Crispr: Gentechnik für Körper, Seele und Geist

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Crispr: Gentechnik für Körper, Seele und Geist

Beitragvon frems » Di 5. Jul 2016, 16:54

Wo bleibt der Aufschrei?
Gerade erfinden Forscher das Menschsein neu. Und was tun wir? Ängstigen uns vor Gentomaten. Über die Selbstwidersprüche unserer hysterischen Gegenwart

http://www.zeit.de/2016/27/gentechnik-c ... ete-kritik

Crispr bringt Krebskranken neue Hoffnung
Vier Jahre nach ihrer Entdeckung soll die Gentechnik-Methode Crispr bereits an ersten Patienten getestet werden. Eine amerikanische Kommission hat grünes Licht dafür gegeben.

http://www.nzz.ch/wissenschaft/medizin/ ... -ld.103183

"Menschenzüchtung muss tabu bleiben"
Bald wird der Mensch die Natur mit der Gentechnik Crispr kontrollieren. Doch es besteht die Gefahr, Risiken zu unterschätzen, sagt Ethikrat-Mitglied Sigrid Graumann.

http://www.zeit.de/wissen/2016-06/crisp ... -zuechtung

Eingriff ins menschliche Erbgut: "Das wird man nicht verantworten können"
Der Deutsche Ethikrat streitet über Eingriffe in die DNA des Menschen: Theoretisch ließen sich Gene so verändern, dass manipuliertes Erbgut an Kinder und Enkel weitergegeben wird. Doch die Versuche sind umstritten.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mens ... 99317.html

"Was spricht gegen intelligente, kreative, heterosexuelle Nachkommen?"
2056 sind Gen-Basteleien mit Crispr Alltag. Unser Autor freut sich zum 100. Geburtstag auf Donauthunfisch und optimierte Ururenkel. Nur die genane Tochter rebelliert.

http://www.zeit.de/wissen/2016-06/crisp ... nachkommen


Wie steht die Userschaft zu den Fortschritten in der Forschung? Könnten damit Krankheiten wie Krebs vernichtet werden wie andere "ausgestorbene" Krankheiten? Oder ist es nicht zu verantworten, wenn sich Menschen für solche Eingriffe an ihrem Körper entscheiden?
Labskaus!

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Re: Crispr: Gentechnik für Körper, Seele und Geist

Beitragvon BingoBurner » Di 5. Jul 2016, 20:03

"Crispr" ist eigentlich nichts neues.
Das Verfahren ist ist halt sehr kostengünstig und simpel gegenüber anderen Verfahren.
Das ist der eigentliche "Durchbruch" bzw. die Krux an der Sache.

Dafür ist das Verfahren in einigen Dingen unpräziser (Restriktion).

Ich bin in ein Befürworter der Gentechnik auch der "Manipulation".
Menschen haben sich schon immer "selbst optimiert".
Ob mit Zahnersatz oder Färben der Haare. Hier geht es halt an die DNA.

Ich sehe das ethische Problem, kenne aber keine abschließende, befriedigende Antwort darauf.
Es gibt so viele ethische Probleme in der Medizin oder Forschung allgemein.
Da macht "Cripsr" den Kohl auch nicht fett.

Aber ein "neuer Mensch" wird ganz sicher nicht erschaffen.

Solche Verfahren stellen halt die Frage danach wie wir "Mensch sein" definieren.
Oder was ein "erfülltes" Menschenleben ist. Was bleibt vom "Menschen" noch übrig.

Ich denke da, an das unterbinden der Pubertät z.b. bei einigen Krankheiten, Gendefekten.

Das "Big C" wird uns noch lange begleiten oder gerade noch mehr, weil wir älter werden.
Von daher, ein Fortschritt, eine Möglichkeit dem zu begegnen.

