Intelligenz zu 40%-80% genetisch bedingt?

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Re: Intelligenz zu 40%-80% genetisch bedingt?

Beitragvon Tatjana » Mo 7. Aug 2017, 10:44

Dieter Winter hat geschrieben:(04 Aug 2017, 21:55)

Hmmm - naja:

https://www.laenderdaten.info/iq-nach-laendern.php

1) Bei den verlinkten Daten scheint es so, als wären da diese kulturellen Unterschiede nicht berücksichtigt worden. Was mich zudem etwas skeptisch stimmt, ist die Tatsache, dass sich Intelligenz durch solche Tests, mit etwas Training wohl steigern lässt. Wenn aber nun Intelligenz genetisch bedingt ist, dann ist das eben so. Aber es ändert sich dann auch nichts. Du wirst ja auch nicht wirklich größer, nur weil Du oft auf Zehenspitzen läufst...
2) Das könnte aber auch nur ein Zeichen für gute Anpassungsfähigkeit sein. Wirtschaftliche und auch teilweise wissenschaftliche Erfolge sind oft Glückssache. Und zumindest Erstere auch ein Zeichen von Skrupellosigkeit. Oder willst Du mir erzählen, Donald Trump wäre außerordentlich intelligent???
3) Naja, nur weil etwas mainstream ist, heißt das nicht, dass es auch stimmt. Zudem ändert das nichts daran, dass es immer noch keine allgemeingültige Definition von Intelligenz gibt.

1) Intelligenz ist zu einem großen Teil genetisch bedingt. Aber wie Sie sich entfalten kann, hängt eben zu einem großen Teil von den anschließenden Umweltbedingungen ab. Wie bei der Körpergröße, die ebenfalls stark genetisch bedingt ist. Bei stetiger guter Ernährung kann sich diese Disposition stark auswirken und der Körper wird größer, kann die Disposition also "ausgereizt" werden. Der amerikanische Wissenschaftler Bruce Lahn soll vor Jahren einen vermeintlich schnellen Test zur genetischen Disposition von Intelligenz und Gehirngröße entwickelt haben. Er bekam allerdings Mordsärger, Rassismus - Vorwürfe wurden laut.
2) Wissenschaftliche Erfolge sind Glückssache? Nein! Kreativität, Intelligenz und besonders Fleiß sind die entscheidenden Faktoren. Selbstverständlich ist Trump überdurchschnittlich intelligent, ein Genie ist er wohl nicht. Welche Belege für seinen unterdurchschnittlichen IQ haben Sie?
3) "Mainstream" heißt in diesem Fall, dass die stark überwiegende Mehrheit der internationalen Fachwissenschaftler dieser Meinung ist. So wie heute z.B. die meisten Fachleute die Klimaerwärmung für nachgewiesen halten. Während die Geschlechterforschung stark umstritten ist.
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Re: Intelligenz zu 40%-80% genetisch bedingt?

Beitragvon Dieter Winter » Mo 7. Aug 2017, 18:29

Tatjana hat geschrieben:(07 Aug 2017, 11:44)

1) Intelligenz ist zu einem großen Teil genetisch bedingt. Aber wie Sie sich entfalten kann, hängt eben zu einem großen Teil von den anschließenden Umweltbedingungen ab. Wie bei der Körpergröße, die ebenfalls stark genetisch bedingt ist. Bei stetiger guter Ernährung kann sich diese Disposition stark auswirken und der Körper wird größer, kann die Disposition also "ausgereizt" werden. Der amerikanische Wissenschaftler Bruce Lahn soll vor Jahren einen vermeintlich schnellen Test zur genetischen Disposition von Intelligenz und Gehirngröße entwickelt haben. Er bekam allerdings Mordsärger, Rassismus - Vorwürfe wurden laut.
2) Wissenschaftliche Erfolge sind Glückssache? Nein! Kreativität, Intelligenz und besonders Fleiß sind die entscheidenden Faktoren. Selbstverständlich ist Trump überdurchschnittlich intelligent, ein Genie ist er wohl nicht. Welche Belege für seinen unterdurchschnittlichen IQ haben Sie?
3) "Mainstream" heißt in diesem Fall, dass die stark überwiegende Mehrheit der internationalen Fachwissenschaftler dieser Meinung ist. So wie heute z.B. die meisten Fachleute die Klimaerwärmung für nachgewiesen halten. Während die Geschlechterforschung stark umstritten ist.


