Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

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JosefG
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Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon JosefG » Di 7. Feb 2017, 03:14

Dass psychische Krankheiten stets Krankheiten
des Gehirns sind, wird man kaum bestreiten können.

Die vorherrschende Lehrmeinung der Psychiatrie ist, dass es sich
um Störungen der Chemie des Gehirns handelt. Dabei wird so getan,
als sei das selbstverständlich und müsse nicht weiter begründet
werden, denn um was sonst sollte es sich handeln wenn nicht um
Störungen der Biochemie des Gehirns.

Siehe zB:
http://www.spektrum.de/kolumne/ist-das-gehirn-krank-wenn-die-seele-leidet/1146068
antwortete der Leiter des Münchener Max-Planck-Instituts
für Psychiatrie, Florian Holsboer, in einem Interview mit der
Zeitschrift G&G (12/2011) auf die Frage, ob alle psychischen
Erkrankungen immer auch Hirnerkrankungen seien: "Ja, sicher.
Im Kern handelt es sich immer um ein Ungleichgewicht in der
Biochemie der Zellen des Gehirns"

Dabei wird jedoch übersehen, dass es ausser Störungen
der Biochemie sehr wohl noch eine andere Möglichkeit gibt:

Vielleicht sind Nervenzellen fehlerhaft verschaltet.

Das Verdrahtungsmuster der Nervenzellen ist auch das Ergebnis
von Lernprozessen und kann durch neue Lernprozesse verändert
werden, zB. durch Psychotherapie.

Dass es sich bei einer konkreten Krankheit um eine Störung
der Biochemie des Gehirns handelt, ist also keineswegs so
selbstverständlich, wie es die Psychiatrie behauptet.

Ist nur meine Meinung, bin kein Fachmann.
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Adam Smith
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Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon Adam Smith » Di 7. Feb 2017, 06:14

Vielleicht ändern neue Nervenzellen die Biochemie des Gehirns. Kenne mich damit aber auch nicht aus.
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Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon Provokateur » Di 7. Feb 2017, 07:09

Die Verschaltungsthese ist keineswegs so ungewöhnlich, wie es scheint. Bei Schizophrenen ist es zum Beispiel erwiesen, dass die beiden Hirnhälften zu intensiv miteinander kommunizieren. Das erschwert es dem Menschen im Ergebnis, zwischen Phantasie und Wirklichkeit zu differenzieren.
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JosefG
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Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon JosefG » Fr 10. Feb 2017, 00:50

Falls jemand zur Veränderbarkeit des Gehirns durch Lernen recherchieren möchte:
Das Stichwort hierzu lautet "Neuroplastizität".

Siehe zB.:
http://lexikon.stangl.eu/1166/neuroplastizitaet/
Neue Erfahrungen und Eindrücke verändern die Architektur des Gehirns, bauen Verbindungen zwischen den Nervenzellen aus und lassen neue entstehen
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Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon schokoschendrezki » Sa 11. Feb 2017, 12:25

Provokateur hat geschrieben:(07 Feb 2017, 07:09)

Die Verschaltungsthese ist keineswegs so ungewöhnlich, wie es scheint. Bei Schizophrenen ist es zum Beispiel erwiesen, dass die beiden Hirnhälften zu intensiv miteinander kommunizieren. Das erschwert es dem Menschen im Ergebnis, zwischen Phantasie und Wirklichkeit zu differenzieren.

Damit im Zusammenhang: Ich habe schon mehrfach gehört und gelesen, dass Menschen, die regelmäßig (und jetzt nicht grad auf dem Level Ein-Finger-Such-System) Klavier spielen, sicher vor Schizophrenie geschützt sind. Ist das tatsächlich erwiesen?
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Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon Alexyessin » Sa 11. Feb 2017, 13:49

JosefG hat geschrieben:(07 Feb 2017, 03:14)

Dass psychische Krankheiten stets Krankheiten
des Gehirns sind, wird man kaum bestreiten können.