Lange Rede kurzer Sinn :

"Manipulation" der menschlichen DNA wird kommen.
Man wird es nicht aufhalten.
Aber es ist gut, das es "noch" verboten ist. (Embryonenschutzgesetz)
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Re: Crispr: Gentechnik für Körper, Seele und Geist

Beitragvon Provokateur » Di 5. Jul 2016, 20:37

Die sexuelle Orientierung wird nach allem, was wir wissen, nicht durch das Erbgut, sondern durch die Hormonexposition des Embryos im Mutterleib definiert. Deswegen halte ich es für falsch, davon zu sprechen, man könnte durch ein Verfahren zur Genänderung Homosexualität vermeiden.
Alles was hier verfasst wird, stellt meine persönliche Meinung dar. Ich bin kein Sprecher von irgendwem, speziell nicht meines Arbeitgebers.

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Re: Crispr: Gentechnik für Körper, Seele und Geist

Beitragvon Cat with a whip » Di 5. Jul 2016, 21:27

Naja... ne Diskussion zur phantastischen Prosa Ulrich Woelks ist müßig. Den märchenhaften Kurzessay sollte man nicht so ernst/wörtlich nehmen.
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Re: Crispr: Gentechnik für Körper, Seele und Geist

Beitragvon Provokateur » Di 5. Jul 2016, 22:15

Cat with a whip hat geschrieben:(05 Jul 2016, 22:27)

Naja... ne Diskussion zur phantastischen Prosa Ulrich Woelks ist müßig. Den märchenhaften Kurzessay sollte man nicht so ernst/wörtlich nehmen.


Könnte bei Homophoben Eltern trotzdem die Hoffnung wecken, man könnte dem missratenen Sprössling in Zukunft eine Genkur verpassen. ("Schatz, unser Junge hat eine Folge "Sex and the City" gesehen!" "Oh nein! Schnell, hol die Spritze mit dem Gay-be-gone®™©, ich verwickle ihn in ein Gespräch über Handtaschen!")
Auch eine wissenschaftliche Fiktion sollte sich zumindest an den Rahmenbedingungen orientieren, welche die Realität steckt.

Anders verhält es sich bei einer surrealistischen Groteske a la "The Lobster".
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Re: Crispr: Gentechnik für Körper, Seele und Geist

Beitragvon BingoBurner » Di 5. Jul 2016, 22:28

Provokateur hat geschrieben:(05 Jul 2016, 21:37)

Die sexuelle Orientierung wird nach allem, was wir wissen, nicht durch das Erbgut, sondern durch die Hormonexposition des Embryos im Mutterleib definiert. Deswegen halte ich es für falsch, davon zu sprechen, man könnte durch ein Verfahren zur Genänderung Homosexualität vermeiden.



Doch das wäre möglich. Darin liegt ja das Problem.
Siehe, Pränataldiagnostik.

Bereit für ein "behindertes Kind" ? Die Frage stellt sich heute schon.

Und was bedeutet "behindert" ?
Die Frage lässt sich heute noch beantworten, schwierig wird es wenn die Büchse der Pandora geöffnet ist.
Das ist das Dilemma.
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Re: Crispr: Gentechnik für Körper, Seele und Geist

Beitragvon Provokateur » Di 5. Jul 2016, 22:35

BingoBurner hat geschrieben:(05 Jul 2016, 23:28)

Doch das wäre möglich. Darin liegt ja das Problem.
Siehe, Pränataldiagnostik.

Bereit für ein "behindertes Kind" ? Die Frage stellt sich heute schon.

Und was bedeutet "behindert" ?
Die Frage lässt sich heute noch beantworten, schwierig wird es wenn die Büchse der Pandora geöffnet ist.
Das ist das Dilemma.


Homosexualität ist ja kein Problem. Darunter leidet ja niemand.
Wenn es allerdings mit gentechnischen Verfahren gelingt, Behinderungen wie Trisomie, Spina bifida, Mikrocephalie oder ähnliches schon im Mutterleib so zu behandeln, dass das Kind ohne diese Probleme auf die Welt kommt, dann sehe ich darin kein Problem. Ich hielte es sogar für herzlos, den Kindern die Heilung zu verweigern.

Designerkinder - hmnaja. Ich hätte sicherlich nichts dagegen, nach einigen genetischen Optimierungen nobelpreisverdächtige Supermodels zu zeugen. Auch perspektivisch. Denn kluge Menschen sind weniger kriegslüstern.

