Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Moderator: Moderatoren Forum 7

Benutzeravatar
JosefG
Beiträge: 268
Registriert: Mi 18. Jul 2012, 06:11
Wohnort: Regensburg
Kontaktdaten:

Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon JosefG » So 26. Feb 2017, 01:12

Nirvana hat geschrieben:(25 Feb 2017, 21:18)

Es ist eben nicht die vorherrschende Meinung der Psychiatrie, dass seelische Erkrankungen nur auf biochemische Störungen im Gehirn zurückzuführen sind.

Der Satz kann zweierlei bedeuten:

1:
Psychische Erkrankungen sind auf biochemische Störungen im Gehirn zurückzuführen.
Damit die Krankheit tatsächlich ausbricht, sind jedoch weitere Auslöser erforderlich,
etwa belastende Erlebnisse.

2:
Einige psychische Erkrankungen sind auf biochemische Störungen im Gehirn zurückzuführen.
Es gibt aber auch psychische Erkrankungen, wo das nicht der Fall ist und stattdessen
andere Ursachen vorliegen, etwa belastende Erlebnisse.

Ich würde behaupten, dass die Psychiatrie nur die erste Version als wahr ansieht und die
zweite Version bestreitet, vielleicht nicht mit Worten, aber durch ihr praktisches Handeln.
Benutzeravatar
JosefG
Beiträge: 268
Registriert: Mi 18. Jul 2012, 06:11
Wohnort: Regensburg
Kontaktdaten:

Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon JosefG » So 26. Feb 2017, 01:42

Nirvana hat geschrieben:(25 Feb 2017, 21:18)

Dass eine Schizophrenie erlernt ist, ist eher unwahrscheinlich.

Die Symptome einer Schizophrenie (Halluzinationen, Störungen im Denken und Fühlen) lassen sich nicht erlernen.

Worauf gründet sich die untere Aussage?

Wäre nicht zB. folgendes denkbar:

Eine belastende Situation führt zu extremer Schlaflosigkeit mit negativen Gedanken.
Als Folge der extremen Schlaflosigkeit kommt es zu Wahnideen und Halluzinationen.
Dieses Erlebnis "brennt sich ein" in die Struktur des Gehirns, vielleicht werden
Synapsen dauerhaft umprogrammiert.
Später wird in bestimmten Situationen der eingespeicherte Zustand wieder aktiviert.
Zuletzt geändert von JosefG am So 26. Feb 2017, 02:31, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
Nirvana
Beiträge: 13
Registriert: Fr 24. Feb 2017, 23:09

Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon Nirvana » So 26. Feb 2017, 02:24

JosefG, es wäre toll, wenn du deine Behauptungen bezüglich Psychiatrien auch belegen könntest oder für deine Thesen bzgl. erlernter seelischer Erkrankungen auch Studien finden könntest. Psychiatrien sind in verschiedene Abteilungen eingeteilt, in denen es unterschiedliche Behandlungsmethoden gibt. In den geschlossenen Psychiatrien hast du überwiegend eine medikamentöse Behandlung, das ist richtig. Dort geht es aber vor allem darum die Patienten nach einer psychischen Dekompensation zu stabilisieren, sodass sie entweder direkt die Klinik verlassen können oder an eine offene Klinik angebunden werden können, in denen es neben der medikamentösen Behandlung parallel Psychotherapie bzw. eine Eingliederung in den Alltag gibt.

Worauf gründet sich diese Aussage?


Um ein Verhalten zu erlernen, bedarf es einer physikalischen Reizgrundlage (klassische Konditionierung) oder eine Konsequenz auf das gezeigte Verhalten (operante Konditionierung). Bei einer Halluzination nimmst du etwas wahr, ohne dass es eine physikalische Reizgrundlage gibt; die operante Konditionierung würde voraussetzen, dass die Halluzinationen bereits da wären. Dazu kommt, dass bei der klassischen Konditionierung ein neutraler Reiz einen biologisch signifikanten Reiz ankündigt. Eine Schizophrenie und insbesondere Halluzinationen sind damit nicht konditionierbar.