Nun, die Intelligenz des aktuellen US Präsidenten braucht hier nicht Gegenstand einer Diskussion zu werden - das würde mit Sicherheit auch zu weit vom Thema weg führen. Ob und inwieweit der IQ nun als Maßstab für Intelligenz anzusetzen ist, darüber streiten sich m. W. die einschlägig Gelehrten: Mir geht es primär darum, dass es nach wie vor keine verbindliche, allgemein akzeptierte Definition von Intelligenz gibt.

http://www.spektrum.de/lexikon/psycholo ... igenz/7263

Und aus diesem Grund stellt sich die Frage nicht, inwieweit sie genetisch bedingt ist.
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Re: Intelligenz zu 40%-80% genetisch bedingt?

Beitragvon Tatjana » Mi 9. Aug 2017, 09:23

Wie sie wünschen, alles ist relativ. Halten wir dann aber fest, dass der messbare IQ, der eine recht genaue Voraussage über den Erfolg von Individuen in unserer westlichen Gesellschaft zulässt, zum großen Teil genetisch bedingt ist.
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Re: Intelligenz zu 40%-80% genetisch bedingt?

Beitragvon Provokateur » Mi 9. Aug 2017, 09:48

Tatjana hat geschrieben:(09 Aug 2017, 10:23)

Halten wir dann aber fest, dass der messbare IQ, der eine recht genaue Voraussage über den Erfolg von Individuen in unserer westlichen Gesellschaft zulässt,


Dieser Teilsatz ist Kappes. Intelligenz ist das, was der Intelligenztest misst. Erfolg in der Gesellschaft misst sich am Kontostand. Es mag in gewissen Bereichen Korrelationen geben, aber der Erfolg lässt sich über den IQ nicht vorhersagen.
Alles was hier verfasst wird, stellt meine persönliche Meinung dar. Ich bin kein Sprecher von irgendwem, speziell nicht meines Arbeitgebers.

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Re: Intelligenz zu 40%-80% genetisch bedingt?

Beitragvon Unité 1 » Mi 9. Aug 2017, 10:54

Provokateur hat geschrieben:(09 Aug 2017, 10:48)

Dieser Teilsatz ist Kappes. Intelligenz ist das, was der Intelligenztest misst. Erfolg in der Gesellschaft misst sich am Kontostand. Es mag in gewissen Bereichen Korrelationen geben, aber der Erfolg lässt sich über den IQ nicht vorhersagen.

Ich stimme dir zu, der IQ ist lediglich ein Wert, der die Fähigkeit, Intelligenztests zu lösen, anzeigt. Sonst nichts.
Dass gesellschaftlicher Erfolg am Kontostand gemessen werden kann, ist aber derselbe Mumpitz wie die Messung gesellschaftlichen Erfolgs am IQ. Der Kontostand zeigt ökonomischen Erfolg an. Das Gesellschaftliche auf das ökonomische zu reduzieren, halte ich für verfehlt. Es kann schon sein, dass für manche das in eins fällt. Für andere aber nicht. Wie immer gilt, Erfolg ist Definitionssache.
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Re: Intelligenz zu 40%-80% genetisch bedingt?

Beitragvon Provokateur » Mi 9. Aug 2017, 10:58

Unité 1 hat geschrieben:(09 Aug 2017, 11:54)

Ich stimme dir zu, der IQ ist lediglich ein Wert, der die Fähigkeit, Intelligenztests zu lösen, anzeigt. Sonst nichts.
Dass gesellschaftlicher Erfolg am Kontostand gemessen werden kann, ist aber derselbe Mumpitz wie die Messung gesellschaftlichen Erfolgs am IQ. Der Kontostand zeigt ökonomischen Erfolg an. Das Gesellschaftliche auf das ökonomische zu reduzieren, halte ich für verfehlt. Es kann schon sein, dass für manche das in eins fällt. Für andere aber nicht. Wie immer gilt, Erfolg ist Definitionssache.