Das ist aber eh auch ein Thema, welches die Epigenetik streift. Es ist ja erwiesen, dass die Kinder von kriegstraumatisierten Müttern aggressiver sind (was evolutionär gesehen eine sinnvolle Einrichtung ist; in einer feindlichen Umgebung überleben friedfertige Wesen nicht lange).
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Re: Crispr: Gentechnik für Körper, Seele und Geist

Beitragvon BingoBurner » Di 5. Jul 2016, 23:20

Provokateur hat geschrieben:(05 Jul 2016, 23:35)

Wenn es allerdings mit gentechnischen Verfahren gelingt, Behinderungen wie Trisomie, Spina bifida, Mikrocephalie oder ähnliches schon im Mutterleib so zu behandeln, dass das Kind ohne diese Probleme auf die Welt kommt, dann sehe ich darin kein Problem. Ich hielte es sogar für herzlos, den Kindern die Heilung zu verweigern.


Krankheit wird nicht definiert, sondern was Gesundheit ist. (WHO)

"Gesundheit ist : das vollständige, körperlich, geistige,soziale Wohlbefinden"

Und wenn du zu einen Arzt gehst wird dieser versuchen genau das wieder herzustellen.
Unabhängig davon ob dir ein Arm, Bein, Empathie oder sonstwas fehlt.
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Re: Crispr: Gentechnik für Körper, Seele und Geist

Beitragvon Provokateur » Mi 6. Jul 2016, 05:58

BingoBurner hat geschrieben:
Krankheit wird nicht definiert, sondern was Gesundheit ist. (WHO)

"Gesundheit ist : das vollständige, körperlich, geistige,soziale Wohlbefinden"

Und wenn du zu einen Arzt gehst wird dieser versuchen genau das wieder herzustellen.


Nun, wer dieses Wohlbefinden bei anderen, obwohl er diesen helfen könnte, dauerhaft beeinträchtigt, der handelt als Lump, oder? Warum also sollte man zum Beispiel eine Spina bifida aperta, die nachgewiesenermaßen dauerhaftes Unwohlbefinden verursacht (sagen jedenfalls die Betroffenen), nicht, sofern möglich, auf genetischem Wege verhindern?
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Re: Crispr: Gentechnik für Körper, Seele und Geist

Beitragvon BingoBurner » Mi 6. Jul 2016, 06:58

Provokateur hat geschrieben:(06 Jul 2016, 06:58)

Nun, wer dieses Wohlbefinden bei anderen, obwohl er diesen helfen könnte, dauerhaft beeinträchtigt, der handelt als Lump, oder?



So, ist das ja nicht. Wenn man helfen kann, hilft man. Das ist ja die Aufgabe der Medizin.

Die Frage, die nicht nur "Crispr" aufwirft ist soll man alles machen, was man kann ?

Nehmen wir mal den verfrühten Haarausfall beim Mann ? Krankheit ? Sollte man für sowas an der DNA rumfummeln ?

Wie gesagt, ich habe bisher keine befriedigende Antwort darauf gefunden aber du triffst schon den wunden Punkt bei der ganzen Sache.
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Re: Crispr: Gentechnik für Körper, Seele und Geist

Beitragvon firlefanz11 » Di 12. Jul 2016, 14:43

Ich bin ein großer Befürworter sowohl von Pränataldiagnostik als auch von Gentechnik/-manipulation. Und das nicht weil ich, wie manche Leute jetzt bestimmt schon in ihren geistigen Schubladen bereitlegen, mir "arische" Kinder wünsche o. Ä. sondern weil es jedem Elternpaar, dass Kinder wünscht, erlaubt sein sollte dafür zu sorgen, dass dieses gesund ist - sowohl im Interesse des Kindes als auch ihrem eigenen. Und auch in allen anderen Gebieten der Humanmedizin, in denen es sinnvoll erscheint. Ob gentechnische Manipulation bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen/Tieren sein muss, ist IMO ein anderes Paar Schuhe. Wir kriegen auch so schon genug Sch... zu fressen...
Die größte Gefahr sehe ich bei den lieben Militärs, die dann auf die Idee kommen könnten, neue Viren zu entwickeln, die nur auf Basis von bestimmten genetischen Faktoren zum Infekt führen. Sozusagen selektive biologische Waffen...
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Re: Crispr: Gentechnik für Körper, Seele und Geist