Die vorherrschende Lehrmeinung der Psychiatrie ist, dass es sich
um Störungen der Chemie des Gehirns handelt. Dabei wird so getan,
als sei das selbstverständlich und müsse nicht weiter begründet
werden, denn um was sonst sollte es sich handeln wenn nicht um
Störungen der Biochemie des Gehirns.

Siehe zB:
http://www.spektrum.de/kolumne/ist-das-gehirn-krank-wenn-die-seele-leidet/1146068

Dabei wird jedoch übersehen, dass es ausser Störungen
der Biochemie sehr wohl noch eine andere Möglichkeit gibt:

Vielleicht sind Nervenzellen fehlerhaft verschaltet.

Das Verdrahtungsmuster der Nervenzellen ist auch das Ergebnis
von Lernprozessen und kann durch neue Lernprozesse verändert
werden, zB. durch Psychotherapie.

Dass es sich bei einer konkreten Krankheit um eine Störung
der Biochemie des Gehirns handelt, ist also keineswegs so
selbstverständlich, wie es die Psychiatrie behauptet.

Ist nur meine Meinung, bin kein Fachmann.


Auf alle Fälle mal ein interessantes Thema.
Also, es sind Störungen, aber es nicht erkennbar, welche Störungen ansetzen. Aber ich persönlich verorte auch falsch/fehlerhaft geschaltete Nervenzellen beim Themenbereich der Biochemie.
ADHS/ADS ist da ein klassisches Beispiel für eine Dopaminunterversorgung durch fehlerhafte Nervenenden, kann aber auch sein, das die Unterversorgung biologisch stattfindet, oder aber das die Behandlung eine Gleichschaltung der Dopaminversorgung ermöglicht. Drei Sachen, Teilgebiet unterschiedlich, aber alles Biochemie und Psychotherapie.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
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Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon Provokateur » Sa 11. Feb 2017, 14:30

schokoschendrezki hat geschrieben:(11 Feb 2017, 12:25)

Damit im Zusammenhang: Ich habe schon mehrfach gehört und gelesen, dass Menschen, die regelmäßig (und jetzt nicht grad auf dem Level Ein-Finger-Such-System) Klavier spielen, sicher vor Schizophrenie geschützt sind. Ist das tatsächlich erwiesen?


Da bin ich überfragt. Ich kann es mir aber vorstellen, da Klavierspiel ein direktes "Realitätsfeedback" erzeugt - man hört sofort, ob die richtige oder falsche Taste getroffen wurde. Da bleibt nicht viel Platz für "was wäre wenn", sondern Ursache und Wirkung sind direkt miteinander verbunden. Die Phantasie wird damit "ausgeschaltet".
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Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon Teeernte » Sa 11. Feb 2017, 14:43

Die "Verordung/Erziehung" zu einem linearen , strukturellen Denkmodell durch die Gesellschaft ist üblich - um die Person "gesellschaftsfähig" zu halten.

Nur ein gewaltiger Nutzen der Gesellschaft durch ein anderes Denkmodell lässt uns über "Abweichungen" des Individuums hinwegsehen.

Deshalb gibt es (laut Gesellschaft) 2 Möglichkeiten ...."Behandlung" - oder der Status "Hochbegabt" . (Bei Hochbegabt - steht der Nutzen - danach der Vergleich mit anderen Hochbegabten im Mittelpunkt.)

Behandlung erfolgt in der Regel Biochemisch. (aus Kostengründen) Ziel formulieren >> Drops einwerfen >> Ziel erreicht.

Andere Denkmodelle sind anfänglich nicht falsch - durch Ausgrenzung, Fehlbehandlung ..... Erklärung eines "nicht gesellschaftsfähigen" Denkmodells - kann es zu tiefen - nicht mehr tolerierbaren Fehlverhalten kommen...

Ausserhalb der ersten 20 Lebensjahre halte ich eine Veränderung der Struktur für nicht möglich (ausgewachsen).

