsorganisation und der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin „die aktive, ganzheitliche Behandlung von Patienten mit einer progredienten (voranschreitenden), weit fortgeschrittenen Erkrankung und einer begrenzten Lebenserwartung zu der Zeit, in der die Erkrankung nicht mehr auf eine kurative Behandlung anspricht und die Beherrschung von Schmerzen, anderen Krankheitsbeschwerden, psychologischen, sozialen und spirituellen Problemen höchste Priorität besitzt“.[2] Sie geht über eine rein palliative Therapie beziehungsweise Palliation hinaus. Es stehen die Lebensqualität des Patienten – sein subjektives Wohlbefinden, seine Wünsche und Ziele – im Vordergrund der Behandlung. Somit ist die Palliativmedizin ein Teilbereich des Gesamtkonzeptes Palliative Care.[3]

Sind Palliativmedizin nicht eher Drogendealer anstatt, dass sie den hohen ethnischen und technischen Anforderungen der restlichen Medizin entsprechen? Ist das wirklich ein seriöser Teilbereich der Medizin? Schadet die Palliativmedizin dem Ruf der Medizin und Ärtze allgemein?
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Re: Palliativmedizin

Beitragvon Misterfritz » Mi 13. Dez 2017, 20:48

Boraiel hat geschrieben:(13 Dec 2017, 20:43)

Sind Palliativmedizin nicht eher Drogendealer anstatt, dass sie den hohen ethnischen und technischen Anforderungen der restlichen Medizin entsprechen? Ist das wirklich ein seriöser Teilbereich der Medizin? Schadet die Palliativmedizin dem Ruf der Medizin und Ärtze allgemein?
Ach, Du meinst also, schwer kranke Menschen, die austherapiert sind, sollten elendig mit Schmerzen sterben? Wie grausam ist das denn?
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Re: Palliativmedizin

Beitragvon SpukhafteFernwirkung » Mi 13. Dez 2017, 20:49

die "drogen" werden im idealfall so genau dosiert, dass der patient nur schmerzfrei wird und dabei kein rauschzustand eintritt wie beim drogenmißbrauch....- :rolleyes:
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Boraiel
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Re: Palliativmedizin

Beitragvon Boraiel » Mi 13. Dez 2017, 20:52

Misterfritz hat geschrieben:(13 Dec 2017, 20:48)

Ach, Du meinst also, schwer kranke Menschen, die austherapiert sind, sollten elendig mit Schmerzen sterben? Wie grausam ist das denn?

Meint Punkt ist eher, ob "Mediziner", die aufgehört haben zu versuchen Menschen gesund zu machen, sich Mediziner nennen dürfen sollten? Ist das nicht, was Mediziner ausmacht? :?:
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Re: Palliativmedizin

Beitragvon Misterfritz » Mi 13. Dez 2017, 20:54

Boraiel hat geschrieben:(13 Dec 2017, 20:52)

Meint Punkt ist eher, ob "Mediziner", die aufgehört haben zu versuchen Menschen gesund zu machen, sich Mediziner nennen dürfen sollten? Ist das nicht, was Mediziner ausmacht? :?:
Weisst Du, was das Wort "austherapiert" bedeutet?
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Re: Palliativmedizin

Beitragvon Boraiel » Mi 13. Dez 2017, 20:55

Misterfritz hat geschrieben:(13 Dec 2017, 20:54)

Weisst Du, was das Wort "austherapiert" bedeutet?

Aufgabe!? :?: :(
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Re: Palliativmedizin

Beitragvon think twice » Mi 13. Dez 2017, 20:56

Ich neige dazu, diesen Thread als aeusserst inhumanistisch zu melden.
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Re: Palliativmedizin

Beitragvon Misterfritz » Mi 13. Dez 2017, 20:59

Boraiel hat geschrieben:(13 Dec 2017, 20:55)

Aufgabe!? :?: :(
Vielleicht solltest Du Dich erstmal ins Thema einarbeiten, bevor Du so einen Scheiss postest.....
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Re: Palliativmedizin

Beitragvon think twice » Mi 13. Dez 2017, 21:03

Misterfritz hat geschrieben:(13 Dec 2017, 20:59)

Vielleicht solltest Du Dich erstmal ins Thema einarbeiten, bevor Du so einen Scheiss postest.....

Vor allem einer, der haufenweise Threads eröffnet, weil ihm der Rotz aus der Nasennebenhoehle nicht ablaeuft oder weil er Stiche im Knie verspürt, will die Palliativmedizin in Frage stellen.
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Re: Palliativmedizin

Beitragvon Boraiel » Mi 13. Dez 2017, 21:06

Misterfritz hat geschrieben:(13 Dec 2017, 20:59)

Vielleicht solltest Du Dich erstmal ins Thema einarbeiten, bevor Du so einen Scheiss postest.....

Ich frage durchaus ernsthaft, wie seriös dieser Bereich der Medizin, so nenne ich das für den Moment mal, überhaupt ist. Positive und negative Beispiele wären nicht verkehrt.
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Re: Palliativmedizin

Beitragvon Misterfritz » Mi 13. Dez 2017, 21:09

Boraiel hat geschrieben:(13 Dec 2017, 21:06)

Ich frage durchaus ernsthaft, wie seriös dieser Bereich der Medizin, so nenne ich das für den Moment mal, überhaupt ist. Positive und negative Beispiele wären nicht verkehrt.
Soll ich Dir mal was erzählen?
Es gibt Diagnosen, die sind letal! Da kann man gar NICHTS machen, ausser es dem Patienten so unleidvoll wie möglich zu machen.
Beispiel gefällig?
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Re: Palliativmedizin

Beitragvon Provokateur » Mi 13. Dez 2017, 21:13

Boraiel hat geschrieben:(13 Dec 2017, 20:52)

Meint Punkt ist eher, ob "Mediziner", die aufgehört haben zu versuchen Menschen gesund zu machen, sich Mediziner nennen dürfen sollten? Ist das nicht, was Mediziner ausmacht? :?:


Bei manchen Leuten ist einfach Schluss. Da gibt es keine Heilung. Dann gilt es nur noch, Schmerzen zu stillen.

