Mögliche Gesundheitsrisiken: Glyphosat verbieten?

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Mögliche Gesundheitsrisiken: Glyphosat verbieten?

Beitragvon frems » Do 2. Jul 2015, 15:19

Rheinland-Pfalz verbietet Einsatz von Glyphosat

Umweltministerin Höfken hat den Einsatz des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat auf öffentlichen Flächen in Rheinland-Pfalz verboten. Das Mittel wird auch privat verwendet. [...]

Laut Höfken hält die Weltgesundheitsorganisation WHO den Wirkstoff möglicherweise für krebserregend. Außerdem hatte Ende Juni ein Leipziger Labor eine Untersuchung veröffentlicht, wonach in Muttermilch Glyphosat-Rückstände gefunden worden waren, deren Konzentration viermal so hoch wie der zulässige Grenzwert für Trinkwasser war. Die Muttermilchproben stammten unter anderem von Frauen aus Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg.

http://www.swr.de/landesschau-aktuell/r ... 2/1gwt4no/

Giftalarm? Fehlalarm!

Die Masche ist einfach: Man untersucht ein paar Proben Muttermilch, weist eine missliebige Substanz nach und verschickt eine Pressemeldung. Schon hat man Schlagzeilen, die ihre Wirkung tun.

http://www.theeuropean.de/thilo-spahl/1 ... t-kampagne

Ich muß ja gestehen, daß ich mich bisher mit Glyphosat gegen Unkraut in der Landwirtschaft noch nie weiter beschäftigt habe. Dennoch scheinen einige kürzliche Berichte die Gesetzgeber nun zu bewegen. Haben wir es mit einem neuen Skandal auf Kosten der Gesundheit für die Profite weniger Konzerne zu tun? Oder geht das eher in Richtung Weltanschauung (s. Gentechnik-Diskussion: viewtopic.php?p=3101633#p3101633) und ist einer gewissen Hysterie geschuldet?
Zuletzt geändert von frems am Mi 23. Sep 2015, 13:57, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Überschrift und so
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Re: Rheinland-Pfalz verbietet Glyphosat wegen Gesundheitsris

Beitragvon Welfenprinz » Do 2. Jul 2015, 15:45

Bundesländer haben in Pflanzenschutzangelegenheiten einen relativ geringen Einfluss.
Den Rahmen geben EU-Verordnungen vor, die in Bundesgesetzen angwewendet werden.
Im groben für den hier angesprochenen privaten/öffentlichen Bereich hier

http://www.lfl.bayern.de/ips/recht/019815/index.php

beschrieben.
Das Land hat dann noch eine gewisse Weisungsbefungnis gegenüber dem Pflanzenschutzamt als Genehmigungsbehörde. mit relativ wenig Spielraum, was sich in der Formulierung "Deshalb wollen wir den Einsatz des Mittels auf Landesebene so weit wie möglich einschränken." ganz gut ausgedrückt ist.
Insofern macht die Ministerin nichts, was seit letztem Jahr nicht sowieso EU-Vorgabe wäre.

Der Rest ist der übliche Unsinn. Das

"Höfken kritisierte die Bundesregierung, dass sie bislang nicht auf einen Vorstoß des Bundesrats aus dem Jahr 2013 reagiert habe, das Mittel in Haus- und Kleingärten sowie beim Einsatz in der Landwirtschaft kurz vor der Ernte zu verbieten."

ist definitv falsch.
Diese Einsatzgebiete sind Geschichte.
inweiweit da jetzt noch ein grauer Markt existiert in dem sich ein Eigenheimbesitzer für die Garagenaufwart von mir oder über ebay n liter round up besorgt, kann man beim besten willen nicht der Bundesregierung vorwerfen.

Der Rest ist der übliche Quatsch. Seralini lässt grüssen und so.

Allerdings könnten es die Grünen in ihrer Stürmerhetze diesmal etwas zu weit getrieben haben. Dieses sensible Thema Muttermilch zu instrumentalisieren hat jetzt dazu geführt, dass ihnen ein bisschen näher stehende Blätter wie der Stern auf Distanz zu diesen Machenschaften gehen.
Vielleicht ahben sie diesmal den Bogen überspannt.
Zuletzt geändert von Welfenprinz am Do 2. Jul 2015, 15:47, insgesamt 3-mal geändert.
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
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Re: Rheinland-Pfalz verbietet Glyphosat wegen Gesundheitsris

Beitragvon Corella » Fr 3. Jul 2015, 08:32

Welfenprinz » Do 2. Jul 2015, 15:45 hat geschrieben:Bundesländer haben in Pflanzenschutzangelegenheiten einen relativ geringen Einfluss.
Den Rahmen geben EU-Verordnungen vor, die in Bundesgesetzen angwewendet werden.
Im groben für den hier angesprochenen privaten/öffentlichen Bereich hier

http://www.lfl.bayern.de/ips/recht/019815/index.php

beschrieben.
Das Land hat dann noch eine gewisse Weisungsbefungnis gegenüber dem Pflanzenschutzamt als Genehmigungsbehörde. mit relativ wenig Spielraum, was sich in der Formulierung "Deshalb wollen wir den Einsatz des Mittels auf Landesebene so weit wie möglich einschränken." ganz gut ausgedrückt ist.
Insofern macht die Ministerin nichts, was seit letztem Jahr nicht sowieso EU-Vorgabe wäre.