Störungen im Denken und Fühlen können sicher auf negative Lernerfahrungen zurückzuführen sein, müssen aber im Kontext anderer psychopathologischer Symptome betrachtet werden.
Benutzeravatar
JosefG
Beiträge: 268
Registriert: Mi 18. Jul 2012, 06:11
Wohnort: Regensburg
Kontaktdaten:

Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon JosefG » So 26. Feb 2017, 02:54

Leider habe ich bei der Änderung meines vorherigen Beitrags
nicht rechtzeitig gesehen, dass er schon beantwortet wurde.
Benutzeravatar
JosefG
Beiträge: 268
Registriert: Mi 18. Jul 2012, 06:11
Wohnort: Regensburg
Kontaktdaten:

Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon JosefG » So 26. Feb 2017, 16:02

Nirvana hat geschrieben:(26 Feb 2017, 02:24)

wäre toll, wenn du ... oder für deine Thesen bzgl. erlernter seelischer Erkrankungen auch Studien finden könntest.

Zwar keine Studie, aber ein Aufsatz hierzu:
https://verhalten.wordpress.com/2013/11/23/schizophrenie-einmal-nicht-als-biologische-storung-erklart/
Benutzeravatar
Nomen Nescio
Moderator
Beiträge: 9629
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon Nomen Nescio » So 26. Feb 2017, 16:54

Bielefeld09 hat geschrieben:(25 Feb 2017, 23:14)

Sorry, aber was regelt das Hirn ohne Serotin und Dopamin?
Und wie kommt es zur Wirkung von Amphetatamin?
Das sind eben alles nur psychische Krankheiten und Hirnstörungen?
So einfach hätten sie das gerne, oder?

ich habe bloß die frage gestellt ob es mehr transmittersubstances gibt. je gehört von endorfinen?
ich kenne die chemische struktur von amphetamin nicht. an sich sagt das wenig. das prinzip von allen stoffen die (gehir)nzellen beeinflußen ist daß sie irgendwo im molekul eine stelle haben die genau paßt (schlüssel und schloss) auf einer »empfängers«stelle bei der rezeptorzelle. gutes beispiel ist kohlenmonoxidvergiftigung. das CO »löst« schwieriger vom haemoglobin. der platz ist also nicht frei für sauerstofftransport.
wie ich schon sagte. das kapitel von psychischen krankheiten ist dermaßen kompliziert, daß eine einfache besprechung hier SINNLOS ist.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
Benutzeravatar
Nomen Nescio
Moderator
Beiträge: 9629
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon Nomen Nescio » So 26. Feb 2017, 16:56

Bielefeld09 hat geschrieben:(25 Feb 2017, 23:32)

Und all das lässt sich durch durch Hormonpräperate steuern?

wer sagte das denn ??
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
Benutzeravatar
Papaloooo
Beiträge: 32
Registriert: Sa 8. Jul 2017, 14:11

Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon Papaloooo » Di 11. Jul 2017, 16:18

JosefG hat geschrieben:(07 Feb 2017, 03:14)

Dass psychische Krankheiten stets Krankheiten
des Gehirns sind, wird man kaum bestreiten können.

Die vorherrschende Lehrmeinung der Psychiatrie ist, dass es sich
um Störungen der Chemie des Gehirns handelt. Dabei wird so getan,
als sei das selbstverständlich und müsse nicht weiter begründet
werden, denn um was sonst sollte es sich handeln wenn nicht um
Störungen der Biochemie des Gehirns.

Siehe zB:
http://www.spektrum.de/kolumne/ist-das-gehirn-krank-wenn-die-seele-leidet/1146068

Dabei wird jedoch übersehen, dass es ausser Störungen
der Biochemie sehr wohl noch eine andere Möglichkeit gibt:

Vielleicht sind Nervenzellen fehlerhaft verschaltet.