Einer meiner Freunde ist (als Nichtraucher) an Lungenkrebs gestorben. Gegen Ende hatte der Krebs auch die Speise- und Luftröhre angegriffen. Man konnte nichts mehr machen, nur pallativ den Schmerz lindern.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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Re: Palliativmedizin

Beitragvon yogi61 » Mi 13. Dez 2017, 21:19

SpukhafteFernwirkung hat geschrieben:(13 Dec 2017, 20:49)

die "drogen" werden im idealfall so genau dosiert, dass der patient nur schmerzfrei wird und dabei kein rauschzustand eintritt wie beim drogenmißbrauch....- :rolleyes:


Selbst wenn ein Rausch eintreten sollte, wäre das völlig egal und legal.
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Re: Palliativmedizin

Beitragvon Billie Holiday » Mi 13. Dez 2017, 21:22

Boraiel hat geschrieben:(13 Dec 2017, 21:06)

Ich frage durchaus ernsthaft, wie seriös dieser Bereich der Medizin, so nenne ich das für den Moment mal, überhaupt ist. Positive und negative Beispiele wären nicht verkehrt.


Du bist noch recht jung, nicht wahr? Mitte 20? Außer Rotznase ansonsten kerngesund, keine Schmerzen?

Menschen werden alt, Menschen werden krank, und zwar zum Teil sehr heftig, sehr schmerzhaft. Ein 95jähriger mit Krebs soll also deiner Meinung nach mit Medizin vollgestopf werden, mit allerlei Nebenwirkungen, um ihn möglichst lange am Leben zu halten?
Die Palliativmedizin will ihm ein würdiges Lebensende ohne Schmerzen bereiten, sterben wird er.

Unterhalte dich mal mit meiner Tochter, die tagtäglich auch mit alten Menschen zu tun hat, die nicht mehr wollen.
Ihre älteste Bewohnerin ist 101, blind, verkrümmte Wirbelsöule, liegt nur im Bett, hat Schmerzen, ist verwirrt, wimmert viel. Meine Tochter sitzt bei ihr, so oft es die knappe Zeit erlaubt und sagt, bei aller Zuneigung und allem Mitgefühl ist der baldige Tod ein Segen. Der letzte Abschnitt ist nicht aufzuhalten, aber er kann würdevoll gestaltet werden, indem der alte Mensch ohne Schmerz und ohne Angst sterben darf.
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Re: Palliativmedizin

Beitragvon SpukhafteFernwirkung » Mi 13. Dez 2017, 21:27

yogi61 hat geschrieben:(13 Dec 2017, 21:19)

Selbst wenn ein Rausch eintreten sollte, wäre das völlig egal und legal.
das is ned unbedingt erwünscht und kann bei der medikation vom patienten als störend empfunden werden. außerdem verstärkt sich damit die toleranzentwicklung...- :|
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Re: Palliativmedizin

Beitragvon Misterfritz » Mi 13. Dez 2017, 21:32

SpukhafteFernwirkung hat geschrieben:(13 Dec 2017, 21:27)

das is ned unbedingt erwünscht und kann bei der medikation vom patienten als störend empfunden werden. außerdem verstärkt sich damit die toleranzentwicklung...- :|
Normalerweise dürfen Patienten das selbst regeln, wie viel "Drogen" sie bekommen.
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Re: Palliativmedizin

Beitragvon yogi61 » Mi 13. Dez 2017, 21:36

SpukhafteFernwirkung hat geschrieben:(13 Dec 2017, 21:27)

das is ned unbedingt erwünscht und kann bei der medikation vom patienten als störend empfunden werden. außerdem verstärkt sich damit die toleranzentwicklung...- :|


Erwünscht oder nicht, ist irrelevant.Fentanyl trübt auch das Bewusstsein und ist ein euphorisierendes Rauschmittel, aber zur Behandlung von Tumorschmerzen unabdingbar und ein Segen. Die Toleranzentwicklung bei starken Opioden wie Fentanyl oder gar Sufentanil ist zu vernachlässigen weil die Potenz extrem hoch ist.
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Re: Palliativmedizin

Beitragvon yogi61 » Mi 13. Dez 2017, 21:37

Misterfritz hat geschrieben:(13 Dec 2017, 21:32)

Normalerweise dürfen Patienten das selbst regeln, wie viel "Drogen" sie bekommen.


In Deutschland müssen sie leider oft noch betteln.
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Re: Palliativmedizin

Beitragvon Billie Holiday » Mi 13. Dez 2017, 21:41

Aus welchem Grund kann man gegen Palliativmedizin für Schmerzpatienten ohne Aussicht auf Genesung sein?
Mangelnde Empathie, religiöser Wahn, Sadismus?
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Re: Palliativmedizin

Beitragvon Misterfritz » Mi 13. Dez 2017, 21:42

yogi61 hat geschrieben:(13 Dec 2017, 21:37)

In Deutschland müssen sie leider oft noch betteln.
Ich kannte eine katholische Nonne, die in ihrem Wohnheim für diese alten Damen war, die durfte ihre Medikamentation selbst regeln. War oft weggetreten, aber hat nicht gelitten.

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