Der Rest ist der übliche Unsinn. Das

"Höfken kritisierte die Bundesregierung, dass sie bislang nicht auf einen Vorstoß des Bundesrats aus dem Jahr 2013 reagiert habe, das Mittel in Haus- und Kleingärten sowie beim Einsatz in der Landwirtschaft kurz vor der Ernte zu verbieten."

ist definitv falsch.
Diese Einsatzgebiete sind Geschichte.
inweiweit da jetzt noch ein grauer Markt existiert in dem sich ein Eigenheimbesitzer für die Garagenaufwart von mir oder über ebay n liter round up besorgt, kann man beim besten willen nicht der Bundesregierung vorwerfen.

Der Rest ist der übliche Quatsch. Seralini lässt grüssen und so.

Allerdings könnten es die Grünen in ihrer Stürmerhetze diesmal etwas zu weit getrieben haben. Dieses sensible Thema Muttermilch zu instrumentalisieren hat jetzt dazu geführt, dass ihnen ein bisschen näher stehende Blätter wie der Stern auf Distanz zu diesen Machenschaften gehen.
Vielleicht ahben sie diesmal den Bogen überspannt.


Aber Dir ist schon auch klar, dass solch Mittel Nebenwirkungen haben, deren indirekte Wirkungen schwer einzuschätzen sind. Ein Produzent, der damit in den globalen Markt geht, verbindet damit große Risiken bei großen Chancen, für sich (und uns würdest Du sagen, ich so teils). Die diversen LD50-Studien kannst Du ja nun nicht negieren, das sind Standards (siehe nur schon Wiki). Wollen wir hier ein analoges "too big to fail", wenn uns neue Erkenntnisse plagen, mit denen leider durchaus zu rechnen ist? Wir Biologen kennen durchaus standardmäßig den Effekt, dass wir mit irgendwas (eher weniger spezifischem) in subkritischen Dosen vorbereiten und mit (spezifischeren) dann Niedrigdosen anderer Mittel scharf machen. Glaube mir, es gibt diese schwer einzuschätzenden indirekten Wirkungen, tut mir Leid, ist seriös!
Monsanto ist ansonsten in der Vergangenheit mit bezahlten Studienfälschungen aufgefallen, dass erregt Opposition und das gehört zur Geschichte, die Du einseitig andeutest dazu!
Die ganze Pracht der direkten Nebenwirkungen entfaltet sich bei falscher Anwendung. Ja willst Du uns weis machen, dass jeder Bauer alles beachtet? Was ist also die Folge? So wird Verantwortung verschoben, auch das gehört zur Diskussion. (Eine weitere Facette der Geschichte: Hohe Standards ./. schwache Kontrolle. Welche Aufwände werden internalisiert oder eben nicht usw.)

Hier erzählt ein jeder nichts ausgewogenes und die (sehr mächtige) Seite, der Du das Wort redest eben auch nicht.

Gruß

Corella
Zuletzt geändert von Corella am Fr 3. Jul 2015, 08:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Rheinland-Pfalz verbietet Glyphosat wegen Gesundheitsris

Beitragvon Welfenprinz » Fr 3. Jul 2015, 12:31

Erstmal danke, du hast gerade meinen Glauben an das gute im Menschen gerettet. Ich erwarte zu diesem Thema nämlich schon lange keine diskutablen Beiträge mehr.
Wenn du einen fachlichen oder im umgang mit wissenschaftlichen ERgebnissen erfahrenen Hintergrund hast, weisst du warum diese "Studie" keine Studie ist. Das müssen wir hier nicht weiter erläutern, oder???

Aber Dir ist schon auch klar, dass solch Mittel Nebenwirkungen haben,


Klar weiss ich das.hab ich irgendwo das Mittel für harmlos erklärt oder warum ist diese 'Frage grade von Relevanz. Das gilt für Scheuermittel, shampoos, Tapetenkleister,Möbeloberflächenbeschichtungen........... rund um uns rum haben wir mit Stoffen zu tun, die Wirkung und Nebenwirkung haben, die getestet, geproüft und zugelassen sind. Und wir sind darauf angewisen , dass diese Prüf- und Zulassungsergebnisse stimmen.
Auch bei Pflanzenschutzmitteln.
Entweder wir akzeptieren so einen Rahmen.................. oder wir können würfeln . ;)


Die diversen LD50-Studien kannst Du ja nun nicht negieren


ich kann jetzt nicht abschätzen , ob es dir hier um die Studie an sich oder die Art und Weise ihrer Veröffentlichung geht.
Weil in der Art und Weise der Begriffsbenutzung schon mal der erste Fall von - meiner Meinung nach gezielter- Desinformation vorliegt.
Die Bezugnahme auf den Grenzwert in Trinkwasser erscheint auf den ersten Blick unverfänglich. Es ist jedoch so, dass die EU irgendwann in den 90ern die Grenzwertrichtilinien für Trinkwasser dahingehend geändert hat, dass nicht mehr medizinisch/gesundheitliche relevante Konzentrationen verwendet werden sondern dass aus gründen der maximalen Prophylaxe diese Grenzwerte an den analytisch/technisch feststellbaren Konzentrationen definiert werden.
Was jetzt en detail heisst, dass natürlich die gefundenen Konzentrationen über diesem maximal prophylaktischen Grenzwerten liegen. Und um eine 3er Potenz niedriger als die gesundheitlich relevanten Grenzwerte. Ein Säugling würde also mit der Aufnahme von mehrern tausend l muttermilch täglich in die Nähe der gesundheitsgefährdenden Konzentrationen kommen. Diese Grafik bezieht sich zwar auf eine andere Studie, stellt die geschilderten Verhältnisse aber visuell ganz gut dar:
http://fs1.directupload.net/images/150627/a764yqdy.jpg