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 23. Sep 2016, 09:26

Medientip zum Thema: Auf dem (übrigens ganz vorzüglichen) Sender dradio wissen war Gentechnik, Crispr & Co. letztes Wochenende zentrales Thema. Unter anderem in der Reihe "Hörsaal", unprätentiös, unvoreingenommen, für ein vorwiegend junges Publikum gemacht:

Manipulation am Menschen

Seit sich das Erbgut schnell und preiswert bestimmen lässt, sehen die Befürworter ungeahnte Möglichkeiten, die Menschheit von schlimmen Leiden befreien zu können.

http://dradiowissen.de/beitrag/hoersaal-manipulation-am-menschen

Der Griff nach unseren Genen

Mendel, Erbsen, Drosophila, Doppelhelix, DNA, Chromosomen, Gene, Zellteilung: Erst im Laufe von mehreren Jahrzehnten haben Forscher dieses Puzzle aus vielen einzelnen Bausteinen zusammengefügt.

http://dradiowissen.de/beitrag/hoersaal-der-griff-nach-unseren-genen
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Re: Crispr: Gentechnik für Körper, Seele und Geist

Beitragvon Boraiel » So 2. Okt 2016, 18:33

Provokateur hat geschrieben:(05 Jul 2016, 21:37)

Die sexuelle Orientierung wird nach allem, was wir wissen, nicht durch das Erbgut, sondern durch die Hormonexposition des Embryos im Mutterleib definiert. Deswegen halte ich es für falsch, davon zu sprechen, man könnte durch ein Verfahren zur Genänderung Homosexualität vermeiden.

Deine Sicht ist nicht meine Sicht, ist nicht unsere Sicht und ist auch nicht Stand der wissenschaftlichen Forschung. Ich halte die These, dass die sexuelle Orientierung des Menschen allein oder vor allem durch "Hormonexposition des Embryos im Mutterleib definiert wird" für nicht haltbar, ja für hanebüchenen Unsinn. Wie bringst du z.B. eine im Laufe des Lebens wechselende Orientierung in Einklang mit dieser These?

Zum eigentlich Thema: Es ist sehr schwierig hier die richtigen Entscheidungen zu treffen, als Mitglied der katholischen Kirche schätze ich insbesondere in solchen Fragen die Ansichten des Vatikans und der Bischöfe.
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Re: Crispr: Gentechnik für Körper, Seele und Geist

Beitragvon Provokateur » So 2. Okt 2016, 19:10

Boraiel hat geschrieben:(02 Oct 2016, 19:33)

Deine Sicht ist nicht meine Sicht, ist nicht unsere Sicht und ist auch nicht Stand der wissenschaftlichen Forschung. Ich halte die These, dass die sexuelle Orientierung des Menschen allein oder vor allem durch "Hormonexposition des Embryos im Mutterleib definiert wird" für nicht haltbar, ja für hanebüchenen Unsinn.


http://www.wissenschaft.de/home/-/journal_content/56/12054/61321

Dass jedoch überhaupt in einer so frühen Phase des Menschen, nämlich in der Schwangerschaft, die Sexualität beeinflusst werden kann, belegen andere Beobachtungen: Rauchen und besonderer Stress während der Schwangerschaft gehen mit einer leicht erhöhten Rate an Homosexualität bei Männern einher. Dies förderte eine Studie an 15.000 Männern zu Tage.

Homosexualität unter Frauen ist dagegen weit weniger untersucht. Fest steht, dass sich keine Verbindung zwischen der Zahl der Geschwister und der sexuellen Orientierung findet. Jedoch scheint das Gleichgewicht der verschiedenen Hormone im weiblichen Körper eine Rolle zu spielen. So ist bei lesbischen Frauen häufig der Gehalt an männlichen Hormonen, den Androgenen, im Blut erhöht, wie jüngst die britische Ärztin Rina Agrawal von der Londoner Frauenklinik zeigen konnte. Auch scheinen Frauen häufiger bi- oder homosexuell zu sein, wenn sie im Mutterleib mehr Androgenen ausgesetzt waren.


