malaria

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Nomen Nescio
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malaria

Beitragvon Nomen Nescio » Do 23. Nov 2017, 17:57

gerade wurde bekannt gemacht daß in zwei universitätskliniken in NL ein vaccin gegen malaria gemacht wurde. studenten sind bereits damit geimpft worden und hatten keine nachteilige folgen.
jetzt muß das mittel auf eine größere menge menschen ausprobiert werden. dann müssen die folgen durch eine ethische kommission ausgewertet werden. ist alles OK (1 jahr später) dann dürfen malariapatienten in NL damit geimpft werden.
findet die ethische kommission es noch immer gut, deann wird es in afrika ausprobiert. klappt es da auch, dann wird es durch einen amerikanischen betrieb produziert. damit sind bereits kontakte.

das vaccin enthält genetisch geschwächtete malariaparisit. der untersucher sagte daß zwei genen ausgeschaltet wurden. bevor sie entdeckt hatten, daß die genen virulent waren, vergang die nötige zeit.
schade daß dies nicht vor einem jhdt entdeckt wurde. meine mutter hatte drei verschiedene arten von malaria: die »normale«; malaria tropica und malaria tertiana (jeder 3. tag war es wieder preis) :mad2:
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
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Re: malaria

Beitragvon Russin93 » Mo 15. Jan 2018, 18:42

Gute Sache. Aber wahrscheinlich gibt es auch in diesem Fall Impfgegner.
Ich bin integrationsunwillig.
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H2O
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Re: malaria

Beitragvon H2O » Mo 15. Jan 2018, 19:04

Nomen Nescio hat geschrieben:(23 Nov 2017, 17:57)

gerade wurde bekannt gemacht daß in zwei universitätskliniken in NL ein vaccin gegen malaria gemacht wurde. studenten sind bereits damit geimpft worden und hatten keine nachteilige folgen.
jetzt muß das mittel auf eine größere menge menschen ausprobiert werden. dann müssen die folgen durch eine ethische kommission ausgewertet werden. ist alles OK (1 jahr später) dann dürfen malariapatienten in NL damit geimpft werden.
findet die ethische kommission es noch immer gut, deann wird es in afrika ausprobiert. klappt es da auch, dann wird es durch einen amerikanischen betrieb produziert. damit sind bereits kontakte.

das vaccin enthält genetisch geschwächtete malariaparisit. der untersucher sagte daß zwei genen ausgeschaltet wurden. bevor sie entdeckt hatten, daß die genen virulent waren, vergang die nötige zeit.
schade daß dies nicht vor einem jhdt entdeckt wurde. meine mutter hatte drei verschiedene arten von malaria: die »normale«; malaria tropica und malaria tertiana (jeder 3. tag war es wieder preis) :mad2:


Vermutlich also eine gute Sache. Was mich allerdings erstaunt, das ist die Verlagerung der wirtschaftlichen Nutzung in die USA. Sind denn die beiden forschenden Universitätskliniken der Niederlande von diesem US-Unternehmen gefördert worden? So weit ich weiß, haben die Niederlande, Belgien, Frankreich und Deutschland leistungsfähige Arzneimittelhersteller, zu denen auch der Nachrichtendraht deutlich kürzer funktionieren sollte.

Wissen Sie darüber mehr?
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Re: malaria

Beitragvon Nomen Nescio » Mo 15. Jan 2018, 19:53

H2O hat geschrieben:(15 Jan 2018, 19:04)

Vermutlich also eine gute Sache. Was mich allerdings erstaunt, das ist die Verlagerung der wirtschaftlichen Nutzung in die USA. Sind denn die beiden forschenden Universitätskliniken der Niederlande von diesem US-Unternehmen gefördert worden? So weit ich weiß, haben die Niederlande, Belgien, Frankreich und Deutschland leistungsfähige Arzneimittelhersteller, zu denen auch der Nachrichtendraht deutlich kürzer funktionieren sollte.

Wissen Sie darüber mehr?

da hast du recht. es gibt genügend viel pharmazeutische konzerne in europa. vermutlich ist es eher eine sache von unterhandeln welcher betrieb dieses mittel für die günstigste preise an entwicklungsländer liefern will.

sowas hörte ich einmal von einem freund, der bei jansen pharmaceutical auf der entwicklungsabteilung arbeitete. warum sollte das nicht jetzt auch der fall sein?
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Re: malaria

Beitragvon Nomen Nescio » Mo 15. Jan 2018, 19:53

Russin93 hat geschrieben:(15 Jan 2018, 18:42)

Gute Sache. Aber wahrscheinlich gibt es auch in diesem Fall Impfgegner.

wie immer :rolleyes:
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Re: malaria

Beitragvon H2O » Mo 15. Jan 2018, 20:02

Nomen Nescio hat geschrieben:(15 Jan 2018, 19:53)

da hast du recht. es gibt genügend viel pharmazeutische konzerne in europa. vermutlich ist es eher eine sache von unterhandeln welcher betrieb dieses mittel für die günstigste preise an entwicklungsländer liefern will.

sowas hörte ich einmal von einem freund, der bei jansen pharmaceutical auf der entwicklungsabteilung arbeitete. warum sollte das nicht jetzt auch der fall sein?