wenn uns neue Erkenntnisse plagen,


Glyphosat ist anfang der 50er in der Schweiz entdeckt, anfang der 70er von Monsanto erworben und als Pflanzenschutzmittel auf den Markt gebracht worden. nach und nach in allen Ländern dieser Welt. und in der prä-gvO zeit gab es keine "Interessen", weder in die eine noch in die andere Richtung. Es gibt zu diesem Wirkstoff international und global Hekatomben von Studien, Prüf- und Zulassungergebnissen. Alle sehr eindeutig und auch was die diversen kennwerte angeht schon seit langem sehr eng definiert.
Eine Flut von permanent "neuen" Erkenntnissen gibt es erst seit dies Mittel unentrinnbar in die Gvo -Debatte verwickelt ist. Manchmal habe ich den Eindruck , diese Schaumschlägerei dient nur dazu die Aufmerksamkeit von den -viel mehr - anderen gvO -projekten abzulenken.

tut mir Leid, ist seriös!


Dass diese Studie an sich nicht seriös ist, darüber sind wir uns einig , oder?
Dass die Art und Weise ihrer Veröffentlichung nicht seriös ist, habe ich als erstes an der falschen Bezugnahme auf den Trinkwassergrenzwert versucht aufzuzeigen.Eine seriöser Journalist/Medienagentur würde die Zusammenhänge ungefähr aufzeigen........ denn er muss als Normalfall davon ausgehen, dass Otto normalbürger nicht mit nano und mikro und milli umgeht wie mit täglichBrot.
Monsanto ist ansonsten in der Vergangenheit mit bezahlten Studienfälschungen aufgefalle

ich bin der letzte , der nicht glaubt, dass Grosskonzerne immer mal hier und da "nachhelfen" können.
Im Fall Glyphosat reden wir wie gesagt voon einem Stoff, der seit über 40 jahren zugelassen ist. Seit Mitte der 90er sind die Patente abgelaufen und das Mittel wird überwiegend in China hergestellt.
Für wie wahrscheinlich müssen wir jetzt unter Erwachsenen das Szenario halten, dass zuerst Monsanto und dann seit 20 Jahren die Generikahersteller in ca 180 Ländern der Welt staatlliche und private Zulassung-,Prüf- und Forschungsbehörden unisono bestochen, unterwandert und manipuliert haben????
Wenn Du wie angedeutet Naturwissenschaftlerin bist, bedarf es für dich keiner grossen Geistesleistung nachzuvollziehen warum ein Glycin sich so verhält wie es sich verhält und wie es in eben diesen zulassungen auch so festgestellt ist.

entfaltet sich bei falscher Anwendung


Das ist jetzt ein sehr ominöser Satz. Zugelassene Anwendungen sind erstmal "richtig"........ egal ob es auf den Gleisanlagen der DB oder deiner Garagenaufahrt erfolgt.

willst Du uns weis machen, dass jeder Bauer alles beachtet



ja. ;)
Nimm einfach die primitivste aller schlichten Begründungen:
DAS ZEUG KOSTET GELD VERDAMMT NOCH MAL
und jeder Bauer ist geizig von der zeugung an. ;)

Was ist also die Folge? So wird Verantwortung verschoben,



:?:


auch das gehört zur Diskussio



es ist schon lange keine Diskussion mehr. Sondern eine Meinungsschlacht, die mit allen Tricks und Kniffs durchgezogen wird.
Bei der Häufung an Irrsinn, der seit ca 2008 an Monsantoroundup"studien" die Öffentlichkeit überfällt , ist für Leute, die ein bisschen in der Materie drin sind, schon lange klar, dass hier lediglich eine Kampagne läuft. Man weiss nur nicht von wem und cui bono.
Ich kenne Leute , die der festen meinung sind, dass Monsanto selbst hinter der roundupdiskriminierungskampagne steckt.
Das dazu gehörige Szenario:
ca. 2017/2018 laufen die rr-patente ab.
die Zücjhter dieser Welt wollen es endlich anwenden können
Und ............. round up ist verboten oder nur noch stark eingeschränkt einsetzbar.

und wenn dann gleichzeitig Monsanto ein neues produkt aus der Pipeline holt............. dann ahben diese Leute recht gehabt mit ihrer Spekulation. :D
ich selber tippe allerdings eher auf die Schweizer.



und die (sehr mächtige) Seite, der Du das Wort redest eben auch nicht.


ich bin Bauer.
und meine Seite ist sehr ohnmächit gegenüber den medienagenturen von grinipiss und co.Was zunehmend zu Frust und Wut führt.
Zuletzt geändert von Welfenprinz am Fr 3. Jul 2015, 12:44, insgesamt 1-mal geändert.
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
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Re: Rheinland-Pfalz verbietet Glyphosat wegen Gesundheitsris

Beitragvon Corella » Fr 3. Jul 2015, 23:07

Welfenprinz » Fr 3. Jul 2015, 12:31 hat geschrieben:Erstmal danke, du hast gerade meinen Glauben an das gute im Menschen gerettet. Ich erwarte zu diesem Thema nämlich schon lange keine diskutablen Beiträge mehr.
Wenn du einen fachlichen oder im umgang mit wissenschaftlichen ERgebnissen erfahrenen Hintergrund hast, weisst du warum diese "Studie" keine Studie ist. Das müssen wir hier nicht weiter erläutern, oder???