Das Verdrahtungsmuster der Nervenzellen ist auch das Ergebnis
von Lernprozessen und kann durch neue Lernprozesse verändert
werden, zB. durch Psychotherapie.

Dass es sich bei einer konkreten Krankheit um eine Störung
der Biochemie des Gehirns handelt, ist also keineswegs so
selbstverständlich, wie es die Psychiatrie behauptet.


Man sollte mal grundsätzlich zwischen reaktiven und hirnorganischen neurologischen Störungen unterscheiden.
Benutzeravatar
JosefG
Beiträge: 268
Registriert: Mi 18. Jul 2012, 06:11
Wohnort: Regensburg
Kontaktdaten:

Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon JosefG » So 27. Aug 2017, 19:27

Papaloooo hat geschrieben:(11 Jul 2017, 17:18)
Man sollte mal grundsätzlich zwischen reaktiven und hirnorganischen neurologischen Störungen unterscheiden.

Mein Eröffnungsbeitrag war sicher in diesem Punkt ein wenig vereinfachend.

Würdest du Schizophrenie zu den hirnorganischen neurologischen Störungen zählen?

Wenn ja: Welche empirischen Befunde sprechen dafür?
Benutzeravatar
Nomen Nescio
Moderator
Beiträge: 9629
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon Nomen Nescio » So 27. Aug 2017, 20:12

Teeernte hat geschrieben:(11 Feb 2017, 14:43)

Ausserhalb der ersten 20 Lebensjahre halte ich eine Veränderung der Struktur für nicht möglich (ausgewachsen).

doch, es kostet nur sehr viel zeit. es gibt belegungen von gelahmten kranken, die langsam ein teil ihrer bewegungsfähigkeit zurückbekamen.
in laboratorien ist es auch gelungen zellen zu regenerieren. auch tierexperimenten weisen darauf hin.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
Benutzeravatar
immernoch_ratlos
Beiträge: 1041
Registriert: So 10. Apr 2016, 16:59

Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon immernoch_ratlos » Mo 28. Aug 2017, 20:58

Chemie OK - OK ;)

Mir kommt hier als Elektriker die Elektrik zu kurz. Schließlich sind Hirnaktivitäten mess- und aufzeichenbar (EEG) und nicht nur das - damit ist das Steuern ...
Quelle : NYTIMES hat geschrieben:
SAN DIEGO — Already surrounded by machines that allow him, painstakingly, to communicate, the physicist Stephen Hawking last summer donned what looked like a rakish black headband that held a feather-light device the size of a small matchbox.
Called the iBrain, this simple-looking contraption is part of an experiment that aims to allow Dr. Hawking — long paralyzed by amyotrophic lateral sclerosis, or Lou Gehrig’s disease — to communicate by merely thinking.
The iBrain™ device can provide easy to use, accurate, at-home sleep monitoring. The SPEARS algorithm applied to the iBrain™ data is used to offer insight into a myriad of medical pathologies and to monitor a patient.s brain following drug intake.
Na geht doch - nächste Woche oder so wissen wir mehr...

Oder gleich "brain hacking" : Quelle : t3n "Brain-Hacking: Diese Startups haben es auf dein Gehirn abgesehen" :s
"Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen." (aus China)
Benutzeravatar
BingoBurner
Beiträge: 2175
Registriert: Sa 17. Jan 2015, 12:15
Benutzertitel: Irgendwas mit Würde

Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon BingoBurner » Mo 28. Aug 2017, 23:34

JosefG hat geschrieben:(07 Feb 2017, 03:14)


Das Verdrahtungsmuster der Nervenzellen ist auch das Ergebnis
von Lernprozessen und kann durch neue Lernprozesse verändert
werden, zB. durch Psychotherapie.