Leider werden abweichende Denkmodelle durch die Gesellschaft nicht toleriert - da sie erst einmal "Mehraufwand" und eine unklare , unerforschte Zukunft möglicherweise mit noch mehr "Kosten" bedeuten......genau so aber eine ungeheuere Verschwendung von Potential bedeuten können.
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Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon Alexyessin » Sa 11. Feb 2017, 15:52

Teeernte hat geschrieben:(11 Feb 2017, 14:43)

Die "Verordung/Erziehung" zu einem linearen , strukturellen Denkmodell durch die Gesellschaft ist üblich - um die Person "gesellschaftsfähig" zu halten.

Nur ein gewaltiger Nutzen der Gesellschaft durch ein anderes Denkmodell lässt uns über "Abweichungen" des Individuums hinwegsehen.

Deshalb gibt es (laut Gesellschaft) 2 Möglichkeiten ...."Behandlung" - oder der Status "Hochbegabt" . (Bei Hochbegabt - steht der Nutzen - danach der Vergleich mit anderen Hochbegabten im Mittelpunkt.)

Behandlung erfolgt in der Regel Biochemisch. (aus Kostengründen) Ziel formulieren >> Drops einwerfen >> Ziel erreicht.

Andere Denkmodelle sind anfänglich nicht falsch - durch Ausgrenzung, Fehlbehandlung ..... Erklärung eines "nicht gesellschaftsfähigen" Denkmodells - kann es zu tiefen - nicht mehr tolerierbaren Fehlverhalten kommen...

Ausserhalb der ersten 20 Lebensjahre halte ich eine Veränderung der Struktur für nicht möglich (ausgewachsen).

Leider werden abweichende Denkmodelle durch die Gesellschaft nicht toleriert - da sie erst einmal "Mehraufwand" und eine unklare , unerforschte Zukunft möglicherweise mit noch mehr "Kosten" bedeuten......genau so aber eine ungeheuere Verschwendung von Potential bedeuten können.


Ideologisch verseuchter Blödsinn.
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Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon Teeernte » Sa 11. Feb 2017, 18:36

Alexyessin hat geschrieben:(11 Feb 2017, 15:52)

Ideologisch verseuchter Blödsinn.


Welch Ritterschlag... :D :D :D ....und wo ? Linksgrün....rechtsbraun...Lenin Marx Hubbard ?
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Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon Lupus » Di 14. Feb 2017, 15:12

JosefG hat geschrieben:(07 Feb 2017, 03:14)

Dass psychische Krankheiten stets Krankheiten
des Gehirns sind, wird man kaum bestreiten können.

Die vorherrschende Lehrmeinung der Psychiatrie ist, dass es sich
um Störungen der Chemie des Gehirns handelt. Dabei wird so getan,
als sei das selbstverständlich und müsse nicht weiter begründet
werden, denn um was sonst sollte es sich handeln wenn nicht um
Störungen der Biochemie des Gehirns.
...

Dass es sich bei einer konkreten Krankheit um eine Störung
der Biochemie des Gehirns handelt, ist also keineswegs so
selbstverständlich, wie es die Psychiatrie behauptet.

Ist nur meine Meinung, bin kein Fachmann.

Was für ein Schwachsinn. Wenn das so einfach wäre, könnte man ja auch behaupten, bei jahrelangen Missbrauchsopfern wäre nur die Hirnchemie gestört, und wenn man die richten würde, wären sie geheilt.

So ein abgestumpftes Bild seines Fachs kann nur von Menschen kommen, die im materiellen Denken verhaftet sind und glauben, sie könnten sämtliche Krankheiten mit Medikamenten bekämpfen. Echt armselig.
Bitte sehen Sie weiter! Es gibt hier nichts zu gehen!
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Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon JosefG » Fr 24. Feb 2017, 23:20

Alexyessin hat geschrieben:(11 Feb 2017, 13:49)

Aber ich persönlich verorte auch falsch/fehlerhaft geschaltete Nervenzellen beim Themenbereich der Biochemie.
ADHS/ADS ist da ein klassisches Beispiel für eine Dopaminunterversorgung durch fehlerhafte Nervenenden,

Eine Computer-Software ist auf der Festplatte gespeichert und wird zur
Ausführung ins RAM geladen. Wenn die Software fehlerhaft ist, macht der
Computer Fehler. Es könnte nun jemand behaupten, Ursache des Fehlers sei
die falsche Magnetisierung der Festplatte. In gewissem Sinne hätte er damit
recht, denn die gespeicherte Software ist ein Bitmuster und somit ein Muster
in der Magnetisierung auf der Festplatte. Dennoch wäre die Aussage Unsinn,
denn sie trägt nichts bei zur Suche nach einer Möglichkeit zur Fehler-
Beseitigung. Vielmehr muss dazu die Software umgeschrieben werden.