Klar weiss ich das.hab ich irgendwo das Mittel für harmlos erklärt oder warum ist diese 'Frage grade von Relevanz. Das gilt für Scheuermittel, shampoos, Tapetenkleister,Möbeloberflächenbeschichtungen........... rund um uns rum haben wir mit Stoffen zu tun, die Wirkung und Nebenwirkung haben, die getestet, geproüft und zugelassen sind. Und wir sind darauf angewisen , dass diese Prüf- und Zulassungsergebnisse stimmen.
Auch bei Pflanzenschutzmitteln.
Entweder wir akzeptieren so einen Rahmen.................. oder wir können würfeln . ;)




ich kann jetzt nicht abschätzen , ob es dir hier um die Studie an sich oder die Art und Weise ihrer Veröffentlichung geht.
Weil in der Art und Weise der Begriffsbenutzung schon mal der erste Fall von - meiner Meinung nach gezielter- Desinformation vorliegt.
Die Bezugnahme auf den Grenzwert in Trinkwasser erscheint auf den ersten Blick unverfänglich. Es ist jedoch so, dass die EU irgendwann in den 90ern die Grenzwertrichtilinien für Trinkwasser dahingehend geändert hat, dass nicht mehr medizinisch/gesundheitliche relevante Konzentrationen verwendet werden sondern dass aus gründen der maximalen Prophylaxe diese Grenzwerte an den analytisch/technisch feststellbaren Konzentrationen definiert werden.
Was jetzt en detail heisst, dass natürlich die gefundenen Konzentrationen über diesem maximal prophylaktischen Grenzwerten liegen. Und um eine 3er Potenz niedriger als die gesundheitlich relevanten Grenzwerte. Ein Säugling würde also mit der Aufnahme von mehrern tausend l muttermilch täglich in die Nähe der gesundheitsgefährdenden Konzentrationen kommen. Diese Grafik bezieht sich zwar auf eine andere Studie, stellt die geschilderten Verhältnisse aber visuell ganz gut dar:
http://fs1.directupload.net/images/150627/a764yqdy.jpg




Glyphosat ist anfang der 50er in der Schweiz entdeckt, anfang der 70er von Monsanto erworben und als Pflanzenschutzmittel auf den Markt gebracht worden. nach und nach in allen Ländern dieser Welt. und in der prä-gvO zeit gab es keine "Interessen", weder in die eine noch in die andere Richtung. Es gibt zu diesem Wirkstoff international und global Hekatomben von Studien, Prüf- und Zulassungergebnissen. Alle sehr eindeutig und auch was die diversen kennwerte angeht schon seit langem sehr eng definiert.
Eine Flut von permanent "neuen" Erkenntnissen gibt es erst seit dies Mittel unentrinnbar in die Gvo -Debatte verwickelt ist. Manchmal habe ich den Eindruck , diese Schaumschlägerei dient nur dazu die Aufmerksamkeit von den -viel mehr - anderen gvO -projekten abzulenken.



Dass diese Studie an sich nicht seriös ist, darüber sind wir uns einig , oder?
Dass die Art und Weise ihrer Veröffentlichung nicht seriös ist, habe ich als erstes an der falschen Bezugnahme auf den Trinkwassergrenzwert versucht aufzuzeigen.Eine seriöser Journalist/Medienagentur würde die Zusammenhänge ungefähr aufzeigen........ denn er muss als Normalfall davon ausgehen, dass Otto normalbürger nicht mit nano und mikro und milli umgeht wie mit täglichBrot.

ich bin der letzte , der nicht glaubt, dass Grosskonzerne immer mal hier und da "nachhelfen" können.
Im Fall Glyphosat reden wir wie gesagt voon einem Stoff, der seit über 40 jahren zugelassen ist. Seit Mitte der 90er sind die Patente abgelaufen und das Mittel wird überwiegend in China hergestellt.
Für wie wahrscheinlich müssen wir jetzt unter Erwachsenen das Szenario halten, dass zuerst Monsanto und dann seit 20 Jahren die Generikahersteller in ca 180 Ländern der Welt staatlliche und private Zulassung-,Prüf- und Forschungsbehörden unisono bestochen, unterwandert und manipuliert haben????
Wenn Du wie angedeutet Naturwissenschaftlerin bist, bedarf es für dich keiner grossen Geistesleistung nachzuvollziehen warum ein Glycin sich so verhält wie es sich verhält und wie es in eben diesen zulassungen auch so festgestellt ist.



Das ist jetzt ein sehr ominöser Satz. Zugelassene Anwendungen sind erstmal "richtig"........ egal ob es auf den Gleisanlagen der DB oder deiner Garagenaufahrt erfolgt.




ja. ;)
Nimm einfach die primitivste aller schlichten Begründungen:
DAS ZEUG KOSTET GELD VERDAMMT NOCH MAL
und jeder Bauer ist geizig von der zeugung an. ;)




:?:





es ist schon lange keine Diskussion mehr. Sondern eine Meinungsschlacht, die mit allen Tricks und Kniffs durchgezogen wird.
Bei der Häufung an Irrsinn, der seit ca 2008 an Monsantoroundup"studien" die Öffentlichkeit überfällt , ist für Leute, die ein bisschen in der Materie drin sind, schon lange klar, dass hier lediglich eine Kampagne läuft. Man weiss nur nicht von wem und cui bono.
Ich kenne Leute , die der festen meinung sind, dass Monsanto selbst hinter der roundupdiskriminierungskampagne steckt.
Das dazu gehörige Szenario:
ca. 2017/2018 laufen die rr-patente ab.
die Zücjhter dieser Welt wollen es endlich anwenden können
Und ............. round up ist verboten oder nur noch stark eingeschränkt einsetzbar.

und wenn dann gleichzeitig Monsanto ein neues produkt aus der Pipeline holt............. dann ahben diese Leute recht gehabt mit ihrer Spekulation. :D
ich selber tippe allerdings eher auf die Schweizer.





ich bin Bauer.
und meine Seite ist sehr ohnmächit gegenüber den medienagenturen von grinipiss und co.Was zunehmend zu Frust und Wut führt.