Ja und ? Wie soll das den sonst geschehen ...................................ohne "Biochemie" ?
Der Typ aus Spektrum wollte auf was ganz anderes hinaus.....

Deppression ist übrigens einfach eine "Stoffwechselerkrankung".
Mit Trauigkeit hat das eher gar nichts zu tun.

Sondern mit nicht mehr fühlen können........

"Umarm den Stein"





"Red weiter lass mich nicht allein........
Erzähl mir nichts......
Ich möchte nicht die Antwort sein.........
Red weiter....
Umarm den Stein.........."
Dont take your organs to heaven !
Heaven knows we need them here !

Dinge, die Impfgegner sagen : https://www.facebook.com/impfgegnerzitate/

BASTIANNNN ......... https://www.youtube.com/watch?v=n3D33s5GB4A
Benutzeravatar
JosefG
Beiträge: 268
Registriert: Mi 18. Jul 2012, 06:11
Wohnort: Regensburg
Kontaktdaten:

Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon JosefG » Di 29. Aug 2017, 04:19

BingoBurner hat geschrieben:(29 Aug 2017, 00:34)
Deppression ist übrigens einfach eine "Stoffwechselerkrankung".

Gibt es dafür empirische Belege?
Benutzeravatar
BingoBurner
Beiträge: 2175
Registriert: Sa 17. Jan 2015, 12:15
Benutzertitel: Irgendwas mit Würde

Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon BingoBurner » Di 29. Aug 2017, 06:44

JosefG hat geschrieben:(29 Aug 2017, 05:19)

Gibt es dafür empirische Belege?


Ja, na klar........was den sonst ?

https://de.wikipedia.org/wiki/Antidepressivum

Unter Quellen nach schauen.
Aber das war doch nicht deine eigentliche Frage oder ?

Wie erklärst du dir den das ? .............................Schlafentzug.......................

"Menschen mit Depression sind antriebslos, wirken müde und erschöpft. Dabei herrscht in ihrem Kopf ein permanentes Tohuwabohu. Eine neue Theorie könnte erklären, wie die Krankheit entsteht - und warum Schlafentzug hilft."
http://www.spiegel.de/gesundheit/psycho ... 80305.html

oder hier :

"Synaptisches Plastizitätsmodell von therapeutischem Schlafentzug bei Depression
Tagsüber speichert das Gehirn erworbenes Wissen ab, indem es neue Gedächtnisspuren anlegt. Dabei erhöhen sich die Übertragungsstärken zwischen den Neuronen stetig – unter anderem bilden sich mehr Bindungsstellen für Botenstoffe an den Nervenzellen (Bildchen links). Vermutlich existiert ein Zustand des neuronalen Systems (rosa Balken), in welchem sich die Synapsen optimal anpassen können. Zum Tagesende beginnen die Übertragungsstärken diesen zu überschreiten. Schläft man nun, fallen diejenigen, die für irrelevante Gedächtnisinhalte kodieren, wieder auf das Ursprungslevel. Bleibt man wach, steigen sie hingegen weiter (schwarze, gestrichelte Linie), und das Nervenzellnetzwerk funktioniert nur noch eingeschränkt. Patienten mit Depression erreichen den Zustand optimaler Plastizität hingegen erst durch Schlaf­entzug (blaue, gestrichelte Linie). Das Modell basiert auf der An­nahme, dass synaptische Übertragungsstärken bei depressiven Menschen verringert sind. Hinweise darauf fand man in Tierversuchen und elektrophysiologischen Studien an Menschen."

http://www.spektrum.de/news/wachtherapi ... en/1415757

Darauf wolltest du doch hinaus ? Aber das ist alles schon uralt..........
Dont take your organs to heaven !
Heaven knows we need them here !