Vielleicht ist die Situation bei psychischen Krankheiten ähnlich.
Die Krankheit steckt im Verschaltungs-Muster der Neuronen. Und dieses
Verschaltungs-Muster ist gegeben durch die Nervenfasern und Synapsen,
und durch die einprogrammierten Eigenschaften individueller Synapsen.
In gewissem Sinn steckt die Krankheit also in der Chemie des Gehirns.
Jedoch ist nicht die Chemie aller Neuronen oder eines bestimmten Typs
von Neuronen krank, etwa wegen eines genetischen Defekts oder wegen
einer Vergiftung oder wegen einer Entzündung, sondern das räumliche
Muster der Eigenschaften individueller Synapsen ist fehlerhaft,
zB. durch eingespeicherte Erinnerungen an frühere Erfahrungen.


Edit: "die Magnetisierung" ersetzt durch "die falsche Magnetisierung"
Zuletzt geändert von JosefG am Sa 25. Feb 2017, 02:34, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon Nomen Nescio » Sa 25. Feb 2017, 00:18

ich habe immer psychiatrie etwas gefunden wovon ich fern bleiben will. was hier aber meist für nonsens verkauft wird...

als ich medizin studierte, bekamen wir sehr ausgebreitet biochemie. weil ich aber pathologie so interessant fand, daß ich mich darin spezialisieren wollte, bekam ich mehr als normal unterricht in mikroskopisieren.
dadurch weiß ich, und das gab ich meinen studenten weiter, daß fast immer rede ist von dysfunktionieren. daß zellen mit »falschen zellen« verbunden sind passiert nicht sehr oft. eigentlich kaum.
eher kann man denken an unregelmäßigkeiten in der leitung von einem reiz. die kann schlecht sein oder sogar nicht statt finden. sie kann aber auch wie ein MG rattern. die frage warum das so variiert ist mannigfaltig. die ursache ist aber nicht so wichtig, weil die folgen meist dieselbe sind.
noch keinen monat her wurde mitgeteilt daß ADHD-kranken gehirnteile haben die kleiner sind als bei normalen kranken. vermutlich also wieder eine embryonale störung.

was die ursache bei menschen von sogenannten psychischen krankheiten ist, ist nicht so 1, 2, 3 zu sagen. dies ist das gebiet von psychiater. eines ist aber sicher. es ist immer eine interaktion von körper und geist. menschen können z.b. durch eine emotionelle schock depressiv werden. da beeinflußt der geist das gehirn bzw die stoffswechslung des gehirns.

um ein doofes beispiel zu geben: keiner weiß was für reaktionen in trumps gehirn statt fanden als er gegenwind bekam und selbst von lügen beschuldigt wurde.
die zukunft wird ausweisen wie er reagieren wird. ich jedenfalls bange um die zukunft.
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Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon Progressiver » Sa 25. Feb 2017, 18:30