Dass Bauern über Regularien frustriert, wütend und krank werden - mein aufrichtiges Mitgefühl! Die fragliche Studie, wenn es denn eine ist, hatte ich nicht angeschaut und verstand Dein post nicht in dem engen Zusammenhang. Daher Pardon. Tiefer im Thema Glyphosat stecke ich auch nicht, daher waren Deine Berichte aus der Gerüchteküche hoch interessant.
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Re: Rheinland-Pfalz verbietet Glyphosat wegen Gesundheitsris

Beitragvon Cloudfox » Sa 4. Jul 2015, 08:56

Corella » Fr 3. Jul 2015, 09:32 hat geschrieben:
Aber Dir ist schon auch klar, dass solch Mittel Nebenwirkungen haben, deren indirekte Wirkungen schwer einzuschätzen sind. ...............
Die ganze Pracht der direkten Nebenwirkungen entfaltet sich bei falscher Anwendung. Ja willst Du uns weis machen, dass jeder Bauer alles beachtet?
...


Und wie viele Nebenwirkungen von jahrelang für bedenkenlos gehaltenen und eingesetzten *Mittel* stell(t)en sich später als höchst gesundheitsschädlich heraus :eek:
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Re: Rheinland-Pfalz verbietet Glyphosat wegen Gesundheitsris

Beitragvon Teeernte » Sa 4. Jul 2015, 11:09

Cloudfox » Sa 4. Jul 2015, 09:56 hat geschrieben:
Und wie viele Nebenwirkungen von jahrelang für bedenkenlos gehaltenen und eingesetzten *Mittel* stell(t)en sich später als höchst gesundheitsschädlich heraus :eek:


.....vor allem wenn einem die ganze Palette auf den Zeh fällt - .....

Alles ist SCHÄDLICH ....man kann in Kuhmilch ersaufen.....und wenn das Wasser HART ist - davon getroffen werden.

....mal ist Kaffee schädlich - und wenn die Bauern in Hinterafrika nichts zu beissen haben - dann ist Kaffee der Sorte Hinterafrika dann wieder sehr GUUUT - und GESUNDHEITS-förderlich.

Grad so - wie es in die Geschäftspolitik von Greanpiss passt. Wer keinen ABLASSBRIEF zahlt - ist PHÖÖÖSE.

Ja - das Zeugs ist PREISWERT .....willst Du wieder Zinkorganische Mittel spritzen ???? .....

Mir hat ein Bauer empfohlen keine Stiege Milch (15L) am Tag zu trinken .... das soll garnicht so gut sein - für einen alten Sack - wie mich..... :D :D :D von anderen -----wie Greanpiss hab ich die Warnung noch nicht bekommen... :D :D :D

Was nun ? Spinat ist guuut ??? ......Jeden Tag ? .....NUR Spinat ? ...auch 10 kg ? (NUR SPINAT?) also ....

Das Leben ist eins der Schädlichsten Sachen überhaupt..... ich kenn KEINEN der es überlebt hat!

Ich vertrau unseren Bauern - die wollen auch ein ORDENTLICHES Produkt anbieten. (Bei den Händlern .....ja - da muss man mit ALLEM rechnen....aber die zahlen ja ABLASSBRIEFE..... und werden nicht angepisst.

Lasst die Gummibären frei - NIEDER mit den Kunstofftüten !!!
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Rheinland-Pfalz verbietet Glyphosat wegen Gesundheitsris

Beitragvon Cloudfox » Sa 4. Jul 2015, 11:11

Teeernte » Sa 4. Jul 2015, 12:09 hat geschrieben:
....

Das Leben ist eins der Schädlichsten Sachen überhaupt..... ich kenn KEINEN der es überlebt hat!

....


Ja, aber die Risiken würde ich gerne selbst bestimmen...so weit als möglich :D
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Re: Rheinland-Pfalz verbietet Glyphosat wegen Gesundheitsris

Beitragvon Teeernte » Sa 4. Jul 2015, 11:31

Cloudfox » Sa 4. Jul 2015, 12:11 hat geschrieben:
Ja, aber die Risiken würde ich gerne selbst bestimmen...so weit als möglich :D


....nicht rausgehen.....aus dem Bunker.....und immer gut die Kurbel vom Lüfter drehen....

Das Sterberisiko #1 ....."Altersschwäche" wirst Du nicht überlisten.

Ansonsten ist die Palette breit ....... Vom Eigentumsdelikt ...... // Hast Du Metallallergien - allgemeine Allergien ??? ? ? ? Alles schon getestet ?? >> Du wolltest >> Ja, aber die Risiken würde ich gerne selbst bestimmen...so weit als möglich... >> Dein Gen-Test - was sagt der ???