Ich habe auch nachgedacht, ob gesellschaftlicher Erfolg ohne Geld denkbar ist. Ich bin zu dem Ergebnis gekommen, dass das schwerlich sein kann, denn wer kein Geld hat, wird auch nicht als erfolgreich wahrgenommen.

Und Erfolg ist immer etwas, was sich auf irgendeine Art messen lässt. Bestes Beispiel: Die Kardashians.

Nicht sehr intelligent, aber dafür sehr erfolgreich darin, berühmt zu sein. Und dementsprechend vermögend.

Natürlich könnte man das ganze partikularisieren; ein ALG II-Empfäger könnte zum Beispiel bei "World of Warcraft" sehr erfolgreich sein und dementsprechende messbare Erfolge vorweisen.

Aber das gilt dann nicht gesamtgesellschaftlich - für andere bleibt er ein Loser.

Geld ist der kleinste, gemeinsame Nenner.
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Re: Intelligenz zu 40%-80% genetisch bedingt?

Beitragvon Tatjana » Mi 9. Aug 2017, 11:15

Ausnahmen gibt's immer, aber der Trend ist klar:

Dieter E. Zimmer, Autor des Buchs "Ist Intelligenz erblich?"
Es dokumentiert den Stand der internationalen Intelligenzforschung anno 2012. Dabei stimmen viele Ergebnisse mit dem überein, was wir im Alltag wahrnehmen. Zum Beispiel schneiden Menschen, die wir für intelligent halten, in Intelligenztests gut ab.
...
Der IQ korreliert mit beruflichem Erfolg. Wohlgemerkt: Nicht in jedem Einzelfall, sondern im Durchschnitt. Intelligenz ist Voraussetzung, um Maschinenbauingenieur, Gerichtsmedizinerin oder Philosophieprofessorin zu werden.
...
Ein hoher IQ in der Pubertät ist der stärkste Prädiktor für beruflichen Erfolg.
...
Einige Zahlen, die aus einem Test der Bundesanstalt für Arbeit berechnet wurden: Chemielaboranten kommen auf einen Durchschnitts-IQ von 114, Augenoptiker auf 113, Dachdecker auf 94, Maler und Lackierer auf 90. Eine andere Studie sieht Rechtsanwälte bei einem IQ von durchschnittlich 120, Redaktionsleiter bei 116, Lagerarbeiter bei 94 und Packer bei 88. Linda Gottfredson, Verfasserin der Studie, weist darauf hin, dass die Berufsmöglichkeiten oberhalb eines IQs von 120 fast unbegrenzt sind. Unterhalb von 75 aber gibt es praktisch keine Stellen mehr, mit Ausnahme von betreutem Arbeiten.

http://www.spiegel.de/karriere/wie-inte ... 44713.html

Is IQ A Predictor Of Success? originally appeared on Quora: The best answer to any question.

Answer by Peter S. Magnusson, SVP Cloud Development, Oracle. Formerly Snapchat (VP Eng), Google (Eng Dir), and Virtutech (Founder and CEO), on Quora.

As the question is stated, the answer is simply "yes".

If you take a "real" IQ test (see comments below), then the result is a strong statistical predictor of multiple future life outcomes - income, education level, health, even longevity. There are hundreds of studies that confirm these correlations. So in that sense, it "predicts" your future "success".

https://www.forbes.com/sites/quora/2015 ... 819b783604
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Re: Intelligenz zu 40%-80% genetisch bedingt?

Beitragvon Unité 1 » Mi 9. Aug 2017, 11:17

Provokateur hat geschrieben:(09 Aug 2017, 11:58)
Bestes Beispiel: Die Kardashians.
Nicht sehr intelligent, aber dafür sehr erfolgreich darin, berühmt zu sein. Und dementsprechend vermögend.
:D

Ich habe auch nachgedacht, ob gesellschaftlicher Erfolg ohne Geld denkbar ist. Ich bin zu dem Ergebnis gekommen, dass das schwerlich sein kann, denn wer kein Geld hat, wird auch nicht als erfolgreich wahrgenommen.

