wissenschaftliche entdeckungen, erfindungen und neuigkeiten

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Ein Terraner
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Re: wissenschaftliche entdeckungen, erfindungen und neuigkeiten

Beitragvon Ein Terraner » Mi 22. Aug 2018, 17:04

Experiment bestätigt Lehrbuchbeispiel der Evolution
Die Schulbücher zur Evolutionstheorie müssen doch nicht umgeschrieben werden: Ein längst überfälliges Experiment belegt endlich eine wohlbekannte Theorie über Birkenspanner.


Gut gereift.
Lebensgefährlicher Uralt-Käse aus ägyptischem Grab
Ein italienisches Team hat sich auf »Archäofood« spezialisiert. Sein neuester Fund ist ein altägyptischer Käse aus Ramses' Zeiten. Aber Achtung: ungesund!
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schokoschendrezki
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Re: wissenschaftliche entdeckungen, erfindungen und neuigkeiten

Beitragvon schokoschendrezki » Di 25. Sep 2018, 14:00

Es ist nicht ganz unwahrscheinlich (so vorsichtig muss man es wohl formulieren), dass eines der fundamentalsten Probleme der Mathematik gelöst wurde: Der Beweis der Riemannschen Vermutung. Von dem inzwischen 89jährigen, von der Herkunft her schottisch-libanesischen renommierten Mathematiker (Sir) Michael Francis Atiyah. Auf dem Heidelberg Laureate Forum präsentierte er kürzlich einen Beweis(vorschlag). Verständlicherweise ist das Fachpublikum erstmal skeptisch.
Es wurden schon häufig Beweise vorgestellt, die sich als falsch erwiesen. Aber wenn sich dieser Beweis als richtig erweisen sollte ... das wäre schon eine ziemliche Sensation. https://www.spektrum.de/news/atiyah-praesentiert-angeblichen-beweis-der-riemannschen-vermutung/1593390

Der Beweis der Riemannschen Vermutung (von 1859) gehört zu den sieben sogenannten Millenium-Problemen, für deren Lösung jeweils ein Preisgeld von einer Million Dollar vom Clay Mathematics Institute ausgesetzt ist. Und von denen bisher genau eines gelöst ist: Der Beweis der Poincaré-Vermutung. Vom russischen Mathematiker Grigori Perelman, der die Annahme des Preises allerdings abgelehnt hat und inzwischen völlig zurückgezogen in einer Neubausiedlung am Rand von Petersburg bei seiner Mutter lebt und mit Begeisterung Geige und Tischtennis spielt oder ins Kino geht ...

Die Riemannsche Vermutung gehört in das Gebiet der analytischen Zahlentheorie. Und ist auch für einen studierten Mathematiker zwar rein formal, formelmäßig begreifbar aber in ihrer tieferen und eigentlichen allgemeinen naturphilosophischen Bedeutsamkeit sehr sehr schwer durchschaubar. (Nicht versuchen, sich durch den entsprechenden Wikipedia-Eintrag durchzuquälen, wenn man nicht direkt Fachwissenschaftler auf genau diesem Gebiet ist! :) )

Rein formal besagt die Riemannsche Vermutung, dass alle nichttrivialen Nullstellen der komplexwertigen Riemannschen Zeta-Funktion den Realteil 1⁄2 haben. Na prima. Und nun? Es geht um Primzahlen und deren Verteilung. Könnte man auch sagen: Nun ja, was interessiert das einen Nichtspezialisten. Möglicherweise ist diese Aussage aber, wie es heißt, nur die Spitze des Eisbergs einer weit weit umfassenderen allgemeinen Theorie. Bei der es - grob vereinfacht - um das Verhältnis zwischen Zufall und Regelmäßigkeit überhaupt und auch in der realen Welt geht. Wie und in welcher Art sind die zunächst mal chaotisch auftauchenden Primzahlen zufällig und inwieweit regelmäßig und in ihrer Regelmäßigkeit eingrenzbar und formal beschreibbar. Und bereits in dem Vortrag Atiyas in Heidelberg gings plötzlich auch um Quantenphysik. Aufhorchen!

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