Dinge, die Impfgegner sagen : https://www.facebook.com/impfgegnerzitate/

BASTIANNNN ......... https://www.youtube.com/watch?v=n3D33s5GB4A
Benutzeravatar
Nomen Nescio
Moderator
Beiträge: 9629
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon Nomen Nescio » Di 29. Aug 2017, 12:35

vllt eine dumme frage, aber sind nicht alle psychischen krankheiten letztlich krankheiten des gehirns?

nimm mal ein elektrisches kabel. das leitet strom. bei tiere hat man nicht strom, sondern chemische reaktionen die durch nervenzellen weiter gegeben werden. im laufe der zeit wurden tiere geboren mit hier und da einen isolierenden schicht (mutationen !). es zeigte sich, daß diese tiere besser fürs leben zugerichtet waren. darauffolgend kamen immer mehr tiere mit einem immer besseren isolierschicht.

dennoch, es bleiben chemische reaktionen die statt finden, die die ursache des fortleiten von reizen sind. ein kompliziertes prozeß. in prinzip ändern diese chemische reaktionen örtlich die struktur des zellmembrans. plötzlich können ionen hinaus und hinein gehen. wenn der distanz zur stelle wo es auch keine isolierung gibt nicht zu groß ist, wird jene stelle durch die geänderten ionenzusammensetzung beeinflußt und wird dann auch »durchlässig«. usw. so wird das leiten von reizen enorm beschleunigt.
nicht die ganze länge muß durchlaufen werden, sondern nur die stellen wo diese isolierschicht fehlt.

es ist deutlich was ich andeuten will.
auch da kann etwas schief gehen. die isolierende schicht ist zu dünn oder fehlt sogar. oder der distanz zwischen die »löcher« ist so groß, daß das reizen schlecht geleitet wird.
dann kann statt eine zelle, eine menge zellen gereizt werden. solche kranken haben unwillkürliche bewegungen. armen, beinen, ja der ganze körper kann davon betroffen sein.

und doch kann der elend schon weit außerhalb des gehirns beginnen. dort mißlingt schon die leitung. zuviel oder zu wenig wird so weiter gegeben.
darum würde ich den begriff »gehirn« sehr weit ausdehnen: gehirn, rückenmark und nerven sind ein mechanismus.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
Benutzeravatar
immernoch_ratlos
Beiträge: 1041
Registriert: So 10. Apr 2016, 16:59

Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon immernoch_ratlos » Di 29. Aug 2017, 13:35

Vor ??? Jahren ahnte niemand was Bakterien sind - noch länger dauerte es bis man Viren nachweisen konnte - wie die im Detail funktionieren ist noch relativ offen.

Gemessen was Mensch über all das wusste bevor das Wissen sich längst exponentiell vergrößert, ist ein ganz neuer Mensch längst in der Pipeline. Menschen sind bereits heute in einem höchst erstaunlichem Maß "reparabel" und auch "upgradefähig" (noch traut man sich nicht so recht). Parallele Entwicklungen und Erkenntnisse laufen einander den Rang ab.

Kann zur "besseren Übersicht" nur "Homo Deus" (was nach Homo Sapiens kommt) von Yuval Noah Harari empfehlen.
"Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen." (aus China)
Benutzeravatar
JosefG
Beiträge: 268
Registriert: Mi 18. Jul 2012, 06:11
Wohnort: Regensburg
Kontaktdaten:

Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon JosefG » Di 29. Aug 2017, 20:49

Nomen Nescio hat geschrieben:(29 Aug 2017, 13:35)

sind nicht alle psychischen krankheiten letztlich krankheiten des gehirns?