Und Erfolg ist immer etwas, was sich auf irgendeine Art messen lässt.

Natürlich könnte man das ganze partikularisieren; ein ALG II-Empfäger könnte zum Beispiel bei "World of Warcraft" sehr erfolgreich sein und dementsprechende messbare Erfolge vorweisen.

Aber das gilt dann nicht gesamtgesellschaftlich - für andere bleibt er ein Loser.

Geld ist der kleinste, gemeinsame Nenner.

Ist Erfolg überhaupt objektivierbar? Bleiben wir bei dem Beispiel des WoW-spielenden ALGII-Empfängers. Er könnte auch andere Erfolge aufweisen, sich engagieren im sozialen Bereich bspw. Der Erfolg würde dann von der entsprechenden Bezugsgruppe anerkannt, von BWLern eher nicht. Wobei das Beispiel dann doch schlecht ist, wer bei WoW sehr erfolgreich ist, wird wohl nicht viel Zeit für anderes haben.

Und darauf aufbauend, ist es überhaupt sinnvoll, Erfolg über die Gesellschaft zu definieren? Nehmen wir die Protagonisten der Finanzkrise, deren durch Gier und Rücksichtslosigkeit erzieltes persönliches Vermögen hatte schwersten Schaden an gleich mehreren Gesellschaften zur Folge. Wir sind uns wohl einig, dass deren Gebaren schwerlich als gesellschaftlicher Erfolg gelten kann, auch wenn ihr Kontostand achtstellig ist. Nicht mal aus ökonomischer Perspektive wäre das ein Erfolg, der wirtschaftliche Schaden war ja immens. Aus persönlicher Sicht hingegen waren sie erfolgreich, aus verengter Spekulationssystemssicht ebenso.

Das Problematische beim Definieren von Erfolg über Geld oder Intelligenz ist das impliziert Versagen jener, die nicht reich oder klug sind. Dabei muss das ja gar nicht deren und ihrem näheren oder weiteren Umfeld Realität entsprechen.

Zielführender wäre eine Definition über positive Auswirkungen auf die Gesellschaft. Wobei positiv eine subjektive Wertung ist und damit im Grunde auch ausscheidet. Man könnte Erfolg dann über nachhaltige Wirkung oder Beeinflussung der Gesellschaft messen. Hier stellt sich dann aber doch wieder die Sinnhaftigkeitsfrage. Die 9/11-Attentäter hatten zweifelsohne aus dieser Perspektive durchschlagenden Erfolg, die amerikanische Gesellschaft oder politische Kultur hat sich tief gewandelt. Und doch würde ich zögern, dass auch für mich als Erfolg zu betrachten.

Nein, ich denke, dass eine gesellschaftliche Kategorie Erfolg weder sinnvoll definiert noch überhaupt als sinnvoll betrachtet werden kann.
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Re: Intelligenz zu 40%-80% genetisch bedingt?

Beitragvon Anderus » Mi 9. Aug 2017, 12:13

Intelligenz ist eben nicht, erfolgreiches Ergebnis zu erzielen. Intelligenz ist, wenn die einzelnen Schritte, die zum Erfolg geführt haben, einer Intelligenzleistung würdig sind. Das ist übrigens auch die Abgrenzung zur Raffinesse. Es ist völlig unerheblich, in welchen Kathegorien man Intelligenz einteilt. Man kann einen Menschen nicht in eine solche Kiste stecken. Auch der Intelligenteste, ist Stimmungen unterworfen, wo er bestenfalls durchschnittliche Leistungen erbringen kann. Die Gleichung, "Einmal Intelligent, immer Intelligent" geht nicht auf.