Wenn die Abgase Deiner Heizanlage mehr Gift an die Luft bringt - als 100 ha. Feldbewirtschaftung - ähmmmm dann bist DU der Übeltäter.
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Re: Rheinland-Pfalz verbietet Glyphosat wegen Gesundheitsris

Beitragvon Teeernte » Sa 4. Jul 2015, 11:45

Willst Du lieber vom Baum erschlagen werden...oder in den Armen einer irischen Nutte sterben ???

.......Dann musst Du Bäume meiden....und öfters mal die Mädels besuchen !!!!!!
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Re: Rheinland-Pfalz verbietet Glyphosat wegen Gesundheitsris

Beitragvon Welfenprinz » Sa 4. Jul 2015, 12:14

Cloudfox » Sa 4. Jul 2015, 11:11 hat geschrieben:
Ja, aber die Risiken würde ich gerne selbst bestimmen...so weit als möglich :D


ein unendlich wichtiger Punkt.jeder soll für sich bestimmen können ob er lieber glyphosatdurchtränktes konvi oder phytotoxindurchsifftes Biogetreide zu sich nimmt. Aber er sollte darüber Bescheid wissen, was er sich nimmt.
Gehört ja schliesslich zu diser "Selbstverantwortung". die wir alle haben sollten und wollen.
Deswegen ist die Desinformation von beiden Seiten so schlimm. Die Stimme der Mitte und Vernunft wird niedergebrüllt.

Heilige Muttermilch, du reinste aller Stoffe:

http://www.ernaehrungsdenkwerkstatt.de/ ... _FLUGS.pdf
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Re: Rheinland-Pfalz verbietet Glyphosat wegen Gesundheitsris

Beitragvon Corella » Sa 4. Jul 2015, 12:15

Zur Erklärung Greenpeace: die Bewegung tritt dafür ein, die Agrarindustrie auf nachhaltige Grundlage zu stellen. Intensivstnutzung mit vielen Begleiterscheinungen in Richtung ausgeräumter Kultursteppe geht auch mit "kontrolliert biologischem Anbau". Allerdings kennt die Alternative auch in diesem Bereich höhere Standards. Naiv kommt alle Bewegung - so auch diese - insofern daher, als Standards u.a. wegen der Wettbewerbssituation internationales Thema sind und nationale Alleingänge ergo ökonomisch riskant sein können. Früher haben wir mal gesagt, wer "Bio" kauft, entscheidet auch über die Vielfalt und Struktur der Landschaft. Das gilt zwar immer noch ein bisschen, aber die Intensivierung hat eben auf dem Sektor auch nicht Halt gemacht.
Bezüglich der Welternährung, die in Diskussionen so ungefähr an dieser Stelle immer beginnt ist es delikat abzuwägen: bekommt konventionelle Agrarindustrie es hin, nachhaltig mit unseren Böden umzugehen? Oder schonen wir lieber auf Kosten der Produktivität zu Gunsten der Qualität (umstritten). Eine Expertenrunde der FAO kam unlängst zu dem weisen Schluss, dass wir als Weltgemeinschaft am allerbesten das eine tun ohne das andere zu lassen. Das ist der weltweit anerkannte beste Rat, dem ich mich anschließe. Damit könnte man die Sache eigentlich befrieden.
Im Grunde immer das gleiche: Ringen um Standards und deren Kontrolle, machen, dass Ökonomen zu Gesamtbilanzen kommen und internationale Gremien sich entschließen. Für Deutschland: Vorreiter sein, aber auf die Kosten achten.
Immerhin: Greenpeace ist eine internationale Bewegung und setzt sich international für Standards ein. Als Lobby unter vielen, tritt sie natürlich nicht ausgewogen für ihre Ziele ein. Das tun Wirtschaftslobbies eben auch nicht. Ihnen ist vorzuwerfen, dass sich ihre internationalen und überbetrieblichen Dachverbände kaum je für Standards einsetzen, die sie im höchst eigenen Interesse verfolgen sollten. Sorry, aber an dieser Stelle ist Greenpeace klar weiter entwickelt. Es ist also nicht unbedingt die Schuld von Greenpeace, sich ständig in nationalen oder betrieblichen Angelegenheiten einzumischen, weil überbetriebliche Dachverbände und übernationale Politikgremien keine Ansprechpartner bereit stellen. Das ist die Crux.
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Re: Rheinland-Pfalz verbietet Glyphosat wegen Gesundheitsris

Beitragvon Corella » Sa 4. Jul 2015, 12:30

Welfenprinz » Sa 4. Jul 2015, 12:14 hat geschrieben:
ein unendlich wichtiger Punkt.jeder soll für sich bestimmen können ob er lieber glyphosatdurchtränktes konvi oder phytotoxindurchsifftes Biogetreide zu sich nimmt. Aber er sollte darüber Bescheid wissen, was er sich nimmt.
Gehört ja schliesslich zu diser "Selbstverantwortung". die wir alle haben sollten und wollen.
Deswegen ist die Desinformation von beiden Seiten so schlimm. Die Stimme der Mitte und Vernunft wird niedergebrüllt.