Vielleicht bin ich ja zu sehr auf Solidarität eingeschworen worden. Der niederländische Steuerzahler ermöglicht diesen Universitäten die Forschungsarbeiten an wichtigen Arzneien, und die Forscher entscheiden dann, daß einem anderen Land die wirtschaftliche Nutzung des Forschungsergebnisses übertragen wird?

Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, daß deutsche oder französische staatliche Einrichtungen eine solche Entscheidung treffen könnten... es sei denn, daß das amerikanische Unternehmen sich vorher mit viel Geld an der Entwicklung beteiligt hätte. Dann hielte ich diese Entscheidung für eine Selbstverständlichkeit.
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Re: malaria

Beitragvon Nomen Nescio » Mo 15. Jan 2018, 21:41

H2O hat geschrieben:(15 Jan 2018, 20:02)

Vielleicht bin ich ja zu sehr auf Solidarität eingeschworen worden. Der niederländische Steuerzahler ermöglicht diesen Universitäten die Forschungsarbeiten an wichtigen Arzneien, und die Forscher entscheiden dann, daß einem anderen Land die wirtschaftliche Nutzung des Forschungsergebnisses übertragen wird?

Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, daß deutsche oder französische staatliche Einrichtungen eine solche Entscheidung treffen könnten... es sei denn, daß das amerikanische Unternehmen sich vorher mit viel Geld an der Entwicklung beteiligt hätte. Dann hielte ich diese Entscheidung für eine Selbstverständlichkeit.

betrachte es mal von der seite unserer researchleute. am liebsten möchten sie es gratis den entwicklungsländern liefern. das kann nicht. was ist also die nächstbeste wahl? so billig wie möglich liefern lassen. das haben sie zweifelsohne gut abgesichert.
für westliche länder sind die preise vermutlich höher.

du hast mich außerdem einen handgriff gegeben: wir haben einen ex-politiker der schon öfter sehr polemische äußerungen hören ließ. und doch zeigte sich nach einigen jahren daß er es sehr gut eingeschätzt hat.
vor einigen tagen hatte er wieder eine derartige provokante bemerkung: »wir können besser ein teil der entwicklungshilfe benützen für verhütungsmittel. damit sind die leute besser gedient. und außerdem gibt es dann auf termin weniger flüchtlinge. also auch wir profitieren dann davon«.
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Re: malaria

Beitragvon H2O » Mo 15. Jan 2018, 21:56

Nomen Nescio hat geschrieben:(15 Jan 2018, 21:41)

betrachte es mal von der seite unserer researchleute. am liebsten möchten sie es gratis den entwicklungsländern liefern. das kann nicht. was ist also die nächstbeste wahl? so billig wie möglich liefern lassen. das haben sie zweifelsohne gut abgesichert.
für westliche länder sind die preise vermutlich höher.

du hast mich außerdem einen handgriff gegeben: wir haben einen ex-politiker der schon öfter sehr polemische äußerungen hören ließ. und doch zeigte sich nach einigen jahren daß er es sehr gut eingeschätzt hat.
vor einigen tagen hatte er wieder eine derartige provokante bemerkung: »wir können besser ein teil der entwicklungshilfe benützen für verhütungsmittel. damit sind die leute besser gedient. und außerdem gibt es dann auf termin weniger flüchtlinge. also auch wir profitieren dann davon«.


Natürlich verstehe ich den Wunsch der Forscher nach möglichst preisgünstiger Lieferung der Arznei weltweit. Ich selbst nutze ja auch die Europa-Apotheek ;) .

Nur sind Forscher doch nicht frei in solchen Entscheidungen; dann müßte zumindest die niederländische Regierung dahinter stehen und ihrer eigenen Arzneimittelindustrie klar machen, daß sie zwar Steuern zahlen soll, aber mit ihrem Gewerbe ansonsten viel zu teuer ist. In D gäbe das wohl einiges Theater.

Ja, dieser uralte Grundgedanke, mit allen irgendwie denkbaren unblutigen Verfahren das Wachstum der Weltbevölkerung zu bremsen, dieser Gedanke war doch schon im "Club of Rome" bewegt worden. Das Problem dabei ist aber, daß einige Staaten ihr Bevölkerungswachstum als politische Waffe einsetzen. Die bleiben zahlreich übrig und sagen dem kläglichen Rest dann, wo es entlang geht.
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Re: malaria

Beitragvon Nomen Nescio » Mo 15. Jan 2018, 22:54

H2O hat geschrieben:(15 Jan 2018, 21:56)

Nur sind Forscher doch nicht frei in solchen Entscheidungen; dann müßte zumindest die niederländische Regierung dahinter stehen und ihrer eigenen Arzneimittelindustrie klar machen, daß sie zwar Steuern zahlen soll, aber mit ihrem Gewerbe ansonsten viel zu teuer ist. In D gäbe das wohl einiges Theater.

Ja, dieser uralte Grundgedanke, mit allen irgendwie denkbaren unblutigen Verfahren das Wachstum der Weltbevölkerung zu bremsen, dieser Gedanke war doch schon im "Club of Rome" bewegt worden. Das Problem dabei ist aber, daß einige Staaten ihr Bevölkerungswachstum als politische Waffe einsetzen. Die bleiben zahlreich übrig und sagen dem kläglichen Rest dann, wo es entlang geht.

ich vermute daß hier rede ist von verschiedenen ministerien. wahrscheinlich hat entwicklungshilfe subsidie gegeben.
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