http://www.stern.de/panorama/wissen/mensch/umstrittene-studie-hirnscans--hormone-und-homosexualitaet-3853250.html

Wissenschaftler nehmen an, dass die Konzentration der Sexualhormone Östrogen und Testosteron im Mutterleib sowie im späteren Leben eine Rolle spielt. Ebenso könnten die im Körper vorhandenen Rezeptoren für diese Hormone sowie die Verstoffwechselung des Testosterons beeinflussen, ob sich jemand in Männer oder in Frauen verliebt.


http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-13862-2011-09-06.html

Die neuen Erkenntnisse hätten vor allem deshalb große Bedeutung, weil dieser vorgeburtliche Hormoneinfluss auch das spätere Verhalten, die sexuelle Orientierung und sogar Fähigkeiten wie beispielsweise die sportliche Leistung beeinflussen könne.


http://diepresse.com/home/panorama/religion/452536/Gay-Genes-Kultur-und-Hormone-im-Mutterleib

Wichtig sind auch pränatale, vor allem hormonelle Einflüsse im Mutterleib. Die Suche nach einem „Gay Gene“, einer Gen-Variante, die eindeutig zu Homosexualität prädestiniert, blieb jedenfalls bis heute erfolglos.


Das sind die Fakten. Jetzt bin ich auf Gegenfakten gespannt.
Alles was hier verfasst wird, stellt meine persönliche Meinung dar. Ich bin kein Sprecher von irgendwem, speziell nicht meines Arbeitgebers.

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Re: Crispr: Gentechnik für Körper, Seele und Geist

Beitragvon Boraiel » So 2. Okt 2016, 19:28


Wenn wir nun noch einmal deine ursprüngliche Aussage betrachten, "
Provokateur hat geschrieben:Die sexuelle Orientierung wird nach allem, was wir wissen, nicht durch das Erbgut, sondern durch die Hormonexposition des Embryos im Mutterleib definiert.
" dann sehen wir, dass die von dir aufgezählten Punkte, jedenfalls die Zitate aus den Beiträgen (den Rest habe ich nicht gelesen), nicht im Einklang, sondern Widerspruch zu deiner Aussage stehen. Dass hormoneller Einfluss auf das Kind im Mutterleib ein gewissen Einfluss hat oder haben kann, auch hinsichtlich der sexuellen Orientierung, bestreite ich keinesfalls und finde ich sogar einleuchtend. Aber das ist ein Faktor unter vielen, auch die Umgebung, in der das Kind aufwächst, die Erfahrungen, die es macht, sind z.B. von großer Bedeutung. Und ist der Mensch erst einmal zu hohem Bewusstsein gelangt, spielt der pränatale, hormonelle Einfluss sowieso eine äußerst geringe Rolle, bei den Entscheidungen, die man trifft.
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Re: Crispr: Gentechnik für Körper, Seele und Geist

Beitragvon Atheist » So 2. Okt 2016, 19:31



Er hat ja nach etwas anderem gefragt:

Wie bringst du z.B. eine im Laufe des Lebens wechselende Orientierung in Einklang mit dieser Theorie?


Allerdings stellt sich bereits davor die schlichte Frage, was mit denen ist, die trotz der angenommenen "vorgeburtlichen Aussetzung gegenüber Hormonen" nicht homosexuell geworden sind. Was soll das überhaupt für eine "Hormonexposition" sein, die durch Rauchen und "besonderen Stress" (zum Beispiel?) ausgelöst wird? So lange keine Langzeituntersuchungen mit konkreter Messung der Hormonwerte erfolgen, sind das alles lediglich grobe Deutungen des Beobachteten, die auch nicht widerspruchsfrei erklärt werden.

