Artenvielfalt: Evolution, Schöpfung oder beides?

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ThorsHamar
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Re: Artenvielfalt: Evolution, Schöpfung oder beides?

Beitragvon ThorsHamar » Mo 8. Okt 2018, 12:14

H2O hat geschrieben:(08 Oct 2018, 13:05)

Ich kann mir nicht vorstellen, daß wir aus nicht-organischen Stoffen plötzlich Leben schaffen können. Aber das sagt ja erst einmal gar nichts. So bescheiden bleibe ich vorsichtshalber auch beim Zweifel an unseren Fähigkeiten.


Ich bin der Meinung, dass Alles lebt und Alles Teil von Leben ist. Wir erkennen nur die Dimensionen nicht ( immer ) und definieren uns eine funktionierende Basisplattform irgendwo zwischen unserem Mikro und Makro. :)
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Re: Artenvielfalt: Evolution, Schöpfung oder beides?

Beitragvon X3Q » Mo 8. Okt 2018, 12:56

H2O hat geschrieben:(08 Oct 2018, 13:05)

Ich kann mir nicht vorstellen, daß wir aus nicht-organischen Stoffen plötzlich Leben schaffen können. Aber das sagt ja erst einmal gar nichts. So bescheiden bleibe ich vorsichtshalber auch beim Zweifel an unseren Fähigkeiten.

Craig Venter ist da schon sehr nahe dran mit seinen künstlich hergestellten Einzellern. Viel fehlt da nicht mehr.

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Re: Artenvielfalt: Evolution, Schöpfung oder beides?

Beitragvon H2O » Mo 8. Okt 2018, 13:26

X3Q hat geschrieben:(08 Oct 2018, 13:56)

Craig Venter ist da schon sehr nahe dran mit seinen künstlich hergestellten Einzellern. Viel fehlt da nicht mehr.

--X


Damit habe ich mich nie ernsthaft befaßt; deshalb vielen Dank für diesen Hinweis. Aus meiner Erfahrung mit schwierigen Entwicklungen weiß ich, daß sehr oft große Fortschritte gemacht werden bei noch erträglichem Aufwand, daß danach aber selbst kleinste Zuwächse nur noch unter kaum noch leistbaren Kraftanstrengungen möglich sind. Ich wünsche Herrn Craig Venter das Glück, das wir alle brauchen, wenn wir vor solchen Aufgaben stehen.

Mir steht aus beruflicher Vergangenheit der Aufwand für DESY in Hamburg vor Augen, und der Nachfolger im CERN bei Genf, der schon unheimliche Abmessungen
hatte. Und wieviele Jahre der Sucherei im Heuhaufen für eine Stecknadel fällig waren.
Meine Physiker-Kollegen sprachen dann immer von neuzeitlichem Kathedralenbau.
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Re: Artenvielfalt: Evolution, Schöpfung oder beides?

Beitragvon Ein Terraner » Mo 8. Okt 2018, 14:12

H2O hat geschrieben:(08 Oct 2018, 14:26)

Meine Physiker-Kollegen sprachen dann immer von neuzeitlichem Kathedralenbau.


Schön dumm.
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Re: Artenvielfalt: Evolution, Schöpfung oder beides?

Beitragvon Ein Terraner » Mo 8. Okt 2018, 14:13

X3Q hat geschrieben:(08 Oct 2018, 13:56)

Craig Venter ist da schon sehr nahe dran mit seinen künstlich hergestellten Einzellern. Viel fehlt da nicht mehr.

--X

Danke, kannte ich noch gar nicht. :)

https://www.ted.com/talks/craig_venter_ ... e#t-418781
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Re: Artenvielfalt: Evolution, Schöpfung oder beides?

Beitragvon X3Q » Mo 8. Okt 2018, 14:15

Dampflok94 hat geschrieben:(07 Oct 2018, 11:04)

Extraterristrischer Ursprung ist ja eher eine der Theorien für die Entstehung des Lebens an sich. Denn dessen Gründe sind immer noch unklar.

Aber die Idee der Kreationisten, Gott hätte sozusagen den Turbo angeworfen, ist schon witzig. Wie darf man sich das vorstellen. Gott hat hunderte von Millionen Jahren das Treiben der Eukaryoten auf der Erde beobachtet. Dann wurde es ihm zu langweilig und er trat mal kurz auf das Gaspedal?