Doch, natürlich. Jedenfalls wüsste ich nicht, was sie anderes sein könnten.
Und das habe ich sinngemäß in meinem Eröffnungsbeitrag auch geschrieben.


dennoch, es bleiben chemische reaktionen die statt finden, die die ursache des fortleiten von reizen sind. ein kompliziertes prozeß. in prinzip ändern diese chemische reaktionen örtlich die struktur des zellmembrans. plötzlich können ionen hinaus und hinein gehen. wenn der distanz zur stelle wo es auch keine isolierung gibt nicht zu groß ist, wird jene stelle durch die geänderten ionenzusammensetzung beeinflußt und wird dann auch »durchlässig«. usw. so wird das leiten von reizen enorm beschleunigt.
nicht die ganze länge muß durchlaufen werden, sondern nur die stellen wo diese isolierschicht fehlt.

es ist deutlich was ich andeuten will.
auch da kann etwas schief gehen. die isolierende schicht ist zu dünn oder fehlt sogar. oder der distanz zwischen die »löcher« ist so groß, daß das reizen schlecht geleitet wird.
dann kann statt eine zelle, eine menge zellen gereizt werden. solche kranken haben unwillkürliche bewegungen. armen, beinen, ja der ganze körper kann davon betroffen sein.

Eine solche in größeren Bereichen des Nervensystems vorliegende Störung
mag vielleicht die Ursache mancher neurologischer Krankheiten sein.

Die Psychiatrie geht meist davon aus, dass im Gehirn eine allgemeine Tendenz besteht,
zuviel oder zuwenig von einem bestimmten Neurotransmitter zu produzieren.

Mein Anliegen in diesem Thread war es darauf hinzuweisen, dass es sich bei
psychischen Krankheiten sich eben nicht notwendigerweise um eine solche
Störung handeln muss, welche alle Nervenzellen oder alle Zellen eines
bestimmten Typs betrifft, sondern es kann auch sein, dass die Störung
ganz konkrete einzelne Synapsen betrifft, welche aufgrund von
Lernprozessen so geprägt wurden. Die Störung besteht also in der
fehlerhaften Information, welche in den Synapsen gespeichert ist.

Und bei Psychiatern wie dem im Eröffnungsbeitrag zitierten Florian Holsboer
kann man den Eindruck gewinnen, dass sie diese Möglichkeit bestreiten.
Benutzeravatar
Nomen Nescio
Moderator
Beiträge: 9629
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon Nomen Nescio » Di 29. Aug 2017, 22:36

immernoch_ratlos hat geschrieben:(29 Aug 2017, 14:35)

Kann zur "besseren Übersicht" nur "Homo Deus" (was nach Homo Sapiens kommt) von Yuval Noah Harari empfehlen.

ich dachte daß wir uns richtung »homo ludens« bewogen.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
Benutzeravatar
Nomen Nescio
Moderator
Beiträge: 9629
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon Nomen Nescio » Di 29. Aug 2017, 23:02

JosefG hat geschrieben:(29 Aug 2017, 21:49)

Mein Anliegen in diesem Thread war es darauf hinzuweisen, dass es sich bei
psychischen Krankheiten sich eben nicht notwendigerweise um eine solche
Störung handeln muss, welche alle Nervenzellen oder alle Zellen eines
bestimmten Typs betrifft, sondern es kann auch sein, dass die Störung
ganz konkrete einzelne Synapsen betrifft, welche aufgrund von
Lernprozessen so geprägt wurden. Die Störung besteht also in der
fehlerhaften Information, welche in den Synapsen gespeichert ist.

Und bei Psychiatern wie dem im Eröffnungsbeitrag zitierten Florian Holsboer
kann man den Eindruck gewinnen, dass sie diese Möglichkeit bestreiten.

es gibt psychiater die finden daß medikamente helfen (auf wenn meist nicht bekannt ist warum). andere dagegen schwören bei psychotherapie.

durch umstände (inzwischen bin ich sicher) habe ich NEUN suizidfälle in meinem direkten umfeld erlebt: mein kollege, studiengenot und freund; der jüngste bruder meines schwagers; ein onkel meines schwagers; der älteste tochter meiner mixeddoppelt tennispartner und schwester meines herrendoppelt tennispartner; usw.
von all diesen fällen habe ich gelernt.