Im Grunde genommen werden auch hier, wie beinso vielem in der Biologie, unterschiedliche Einflüsse vermutet. Da die Hormonwerte übrigens auch von der Genetik abhängen (Anzahl und Funktionsweise von Zellen, die sie produzieren), ist auch die besagte "Hormonexposition" von der Genetik der Frau abhängig.
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Re: Crispr: Gentechnik für Körper, Seele und Geist

Beitragvon Provokateur » So 2. Okt 2016, 19:37

Boraiel hat geschrieben:(02 Oct 2016, 20:28)

Wenn wir nun noch einmal deine ursprüngliche Aussage betrachten, "" dann sehen wir, dass die von dir aufgezählten Punkte, jedenfalls die Zitate aus den Beiträgen (den Rest habe ich nicht gelesen), nicht im Einklang, sondern Widerspruch zu deiner Aussage stehen. Dass hormoneller Einfluss auf das Kind im Mutterleib ein gewissen Einfluss hat oder haben kann, auch hinsichtlich der sexuellen Orientierung, bestreite ich keinesfalls und finde ich sogar einleuchtend. Aber das ist ein Faktor unter vielen, auch die Umgebung, in der das Kind aufwächst, die Erfahrungen, die es macht, sind z.B. von großer Bedeutung. Und ist der Mensch erst einmal zu hohem Bewusstsein gelangt, spielt der pränatale, hormonelle Einfluss sowieso eine äußerst geringe Rolle, bei den Entscheidungen, die man trifft.


Es ging ja um deine These, dass es wohl ein Schwulengen geben müsse.

Und das Zitat:

Wichtig sind auch pränatale, vor allem hormonelle Einflüsse im Mutterleib. Die Suche nach einem „Gay Gene“, einer Gen-Variante, die eindeutig zu Homosexualität prädestiniert, blieb jedenfalls bis heute erfolglos.


bestätigt das ja auch voll und ganz. Hier sind die hormonellen Einflüsse im Mutterleib eindeutig als Hauptverursacher der Homosexualtät angegeben.

Atheist hat geschrieben:
Er hat ja nach etwas anderem gefragt:



Allerdings stellt sich bereits davor die schlichte Frage, was mit denen ist, die trotz der angenommenen "vorgeburtlichen Aussetzung gegenüber Hormonen" nicht homosexuell geworden sind. Was soll das überhaupt für eine "Hormonexposition" sein, die durch Rauchen und "besonderen Stress" (zum Beispiel?) ausgelöst wird? So lange keine Langzeituntersuchungen mit konkreter Messung der Hormonwerte erfolgen, sind das alles lediglich grobe Deutungen des Beobachteten, die auch nicht widerspruchsfrei erklärt werden.


Sexuelle Identitäten ändern sich nicht, sie werden nur unterdrückt (was sich zumeist in Homophobie äußert) oder akzeptiert.

Und klar, dass da mehr Forschung nötig ist, sehe ich auch. Es wäre vielleicht sinnvoll, mal bei 1000 Frauen während der Schwangerschaft Blutproben zu nehmen und den Hormonspiegel zu messen, um aus der späteren sexuellen Orientierung der Kinder dann Schlüsse zu ziehen. Fragt sich nur, wer so eine Studie finanzieren würde.
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Re: Crispr: Gentechnik für Körper, Seele und Geist

Beitragvon Atheist » So 2. Okt 2016, 19:46

Provokateur hat geschrieben:(02 Oct 2016, 20:37)

Es ging ja um deine These, dass es wohl ein Schwulengen geben müsse.

Und das Zitat:



bestätigt das ja auch voll und ganz. Hier sind die hormonellen Einflüsse im Mutterleib eindeutig als Hauptverursacher der Homosexualtät angegeben.



Sexuelle Identitäten ändern sich nicht, sie werden nur unterdrückt (was sich zumeist in Homophobie äußert) oder akzeptiert.


Das ist eine Behauptung, die von weiten Teilen der Fachwelt nicht geteilt wird (Ablehnung aus ethischen, nicht biologischen Gründen!):

Ansicht von Fachverbänden Bearbeiten
Die von der Ex-Gay-Bewegung vertretene Sicht der Homosexualität wird auch von Medizinern, von den psychiatrischen und psychologischen Berufsverbänden sowie den Krankenkassen nicht geteilt.[16] Nach Ansicht von Armin Traute, Hauptgeschäftsführer des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen, verstoßen reparative Therapien gegen die ethischen Richtlinien seines Verbandes, spezifisch gegen die gebotene „Achtung der Würde und Integrität des Individuums,“ den „Schutz der Rechte der beruflich anvertrauten Personen“ sowie die Sorgfaltspflicht heilkundlich tätiger Psychologen.[17]