Genau richtig. Wenn man sich die fossilen Funde aus der kambrischen Zeit mal so anschaut, wird man feststellen, daß da kein "Organismus" bei ist, der auch nur in ähnlicher Ausführung noch heute existiert. Und genauso findet man unter den Fossilien keins, welches noch als rezente Art erhalten ist. Weiterhin machen derzeit Gefäßpflanzen und Insekten ca. 80% aller uns bekannten Lebewesen aus. Aber es gibt im Kabrium nicht einen einzigen Vertreter aus diesen zwei Gruppen. Sowohl Fossilien als auch phylogenetische Datierungen (via "molecular clock") legen den Zeitraum für die Stammart dieser Gruppen ins Ordovizium vzw. ins Silur; also nach dem Kambrium. Warum macht ein Designer so etwas? Muss er vorher probieren?

Und auch die Artbildungsrate ("speciation rate"), die zu Beginn ds Kambriums etwa um den Faktor 5 höher lag, ist keineswegs ungewöhnlich. Vielmehr wird in den fossilen Datensätzen immer dann eine gesteigerte Artbildungsrate beobachtet, wenn es vorher zu einem massiven Artensterben kam. Durch das Massensterben werden viele ökologische Nischen frei, die von den Überlebenden sehr schnell wiederbesetzt werden. In diesen Phasen kommt es zu einer erhöhten Artbildung. Ähnliches wird auch für die Kambrische Explosion vermutet. Dieser ging z.B. die steigerung der atmosphärischen O2-Konzentration voraus. Es ist daher durchaus denkbar, daß dies großere Organismen mit einem verbesserten Energiestoffwechsel erst ermöchtlich hat, welche dann neue ökoloschie Nischen erobern konnten.

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Re: Artenvielfalt: Evolution, Schöpfung oder beides?

Beitragvon H2O » Mo 8. Okt 2018, 15:21

Ein Terraner hat geschrieben:(08 Oct 2018, 15:12)

Schön dumm.


Schnell fertig ist die Jugend mit dem Wort!
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Re: Artenvielfalt: Evolution, Schöpfung oder beides?

Beitragvon Ein Terraner » Mo 8. Okt 2018, 15:27

H2O hat geschrieben:(08 Oct 2018, 16:21)

Schnell fertig ist die Jugend mit dem Wort!


Alleine die Entdeckung des Higgs Teilchens war es wert, nix unnütze Prunkbauten. Praktische Forschung bedarf nun mal entsprechenden Einsatz.
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Re: Artenvielfalt: Evolution, Schöpfung oder beides?

Beitragvon H2O » Mo 8. Okt 2018, 18:27

Ein Terraner hat geschrieben:(08 Oct 2018, 16:27)

Alleine die Entdeckung des Higgs Teilchens war es wert, nix unnütze Prunkbauten. Praktische Forschung bedarf nun mal entsprechenden Einsatz.


Für die Menschen in der Zeit des Kathedralenbaus waren diese Bauten ein Lob Gottes, an den die Menschen auch ganz fest glaubten. Heute haben wir eben andere Götter, die wir verehren. Alles zu seiner Zeit.
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Re: Artenvielfalt: Evolution, Schöpfung oder beides?

Beitragvon Ein Terraner » Mo 8. Okt 2018, 18:38

H2O hat geschrieben:(08 Oct 2018, 19:27)

Für die Menschen in der Zeit des Kathedralenbaus waren diese Bauten ein Lob Gottes, an den die Menschen auch ganz fest glaubten. Heute haben wir eben andere Götter, die wir verehren. Alles zu seiner Zeit.

Physik ist kein Glaube.
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Re: Artenvielfalt: Evolution, Schöpfung oder beides?

Beitragvon H2O » Mo 8. Okt 2018, 19:23

Ein Terraner hat geschrieben:(08 Oct 2018, 19:38)

Physik ist kein Glaube.


Sie nimmt aber den gesellschaftlichen Stellenwert ein, der früher dem Gottesglauben vorbehalten war.
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Re: Artenvielfalt: Evolution, Schöpfung oder beides?

Beitragvon Ein Terraner » Mo 8. Okt 2018, 19:28

H2O hat geschrieben:(08 Oct 2018, 20:23)

Sie nimmt aber den gesellschaftlichen Stellenwert ein, der früher dem Gottesglauben vorbehalten war.