Heilige Muttermilch, du reinste aller Stoffe:

http://www.ernaehrungsdenkwerkstatt.de/ ... _FLUGS.pdf


Und einzelne Bauern muss man hier wirklich in Schutz nehmen (nicht dass das jemand täte)! Dem Ottonormalverbraucher ist in keinster Weise klar, wie sehr ein Bauer von ständig wechselnden Fördermitteln unverschuldet, existenziell abhängt. Die Verwendung der Mittel ist gießenkannenmäßig, grob und im konkreten oftmals sichtbar unsinnig - aber pingelig satellitenüberwacht usw. usf. Der Markt ist verzerrt, alle Prognosen der Existenzsicherung heikel. Ständig rennt der Bauer um seine Gelder. Kommt dann noch gesellschaftliche Ächtung im Sinne "Giftmischer" dazu - welche Seele soll das aushalten! Der Welfenprinz darf Giinpiss sagen, kann ich verstehen obwohl ich den Umweltbewegungen nahe bin.
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Re: Rheinland-Pfalz verbietet Glyphosat wegen Gesundheitsris

Beitragvon Welfenprinz » Sa 4. Jul 2015, 12:38

naa, diese Verunglimpfung hat nicht primär was mit Bauer zu tun.

NGOs haben keinen heiligenschein weil sie NGOs sind.
und ein 350 Mi Konzern, ist ein 350 Mio Konzern, egal ob er Autos oder "umwelt" verkauft.
Die Mechanismen gelten da gleich. Umsatzgenerierung, Arbeitsplatzerhaltung, Erschliessen von Fördergeldern etc.
und die Marketingmassnahme Nr1 für Spendensammelkonzerne ist nun mal an Urängsten der Menschen zu rühren.
Und da wird die Grenze zur unverantwortlichkeit fast immer überschritten.Extembeispiel wäre die Terrororganisation PETA.

überspitzt gesagt: wenn es keinen Hunger mehr gibt ......... wäre MISEREOR tot.
Also wird es immer Hunger geben.......................
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
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Teeernte
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Re: Rheinland-Pfalz verbietet Glyphosat wegen Gesundheitsris

Beitragvon Teeernte » Sa 4. Jul 2015, 12:45

Corella » Sa 4. Jul 2015, 13:15 hat geschrieben:Zur Erklärung Greenpeace: die Bewegung tritt dafür ein, die Agrarindustrie auf nachhaltige Grundlage zu stellen. Intensivstnutzung mit vielen Begleiterscheinungen in Richtung ausgeräumter Kultursteppe geht auch mit "kontrolliert biologischem Anbau". Allerdings kennt die Alternative auch in diesem Bereich höhere Standards. Naiv kommt alle Bewegung - so auch diese - insofern daher, als Standards u.a. wegen der Wettbewerbssituation internationales Thema sind und nationale Alleingänge ergo ökonomisch riskant sein können. Früher haben wir mal gesagt, wer "Bio" kauft, entscheidet auch über die Vielfalt und Struktur der Landschaft. Das gilt zwar immer noch ein bisschen, aber die Intensivierung hat eben auf dem Sektor auch nicht Halt gemacht.
Bezüglich der Welternährung, die in Diskussionen so ungefähr an dieser Stelle immer beginnt ist es delikat abzuwägen: bekommt konventionelle Agrarindustrie es hin, nachhaltig mit unseren Böden umzugehen? Oder schonen wir lieber auf Kosten der Produktivität zu Gunsten der Qualität (umstritten). Eine Expertenrunde der FAO kam unlängst zu dem weisen Schluss, dass wir als Weltgemeinschaft am allerbesten das eine tun ohne das andere zu lassen. Das ist der weltweit anerkannte beste Rat, dem ich mich anschließe. Damit könnte man die Sache eigentlich befrieden.
Im Grunde immer das gleiche: Ringen um Standards und deren Kontrolle, machen, dass Ökonomen zu Gesamtbilanzen kommen und internationale Gremien sich entschließen. Für Deutschland: Vorreiter sein, aber auf die Kosten achten.
Immerhin: Greenpeace ist eine internationale Bewegung und setzt sich international für Standards ein. Als Lobby unter vielen, tritt sie natürlich nicht ausgewogen für ihre Ziele ein. Das tun Wirtschaftslobbies eben auch nicht. Ihnen ist vorzuwerfen, dass sich ihre internationalen und überbetrieblichen Dachverbände kaum je für Standards einsetzen, die sie im höchst eigenen Interesse verfolgen sollten. Sorry, aber an dieser Stelle ist Greenpeace klar weiter entwickelt. Es ist also nicht unbedingt die Schuld von Greenpeace, sich ständig in nationalen oder betrieblichen Angelegenheiten einzumischen, weil überbetriebliche Dachverbände und übernationale Politikgremien keine Ansprechpartner bereit stellen. Das ist die Crux.


Hab ich irgendwas verpasst ?

Demonstriert greanpiss irgendwo gegen wässrige Hollandtomaten ? ....gegen unreifes - farbenfrohes Obst - dass den Geschmack von Kohlrabi hat ?? ...da hab ich noch nichts gehört von... Der Handel ist voll davon.

Wie sieht es mit den Pilzsporen aus - deren Giftigkeit häufig unterschätzt wird... - aber bereits starke Kulturen in den gehandelten Früchten und ZwischenProdukten ....in der AUSLAGE an den Kunden gebracht werden ?