Natürlich kann man mit Intelligenztests, Einteilungen machen, wie Menschen durchschnittlich drauf sind. Hier wird aber der Anteil des Wollens, bei der Intelligenz, überbewertet. In der Regel ist es bei Menschen mit einem hohen IQ, das Wissen, was sie sich angeeignet haben, (was nicht aus der Vererbung kommt), was sie so erfolgreich macht. Und, genau das, wird bei IQ-tests auch gemessen. Das jemand, der Viel hat, auch Viel machen kann, ist eine Binsenweisheit. Intelligent ist der, der wenig zur Verfügung hat, und daraus das Bestmögliche macht. Der Erfinder des Rades, hatte wahrscheinlich einen Baum, der umgefallen war, den er in mehrere Teile, vielleicht mit einem Faustkeil, zerlegte, und dann die Teile solange bearbeitete, bis er eine gleich dicke Scheibe hatte. Dann hatte er wohl in die Mitte Löcher gebohrt und eine Achse daran angebracht.
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Re: Intelligenz zu 40%-80% genetisch bedingt?

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 9. Aug 2017, 12:18

Mit dem "Erfolg" verhält es sich eigentlich recht einfach. Erfolg ist schon rein etymologisch nix anderes als das Realwerden ("erfolgen") eines Ursache-Wirkungszusammenhangs. In diesem Falle dem zwischen selbstgesetzten Zielen und dem Erreichen dieser Ziele. Das was häufig allgemein so als (äußerer) Erfolg gesehen wird, die Zustimmung und das Bekenntnis irgendeines Publikums ist also (jedenfalls mehr) die Resonanz auf diese Selbstsetzung und ihr Erreichen und (weniger) das Erreichen äußerlicher, durch Konventionen vorgegebener Ziele.

Und ganz praktisch gesehen verhält es sich mit dem Kontostand auch recht einfach: Sinkt das Einkommen unter eine existentielle Basis, so ist die Frage des Erfolgs irrelevant, da es mehr oder weniger "nur" ums Überleben geht. Überschreitet das Einkommen diese Grenze, ist es völlig ungewiss, wie das entehende Potenzial genutzt wird. Ein nicht weniger Anteil der Menschen (ich würde ihn auf mindestens 66 Prozent schätzen) macht sich damit einzig und allein unglücklich. Und 65 Prozent verstehen es, vor anderen und vor allem vor sich selbst, dieses Unglücklichsein zu kaschieren und durch Rechtfertigung als Glück umzudefinieren.
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Re: Intelligenz zu 40%-80% genetisch bedingt?

Beitragvon gödelchen » Mi 9. Aug 2017, 12:19

Unité 1 hat geschrieben:(09 Aug 2017, 12:17)

:D


Ist Erfolg überhaupt objektivierbar? Bleiben wir bei dem Beispiel des WoW-spielenden ALGII-Empfängers. Er könnte auch andere Erfolge aufweisen, sich engagieren im sozialen Bereich bspw. Der Erfolg würde dann von der entsprechenden Bezugsgruppe anerkannt, von BWLern eher nicht. Wobei das Beispiel dann doch schlecht ist, wer bei WoW sehr erfolgreich ist, wird wohl nicht viel Zeit für anderes haben.

Und darauf aufbauend, ist es überhaupt sinnvoll, Erfolg über die Gesellschaft zu definieren? Nehmen wir die Protagonisten der Finanzkrise, deren durch Gier und Rücksichtslosigkeit erzieltes persönliches Vermögen hatte schwersten Schaden an gleich mehreren Gesellschaften zur Folge. Wir sind uns wohl einig, dass deren Gebaren schwerlich als gesellschaftlicher Erfolg gelten kann, auch wenn ihr Kontostand achtstellig ist. Nicht mal aus ökonomischer Perspektive wäre das ein Erfolg, der wirtschaftliche Schaden war ja immens. Aus persönlicher Sicht hingegen waren sie erfolgreich, aus verengter Spekulationssystemssicht ebenso.

Das Problematische beim Definieren von Erfolg über Geld oder Intelligenz ist das impliziert Versagen jener, die nicht reich oder klug sind. Dabei muss das ja gar nicht deren und ihrem näheren oder weiteren Umfeld Realität entsprechen.

Zielführender wäre eine Definition über positive Auswirkungen auf die Gesellschaft. Wobei positiv eine subjektive Wertung ist und damit im Grunde auch ausscheidet. Man könnte Erfolg dann über nachhaltige Wirkung oder Beeinflussung der Gesellschaft messen. Hier stellt sich dann aber doch wieder die Sinnhaftigkeitsfrage. Die 9/11-Attentäter hatten zweifelsohne aus dieser Perspektive durchschlagenden Erfolg, die amerikanische Gesellschaft oder politische Kultur hat sich tief gewandelt. Und doch würde ich zögern, dass auch für mich als Erfolg zu betrachten.