Nein ganz sicher nicht, zwischen nachprüfbaren physikalischen Tatsachen und Götterglaube ist dann doch ein kleiner Unterschied.
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Re: Artenvielfalt: Evolution, Schöpfung oder beides?

Beitragvon H2O » Mo 8. Okt 2018, 19:33

Ein Terraner hat geschrieben:(08 Oct 2018, 20:28)

Nein ganz sicher nicht, zwischen nachprüfbaren physikalischen Tatsachen und Götterglaube ist dann doch ein kleiner Unterschied.


Daran besteht ja gar kein Zweifel; an dem Stellenwert aber auch nicht.
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Re: Artenvielfalt: Evolution, Schöpfung oder beides?

Beitragvon Ein Terraner » Mo 8. Okt 2018, 19:39

H2O hat geschrieben:(08 Oct 2018, 20:33)

Daran besteht ja gar kein Zweifel; an dem Stellenwert aber auch nicht.

Würde ich nicht sagen, es ist nun mal kein Glaube sondern eine Tatsache. Deinem Handy z.b. ist es herzlich egal ob du an seine physikalischen Grundlagen glaubst oder nicht.
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Re: Artenvielfalt: Evolution, Schöpfung oder beides?

Beitragvon H2O » Mo 8. Okt 2018, 19:49

Ein Terraner hat geschrieben:(08 Oct 2018, 20:39)

Würde ich nicht sagen, es ist nun mal kein Glaube sondern eine Tatsache. Deinem Handy z.b. ist es herzlich egal ob du an seine physikalischen Grundlagen glaubst oder nicht.


Nette Vorlage, danke! Wenn in einem mittelprächtigen Restaurant die gefühlte Hälfte aller Gäste auf diesem neuzeitlichen Spielzeug herum fummelt, anstatt sich mit der Nahrungsaufnahme zu befassen und Tischgespräche zu führen, dann erkenne ich darin auch einen Stellenwert im Alltagsleben... natürlich auf anderer Höhe.

So ähnlich ist das heute aber auch mit den Wissenschaften und ihrer Königsdisziplin.
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Re: Artenvielfalt: Evolution, Schöpfung oder beides?

Beitragvon Ein Terraner » Mo 8. Okt 2018, 19:58

H2O hat geschrieben:(08 Oct 2018, 20:49)

Nette Vorlage, danke! Wenn in einem mittelprächtigen Restaurant die gefühlte Hälfte aller Gäste auf diesem neuzeitlichen Spielzeug herum fummelt, anstatt sich mit der Nahrungsaufnahme zu befassen und Tischgespräche zu führen, dann erkenne ich darin auch einen Stellenwert im Alltagsleben... natürlich auf anderer Höhe.

So ähnlich ist das heute aber auch mit den Wissenschaften und ihrer Königsdisziplin.

Das kam durch den praktischen Nutzen, aber auch hier sehe ich nicht das die Wissenschaft den Glauben ersetzt hat.
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Re: Artenvielfalt: Evolution, Schöpfung oder beides?

Beitragvon H2O » Mo 8. Okt 2018, 20:01

Ein Terraner hat geschrieben:(08 Oct 2018, 20:58)

Das kam durch den praktischen Nutzen, aber auch hier sehe ich nicht das die Wissenschaft den Glauben ersetzt hat.


Den Stellenwert, den Stellenwert! Aber ich gebe jetzt hier auf!
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Re: Artenvielfalt: Evolution, Schöpfung oder beides?

Beitragvon Ein Terraner » Mo 8. Okt 2018, 20:03

H2O hat geschrieben:(08 Oct 2018, 21:01)

Den Stellenwert, den Stellenwert! Aber ich gebe jetzt hier auf!

Da auch nicht, der Stellenwert von Wissenschaft hat Religion schon lange überholt.
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Re: Artenvielfalt: Evolution, Schöpfung oder beides?

Beitragvon H2O » Di 9. Okt 2018, 07:19

Ein Terraner hat geschrieben:(08 Oct 2018, 21:03)

Da auch nicht, der Stellenwert von Wissenschaft hat Religion schon lange überholt.


Vom Kathedralenbau zur heutigen Wissenschaft sind schließlich einige Jahrhunderte verstrichen.

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