https://de.m.wikipedia.org/wiki/Ex-Gay-Bewegung

Man kann dazu stehen, wie man will, meine Ansicht ist zwar, dass die sexuelle Orientierung in erheblichem Maße angeboren ist, allerdings ist das meine persönliche Überzeugung, die nicht befriedigend wissenschaftlich bewiesen, sondern hauptsächlich ethisch begründet ist. Alles, was ich bisher hierzu und auch zu einigen anderen Sachverhalten in Erfahrung bringen konnte, waren Vermutungen zum Anteil von angeborenen und variablen Umweltfaktoren.

Und klar, dass da mehr Forschung nötig ist, sehe ich auch. Es wäre vielleicht sinnvoll, mal bei 1000 Frauen während der Schwangerschaft Blutproben zu nehmen und den Hormonspiegel zu messen, um aus der späteren sexuellen Orientierung der Kinder dann Schlüsse zu ziehen. Fragt sich nur, wer so eine Studie finanzieren würde.


Die, die ein gesteigertes Interesse dafür zeigen, Verhalten biologisch zu erklären.
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Re: Crispr: Gentechnik für Körper, Seele und Geist

Beitragvon Provokateur » So 2. Okt 2016, 19:58

Atheist hat geschrieben:Die, die ein gesteigertes Interesse dafür zeigen, Verhalten biologisch zu erklären.


Jedes Verhalten ist biologisch erklärbar. Vor allem die Tatsache, dass die Anzahl der älteren Brüder die Wahrscheinlichkeit bei Männern steigert, homosexuell zu werden, zeigt doch, dass es sich bei Homosexualität wohl um einen Selektionsvorteil handelt. Populationen, bei denen sich dieser Zusammenhang nicht ausbildet, müssen anscheinend ja ausgestorben sein.

Jetzt kommt meine Vermutung:
Bei einem Übermaß an männlichen Individuen gewinnt die Population, in denen sich die Männer nicht um die Ressource Frau den Kopf einschlagen. Wo drei männliche Individuen um ein weibliches Individuum kämpfen, bleiben ein XX und ein XY über; wo aber zwei männliche Individuen kopulieren und das andere Individuum sich mit dem weiblichen Individuum verpaaren kann, bleiben vier kampfbereite Individuen bestehen, die aggressiv im Kampf um andere Ressourcen bestehen können. Die anderen Populationen, in denen das nicht der Fall ist, schwächen sich selbst und werden so überrannt.

Ethik hat mMn keinen Einfluss auf die sexuelle Orientierung. Delfine kennen keine Ethik. Sehr wohl aber Homosexualität. Wie nahezu alle höheren Tiere.
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Re: Crispr: Gentechnik für Körper, Seele und Geist

Beitragvon Boraiel » So 2. Okt 2016, 20:14

Provokateur hat geschrieben:(02 Oct 2016, 20:37)

Es ging ja um deine These, dass es wohl ein Schwulengen geben müsse.

Und das Zitat:



bestätigt das ja auch voll und ganz. Hier sind die hormonellen Einflüsse im Mutterleib eindeutig als Hauptverursacher der Homosexualtät angegeben.


Nein, darum ging es nicht, weil ich diese These gar nicht aufgestellt habe.

Provokateur hat geschrieben:Sexuelle Identitäten ändern sich nicht, sie werden nur unterdrückt (was sich zumeist in Homophobie äußert) oder akzeptiert.

Das halte ich auch im Kontext mit von dir verwendeten Argumenten hier für widersinnig.
Wenn z.B. homosexuelles Verhalten von Individuum A an Ort X für die Population aus von dir genannten Gründen vorteilhaft ist, wieso sollte Individuum A an Ort Y, wo sage ich mal, Milch und Honig fließen und gebratene Tauben einem in dem Mund fliegen, nicht heterosexuelles Verhalten zeigen? Angesicht der offensichtlich großen Wachstumsmöglichkeiten für die Population ist es da nicht sinnvoller evolutionär gesehen, wenn Individuum A seine sexuelle Orientierung ändert und sich möglichst viele Mitglieder der Population fortpflanzen?
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