Natürlich sind psychische Krankheiten vor allem Krankheiten des Gehirns. Was denn sonst? Wer beispielsweise an Schizophrenie leidet, der hat es, organisch betrachtet, vor allem mit einer Stoffwechselstörung im Gehirn zu tun. Diese macht sich dann aber natürlich auch psychisch stark bemerkbar, da Körper und Psyche bekannterweise eine Einheit sind. Die Ursachen sind sowohl in der hohen Vulnerabilität des Kranken zu suchen als auch in der Interaktion mit der Umwelt. Oder anders ausgedrückt: Als psychisch erkrankter Mensch hat man gewissermaßen eine hohe Sensibilität gegenüber Stressfaktoren geerbt. Wenn aber dann auch noch andere schwerwiegende Schicksalschläge ins Leben treten oder aber krank machende Mitmenschen oder aber ein Drogenkonsum vorliegt, dann kann das bei entsprechend sensiblen Menschen eine Psychose auslösen. Mit den richtigen Medikamenten und einer guten psychotherapeutischen Begleitung kann man aber auch wieder quasi viel Land zurückgewinnen, das früher durch die Krankheit verloren gegangen ist. Und da spreche ich aus eigener Erfahrung.
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Nirvana
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Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon Nirvana » Sa 25. Feb 2017, 21:18

JosefG hat geschrieben:(07 Feb 2017, 03:14)

Dass psychische Krankheiten stets Krankheiten
des Gehirns sind, wird man kaum bestreiten können.

Die vorherrschende Lehrmeinung der Psychiatrie ist, dass es sich
um Störungen der Chemie des Gehirns handelt. Dabei wird so getan,
als sei das selbstverständlich und müsse nicht weiter begründet
werden, denn um was sonst sollte es sich handeln wenn nicht um
Störungen der Biochemie des Gehirns.

Siehe zB:
http://www.spektrum.de/kolumne/ist-das-gehirn-krank-wenn-die-seele-leidet/1146068

Dabei wird jedoch übersehen, dass es ausser Störungen
der Biochemie sehr wohl noch eine andere Möglichkeit gibt:

Vielleicht sind Nervenzellen fehlerhaft verschaltet.

Das Verdrahtungsmuster der Nervenzellen ist auch das Ergebnis
von Lernprozessen und kann durch neue Lernprozesse verändert
werden, zB. durch Psychotherapie.

Dass es sich bei einer konkreten Krankheit um eine Störung
der Biochemie des Gehirns handelt, ist also keineswegs so
selbstverständlich, wie es die Psychiatrie behauptet.

Ist nur meine Meinung, bin kein Fachmann.


Huh, das sind ja ganz schön starke Vorwürfe und du differenzierst da auch nicht. Es gibt nicht die eine psychische Erkrankung, sonder unterschiedliche mit verschiedenen Kausalfaktoren. Wichtig ist da auch im Bewusstsein zu haben, dass seelische Erkrankungen nicht monokausal sind. Persönlichkeits-, Angst- und Zwangsstörungen können z.B. erlernt (Stichwort klassische Konditionierung) sein aber auch auf neurobiologische Prozesse zurückzuführen sein.

Dass eine Schizophrenie erlernt ist, ist eher unwahrscheinlich. Die Symptome einer Schizophrenie (Halluzinationen, Störungen im Denken und Fühlen) lassen sich nicht erlernen. Vielleicht solltest du mal in ein Lehrbuch werfen oder in den Wikipediaartikel der Dopaminhypothese. Es ist eben nicht die vorherrschende Meinung der Psychiatrie, dass seelische Erkrankungen nur auf biochemische Störungen im Gehirn zurückzuführen sind.
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Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon Bielefeld09 » Sa 25. Feb 2017, 22:30

Sorry, aber das ist mir hier alles zu ungenau.
Natürlich werden alle gezeigten Verhaltensmuster durch biochemische, pysikalische Prozesse im Hirn generiert.
Die "Generatoren" dieser Prozesse sind die Neuronen, bzw. Neuronenverbände,
die "entsprechend" der einlaufenden Impulse eine Reaktion ( Verhalten ) auslösen.
Positives Verhalten wird durch Ausschüttungen von Hormonen wie Dopamin oder Serotonin belohnt.
Was soll an diesem Prozess krank sein?
Auch wenn es mal falsch rüberkommt, es ist nie persönlich gemeint. Sorry :( :(
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Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon Nomen Nescio » Sa 25. Feb 2017, 22:56

Bielefeld09 hat geschrieben:(25 Feb 2017, 22:30)

Positives Verhalten wird durch Ausschüttungen von Hormonen wie Dopamin oder Serotonin belohnt.
Was soll an diesem Prozess krank sein?