ein sehr guter freundin von mir habe ich dadurch spät aber doch noch rechtzeitig zum arzten schicken können. weil spät diagnostisieren eine (maskierte) depri zu viel langsamere heilung führt, dauerte es noch 1,5 jahr bevor sie genesen war.
jetzt bin ich für einen guten freund der einzige vertraute und versuche ihn so gut wie möglich kraft zu verleihen.

das verdammte ist, das es kreuzverbände gibt zwischen mehrere geisteskrankheiten. eine depression kann in eine bipolaire störung verwandeln.das warum ist noch immer nicht deutlich. andere stellen im gehirn sind dann ursache und andere medikamente werden dann benötigt.

vorläufig ist noch manches »hoffentlich hilft dies«.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
Benutzeravatar
BingoBurner
Beiträge: 2175
Registriert: Sa 17. Jan 2015, 12:15
Benutzertitel: Irgendwas mit Würde

Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon BingoBurner » Mi 30. Aug 2017, 13:21

Nomen Nescio hat geschrieben:(29 Aug 2017, 13:35)

vllt eine dumme frage, aber sind nicht alle psychischen krankheiten letztlich krankheiten des gehirns?

nimm mal ein elektrisches kabel. das leitet strom. bei tiere hat man nicht strom, sondern chemische reaktionen die durch nervenzellen weiter gegeben werden. im laufe der zeit wurden tiere geboren mit hier und da einen isolierenden schicht (mutationen !). es zeigte sich, daß diese tiere besser fürs leben zugerichtet waren. darauffolgend kamen immer mehr tiere mit einem immer besseren isolierschicht.

dennoch, es bleiben chemische reaktionen die statt finden, die die ursache des fortleiten von reizen sind. ein kompliziertes prozeß. in prinzip ändern diese chemische reaktionen örtlich die struktur des zellmembrans. plötzlich können ionen hinaus und hinein gehen. wenn der distanz zur stelle wo es auch keine isolierung gibt nicht zu groß ist, wird jene stelle durch die geänderten ionenzusammensetzung beeinflußt und wird dann auch »durchlässig«. usw. so wird das leiten von reizen enorm beschleunigt.
nicht die ganze länge muß durchlaufen werden, sondern nur die stellen wo diese isolierschicht fehlt.

es ist deutlich was ich andeuten will.
auch da kann etwas schief gehen. die isolierende schicht ist zu dünn oder fehlt sogar. oder der distanz zwischen die »löcher« ist so groß, daß das reizen schlecht geleitet wird.
dann kann statt eine zelle, eine menge zellen gereizt werden. solche kranken haben unwillkürliche bewegungen. armen, beinen, ja der ganze körper kann davon betroffen sein.

und doch kann der elend schon weit außerhalb des gehirns beginnen. dort mißlingt schon die leitung. zuviel oder zu wenig wird so weiter gegeben.
darum würde ich den begriff »gehirn« sehr weit ausdehnen: gehirn, rückenmark und nerven sind ein mechanismus.



Öhm..........bei allen Respekt.

Wo hast du den Medizin studiert ? Oder wann ?
Alle zellphysiologischen Vorgänge sind doch nicht KRANKHEITEN DES GEHIRNS !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Krankheiten entstehen doch nicht durch Isolierschichtdeffekte........!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Hast du Multiple Sklerose im Sinn ? Häh....?

Ich empfehle dir das Buch "Physiologie des Menschen" aus dem Spinger Shop :


http://www.springer.com/de/book/9783662 ... 3642016509

Meine es nicht böse.........aber irgendwie......man........das ist Quark
Dont take your organs to heaven !
Heaven knows we need them here !

Dinge, die Impfgegner sagen : https://www.facebook.com/impfgegnerzitate/

BASTIANNNN ......... https://www.youtube.com/watch?v=n3D33s5GB4A

Zurück zu „7. Wissenschaft“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast