Weltraum-"Fahrstuhl": Revolution für die Raumfahrt?

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Cat with a whip
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Re: Weltraum-"Fahrstuhl": Revolution für die Raumfahrt?

Beitragvon Cat with a whip » Di 17. Okt 2017, 18:12

Adam Smith hat geschrieben:(13 Oct 2017, 22:25)

Könnte man das nicht abschirmen?

Teilweise. Man muß auf das Gewicht achten.

Geladene Teilchen könnten sich gewichtssparend über magnetische Felder abschirmen lassen.

Schwierig sind Neutronen und hochenergetische Photonen der kosmischen Strahlung. Für schnelle Neutronen braucht man massereiche Schichten aus Wasser oder Kohlenwasserstoffen und gegen die begleitende harten Photonen hülfe nur meterweise Beton. Bleifolien nützen übrigens nur gegen energiearme Photonen. Bei harter Gammastrahlung würde Blei die Strahlenbelastung durch erzeugte sekundäre Teilchen sogar noch erhöhen.

Arbeiter die so einen Aufzug bauen oder Warten werden daher nur kurz am Projekt tätig sein. Der Lift muß weitestgehend automatisiert und ferngesteuert gebaut und betrieben werden. Besonders während Zeiten erhöhter Sonnenaktivität ist dort Aufenthalt gefährlich. Da können Dosen von bis zu 1 Sievert/Tag entstehen und da gehts los mit Symptomen einer leichten Strahlenkrankheit und 10% Letalität nach 30 Tagen.
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Cat with a whip
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Re: Weltraum-"Fahrstuhl": Revolution für die Raumfahrt?

Beitragvon Cat with a whip » Di 17. Okt 2017, 19:58

SpukhafteFernwirkung hat geschrieben:(13 Oct 2017, 22:45)

in der raumfahrt rechnet man mit gleichwerten von alu. warum weiß ich nicht, ich hab ja keine ahnung. nicht jede art von strahlung wird von jedem material gleich gut absorbiert. selbst wenn man mittig in die treibstofftanks einen schutzraum einbauen würde, würde das nicht die strahlung vollständig abschirmen...


Aluminium wird in der Raumfahrt durchweg zur Abschirmung verwendet. Die Abschirmungen sollen gegen Elektronen und Ionen schützen. Gegen harte Gammastrahlung nützt auch kein Blei.

raumfahrer sind helden, unterliegen also nicht der überwachung beruflich strahlenexponierter personen.

Sie werden genau überwacht und dosimetiert denn auch Strahlenbiologie ist Teil der Forschung innerhalb der Raumfahrt.
Bei der ESA ist nachdem was ich gelesen habe nach kumulierten 1000 mSv Schluss mit Raumflug. Das ist ca. das doppelte der Lebensdosis bei beruflich strahlenexponierten Personen in Europa. Auch bei der NASA soll ab 400 mSv Grenzwert im gesamten Leben niemand mehr fliegen.
Keine Apollo-Crew kam während des gesamten Fluges auf über 10 mSv. Die NASA lässt heute pro Jahr 200mSv zu. Die hätten also noch oft in einem Jahr fliegen können.

4. die apollo-crew bewegte sich vielleicht(!) schneller durch den van allen gürtel, nahm aber nicht den kürzesten weg, sondern bewegte sich spiralenförmig da durch.

Sie nahm beim Überleiten vom Orbit auf die Translunar-Trajektorie den schnellsten und einzig sinnvoll machbaren Weg und die Crew war so gerade mal 2 Stunden im Gürtel. Die Dosisleistung ist im Gürtel auch nicht überall gleich hoch.

2. über die dosisleistung, die gesundheitliche schäden verursacht, wird seit jahrzehnten diskutiert.

Und es gibt ständig Überraschungen.
2001 fand man in einer Studie die 295 Astronauten umfasste bei 48 einen Katarakt, was signifikant über der Rate der Normalbevölkerung liegt.
Man dachte bisher die Toleranzdosis läge bei 60.000-80.000 mSv. Die Astronauten hatten jedoch nur max. einige hundert m Sv.
-> Man hatte die schädigende Wirkung der hochenergetischen Teilchenstrahlung in diesem Gewebe bisher völlig unterschätzt.
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Re: Weltraum-"Fahrstuhl": Revolution für die Raumfahrt?

Beitragvon Hans Wurst » Do 19. Okt 2017, 16:40

Cat with a whip hat geschrieben:(17 Oct 2017, 18:26)

Das ist nicht korrekt. Würde der Aufzug im geosynchronen Orbit enden würde er wegen der tiefer liegenden Massen nach unten gezogen. Der Aufzug muß notwendigerweise mit einem Gegengewicht realisiert werden, dieses ist nicht optional.


Darum schrieb ich ja, dass bei 36000km der Schwerpunkt liegt. :p
Darum ist das angenommene Kabel auch mit 144000km weit länger um das notwendige Gewicht jenseits des Schwerpunktes zu bilden.
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Re: Weltraum-"Fahrstuhl": Revolution für die Raumfahrt?

Beitragvon Cat with a whip » Do 19. Okt 2017, 20:16

Das war mir schon klar weil ich wusste was sie mit ihrer widersprüchlichen Formulierung meinten.

Übrigens muß der Schwerpunkt des Lifts höher als der geosynchrone Orbit liegen. Wird leider in verschiedenen deutschen Quellen falsch dargestellt.

->Lesen: "Why the Space Elevator's Center of Mass is not at GEO"
http://gassend.net/spaceelevator/center ... index.html
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Re: Weltraum-"Fahrstuhl": Revolution für die Raumfahrt?

Beitragvon Hans Wurst » Sa 21. Okt 2017, 00:49

Cat with a whip hat geschrieben:(19 Oct 2017, 21:16)

Das war mir schon klar weil ich wusste was sie mit ihrer widersprüchlichen Formulierung meinten.

Übrigens muß der Schwerpunkt des Lifts höher als der geosynchrone Orbit liegen. Wird leider in verschiedenen deutschen Quellen falsch dargestellt.

->Lesen: "Why the Space Elevator's Center of Mass is not at GEO"
http://gassend.net/spaceelevator/center ... index.html


Dass das so klar war, ist aus dem Post leider nicht vorhergegangen.
Was den Schwerpunkt angeht: Stimmt! Danke fuer die Korrektur und Quellenangabe! Ich habe naiverweise den Schwerpunkt mit dem Punkt der Größten Zugbelastung gleichgesetzt, was tatsächlich nicht stimmt. :/
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Re: Weltraum-"Fahrstuhl": Revolution für die Raumfahrt?

Beitragvon Shellsort » So 22. Okt 2017, 11:59

Pro&Contra hat geschrieben:(27 Aug 2017, 00:11)
Und dann. Was karren wir dann in den Weltraum? Atommüll?

Warum nicht? Wenns billig genug ist.
Meine Fragen sind nur Fragen, und gegen niemanden gerichtet.
Auch wenn sie blöd klingen...

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