erstens kann es zu früh oder zu spät kommen (oder gar nicht) und zweitens können dieselbe stoffen auch negative reaktionen anregen bzw hemmen.
man weiß noch viel zu wenig. gibt es noch mehr transmittersubstances ??

außerdem höre ich nichts über den einfluß von hormonen, die wieder bestimmte teile des gehirns aktivieren bzw hemmen können.
denk mal an pubertätwachstum. das wird letztendlich durch hormonen verursacht.
noch nie gehört von kretins? such mal nach. kein dopamine oder serotonine. und doch regelt das gehirn - d.h. steuert an - das wachstum.
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Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon Bielefeld09 » Sa 25. Feb 2017, 23:14

Nomen Nescio hat geschrieben:(25 Feb 2017, 22:56)

erstens kann es zu früh oder zu spät kommen (oder gar nicht) und zweitens können dieselbe stoffen auch negative reaktionen anregen bzw hemmen.
man weiß noch viel zu wenig. gibt es noch mehr transmittersubstances ??

außerdem höre ich nichts über den einfluß von hormonen, die wieder bestimmte teile des gehirns aktivieren bzw hemmen können.
denk mal an pubertätwachstum. das wird letztendlich durch hormonen verursacht.
noch nie gehört von kretins? such mal nach. kein dopamine oder serotonine. und doch regelt das gehirn - d.h. steuert an - das wachstum.

Sorry, aber was regelt das Hirn ohne Serotin und Dopamin?
Und wie kommt es zur Wirkung von Amphetatamin?
Das sind eben alles nur psychische Krankheiten und Hirnstörungen?
So einfach hätten sie das gerne, oder?
Auch wenn es mal falsch rüberkommt, es ist nie persönlich gemeint. Sorry :( :(
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Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon Progressiver » Sa 25. Feb 2017, 23:16

Bielefeld09 hat geschrieben:(25 Feb 2017, 22:30)

Sorry, aber das ist mir hier alles zu ungenau.
Natürlich werden alle gezeigten Verhaltensmuster durch biochemische, pysikalische Prozesse im Hirn generiert.
Die "Generatoren" dieser Prozesse sind die Neuronen, bzw. Neuronenverbände,
die "entsprechend" der einlaufenden Impulse eine Reaktion ( Verhalten ) auslösen.
Positives Verhalten wird durch Ausschüttungen von Hormonen wie Dopamin oder Serotonin belohnt.
Was soll an diesem Prozess krank sein?


Wer an einer Psychose leidet, der hat ohne Einnahme der Medikamente viel sensiblere Dopaminrezeptoren als ein sogenannter Gesunder. D.h. die Nervenenden reagieren viel stärker auf Reize von außen. Ist eine Psychose fortgeschritten, dann kommt es auch zu Überreaktionen wie zum Beispiel das Hören von Stimmen, wo niemand ist. Das Gegenteil davon wäre im klassischen Sinne jemand, der an Parkinson leidet. Hier ist die Leitfähigkeit der Nervenenden bzw. die Wahrnehmung erheblich eingeschränkt.
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Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon Bielefeld09 » Sa 25. Feb 2017, 23:32

Progressiver hat geschrieben:(25 Feb 2017, 23:16)

Wer an einer Psychose leidet, der hat ohne Einnahme der Medikamente viel sensiblere Dopaminrezeptoren als ein sogenannter Gesunder. D.h. die Nervenenden reagieren viel stärker auf Reize von außen. Ist eine Psychose fortgeschritten, dann kommt es auch zu Überreaktionen wie zum Beispiel das Hören von Stimmen, wo niemand ist. Das Gegenteil davon wäre im klassischen Sinne jemand, der an Parkinson leidet. Hier ist die Leitfähigkeit der Nervenenden bzw. die Wahrnehmung erheblich eingeschränkt.

Und all das lässt sich durch durch Hormonpräperate steuern?
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Auch wenn es mal falsch rüberkommt, es ist nie persönlich gemeint. Sorry :( :(

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