Nein, ich denke, dass eine gesellschaftliche Kategorie Erfolg weder sinnvoll definiert noch überhaupt als sinnvoll betrachtet werden kann.


Erfolg ist schwer zu fassen :-). Wir lassen heute ein wesentliches Merkmal des Erfolges außer Betracht. Erfolg wird erst dann erfolgreich, wenn das Feedback, auf das was du erreicht hattest, eine breite und überwiegend positive Aufmerksamkeit erlangt hat, dann darf doch von Erfolg gesprochen werden. Heute misst erst jeder den Erfolg nach seinem individuellen Maßstab.

Der Kreis, ob klein ob groß ob riesig, fur den eine Anstrengung unternommen wird, beurteilt einerseits den Erfolg, fragt den nach. Je übergreifender und positiver die Rückmeldung ist, je erfolgreicher. Im Zuge der überzogenen Individualisierung verliert der Erfolg seine soziale Bindungskraft, wird ein fur sich allein stehendes Merkmal.

Du hast die Haare schön ist dann heute auch schon ein Erfolg und das Abzocken von Milliarden, Betrug zu Gunsten von Shareholdern auch.

Der Erfolg hat heute keine soziale Komponente mehr, deshalb ist Erfolg auch heute eigentlich keiner mehr..:-)
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Re: Intelligenz zu 40%-80% genetisch bedingt?

Beitragvon Provokateur » Mi 9. Aug 2017, 13:39

Ich habe mich übrigens mal mit einem Epigenetiker unterhalten, der ein neues Verfahren zur Testung von Intelligenz entwickelt hatte.

Seine These war: Jeder Mensch hat die selbe "Menge" Intelligenz, diese sei nur unterschiedlich verteilt.

Er erklärte mir, dass er und sein Kollege (so um die....genau bekomme ich es nicht mehr zusammen) 24 Kategorien von Intelligenz voneinander abgrenzen können, auf die sich Intelligenz verteilt. Zumeist gibt es ein bestimmendes Merkmal und danach gestaffelt teilt sich die Intelligenz auf.

So kann jemand, der seinen höchsten Wert in mathematischer Intelligenz erreicht, nicht den selben Wert in körperlicher oder sozialer Intelligenz erreichen. Insgesamt sei aber die Summe aller Werte immer annähernd gleich.
Ich fand das sehr interessant und fragte ihn nach der genetischen Komponente. Diese sei zweifellos vorhanden, erklärte er mir; dennoch habe auch das Umfeld entscheidenden Einfluss. So würde sich zum Beispiel erklären, warum Artistik allzu oft ein "Familiengeschäft" sei...die genetische Anlage für eine hohe körperliche Intelligenz sei eben vorhanden, aber auch ein Umfeld, in dem diese optimal gefördert würde.
Die Menschen, die wir heute als "dumm" abstempeln, hätten einfach eine Intelligenzverteilung, die in der heutigen Gesellschaft nicht mehr gefordert sei.

Ich habe es leider versäumt, mir seinen Namen zu merken. :|

Aber seine Karte hab ich noch irgendwo.

@ Unite...gödelchen hat meine Replik auf deine berechtigten Einwände sehr gut ausformuliert.
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Re: Intelligenz zu 40%-80% genetisch bedingt?

Beitragvon Tatjana » Mi 9. Aug 2017, 15:04

gödelchen hat geschrieben:(09 Aug 2017, 13:19)

Der Erfolg hat heute keine soziale Komponente mehr, deshalb ist Erfolg auch heute eigentlich keiner mehr..:-)


Na klar hat "Erfolg", gerade der berufliche, eine soziale Komponente:

Wenn das Männchen materiellen Reichtum und / oder Status anhäuft, findet es schneller schönere (=gesündere) und mehr Weibchen und kann sich mit höherer Wahrscheinlichkeit fortpflanzen und seine Gene weitergeben. In der Natur ist Erfolg zuerst eine höhere Reproduktionsrate.
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Re: Intelligenz zu 40%-80% genetisch bedingt?

