Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

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JosefG
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Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon JosefG » So 26. Feb 2017, 01:12

Nirvana hat geschrieben:(25 Feb 2017, 21:18)

Es ist eben nicht die vorherrschende Meinung der Psychiatrie, dass seelische Erkrankungen nur auf biochemische Störungen im Gehirn zurückzuführen sind.

Der Satz kann zweierlei bedeuten:

1:
Psychische Erkrankungen sind auf biochemische Störungen im Gehirn zurückzuführen.
Damit die Krankheit tatsächlich ausbricht, sind jedoch weitere Auslöser erforderlich,
etwa belastende Erlebnisse.

2:
Einige psychische Erkrankungen sind auf biochemische Störungen im Gehirn zurückzuführen.
Es gibt aber auch psychische Erkrankungen, wo das nicht der Fall ist und stattdessen
andere Ursachen vorliegen, etwa belastende Erlebnisse.

Ich würde behaupten, dass die Psychiatrie nur die erste Version als wahr ansieht und die
zweite Version bestreitet, vielleicht nicht mit Worten, aber durch ihr praktisches Handeln.
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JosefG
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Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon JosefG » So 26. Feb 2017, 01:42

Nirvana hat geschrieben:(25 Feb 2017, 21:18)

Dass eine Schizophrenie erlernt ist, ist eher unwahrscheinlich.

Die Symptome einer Schizophrenie (Halluzinationen, Störungen im Denken und Fühlen) lassen sich nicht erlernen.

Worauf gründet sich die untere Aussage?

Wäre nicht zB. folgendes denkbar:

Eine belastende Situation führt zu extremer Schlaflosigkeit mit negativen Gedanken.
Als Folge der extremen Schlaflosigkeit kommt es zu Wahnideen und Halluzinationen.
Dieses Erlebnis "brennt sich ein" in die Struktur des Gehirns, vielleicht werden
Synapsen dauerhaft umprogrammiert.
Später wird in bestimmten Situationen der eingespeicherte Zustand wieder aktiviert.
Zuletzt geändert von JosefG am So 26. Feb 2017, 02:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon Nirvana » So 26. Feb 2017, 02:24

JosefG, es wäre toll, wenn du deine Behauptungen bezüglich Psychiatrien auch belegen könntest oder für deine Thesen bzgl. erlernter seelischer Erkrankungen auch Studien finden könntest. Psychiatrien sind in verschiedene Abteilungen eingeteilt, in denen es unterschiedliche Behandlungsmethoden gibt. In den geschlossenen Psychiatrien hast du überwiegend eine medikamentöse Behandlung, das ist richtig. Dort geht es aber vor allem darum die Patienten nach einer psychischen Dekompensation zu stabilisieren, sodass sie entweder direkt die Klinik verlassen können oder an eine offene Klinik angebunden werden können, in denen es neben der medikamentösen Behandlung parallel Psychotherapie bzw. eine Eingliederung in den Alltag gibt.

Worauf gründet sich diese Aussage?


Um ein Verhalten zu erlernen, bedarf es einer physikalischen Reizgrundlage (klassische Konditionierung) oder eine Konsequenz auf das gezeigte Verhalten (operante Konditionierung). Bei einer Halluzination nimmst du etwas wahr, ohne dass es eine physikalische Reizgrundlage gibt; die operante Konditionierung würde voraussetzen, dass die Halluzinationen bereits da wären. Dazu kommt, dass bei der klassischen Konditionierung ein neutraler Reiz einen biologisch signifikanten Reiz ankündigt. Eine Schizophrenie und insbesondere Halluzinationen sind damit nicht konditionierbar.

Störungen im Denken und Fühlen können sicher auf negative Lernerfahrungen zurückzuführen sein, müssen aber im Kontext anderer psychopathologischer Symptome betrachtet werden.
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JosefG
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Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon JosefG » So 26. Feb 2017, 02:54

Leider habe ich bei der Änderung meines vorherigen Beitrags
nicht rechtzeitig gesehen, dass er schon beantwortet wurde.
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Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon JosefG » So 26. Feb 2017, 16:02

Nirvana hat geschrieben:(26 Feb 2017, 02:24)

wäre toll, wenn du ... oder für deine Thesen bzgl. erlernter seelischer Erkrankungen auch Studien finden könntest.

Zwar keine Studie, aber ein Aufsatz hierzu:
https://verhalten.wordpress.com/2013/11/23/schizophrenie-einmal-nicht-als-biologische-storung-erklart/
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Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon Nomen Nescio » So 26. Feb 2017, 16:54

Bielefeld09 hat geschrieben:(25 Feb 2017, 23:14)

Sorry, aber was regelt das Hirn ohne Serotin und Dopamin?
Und wie kommt es zur Wirkung von Amphetatamin?
Das sind eben alles nur psychische Krankheiten und Hirnstörungen?
So einfach hätten sie das gerne, oder?

ich habe bloß die frage gestellt ob es mehr transmittersubstances gibt. je gehört von endorfinen?
ich kenne die chemische struktur von amphetamin nicht. an sich sagt das wenig. das prinzip von allen stoffen die (gehir)nzellen beeinflußen ist daß sie irgendwo im molekul eine stelle haben die genau paßt (schlüssel und schloss) auf einer »empfängers«stelle bei der rezeptorzelle. gutes beispiel ist kohlenmonoxidvergiftigung. das CO »löst« schwieriger vom haemoglobin. der platz ist also nicht frei für sauerstofftransport.
wie ich schon sagte. das kapitel von psychischen krankheiten ist dermaßen kompliziert, daß eine einfache besprechung hier SINNLOS ist.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
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Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon Nomen Nescio » So 26. Feb 2017, 16:56

Bielefeld09 hat geschrieben:(25 Feb 2017, 23:32)

Und all das lässt sich durch durch Hormonpräperate steuern?

wer sagte das denn ??
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Re: Psychische Krankheiten sind Krankheiten des Gehirns

Beitragvon Papaloooo » Di 11. Jul 2017, 16:18

JosefG hat geschrieben:(07 Feb 2017, 03:14)

Dass psychische Krankheiten stets Krankheiten
des Gehirns sind, wird man kaum bestreiten können.

Die vorherrschende Lehrmeinung der Psychiatrie ist, dass es sich
um Störungen der Chemie des Gehirns handelt. Dabei wird so getan,
als sei das selbstverständlich und müsse nicht weiter begründet
werden, denn um was sonst sollte es sich handeln wenn nicht um
Störungen der Biochemie des Gehirns.

Siehe zB:
http://www.spektrum.de/kolumne/ist-das-gehirn-krank-wenn-die-seele-leidet/1146068

Dabei wird jedoch übersehen, dass es ausser Störungen
der Biochemie sehr wohl noch eine andere Möglichkeit gibt:

Vielleicht sind Nervenzellen fehlerhaft verschaltet.

Das Verdrahtungsmuster der Nervenzellen ist auch das Ergebnis
von Lernprozessen und kann durch neue Lernprozesse verändert
werden, zB. durch Psychotherapie.

Dass es sich bei einer konkreten Krankheit um eine Störung
der Biochemie des Gehirns handelt, ist also keineswegs so
selbstverständlich, wie es die Psychiatrie behauptet.


Man sollte mal grundsätzlich zwischen reaktiven und hirnorganischen neurologischen Störungen unterscheiden.

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