BLINDER AKTIONISMUS - ist angesagt. Eine neue Sau muss durchs Dorf getrieben werden. Es geht um Aufmerksamkeit .....Quote statt GESUNDHEIT.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Rheinland-Pfalz verbietet Glyphosat wegen Gesundheitsris

Beitragvon frems » Fr 17. Jul 2015, 10:13

Aus gegebenem Anlaß:

Das Ackergift Glyphosat ist das meistverkaufte Pestizid der Welt. Es ist hoch umstritten und kann wahrscheinlich Krebs auslösen. Davor warnt eine Forschergruppe der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Eigentlich sollte der Staat seine Bürger vor solchen Gefahren schützen. Doch die zuständige Behörde, das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung, kurz BfR, lässt es offenbar an Sorgfalt fehlen. Sie ist bisher immer wieder zu dem Ergebnis gekommen, dass der Stoff nicht gefährlich sei. Bei einer Neubewertung des Risikostoffs für die gesamte Europäische Union hat das Institut nun Maßstäbe angesetzt, die auf heftige Kritik stoßen und Zweifel an seiner Unabhängigkeit aufkommen lassen.

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/k ... -1.2570374
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
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Re: Rheinland-Pfalz verbietet Glyphosat wegen Gesundheitsris

Beitragvon firlefanz11 » Fr 17. Jul 2015, 10:32

Außerdem hatte Ende Juni ein Leipziger Labor eine Untersuchung veröffentlicht, wonach in Muttermilch Glyphosat-Rückstände gefunden worden waren

Zum Thema Muttermilch: Bis vor Kurzen wusste ich gar nicht, dass es in Deutschland eine Stillkomission gibt.
"Hauptaufgabe der Nationalen Stillkommission ist die Förderung des Stillens in der Bundesrepublik Deutschland.
www.bfr.bund.de/de/nationale_stillkommission-2404.html

Geht's noch?! Wie bescheuert ist DAS denn...?!
"Wer hier ist, weil er Hilfe beansprucht, hat eine besondere moralische Verpflichtung, den Helfern nicht das Leben zu zerstören."
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Re: Rheinland-Pfalz verbietet Glyphosat wegen Gesundheitsris

Beitragvon Cat with a whip » Fr 17. Jul 2015, 20:39

Glyphosat ist nicht das einzige Problem. Die bisherige Praxis das Risiko von Pestiziden für Tiere aufgrund Stellvertreterarten festzulegen wird der Realität nicht gerecht. Die Wirkung der zugelassenen Mittel ist oft auch nicht erforscht und enthaltete Wirkstoffe sind der Wissenschaft oft unbekannt. Der weltweit und auch in Mitteleuropa beobachtete Rückgang der Amphibien wird auch hier zugelassenen Pflanzenschutzmitteln angelastet. Ampfibien leben auch auf Agrarflächen und nehmen über ihre feuchte Haut besonders leicht die Giftstoffe auf.
https://www.uni-koblenz-landau.de/de/la ... iensterben
http://www.br.de/mediathek/video/sendun ... de100.html
http://www.nature.com/srep/2013/130124/ ... 01135.html
"Die Erde ist ein Irrenhaus. Dabei könnte das bis heute erreichte Wissen der Menschheit aus ihr ein Paradies machen." Joseph Weizenbaum
Dr. Nötigenfalls

Re: Rheinland-Pfalz verbietet Glyphosat wegen Gesundheitsris

Beitragvon Dr. Nötigenfalls » Fr 17. Jul 2015, 20:47

frems » Do 2. Jul 2015, 15:19 hat geschrieben:http://www.swr.de/landesschau-aktuell/r ... 2/1gwt4no/


http://www.theeuropean.de/thilo-spahl/1 ... t-kampagne

Ich muß ja gestehen, daß ich mich bisher mit Glyphosat gegen Unkraut in der Landwirtschaft noch nie weiter beschäftigt habe. Dennoch scheinen einige kürzliche Berichte die Gesetzgeber nun zu bewegen. Haben wir es mit einem neuen Skandal auf Kosten der Gesundheit für die Profite weniger Konzerne zu tun? Oder geht das eher in Richtung Weltanschauung (s. Gentechnik-Diskussion: viewtopic.php?p=3101633#p3101633) und ist einer gewissen Hysterie geschuldet?


Bravo !!
Das Zeug gilt es in der Tat zu Ächten.
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Cat with a whip
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Re: Rheinland-Pfalz verbietet Glyphosat wegen Gesundheitsris

Beitragvon Cat with a whip » Do 30. Jul 2015, 03:16

Die internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) veröffentlichte unlängst eine umfassende Bewertung vieler Studien zum Krebsrisiko des Herbizid Glyphosat.

Da:
http://monographs.iarc.fr/ENG/Monograph ... 112-02.pdf

Demnach ist wenigsten die Korrelation zwischen Exposition und Non Hodgkin Lymphom beim Menschen in Kohortenstudien nachgewiesen und eine Kausalität anzunehmen, jedoch die Stärke bleibt unsicher. Bei Lebendtierversuchen wurde die kanzerogene Wirkung deutlich nachgewiesen. Bei tierischen und menschlichen Zellen wurden sicher Hauptmerkmale für Kanzerogenität wie Gentoxizität und Oxidativer Stress nachgewiesen. Damit ist Glyphosat warscheinlich für den Menschen kanzerogen.


Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BFR) hingegen schätzte Glyphosat als nicht "signifikant" krebserregend ein. Es stütze sich bei der Bewertung auch auf Daten die die Glyphosate Task Force (GTF) für sie ausgewählt hatte. Also Empfehlungen von Firmen wie Monsanto Europe, Syngenta und Dow.
http://www.bfr.bund.de/cm/343/bfr-hat-o ... ichtet.pdf
http://www.bfr.bund.de/cm/343/fragen-un ... phosat.pdf
Zuletzt geändert von Cat with a whip am Do 30. Jul 2015, 03:18, insgesamt 1-mal geändert.
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