Beitragvon ThorsHamar » Mi 9. Aug 2017, 15:15

Tatjana hat geschrieben:(09 Aug 2017, 16:04)

Na klar hat "Erfolg", gerade der berufliche, eine soziale Komponente:

Wenn das Männchen materiellen Reichtum und / oder Status anhäuft, findet es schneller schönere (=gesündere) und mehr Weibchen und kann sich mit höherer Wahrscheinlichkeit fortpflanzen und seine Gene weitergeben. In der Natur ist Erfolg zuerst eine höhere Reproduktionsrate.


Das ist kaum haltbar .... Ficken mit besserem Material ist nicht Reproduktion!
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Re: Intelligenz zu 40%-80% genetisch bedingt?

Beitragvon Provokateur » Mi 9. Aug 2017, 15:22

ThorsHamar hat geschrieben:(09 Aug 2017, 16:15)

Das ist kaum haltbar .... Ficken mit besserem Material ist nicht Reproduktion!


Klassischer Kultur-Naturkonflikt.
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Re: Intelligenz zu 40%-80% genetisch bedingt?

Beitragvon ThorsHamar » Mi 9. Aug 2017, 15:28

Provokateur hat geschrieben:(09 Aug 2017, 16:22)

Klassischer Kultur-Naturkonflikt.


Eben .... deshalb hat die sog. Unterschicht mehr Kinder.
Kondome kosten Geld und Suff macht sorgloser als eine Linie ....
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Re: Intelligenz zu 40%-80% genetisch bedingt?

Beitragvon Provokateur » Mi 9. Aug 2017, 15:36

ThorsHamar hat geschrieben:(09 Aug 2017, 16:28)

Eben .... deshalb hat die sog. Unterschicht mehr Kinder.
Kondome kosten Geld und Suff macht sorgloser als eine Linie ....


Ich wundere mich schon, wann Kultur und wann Natur eine Rolle spielt. Unsere Schönheitsideale (derzeit) sind ja ganz klar kulturell bedingt.
Alles was hier verfasst wird, stellt meine persönliche Meinung dar. Ich bin kein Sprecher von irgendwem, speziell nicht meines Arbeitgebers.

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Re: Intelligenz zu 40%-80% genetisch bedingt?

Beitragvon Tatjana » Mi 9. Aug 2017, 15:39

Material? Hallo Moderatoren, ThorsHamar hat gegen die Regeln des Boards verstossen, ich verlange mindestens eine Abmahnung!

Tatjana hat geschrieben:
Na klar hat "Erfolg", gerade der berufliche, eine soziale Komponente:

Wenn das Männchen materiellen Reichtum und / oder Status anhäuft, findet es schneller schönere (=gesündere) und mehr Weibchen und kann sich mit höherer Wahrscheinlichkeit fortpflanzen und seine Gene weitergeben. In der Natur ist Erfolg zuerst eine höhere Reproduktionsrate.


Die Regel gilt überall, außer in den westlichen Industrienationen, in denen die Natur mit Verhütungsmitteln, Abtreibung und Hilfen für Alleinerziehende Mütter ausgebremst wird.
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Re: Intelligenz zu 40%-80% genetisch bedingt?

Beitragvon ThorsHamar » Mi 9. Aug 2017, 15:42

Provokateur hat geschrieben:(09 Aug 2017, 16:36)

Ich wundere mich schon, wann Kultur und wann Natur eine Rolle spielt. Unsere Schönheitsideale (derzeit) sind ja ganz klar kulturell bedingt.


In der Oberschicht braucht der Mann Geld und Macht, in der Unterschicht Schnaps ....
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Re: Intelligenz zu 40%-80% genetisch bedingt?

Beitragvon ThorsHamar » Mi 9. Aug 2017, 15:43

Tatjana hat geschrieben:(09 Aug 2017, 16:39)

Material? Hallo Moderatoren, ThorsHamar hat gegen die Regeln des Boards verstossen, ich verlange mindestens eine Abmahnung! ...


Du hast wohl 'n A zuviel, was?
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